Wellness Ratgeber

Home

Beauty

Esoterik

Flirten

Lifestyle

Wellness

Wellness Ratgeber 

Abnehmen

Entspannung

Ernährung

Fitness

Gesundheit

 

Phantombilder - Phantomschmerzen im Auge

Brille
Phantomschmerzen, welche man im erblindeten Zustand im Auge verspürt, kennzeichnen sich als Phantombilder, da das Auge ja auf optische Reize reagiert. Das sogenannte Phantomsehen entsteht. Anfangs sind diese imaginären Bilder, die entweder nichts mit der Aussenwelt zu tun haben, oder welche man als reales Sehen im Gehirn wahrnimmt, ungewohnt, vermitteln jedoch den Eindruck, man könnte noch etwas sehen, obwohl man dieses Sehen nicht beschreiben kann, da es ja mit der Realität nichts zu tun hat.

Später können diese Phantombilder zu echten Phantomschmerzen im Auge werden, da man die ständigen Lichtreize als unangenehm wahrnimmt und sie auch körperlich spürt. Der Schlaf- Wachrhythmus kann durcheinander gewirbelt werden, die Konzentration kann nachlassen, die Leistungsfähigkeit schwindet, und man ist schnell müde, da einem die Lichtreize sämtliche Energie rauben. So habe ich es nach einiger Zeit empfunden. Voila, jetzt steht eine Couch in meinem Büro, ein Schlafkissen liegt zusätzlich am Schreibtisch, und mein 5 Minuten Minischlaf zwischendurch hält mich fit im Büro. Ich bin Autorin, so kann ich diesen seit Jahren anhaltenden Phantomschmerz im Auge kaschieren, ohne dass die Leute ihn bewusst bemerken. Nur die Nachbarn wundern sich, wenn ich nachmittags wie ein Stein schlafe.

Wenn man beginnt, als blinder Mensch Phantombilder zu sehen, sieht man weisse Mäuse über die Strasse laufen, obwohl man seine Augen geschlossen hat. Phantombilder sind nichts anderes als Phantomschmerzen, denn das menschliche Auge reagiert mit visuellen Reizen. Voraussetzung dafür ist eine vollständige Erblindung und das Nichtvorhandensein des Auges. Bei einer Augentfernung können diese Phantomschmerzen auftreten, die in seltenen Fällen für lange Zeit andauern.

Das Gehirn möchte sich nicht damit abfinden, dass ein Sinnesorgan fehlt, und so schüttet es weiterhin Reize aus. Der Mensch glaubt, das Sinnesorgan sei noch real vorhanden. Genauso verhält es sich ja bei Phantomschmerzen, wenn man Gliedmaßen amputiert bekommt, da glaubt man auch, Hand, Arm oder Bein seien noch vorhanden.

Leben mit Phantomschmerzen - chronische Phantombilder

Als ich mich damals zur Enukleation meines letzten Auges entschieden hatte, da ich blind geworden war und glaubte, alle Therapien zur Schmerzbekämpfung wären ausgeschöpft, bekam ich nach der Operation dieses chronische Phantomsehen. Mir hat der seelische Schmerz meines Sehverlustes bestimmt innerlich derart wehgetan, sodass ich die blühendsten und farbenprächtigsten Phantombilder entwickelt habe.

Ich muss gestehen, ohne diese Filme, die vor meinen Augen ablaufen, wäre alles langweilig in dunklen Farben gehalten oder erst gar nicht vorhanden. Ich besitze dieses Phantomsehen heute nach Jahren noch, täglich bei Tag und Nacht. Bis auf die Helligkeit in den Nächten liebe ich diese Phänomene. Wenn ich allerdings einschlafe, sind die Phantomschmerzen weg, ich besitze sie bewusst nur im wachen Zustand.

Ich muss jedoch gestehen, dass ich mir mental, suggestiv immer wieder einpräge, ich würde dieses Phantomsehen mögen, da sonst womöglich alles dunkel wäre. Ich kann nämlich real gesehen schwer mit meinem Phantomschmerz leben. Ich hatte bereits Orientierungsschwierigkeiten, schlimme Schwindelanfälle, akut auftretende Müdigkeit, und als Blinde fühle ich mich ohnehin schon orientierungslos genug.

Als ich einmal nachmittags während eines Telefongesprächs mit einem Kunden eingeschlafen war, verlegte ich meine Telefonate auf den Vormittag. Als ich einmal in einem Hotel während des Frühstücks fast einschlief, bewegte mich das Erlebnis dazu, mir mein Frühstück aufs Zimmer servieren zu lassen. Bitte, ich muss mich ja direkt für mich schämen.

