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Wie bekommt man einen Doktortitel?

Bildung
Was ist ein Doktortitel? Es ist allgemein gesehen eine Auszeichnung, die man erhält, wenn man ein Studium hinter sich gebracht hat, eine Dissertation, eine sogenannte Doktorarbeit schreibt, und diesen elitären Bildungsweg auch bis zum Schluss durchzieht.

Man kann seine Dissertation zwar sperren lassen, zumindest für einen gewissen Zeitraum, aber kollegial ist dies nicht, denn sie soll ja dafür geschaffen sein, um anderen Studierenden des gleichen Fachs zu helfen und als anerkannte Lektüre zu dienen.

Die Doktorarbeit befasst sich meist mit einem eng eingegrenzten Thema, nicht aber mit einem breiten Themengebiet. Forschungsarbeit, empirische Studien, wissenschaftliche Ansätze und Erkenntnisse, all dies fliesst in die Arbeit mit ein, sodass sie aus eigenen Erfahrungen und Zitaten anderer Wissenschaftler zusammengesetzt ist. Die richtige Zitierweise, vollständige Sätze, korrekte Fussnoten und das allgemein gültige, wissenschaftliche Arbeiten, sowie eine gehobene, akademische Ausdrucksweise, sind Voraussetzung für eine gute Doktorarbeit. Daher schreibt man an einer Dissertation in der Regel viel länger als an einer simplen Hausarbeit oder einer Seminararbeit.

Natürlich gibt es auch den Ehrentitel, den man verliehen bekommt. Professor, Ehrendoktor, Hofrat, Kommerzialrat. In Wien waren früher diese Ehrentitel sehr begehrt und teilweise baut man heute noch auf seinen Doktortitel, denn besonders in Österreich öffnet er uns Türen, die mit dem simplen Magister noch verschlossen bleiben.

Ein Doktortitel setzt gewisse Fähigkeiten voraus, hebt den Träger des Titels quasi auf ein Podest, lässt ihn ehrwürdig erscheinen, verschafft Vertrauen, Anerkennung, Prestige, ein gutes Image, und er lässt den Doktor manchmal über sich hinauswachsen, wenn er ihn überall anführt, um sein Ego zu nähren. Der Arzt braucht seinen Doktortitel wie die Luft zum Atmen, denn seine Patienten setzen all ihr Vertrauen in den Titel hinein. Für den Büromitarbeiter ist der Titel zwar nicht so wichtig, aber er fühlt sich kompetenter damit. Der Doktortitel an sich hat jedoch nichts mit den tatsächlichen Fähigkeiten in der alltäglichen Arbeitspraxis zu tun, auch wenn der Normalverbraucher ihn als Aushängeschild für die Kompetenz, den Charakter und die menschlichen Leistungen ansieht. So manche Titel werden bloss als Heiligenschein getragen, da auch ein Mensch ohne Doktortitel reibungslos funktionieren, arbeiten und seine Leistung erbringen kann.

Soll man seine Doktorarbeit selber schreiben?

Im Grunde ist es korrekt und anständig, wenn man seine Dissertation selber schreibt. Dies wird auch von den Universitäten vorausgesetzt und wird in den wenigsten Fällen überprüft, da man nicht von vorne herein davon ausgeht, dass jemand schummelt, betrügt und lügt. Es kommt jedoch vor, dass Menschen, die keine Zeit haben, ihre schnelle Karriere ankurbeln wollen, ein besseres Prestige brauchen, oder die einfach fürs wissenschaftliche Arbeiten ungeeignet sind, ihren Doktortitel in Form einer fremden Arbeit erschleichen.

Kann man mit einer Doktorarbeit, die nicht aus Eigenproduktion entstanden ist, Karriere machen? Man kann, wenn man sie sich gegen viel Geld schreiben lässt, vorausgesetzt, der Schwindel fällt nicht auf. Politiker haben es uns bereits vorgemacht. Wenn so ein erschlichener Doktortitel jedoch auffliegt, muss man nicht nur mit den Konsequenzen rechnen, der Spott eilt einem voraus, da man öffentlich an den Pranger gestellt wird.

Den meisten unehrlichen Titelträgern macht dies nichts aus, da sie das Risiko in Kauf nehmen und ohnehin keine ausgeprägte emotionale Leidensfähigkeit besitzen. Sie bleiben kalt, emotional unberührt, verschwinden für einige Zeit von der Bildfläche, um später als gut bezahlte Manager wieder aufzutauchen. Es gibt eben flexible Soziopathen, die mit solchen Dingen gut umgehen können.

