Die Gesellschaft ist ein Haufen voller Leute, ein K„fig voller Narren, eine Elitetruppe voller Intellektueller, eine Ansammlung von Menschen, die individuell handeln, jedoch miteinander agieren und verbunden sind, entweder durch eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Aktivit„ten, ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsame Denk- und Handlungsweise, oder durch Kultur und Tradition, denn der Tirolerhut und das Wiener Schnitzel sind begehrt wie nie. Im ethnologischen Sinn ist eine Gesellschaft eine grosse Menge an Menschen, welche gemeinsame Werte und šberzeugungen verfolgen, quasi ein Volk auf zwei Beinen.
Eine Gesellschaft ist in staatlicher Hinsicht das Brgertum des jeweiligen Staates, mit Rechten und Pflichten, liberal, sozial, ethisch gehoben, moralisch verpflichtet, aber dennoch individuell interagierend handelnd, rechts oder links orientiert denkend, denn nicht jeder tanzt in der Mitte Walzer. Man sollte die Gesetze eines Landes kennen und befolgen, man darf sich jedoch nicht unterbuttern lassen, auch wenn man in Butter gebettet ganz weich liegt.
Im wissenschaftlichen Sinn ist die Gesellschaft eine Organisation, eine Institution, welche sich mit den geistigen, fachlichen, sachlichen und wissenschaftsnahen Gebieten besch„ftigt. Bildung, Schulen, Universit„ten, Akademien, all dies dient der fachspezifischen Aus- und Weiterbildung, fhrt wissenschaftliche Arbeitsweisen zusammen und dient dem Fortschritt im Denken und Handeln. Alles andere erledigt der Handwerker, denn ohne ihn l„uft nichts ausser der tropfende Wasserhahn, der vom Akademiker kaum repariert werden kann.
Die Gesellschaft kommt wortw”rtlich von gesellig, von Gesellenschaft, von einem Miteinander diverser Gesellen, die das gleiche Handwerk ausben. Sogar in einer Wohngemeinschaft gesellt sich gleich und gleich gerne, und so wird unsere Gesellschaft immer wieder unterschiedliche Gruppierungen bilden, die sich abgrenzen, aber trotzdem miteinander leben und in Verbindung bleiben, denn gleich und gleich gesellt sich gerne.
Unter den Begriff der Gesellschaft fallen biologisch gesehen alle Lebewesen, bis hin zu den Bakterien, denn alles kommuniziert miteinander. Darmbakterien kommunizieren mit unserem Gehirn und senden Botenstoffe aus. Hautbakterien kommunizieren mit der Aussenwelt und schtzen uns vor Keimen. Und so steht jedes Lebewesen mit allem in gewisser Weise in Kontakt, ganz nach dem Motto, fressen und gefressen werden, leben und sterben.
Auch Pflanzen sind Gesellschaft, kommunizieren miteinander, k”nnen sogar h”ren und empfinden Schmerz, wenn wir in sie hineinbeissen. Einige Pflanzen sind so schwer verdaulich, dass sie unseren Darm sch„digen, weil sie Schutzh„rchen besitzen, damit sie bloss nicht gefressen werden. Dies k”nnte interessant fr die vegane Gesellschaft sein, die nur aufgrund ethischer Grnde vegan lebt. Pflanzen k”nnen nicht davonlaufen, wenn sie zu Nahrung verarbeitet werden, und so gesehen ist auch der eingefleischte Veganer ein Fremdkanibale, quasi ein M”rder, wenn er die Blume im Salat diniert.
In der Soziologie und in der Anthropologie ist die Gesellschaft eine Gruppe von Menschen, die miteinander in Kontakt treten, eine Menge an Individuen, an sozial denkenden und sozial handelnden Menschen, die miteinander in Verbindung stehen und voneinander profitieren. Nur der Egoismus des Einzelnen kann dieses Gruppenverh„ltnis st”ren und zu ungleichen Gesellschaftsstrukturen fhren. Wenn wir jedoch jeden einzelnen Egoisten so hinnehmen, wie er eben ist, leben wir automatisch besser, weil wir uns ber niemanden mehr zu „rgern brauchen, da uns der Žrger ohnehin nur das Dopamin raubt.
Die Gesellschaft bedeutet in der Soziologie Geselligkeit, ein reges Miteinander, ein Geben und Nehmen, freinander dasein, miteinander das Leben geniessen, Integration und Akzeptanz, migration anstatt Remigration, Toleranz und ethisch moralisch h”chste Qualit„t gegenber der N„chstenliebe. Das Gesellschaftsleben beeinflusst unseren Alltag. Wer sich in die Gesellschaft integriert, soziale Kontakte pflegt und seine Freunde und Familie liebt, geniesst das Leben intensiver als jemand, der einsam zu Hause sitzt und ber die negativen Seiten des Lebens nachdenkt, w„hrend er daumenlutschend am Fingernagel kaut.
Studien ber die Einsamkeit haben ergeben, dass man sich trotz tausender Onlinekontakte einsam fhlen kann, wenn die kommunikativen und gefhlsbetonten Bedrfnisse nicht gedeckt werden. Der Mensch sucht k”rperliche N„he, Vertrauen, Spass und Entspannung. An Ameisen wurde bereits getestet, dass man verwahrlost, wenn man sich aus der Gesellschaft entfernt oder isoliert wird. Die Ameisen, die alleine gehalten wurden, von der Gruppe getrennt lebten, putzten sich nicht mehr regelm„ssig. Auch wir Menschen k”nnen am eigenen Leib spren, wie ein Leben abseits der Gesellschaft uns pr„gt, denn einsame Menschen, die nur noch virtuelle Kontakte pflegen, pflegen auch ihren K”rper seltener, igeln sich ein, verharren in engstirnigen Ansichten und werden zu Eigenbr”tlern, weil sie im eigenen Sud brodeln und ihre eigenen Br”tchen backen. Man wird antisozial, manchmal sogar aggressiv und ungerecht, aber man stirbt nicht dran, weil fettige Haare und ungewaschene Fsse haben noch niemanden um die Ecke gebracht.
