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Keine Angst vorm Arzt

Der ideale ArztDer Fachbegriff für die Arzt-Angst lautet Iatrophobie, und es gibt nicht wenige Patienten, die davon betroffen sind. Haben Sie Angst vorm Arzt? Es gibt Ärzte, vor denen fürchtet man sich mehr als vor anderen Ärzten, aber das ist unberechtigt, denn jeder Arzt will in erster Linie nur helfen, wenn man vom normal arbeitenden Mediziner ausgeht, der keinerlei eigenmächtige Heilbehandlungen an seinen Patienten durchführt. Wahrlich, es gibt in der Rechtsprechung das Phänomen der eigenmächtigen Heilbehandlung. Bitte, da muss man ja Angst vorm Arzt bekommen.

Manche Patienten haben Angst vorm Gynäkologen, weil er in einen Bereich des Körpers eingreift, der sehr intim ist, den jeder Mensch nur für sich alleine und gegebenenfalls in eingeschränkter Version dem Partner zugänglich macht. Andere Patienten haben Angst vorm Zahnarzt, weil der Mundbereich trotz betäubender Spritze ein sehr empfindlicher Bereich ist. Menschen lassen sich ungern in den Mund schauen, scheuen Lippenbekenntnisse, welcher Art auch immer.

Wichtig ist das Vertrauen zum Arzt. Wenn dieses Vertrauen erst einmal geschädigt ist, hat der Patient kaum noch eine Chance, seine Arzt-Angst zu überwinden. Angstpatienten sind meistens schwierig, denn sie sind oftmals vorgeschädigt, traumatisiert von vorausgegangenen Arztbesuchen und Behandlungen.

Wenn eine Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringt, ist die Natur dran schuld, oder es handelt sich um einen schicksalshaften Verlauf, wobei ich bei Zweiterem vorsichtig bin, denn nicht jeder schicksalshafte Verlauf hat einen natürlichen Ursprung. Wenn ein Patient in seinem Leben jemals in die ungünstige Situation gerät, einen Behandlungsfehler oder einen Aufklärungsmangel zivilrechtlich untersuchen zu lassen, ist er oft traumatisiert. So ein Patient hat automatisch Angst vorm Arzt.

Es gibt viele sehr gute Ärzte und nur ganz wenige, die diesen guten Ruf eigentlich nicht verdienen. Es gibt viele weisse Schafe in der Herde, und nur wenige schwarze, aber es kann passieren, dass man so einem begegnet. Hier empfehle ich eine Traumatherapie, wenn man seine Arzt-Angst nicht überwinden kann, denn jeder Patient ist es seinem Körper schuldig, dass er gut behandelt wird.

Die Angst vorm Arzt überwinden

Ich nehme jetzt immer Baldrian-Tropfen, trinke Baldrian-Tee, wenn ich in die ungünstige Lage gerate, zum Arzt zu müssen. Ich hatte ein Trauma davongetragen, als ich einst einem Arzt mein Vertrauen schenkte, der es nicht verdient hat. Er klärte mich über eine Operation nicht auf, und da ich dachte, es wäre alles so verlaufen, wie in meinem Aufklärungsgespräch besprochen, hatte ich keine Chance, auf die Folgebehandlungen richtig zu reagieren, denn ich entschied mich dann für weitere Behandlungen, in die ich nie eingewilligt hätte, wenn ich über die tatsächliche Operation Bescheid gewusst hätte. Seitdem muss ich meine Angst vorm Arzt, die in regelrechte Panik übergeht, jedes Mal neu überwinden.

Lieber Besucher, Sie können Ihre Arzt-Angst lindern, indem sie zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, denn die sind oft harmlos. So beugen Sie schlimmen Diagnosen und langwierigen Behandlungen vor, weil Sie ja regelmässig nachschauen, ob Ihr Körper noch in Ordnung ist. Ich gehe lieber zur Vorsorgeuntersuchung, als dass ich erst zum Arzt komme, wenn mein Körper streikt.

Die Angst vorm Arzt kann man auch mit Hypnose verlieren. Bitte, das hat bei mir nur bedingt geklappt, aber immerhin traute ich mich wenigstens wieder zum Allgemeinmediziner, denn der kleine Schnupfen hat keine grossen Auswirkungen. Zum Hausarzt sollten Sie auf jeden Fall gehen, die Blutuntersuchung und die Herz-Kreislauf Untersuchung sind wichtig, weil sich unser Körper nicht immer zuverlässig meldet, wenn etwas aus dem gesunden Lot gerät. Oft ignoriert man aus Angst vor dem Arztbesuch die Warnsignale, die der Körper aussendet.

