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Wie gesund ist Fernsehen?

Fernbedienung für den FernseherFernsehen gab es früher nur in schwarz-weiss, nicht durchgängig Tag und Nacht fortlaufend, und wenn man zu früh dran war, durfte man sich das Standbild anschauen. Heute würden wir an so einem Zustand verzweifeln, weil wir es gewohnt sind, von früh bis spät in den Fernseher hinein zu schauen, uns damit berieseln lassen, damit bloss keine Langeweile aufkommt. Das Sofa wird dadurch zum besten Freund, während man seine Internetfreunde über die neuesten TV-Sendungen am Laufenden hält.

Der Trend geht hin zum Dauerfernsehen, denn wir entwickeln zunehmend eine Sucht nach leicht verdaulicher Information, artgerecht für kleine Gehirnzellen aufbereitet, und wir werden zunehmend süchtig nach Sensation und Schaulust. So entwickeln sich Formate wie Casting-Shows, Prominente im Dschungel und Reality Soaps zu echten Trendsettern.

Ein Trend geht hin zum Mitmach-Fernsehen, denn die Sendungen werden interaktiver. Man chattet, teilt seine Meinung mit, äussert sich positiv oder negativ zu den Leuten aus den Sendungen, und man ist irgendwie selbst dabei, wenn sich Menschen öffentlich zur Schau stellen. Übrigens voten die Leute auch gerne, weil die paar Cent pro Anruf fallen in der Flut der hochdosierten Handyrechnung nicht grossartig auf. Das interaktive Fernsehen ist schon jetzt zu einem Hype geworden. Ich äussere mich manchmal über die Leute, die sich beim Klamottenkauf blamieren, während die ganze Nation Shoppingqueen schaut.

Der grösste Trend geht hin zum hochauflösenden HD-Fernsehen, wobei das Ultra-HD stark im Kommen ist. Der moderne Flachbildfernseher wird grösser, grossflächig wie eine Kinoleinwand, und eines Tages wird er gänzlich von gekrümmten TV Geräten ersetzt, damit das Fernsehbild noch plastischer erlebt wird. Ich schwöre, aus dem flachen Fernsehen, welches unsere flachen Gehirnzellen anregt, wird eine hohle Röhre, die unser flaches Gehirn ins Zentrum des Bildschirms stellt. Übrigens sehen die HD Filme wirklich realistisch aus, da das Bild gestochen scharf ins Auge fällt.

Ein Trend entwickelt sich hin zum Second Screen, denn man bedient jetzt meistens zwei Bildschirme gleichzeitig. Wenn ich fernsehe, läuft mein Tablet, und gleichzeitig bediene ich mein Smartphone, auch wenn ich von allen drei Medien kaum etwas mitbekomme. Ich bin am Abend ein multimediales Wrack, müde und dümmer als am Morgen.

Ein brandaktueller Trend geht hin zur totalen Vernetzung des Fernsehers mit allen Geräten, die man im Haus besitzt, sofern sie medientauglich sind. Bei uns zu Hause sind PC, Tablet, Smartphone, Stereoanlage, Streamingdienste und die Zeitschaltuhr miteinander verbunden. So kann ich per WLAN alles mitverfolgen, habe jederzeit alles unter Kontrolle, da ich ja zum Kontrollfreak tendiere. Hier ist das Multitasking brauchbar, auch wenn der Kopf am Abend raucht.

Ein nicht mehr aufzuhaltender Trend ist das online Fernsehen, das TV Streaming per Internet. Erstens besitzen alle grossen Fernsehsender bereits ein reichhaltiges online Angebot mit Sendungen, die man zu individuellen Zeiten schauen kann, und mit Streamingangeboten, die man für eine monatliche Flatrate oder pro Stream nutzen darf. Und zweitens kann man aufs Internet bauen, wenn man am PC, Tablet oder Smartphone fernsieht.

Wie gesund ist Fernsehen fürs Gehirn?

Fakt ist, zu viel Fernsehen schwächt die Konzentration, beeinflusst die Gehirntätigkeit negativ, macht aggressiv, depressiv und erhöht das Risiko für Alzheimer. Dies liegt jedoch auch daran, dass man vor dem Fernseher liegt oder sitzt, sich kaum bewegt, sich nur bewegte Bilder ansieht, während der eigene Kopf ruht. Andererseits kann eine gute Dosierung des Jernsehkonsums dazu beitragen, dass wir uns weiterbilden, was wiederum ideal für unser Gehirn ist. Auch kann Fernsehen Stress abbauen, wenn man bei seiner Lieblingssendung chillt oder schläft. So sagen mehr als 50% der Leute, dass sie den Fernseher als Entspannung wahrnehmen, besonders abends nach einem langen Arbeitstag. Auch ich lege mich täglich ein wenig aufs Sofa, schalte irgend eine Wissenssendung ein, lasse mich berieseln und fühle mich danach ausgeruhter und klüger.