Eine moderne Gesellschaft ist soziologisch gepr„gt, lebt nachhaltig, betreibt Recycling und Sharing, vereint Umwelt und Technik in einer Symbiose miteinander, und sie beginnt, durch geplante Klimaziele die Erde und ihre Sch„tze zu schtzen. Und wenn wir unsere selbstgemachten Probleme, wie beispielsweise die Steueroasen, die ungleiche Verteilung der Ressourcen, das schnelle Geld an den B”rsen, die Ausgrenzung von Minderheiten, etc. in den Griff bekommen, sind wir eine supermoderne Gesellschaft. Bis dahin leben die Superreichen jedoch noch einmal ausgiebig im Prunk und Protz, die Kluft zwischen Arm und Reich wird gr”sser, und die Privatjets verpesten die Luft. Die moderne Gesellschaft ist tolerant, hat alte Muster l„ngst abgelegt und strebt danach, den hundertj„hrigen Weltfrieden zu feiern. Deshalb verhandeln wir heute lieber, weil uns der Krieg Angst macht, wenn die Waffen sprechen und die Menschen wie Ameisen get”tet werden. Manchmal verharren wir jedoch noch im Mittelalter, wenn wir trotz grosser Friedensbemhungen zuschauen mssen, wie einzelne Machthaber aus machtgier oder idealistisch gepr„gten, quasi fanatischen Vorstellungen Kriege beginnen, die ganze V”lker ausrotten, unter dem Deckmantel der Demokratie oder der Selbstverteidigung.
Die moderne Gesellschaft ist selbstbewusster geworden. Es gab Zeiten, in denen musste die Frau ihren Mann um Erlaubnis fragen, wenn sie arbeiten wollte. Heute sind viele M„nner Hausm„nner, wickeln die Babys, und die Frauen ben Jobs im h”heren Management aus. Wahrlich, Zeiten und Gesellschaftsmodelle „ndern sich, nur der Mensch bleibt in seinem Grundwesen so, wie er eben ist, ein selbstloser Egoist.
Die feine Gesellschaft ist elegant bis edel bestckt, geniesst das Dasein und aalt sich in dekadentem Lifestyle, wenn der Trendsetter zum Jetsetter wird und nach New-York zum Shopping fliegt. Das Gegenteil von arm und einsam ist reich und gesellschaftsf„hig, und so blht die High Society neben dem allgemeinen Fussvolk, wenn die Creme de la Creme feiert, tanzt und lacht. Die vielen Service-Clubs, wie etwa die Lions, die Kiwanis, die Rotarier, die Soroptimisten, sie verbinden arm und reich miteinander, wenn sie sich fr wohlt„tige Zwecke einsetzen und Charity Veranstaltungen organisieren. Ich liebe die Serviceclubs, da ich meinen Teil dazu beitragen kann, H„ndchen schtteln und Spendengelder einsammeln. Schon alleine deshalb sollte man die High Society nicht verachten, denn wir leben nun einmal in einer Gesellschaft, in welcher der Arme und der Reiche vertreten ist, das Geld ungerecht verteilt, und das Glck einseitig ausgeschttet wird.
Wir arbeiten zwar zunehmend daran, dass die Schere zwischen Armen und Reichen nicht weiter auseinanderklafft, aber die Menschheit hat uns ber die gesamte Evolution hindurch gezeigt, dass der Erfolg des Geldes so gut duftet, dass man auf ihn kaum verzichten m”chte. Eine Gesellschaft voller Luxus und Dekadenz verlernt zunehmend, wie das Basisleben funktioniert, aber das Bett in der Hotelsuite ist t„glich frisch bezogen und l„dt zum Schlummern ein. Und so sollten wir die High Society so weit es m”glich ist, akzeptieren, denn ich k”nnte schw”ren, man lebt besser, wenn man sich nicht ber jeden Menschen „rgert, der mehr Geld besitzt als das eigene Ego besitzen k”nnte.
Die sogenannte Societas, die Gesellschaft als rechtliche Form, knpft an die lukrative High Society an, ist eine Personengesellschaft, eine Kapitalgesellschaft, eine Genossenschaft, quasi eine Personenvereinigung, die auf unbestimmte Zeit ihre gemeinsamen Ziele verfolgt. Der einzelne Gesellschafter unterliegt zwar dem jeweiligen Gesellschaftervertrag, kann aber jederzeit aussteigen, wenn er sich an die Bedingungen h„lt. Eine Aktiengesellschaft ist beispielsweise so gut oder schlecht, wie die jeweiligen Aktion„re, die sensibel auf die M„rkte an der B”rse reagieren und sekundenschnell handeln k”nnen. Dies kann zu enormen Turbulenzen fhren und stabile Strukturen in der Wirtschaft zerst”ren, aber einer gewinnt immer und ist nachher milliardenschwer.
