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Wie wichtig ist die ärztliche Schweigepflicht?

Die ideale Krankenschwester erledigt allesDer Patient hat ein Recht auf seine intime Privatsphäre, darauf, dass seine persönlichen Daten nicht an dritte weitergegeben werden, und natürlich auch darauf, dass vertrauliche Informationen wie das Behandlungsgespräch nicht an Dritte weitergegeben werden. Die Verschwiegenheit umfasst das Arzt-Patient-Gespräch, die Behandlung, die Krankheit, die Verletzung, den gesundheitlichen Zustand, und es darf nicht einmal gesagt werden, ob der Patient beim jeweiligen Arzt in Behandlung ist. Der Arzt darf keine Auskünfte erteilen, es sei denn, der Patient entbindet ihn von seiner Verschwiegenheit. Dies ist beispielsweise in Form von Zeugenaussagen bei Gericht oft der Fall.

Der Patient muss sich nicht als Nummer fühlen, denn wir verfügen über einen ordentlichen Datenschutz, der eingehalten werden muss und eventuell je nach Land strafbar ist, wenn er gebrochen wird. In der Praxis des täglichen Lebens sieht diese Angelegenheit jedoch oft anders aus, denn wir Menschen sind von Natur aus neugierig und gesprächig. So sickert mit etwas Geschick so manch heikle Sache durch und fliesst ins Ohr von Dritten.

Die ärztliche Schweigepflicht hat ihren berechtigten Grund, denn eine Krankheit ist nicht unbedingt förderlich für Job und Karriere. In einer Kleinstadt kann jemand schnell durchs gesellschaftliche Raster fallen, besonders dann, wenn er eine ansteckende Krankheit hat. Psychische Erkrankungen sind noch intimer, da sie, wenn die Information in falsche Hände gerät, das Leben des Betroffenen zerstören könnte.

In unserem offenherzigen Zeitalter des Internets haben wir oftmals kaum Chancen, unseren guten Ruf zu retten, wenn Infos über Krankheiten im Netz verteilt werden, andere anonym darüber lästern und eine Art Mobbing im Internet entsteht. Die sozialen Netzwerke verbreiten intime Informationen blitzschnell, da hat man keine Gelegenheit, sich rechtzeitig zu wehren.

Die grossen Unternehmen sind dankbar für jede private Information, da sie dann gezielt Werbung verteilen können. Wenn man in Suchmaschinen nach Krankheiten, Symptomen und Behandlungen sucht, bekommt man gleich die passende Apothekenwerbung präsentiert. Ich möchte nicht wissen, wie gläsern wir bereits sind. Andererseits ist die elektronische Patientenakte Gold wert, denn sie verhindert, dass der Patient in Unwissenheit über die ärztliche Dokumentation bleibt.

Früher in antiker Zeit hängte man eine Rose an die Zimmerdecke, wenn etwas der Verschwiegenheit verpflichtet war. Ärzte legen heute noch einen Eid ab und verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Unter der Rose gesagt, bedeutet also, dass man es nicht weitererzählen darf. Leider halten sich manche Arzthelferinnen nicht daran und sind schneller als die Tageszeitung.

Die Schweigepflicht in der Arztpraxis

Die ärztliche Schweigepflicht ist heilig, das oberste Gebot in der Medizin, und doch wird es manchmal fahrlässig gebrochen. Der Arzt selber hält sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an seine Schweigepflicht, aber in einer Arztpraxis arbeiten auch andere Dienstleister.

So haben neue Umfragen und Tests ergeben, dass beispielsweise aus manchen Arzthelferinnen und Assistenten so einiges an Verschwiegenheitspotential herausgekitzelt werden kann. So sprachen einige Arzthelferinnen ungeniert in Anwesenheit von anderen Patienten über nicht anwesende Patienten, und sogar telefonisch gab es Auskunft über Patientendaten. Hier ist Nachholbedarf angesagt, denn der mündige Patient hat ein Recht auf Privatsphäre.

Mir passierte einst eine etwas unangenehme Geschichte, die sich in meinem jugendlichen Leichtsinn zugetragen hatte. Ich war beim Frauenarzt, legte mich auf diesen Gynäkologenstuhl, der breitbeinig vor mir stand, fühlte mich entblösst und wünschte, die Sache wäre bald vorbei. Als der Gynäkologe mir ein kleines Gewebe entnahm, jaulte ich laut auf und meinte, das könnten wir doch im Stehen erledigen. Der Arzt beruhigte mich und sagte, im Liegen wäre es doch viel bequemer.

Als ich das Behandlungszimmer verliess, entdeckte ich, dass die Türe versehentlich nicht ganz geschlossen war. Im Warteraum begegnete ich dann einem tuschelndem Gelächter, weil Arzthelferinnen und andere Patienten meinen Behandlungserfolg live mitbekommen hatten. Wenn es einem schon einmal miess ergeht, braucht man für den Spott nicht zu sorgen.

Die ärztliche Schweigepflicht im Krankenhaus

Auch in Krankenhäusern ist die ärztliche Schweigepflicht oberstes Gebot. Trotzdem herrscht hier reger Betrieb, das Personal ist ständig im Einsatz, es herrscht Zeitmangel, und so kommt es in einigen wenigen Krankenhäusern vor, dass der eine Patient vom anderen die Krankengeschichte mitbekommt. Nicht jeder ist damit einverstanden. Auch kommt es in wenigen grossen Universitätskliniken vor, dass die Privatsphäre der Patienten nicht genügend respektiert wird, oder werden kann, da es der Fliessbandbetrieb und die Hektik nicht zulassen. Hier muss noch viel getan werden.

Ich war einst in einem Krankenhaus, da sassen die wartenden Patienten stationär direkt im Behandlungszimmer, die Türe war offen, und man konnte jede Patientengeschichte mitverfolgen. Da muss man förmlich die Flucht ergreifen. Ich bekam mit, wie ein Patient, der bereits ein Dialysepatient war, Augendrucktropfen bekam, wobei der Arzt meinte, die wären nur mit Vorsicht unter strenger Kontrolle einzunehmen, da sie die Nieren schädigen könnten.

Ich bekam die selben Tropfen und fürchtete mich plötzlich, selbst eines Tages ein Nierenproblem zu bekommen. Und so wollte ich die Drucktropfen verweigern, bis mir im forschen Ton gesagt wurde, die müsste ich einnehmen. Als Patient fühlte ich mich in diesem offenen Gewirr verloren, und so zweifelte ich plötzlich an meiner Entscheidung, dieses Krankenhaus gewählt zu haben. Bitte, es ging dann ohnehin alles daneben. Heute bin ich klüger. Ich kann nur jedem Menschen raten, sich ein Krankenhaus gut anzusehen, bevor man sich für eine Operation oder Behandlung entscheidet.


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Elisabeth Putz

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