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Objektliebe - Wenn Menschen Gegenstände lieben

Einen Schuh liebenAuch wenn es für viele Menschen befremdlich klingt, es gibt Menschen, die fühlen sich zu Objekten, zu Gegenständen, zu Bauten und Gebäuden hingezogen, ähnlich wie sich zwei Menschen zueinander hingezogen fühlen. Man nennt dies Objektliebe, Objektophilie, oder Objektsexualität. Bitte, der Eifelturm ist bereits vergeben, der ist verheiratet, aber diverse andere Bauten sind noch am Markt der Singles vorhanden.

Objektliebe sollte man nicht beschämend oder verächtlich behandeln, denn sie ist so wie jede andere Form der Liebe ein Teil unserer Gesellschaft, ein Teil der Menschheit. Wir achten ja auch die Natur, die Tiere und Pflanzen ungeachtet ihrer Eigenarten und Vielfältigkeiten, und so sollten wir auch Menschen achten, die Objekte verehren.

Ich sprach einst mit meinem Mixer, und immer wenn ich ihn streichelte, wurde meine Torte köstlich. Ich selbst hege auch eine gewisse Liebe zu Gegenständen, wobei mich der schiefe Turm von Pisa fast umgehauen hat vor Liebe und Begeisterung. Bei mir ist es jedoch nicht sexuell ausgeprägt, sondern äussert sich darin, dass ich mit Gegenständen sehr liebevoll und behutsam umgehe, denn dann halten sie lange und gehen nicht kaputt.

Bei Objektliebhabern spielt jedoch die Herzensliebe eine grosse Rolle. Dies können zwar nicht alle Menschen nachvollziehen, aber wir sollten es tolerieren und nicht darüber lästern, denn die Liebe kennt keine Grenzen. Eine Frau liebte jahrelang ein Riesenrad, bis es eines Tages abgebaut wurde. Sie arbeitete sogar am Rummelplatz, im Freizeitpark, nur um ihrem Riesenrad nahe zu sein. Sie litt erbärmlich, als hätte sie ihren Partner verloren, als das Riesenrad nicht mehr stand.

Offiziell sind sogar Ehen zwischen Objekten und Menschen erlaubt, und das zeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden, jeden Menschen so zu akzeptieren, so zu lieben, wie er in seiner Eigenheit eben ist. Wer mich liebt, der hat es auch schwer, denn ich bin keine pflegeleichte Frau, aber die Gegenstände, die mich umgeben, haben ihre Freude mit mir.

Was geschieht bei der Objektliebe?

Die Objektliebe nennt man in der Psychologie auch Introjektion, was so viel bedeutet wie Hineinlassen eines Objektes in die eigene Psyche. Man erweitert seine Persönlichkeit, indem man Objekte in sich hineinlässt, sich mit ihnen identifiziert, sie als vermenschlichte Form der Partnerschaft sieht und eine innige Beziehung mit ihnen eingeht.

Man liebt ein Objekt mit allen Sinnen, fühlt sich zu ihm hingezogen, möchte viel Zeit mit ihm verbringen, ist eifersüchtig, wenn andere es begehren, und man möchte offiziell mit ihm den Bund fürs Leben eingehen. Menschen, die Objekte heiraten, tragen in gewisser Weise den Namen des Objektes als Familiennamen, wie beispielsweise Berliner Mauer. Sie schwören die Treue, fühlen sich erregt in der Nähe ihres Lieblingsobjektes und führen ganz normale Beziehungen zu den Objekten.

Man kann Maschinen, Gebäude, sogar Atomkraftwerke und Mülldeponien lieben, denn die Liebe ist ein so grossartiges Gefühl, dass sie auf jedem Misthaufen gedeiht. Das jeweilige Objekt wird in den Alltag integriert, so gut es eben geht, denn man kann nicht täglich mit dem Eifelturm frühstücken. Aussenstehende sehen diese Liebe oft nicht als echte Liebe an, aber der Objektliebhaber empfindet körperliche und seelische Glücksgefühle, wenn er bei seinem Objekt sein darf.

Wann entsteht die Objektliebe?

Objektophilie entsteht meist bereits in der Kindheit. Kinder gehen noch unbeschwert mit ihrer Umwelt um, verlieben sich in Gegenstände, sprechen mit ihnen und hauchen ihnen eine eigenständige Persönlichkeit ein. Wenn ein Kind erwachsen wird, bemerkt es in der Pubertät, dass es sich nicht zu Menschen, zu Teenagern hingezogen fühlt, sondern zu einem gewissen Gegenstand. Hier unterscheidet man dann die Objektliebe von der Personenliebe.

Der Objektophile sieht das Objekt als Person an, auch wenn er mit ihm keine sexuelle Beziehung im herkömmlichen Sinn eingeht. Wenn andere Menschen das gleiche Objekt lieben, entsteht die Eifersucht, die wir sonst nur aus Beziehungen zwischen Menschen kennen. Ein Objektophiler muss nicht irgendwann im Leben eine herbe Enttäuschung hinter sich haben, er kann ohne jeglichen Grund Gegenstände lieben. Er muss nicht unbedingt von einem Menschen enttäuscht worden sein, aber das begehrte Objekt kann ihm Liebeskummer bescheren.

Kann man auch mehrere Objekte lieben?

Wie in der zwischenmenschlichen Liebe gibt es auch bei der Objektliebe die Phasen der Verliebtheit bis hin zur tiefen Liebe. Man kann einem Gegenstand fremd gehen, sich in einen anderen Gegenstand verlieben, monogam leben oder seine Liebesgefühle ausgiebig mit verschiedenen Objekten ausleben. Wenn man einen Zug liebt, erregt einem das Zuggeräusch so sehr, dass man seinen Zug unter tausenden wiedererkennt, wie den Geruch des eigenen Partners. Wenn der Zug die gewisse Zugstrecke nicht mehr fährt, leidet man wie ein Tier, kommt jedoch wie bei Menschen darüber hinweg, erleidet zuerst Liebeskummer, verliebt sich dann aber unter Umständen neu und himmelt einen anderen Zug an.

Man muss nicht unbedingt Gegenstände der gleichen Objektfamilie lieben, man kann auch Musikinstrumente, Baumaschinen und Bäume lieben. Es gibt ja auch Menschen, die verlieben sich in das jeweils andere Geschlecht und gleichzeitig sind sie offen für die gleichgeschlechtliche Liebe.

Ist die Objektliebe eine psychische Krankheit?

Auch wenn statistisch nur eine Minderheit der Menschen objektophil sind, ist die Objektliebe keine psychische Erkrankung, sonst wären alle Minderheiten, auch homosexuelle Menschen krank. Vielmehr ist die Objektliebe eine zusätzliche Art, Liebe zu geben und zu nehmen. Die Psyche des Menschen ist so vielseitig, dass man sie nicht in kleine Schubladen pressen darf, und so leben wir viele Dinge aus, die auf den ersten Blick nicht der Norm entsprechen, auf den zweiten Blick jedoch unserer vielfältigen Natur entsprechen. Zwar kann man sich mit Objekten nicht im menschlichen Sinn fortpflanzen, aber nicht jede Frau bekommt Kinder oder möchte Kinder bekommen. Und so dient beispielsweise der Eifelturm als stabiler Partner für die Ewigkeit.

 


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Elisabeth Putz

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