Die Gesellschaft ist sozusagen als Unternehmen t„tig, als Form einer Firma bekannt, beispielsweise die GmbH, wobei wir in Zeiten der Finanzkrisen und Wirtschaftskrisen sagen mssen, dass die gesamte Gesellschaft eine beschr„nkte Haftung im Denken besitzt, wenn Gesetze entworfen werden, welche dem windigen Unternehmer s„mtliche Tren zum Betrug ”ffnen. Wer hunderte GmBhs er”ffnet, nur um keine ausfhrliche Billanz erstellen zu mssen, nur um dem Apparat der Kontrolle zu entgehen, steigt hoch empor, aber er f„llt tief, wenn sich die M„rkte wandeln. Dies ist Rene Benko mit seiner Signa Holding passiert, als die Null-Zins-Politik sich dem Ende zuneigte und sich der Pleitegeier vor dem Insolvenzverwalter verneigte.
Firmen sind Gesellschaften, die im positiven Sinne fr unser Wohl sorgen, uns n„hren und Arbeit geben, und im negativen Sinn k”nnen sie zu Schuldenschleudern mutieren, wobei fast immer der Steuerzahler eine Schulden-Ohrfeige bekommt, wenn er sich zwangsweise aktiv an der Schuldentilgung beteiligt. Die Gesellschaft als Firma ist sozusagen eine eierlegende Wollmilchsau mit grossem Potential, oder eine Ratte, die Fl”he abwirft und die symbolische Pestbeule hinterl„sst.
Zunehmend mssen wir bemerken, dass wir uns in einer Zweiklassen Gesellschaft bewegen, Arm und reich, quasi Bettelarm und Superreich, der Privatier und der Bettler am selben Strassenrand, wobei einer gibt und einer nimmt, gesund und krank, geimpft und ungeimpft, der Verschw”rungstheoretiker und der Mainstream Mensch, der Privatversicherte und der Kassenpatient, Menschen mit und ohne Handicap, mit und ohne Bildung, und der Normalverbraucher, der sich das alles gefallen l„sst. Bitte, selbst der Ungebildete besitzt ein gewisses Ausmass an Einbildung, und selbst der „rmste Bettler hat bei uns ein Dach berm Kopf, wenn er sich um seine Obdachlosenunterkunft kmmert, aber in vielen L„ndern der Erde triften seit l„ngerer Zeit ganze Gr„ben in der Gesellschaft auseinander, wenn der Bettler nicht mehr um den bet„ubenden Schnaps, sondern um eine essbare Pizza bettelt, da er nahe am Verhungern ist.
Der Mensch zweiter Klasse wird niedriger bewertet, bekommt weniger und fhlt sich arm. Der Mensch erster Klasse fhlt sich klasse, weil er zuvorkommend und gut behandelt wird. Die L”sung dieses Problems liegt entweder in der sozialen Marktwirtschaft, in der Abschaffung des Kapitalismus, in gegenseitiger Liebe, oder darin, dass die Welt wieder enger zusammenrckt und man sich gegenseitig hilft. Bitte, ich bin gr”ssenwahnsinnig, wenn ich mir einbilde, alle Menschen w„ren gleich, und ich bin blind, wenn ich mir ansehe, wie der Manager seine teure Uhr am Handgelenk tr„gt, w„hrend der Bauarbeiter die Ziegel in seinen H„nden schleppt.
Man kmmert sich in der Zweiklassengesellschaft nicht mehr grossartig um seine Mitmenschen, befindet sich in der hauseigenen Blase der engen Freunde und Bekannten, geht seine Wege, l„sst die Regierungen regieren, nimmt sein Wahlrecht nicht mehr ernst, und wenn sich die Menschen zweiter Klasse auf die Menschen erster Klasse strzen, sich gegenseitig die K”pfe einschlagen, bleibt der Normalbrger einfach zu Hause und schaut zu, w„hrend er ein K„sebr”tchen verschlingt. Auch ich habe die Demos der Geimpften und der Ungeimpften im Fernsehen mitverfolgt, und mir wurde ganz bel bei dem Gedanken, dass wir uns in vielen Bereichen der Gesellschaft in einer florierenden Zweiklassengesellschaft bewegen. Schade, sagte die Made und verschwand im Speck, und dies tun viele Leute, um jeglicher Konfrontation aus dem Weg zu gehen.
Das gesellschaftliche Leben geht in zwei Richtungen, von bettelarm bis superreich, alles ist vorhanden, nur die gut brgerliche Mitte schw„chelt. Wenn man glaubt, das Jetset Leben sei vorbei, muss man sich nur die Superreichen anschauen, denn sie kaufen gerade alle Privatjets und Luxusyachten, die am Weltmarkt verfgbar sind. Megayachten, die gr”ssten Privatyachten der Welt, sie werden derzeit nicht nur gekauft, sondern fast gefressen, weil jeder, der sich so ein Unding leisten kann, l„nger und h”her baut als der andere. Als Yachtbesitzer hat man ja auch ein gewisses Prestige zu erfllen, jawohl, das verstehe ich. Was ich nicht verstehe, sind die Unsummen an Kerosin, die man fr den Betrieb so einer Privatyacht aufwenden muss, denn da verschmutzt man die Umwelt mehr, als wenn man in der Economy-Class in den Urlaub fliegt. Bitte, ber Privatjets, die auf der Privatyacht landen, um weltweit Steuern zu sparen, weil man nirgends sesshaft ist, darber wissen die wenigsten Leute Bescheid, aber ber den Massentourismus weiss man alles, was man zum l„stern ben”tigt. Ich warte ja sehnschtig auf meine S„nfte, die mich energiesparend, durch Muskelkraft angetrieben, von A nach B bringt, aber ich frchte, dieses Zeitalter ist durch die Revolutionen der Vergangenheit zerschlagen worden. Und ich k”nnte schw”ren, wenn die Lebensmittel weltweit knapp und sauteuer werden, dann erschl„gt man die Superreichen samt ihren Megayachten, aber dieses Zeitalter m”chte ich nicht live erleben, da verschwinde ich lieber im Zeitloch.
