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Blumensprache - Sag es durch die Blume

Die rote Rose sagt - Ich liebe dichWie deutet man die Blumensprache richtig? Man sollte die Blumen und Blüten liebkosen, mit den Augen, denn ein liebevoller Blick sagt mehr als tausend Worte. Blumen lieben es, liebkost zu werden, denn sie können hören, fühlen, schmecken und riechen, und sie lieben die Poesie des geschwungenen Wortes, welches auf der Zunge brickelt, sobald man durch die Blume jemandem seine Gefühle zeigt.

Die Rose ist rot, es ist alles im Lot, wenn Rosen blühen, soll die Liebe niemals verglühen, und wenn Dornen stechen, muss ein Herz brechen. Neulich stach mich eine Dorne, direkt von vorne, und das nächste Mal steche ich zurück.

Spirituell gesehen sind Blumen auch nur Menschen, liebevolle Lebewesen, welche die Aufmerksamkeit der Welt geniessen. Esoterisch gesehen kann man in jeder Blume Geheimnisse erkennen, in den Blüten lesen, die Blüten und Blätter für Rituale und magische Zauber verwenden, Blumen anbeten und in ihnen heilende oder zumindest lindernde Kräfte sehen.

Es gibt Menschen, die so sensibel sind, dass sie die Blumensprache verstehen, mit den Blumen sprechen und auf sie hören. Sie tun es auf eine Weise, die man mit dem reinen Verstand nicht realisiert, sondern nur mit dem Herzen, welches die Schwingungen der Natur aufnimmt.

Die neuesten Forschungsergebnisse zeigen, dass Pflanzen hören können, ein gewisses Hörorgan besitzen und uns Menschen wahrnehmen. Trotzdem reagieren sie nicht auf uns, da wir ihnen in gewisser Weise egal sind. Sie hören nur, wenn wir in sie hineinbeissen, und genau dies empfinden sie als höchst unangenehm. Pflanzen sind auch nur Menschen.

Jetzt haben wir wissenschaftlich erfahren, dass Blumen und Pflanzen kein offenes Ohr für unsere liebevollen Gespräche haben. Warum unterhalten sich dann so viele Leute mit ihren Blumen? Ich kann Sie beruhigen, lieber Besucher, es existieren auch noch Welten zwischen und über den wissenschaftlichen Erkenntnissen, sonst würde man sich fortlaufend auf einem gewissen Forschungsstand befinden und keinen Blick über den Tellerrand hinaus wagen, sozusagen in der Gemüsesuppe schwimmen.

Als ich meinen Blumen Heavy Metal Musik vorspielte, störte sie dies kein bisschen. Als ich jedoch mit meinem roten, flauschig warmen Bademantel meinen Kaktus erschrecken wollte, ging dieser ein wie eine stiefmütterlich ungepflegte Primel. Vielleicht hatte ich ihm aber auch zu viel Wasser gegeben, denn Kakteen trinken ungern grosse Wassermengen.

Natürlich lässt sich unter gewissen esoterischen Aspekten nachweisen, dass Unterhaltung für Blumen und Pflanzen von Vorteil sein kann, jedoch zeigen auch zahlreiche Experimente, dass die Pflanzenwelt unbeeindruckt von solch akustischen Streicheleinheiten ist. Was allerdings stimmt, ist die Tatsache, dass man sich mehr um seine Blumen kümmert, wenn man mit ihnen spricht. Man giesst sie, entfernt das Unkraut, schaut sich den Glanz der Blätter an, düngt sie eventuell und sorgt so für die nötige Pflege. Deshalb gedeihen Pflanzen, mit denen man sich unterhält, besser, da sie ein rührendes soziales Umfeld geniessen.

Blumen sind sensible Persönlichkeiten in der Pflanzenwelt, und sie sind die ersten Boten, die mit dem Frühling aus der Erde spriessen. Sie sind auch wirklich ausnahmslos die Ersten, wenn es darum geht, bei Wassermangel und Pflegearmut zu verdursten. Da hilft die beste Ansprache nicht. Neulich ist mir dies mit meinem verzweifelten Weihnachtsstern passiert, den ich eigentlich bis in den Frühling hinein durchbringen wollte. Er starb an purer Verzweiflung, da ihn der Frost austrocknete, er sich jedoch nicht artikulieren konnte und schweigend den Kopf in den Topf steckte.

Experimente zeigten, dass Blumen unbeeindruckt von unserer Sprache sind. Wenn man einem Kaktus Heavy-Metal Musik vorspielt und einer Lilie sanfte Liebeslieder, den beiden Pflanzen jedoch guten Dünger und Wasser anbietet, gedeihen sie beide prächtig. Wenn man beiden Pflanzen die gleiche Musik vorspielt, gedeihen sie bei gleicher Pflege gleich gut. Das Experiment zeigt, dass man sich grosse Worte, Horrorgeschichten und Liebesschwüre ersparen kann, aber mit Schlagermusik habe ich dieses Experiment noch nie durchgeführt.

