Wie wird man prominent? Werden Sie prominent, dann haben Sie grosse Chancen auf Reichtum und Sch”nheit. Gehen Sie auf jede Party, auf der auch die Presse residiert und setzen Sie sich gekonnt in Szene. Ziehen Sie sich ein Kleid an, mit dem Sie die Titelbl„tter der Zeitungen zieren. Machen Sie etwas, worber geschrieben und gesprochen wird. Hier mssen Sie sich etwas einfallen lassen, Chancen nutzen und sich eine Schamgrenze setzen, die kein Ende findet, denn sch„men drfen Sie sich fr nichts. So k”nnen Sie sich eine Eintrittskarte in die Gesellschaft des Luxus erarbeiten. Es gibt Leute, die gehen nackt zum Shopping, bis sie in einem Hochglanzmagazin abgelichtet, oder aus der Luxusboutique hinausgeworfen werden. Manche Leute treiben es so weit, bis sie in einer Burnout-Klinik erwachen, weil sie reif fr die Psychiatrie sind. Da lernen sie einen schicken Neurologen kennen, welcher sie rundum zufrieden macht. Die Medien k”nnen uns n„mlich auslaugen und krank machen, auch wenn das Hochglanzpapier der Magazine brillant gl„nzt.
Das Outfit fr den roten Teppich muss stimmen. Man muss etwas Kreatives produzieren und dies auch gut vermarkten. Man braucht Pers”nlichkeit, Frechheit, Ausstrahlung, man muss ein guter Typ sein, singen oder tanzen k”nnen, oder fast talentlos sein und einen Promi heiraten. Prominente leben zurckgezogen und doch so ”ffentlich, dass wir sie t„glich im eigenen Wohnzimmer haben, am besten nackt, denn dann sieht man, wie sie ungeschminkt aussehen.
Wie werden Sie nun berhmt? Sie brauchen hierzu ein wenig Kapital. Wenn Sie sich im Spiegel betrachten und ganz zufrieden mit sich selbst sind, vermarkten Sie sich und stellen Ihren K”rper gnstig sichtbar fr die Kameras auf den roten Teppich. Ich hoffe, Sie haben bereits an Ihren bezaubernden Pobacken gearbeitet, denn ohne diese sieht Ihr Po wie ein gew”hnlicher Hintern aus. Wenn Sie die pure K”rpervermarktung scheuen, ben”tigen Sie glatt ein Produkt, welches Sie vermarkten. Ich kenne einen Tee, den kaufe ich mir nur, weil die Tee-Herstellerin k”rpernah auf der Verpackung abgebildet ist.
Oje, ich sehe schon, berall lauert die Gefahr, seinen K”rper in den Medien vermarkten zu mssen. Bitte, vielleicht besitzen Sie ein Talent. Wenn Sie nicht singen k”nnen, schaffen Sie es zumindest ins erste Casting von DSDS und stehen dem prfenden, l„sternd vernichtenden Blick von Dieter Bohlen gegenber. Lieber Besucher, wie auch immer Sie prominent werden m”chten, halten Sie sich auf jeden Fall ein Hintertrchen offen, durch welches Sie in Ihr nicht ”ffentliches Privatleben verschwinden k”nnen, denn die Medien freuen sich ber jedes gefundene Fressen, welches Sie ihnen auf dem Pr„sentierteller servieren.
šbrigens habe ich vor, in meinem n„chsten Leben Paris Hilton zu werden. Den kleinen Hund, die Klatschbag und die extrovertierte Partylaune habe ich bereits in diesem Leben zu rein prominenten Zwecken in meinem Kleinhirn konserviert, damit ich es berall hin mitnehmen kann.
Im n„chsten Leben werden wir prominent, mein extrovertiert, ausgepr„gtes Ego, meine introvertierte Seele, die mir immer einen Strich durch die Rechnung im Rampenlicht zieht, und ich selbst, wobei ich als Autorin lieber ber die Stars schreibe und selbst eher im kleinen Scheinwerferlicht der n„chtlichen Nachttischlampe bleibe. Ich bevorzuge bis auf Weiteres das Rampenlicht der kleinen Taschenlampe, aber ich be bereits fleissig fr meinen ersten grossen Auftritt auf YouTube.
