Ein Gutschein ist genaugenommen eine Urkunde, kann als Wertpapier betrachtet werden, und man hat einen Anspruch auf die Ware, da der H„ndler oder Gutscheinanbieter rechtlich dazu verpflichtet ist, diesen Gutschein einzul”sen. Er gilt als Geldersatzschein, kann jedoch nicht gegen Bargeld eingetauscht werden, sondern ist an Produkte, Dienstleistungen und Waren gebunden.
Normalerweise ist ein Gutschein ewig, also bis zu 30 Jahren haltbar, gltig und einl”sbar, es sei denn, der Anbieter begrenzt ihn auf eine bestimmte Dauer, was jedoch nicht in jedem Land rechtlich zul„ssig ist. In Deutschland verj„hrt er nach 3 Jahren, in der Schweiz nach 5 bis 10 Jahren, und in ™sterreich nach 30 Jahren, wenn nichts anderes am Gutschein angegeben ist.
Normalerweise kann man einen Gutschein jedoch innerhalb eines Jahres, notfalls auch innerhalb von drei Jahren einl”sen, ohne Probleme zu bekommen. Dies gilt vor allem, wenn man ihn geschenkt bekommt und die Ware vorab bereits bezahlt wurde. Gutscheine, die man als Coupon ausschneidet, im Internet erh„lt oder anderweitig erlangt, besitzen ein Ablaufdatum, denn sie sind oft an spezielle Aktionen und Angebote gebunden, wenn sie nicht anders deklariert sind.
Gutscheine sind das beliebteste Geschenk, beliebter als Bargeld. Sie verleihen uns das Gefhl, etwas gratis zu bekommen, und so machen wir uns das Gutscheinsammeln, Coupon ausschneiden, Bonuspunkte erhaschen und Rabattmarken erhamstern zu einer Art Sport, zu einem eigenen Lifestyle.
In den USA ist das Gutscheingesch„ft besonders stark ausgepr„gt. Dort sammeln Leute hunderte von Coupons, gehen damit in die L„den, leeren ganze Produktpaletten, kaufen diese zu einem gnstigen Preis, sparen dabei und verkaufen sie weiter. Oder sie horten Dosen, haltbare Produkte und Haushaltsartikel und essen auf Vorrat. So kann man zwar Geld sparen, aber es steckt doch jede Menge Arbeit dahinter.
Bei uns hat sich das Gutscheinsammeln im Internet etabliert. Viele Versandh„user, Onlineh„ndler und Dienstleister bieten seit 2008 Gutscheine an, um ihr Marketing voranzutreiben, um Neukunden zu gewinnen oder bestehende Kunden weiterhin an sich zu binden. Man st”bert auf speziellen Onlineportalen nach Gutscheinen, erh„lt einen Gutscheincode und l”st ihn beim Kauf eines Produktes ein. Auch bei uns hat sich ein reger Gutscheinhandel entwickelt, und die Leute verkaufen die Waren online weiter, sparen Geld, oder verdienen sogar Geld dabei.
Wer einen Gutschein geschenkt bekommt, sollte ihn m”glichst bald einl”sen. Stellen Sie sich vor, der H„ndler geht pleite und Sie stellen sich mit ihrer kleinen Forderung aus dem Gutschein ganz hinten in der Gl„ubigerliste an. Sie schauen unter Umst„nden durch die Finger, denn sie mssen warten, bis alle anderen Gl„ubiger ausbezahlt wurden und k”nnen nur bedingt Geld aus der Insolvenzmasse erhalten.
Gutscheine sollten nicht verunstaltet werden, sodass sie unkenntlich werden. Am besten, Sie bewahren den Gutschein in Ihrer Geldb”rse oder in der Handtasche auf, verstauen ihn in einem Briefumschlag, oder Sie behalten ihn im vorgesehenen Umschlag. Wenn man ihn nicht mehr erkennt, kann er nicht mehr korrekt eingel”st werden.
Wenn Sie einen Gutschein online erhalten, muss der Gutscheincode noch gut lesbar sein. Erlebnisgutscheine bekommt man meistens im Paket geschenkt. Sie haben einen Gutscheincode, der online eingegeben werden muss. Wenn dieser Code nicht mehr lesbar ist, kann man den Gutschein schwer bis gar nicht mehr einl”sen.
Warten Sie bei Aktionsgutscheinen und Coupons fr spezielle Angebote nicht zu lange, denn diese Aktionen haben ein Ablaufdatum. Tickets frs Theater, eine bestimmte Theatervorstellung, Kinogutscheine, die an einen Film gebunden sind, Rabattgutscheine, die an spezielle Lebensmittel und Produkte gebunden sind, Konzertgutscheine, all das besitzt ein rechtlich wirksames Ablaufdatum. Wer zu sp„t kommt, schaut durch die Finger. Wenn es zwei Tiefkhlfische zum Preis von einem gibt und diese Aktion zeitlich begrenzt ist, kann man nicht erwarten, dass man ein halbes Jahr sp„ter den Gutschein einl”sen kann, nur weil es noch Tiefkhlfisch gibt.
In manchen L„den bekommt man ein leeres Gutscheinheft, welches man mit Treuepunkten bekleben kann. Bei jedem Einkauf erh„lt man Treuepunkte, die an eine gewisse Kaufsumme gebunden sind. Man bezahlt beispielsweise 20 Euro fr einen get„tigten Einkauf und bekommt dafr zwei Treuepunkte. Wenn das Gutscheinheft innerhalb einer gewissen Zeit vollgeklebt ist, darf man den erarbeiteten Rabatt einl”sen. So kann man zwar Geld sparen, kauft im Endeffekt jedoch oftmals mehr ein, als man braucht, nur um die Treuepunkte zu sammeln.
