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Shopping macht glücklich

EinkaufswagenNeueste Studien haben ergeben, dass Shopping einsam macht. Das stimmt nicht ganz. Shopping verleiht uns Glücksgefühle im Bauch, als ob tausend Schmetterlinge in unserem Magen von Blume zu Blume fliegen würden, vom süssen Nektar kosten und sich des flatternden Lebens erfreuen. Und so bekommen wir Glücksgefühle beim Einkaufen, wenn uns die Werbeprospekte mit ihren verlockenden Botschaften um die Ohren flattern, wenn wir vom süssen Nektar der konsumfreudigen Produkte kosten und uns am unbeschwerten Leben der Konsumwelt erfreuen. Für mich ist Shopping der beste Urlaub, die reinste Entspannung, denn ich gönne meinem Ego zwischendurch gerne ein Häppchen vom süssen Shoppingrummel.

Shopping ist ein Zustand, der so berauschend ist, dass er zur Sucht werden kann. Es ist die Beschaffung von Gütern, die man zum Leben benötigt. Gefährlich wird es erst, wenn man übermässig viele Güter kauft, die man nicht braucht. Shopping ist ein wahrlich seltsames Phänomen. Wenn ein Produkt begehrt ist, wollen es alle haben, kaufen es alle wie die Hamster ein. Wenn ein Ladenhüter noch so billig aus dem Regal schaut, will ihn niemand kaufen. Und so ist der Konsum eine Art Wettrennen, Wett-Einkaufen, ein Marathon rund um die besten, best bepreisten Produkte.

Glücksgefühle kann man insbesondere beim Schuhkauf entwickeln, was besonders bei Frauen auffällig ist. Kennen Sie die Frau, die so viele Schuhe für die Katz kaufte, dass sie einen Zoo damit eröffnen konnte? Dumm daran war bloss, dass die Katzen auf so hohen Absätzen nicht laufen konnten, und so brachte sie ihre 10 cm bis 12 cm hohen Stöckelschuhe zur Caritas. Bitte, nicht einmal die Caritas erfreute sich an diesen Stelzen. Ach, wer braucht schon Laufschuhe, wenn man das Leben auch in Liegeschuhen im Bett verbringen kann. Wenn Ballerinas und Sneakers wieder in Mode sind, kauft man sich flache Schuhe und trägt die High-Heels zur Altkleidersammlung.

Wie entstehen Glücksgefühle beim Shopping?

Beim Einkaufen werden Glückshormone befreit, die sich im tristen Alltag eingesperrt fühlen. Es kommt auf die Dosierung an, denn wenn man mehr einkauft, ist man glücklicher. Es kommt auch darauf an, ob man ein Mann oder eine Frau ist, und darauf, in welchem Laden man einkauft. Sie sehen schon, das Shopping ist eine eigene Wissenschaft, die man gelernt haben muss, damit die Glückshormone ihre Freiheit finden. Im Gehirn werden die Endorphine frei, welche für die ultimative Hochstimmung sorgen. Es ist ein psychologisch erklärbares Phänomen, ein neurologisch auswertbares Gefühl.

Der Supermarkt verleiht keine Glücksgefühle, nur der leere Magen frohlockt, wenn er Essen riecht. Wenn Sie beispielsweise in einem Supermarkt Lebensmittel einkaufen, sehen Sie nicht gerade zufrieden aus, besonders nicht, wenn Sie in der Warteschlange an der Kasse stehen. Warum ist eigentlich die meiste Zeit über nur eine Kasse geöffnet? Sind Sie schon einmal mit leerem Magen einkaufen gegangen und haben an der Kasse gestanden? Da macht sich ein derartiges Hungergefühl breit, sodass man den Nachbarn auffressen könnte, der vor einem wartet.

Nicht jeder Shoppingtrip macht uns glücklich. Wenn Sie ein Mann sind und mit Ihrer Frau neue Klamotten kaufen, haben Sie auch nichts zu lachen, es sei denn, die Frau nimmt Sie aus Kulanzgründen mit in die Umkleidekabine, wenn sie neue Dessous anprobiert. Als Frau in einem männlichen Schuhsalon hat man auch das Pech, nichts für sich selbst zu finden, was die Stimmung empfindlich reizen kann, wenn der Mann nicht in die Gänge kommt und jeder Schuh irgendwo kneift. Lieber Besucher, auch fürs Shopping braucht man einen Plan, damit für Sie und Ihn der freie Tag angenehm wird. Männer und Frauen shoppen nämlich vollkommen unterschiedlich.

Glücksgefühle beim Schuh-Shopping

Shopping ist Schuhkauf auf hohem Niveau. Schuhe kaufen, eines der grössten Frauenprobleme unserer heutigen, konsumintensiven Zeit. Schuhe kaufen ist neben Klamotten, Schmuck, Modeaccessoires, Hüte, Taschen und Handys kaufen ein ernst zu nehmender Zustand, der krankhaft ausartet, wenn man nicht ein Schloss an die Geldbörse schraubt, denn die arme Geldbörse muss sich laufend zu hochhackige Schuhe anziehen und geht dabei vor die Hunde, weil sie durch das Laufen in den zu hohen Schuhen immer dünner wird.

