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So leben Sie bequem

SchildkröteTipps für ein bequemes Leben. Am 10. August ist der internationale Tag des Faulenzens, der Faulpelz Tag. Man darf endlich einmal so richtig abhängen, alle Viere von sich strecken, die Arbeit notfalls im Büro lassen und den ganzen Tag über Feierabend machen.

Es ist der Tag für alle, die hemmungslos, ohne schlechtes Gewissen abhängen, nichts tun und der restlichen Welt die Zeit stehlen. Zeitdiebe finden wir an jeder Strassenecke, wenn wir im Stress sind, denn dann kann uns ein einziger ungebetener Rosenverkäufer nerven, wenn er seine Rosen loswerden will und wir den Bus verpassen. Mit Bequemlichkeit kann das nicht passieren, denn dann nehmen wir einfach den nächsten Bus.

Wenn jemand permanent im Stress ist, wirkt so ein Faulenzer Tag wie die Sahne im Kaffee, ausgeglichen und aufhellend. Man beugt nämlich mit etwas mehr Gelassenheit dem ungesunden, permanent auf die Psyche schlagenden Stress vor und ruht sich aus, bevor das Burn-out an die Türe klopft.

Ein eventuelles Burn-out, welches man innerlich spürt, jedoch noch nicht vom Arzt diagnostiziert wurde, kann uns intensivst krank machen, wenn wir es übersehen. Nicht nur psychisch, auch körperlich leidet man darunter. Manche Leute erkranken sogar an Krebs, weil sie den Dauerstress nicht loslassen, ihren Körper mit Fast-Food und Leistungsdrang übersäuern, sich keine freie Minute gönnen und plötzlich bemerken, dass ihr Körper schlapp macht.

Der Faulenzer Tag ist ein Warnhinweis für all jene, die es mit der Arbeit im Leben übertreiben, für den gestressten Manager, für den Workoholic, den Rastlosen und den Choleriker. Es ist ein bequemer Tag für alle Hausfrauen und Mütter, die sich um alles kümmern und sich selbst vergessen. Man muss zwischendurch auch an sich selbst denken, sonst lebt man nicht mehr. Es ist der Tag der Faulen, ein Tag wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen, nur ohne Stress und Arbeit.

Wie lebt man bequem?

Zu einem bequemen Leben gehört Mut, denn man muss entgegen aller Erwartungen, die uns die Umwelt förmlich auf die Backe drückt, leben lernen. Bequemlichkeit klingt leicht, ist jedoch nicht einfach zu realisieren, denn man muss sein erfolgreiches Ego ablegen und in Tatenlosigkeit ausharren. Bitte, das liegt nicht jedem Menschen am Herzen. Mir würde es schwer im Magen liegen, denn ich gehe meistens den unbequemen, mit Steinen gepflasterten Weg und lasse am Ziel angekommen, meine Zunge zum Boden hinunter hängen, weil meine Kräfte am Ende sind.

Bequemlichkeit ist erlernbar. Entweder man besucht ein Seminar zur Selbstfindung, zur Entschleunigung, oder man meditiert. Den Rentnern in unserem wirtschaftlichen Trubel sollte man lieber aus dem Weg gehen, denn die haben es im Leben besonders eilig, die haben keine Zeit mehr. Den Rentnern in südlichen Ländern kann man zuschauen, denn sie geniessen das Nichtstun so sehr, dass einige Ärzte dafür bereits eine neue Krankheit entworfen haben, das Paradies-Syndrom.

Bequem lebt man, wenn man zu Hause wohnt. Mutter macht die Wäsche, kocht, bügelt, staubsaugt, macht alles sauber, sorgt für Strom und fliessendes Wasser, lässt sogar das Badewasser ein und streicht gegebenenfalls die Brote. Hier kann man beruhigt den ganzen Tag im Pyjama herumlaufen, denn Mutter empfängt sogar den Postboten, falls ein Brief vom Sozialamt eintrudelt.

In Jogginghose, Pyjama, Nachthemd und Bademantel lebt man gemütlicher. Man sollte nur nicht auf die Körperhygiene vergessen, denn sonst lässt man sich derart gehen, dass es schon wieder in einen ungesunden Lifestyle ausartet. Wer hin und wieder in bequemer Kleidung zu Hause herumläuft, tut seiner Seele viel Gutes. Wer immer im Pyjama anzutreffen ist, versperrt seiner Seele jedoch den Weg zur Schönheit.