Ein Weg, um prominent zu werden, ist die Plattform YouTube. Man muss allerdings einiges bieten, um unter den Millionen von Videos nach vorne zu kommen, Fans und Kanal-Abonnenten zu bekommen, denn die meisten verkmmern unter der Videoflut. Zwei Videos w”chentlich sollte man drehen, das Licht muss stimmen, und das Video darf nicht zu lang und nicht zu langweilig sein.
Im Internet fhren ohnehin viele Wege zur Prominenz, denn man kann eine Website fhren, als Autor arbeiten, in den sozialen Netzwerken fr Schlagzeilen sorgen, man kann sich in s„mtlichen Foren verewigen, und zum Schluss k„mpft man doch nur um einen der begehrten vorderen Pl„tze in der Google Suchmaschine, damit man als Prominenz gefunden wird. Sehen Sie sich den Friedhof der Erfolglosen an, falls Sie im Internet untergehen, dann verkraften Sie die Niederlage leichter.
Suchen Sie sich einen Promi aus, dem Sie n„her kommen. Wenn Sie niemanden finden, erfinden Sie eine nette Geschichte, die im Zusammenhang mit einem Prominenten steht, gehen Sie an die Presse damit und reizen Sie das Thema so lange aus, bis sich der Star dagegen wehrt. Dies ist jedoch eine heikle Angelegenheit, denn der Schuss kann nach hinten losgehen, und schon sind Sie wieder aus dem Rampenlicht verschwunden.
Heiraten Sie jemanden mit Rang und Namen. Vor den prominenten Diskotheken stehen sich die Leute die Fsse in den Bauch, um hinein zu kommen, einen Promi kennenzulernen, mit ihm eine Beziehung zu beginnen, mit der Hoffnung, sie m”ge in einer handfesten Ehe enden. Meist endet dann auch die Liebe, denn das Ziel des Scheinwerferlichts ist erreicht.
Schauen Sie, dass Sie zu einer guten Bildung gelangen, denn Wissen ”ffnet Tren, wo vorher bloss ein Fenster war. Eine Elite-Universit„t kan helfen, ein gutes Abitur, ein gut bezahlter Job im Bereich Kunst, Wirtschaft, Finanzen oder in der ™ffentlichkeitsarbeit. Wenn man nicht ganz hohl im Kopf ist, m”chten sich alle Leute mit einem unterhalten. Hier helfen brigens Fremdsprachen weiter.
Gehen Sie ins Radio, ins Fernsehen, zu einer Zeitung. Ein unbezahltes Praktikum oder Volontariat ”ffnet Ihnen die Tr vor die Kamera. Cindy aus Marzan fing einst auch hinter der Kamera an, bis sie aus lauter Neugier entdeckt wurde. Natrlich muss man sich in den Medien hart nach oben arbeiten, aber es lohnt sich.
Gehen Sie auf Events, auf denen die Promi-Dichte sehr hoch ist. Stellen Sie sich in gewagten Outfits so hin, dass die Fotografen Sie wahrnehmen, dann werden Sie mit etwas Glck in der Presse abgelichtet. So manch eine Frau tr„gt nichts unter ihrem engen Kleid ausser sich selbst. Und bitte holen Sie sich im Winter keine Blasenentzndung, sonst liegen Sie im Bett und k”nnen die Zeitung nur abonnieren.
Beginnen Sie, an Ihrem Wesen zu arbeiten. Sie brauchen die Knigge, gute Manieren, eine stilvolle Wortwahl, ein Dauerl„cheln vom Bleaching-Zahnarzt, und Sie sollten aufh”ren, ber Freunde und Familie zu l„stern. Prominente achten darauf, dass sie ein intaktes Leben besitzen, eine Bilderbuchfamilie und einen gut betuchten Freundeskreis. Reichtum und Luxus, damit sollten Sie sich vertraut machen, denn dann kommt das Geld von selbst auf Sie zu. Wenn Sie Pleite sind, lassen Sie es bloss niemanden wissen.
Wollen Sie um jeden Preis prominent werden? Dann mssen Sie auch die Schattenseiten in Kauf nehmen. Neulich sah ich mir auf RTL im Starmagazin an, wie die andere Seite des Promilebens aussehen kann. Junge Stars werden vom Management wie Khe gemolken, weil doch ihr Management vorerst Geld in die Stars steckte. Wer sich keinen guten Manager leisten kann, der findet sich irgendwann auf dem Hosenboden der harten Realit„t sitzend, denn man rutscht wie auf einer Bananenschale durch die Medien.