3D Filme erhöhen die Konzentration

3D Filme erhöhen laut Studien die geistige Konzentration. Wenn Kinder hin und wieder einen 3D Film anschauen, entwickeln sie sich körperlich und vor allem geistig weiter. Bitte, man sollte das 3D Fernsehen nicht überbewerten, denn bei schönem Wetter und Sonnenschein ist es wirklich keine Augenweide, da hilft frische Luft besser, sich weiterzuentwickeln.

Reality Soaps und Casting Shows

Die begehrten Reality Soaps und Casting Shows boomen, denn der Voyeurismus steckt naturgetreu in jedem Menschen drin. Ich sehe mir bei Bedarf alles an, was der Nachmittag bietet, denn am Abend habe ich fernsehbedingt Migräne. Neulich sah ich mir an, wie eine Luxusfrau ihre Ehe zerbrechen liess, ihren Mann an ihre beste Freundin weitergab und zum Schluss für ihr Geld hart arbeiten musste, da die Freundin die tolle Villa mit Pool bewohnte. Da lernt man, seinen Partner artgerecht zu behandeln, damit er sich nicht anderswo orientiert.

Ich sah mir neulich auch ein paar Gerichtsshows und Justizfälle an. Bitte, die besitzen durchgehend ein Happy End, denn wir Menschen sind naturgemäss süchtig nach einem guten Ende. Wenn man sich die Fälle in den Gerichtsshows ansieht, so verblasst der erschreckende Gedanke eines Verbrechens förmlich, denn er wird so selbstverständlich dargestellt, dass er quasi zur Normalität wird.

Ich sehe mir auch mit regelmässiger Erschrockenheit das DSDS-Casting an, denn dann weiss ich, dass ich nicht die einzige bin, die talentlos glücklich ist. Das beruhigt mich. Am liebsten sehe ich mir die Kandidaten an, die scheitern, denn sie besitzen einen enormen Unterhaltungswert. Kennen Sie Menderes? Er gibt nicht auf und hat mittlerweile mehr Fans und Medienangebote als jeder DSDS Gewinner.

TV-Nachrichten liegen immer im Trend

Bitte, es existieren bei mir auch vereinzelte Zeiten, in denen mich mein Fernseher bildet, denn wenn ich mir das Starmagazin anschaue, weiss ich wenigstens Bescheid, wann und wo sich die Promis welche Körperteile austauschen oder aufpeppen lassen, welche Ehen zu Bruch gehen und wer wieder Single am aktuellen Menschenmarkt ist. Das ist wichtig, falls ich einmal heiraten möchte und mein aktueller Lebenspartner seine eiskalten Hochzeitsfüsse in fremden Betten wärmen sollte.

Übrigens sehe ich mir auch gerne die Nachrichten an. Wenn in Japan die atomaren Funken fliegen, weiss ich wenigstens, warum auf unsichtbare Art und Weise bei uns in Europa die Preise für Notebooks ein halbes Jahr später explodieren. Da bekommt das Wort Explosion einen ganz individuellen Touch. Ich sehe mir aber auch gerne Reportagen und Dokumentationen an. Auf diese Weise lernte ich Alma Werfel kennen, beziehungsweise ihren Geist, denn die hoch explosive Frau weilt nicht mehr unter uns.

Kennen Sie übrigens Einstein? Sein Gehirn ist wahrscheinlich jedem ein Begriff. Einstein ist die männliche Variante der Frau Werfel, denn er trägt seine erregende Ausstrahlung heute noch im Kopf mit sich herum, einfach umwerfend, dieser Charme der lebendigen Mathematik. Jetzt weiss ich, warum Frauen auf Männer mit Prestige, Macht und Erfolg stehen, und am Rande bemerkt, gehen sie mit dem perfekten Body ins Bett, welcher dann unter Umständen ein ganz anderer Mann ist. Man gönnt sich ja sonst so selten einen Liebhaber.

Fernsehtrends sorgen für Verdummung und Bildung gleichzeitig

Fernsehen ist eines der spannendsten Hobbies von uns Menschen. Wir sitzen manchmal so lange vor dem Fernseher, bis das gute Viereck nichts mehr ausspuckt, das uns glücklich macht. Selbst in solchen Ausnahmefällen sind wir gerüstet für das Schlimmste und sehen uns noch Dauerwerbesendungen an.