Wer seine Dissertation nicht selber schreibt, befindet sich ethisch gesehen auf dem untersten Level des akademischen Grades, und moralisch gesehen ist es eine verwerfliche Gradwanderung, die zum Gipfel des Erfolgs führt. Man schmückt sich quasi mit fremden Federn, weiss im den Tiefen seines Gewissens, dass man den Titel zu unrecht trägt, und man kann erpresst werden. Besonders für Menschen, die im späteren Berufsleben die Öffentlichkeit anstreben, viel Geld verdienen und eine hohe soziale und wirtschaftliche Stellung in der Gesellschaft einnehmen, sind erpressbar. Eines Tages kommt der Verfasser der Doktorarbeit und will seine Lorbeeren ernten.

Der erschlichene Doktortitel ist nicht nur moralisch, sondern auch wirtschaftlich verwerflich. Es blüht hier zwar ein enormer Wirtschaftsmarkt am Schwarzmarkt, aber die berufliche Position und die gesellschaftliche Anerkennung hat man damit nicht verdient. Es ist auch unfair gegenüber denjenigen Menschen, die hart für ihr Studium gepaukt haben, ihre Dissertation selber schreiben, keine schnelle Karriere machen und die guten Jobs nicht bekommen, weil sie nicht schnell und jung genug sind, um Familie, Studium, Karriere, Attraktivität, Charisma, Hobbies und den gesellschaftlichen Status unter einen Hut zu bringen. Der Normalverbraucher fühlt sich unter Druck gesetzt, weil er glaubt, er würde nichts auf die Reihe bekommen, als Versager durch die Berufswelt spazieren, wenn er es zeitlich nicht schafft, das Gesamtpaket des uneingeschränkten Erfolges bis spätestens zum 30. Geburtstag absolviert zu haben.

Kann man sich einen Doktortitel kaufen?

Natürlich kann man sich auch auf legalem Weg einen Doktortitel kaufen. Die meisten Titel sind auch für den Normalverbraucher erschwinglich und kosten zwischen 30 und 300 Euro, vereinzelte Titel auch mehr. Hier schreibt niemand eine Doktorarbeit, den Titel hat man sich redlich verdient, man ist nicht erpressbar und pustet doch sein kleines Ego auf.

So einen Titel darf man natürlich nicht offiziell tragen. Er darf keine Visitenkarten zieren, und man darf ihn nicht in Dokumenten, in Lebensläufen, etc. anführen. Man kann sich diesen Titel zu Hause an die Wand hängen, schön eingerahmt, sozusagen als Haustürschild, als Vorzeigeschild, als gekauftes und ordentlich bezahltes Prestige. Es ist quasi die ordentlich erworbene Anerkennung des kleinen Mannes, der das wissenschaftliche Arbeiten noch nicht für sich entdeckt hat.

Im Grunde kann man mit diesem gekauften Titel das Klo putzen, die Abstellkammer ausfüllen oder die Tischplatte mit dem elitären Untersetzer schonen, denn das Papier ist nichts wert. Wer jedoch wert auf so ein Stück Papier legt, der kann durchaus Freude damit haben. Solche Titel dienen nämlich auch als Geschenksidee für besondere Menschen, die man edel beschenken will.

Speziell in den USA werden laufend unzählige Ehrentitel vergeben, die man käuflich erwerben kann. Kirchengemeinden, religiöse Vereinigungen, kreative Ideenfinder, sie alle verleihen Titel, die auf den ersten Blick viel hermachen, wenn man das Zertifikat an der Wand betrachtet. Auf den zweiten Blick sieht man allerdings, dass es sich um ein gekauftes Zertifikat handelt, aber der kluge Mensch schaut ohnehin zweimal hin, bevor er jemandem blind vertraut. In die Arztpraxis, Anwaltskanzlei, ins Büro, etc. sollte man so ein Zertifikat nicht hängen, da es zu Missverständnissen kommen kann und man von den Patienten, Klienten, Kunden und Kollegen versehentlich höher eingestuft wird, als man tatsächlich ist. Hier sind Probleme vorprogrammiert.