Mit diesem Modell lassen sich Marketing, Neukundengewinnung und Kundenbindung hervorragend vereinen. Besonders die Kundenbindung ist hier stark ausgepr„gt, weil der Kunde immer wieder das selbe Gesch„ft ansteuert, um sein Gutscheinheft zu fllen. Ich erarbeitete mir damit einst eine Perlenkette samt Perlenohrringe, aber als ich dieses Set woanders um den halben Preis entdeckte, war ich entt„uscht. Seither sammle ich nur noch Rabattmarken, beklebe die Rabattgutscheine damit und g”nne mir hin und wieder mit dem vollen Gutscheinheft einen kleinen Rabatt.
Wenn man Gutscheine verschenkt, sollte man sich vorab berlegen, welche Hobbies und Interessen, welchen Modestil und welchen Wohnstil der Beschenkte hat. Ich erhielt einst einen Gutschein fr Make-Up, obwohl ich mich nicht schminke. Ich empfand diese nette Geste so, als wrde man mich versch”nern wollen, obwohl ich mich nicht als h„sslich empfinde. Und ich bekam einmal einen Gutschein fr Babykleidung geschenkt, obwohl ich kein Baby erwartete.
Gutscheine sind nur dann so viel Wert wie Bargeld, wenn man auch etwas mit ihnen anfangen kann. Jemand, der im Rollstuhl sitzt, wird wenig Freude an einem Abenteuergeschenk haben, wenn er sich zwischen Bergsteigen und Flyboarding entscheiden darf. Ein Kulturmuffel bekommt einen Kulturschock, wenn er Theaterkarten geschenkt bekommt, oder wenn er einen Nachmittag im Museum verbringen darf. Man sollte keine geschenkten Gutscheine weiterverschenken, und man sollte nicht nur das schenken, woran man selber Freude hat. Man muss Dinge schenken, die Anderen Freude bereiten, selbst wenn es nur ein simpler Geschenkgutschein ist.
Man sollte sich nicht zu viel Zeit lassen, wenn man Geschenkgutscheine einl”st. Wer zu Weihnachten einen Winterurlaub, einen Schiurlaub oder einen Gutschein fr ein Abenteuer im Schnee geschenkt bekommt, muss sein Geschenk einl”sen, solange der Winter anh„lt, oder er hat erst wieder im n„chsten Winter die Chance, den Gutschein einzul”sen. Hotelgutscheine sollte man in der Nebensaison einl”sen, denn dann ist der Service besser, weil kein Massentourismus vorhanden ist.
Bei Erlebnisgutscheinen, welche man ber Drittanbieter wie Jollydays, Jochen Schweizer und Mydays einl”st, sollte man so bald wie m”glich in die G„nge kommen, weil es sein kann, dass das Einl”sen der Gutscheine selbst ein kleines Abenteuer darstellt. Bei Massagegutscheinen, Kuren und Wellnessgutscheinen muss man darauf achten, dass man auf professionelles, gut ausgebildetes Personal st”sst, denn es ist der eigene K”rper, der da massiert und behandelt wird. Massengutscheine fr Yogakurse, Solarien, Fitnesscenter und Massagesalons, Friseursalons und Wellnessoasen sind mit Vorsicht zu geniessen, weil sie nur fr Marketingzwecke ausgestellt werden und der Service oft zu wnschen brig l„sst.
Fette Rabatte mit unz„hligen Gutscheinen und Coupons erh„lt man in den USA. Hier ist das Couponing eine Art Volkssport geworden. Die Amerikaner sind in vielen Dingen extrem, so auch im Sammeln und Horten. Eine Frau ersparte sich einmal fast 1000 Dollar, indem sie per Couponing 600 Kaffeep„ckchen, 600 Kchenrollen und 600 Zahnpasta-Tuben kaufte. Sie bezahlte hierfr dann weniger als 100 Euro. Und das Prinzip ist einfach. Man kauft riesengrosse Mengen ein und zahlt hierfr fast nichts, wenn man die Coupons einl”st. Bei uns w„re dies nicht m”glich, weil in den Superm„rkten nicht einmal so viel Ware bereitsteht, aber die USA denkt hier grosszgiger. Und dann kann man Geld mit seinen Waren verdienen, wenn man sie versteigert oder weiterverkauft. Die Amerikander, welche dem Couponing nachgehen, investieren 3 bis 5 Stunden am Tag hierfr und mieten sich riesengrosse Lagerhallen an, um den Krempel zu verstauen. Bitte, das ist nicht Jedermanns Sache, aber viele Leute finden Gefallen dran.
Es gibt Leute, besonders in den USA, die schtig nach Coupons sind. Sie fllen mehrere Lagerhallen mit den erworbenen Gtern, verschenken sie weiter oder spenden sie an wohlt„tige Organisationen. Einer alleine kann nicht so viel Hab und Gut verbrauchen, wie er hamstert, selbst wenn er kaum etwas dafr bezahlt. Hier droht die Gefahr der šberproduktion, der Umweltverschmutzung und des Wegwerfkonsums. Die Amerikaner sind jedoch oft der Meinung, diese Probleme existieren gar nicht. Und viele Amerikaner glauben auch nicht an die beschleunigte Klimaerw„rmung aufgrund des Wegwerfkonsums.