Prominent zu sein ist wie in einem goldenen K„fig zu sitzen. Man kann sich alles leisten, nur der Schlssel fr die K„figtre ist zu teuer. Die Promis stehen oberfl„chlich betrachtet im Rampenlicht und bersehen die hohe Rampe, die in den Abgrund fhrt. Die Promis werden so lange vom hellen Schein des Scheinwerferlichts geblendet, bis sie das wahre Sein des Lebens bersehen und in einen Sumpf voller Alkohol und Drogen abtriften.
Ich wollte schon so oft prominent werden, aber meine Seele m”chte diesen hohen Preis nicht zahlen. Das ist wie mit dem rosaroten Coco Chanel Kostm, welches ich schon so lange haben will, aber meine Seele m”chte den hohen Preis nicht dafr zahlen und spende ihn lieber dem Blindenverband. šbrigens ist dies auch ein Weg zur Prominenz, wenn man ”ffentlich spendet und namentlich erw„hnt wird. Deshalb boomen Charity Veranstaltungen.
Prominent wird man auch, wenn man klein anf„ngt und ins Radio geht, als Moderator, als Nachrichtensprecher, als Produzent. Frher fragte ich mich immer, warum ich ein Radiogesicht und kein Fernsehgesicht besitze. Ich fragte mich, warum ich es nicht bis aufs Titelblatt der Bildzeitung schaffte. Meine Mutter sagte immer, das drfte ich ihr nicht antun, weil sie sonst nicht mehr zum Einkaufen gehen k”nnte, da alle Leute auf ihre Lieblingshose mit integriertem Langzeit-Loch starren wrden. Heute bin ich froh darber, Autorin zu sein, mich quasi fast anonym in der breiten Masse des Internets verstecken zu drfen, denn mit dieser Situation ist meine Seele vollends zufrieden, meine Mutter brigens auch.
Ich habe mich neulich vor den Spiegel gestellt und mir berlegt, was mir noch zum Superstar fehlen k”nnte. Ich fand nichts Fehlendes an mir, alles vorhanden, grosser Busen, praller Po, gute Figur, grossartiger Augenaufschlag, tiefes Dekollete, Hften zum Anbeissen, also gehe ich in die Branche mit dem schlechtesten Ruf. Im Grunde kann ich ja nichts an mir bem„ngeln, denn ich bin stockblind und sehe mich nicht. Ich k”nnte mich h”chstens im n„chsten DSDS Casting vor den Augen von Dieter Bohlen r„keln und auf sein vernichtendes Urteil warten, dann hat sich mein Einstieg in die Branche mit dem schlechtesten Ruf erledigt.
Kennen Sie die Branche, welcher ihr Ruf so weit vorauseilt, dass man sich im Echo des schlechten Rufs w„lzen k”nnte? Es ist die Musikbranche. Im Grunde muss man singen k”nnen, denn der gute Ton gibt die Melodie an. Gesucht werden jedoch meistens gutaussehende, junge Leute mit viel Sexappeal. Naja, es ist eben das Gesamtpaket, welches auf dem Musikmarkt pr„sentiert werden will, denn man h”rt ja in erster Linie mit den Augen.
Sie m”chten ein Superstar, ein Gesangstalent sein und sich zu einem Casting anmelden. Zuerst mssen Sie einmal prfen, ob Sie berhaupt singen k”nnen. Wenn die Stimme und das Gesangstalent stimmen, haben Sie schon gute Chancen, um im Musikgesch„ft Fuss zu fassen. Jetzt mssen Sie nur noch an sich arbeiten. Wie sehen Ihre Klamotten aus? Passt Ihr Stil zu Ihrem Typ?
Manche Menschen passen mit ihrem ganzen Auftreten einfach besser in die Schlagerbranche, und werden im Popgesch„ft nie diese riesengrosse Erfolge bringen, weil ihr Typ einfach fr die Schlagermusik besser geeignet ist. Als erstes geht es darum, die richtige Branche fr seinen Typ zu finden. Dann mssen die richtigen Kontakte geknpft werden.
Und das Gesamtpaket, bis es auf der Bhne steht, braucht viel Arbeit, viel Zeit und Ausdauer und immer wieder die richtigen Leute. Ausserdem geht hier alles um die positive Ausstrahlung, daran kommt kein Superstar vorbei.