Plagiatsjäger und Plagiatsprüfer

Es existieren Plagiatsprüfer, die böse Zungen auch als Plagiatsjäger bezeichnen, welche auf der Suche nach erschlichenen, nicht selbst verfassten, kopierten oder unwissenschaftlich zusammengestellten Diplomarbeiten und Dissertationen sind. Diese Arbeit ist verständlich, denn wer sich einmal damit auseinandersetzen muss, seine eigene Doktorarbeit in Form einer anderen Arbeit wiederzufinden, der könnte sich vor Ärger in den Po beissen, falls er gelenkig genug dafür ist.

Gestohlene Arbeiten, kopierte Textstellen ohne Fussnoten, Verweise und korrekte Zitate sind ein Hohn für denjenigen, der sich ausführlich, über Monate und Jahre hinweg mit seiner Arbeit befasst hat und zuschauen muss, wie ihm ein anderer mit der gestohlenen Arbeit vielleicht seinen Traumjob wegnimmt. Auch müssen die Universitäten sensibler für dieses Thema werden, damit solche Arbeiten nicht durchs akademische Raster rutschen und die Würde der tatsächlichen Verfasser in den Schmutz ziehen.

Das Internet ist hervorragend für Plagiatsjäger geeignet, da man bei Google heutzutage alles findet, was nicht explizit unter Verschluss ist. Mit einer speziellen Plagiatssoftware lassen sich die unedlen Arbeiten auch enttarnen, und wer sich die Mühe macht, ganze Arbeiten zu lesen, auf Grammatik- und Rechtschreibfehler hin zu prüfen, der erlebt ganze Wunderwerke der Kreativität. Es gibt Leute, die sehen eine Dissertation eher als Kunstwerk, und nicht unbedingt als wissenschaftliche Arbeit an.

Trotzdem muss man einen gewissen Spielraum tolerieren, denn jeder Autor, Student, Verfasser, Texter schreibt anders. Die eigenen Gedanken, Erfahrungen, Experimente und Eindrücke lassen sich in tausend und mehr Worte pressen, wobei es Autoren gibt, die ausführlich, strukturiert, sachlich kompakt und wissenschaftlich fundiert schreiben, und solche, die ihren Satzbau als Kunstwerk ansehen, welches erst auf den zweiten Blick verständlich erscheint. Manche Arbeiten versteht man gar nicht, weil die Autoren noch keinen umfangreichen Zugang zum elitären Schreibstil gefunden haben. Hier ist Toleranz gefragt, sonst müsste man einen Berg voller Diplom- und Doktorarbeiten aussortieren.

Übrigens kann man sich auch an ein offizielles, anerkanntes Lektorat wenden, um seine Dissertation oder auch die Diplomarbeit überprüfen zu lassen, damit sie wenigstens semantisch, grammatikalisch und orthographisch auf einem guten Niveau ist. Arbeiten, die sich unter einem gewissen akademischen Niveau befinden, werden in der Regel korrigiert, damit der Verfasser sich nicht blamiert. Wichtig dabei ist, dass die Arbeit authentisch bleibt und nicht verfremdet wird. Ausserdem kann man mit Hilfe eines Plagiatsprüfers seine Arbeit auf eventuell versehentliche, kopierte oder unzureichend makierte Textstellen prüfen lassen. Das kostet zwar Geld, aber es bietet eine gewisse Sicherheit.

Die Doktorarbeit nach der Guttenberg Methode

So manch eine Doktorarbeit ist geklaut und sieht nicht nur auf den zweiten Blick so aus, als ob sie nicht vom Verfasser selber abstammt. Eine überaus kreative Methode, eine Dissertation zu klauen, ist die Guttenberg Methode. Karl-Theodor zu Guttenberg klaute nämlich so manche Textstelle einer fremden Dissertation, indem er einfach keine Fussnoten setzte. Ob dies absichtlich oder versehentlich geschah, weiss nur er, aber Absicht darf man bitteschön niemandem unterstellen.

Um es kindlich infantil auszudrücken sind korrekte Fussnoten die kleinen Bärentatzen am unteren Seitenende, die mit sanften Pfoten ein Zitat in eine Doktorarbeit treten sollen, damit man leichter erkennen kann, wo der Vater Bär mit seinen Tatzen bereits spazierte, als der kleine Bär noch mit dem Schreiben seiner Doktorarbeit beschäftigt war. Karl - Theodor zu Guttenberg vergass mindestens eine zweistellige Zahl dieser Fussnoten zu erwähnen.