Bequem lebt man auch mit Kindermädchen, Haushälterin, einem gut erzogenen Butler und einer Villa mit angrenzendem Park. Zuvor muss man aber hart gearbeitet oder wenigstens grosszügig geerbt haben, sonst kann die Bequemlichkeit finanziell nicht abgedeckt werden. Für mich kommt so etwas nicht in Frage. Ich halte es weder bei meiner Mutter zu Hause aus, noch möchte ich von Mutter etwas erben, und so besteht meine Bequemlichkeit darin, dass ich gemütlich sämtliche Dinge aussitze, die mir unangenehm erscheinen, auch wenn mich mein Lebenspartner hin und wieder dafür symbolisch ins Hinterteil tritt.

Wie sieht der bequeme Lifestyle aus?

Unser aktueller, modernst ausgestatteter Lifestyle ist von Bequemlichkeit geprägt. Wir machen uns morgens einen Espresso, verwenden hierfür Kaffeetaps und eine Hochleistungskaffeemaschine, schlürfen unseren Kaffee schnell hinunter und sind intensiv mit Facebook und Onlinetätigkeiten beschäftigt. Der Strom kommt aus der Steckdose, und es interessiert uns nicht, wieviel Energie verschwendet wird. Wenn ein Atomkraftwerk ausartet, senden wir pausenlos Nachrichten darüber durchs Netz. Wenn ein Dorf einem Wasserkraftwerk weichen muss, sehen wir fern. Alles ist mit Energie verbunden.

Unser bequemer Lifestyle strotzt vor Technik, denn wir können ohne unsere technischen Spielereien nicht überleben. Wir brauchen Smartphone, Fernseher, Radio, unser Musikstudio per Download, frische Wäsche direkt aus dem Trockner, das Essen aus dem Ofen oder aus der Mikrowelle, die neueste Kleidung aus dem 3D-Drucker und die interaktive Spielekonsole im Wohnzimmer. Wer einmal einen ganzen Tag hindurch auf Strom und Smartphone verzichten muss, weiss den Kerzenschein und ein gutes persönliches Gespräch wieder zu schätzen. Als bei uns Stromausfall war, lernte ich zum ersten Mal meinen Nachbarn kennen, weil wir endlich miteinander reden mussten.

Wie gesund ist das bequeme Leben?

Einerseits kann ein bequemes Leben durchaus gesund sein, wenn man es intensiv lebt und nicht ins Nichtstun übergeht. Andererseits kann ein Leben ohne Arbeit und Erfolg krank machen. Gemütliche Menschen sind ausgeglichen, unausgelastete Menschen sind nervös und unausgeglichen. So kann das Faulenzen auch in Stress oder gar Bewegungslosigkeit ausarten. Wenn es das bedingungslose Grundeinkommen für alle Leute geben würde, wären einige bestimmt träge genug, um so regungslos zu leben, dass ihr Körper krank wird. Bewegung hält uns gesund, Stillstand macht uns krank.

Wer mit Bequemlichkeit gesund leben möchte, darf Arbeit, Erfolg, Anspannung und positiven Stress nicht aus dem Auge verlieren, den das Belohnungszentrum im Gehirn reagiert nicht nur auf Schokolade und das Nickerchen auf der Couch alleine, es will erfolgreich sein. Bequem lebt man, wenn man zuerst nachdenkt, bevor man handelt, dann kann man die unüberwindbaren Tätigkeiten aussortieren, vieles aussitzen, die wesentlichen Dinge im Leben erledigen und seiner Gesundheit viel Gutes tun.

Langeweile fördert die Kreativität

Ein zu bequemes Leben kann in Langeweile ausarten. Forscher haben herausgefunden, dass Langeweile nicht unbedingt schlecht sein muss. Sie regt das Gehirn an, neue Ideen und Konzepte zu entwickeln, man hat geistige Eingebungen, wenn man Zeit zum Nachdenken hat, und die Kreativität wird angeregt.

Menschen, die oft nichts zu tun haben, ausser nachzudenken, entwickeln sich zu grossen Denkern, handeln kreativer und denken tiefgreifender. Wenn dies so ist, bleibe ich am Boden der Tatsachen sitzen, denn ich habe so viel zu tun, dass mir nie langweilig wird. Da entwickelt sich mein kreatives Denkerhirn förmlich zurück.

Ich habe trotz grosser Zweifel an der Langeweile herausgefunden, dass es manchmal ratsam sein kann, sich einfach nur in Stille hinzusetzen und nichts zu tun, ausser dem Tag die Zeit zu stehlen. Man kommt zur Ruhe, sieht plötzlich unter all dem Stress das Leben wieder und kann seine Kreativität ausbauen. Morgen setze ich mich gleich den ganzen Tag lang aufs Sofa und warte auf göttliche Eingebungen. Vielleicht werde ich zu einem Vogel, dann füttert mich Mutter Erde, ohne dass ich arbeiten muss.


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Elisabeth Putz

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