Viele junge Talente tr„umen davon, eines Tages entdeckt zu werden und ein Superstar zu sein. Viele Menschen singen oder malen, denn eines von beiden Aktivit„ten kann jeder. Und wenn man vollkommen talentfrei und unberhrt von irgendwelchen kreativen F„higkeiten ist, kann man immer noch seine Pers”nlichkeit vermarkten. Auf die hat die ganze Welt wie wild gewartet.
Warum sind die meisten Menschen unter uns Buchhalter, Brokauffrau, Angestellte, Steuerberater oder Sachbearbeiter? Ganz einfach, hier liegen ihre Talente, wir brauchen diese Menschen und sagen zu selten Danke fr Ihre Dienste. Trotz dass der Buchhalter endlich Superstar werden m”chte, sitzt er in seinem Bro und z„hlt die Erbsen. Stellen Sie sich diesen Buchhalter jetzt auf einer Bhne vor.
Da steht er nun mit seinem grauen Anzug, seinem weissen, glatt gebgelten Hemd, seiner Krawatte, die ihm die Gesangst”ne fast wegschnrt, und seinen nagelneuen Schuhen im Buchhalter Look. Das ist es bestimmt, was das Publikum sehen m”chte. Der Buchhalter hat sich ein wunderbares Lied ausgesucht, n„mlich My Way, denn er geht gerade seinen steilen Weg nach oben ins Rampenlicht hinein.
Warum bloss bekommt er pl”tzlich Steine in seinen Weg gelegt? Der Buchhalter muss noch ein wenig an seiner Stimme und seinem Outfit arbeiten, an seinem Auftreten und vielleicht doch am Titel seines Songs.
Die Menschen werden nicht von heute auf morgen der grosse Superstar, der begehrte Popstar, dem die Fans mit Kugelschreiber und Papier hinterher laufen, um ein Autogramm zu bekommen. Es soll sogar Fans geben, die lassen sich den Namen ihres Idols auf den Po t„towieren.
Da steht dann beispielsweise Madonna auf dem Hintern eines Fans. Die Fans mit dem Namen am Po sitzen auf Madonna, gehen mit ihr ins Bett, unter die Dusche und auf die Toilette. Madonna ist berall dabei, sie steckt in der Hose und im Gehirn. Wenn der Fan jetzt eine Freundin sucht, muss r erst einmal namentlich vorgehen und alle Frauen, die Madonna heissen, in die engere Wahl mit einbeziehen.
Und das alles st”rt die echte Madonna kein bisschen, denn die ist immer wieder zwischen den Afrikanern unterwegs und adoptiert ein paar Kinder.
Ein Superstar zu sein, hat schon seine Vorteile, wenn man es mit den verrckten Fans nicht bertreibt. Aber es ist auch ein langer Weg zum Superstar, der mit viel Arbeit und Ausdauer verbunden ist. Madonna beispielsweise verbringt t„glich mehrere Stunden mit ihrem strammen Trimm Dich Programm, welches ein anderer Mensch nicht einmal einen Tag lang aushalten wrde. Nehmen wir einmal an, eine talentfreie Sekret„rin bewirbt sich bei einer Castingshow. Zuvor hatte sie ihre Memoiren zu Papier gebracht, aber die Verlage fanden leider keinen Leserkreis fr ihr sauber getipptes Leben.
Jetzt m”chte sie es wirklich wissen und singt fr die Jury ihre Kehle aus dem Hals. Sie kommt eine Runde weiter, denn sie besitzt etwas Ausstrahlung. Wenn sie jetzt nicht bt und ihre Kehle mit guten T”nen ”lt, fliegt sie in der n„chsten Runde hinaus, denn in der zweiten Runde tummeln sich nur noch die Leute mit Ausstrahlung. Die Sekret„rin muss schon direkt durch ein Atomkraftwerk spazieren, wenn sie so viel Ausstrahlung bekommen m”chte, dass der Gesang zweitrangig wird.
Diese Menschen gibt es auch, aber ob die ewig Superstar bleiben und Platten verkaufen? Sie, lieber Leser sehen es schon, der Weg zum Superstar fhrt uns an einigen Lehrstellen vorbei. Die Ausbildung zum Sachbearbeiter haben Sie vielleicht schon hinter sich. Um jetzt Superstar zu werden, brauchen Sie einen Trainer oder eine Ausbildung fr Ihre Stimme, denn Sie geben ja den Ton an.