Was passiert, wenn sich der Mensch den ganzen Tag Fernsehmüll in sein edles Gehirn hineinpumpt? Er wird träge, ermüdet schneller und wirkt unkonzentriert. Und was passiert, wenn der Mensch gezielt im Fernsehen Dokumentationen, Magazine und Berichte anschaut? Er bildet sich weiter, bleibt mit den Nachrichten immer aktuell und ist nicht einer von gestern, der das Morgen nicht kennt.

Aus dem selben Fernseher kommen sowohl Müllsendungen, die sehr beliebt unter dem allgemeinen Fussvolk sind, wie auch herausragende Reportagen und aktuelle Nachrichten. Es ist für jeden das passende Format dabei. Und bei Senderausfall haben wir noch den Teletext zum Lesen.

Steht der Fernseher im Mittelpunkt?

Wenn ich morgens ins Wohnzimmer komme, entkomMe ich dem Fernseher nicht, denn die flache Kiste steht direkt im Weg herum, sodass mein erster Griff vor dem Frühstücken der zur Fernbedienung ist. Mein Lieblingssender in der Früh ist n-tv, so lange, bis sich die Nachrichten und Börsenmeldungen dreimal wiederholt haben, denn dann habe auch ich mir das Tagesgeschehen gemerkt. Zu Mittag ist RTL mein Lieblingssender, denn wenn mir meine kreativen Ideen ausgehen, kaue ich wie eine Kuh das Tagesgeschehen beim Mittagsmagazin wieder. Spätestens dann bin ich rundum informiert. Wenn ich Sonntag abends bei einem guten Tatort einschlafe, ist die Woche gelaufen.

Die Sucht nach Fernsehen liegt im Trend

Macht Fernsehen süchtig? Macht uns das TV Programm dumm? Da sich heute die Einschaltquoten besser messen lassen, neigen wir dazu, mit der grossen Masse mitschwimmen zu müssen, weil Fernsehformate nach den Einschaltquoten geregelt werden. So haben leicht verdauliche Sendungen mit einem hohen Unterhaltungsfaktor grössere Chancen, länger am Markt bestehen zu bleiben.

Natürlich haben die öffentlich rechtlichen Sender auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen, jedoch wird auch hier der Trend hin zu hohen Einschaltquoten deutlich, denn wenn eine Sendung nicht gut läuft, wird sie abgesetzt. Gott sei Dank, die Nachrichten bleiben übrig, die biemt niemand weg.

Wir entwickeln eine gewisse Sucht, wenn wir überall, zu jeder Zeit fernsehen können, da das Smartphone unser ständiger Begleiter ist. Wir vernachlässigen unser soziales Leben, pflegen Freundschaften kaum noch, denn wir unterhalten uns in den sozialen Netzwerken. Wir kaufen uns online Freunde, die wir nicht kennen, damit wir selbst hier eine Quote vorweisen können. Ja, Fernsehen kann zur Sucht und zur Verdummung beitragen, und besonders schlimm ist es, wenn Eltern ihren Kindern einen hohen Fernsehkonsum vorleben.

Fernsehen härtet uns ab

Fernsehen ist wie eine Kneipp-Kur, wie Saunieren und anschliessendes Eisbaden, es wirkt abhärtend. Wer sich schlimme Nachrichten oder einen schrecklichen Beitrag ansieht, der kann anschliessend besser Ausdauersport betreiben, ist nicht mehr zu sensibel und reagiert auf emotionale Dinge gelassener. Man könnte auch sagen, Fernsehen stumpft uns ab. Wer jedoch andauernd negative Nachrichten und aufwühlende Berichte schaut, der wird zunehmend gestresst und reagiert auf Stress mit einem angegriffenen Nervenkostüm. So könnte man sagen, dass gut dosiertes Fernsehen stabil macht, zu viel Fernsehen uns aber labil macht.

Welcher Fernsehsender passt zu Ihnen?

Jeder von uns hat bestimmte Lieblingssender, die er mehr oder weniger regelmässig konsumiert, da er weiss, welche Fernsehformate ihm gut tun. Und trotzdem sind wir manchmal mit dem Programm nicht einverstanden, lechzen nach immer mehr Sendern und wundern uns, warum wir den Überblick verlieren.

Im Grunde teilt man das Fernsehen in die öffentlich rechtlichen Sender und in die privaten Kanäle ein. Die Unterschiede erkennt man an der Anzahl der Werbespots, am Unterhaltungsfaktor und am Kulturprogramm, wobei Bildung und Wissen ganz oben angesiedelt sind, wenn man sich durch die öffentlich rechtlichen Kanäle zappt. Die Fernbedienung ist geduldig, sodass man im Privatfernsehen durch unzählige geschmacksverirrende Kanäle zappen kann, ohne dass Langeweile aufkommt. Soaps auf niedrigstem Niveau boomen neben Shows und Reality Sendungen, denn der Zuschauer möchte etwas geboten bekommen, sonst konsumiert er die Werbung nicht.