Die Arzt Angst mit Liebe bekämpfen?

Soll man die Angst vorm Arzt bekämpfen, indem man sich in seinen Arzt verliebt? Bitte, das ist keine gute Idee, denn dann verliert man den gesunden Menschenverstand und hinterfragt nichts mehr kritisch genug. Aber eine Möglichkeit, seine Panik vor dem Arztbesuch zu lindern ist es. Wahrlich, ich stelle mir gerade vor, wie Frauen ihren Gynäkologen anhimmeln, intimer kann es nicht mehr werden.

Früher sagte ich immer, ich liebe Ärzte. Alleine dieser Zustand machte mich krank. Es muss wahrlich eine psychische Störung gewesen sein, Ärzte zu lieben. Ich gehe ja in meiner Familienplanung noch einen entscheidenden Schritt weiter, ich will einen Arzt heiraten. Am liebsten wäre mir ein Schönheitschirurg, denn ich habe neulich vor dem Spiegel bemerkt, dass ich älter werde. Meine Lachfalte im linken Mundwinkel hat es mir verraten, obwohl ich vor Schreck gar nicht lachte.

Bitte, ich gebe mich auch mit einem Allgemeinarzt, einem niedergelassenen Facharzt oder einem liebevollen Hausarzt zufrieden. So ein niedergelassener Arzt mit eigener Praxis hat noch Zeit zwischen den Patienten, die er mir widmen kann.

Lieber Besucher, in Wirklichkeit habe ich eine Höllenangst vor Ärzten, auch wenn sie Halbgötter in weiss sind und mir nur helfen wollen. Bitte, wenn mir ein Arzt hilft, dann soll er mich gefälligst ehelichen, denn ich bekomme langsam die Torschlusspanik. Als waschechte Frau tickt bei mir die biologische Uhr.

Wenn ich ehrlich bin, kann ich mir nicht vorstellen, mich jemals in einen Arzt zu verlieben. Ich befinde mich in einer glücklichen Beziehung und brauche bis auf Weiteres keinen Arzt mehr. Einst vertraute ich einem Arzt so sehr, ich himmelte ihn an, ich fand ihn faszinierend, und er missbrauchte mein Vertrauen.

Wahrlich, ich bin kein gutes Beispiel dafür, dass man seine Angst vorm Arzt mit Liebe überwinden sollte. Ich kann nur sagen, überall, wo Menschen tätig sind, gibt es gute und schlechte Leute. Wichtig ist, dass sie sich trauen, zum Arzt zu gehen, sich eine Diagnose einholen, sich eine zweite Meinung einholen, möglichst unabhängig von der ersten Meinung, und dass sie mit Ihrer Therapie klar kommen. Es ist Ihr Körper, den sie liebevoll behandeln oder vernachlässigen.

Ich habe Angst vorm Augenarzt

Elisabeth Putz ProblemlöserIch habe ein Arzt-Problem, welches weit über die normale Arzt-Angst hinausreicht. Es war ein Arzt, der mich an die Grenzen des möglichen Verstandes brachte.

Meine Augen waren ein Problemfall, seit ich denken konnte. Mein linkes Auge war seit meiner Geburt an blind und beherbergte ein schickes Glasauge. Mit dem rechten sah ich fast alles, aber mit dem zweiten sieht man ohnehin besser.

Als ich an grünem Star erkrankte, zog sich mein schleichendes Sehvermögen über die Jahre dahin, bis ich an einen Augenarzt geriet, der mein Leben wie einen Glaskrug zerbrechen liess und nicht die geringste Emotion dabei empfand. Ich liess mich von ihm zu einer Augenoperation überreden. Ursprünglich wollte ich mich nur lasern lassen. Der Arzt hatte Charme und versicherte mir, er hätte ein ruhiges Händchen. Nach mehreren Operationen war ich dann blind, aber nicht ganz tot.