Die Zweiklassen Gesellschaft besteht unter anderem aus den Steuervorteilgeniessern und den Angestellten, die Steuern bezahlen. Manche Leute richten sich das Leben, wie sie s gerade bevorzugen, andere haben die M”glichkeit hierzu nicht. Die hoch spekulativen Aktion„re setzen auf Rohstoffe, Grundnahrungsmittel und Staatenpleiten, die Armen schuften in Afrika auf den Kaffeeplantagen, und wir sitzen vor dem Fernseher, schauen uns afrikanische Kaffeebauern an, w„hrend wir eine Tasse Espresso trinken.
Im eigenen Land haben wir auch mit einer Zweiklassengesellschaft zu k„mpfen, denn wir messen uns am Reichtum der unmittelbaren Nachbarschaft. Kinder von Akademikern haben bessere Chancen auf eine gute Ausbildung. Arbeitslose k„mpfen im Alltag ums šberleben. Mindestverdiener k„mpfen um mehr Lohn. Und zwischendrin sitzt jemand, der reich geerbt hat, das Leben geniesst und die Alltagsprobleme nicht kennt.
Man wird automatisch gut behandelt, bevorzugt bedient, umgarnt und hofiert, wenn man nach Geld aussieht, optisch etwas darstellt und selbstbewusst auftritt. Der Herr im Anzug mit passender Krawatte wird bevorzugt bedient, der Typ in l”chrigen Jeans und verwaschenem T-Shirt muss warten, bis er drankommt.
Eine Art Zweiklassen Gesellschaft bilden auch Menschen mit einem Handicap, auch wenn heute Gott sei Dank die Barrierefreiheit und die gegenseitige Akzeptanz, vor allem die Gleichstellung und die Gleichberechtigung, die soziale Toleranz voranschreitet. Dennoch werden Menschen mit Behinderung immer wieder benachteiligt. Dies beginnt bei mitleidenden Blicken, die ein Blinder glcklicherweise nicht sieht, bei bemitleidenden Worten, die ein Tauber nicht h”rt, und es zieht sich durch alle Gesellschaftsbereiche, wenn man Menschen mit einem Handicap wenig bis fast nichts zutraut. Da werden Blinde gefragt, ob sie alleine aufs Klo gehen, oder ein Wasserglas halten k”nnen. Ein Rollstuhlfahrer durfte einmal einen Bus nicht nutzen und musste den Heimweg antreten, weil die Bahn nicht kam, und ein Autofahrer mit Behinderung bekam einst keinen Parkplatz, weil ein Egoist drauf parkte und die Stadtverwaltung nicht reagierte.
In der Medizin sprechen einige Forscher bereits von einer Dreiklassengesellschaft, bestehend aus dem Kassenpatienten, dem Privatpatienten und dem reichen Patienten, der ohne Kassensystem jeden Spitzenarzt selber bezahlt und die bestm”gliche Therapie bekommt. Ich denke, wir mssen noch viel lernen, um wirklich gesellschaftstauglich zu werden.
Wir steuern auf Megatrends hin, welche unsere Gesellschaft in einen Wandel versetzt. Die aktuellen Gesellschaftstrends sind gepr„gt von Feuer und Luft, von Kampf und Gerechtigkeit, von Nachhaltigkeit und Ntzlichkeit. Wir k„mpfen um gerechtere Strukturen, teilen uns teilweise in fanatisch ideologische Lager auf, bek„mpfen Andersdenkende und merken selten, dass wir damit am Holzweg sind, denn nur gemeinsam kann eine Gesellschaft positive Frchte tragen.
Die Demokratie ist am Prfstand, die Diktaturen boomen, rechts und links gehen in der Politik stramme Wege, die zu Diskussionen anregen, alt und jung vereinen sich, denn der Teenager hat den Wert des Rentners erkannt und sch„tzt ihn, wir machen Karriere ohne Lehre, sitzen mit unseren akademischen Titeln am Chefsessel und verzichten dafr des ”fteren auf eine eigene Familie, aber Gott sei Dank, die Oma ist pr„sent wie nie, denn wir befinden uns in einer demographisch alternden Gesellschaft, die eiligst einen vollautomatisierten Pflegeroboter braucht, um Lebensqualit„t zu ernten. Wir werden kreativer, innovativer, pflegen und hegen die Umwelt, weil wir endlich soweit sind, die Klimagefahren zu erkennen. Und ich tausche immer noch die Plastikwasserflaschen ein, nehme mein Pfand entgegen und hoffe, niemals aus zerbrechlichem Glas trinken zu mssen, weil mir die Flaschen t„glich mehrmals entgleiten und zu Boden fallen. Ich finde, Bio und ™ko sind in unserer Gesellschaft wichtig und sollten sich daher zu Megatrends entwickeln, und fr alles andere gibt es Sodastream.
Ein Megatrend ist die knstliche Intelligenz, die sogenannte KI. Sie ersetzt alte Arbeitspl„tze durch neue Stellenangebote, erschafft neue Welten, hilft uns beim Lehren und Lernen, verknpft Menschen weltweit miteinander, kann jedoch bei unsachgem„sser Behandlung dazu fhren, dass wir bequem, tr„ge und dumm werden, wenn wir die KI vollst„ndig automatisiert fr uns arbeiten lassen.