Phantombilder in der Forschung

Das wahrlich interessante Thema mit den Phantombildern beschäftigt viele Neurologen und auch einige Augenärzte. Forscher gehen davon aus, dass der Sehnerv, wenn er abgeklemmt wird, noch mit einem kleinen Teil mit dem Gehirn verbunden ist, da man ihn ja nicht gänzlich mit allen Fasern und Zellen entfernt, sondern nur mit einer Klemme, einer Zange abklemmt. Das Gehirn kann also noch Signale an die verbleibenden Fasern senden.

Man sieht ja mit dem Gehirn, während das optische Auge nur der Kanal zum Sehen ist, quasi nur die Kamera. Trotzdem ist diese Kamera das Wichtigste. Bitte, ohne Digitalkamera würden wir auch keine leicht zu erstellenden Fotos machen können, sondern uns die Bilder bloss im Gehirn vorstellen.

So verhält es sich mit dem Phantomsehen. Man kreiert unbewusst Bilder, Farben, Lichtreize im Kopf. Man kann sich dagegen nicht wehren, sie entstehen einfach. So wie man sich nicht dagegen wehren kann, dass man die Welt sieht, wenn man die Augen öffnet, so kann man sich nicht gegen seinen Phantomschmerz im Auge wehren, wenn das Gehirn noch sieht. Übrigens besitze ich an meinem linken Auge kein Phantomsehen, da dieses Auge knapp nach meiner Geburt entfernt wurde.

Phantomschmerzen im Auge

Mein linkes Auge ist seit meiner Geburt blind, da trage ich ein Glasauge. Nachdem ich am rechten Auge an grünem Star erkrankte und mich für eine Augenoperation entschied, die irgendwie schief lief, erblindete ich vollständig. Ich hielt diesen Zustand kaum aus. Bitte, dies zeigte ich meiner Umwelt jedoch nicht, denn ich schämte mich dafür, dass ich so schwach war und mich in der Welt kaum noch zurecht fand. Stattdessen gab ich mich selbstbewusst nach aussen hin, duellierte mich verbal mit meinem Augenarzt, bis dieses Duell seltsame Dimensionen annahm und in einer Art Eiertanz endete.

Nach meiner Augentfernung bekam ich zwei Glasaugen. Gut, eigentlich wollte ich mit der Entfernung meines Auges meine Schmerzen lindern, aber daraus wurde nichts, und so dachte ich mir, wenigstens bin ich noch optisch schön. Man muss ja nicht beides haben, aber ich sage immer, Schönheit vergeht, nur hässlich bleibt hässlich. Als ich mein Augenlicht verlor, konnte ich die Welt mit ihrer brutalen Realität zwar nicht mehr erkennen, oh wie schade, aber mein Unterbewusstsein störte sich nicht daran. So begann ich Phantombilder zu kreieren, wie ein Künstler, der keine Ahnung von seinem Handwerk hat.

Mein Phantomsehen kurz nach der Erblindung

Als ich blind geworden war, bemerkte ich das zuerst gar nicht so intensiv. Mein Augenarzt hielt mir ein paar farblich angehauchte Lichter vor das Auge, und ich erkannte die Farben fast alle richtig. Trotzdem wusste ich, dass es kein medizinisch reales Lichtempfinden war, sondern eine Art innerer Lichtreiz, nur wusste ich nicht, wie man dieses Phänomen nennt. Ich konnte diesen Zustand einfach nicht artgerecht benennen, ihn beschreiben.

Ich glaubte, das mit dem Sehen erledigt sich schon von alleine. Nach einigen schwierigen Verhandlungen mit meinem Augenarzt verliess ich siegessicher das Krankenhaus. Zu Hause sah ich Dinge, die erst erfunden werden mussten, damit ich sie überhaupt sehen konnte. Aber ich sah auch Sachen, die mir vertraut waren. Zuerst musste ich die Gegenstände jedoch in den Händen halten, damit mir mein Gehirn ihre Form signalisierte.

So räumte ich den Spüler aus, ohne zu wissen, dass ich das Geschirr nur noch aus meiner Erinnerung aus dem Unterbewusstsein heraus sah. Ich sah meine Kaffeetasse, meinen Frühstücksteller und den leckeren Frühstückslachs beispielsweise am Morgen vor mir stehen, aber ich griff immer um ein paar Zentimeter daneben. So eine Pleite, wenn man sein Frühstück nicht erwischt! Das ist beinahe so, als ob man den Zug nicht rechtzeitig erwischt, die Fahrkarte bereits gekauft hat, und der Bahn jetzt einen Denkzettel verpassen will, indem man zu Fuss geht. Nun, ich glaubte zu sehen, was ich nicht sah und stolperte über alles drüber, was ich hätte sehen sollen. Meine innere Phantomwelt hatte eben ihre eigenen Vorstellungen von der Aussenwelt.