Gerade diese Werbung finden wir lästig, sodass sich sogar dafür ein Markt entwickelt hat, der es dem Zuschauer technisch ermöglicht, durch kleine Apps die Werbespots auszuschalten. Das interaktive Fernsehen macht fast alles möglich. Der Zuschauer schaltet per App automatisch auf einen anderen Kanal um, welcher ungefähr den Vorlieben und Wünschen entspricht, und sobald die Werbepause vorüber ist, schaltet die App wieder automatisch auf den Ursprungssender zurück.

Der Vorteil dieser interaktiven Werbeblocker ist, dass man sich nur noch das anschaut, was einem interessiert. Der Nachteil ist, dass kaum mehr relevante Einnahmen durch Werbung erzielt werden, die privaten Fernsehsender höhere Gebühren verlangen und das TV Erlebnis irgendwann teuer wird. Stellen Sie sich vor, alle würden so eine App benutzen. Dann hätten wir kaum noch leistbares Fernsehen, denn die Produktionen, Moderatoren, Reportagen und Sendeformate müssen bezahlt werden, da niemand ohne Lohn arbeiten kann, es sei denn, er verhungert dabei. Das lästige Übel der Werbung ist also wichtig, um Fernsehen leistbar zu machen, damit der Lieblingssender nicht Pleite geht.

Öffentlich rechtliche Fernsehsender

Zu den öffentlich rechtlichen Sendern gehören: ZDF, ARD und die einzelnen Landeskanäle in Deutschland. ORF1, ORF2, ORF3 in Österreich, und das Schweizer Fernsehen SF in der Schweiz. Die Kanäle bemühen sich um ein ausgewogenes Programm, mühen sich ab, damit ein wenig Bildung, Wissenschaft und Kultur in unsere Köpfe gelangt, aber zunehmend wird sichtbar, dass wir dies nicht wünschen. Vernebeln uns die unzähligen privaten Kanäle etwa das Hirn? Ich freue mich über Nachrichten, wissenschaftliche Berichte, Kultursendungen und Bildungsfernsehen, obwohl sich mein williger Geist zwischendurch auf den Privatkanälen ausruht.

Ich finde es schade, dass man das öffentlich rechtliche Fernsehen zunehmend so kommerzialisiert, dass der Zuschauer in der Masse zufrieden ist, die kleinen wissgierigen Randgruppen jedoch oftmals leer ausgehen. Ich finde, Soaps, Spielfilme, Talkshows auf niedrigem Niveau, das hat im öffentlich rechtlichen Fernsehen nur bedingt etwas verloren und sollte nicht in allen Kanälen gleichzeitig gesendet werden. Haben Sie sich auch schon einmal darüber geärgert, dass der ORF2 in Österreich zuerst eine Serie im Hauptabendprogramm zeigt, und die sachlich kompakten Sendungen beginnen erst so spät abends, dass man sie nicht bis zu Ende schauen kann, wenn man am nächsten Tag früh aufstehen muss. Ich schlafe schon, wenn die richtig guten Reportagen beginnen. Da macht das ewige Bezahlen der TV- und Rundfunkgebühren keinen Spass mehr.

Private Fernsehsender

Zu den privaten Fernsehsendern zählen jede Menge, fast schon ohne Überblick: RTL, Sat1, PRO7, VOX, Kabel1, Viva TV, Eurosport, n-tv, RTL2, Super RTL, RTL plus, Puls4, ATV, und zahlreiche andere Kanäle. Im Grunde müssten wir uns freuen, denn sie kosten uns nicht viel, ausser manchmal unsere Nerven und eine anständige Satellitenschüssel am Dach. Sie bieten dem Konsumenten Werbung, dem Faulen die Talkshows, dem Kochmuffel die Kochshows, dem Shoppingfreudigen die Shopping Queen, und sie bieten dem Hirn jede Menge Entspannung an.

Sie schiessen wie Pilze aus dem Boden, bieten dem Publikum alles, was unter und über einem gewissen Niveau liegt, unterhalten uns und regen uns auf, die privaten Fernsehkanäle. Sie sind wie Drogen, man kann die Finger einfach nicht von ihnen lassen, aber sie tun uns unheimlich gut, sind fast ohne Nebenwirkungen und machen uns glücklich. Die einzigen Nebenwirkungen vom Privatfernsehen sind: Es macht uns süchtig nach mehr Fernsehen. Es lässt uns das Niveau der einzelnen Shows und Reality Soaps annehmen. Es lässt uns das schwere Kopfdenken vergessen und flösst uns leichte Kost ins Hirn ein, damit der Kopf nicht mehr so viel denken muss. Die Hausfrau kann nebenbei bügeln, kochen, putzen und Wäsche waschen, ohne dass sie sich fernsehtechnisch anstrengen muss. Das Privatfernsehen zeigt uns täglich, dass andere Leute genauso leiden wie wir, und das macht uns in gewisser Weise zufrieden, weil wir Gleichgesinnte finden.

