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Pflegemedizin - Wer pflegt uns im Alter?

KrankenschwesterDie Pflegemedizin entwickelt sich hin zum Roboter, denn der Mensch alleine kann zunehmend die benötigte Zeit nicht aufbringen, um unsere alternde Gesellschaft optimal zu versorgen. Der alte Mensch benötigt Menschlichkeit, Unterhaltung, ein nettes Wort und Betreuung. Hier kann die vermenschlichte Maschine helfen.

In der Pflege steht die Medizin auf wackligen Beinen und geht im Grunde in zwei Richtungen. Die erste Richtung wendet sich den gut betuchten Selbstzahlern zu, die eine Zusatzversicherung für den Pflegefall abgeschlossen hat und selber das nötige Kleingeld für die Pflegekräfte aufbringen muss. Mein Vater zahlte bis zu 3000 Euro pro Monat, denn alles, was gemacht wird, sogar das Schneiden der Haare und der Fussnägel kostet Geld.

Die zweite Richtung in der Pflege-Medizin geht dahin, dass der Staat, das Land für die Pflege aufkommen, der Patient jedoch nur das Nötigste erhält. Bitte, da spielt das Alter keine Rolle, denn sowohl ein alter Mensch mit Alzheimer oder Demenz, als auch ein junger Mensch nach einem schweren Unfall benötigen Zuwendung. Da kann man nicht sagen, der alte Mensch stirbt ohnehin bald, der braucht kein liebevolles Gespräch mehr.

Es ist grausam, wenn man tiefere Einblicke in die Pflege-Medizin wagt. Auf RTL wagte sich bereits ein Reporter ins Innere der Altersheime, und er musste entdecken, dass sowohl staatliche als auch private Pflegeheime schlimme Defizite aufweisen. Zu wenig Pflegepersonal, zu schlecht bezahlte Arbeitskräfte, zu wenig geschultes Personal, aber auf der anderen Seite machen die Pflegeheime riesengrosse Gewinne.

Manche sind sogar als indirekte Immobilienunternehmen an der Börse und befriedigen die Gier der Aktionäre. Wenn ich so ein Aktionär wäre, würde ich mich fragen, ob ich im pflegebedürftigen Alter noch ein liebes Wort abbekomme, an die frische Luft gebracht werde, oder ob ich nur schweigend vor die Belüftungsanlage gesetzt werde. Ich kann mich dann ja von meinen Aktien ernähren, wenn die Magensonde nicht mehr hilft.

Die Pflege zu Hause

Nur wenige Leute können sich den Luxus leisten, sich zu Hause pflegen zu lassen. Meine Mutter pflegte in den ersten Jahren der Alzheimer meinen erkrankten Vater, bis es nicht mehr ging, da er rund um die Uhr betreut werden musste. Für pflegende Familienmitglieder bedeutet dies ein Wandel des gesamten Lebens, denn man kann selber seiner eigenen Arbeit kaum noch nachgehen. Hier helfen Selbsthilfegruppen für Angehörige, die man unbedingt nutzen sollte. Es ist auch wichtig, dass die pflegende Person eigene Freizeiten hat, denn kein Mensch kann rund um die Uhr arbeiten. Meine Mutter war irgendwann kränker, geschundener als mein Vater, da entschlossen wir uns für eine Pflegeanstalt in der Nähe.

Zu Hause gepflegt zu werden, das ist der Wunsch vieler Menschen, aber leider nicht immer machbar. Es fehlen mobile Pflegekräfte, und wenn welche vorhanden sind, kommen sie von Vermittlungsagenturen. Bitte, da verdient das Pflegepersonal wenig und die Agentur viel. Es müsste hier Änderungen geben, damit die Pflege zu Hause besser funktioniert, damit man sie sich auch leisten kann. Wir konnten uns auf Dauer über Jahre hinweg keine 24 Stunden Pflegekraft leisten, denn eine wäre zu wenig gewesen, mein Vater benötigte mindestens zwei gleichzeitig.

Die Pflegemedizin der Zukunft

Wie weit darf, soll und kann die Medizin gehen? Wie tief soll in den Körper eingegriffen werden? Heute lässt sich vieles, nahezu fast alles medizinisch regeln, bis man als Pflegefall ans Krankenbett gefesselt ist und sich wünscht, lieber tot als lebendig zu sein. Mein an Alzheimer erkrankter Vater lag zum Schluss nur noch in einer kleinen Körperhülle da, Arme und Beine waren blau bis schwarz, weil die Durchblutung nicht mehr funktionierte, und man überlegte sich, ob man ihn künstlich ernähren und dann künstlich beatmen sollte. Er starb dann.

Ich stehe vor der schwierigen Entscheidung, was ich wohl tun würde, wenn mir eines Tages etwas passieren sollte. Und was mache ich, wenn ich nicht mehr selbst entscheiden kann? Selbst wenn man eine Patientenverfügung unterschrieben hat, keinen lebensverlängernden Massnahmen für den eigenen Körper zustimmt, kann es sein, dass hier Grenzen verschwimmen. Wo genau beginnen die lebensverlängernden Massnahmen, wenn die Medizinforschung voranschreitet und wir nicht wissen, was die Zukunft bringt?

Die Medizin leistet aber auch Grossartiges, wenn man an die vielen Menschen denkt, die aufgrund von medizinischen Eingriffen wieder an Lebensqualität gewonnen haben. Ich kann mir vorstellen, meinem Körper eines Tages Kapseln zuzuführen, welche die Zellteilung beschleunigen, aber gleichzeitig fürchte ich mich vor unerforschten Nebenwirkungen. Ohne Risiko kann man nicht leben, denn täglich ist unser Körper Gefahren ausgesetzt. Wir können nur entscheiden, was wir zum Zeitpunkt einer ausbrechenden Krankheit oder im Falle eines Unfalls wahrnehmen und haben möchten. So gesehen leistet die Medizin überdimensional Grosses. Wie es tatsächlich in der Pflege weitergeht, entscheidet die Zukunft.

Roboter in der Pflegemedizin

Die neue Zukunft in der Pflege stellt die hochfrequentierte Technik in vermenschlichter Form zur Verfügung. Immer öfter werden Roboter in der Pflege eingesetzt, da sie für weniger Geld mehr leisten. Wir haben ohnehin Personalmangel, besonders in der Altenpflege, und so profitieren betagte Senioren davon.

Der Roboter kann sich stundenlang mit jemandem unterhalten, mit alten Leuten spazieren gehen, so sind Frischluft und Vitamin D Zufuhr gesichert, und er ist finanziell leistbar. Trotzdem stehen wir hier vor einer Ethik-Frage, denn viele Leute finden, dass das Intime zwischen Mensch und Mensch, und nicht zwischen Mensch und Maschine stattfinden muss.Das bedeutet, dass die Windeln wohl weiterhin von menschlichem Pflegepersonal gewechselt werden, aber dadurch sind wenigstens Jobs gesichert.

 


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Elisabeth Putz

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