Meine Phantombilder nach längerer Blindheit

Plötzlich sah ich weisse Mäuse laufen, denn ich sah die Gegenstände in meiner Umgebung auch mit geschlossenen Augen. Nach einiger Zeit entwickelte sich eine spezielle Tag und Nacht Stimmung in meinem Phantomsehen. Ich sah für ca. drei Tage und Nächte hindurch weiss, und dann wieder drei Tage und Nächte schwarz, auch mit geschlossenen Augen. Dieses nahezu unerträgliche Phänomen hielt bis heute an.

In den weissen Nächten müssen Sie mich einmal erleben, da bin ich aktiv wie eine Wildkatze. In den schwarzen Tagen rede ich nicht ununterbrochen und bin ziemlich normal, denn ich habe eine sarkastische Zunge, scharf wie ein Rasiermesser. In den weissen Tagen könnte ich Bäume pflücken, wenn die Wurzeln es zulassen würden, und in den schwarzen Nächten ruhe ich mich aus.

Ich sage Ihnen, man gewöhnt sich an alles. Mein Leben ist farbenfroher und turbulenter geworden. Übrigens sehe ich zwischen den weissen und schwarzen Phasen die tollsten Farben. Aber nicht, dass Sie mir jetzt auf die Idee kommen, ich hätte etwas Unterhaltsames eingenommen. Ja, genau diese Phasen der Farbenpracht liefern mir einige Phantombilder.

Mein Experiment mit dem Phantomsehen

Ich liess mir mein letztes Auge entfernen, da es für seine eigentlichen Aufgaben nicht mehr zu brauchen war. Eigentlich wollte ich das Auge in Rente schicken, aber die Rentenkassen sind leer, und das Auge war ein richtiger schmerzender Pflegefall geworden.

Jetzt habe ich glatt zwei trendige Glasaugen. Nach der Augentfernung dachte ich, der Arzt hätte mich verarscht, denn ich fühlte mich so, als ob das Auge noch vorhanden wäre. Die Phantombilder waren alle noch brav vorhanden. Es gab nur einen kleinen entscheidenden Unterschied, sie wurden heftiger, chronisch, und diese Lichtreize schmerzten mich plötzlich derart, dass ich heulte, nicht mehr zu heulen aufhörte. Nach aussen hin gab ich mich wieder stark, weil ich mich für diesen Zustand schämte.

Bei einem meiner Nachuntersuchungen setzte ich mir eine Sonnenbrille auf, denn so ein nicht mehr vorhandenes Auge kann recht unappetitlich aussehen, solange da kein Glasauge drin ist.

Ich setzte meine Sonnenbrille auf und sah, dass ich eine Sonnenbrille trug. Jetzt wartete ich bis zu meiner nächsten Farbphase, kaufte mir zwei identische Brillen mit unterschiedlichen Gläsern und versuchte zu erkennen, ob ich immer die richtige Brille erwische. Mein Goldbär durfte mir die Brillen abwechselnd auf die Nase setzen. Ich lag 21 Mal daneben und 29 Mal aalglatt richtig. Tja, auch die weissen Mäuse können sich einmal irren.

Phantombilder erschaffen neue Welten

Jetzt stand ich da mit meinen Phantombildern. An eventuelle Galerien wollte ich sie auch nicht gerade vermitteln, denn diese Kunst ist unbezahlbar. Ich überlegte, was ich mit meinem Phantomsehen wohl anfangen könnte, denn ich mache ja aus jedem Mist etwas kommerziell Brauchbares. Sie werden es kaum glauben, aber ich verwende jetzt mein Phantomsehen für meine imaginären Visionen und Bilder im Unterbewusstsein.

Damit lässt sich Erfolg steuern, Geld generieren, und Situationen und Wünsche lassen sich mit der Imagination und der Suggestion verwirklichen. Wir sehen ja eindeutig mit unserem Gehirn. Manche Menschen sind eben so zerstreut, dass man denkt, die teilen sich ein Gehirn untereinander auf. Tja, ich mache alles mit dem Kopf, und so sehe ich auch mit dem Gehirn. Die Gedanken leiten unsere Handlungen und schaffen die Realität um uns herum.

Wenn wir mit unserem Gehirn sehen, entstehen Gedanken, die uns zu Erfolg und Wohlstand verhelfen. Und genau dafür nutze ich jetzt mein Phantomsehen. Und wenn ich mein Penthouse besitze, spende ich mein eventuell überflüssiges Geld für die Augenforschung, damit ich auch mit meinen zwei Glasaugen die gleichen Bilder wie meine Mitmenschen sehe. Dann ist die U-Bahn wieder hässlich, aber zweckmässig. Bis dahin kaufe ich mir das Penthouse am Zeitungskiosk und achte darauf, dass mich dabei keiner beobachtet.


Impressum

Datenschutz

Elisabeth Putz

Wellness