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Wie behandelt man ein Burn-out?

Schlaf hilft beim BurnoutUnter einem Burnout versteht man eine Art Erschöpfungszustand, eine Ausgebranntheit, die sich nahe dem körperlichen und psychischen Zusammenbruch befindet.

Zuerst brennt man wie ein Waldbrand für eine Sache, arbeitet hart, gönnt sich kaum bis gar keine Freizeit, schuftet wie ein Hund, visiert sein Ziel an, hat den Erfolg vor Augen, und plötzlich geht nichts mehr voran.

Die tiefe Euphorie, in welcher man mit Leib und Seele für eine Sache gebrannt hat, ist plötzlich vorbei, das Leben liegt in Schutt und Asche, und man ist kaum noch fähig, seinen Alltag zu bewältigen, weil man vor lauter Erschöpfung kaum aufstehen kann. Manche Menschen berichten, sie waren in ihren Burnout Zeiten so müde und schlapp, dass sie Arme und Beine kaum heben konnten, ohne Schmerzen im Nervensystem und im Bauchraum zu empfinden.

Ein Burnout droht gerne, wenn eine langwierige Sache, für welche man gekämpft hat, schief läuft, oder wenn man pausenlos arbeitet und sich keine Auszeit gönnt. Wenn der Körper permanent unter Anspannung steht, schüttet er Stresshormone aus, die man im Blutbild am Nebennierenrindenwert erkennen kann. Ein Psychologe, der genauestens über diese Erkrankung Bescheid weiss, geriet selbst unerwartet in diese Situation, sodass er seine Patienten nicht mehr betreuen konnte, nachts nicht mehr schlief und Angstzustände bekam.

Im medizinischen Sinn ist ein Burnout keine Krankheit, sondern nur eine begleitende Diagnose, die einen Erschöpfungszustand beschreibt. Man hatte hohe Ideale, grosse Erwartungen, wurde bitter enttäuscht, verletzt, oder man hat das Gefühl, im Leben versagt zu haben. Manche Psychotherapeuten bezeichnen das Burnout auch als eine Art Depression, da viele Leute in dieser Zeit apathisch reagieren und Selbstmordgedanken hegen, keine Freude mehr aufbringen und den Alltag monoton grau in grau sehen.

Die erste wissenschaftliche Betrachtung über dieses Syndrom kam von Christina Maslach, die eine wissenschaftliche Arbeit darüber schrieb. In den USA wurde der Begriff des Burnouts bereits in den 1970er Jahren öffentlich bekannt. Bei uns ist er etwas später zu einem Trendwort mutiert, dessen Hintergründe eher mit dem Syndrom eines überarbeiteten Managers zu tun hatte und den Beigeschmack der steilen Karriere samt Image- und Prestigeverlust verkörperte. Dabei kann das Burnout in jeder Lebenssituation aufkeimen, in der es über einen längeren Zeitraum Schwierigkeiten gibt, auch im Privatleben, im Trauerfall, bei emotionalen Verlusten und tiefen emotionalen Verletzungen. Der grösste Auslöser eines Burnouts ist so gesehen der Stress, der in allen Lebenslagen lauert.

Berufliches Burnout - Macht Karriere krank?

Grossteils ist das Burnout als Manager-Syndrom, als Managerkrankheit bekannt. Dies trifft in gewisser Weise auch auf die karrierebetonten, teilweise stark überarbeiteten Manager des mittleren und höheren Managements zu. Sie arbeiten bis zu 60 Stunden in der Woche, tragen grosse Verantwortung und müssen Leistung erbringen, denn der nächste Manager sägt bereits am Chefsessel. So entsteht ein unglaublicher Druck, welchem der Mensch in seiner menschlichen Natur kaum gewachsen ist.

Warum macht uns der nach oben strebende Erfolgspegel krank? Es ist der permanente Dauerstress, der wie ein Ziegelstein auf unserem, mit Gedanken schwer beladenen, vollen Kopf lastet. Unser Gehirn schüttet in Stressphasen unentwegt Stresshormone aus und reagiert irgendwann bei Überlastung auf jeden noch so kleinsten Reiz empfindlich, hypersensibel. Der Körper reagiert mit Übersäuerung, Schwitzen, Herzrasen, Schwindelgefühl, Bluthochdruck und Anspannung. Wenn die Stresshormone nicht abgebaut werden, können sie auch dazu führen, dass Organe angegriffen werden. Wahrlich, Karriere kann krank machen.