Ich bemerkte während dieser Zeit, dass die nötige Distanz zwischen meinem Arzt und mir nicht gross genug war. Vielleicht interpretierte ich in meiner grenzenlosen Offenherzigkeit zu viele Gefühle in die Arzt-Patient-Beziehung hinein, sodass ich mich dagegen wehrte. Dieses unangenehme, beklemmende, fast schon beschämende Gefühl der wahrscheinlich nicht vorhandenen Begierde beschäftigte mich. Irgendwann entstand eine Art lose Freundschaft zwischen uns, sodass ich glaubte, ihm wieder offen und unbekümmert begegnen zu können. Da dieser Zustand jedoch nicht lange anhielt, trennten sich unsere Wege.

Eines Tages, als ich mich mit meiner Blindheit längst engagiert hatte, flatterte eine E-Mail in meinen Posteingang, aus der ich entnahm, dass ich womöglich einem Behandlungsfehler zum Opfer gefallen war. Ich forderte meine Patientenunterlagen an, studierte sie intensivst und musste bemerken, das mich mein Arzt verarscht hatte. Ich stimmte einem Implantat mit einem regulierenden Ventil zu, und tatsächlich wurde mir ein Implantat ohne Ventil ins Auge gesetzt. So viel Frechheit hätte ich meinem Arzt nicht zugetraut, aber billige Frechheit siegt meistens.

Ich suchte einen Anwalt auf, verklagte das Wiener AKH, jenes Krankenhaus, in welchem ich operiert wurde, und garnierte meine Klage zusätzlich mit einer Anzeige. Ich ahnte nicht, wie mich dieses triste Geschehen nach und nach an den Rand meiner Nervenstabilität brachte. Als interessante Studie, als labile Persönlichkeit, als Spezialpatientin wurde ich bezeichnet, was mich nachdenklich machte und dazu bewog, mein Dekollete nicht mehr so tief ausfallen zu lassen.

Den Gerichtsprozess verlor ich mit Pauken und Trompeten, obwohl ich glaubte, als Gewinnerin aus dem Gerichtssaal heraus zu kommen. Sogar mein pinkes Kostüm verblasste, als ich vor dem vernichtenden Urteil sass und mir die höchst richterliche Beurteilung ansah. Ich hatte mein unterqualifiziertes pinkes Kostüm noch an, als ich zusammenbrach. Fünf Jahre brauchte ich, um mich von diesem Desaster zu erholen.

Wer klagt, braucht sich im Schadensfall um seinen Spott nicht zu bemühen, der kommt ganz von selbst. Viele meiner Freunde und Bekannten meinten, das hätten sie vorausgesehen. Was hätten sie wohl gesagt, wenn ich gewonnen hätte?

Das Urteil hatte meine emotionale Existenz vernichtet. Ich brach sämtliche Kontakte, die ich zu Ärzten unterhielt, ab. Ich beendete sämtliche Projekte, an denen ich mit Medizinern arbeitete, ab. Ich traute mich lange Zeit zu keinem Arzt und betete, mein Körper möge nicht allzu oft verrückt spielen und möglichst gesund bleiben. Ich glaube, ein guter Psychiater hätte mir in dieser Zeit gut getan, worauf ich jedoch dankend verzichtete. Heute noch begegne ich Ärzten mit einer enormen Distanz und einem ungesunden Misstrauen, obwohl mein sachlich kompakter Verstand weiss, dass Mediziner auch nur Menschen sind.

Der Augenarzt und ich, wir werden uns in diesem Leben nicht unbedingt noch einmal begegnen, auch wenn man sagt, man sieht sich immer zweimal. Sein Vater und mein Vater liegen am selben Friedhof. Immer wenn ich zu meinem Vater ans Grab gehe, überkommt mich ein mulmiges Gefühl, weil man kann ja nie wissen, wie sich die Wege des Lebens entwickeln.

Heute ist ein Grossteil meiner Unbekümmertheit verschwunden. Ich schaue mir jeden Fettnapf genau an, bevor ich hinein trete. Ich lebe sehr zurückgezogen und beneide mich nicht unbedingt für meine Introvertiertheit. Manche Leute sagen, ich wirke wie ein Eisklotz. Bitte, noch bin ich nicht an mir selber erfroren. Vielleicht liegt es daran, weil ich hin und wieder meine Herzenswärme punktuell verstreue, wenn ich mein natürlich gewachsenes Wesen versehentlich auslebe.


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Elisabeth Putz

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