Während man seine Blumen pflegt, umtopft, ihnen Regenwasser gibt, Schnittblumen am Stiel schräg anschneidet und sie ins optimale Licht stellt, kann man ihnen die Alltagssorgen erzählen, sich den Frust von der Seele reden, ihnen Lieder vorsingen, und sie hören geduldig zu. Das beruhigt unsere Seele, lässt unser Herz höher hüpfen und baut Stress ab. So profitieren wir davon, dass wir uns mit den Blumen unterhalten.

Die Blumensprache verstehen

Auch von Mensch zu Mensch kann man etwas durch die Blume mitteilen. Die Blumensprache ist für uns Menschen eine non verbale Sprache, um Gefühle, Hoffnungen und Wünsche, Bitten und Danksagungen zum Ausdruck zu bringen. Wir signalisieren damit Liebe, Eifersucht, Treue, Vertrauen, aber auch Ablehnung und negative Dinge.

Wenn wir der Schwiegermutter einen Kaktus schenken, zeigen wir ihr damit, dass sie die bösen Schwiegermutterwitze verdient hat. Ich kann meiner Schwiegermutter in Spee keinen Kaktus schenken, da sie mir zum Geburtstag einen Kuchen bäckt, ihre wöchentlichen Suppen vorzüglich schmecken und sie mir zu Weihnachten schon zwei warme Pyjamas geschenkt hat.

Das grösste Gefühl in der Blumensprache ist die Liebe, die man durch die rote Rose ausdrückt, und die zarte Freundschaft, die man mit einer Nelke übermittelt. Ich bekam einst von einem Freund eine gelbe Rose geschenkt, was soviel wie Ablehnung bedeutet, da die Farbe gelb signalisiert, dass man kein Interesse hat. Als ich mich distanziert bedankte, verstand mein Freund die Welt nicht mehr und meinte: Elisabeth, ich wollte mit dieser Rose zeigen, dass du mein Herzensmensch bist. Ich begriff zwar langsam, aber ich begriff es endlich. Seine Lieblingsfarbe ist gelb, er konsumiert Yellow-Strom, er kleidet sich im gelben T-Shirt, er liebt die Sonne, und er kaufte sich sogar schon ein gelbes Auto. Gelb ist sein wahres Rot.

Mit Astern zeigt man beispielsweise einem Menschen, dass er nicht treu war, denn Astern verkörpern Untreue. Mit blauen Blumen signalisiert man Vertrauen, und wenn man ein Vergissmeinnicht schenkt, soll dies sagen, Vergiss mich bloss nicht, ich baue auf dich. Eine Schwertlilie signalisiert auch höchstes Vertrauen, ewige Treue, Kampf um einen Menschen und hohes Ansehen.

Eine weisse Rose signalisiert den Tod, das Sterben, die Vergänglichkeit, und eine schwarze Rose habe ich bisher noch nie gesehen. Einer meiner Freunde liebt weisse Rosen, auch wenn ich bis heute nicht weiss warum. Als ich ihm einst eine weisse Rose schenkte, kam er eine Woche darauf mit einem neuen Sportwagen an, weil er seinen alten Wagen zu Schrott gefahren hatte. Wahrlich, die Symbolik des Todes lag hier richtig.

Die Dahlie bedeutet, dass man bereits vergeben ist, und die Chrysantheme signalisiert, dass man frei und ungebunden ist. Auf der nächsten Hochzeit, zu der ich eingeladen bin, trage ich sichtbar für alle eine Chrysantheme im Ausschnitt, und bei meiner eigenen Hochzeit trage ich ein hoch geschlossenes Kleid ohne Ausschnitt, dann erspare ich mir die Dahlie im Dekollete.

Hibiskus, Edelweiss und Enzian bedeuten Schönheit, Jugend und Verzauberung. Wenn ich jemals ein Edelweiss geschenkt bekomme, bilde ich mir auf meine Eitelkeit etwas ein, denn dann hat der Schenker Mut bewiesen, da Edelweiss geschützte Blumen sind. Eine Distel bedeutet, die Sache ist mir zu heiss. Und so kann mir der Schenker gleich vorab Disteln schenken, dann erspart er sich den Weg ins Gebirge zum Edelweiss.

Kletten bedeuten Anhänglichkeit, dass jemand anhänglich wie eine Klette ist. Jasmin bedeutet zauberhaftes Wesen, Schönheit und Duft. Und die Gladiole signalisiert Stolz. So könnte man jemandem mit Jasmin beglücken, wenn er zu anhänglich wird, eine Klette schenken, und wenn er dann stolz seine eigenen Wege geht, überrascht man ihn mit einer Gladiole. Wer darin keinen Sinn sieht, versteht nur Bahnhof.

Die Malve bedeutet Freundschaft. Wenn eine Frau einem Mann eine Malve schenkt, ist er beleidigt, falls er die Blumensprache kennt. Wenn ein Mann einer Frau eine Malve schenkt, betreut sie ihn wie eine glucke, wie eine Mutter, da die Frau glaubt, doch noch sein Herz erobern zu können. Wahrlich, man sollte als Frau keinem Mann die Freundschaft anbieten, sonst ist der Wurm drin. Aber eine rote Rose macht alles wieder gut.


Elisabeth Putz

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