Interaktive Fernsehsender

Sie sind im Kommen, liegen im Trend, und man muss erst testen, ob sie unser Leben tatsächlich verändern, aber Fakt ist, das interaktive Fernsehen mit richtigen Wunschkanälen boomt. YouTube zählt dazu. Man kann sich alles von unterwegs aus anschauen, einzelne Kanäle abonnieren, und man hat grenzenlose Auswahl, weil jeder mitmacht und theoretisch seinen eigenen Fernsehkanal starten kann. Themenkanäle boomen, und wir sind auch zunehmend bereit, dafür zu bezahlen.

Meine YouTube Kanäle sind etwas für harte Amateurzuschauer, denn wenn ich eines nur schleppend kann, dann ist es das Moderieren. Als Jugendliche habe ich bereits Worte verschluckt, einen Frosch im Hals gehabt, und heute ergeht es mir nicht viel besser, aber den egobezogenen Eigenkanal musste ich einfach starten. So wie ich denken viele Leute, starten einen Themenkanal, werden immer besser und gewinnen Abonnenten. Und so boomt das interaktive Fernsehen.

Eines Tages klatschen wir das Fernsehbild als Hologramm an die Wand, starten eine App, die unsere Lieblingskanäle speichert, füttern die App mit unseren Wünschen und Vorlieben, damit sie uns besser kennenlernt, und dann schauen wir von morgens bis abends nur noch das an, was uns interessiert. Hoffentlich kann unser Hirn dann noch abschalten, weil unter dieser Informationsflut geht es unter. Aber es könnte auch sein, dass wir glücklich damit sind.

Wie viele Lieblingsfernsehsender braucht man?

Haben Sie zufällig auch einen Fernsehsender, den Sie täglich konsumieren? Mein Lieblingssender ist RTL, aber manchmal gehe ich ihm fremd, weil ich medial gesehen, polygam lebe und auch andere Sender attraktiv finde. Ich kann in der TV Welt einfach nicht treu sein. Und so schaue ich mindestens zwei- bis dreimal pro Woche das RTL Mittagsmagazin, denn man will ja nicht von gestern sein, wenn die ganze Welt vom aktuellen Morgen spricht.

Mein zweiter Lieblingssender ist n-tv, das volle Kontrastprogramm. Ich brauche die sich wiederholenden Nachrichten, gepaart mit Aktienmeldungen und Börsengeschehen, denn ohne diese nackte Sachlichkeit würde ich in ein heilloses Defizit an Realität abdriften und zum Soap schauenden Couchpotato werden. Aber meine Hausschuhe ziehe ich schon noch aus, wenn ich auf der Couch liege. Die Wirtschaftsnews holen mich immer wieder in die harte Realität zurück und zeigen mir, dass ich etwas für mein Geld arbeiten muss.

Mein dritter Lieblingssender ist Sat 1, denn wenn ich mich so richtig gehen lasse, liege ich am Sofa und sehe mir der Reihe nach die Gerichtssendungen, Polizeisendungen und Mordkommissionen an, wobei ich mit erschreckender Regelmässigkeit am Alexander Hold kleben bleibe.

Mein vierter Lieblingssender ist PRO7, wo ich den Models beim Laufen zusehe, wenn Germany wieder ein neues next Top Model aussucht. Ausserdem gönne ich mir Galileo, damit ich nach dem Modelcasting nicht vollends verdumme, denn wenn man als Blinde mit zwei Glasaugen den Models beim Laufen zusieht, lernt man optisch nicht viel.

Ich nehme mir dann hin und wieder die Freiheit und schaue auf dem österreichischen Fernsehsender Puls 4 die neuesten Tratschelemente, die Österreich zu bieten hat, wobei ich gleich danach die Nachrichten auf ORF 2 konsumiere, wenn mein ausgelaugtes Hirn nach Bildung schreit.

Bitte, hin und wieder verirre ich mich auch auf VOX zu den Stars und Sternchen, da habe ich bereits die Auswanderer bis ins hinterste Welteck begleitet, obwohl ich mich selbst nicht aus dem Haus bewegte. Ich habe Daniela Katzenberger bereits zugesehen, als sie in voller Pracht vor der Playboy Villa stand und kurz danach auf Mallorca das Cafe Katzenberger eröffnete. Als ich dann noch Harald Glööckler beim Tapezieren in Russland zuschaute, wurde es für mich wieder Zeit für die Nachrichten.

