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Was muss man bei einem Gutschein beachten?

SparschweinGutscheine sind das beliebteste Geschenk, beliebter als Bargeld. Sie verleihen uns das Gefühl, etwas gratis zu bekommen, und so machen wir uns das Gutscheinsammeln, Coupon ausschneiden, Bonuspunkte erhaschen und Rabattmarken erhamstern zu einer Art Sport, zu einem eigenen Lifestyle.

In den USA ist das Gutscheingeschäft besonders stark ausgeprägt. Dort sammeln Leute hunderte von Coupons, gehen damit in die Läden, leeren ganze Produktpaletten, kaufen diese zu einem günstigen Preis, sparen dabei und verkaufen sie weiter. Oder sie horten Dosen, haltbare Produkte und Haushaltsartikel und essen auf Vorrat. So kann man zwar Geld sparen, aber es steckt doch jede Menge Arbeit dahinter.

Bei uns hat sich das Gutscheinsammeln im Internet etabliert. Viele Versandhäuser, Onlinehändler und Dienstleister bieten seit 2008 Gutscheine an, um ihr Marketing voranzutreiben, um Neukunden zu gewinnen oder bestehende Kunden weiterhin an sich zu binden. Man stöbert auf speziellen Onlineportalen nach Gutscheinen, erhält einen Gutscheincode und löst ihn beim Kauf eines Produktes ein. Auch bei uns hat sich ein reger Gutscheinhandel entwickelt, und die Leute verkaufen die Waren online weiter, sparen Geld, oder verdienen sogar Geld dabei.

Ein Gutschein ist genaugenommen eine Urkunde, kann als Wertpapier betrachtet werden, und man hat einen Anspruch auf die Ware, da der Händler oder Gutscheinanbieter rechtlich dazu verpflichtet ist, diesen Gutschein einzulösen. Er gilt als Geldersatzschein, kann jedoch nicht gegen Bargeld eingetauscht werden, sondern ist an Produkte, Dienstleistungen und Waren gebunden.

Normalerweise ist ein Gutschein ewig, also bis zu 30 Jahren haltbar, gültig und einlösbar, es sei denn, der Anbieter begrenzt ihn auf eine bestimmte Dauer, was jedoch nicht in jedem Land rechtlich zulässig ist. In Deutschland verjährt er nach 3 Jahren, in der Schweiz nach 5 bis 10 Jahren, und in Österreich nach 30 Jahren, wenn nichts anderes am Gutschein angegeben ist.

Normalerweise kann man einen Gutschein jedoch innerhalb eines Jahres, notfalls auch innerhalb von drei Jahren einlösen, ohne Probleme zu bekommen. Dies gilt vor allem, wenn man ihn geschenkt bekommt und die Ware vorab bereits bezahlt wurde. Gutscheine, die man als Coupon ausschneidet, im Internet erhält oder anderweitig erlangt, besitzen ein Ablaufdatum, denn sie sind oft an spezielle Aktionen und Angebote gebunden, wenn sie nicht anders deklariert sind.

Was muss man bei Gutscheinen beachten?

Wer einen Gutschein geschenkt bekommt, sollte ihn möglichst bald einlösen. Stellen Sie sich vor, der Händler geht pleite und Sie stellen sich mit ihrer kleinen Forderung aus dem Gutschein ganz hinten in der Gläubigerliste an. Sie schauen unter Umständen durch die Finger, denn sie müssen warten, bis alle anderen Gläubiger ausbezahlt wurden und können nur bedingt Geld aus der Insolvenzmasse erhalten.

Gutscheine sollten nicht verunstaltet werden, sodass sie unkenntlich werden. Am besten, Sie bewahren den Gutschein in Ihrer Geldbörse oder in der Handtasche auf, verstauen ihn in einem Briefumschlag, oder Sie behalten ihn im vorgesehenen Umschlag. Wenn man ihn nicht mehr erkennt, kann er nicht mehr korrekt eingelöst werden.

Wenn Sie einen Gutschein online erhalten, muss der Gutscheincode noch gut lesbar sein. Erlebnisgutscheine bekommt man meistens im Paket geschenkt. Sie haben einen Gutscheincode, der online eingegeben werden muss. Wenn dieser Code nicht mehr lesbar ist, kann man den Gutschein schwer bis gar nicht mehr einlösen.