Ein weiterer Megatrend sind die politischen Unruhen, die die Leute in zwei Lager spalten, Linke und Rechte, wobei viele Menschen zu Fanatikern werden und ihre Ziele notfalls auch mit Gewalt durchsetzen. Demos, Streitgespr„che, ganze V”lkerk„mpfe entstehen, wenn beispielsweise die AFD gegen andere Parteien k„mpft und umgekehrt, die anderen Parteien die AFD verbieten. Hier entstehen zwangsweise Unruhen, wenn man die Menschen gegeneinander aufhetzt. Besser ist es, man l„sst jeden Menschen weltweit so leben, wie er eben ist, und man sollte dort leben drfen, wo man sich wohlfhlt. Wahrlich, ich bin eine linke Socke.
Gesellschaftliche Trends kommen und gehen. Beispielsweise verfolgten wir einst den Trend der Genussmittel, der heute in den Trend des gesunden Lebensstils bergeht. In den 80er Jahren gab es giftiges Essen, man achtete nicht sonderlich auf die Umwelt, Zucker diente der Freude am Leben, und eingef„rbte Sssigkeiten mit bedenklichen Inhaltsstoffen waren Kult. Fettiges Essen, bequeme Fertiggerichte und ssse Nachspeisen bereicherten den Alltag. Die Leute waren vorwiegend dick und erholten sich vom drren Kriegszeitalter. Und heute steht das Trimmrad im Wohnzimmer, wir treiben Sport, bleiben schlank und fit, achten auf unsere Ern„hrung und celebrieren unsere Gesundheit.
Pl”tzlich kamen die Grnen, eine umweltfreundliche Bewegung, die es in die Elite der Politik geschafft hat. Wir begriffen, dass wir uns selber zerst”ren, wenn wir die Umwelt zerst”ren, und so wurden die Kernkraftwerke sicherer, erneuerbare Energie war am Vormarsch, die Autos wurden sauberer, der Wald wurde in unz„hligen Aktionen gereinigt, der Mll wurde getrennt und artgerecht entsorgt, eine Fitnesswelle schwappte ber unsere dicken K”rper und machte uns schlanker, und das fettige Essen war pl”tzlich mega-out.
In Sachen Bekleidung gab es viele Trends, was aus heutiger Sicht notwendig war, denn manche Klamotten aus den 70er, 80er und 90er Jahren waren Gift fr die Augen, da man sie kaum l„nger als ein paar Minuten anschauen konnte, ohne umzufallen. Heute ist die Mode stilvoller, eleganter und gesnder geworden, wenn man die Oversize-Kleidung fr die Frau wegl„sst und die eng taillierten pinken Sakkos fr den Mann ignoriert.
Die Gesellschaft ist gepr„gt von Kultur, wobei wir heute eher multikulturell leben und die jeweils anderen Kulturen akzeptieren, tolerieren und teilweise so gut finden, dass wir sie bernehmen. Aber auch die Tradition lebt, denn wir lieben unseren Ursprung, hten unsere Heimat und bewundern alte Menschen mit viel Lebenserfahrung. Wenn die Oma von frheren, l„ngst berholten Zeiten spricht, lieben wir sogar die alten kratzbrstigen Rosshaarmatratzen .
Die Gesellschaft lebt aus ihrer Vielfalt heraus und ver„ndert sich im Laufe der Zeit. Oft denken wir, frher war alles besser, da unser nostalgisches Retro-Gehirn das Erlebte meist positiver darstellt, als es tats„chlich war. Wir meiden Ver„nderungen, lieben das Altbew„hrte und frchten uns vor Neuerungen. Wer jedoch offen durch die Welt geht, freut sich auf jede Neuerung, liebt seine Mitmenschen, h”rt auf, als Moralapostel die Welt zu verbessern und erfreut sich an dem, was er hat.
Wir steuern zwar auf eine Art Zweiklassengesellschaft zu, die uns Unbehagen bereitet, aber wir sind so offen wie nie und leben soziale Werte in sozialen Strukturen, damit auch der Žrmste Lebensqualit„t erntet. So gesehen sind Ver„nderungen eine Chance fr uns alle.
Wenn sich unsere Gesellschaft in einem positiven Wandel befindet, k”nnen wir zumindest die kollektive Einsamkeit berwinden, da Toleranz und Akzeptanz hofiert und gelebt werden. Die individuelle, einzeln gefhlte Einsamkeit kann aber nur jeder einzelne Mensch fr sich selbst beenden, indem er sich Freunde sucht, die ihn m”gen und fr ihn da sind, auch nachts um 3:00 Uhr, weil Kummer und Sorgen kennen keine Uhrzeit.
Die Gesellschaft, ob geschlossen oder offen, ist wichtig, da sie soziale Funktionen erfllt. Gesellschaftliches Handeln ist wichtig, da man in der Einsamkeit seelisch und auch oft k”rperlich verarmt. Studien zeigen, dass einsame Menschen eher krank werden als Kontaktfreudige. Das heisst, wir brauchen uns gegenseitig. Der Mensch ist eben ein Gesellschaftstier und ben”tigt das sogenannte Rudel, um zu wachsen, sich weiterzubilden, sich positiv zu entwickeln und sich rundum wohlzufhlen.