Wie erkennt man das Burnout?

Die Symptome eines Burnouts werden in drei Kategorien eingeteilt und sind denen einer Depression ziemlich nahestehend. Die erste Kategorie ist die Erschöpfung. Man leidet unter Erschöpfung, Müdigkeit und einem Unwohlsein, welches sich in einem Leistungsabfall äussert. Man schafft einfach das geplante Arbeitspensum nicht mehr, und zudem schafft man es nicht mehr konzentriert und ausdauernd einer Tätigkeit nachzugehen. Man braucht unerwartet viel Schlaf, und die Zeiten, in denen man arbeitsfähig ist, verkürzen sich zunehmend.

Die zweite Kategorie ist die Abschottung. Man entwickelt eine Art Depersonalisierung, reagiert distanziert, gereizt, gleichgültig oder abwesend auf Freunde, Arbeitskollegen, auf andere Menschen. Ärzte reagieren gleichgültig oder zünisch auf ihre Patienten, Manager reagieren aggressiv auf Firmenangelegenheiten, das Pflegepersonal reagiert mit Gleichgültigkeit und Kälte auf pflegebedürftige Leute, und im Privatbereich nimmt man seine Familie, sein Umfeld und seine Freunde nicht mehr wahr. Man rreduziert alles auf die reine Sachlichkeit, bringt keine Emotionen mehr auf und zieht sich zurück, da der Körper gewisse Schutzfunktionen aufbaut.

Die dritte Kategorie ist die Resignation. Der Betroffene glaubt, er hätte lauter Misserfolge. Die qualitativen und quantitativen Anforderungen stimmen mit der Leistung nicht mehr überein, und so prallt ein Haufen Arbeit auf den Betroffenen zu, den er nicht mehr bewältigen kann. Die Arbeit wird zur distanzierten Sache, sie wird mühsam, Erfolge bleiben aus, und man hat das Gefühl, man tritt auf der Stelle. Trotz grosser Anstrengung gelingt nichts mehr.Schliesslich resigniert man und möchte sich mit seiner Arbeit nicht mehr auseinandersetzen.

Als ich einst nahe meinem eigenen Burnout war, rührte ich gedankenlos im Kaffee herum. Ich hörte die Eieruhr nicht mehr, obwohl sie direkt neben meinem Ohr klingelte. Ich ass mein hartes Ei und spürte es nicht. Mein Lebenspartner machte den Fernseher an, und genau dieses Geräusch brachte meinen gesamten Körper derart aus der Fassung, dass ich ihn anschrie. Ich war apathisch, aggressiv, erschöpft und traurig zugleich. Ich konnte kaum noch schreiben, weil sich meine Gedanken nicht ordnen wollten, und so arbeitete ich immer weniger, schlief viel und suchte mir einen Entspannungsfaktor als Ausgleich, indem ich das Spazierengehen für mich entdeckte. Frische Luft, monotone Bewegung und Sonne können wahre Wunder wirken.

Wie diagnostiziert man ein Burnout?

Die Diagnose eines Burnouts muss ein Facharzt vornehmen, da man unter anderem andere Erkrankungen ausschliessen muss, das Burnout von einer echten Depression abgrenzen sollte und geistige bzw. körperliche Disfunktionen ausschliessen muss. Nur der Facharzt, Psychotherapeut, Neurologe, kann diese Untersuchungen durchführen und eine konkrete Diagnose stellen. Durch reine Informationen alleine kann man zwar vorbeugend etwas tun, oder man kann sich darüber informieren, wie es anderen ergeht, was man gegen das Burnout machen sollte, aber die Diagnose selbst ist durch keine Standartinformationen gesichert. Deshalb sollte man zum Arzt gehen und nicht warten, bis man zusammenbricht.

Welche Ursachen hat ein Burnout?

Die grundlegende Ursache des Burnouts ist Stress. Man fühlt sich ohnmächtig, verliert die Kontrolle über sein Leben, Anforderungen und Arbeitsbewältigung stimmen nicht mehr überein, der emotionale Druck erhöht sich, und man hat das Gefühl zu versagen. Genau diese Angst vor dem Imageverlust, vorm Versagen löst permanent Stresshormone aus, die uns erschöpft wirken lassen und den Körper ins Ungleichgewicht bringen. Wenn seelischer Stress droht, wehrt sich der Körper mit den unterschiedlichsten Symptomen.