Warten Sie bei Aktionsgutscheinen und Coupons für spezielle Angebote nicht zu lange, denn diese Aktionen haben ein Ablaufdatum. Tickets fürs Theater, eine bestimmte Theatervorstellung, Kinogutscheine, die an einen Film gebunden sind, Rabattgutscheine, die an spezielle Lebensmittel und Produkte gebunden sind, Konzertgutscheine, all das besitzt ein rechtlich wirksames Ablaufdatum. Wer zu spät kommt, schaut durch die Finger. Wenn es zwei Tiefkühlfische zum Preis von einem gibt und diese Aktion zeitlich begrenzt ist, kann man nicht erwarten, dass man ein halbes Jahr später den Gutschein einlösen kann, nur weil es noch Tiefkühlfisch gibt.

Gutscheine mit Treuepunkten bekleben

In manchen Läden bekommt man ein leeres Gutscheinheft, welches man mit Treuepunkten bekleben kann. Bei jedem Einkauf erhält man Treuepunkte, die an eine gewisse Kaufsumme gebunden sind. Man bezahlt beispielsweise 20 Euro für einen getätigten Einkauf und bekommt dafür zwei Treuepunkte. Wenn das Gutscheinheft innerhalb einer gewissen Zeit vollgeklebt ist, darf man den erarbeiteten Rabatt einlösen. So kann man zwar Geld sparen, kauft im Endeffekt jedoch oftmals mehr ein, als man braucht, nur um die Treuepunkte zu sammeln.

Mit diesem Modell lassen sich Marketing, Neukundengewinnung und Kundenbindung hervorragend vereinen. Besonders die Kundenbindung ist hier stark ausgeprägt, weil der Kunde immer wieder das selbe Geschäft ansteuert, um sein Gutscheinheft zu füllen. Ich erarbeitete mir damit einst eine Perlenkette samt Perlenohrringe, aber als ich dieses Set woanders um den halben Preis entdeckte, war ich enttäuscht. Seither sammle ich nur noch Rabattmarken, beklebe die Rabattgutscheine damit und gönne mir hin und wieder mit dem vollen Gutscheinheft einen kleinen Rabatt.

Gutscheine verschenken

Wenn man Gutscheine verschenkt, sollte man sich vorab überlegen, welche Hobbies und Interessen, welchen Modestil und welchen Wohnstil der Beschenkte hat. Ich erhielt einst einen Gutschein für Make-Up, obwohl ich mich nicht schminke. Ich empfand diese nette Geste so, als würde man mich verschönern wollen, obwohl ich mich nicht als hässlich empfinde. Und ich bekam einmal einen Gutschein für Babykleidung geschenkt, obwohl ich kein Baby erwartete.

Gutscheine sind nur dann so viel Wert wie Bargeld, wenn man auch etwas mit ihnen anfangen kann. Jemand, der im Rollstuhl sitzt, wird wenig Freude an einem Abenteuergeschenk haben, wenn er sich zwischen Bergsteigen und Flyboarding entscheiden darf. Ein Kulturmuffel bekommt einen Kulturschock, wenn er Theaterkarten geschenkt bekommt, oder wenn er einen Nachmittag im Museum verbringen darf. Man sollte keine geschenkten Gutscheine weiterverschenken, und man sollte nicht nur das schenken, woran man selber Freude hat. Man muss Dinge schenken, die Anderen Freude bereiten, selbst wenn es nur ein simpler Geschenkgutschein ist.

Geschenkgutscheine einlösen

Man sollte sich nicht zu viel Zeit lassen, wenn man Geschenkgutscheine einlöst. Wer zu Weihnachten einen Winterurlaub, einen Schiurlaub oder einen Gutschein für ein Abenteuer im Schnee geschenkt bekommt, muss sein Geschenk einlösen, solange der Winter anhält, oder er hat erst wieder im nächsten Winter die Chance, den Gutschein einzulösen. Hotelgutscheine sollte man in der Nebensaison einlösen, denn dann ist der Service besser, weil kein Massentourismus vorhanden ist.

Bei Erlebnisgutscheinen, welche man über Drittanbieter wie Jollydays, Jochen Schweizer und Mydays einlöst, sollte man so bald wie möglich in die Gänge kommen, weil es sein kann, dass das Einlösen der Gutscheine selbst ein kleines Abenteuer darstellt. Bei Massagegutscheinen, Kuren und Wellnessgutscheinen muss man darauf achten, dass man auf professionelles, gut ausgebildetes Personal stösst, denn es ist der eigene Körper, der da massiert und behandelt wird. Massengutscheine für Yogakurse, Solarien, Fitnesscenter und Massagesalons, Friseursalons und Wellnessoasen sind mit Vorsicht zu geniessen, weil sie nur für Marketingzwecke ausgestellt werden und der Service oft zu wünschen übrig lässt.


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Elisabeth Putz

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