Ein Aussteiger, der seit Jahren alleine auf einer Insel lebt, „usserte den Wunsch, eine Partnerin zu haben, denn es qu„lt ihn nichts so sehr wie seine Einsamkeit. Ein Bergbauer, der alleine seinen Bergbauernhof nur mit den Mitteln der Natur bewirtschaftet, wurde erst glcklich, als er eine Frau fand, die mit ihm leben wollte. Und wenn man sich anschaut, wie viele einsame Leute zu Hause sitzen und ihre tausenden Freunde auf Facebook unterhalten, nur virtuelle Kontakte pflegen, dann bemerkt man erst, wie engstirnig und einseitig diese Menschen werden, wenn ihnen die realen Impulse von aussen fehlen. Wahrlich, die Gesellschaft ist ein echtes šberlebensmodell.
Wir alle bereichern unsere Gesellschaft, jeder einzelne auf seine Art, besonders aber Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, aber auch die alten Menschen, die mit ihrer Lebenserfahrung punkten. Der junge Mensch kann vom alten lernen und umgekehrt, denn man lernt nie aus.
Babys sind klein, sehen niedlich aus, machen glcklich und brauchen unsere Frsorge. Sie sind der Grundstein des Lebens, des Weiterlebens, und sie bereichern unsere alternde Gesellschaft eines Tages dadurch, dass sie die Renten zahlen. Trotzdem ist Babygeschrei nicht unbedingt Musik fr die Ohren, und viele Leute st”ren sich dran. Immerhin schreit hier die potentielle Altersvorsorge, da muss man tolerant sein.
Kinder sind sss, kleine Zwerge, neugierig, wissbegierig, und sie lieben es zu toben. Genau dieses Kindergeschrei nervt viele Leute enorm. Und wenn ein neuer Kindergarten in ein Wohngebiet gebaut wird, schreien die Anreiner so laut, dass sie jedes Kindergeschrei bert”nen. Dabei sind Kinder doch so wertvoll. Sie sind laut einer Studie sogar ein Gesundheitsfaktor, selbst wenn sie lauter als Flugzeuge und Zge sind. Wir sollten Kindern bessere Chancen bieten, wir mssen Vorbilder fr sie sein, und wir drfen sie nicht mit dem Helikopter-Eltern-Prinzip zu kleinen Tyrannen erziehen, sonst ger„t die n„chste Generation aus dem Lot.
Wenn aus Babys und Kindern Jugendliche werden, wird es kritisch. Besonders in den Flegeljahren sollten wir Ohren und Augen zudrcken und abwarten, bis die Teenager erwachsen werden und sich wieder wie vernnftige Menschen verhalten. Der Teenager kann nichts fr sein aufmpfiges Verhalten. Es sind die Hormone, die in der Pubert„t berschiessen, da schiesst man dann automatisch bers Ziel hinaus. Gesellschaftlich gesehen sind Jugendliche brigens auch eine Bereicherung. Sie sind tolerant, sehen nicht alles so eng, leben das Leben in vollen Zgen aus, und sie haben eine eigene Jugendsprache, die so witzig klingt, dass man sie lernen m”chte, nur um mitreden zu k”nnen.
Rentner bereichern ebenfalls unsere Gesellschaft. Sie sind im Ruhestand, haben Zeit und k”nnen als Oma und Opa, oder als Leihgrosseltern die Kleinkinder hten. Sie fhlen sich zwar oft auf dem Abstellgleis, aber das muss nicht sein, denn heute gibt es fr Senioren ein reichhaltiges Angebot an Freizeitm”glichkeiten. Die Alten haben das Geld und die Zeit, es auszugeben. Und so arbeiten die M„rkte zunehmend mit der reifen Seniorengesellschaft zusammen und entwickeln Angebote extra fr sie.
Gesellschaftstauglich ist alles, was dem Wohl der Gesellschaft dient, und salonf„hig sind alle, die sich dem Wohl der Gesellschaft mehr oder weniger unterwerfen. So ist die Knigge ein gutes Werkzeug, um gesellschaftsf„hig zu werden, und ein Benimmkurs regelt die Salonf„higkeit.
Wie wird man salonf„hig? Man muss der Norm der Gesellschaft entsprechen, dem Salonpublikum gefallen, sich einfgen in das Konstrukt von Tradition und Neuerung, und man muss tolerant genug sein, um alles zu ertragen, was nicht der Norm entspricht. Um in unserer Gesellschaft Oberwasser zu gewinnen, sollte man sich seiner selbst bewusst sein, eine gewisse Selbstsicherheit ausstrahlen, gesellschaftliche Anerkennung und Prestige ernten und ein gutes Image aufbauen. Hierzu ben”tigt man starke Nerven, denn man mus sich durchsetzen und auch Dinge hinnehmen, die einem nicht gefallen. Coolness, Frechheit und eine steile Karriere stehen in unserer derzeitigen Gesellschaft hoch im Kurs. Wir unterscheiden drei wesentliche Menschentypen, den Macher, den Kontakter und den Analyst. Werden Sie ein Macher und streben Sie das Leben an, das Ihnen zusteht.
Man ben”tigt einen guten Namen und einen guten Ruf, einen Beruf, der Freude macht, und man sollte sich mit Menschen umgeben, die positiv denken, mit denen man gerne zusammen ist. Man sollte eine gewisse Pers”nlichkeit in sich beherbergen, die als Fhrungskraft taugt, einen grossen Freundes- und Bekanntenkreis pflegen, gut situiert sein, gesellschaftsf„hige Hobbies und Interessen haben, die besten Clubs kennen, und man braucht Geld. Gutes Aussehen hilft auch, um gesellschaftlich zu punkten. Immer wieder kann man n„mlich beobachten, dass sch”ne Leute, schlank, top gestylt, edel gepflegt, leichter durchs Leben schreiten.