Wie entkommt man als Frau dem pausenlosen Zwang, Schuhe kaufen zu müssen? Wir brauchen keinen Alkohol, um betrunken zu sein, der nächste Schuhladen wirkt wie Alkohol im Gehirn, er macht uns betrunken vor lauter Kaufrausch. Es gibt bis heute leider keine Möglichkeit, um Frauen von Schuhen abzuhalten, wir sind gezwungen, mit den Tretern zu leben, so lange, bis wir uns evolutionsbedingt verändert haben und zu einer Art künstlichen Intelligenz ohne Gefühle mutiert sind.

Glücksgefühle beim Massen-Shopping

Shopping ist eine Art Wirtschaftspolitik. Wir müssen umdenken. Gut, die Politik malt sich grosszügig geschnittene Arbeitspläne, Jobpläne, Geschenkeaktionen und Steuersenkungspläne aus, damit der Konsum angekurbelt wird. Gleichzeitig malt sie sich Sparpläne aus, damit die Schuldenbremse fester angezogen wird. Manche Politiker stehen sogar mit beiden Füssen auf der Schuldenbremse, und der Geld-Zug rollt trotzdem noch. Hauptsache der Handel verzeichnet ein Umsatz-Plus. Genau dieser steigende Umsatz, der jährlich erhöht werden muss, verleiht dem Konsum Glücksgefühle in der Magengegend, solange die Konsumenten mitspielen und fleissig kaufen. Wir entkommen diesem Phänomen erst, wenn wir nachhaltig shoppen und uns die gekauften Produkte näher ansehen. Nicht die Masse, sondern die Qualität sollte im Vordergrund stehen.

Glücksgefühle beim Billig-Shopping

Das Thema Shopping ist zu einem Billigkonsum geworden. Fakt ist, dass der Konsum noch nie so stark war wie in der letzten Zeit. Überall winken Rabatte und Gutscheine. Wir wollen Bonuspunkte sammeln und kaufen unzählige Liter Milch, die wir kaum trinken können, kaufen zahlreiche Joghurts, die im Kühlschrank ablaufen, während sie sehnsüchtig aufs Aufessen warten, aber die Bonuspunkte stimmen.

Wir jagen Rabatten hinterher, die Konsumwelt wird immer billiger, Klamotten aus Bangladesch bekommen wir zum Semmelpreis, nur die Lebensmittelpreise steigen drastisch an, damit wir von Preisnachlässen und Rabattaktionen profitieren. Und genau dieser Profit verleiht uns Glücksgefühle im Bauch, denn der Konsument ist manchmal wie eine Schaufensterpuppe, nur mit dem kleinen Unterschied, dass er vor dem Schaufenster steht und Preise vergleicht.

Ich habe mir schon oft überlegt, aus dem Shoppingwahn auszusteigen. Immerhin habe ich meinen wöchentlichen Streifzug in meinem Lieblings-Shoppingcenter auf vier Geschäfte reduziert, wobei ich die Lebensmittel nicht inkludiere, denn ich bin kein Rabattjäger. Gut, ein Kostüm lacht mich fast immer an. Ich besitze sie bereits in allen möglichen und unmöglichen Farben. Bis jetzt hat sie mein Kleiderschrank gefressen, und ich schwöre, ich höre damit auf, wenn kein Platz mehr im Schrank ist.

Lieber Besucher, Sie sehen schon, es ist schwierig, sich der Konsumgesellschaft zu entziehen. Wie soll ich abstinent beim Einkaufen werden, wenn ich am Samstag in meinem Lieblings-Shoppingcenter frühstücke und mich der Italiener bereits beim Namen kennt. Der weiss mittlerweile sogar, was ich frühstücke.

Glücksgefühle beim Shoppingtrip

Shoppen ist eine Art Ritual für Körper, Geist, Seele und das Ego. Der Körper rennt sich die Beine in den Bauch, wenn er von Laden zu Laden schlendert. Der Geist ist überfordert, wenn er sich durch die vielen Klamotten wühlt. Das Ego ist zufrieden, wenn es sein Prestige durch ein neues Kostüm aufwerten kann, und die Seele leidet, denn sie leidet immer, wenn sich das Ego freut.

Ich habe mir einmal das rege Treiben in meinem Lieblingsladen angesehen. Die Leute kommen nicht nur des Kaufens Willen, sie schauen, stöbern, hetzen den billigen Schnäppchen hinterher, und sie sammeln Treuepunkte, Rabattmarken und Bonuspunkte. Sie lechzen danach, etwas zu kaufen, bei dem sie sparen können. Ich dachte nach. Wieviel Geld könnte man sparen, wenn man ein unnötiges Produkt nicht kauft? Aber wo hätten wir dann dieses Glücksgefühl, welches sich wie ein Nervenkitzel im Bauch ausbreitet? Wahrlich, Shoppen ist so unwichtig, dass es bereits wieder wichtig ist.


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Elisabeth Putz

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