Ich schaute auch schon zwischendurch auf RTL2 den Frauen beim Frauentausch zu. Man gönnt sich ja sonst keine leichte Kost. Ausserdem gönne ich mir manchmal ein heisses Stück reinste Dekadenz, wenn ich den Geissens beim Jetset Leben zusehe. Familie Geiss könnte mich ruhig einmal einladen, dann esse ich ihnen den Kühlschrank für ein Dankeschön leer. Ich glaube, in diesen elitären Kreisen bekommt die Kühlschrank Inhaltsversicherung wieder ordentlichen Rückenwind geboten.

Welcher Fernseher passt zu Ihnen?

Technik

Welcher Fernseher steht bei Ihnen im Wohnzimmer? Meine Mutter kaufte sich einen neuen und will ihn mit ins Grab nehmen, damit sie auch nach dem Tod die Nachrichten auf n-tv nicht verpasst. Sie ist weit über 70 Jahre alt, also stehen die Chancen gut, mit dem gekauften Modell einen Sarg zu teilen.

Ich kann mich von meinem alten Röhrenfernseher nicht trennen, habe mich aber inzwischen für einen modernen Flachbildfernseher entschieden, sozusagen als Zweitmann im Haus, denn mein erster Mann ist mein Lebenspartner und der dritte Mann ist der alte Fernseher, der bald einen Knick in der Optik besitzt.

Ich sehe übrigens auch als Blinde noch fern. Wenn mein Partner vor dem TV Gerät steht, rufe ich jedes Mal, er soll sich bitte zur Seite stellen, damit ich etwas sehe.

Bitte, seinen Fernseher muss man mit Bedacht wählen, denn er ist eines der wichtigsten Utensilien im Haushalt. Immerhin begrüsst er uns morgens pünktlich zum Kaffee trinken und schläft mit uns nachts nach den Spätnachrichten ein. Die Welt ist gross, es passiert viel, das muss alles kompakt verpackt in unserem Wohnzimmer Platz finden.

Einst regierte die herkömmliche Fernsehantenne unser Geschehen im Wohnzimmer. Der Fernseher war ein grober Klotz, den wir alle liebten. Heute hat sich der Fernseher einer Diät unterzogen und ist seither schlank und flach. Die Fernsehantenne hat in manchen Städten bereits ausgedient und lungert am Dachboden herum. Aber der alte Fernseher war stabil und nicht umzubringen.

So wie es der heutige Fortschritt in der Technik will, ist mit dem Flachbildfernseher, der die Sicht von der Coach aus auf den Balkon nicht mehr versperrt, das Digitalfernsehen ins Wohnzimmer eingezogen. Wir zahlen nach wie vor die GEZ Gebühren und haben zusätzlich hunderte Programme zur Auswahl, die wir früher nicht kannten. In Österreich liefert der Kabelanbieter UPC sogar den Playboy Kanal in seinem erweiterten Angebot ins Haus.

Ich musste das als männlich denkende Frau sofort ausprobieren und liess gleich den Playboy bei mir einziehen. Gespannt starrte ich lustvoll auf den Fernsehbildschirm und wartete. Ich warte heute noch auf das Playboy Programm, denn es startet erst um 23 Uhr nachts, genau zu dem Zeitpunkt, an dem ich schlafen gehe, und es endet um 6 Uhr morgens, wenn ich wieder aufstehe. So muss es Sonne und Mond ergehen, die sich in ihrem ehelichen Himmelsleben nie sehen, denn wenn er aufsteht, geht sie schlafen.

Digital TV ist aber abgesehen von den ungünstigen Zeiten des Playboy Kanals eine nette Erfindung. Es gibt zusätzliche Themensender, die den ganzen Tag das gleiche Thema senden. Die lassen kein Detail aus. Man kann den Shoppingkanal gucken, bis die Augen vor Entsetzen zu rollen beginnen, denn es existieren plötzlich zahlreiche Shoppingkanäle. Und das alles gibt es bereits ab 4 Euro im Monat bei einigen Anbietern. Allerdings sind andere Digitalfernsehen Anbieter wesentlich teurer, deshalb sollte man sich vor der Anschaffung der Zusatzkanäle die verschiedenen TV Anbieter genau ansehen, Preise vergleichen und die Bindungsfristen beachten.

Das gestochen scharfe Bild hat so seine Tücken und Aussetzer. Manchmal friert das Bild ein, manchmal der Ton, und im Idealfall frieren Bild und Ton gleichzeitig ein. Der Router muss des öfteren neu gestartet werden, aber was tut man nicht alles für den Playboy Kanal in der Nacht.