Top Jobs werden gut bezahlt, Hilfsarbeiter mssen jeden Cent umdrehen. Und somit w„re bewiesen, dass wir derzeit in einer oberfl„chlichen Gesellschaft leben, in welcher man sich durch Optik, Prestige, Image und frechem Selbstbewusstsein nach oben hinauflebt. Hier k”nnen viele Leute nicht mithalten, fordern ein bedingungsloses Grundeinkommen und landen in der Burnout-Klinik.Es werden jedoch Zeiten kommen, in denen dieses Ungleichgewicht reguliert wird. Dann z„hlt Leistung mehr als Sein und Schein.
Wenn wir gesellschaftlich gesehen tief fallen, werden wir entweder zu fanatischen Aussteigern, kritisieren die Reichen und Sch”nen, oder wir h”ren auf zu leben. Immer mehr Menschen sehnen sich nach dem grossen Glck, nach einer Gesellschaft, in der auch der gr”sste Versager eine zweite und dritte Chance bekommt.
Wir k”nnten uns beispielsweise gesellschaftlich an den Tieren orientieren. Sie leben, wie die Natur sie erschaffen hat. Sie jagen keinem veganem Trend nach, kleiden sich nicht in den neuesten Klamotten, k”nnen nicht mit Geld umgehen, und brauchen keine Villa, um glcklich zu sein. Sie fressen, werden gefressen, bauen sich ihre Behausung, vermehren sich und kmmern sich nicht ums Geld. Nur die Eitelkeit haben sie mit uns gemeinsam, denn wenn der Hahn im Korb ruft, gehorchen ihm die Hhner.
Leider orientieren wir uns gesellschaftlich eher an der High Society. Reiche Leute, Politiker und Prominente leben im Privatjet, residieren in sauteuren Villen, gehen in New York zum Shopping und machen in Frankreich Urlaub. Sie geh”ren zu den Trendsettern, fhren ein Jetset-Leben, st„rken ihr Ego mit Stretch-Limousinen, und sie flen sich wohl in ihrer Eitelkeit, wenn der Champagner auf der Zunge prickelt.
Wer tanzt eigentlich aus der genormten Gesellschaft heraus, ist quasi gesellschaftsunf„hig? Es sind jene Leute, die es aus irgendwelchen Grnden nicht geschafft haben, anerkannt zu werden, beispielsweise die Bettler, die Obdachlosen, die Flchtlinge, die Arbeitslosen und Sozialhilfeempf„nger, derjenige Mensch, der sich denkt, ihr k”nnt mich alle einmal kreuzweise um den Daumen drehen, aber auch so manch ein Kranker. Der negativ gepr„gte Soziopath beispielsweise kann lgen ohne rot zu werden. Der Psychopath kann sogar t”ten ohne rot zu werden, und der Aussenseiter k„mpft mit sich selbst, gegen die coolen Leute, gegen den Rest der Welt. Wer sich nicht in sein gesellschaftliches Umfeld integriert, ist nicht gesellschaftsf„hig, gilt als unsozial und wird zum Einsiedler.
Der Aussenseiter, der Andersdenkende, er ist nicht unbedingt gesellschaftstauglich, aber er k”nnte es werden, wenn sich die Gesellschaft wandelt. Viele Leute, die anders sind, werden bel„chelt, verspottet, gemieden oder angefeindet. Bitte, was sind wir doch fr schlechte Menschen, wenn wir urteilen und verurteilen. Jeder Mensch hat das Recht frei und glcklich zu leben, der Nert, der Hipster, Schwule und Lesben, Querdenker und sogar der Soziopath, wenn er seine soziopathischen Zge nicht negativ auslebt. Immerhin, wer im Wald lebt und autark genug ist, um sich selbst zu versorgen, bersteht wom”glich sogar einen Blackout und muss sich um seine Gesellschaftsf„higkeit nicht kmmern.
Straft„ter sind fr viele Leute gesellschaftsuntauglich, denn sie verk”rpern das B”se, wenn man es aus ethischen Gesichtspunkten betrachtet. Sie leben in den Justizanstalten, bis sie ihre Strafe abgesessen haben, und dann werden sie oftmals von der Gesellschaft ausgeschlossen, obwohl sie ihre Strafe verbsst haben. Das ist ungerecht, denn jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Gott sei Dank gibt es den Bew„hrungshelfer, der den Einstieg ins Leben begleitet und erleichtert.
Ein Unding in der Gesellschaft ist die Fussfessel, obwohl jeder Straft„ter ein Recht darauf hat. Viele Menschen finden es unfair, wenn jemand seine Strafe zu Hause im gewohnten Umfeld ausleben darf, ohne dass ihm grossartig etwas weggenommen wird. Eine Fussfessel kann positiv gesehen einen Mehrwert bieten. Die Gef„ngnisse werden leerer, und die sozialen Kontakte bleiben aufrecht, wenn man nicht ins Gef„ngnis muss. Viele Straft„ter fhlen sich damit wohler, weil sie im Gef„ngnis zerbrechen, und nie wieder ins normale Leben zurckfinden. Fr andere ist die Fussfessel einfach nur ein l„stiges Ding, welches sie in ihrer egoistischen Pers”nlichkeit nicht beeinflusst. Es gibt Leute, die entwickeln aus dieser Fussfessel ein Trendprodukt, indem sie die Fessel mit glitzernden Steinchen, Gold und Silver, trendigen Accessoires und Fussschmuck versch”nern.