Für so manch einen Studierenden ist die Universität ein chaotischer Saftladen, in welchem sämtliche Säfte unkoordiniert zusammenfliessen, ein unübersichtliches Labyrinth, in welchem man verschwindet, wenn man den Hörsaal nicht findet. Für den braven Studenten ist sie ein Ort, an welchem er seine Freiheiten ausleben darf, solange er strukturiert genug ist, um sich auf sein Studium zu konzentrieren. An der Uni muss man sich nämlich grösstenteils alles selber zusammensuchen, was man zum Studieren braucht, einschliesslich der Literatur und dem Stundenplan, denn die Lehrveranstaltungen und Vorlesungen sind reine Organisationsangelegenheiten. Wer hier unstrukturiert durch die einzelnen Semester schleicht, wird ohne es zu ahnen, an den wissenschaftlichen Arbeitsweisen vorbeischlendern, sodass er bis zu seinem Abschluss nicht weiss, wie man korrekt wissenschaftlich arbeitet.

Wenn der Doktorvater und die Prüfkommission kopierte Dissertationen nicht erkennen, unzureichend durchlesen, sich nicht damit befassen und einfach nur eine beliebige Note verschenken, ist es leicht, so einen Doktortitel zu erlangen. Im Zweifel kann man sich immer darauf berufen, es nicht besser gewusst zu haben, weil man ja nicht korrigiert wurde. Und so geschieht es, dass so manch ein Doktor gar keiner ist, weil er sich die Arbeit erschlichen hat, oder unwissenschaftlich arbeitet.

Das Hauptproblem liegt an den einzelnen Universitäten, vorwiegend im nicht deutschsprachigen Ausland, da man heute auch eine anerkannte Dissertation in Rumänien, Tschechien, Polen, etc. schreiben kann, die kaum jemand im deutschsprachigen Raum sorgfältig prüft. Auch sinkt das akademische, wissenschaftliche Niveau, da wir heute zunehmend dem Boulevard-Journalismus verfallen, der nicht über das Niveau eines Schüleraufsatzes hinausreicht. Die Autorin Elisabeth Putz bedient sich laufend dieser niedrigen Schriftmethode und berichtet vorwiegend im Kaffeehaus-Stil, der nicht unbedingt für die kleine elitäre Gruppe von Akademikern geeignet ist, sondern eher die Bieratmosphäre verkörpert.

Christine Aschbacher und ihre Dissertation

Die ehemalige Arbeits- und Familienministerin Christine Aschbacher war wegen ihrer Diplomarbeit und ihrer Dissertation in der Kritik. Ob diese Kritik gerechtfertigt ist oder nicht, darüber lässt sich streiten, wenn man davon ausgeht, wie liberal es auf manchen Universitäten und in manchen Fachschulen zugeht. Viele Arbeiten werden unzureichend kritisch durchgelesen und als sehr gut eingestuft. Wie soll hier bitteschön ein Student, der damit gerade seinen wissenschaftlich fundierten, akademischen Grad erlangt, wissen, was er falsch gemacht hat?

Sowohl in Aschbachers Diplom- als auch in ihrer Doktorarbeit fand man Plagiate, nicht korrekte Zitierweisen, fehlende Fussnoten, unzureichende Grammatikkenntnisse und Rechtschreibfehler. Dies könnte man mehr oder weniger kritisch bis liberal für die Benotung betrachten, da das geschriebene Wort neben des Ausdrucks des Autors ein Eindruck des Lesers ist und der gute Geschmack eines Textes somit dem Leser obliegt.

Fakt ist, Christine Aschbacher legte ihre politischen Ämter nieder, zog sich rasch zurück und musste sich unwürdige, auf niedrigster Ebene stattfindende Diskussionen anhören. Manche Leute sagten, sie sei eine Analphabetin, könne weder Schreiben, noch Lesen. Das sind Anfeindungen, menschenunwürdige, auf unterster ethischer Ebene stattfindende Diskussionen, die eigentlich von keiner seriösen Zeitung, keinem anständigen Fernsehsender präsentiert werden sollten.