Die heutigen Schnäppchen TV Anbieter des digitalen Fernsehens lassen die Sendungen über die Internetleitungen laufen. Wenn da zu viele Leute die gleiche Sendung ansehen, kann es zu Engpässen in den Leitungen kommen, sodass der kleine Banny Hase nur noch durch das Bild humpelt, denn zum Hoppeln ist die Leitung zu klein. Das Zauberwort heisst Glasfaser Kabel, welches zukünftig das herkömmliche Kabel einer Internetleitung ablöst.

Wenn man die kleinen Pannen schnell vergisst, ist das Digitalfernsehen eine echte Bereicherung für das Wohnzimmer. Arbeitslose wissen endlich, was sie mit dem lieben langen Tag anfangen werden, Studenten haben immer eine gute Ausrede, um nicht zur Uni zu gehen, und ich mache es mir vielleicht zukünftig nachts vor dem Sofa am Teppich bequem.

Der Fernseher, der auf Bewegungen reagiert

Was hat uns die Technik jetzt schon wieder für ein neues Spielzeug in die Wiege gelegt? Ein Fernseher, der auf unsere Bewegungen und Gewohnheiten reagiert, soll jetzt in die Wohnzimmer der TV Fans einziehen. Er achtet auf Mimik und Gestik, auf den Augenaufschlag und die Körpersprache der Menschen. So erkennt der Fernseher, wann er leise sein muss, weil ihn niemand beachtet, und wann er sein Programm ausliefern muss, weil alle gespannt in den Bildschirm schauen.

Das ist wahrlich eine multimediale Sensation, und ich frage mich wieder, wann die ersten Mechas auf die Welt kommen, die uns Menschen dann ersetzen werden? Übrigens kann so ein Fernseher vielleicht bald ein Gespräch am Frühstückstisch eröffnen, wenn Er und Sie sich nichts mehr zu sagen haben. Da können ganze Ehen vor der Langeweile gerettet werden.

Übrigens ist die Fernbedienung, die immer wieder verschwindet, weil man gerade darauf sitzt, bald Vergangenheit. Ich glaube, mich erinnern zu können, dass wir einst den Fernseher nur am Apparat selber an und aus machen konnten, aber damals gab es ja auch nicht so viele Fernsehsender.

Der Fernseher im Wohnzimmer

Welcher Fernseher passt ins Wohnzimmer? Er wird ja automatisch zum Möbelstück, wenn er sein Design an den Rest des Raumes anpasst. Was nützt ein grosszügig geschnittener Fernseher, ein überdimensionale grosser Flachbildfernseher, wenn das Wohnzimmer nur wenig Fläche besitzt? Dann sitzt man knapp davor und kommt sich vr wie im Kino in der ersten, unbeliebten Sitzreihe, direkt auf die Leinwand gepresst. Ein Fernsehgerät muss sich in den Raum schmiegen wie eine Katze, die förmlich eine Einheit mit dem Pelzmantel bildet, auf welchem sie liegt.

Was macht der Fernseher im Schlafzimmer?

Ein Fernseher gehört nicht ins Schlafzimmer. Er zerstört die wildeste Leidenschaft zweier Liebenden. Wenn erst einmal die Sendung mit der Maus läuft, ist alles andere gelaufen. Der Fernseher raubt uns auch den gesunden Schlaf, da nützt die beste Matratze nichts. Wer mit den Nachrichten ins Bett geht, schläft nachweislich schlechter.

Kino oder Heimkino?

Fernbedienung für den FernseherKaum zu glauben, wir hatten einen richtig stabilen Fernseher im Wohnzimmer, einen robusten Rentner, so einen mit strahlender Röhre. Für mich hatte der Fernseher Ausstrahlung. Mein Lebenspartner meinte jedoch, er stellt mich zusammen mit dem alten Röhrenfernseher ins Museum, denn beide werden wir langsam antik. Bitte, dies gab mir zu denken, denn vor kurzem bügelte ich eine meiner Falten mit Oil of Olaz flach, aber das darf ich als Naturfanatikerin nicht laut schreiben.

Auf jeden Fall hatten wir nach langer Überlegung unser gemütliches, aus Möbeln zusammengewürfeltes Wohnzimmer ausgetauscht und in sterilem Weiss eingerichtet, mit Hochglanzmöbeln. In mir stieg das Bild hoch, wie es wohl aussehen würde, wenn die Kleinkinder meiner Bekannten zu Besuch sind und sich in den Möbeln verewigen.

Plötzlich, mitten in meiner Gedankenflut kam mein Partner mit einem riesengrossen Flachbildfernseher an, einem 60 Zoll Bildschirm. Ich sage Ihnen, der reichte von der Wohnzimmertüre bis zur Balkontüre und versperrte mir den Weg in die Küche, wo ich doch so gerne am offenen Kühlschrank stehe und esse. Der Flachbildfernseher war so flach, dass auch sein Ton zu flach war, um anständig fernzuhören. Ich bin blind, bitte, für mich hätte er nur den Ton mitbringen müssen.