Ich rate Ihnen, pflegen Sie sich, achten Sie auf Ihre Wortwahl, unterhalten Sie sich auf mittlerem bis hohem Niveau, zetteln Sie keinen Streit an, passen Sie sich Ihren elit„rsten Mitmenschen an, achten Sie aufs Klima und auf die Natur, dann werden Sie als Mensch wahrgenommen. Und bitte t„tigen Sie eine kleine Spende an den Lieblingsverein Ihrer Wahl, dann sind Sie vollends gesellschaftstauglich, denn das Spenden wird in der Gesellschaft hoch angesehen, auch wenn es niemand im vollen Ausmass macht. Und bitte achten Sie darauf, nur unbeobachtet in der Nase zu bohren, damit es niemand bemerkt, und setzen Sie sich einen schicken Hut auf, wenn Sie Ihren Haarewaschtag vernachl„ssigen, damit es niemand sieht.
Sind Sie der coole, extrovertierte, charmante, vor lauter Ausstrahlung strotzende Charaktertyp, oder der introvertierte, schchterne, zu Hause gebliebene, fast vergessene, bersehene und bergangene Typ, der nicht weiss, wohin er seine H„nde steckt, wenn die Hose keine Hosentaschen besitzt? Leute sind verschieden, individuell, und so sollte sich jeder Mensch so annehmen, wie er eben ist. Vielleicht m”chten Sie ja ein netter Mensch werden, wenn sie zu egoistisch sind, oder Sie m”chten einmal der B”se sein, wenn sie zu altruistisch, einfach zu lieb sind. Fakt ist, der nette Typ von nebenan wird von den meisten Leuten gemocht, aber geliebt wird der charismatische Draufg„nger, denn mit ihm umgibt man sich gerne.
Die meisten Leute sind gesellschaftstauglich, aber der individuelle Mensch ist als High-End Produkt richtig salonf„hig. Als ich neulich umzog, war ich pausenlos im permanent aufgeheizter Stimmung, weil ich gestresst war. Leute, die mich ansprachen, nervten mich, und ich wurde so ungehobelt, dass ich meiner Nachbarin die Tre vor der Nase zuschlug. Das st”rte mich nicht im Geringsten, denn das alte Zuhause verliess ich samt meinem schlechten Ruf. Die Nachbarin sagte: Leute gibt es, die halten einem nicht einmal die Tre auf. Als ich in meinem neuen Zuhause ankam, hielt ich allen Nachbarn die Tre zum Aussenlift auf, war bereit fr den kleinen, obligatorischen Small-talk, und ich wusch meine Haare zweimal pro Woche, denn man k”nnte mich ja sehen, etwas fragen, vor meiner Haustre stehen, zu Besuch kommen. Eine Nachbarin meinte: Mensch, Frau Putz, sie sehen immer so toll aus, wie machen Sie das bloss? Und auch hier sieht man, wie schnell man zu Leuten mutiert, wenn man gestresst ist, und wie hoch man als Mensch angesehen wird, wenn man auf sich achtet und sich grndlich pflegt.
Sind Sie ein cooler Typ, oder wollen Sie einer werden? Fakt ist, coole Leute lernt man berall dort kennen, wo man sich positiv durchs Leben bewegt, denn es k”nnen sich immer nur Gleichgesinnte gut verstehen. Und so mssen Sie einfach nur positiv in Ihrer Denk- und Handlungsweise werden, das Positive anstreben, Ihre Žngste und Sorgen loslassen, in den Mlleimer werfen, und schon sind Sie ein cooler Typ. Lassen Sie Farbe in Ihr Leben, lachen Sie viel, machen Sie Witze, sorgen Sie sich nicht um das Morgen, leben Sie heute, und vor allem, sorgen Sie sich nicht darum, was andere Leute ber Sie denken, denn einer ist immer dabei, dem irgend etwas nicht passt.
Coole Typen besitzen eine intensive Ausstrahlung, die wie ein Atomkraftwerk strahlt und alles mitnimmt, was in der n„heren Umgebung blht. Und so wird man ein cooler Typ, wenn man sich von der Masse abhebt, etwas darstellt, selbstbewusst seinen Weg geht, ein gutes Image aufbaut, Prestige ansammelt, zur Leitkuh wird, oder wenn man sich durch seine Taten und Werke auszeichnet. Die selbstbewusste Frau im engen, rot schimmernden Kleid ist ein cooler Typ, der Mann mit dem charmanten L„cheln auch, und der rstige Rentner, der als Leihopa dient, ist ohnehin cool genug, um noch nicht zu sterben.
Am coolsten sind die Teenager. Sie entwickeln eigene Gesten und k”rpersprachliche Abweichungen, eine eigene Jugendsprache, und wenn ihnen das Arschfax aus der tiefer gelegten Hfthose heraus steigt, dann sitzt die Unterhose etwas h”her. Der Egoist ist auch so ein cooler Typ, gefolgt vom Soziopathen, bei dem die Coolness eher als erfrierende Khle dient, wenn er ohne Herz und Seele seine egoistischen Ziele verfolgt.
Coole Leute sind meist ”ffentlichkeitstauglich, pr„sentieren sich ohne falsche Scheu am roten Teppich, und sie sind popul„r, wenn sie mit ihrem halbvollen Champagnerglas dahinschlendern. Menschen sind cool, wenn sie sich zu h”heren Intelligenzen entwickeln, welche sich selbst bertreffen, ihre eigenen Arbeitspl„tze durch geklonte humanoide Roboter vernichten und irgendwann in ihrem eigenen Plastik- und Technikschrott liegen. Sp„testens dann sind die netten Leute von den coolen Typen nicht mehr zu unterscheiden, sodass man sich die antrainierte Coolness ersparen kann.