Mobbing am Arbeitsplatz kann eine Ursache sein, Beziehungskrisen, schwere chronische Krankheiten, psychische Erkrankungen, Stress am Arbeitsplatz, private und berufliche Probleme, eine Gerichtsverhandlung, die für den Normalverbraucher vollkommenes Neuland darstellt, ungewohnte Belastungen, finanzielle Notlagen, Arbeitsverlust und Arbeitslosigkeit, Liebeskummer, ein Todesfall, all dies kann zu einem Burnout führen. Man sollte Probleme im Leben wahrnehmen, denn wenn man sie verdrängt, äussern sie sich in körperlichen Schwächen.

Die Phasen des Burnouts

Das Burnout Syndrom wird in verschiedene Phasen eingeteilt. Zuerst möchte man die Erwartungen erfüllen, die andere von uns haben. Man ist euphorisch bei der Sache, arbeitet hart und pausenlos. Dann überarbeitet man sich, vernachlässigt sich selbst, gönntt sich keine Pausen, vernachlässigt seine Familie und sein Leben. Dann ignoriert man die aufkeimenden Probleme und verdrängt den Arbeitsaufwand. Soziale Kontakte werden eingeschränkt. Man zweifelt plötzlich an sich selbst und an seinen ethischen Werten. Dann zieht man sich zunehmend zurück, isoliert sich, igelt sich privat ein und lebt nur noch sachlich für die Arbeit. Man fühlt sich wertlos, bekommt Panikattacken und unbegründete Ängste. Zum Schluss zieht man sich so sehr zurück, dass man gleichgültig in den Tag hinein lebt, müde ist, hoffnungslos und traurig ist, und das geht soweit, dass man nicht mehr leben möchte.

Wie entkommt man dem Burnout?

Wie kann man es verhindern, dass einem die Karriere den letzten Lebenshauch ausbläst? Wir müssen unserem Körper Pausen gönnen, wir müssen unserer Seele Auszeiten freiräumen, sonst verlieren wir wie eine Batterie im Dauerbetrieb eines Tages unseren Saft. Übrigens habe ich entdeckt, dass man auf Dauer nur eine gesunde Karriere anstreben kann, wenn man glücklich in dem Beruf ist, für den man sich entschieden hat, wenn die Büroatmosphäre stimmt und man sich mit seinen Arbeitskollegen versteht. Jawohl, auch im Büro unter hunderten von Sachbearbeitern kann man Karriere machen, denn es ist die Freude an der Arbeit, welche die Sprossen für die Karriereleiter schnitzt.

Im Privatleben sollte man Freundschaften und soziale Kontakte pflegen, denn Einsamkeit macht krank. Die Beziehung mit seinem Partner muss harmonisch sein, da uns Dauerstreit krank macht. Wer knapp vor der Scheidung steht, jedoch an einer zerrüttelten Beziehung festhält, könnte leicht ein Burnout bekommen. Oft ist Loslassen besser. Ein Neuanfang bringt neue Freude mit sich.

Manche Menschen beginnen sogar ein komplett neues Leben, wechseln das Land, die Stadt, den Arbeitsplatz, den Partner, oder werden sogar zum Aussteiger und leben am Bauernhof, im Wald, auf einer kleinen Insel und geniessen ihren Neustart mit vielen bunten Emotionen.

Zahlreiche Menschen begeben sich in eine Burnout-Klinik und lernen dort, wie sie sich Freiräume schaffen, wie sie sich entspannen, wie sie das Leben wieder geniessen, und wie sie Stress verhindern. Man lernt, wie man am Arbeitsplatz den Überblick behält und sich negative Arbeitserfahrungen vom Hals hält. Man lernt, wie man mit schwierigen Klienten, Patienten, Kunden und Arbeitskollegen umgeht. Man schöpft wieder Vertrauen zu sich selbst, zu anderen Menschen, und man baut sein Selbstwertgefühl wieder auf. So eine Therapie ist wichtig, denn alleine schafft man es manchmal nicht, aus dem Burnout herauszukommen.

 


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Elisabeth Putz

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