Natürlich hat der Plagiatsprüfer Dr. Stefan Weber recht, wenn er Plagiate, fehlende Zitate und Fussnoten, unwissenschaftliches Arbeiten allgemein an den Pranger stellt, aber er zerstört damit auch so manche Seele, denn wir Menschen bestehen auch aus geistig-seelischen Elementen, nicht nur aus einem Hautsack, in welchem ein Fleischkloss wohnt, der an Unempfindlichkeit nicht zu übertreffen ist. Man kann einen Menschen nachhaltig zerstören, wenn man ihn öffentlich an den Pranger stellt. Es müsste genügen, die Plagiate aufzudecken, die Plagiatsvorwürfe zu beweisen, und es müsste genügen, dass Politiker und Menschen in öffentlichen Ämtern zurücktreten, ohne dass Wochen nachher noch über sie gelästert wird. Für jene Menschen, die ihre akademischen Titel wieder abgeben müssen, ist die Situation schlimm genug.

Silvana Koch-Mehrin und ihr Doktortitel

Silvana Koch-Mehrin durchforstete auch andere Dissertationen, um davon zu lernen, zu profitieren und wahrscheinlich versehentlich abzuschreiben. Sie verlor den rechtlichen Kampf um ihren Doktortitel, denn er wurde ihr nach einer Prüfung ihrer Arbeit wieder aberkannt. Wer plötzlich keinen Titel mehr sein Eigentum nennen darf, der muss in der Regel zwangsläufig seine politischen Ämter niederlegen, falls er welche bekleidet. Der Druck wird einfach zu gross. Vorher hatte das Fussvolk nicht nur in die politische Person sein Vertrauen hinein gelegt, sondern auch in den vorhandenen Doktortitel, der mit Kompetenz verbunden ist. Wer den Titel verliert, steht ohne Krone da und verliert den symbolischen Königsthron in der Gesellschaft.

Der Schaden ist gross. Einerseits zerfetzen sich die Leute ihren süssen Schmollmund über die öffentliche Blossstellung, und andererseits braucht man sich um den Spott der Anderen nicht zu kümmern, der kommt von ganz alleine und wütet in der Seele des Blossgestellten. Man verliert sein Gesicht, sein Image, sein Prestige, all die Anerkennung, die man jahrelang aufgebaut hat. Normalerweise müsste man sich sicher sein können, seinen erlangten Doktortitel behalten zu dürfen, ohne dass jemand über die Dissertation öffentlich lästern darf.

Und so müssten sämtliche Universitäten ihre Beurteilungsweise umstellen und vorab prüfen, ob es sich um Plagiate oder andere grob fahrlässige Fehler handelt. Hierfür steht geeignete Software zur Verfügung, die es machbar und möglich macht, seinen Doktortitel zu erlangen, ohne Gefahr zu laufen, dass er eines Tages wieder verschwindet.

Sind geklaute Doktorarbeiten ein Gesellschaftsproblem?

Wir werden bestimmt noch weitere Entblössungen dieser und ähnlicher Art mitverfolgen können. Womöglich ist dieses Thema ein allgemeines Gesellschaftsproblem geworden. Man benötigt heute zunehmend zwingend einen Doktortitel, auch in handwerklichen Berufen, in der Pflegetätigkeit, im Handel, in der Gastronomie. Die Akademisierung schreitet voran, weil die Gesellschaft zunehmend nach Akademikern ruft. Man verdient mehr Geld mit einem Titel, nur der Graf und die Gräfin von und zu, die haben auch ohne Doktortitel genug Geld. Sie sind Privatiere.

Übrigens gibt es Leute, die sich am eventuellen niedrigen Niveau einer Schreibweise nicht die Augen verätzen, sondern einfach nur das Thema spannend finden. Sogar den Journalisten und Autoren zwingt man einen Doktortitel auf, der dann automatisch für mehr Expertise sorgen soll. Ob der Autor gut recherchiert, ist zweitrangig, Hauptsache er hat einen guten Namen und einen adequaten Titel.

Wer so wie die Autorin Elisabeth Putz, die ebenfalls einmal kurzfristig an einer Universität ihr Studium begann, vollkommen talentfrei fürs wissenschaftliche Arbeiten ist, der kauft sich so wie die Autorin seinen Doktortitel am offenen Weltmarkt ein. Er kann als schmückendes Beiwerk die Toilettentapeten zieren und hängt in so manchem Wohnzimmer als reine Angeberei an der Wand. So ein Titel ist zwar öffentlich nicht tragbar für die Gesellschaft, dient jedoch als Seelennahrung fürs labile Ego, welches sich damit einfach besser fühlt.


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