Und so kam es, dass sich mein Lebenspartner zusätzlich zum Monster eine monströse Soundbar kaufte. Jetzt hatten wir den Ton, den ich mir vorstellte, aber dafür war kein Platz mehr im Wohnzimmer. Ich dachte mir nichts dabei, machte ab jetzt einen kleinen Umweg zum Kühlschrank und glaubte, den Sex haben wir ohnehin im Schlafzimmer, den können wir nicht verpassen.

In den nächsten Wochen bastelte mein Partner an einem Heimkino, kaufte gefühlte 1000 Kabel und verband sie miteinander. Voila, jetzt sitze ich mit meinem imaginären Hund im Schlafzimmer, ich im pinken Zobel, er in seinem pinken Zöbelchen, und wir warten bis auf Weiteres auf ein wiederkommendes, intaktes Bettgeschehen. Ich schwöre, ein Heimkino ist Gift für eine körperlich anregende Beziehung, da spielt sich der Sex nur noch im Kopfkino ab.

Das Heimkino ist Kino ohne störendes Popcorn

Neulich sass ich mit meinen Glasaugen im Kino und starrte die Leinwand an. Bitte, seit ich blind bin, muss ich mich erst daran gewöhnen, dass Blinde fernhören anstatt fernzusehen. Ich war ja heilfroh, dass ich mir keinen 3D Film ausgesucht hatte, denn den hätte ich mir mit meinen Glasaugen wahrlich nicht verinnerlichen können. Auf jeden Fall war es für mich eine seltsame Erfahrung, als Vollblinde im Kino zu sitzen und einen Blick auf die Leinwand zu werfen. Aber das Essen beim Mexikaner danach, das hat geschmeckt. Bei gutem Sex schmeckt ja auch die Zigarette danach köstlich.

Auf jeden Fall gewöhne ich mich an das grosse Leinwandflair, denn für mich ist das Kino mehr als nur zwei Stunden reiner Filmgenuss. Und deshalb bevorzuge ich Kinocenter, die neben dem Film mehr bieten, als nur die letzte Sitzreihe, in der man keine verschütteten Popkörner von hinten an den Kopf geklatscht bekommt.

Wer ins Kino geht, möchte sehen und gesehen werden. Er möchte Popkorn essen und andere Leute neben sich sitzen haben, die ebenfalls Popkorn essen. Aber will der Kinogeher das wirklich? Im Grunde gehen wir ins Kino, weil wir einen Film sehen möchten, der im Fernsehen noch nicht läuft und auf DVD noch nicht erhältlich ist. Wir möchten den Film sehen, damit wir mitreden können. Aber die Leute um uns herum brauchen wir nicht unbedingt während des Films, denn da möchten wir unsere Ruhe haben.

Heute ist es aber schon möglich, die neuen Kinofilme per Pay TV direkt nach Hause zu holen. Ein Heimkino mit unglaublichem Dolby Surround System macht den Fernseher zum Kino, und das Popkorn kann man auch an jeder Ecke kaufen, das raschelt zu Hause genau so gut wie im Kino. Nur der störende Sitznachbar, der beim Popkorn essen so schmatzt, der bleibt draussen, denn für ihn ist die Wohnung einfach zu klein. Wenn wir das Kino zu uns nach Hause einladen, brauchen wir nicht mehr ins Kino zu gehen. Die Couch ist viel gemütlicher. Und wenn wir Leute um uns herum brauchen, laden wir Freunde ein.

Stirbt das Kino zugunsten des Heimkinos aus?

Ist denn das Kino eine edle Rasse im TV Geschehen, welche vom Aussterben bedroht ist? Wenn jeder sein eigenes Heimkino besitzt, treffen sich die Leute ja nicht mehr zum Gespräch, denn jeder sitzt alleine zu Hause am bequemen Sofa und glotzt in sein Heimkino hinein.

Das traditionelle Kino kann gerettet werden. Man baut es einfach zur Wohlfühloase um. Kinocenter mit eingebauter Diskothek, einigen Restaurants, einigen Bars und Unterhaltungsmöglichkeiten, die laden zum Essen und Reden ein. Wenn man schon einmal hier ist, schaut man sich auch gerne einen Film an. So lebt das Kino von heute noch einmal richtig auf. Für alle kleinen und alten Kinos heisst das entweder zusperren und den Laden aufgeben, oder umbauen und für mehr zusätzliche Unterhaltung sorgen. Dann klappt es auch mit den Besuchern besser.

 


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