Sie brauchen Beratung in Stylingfragen, und Sie mssen an Ihrer Ausstrahlung und Ihrer Pers”nlichkeit arbeiten. Stellen Sie sich vor den Spiegel, nehmen Sie eine Tube Shampoo als Mikrophon in die Hand und ben Sie singen. Nehmen Sie sich auf Video auf und ben Sie zu posieren. Sehen und h”ren Sie sich selbst immer wieder an. Manche Menschen erkennen erst beim Anh”ren und Anschauen von sich selbst, ob sie das Talent zum Superstar haben oder nicht.
Lassen Sie sich von anderen Menschen beurteilen, aber bitte nehmen Sie dazu keine Freunde. Die beste Freundin m”chte dies auch bleiben und findet alles gut, was Sie tun. Die besten Kritiker sind die, die Sie niemals Freunde nennen wrden und absolut nicht leiden k”nnen, denn die zeigen Ihnen, woran Sie noch arbeiten mssen.
M”chten Sie ein Superstar werden? K”nnen Sie singen, tanzen, frei sprechen, witzig sein, schauspielern oder sonst etwas, mit dem die ™ffentlichkeit etwas anfangen kann? Wenn Sie ein repr„sentatives Talent in sich schlummern haben, stehen die Chancen ziemlich gut, die Karriereleiter bis zum Starh”hepunkt hochzusteigen. Wenn Sie talentlos frei und ungebunden sind, ist Ihr Weg geebnet, um sich in einer der zahlreichen Castingshows zu bewerben.
Schauen Sie sich den Menderes an. Der ist noch nie bis in die grossen Mottoshows bei DSDS vorgedrungen, und trotzdem kennt ihn Deutschland besser als so manchen Sieger, denn die Gewinner von DSDS werden schnell wieder vergessen, wenn die neueste Staffel im Anrollen ist. Gut, vielleicht mssen Sie auch ein wenig an sich arbeiten, denn Talent alleine reicht nicht aus, um die Fans glcklich zu machen. Heute muss man auch gut aussehen und das Fussvolk unterhalten k”nnen.
Frher wurde man K”nig, wenn man Lust dazu hatte, und heute muss man sich die Fans erwirtschaften. Liebe Besucher, wenn Sie singen k”nnen, lassen Sie es berprfen und machen Sie trotzdem regelm„ssiges Stimmtraining beim Profi. Wenn Sie jedoch nicht singen k”nnen, und es von mehreren offiziellen Stellen bescheinigt wurde, bewerben Sie sich vielleicht doch eher als Broangestellter oder Metzger.
šbrigens liegen die Banker gerade voll im Trend, denn in dieser Position haben Sie die M”glichkeit, ein Finanzstar zu werden. Dafr br„uchten Sie eigentlich nur ein Minimum an Aufwand zu leisten, ein kleiner wirtschaftlicher Skandal bringt Sie ganz nach oben.
Was wird eigentlich gesucht, wenn man sich die Show Deutschland sucht den Superstar ansieht? Werden hier noch Musiktalente gesucht, oder wird einfach nur der Clown mit den meisten Fans und Sympathien gekrt? Ursprnglich sollte es ein Musikwettbewerb werden, aber Dieter Bohlen kann ja auch nicht singen und erntet den riesen Erfolg. Ich kann auch nicht schreiben und habe trotzdem meine t„glichen Besucher, die sich ber den Lifestyle amsieren. Heute braucht man mehr als nur eine funktionierende Vogelstimme, um DSDS Sieger zu werden, denn im Wald sind V”gel genug, welche ihre Lieder tr„llern.
Ich wunderte mich neulich schon wieder, als ein junges Gesangstalent von den Zuschauern rausgew„hlt wurde und ein bunter Clown weitermachen durfte. Aber was soll man bloss dagegen unternehmen, wenn sich die eigene bersichtliche Fangemeinde in der Telefonzelle trifft und alle Fans dort drinnen Platz haben? šbrigens hatte Sarah Engels wahrlich Glck, dass sie wiederkommen durfte, nachdem ein schwacher, psychisch labiler Moment an ihrer Konkurrentin nagte.
Sie bndelte dann die Zuschauer, denn irgendwann war keine weibliche Konkurrenz mehr im Rennen, sodass alle M„nner im heiratsf„higen Alter nur noch sie anriefen konnten und fr sie stimmten. So kann man auch voran kommen. Am besten hat mir ihr blaues Kleid gefallen, da ich mir krzlich auch ein blaues Kleidchen kaufte. šbrigens wurde ihr Outfit von ihrer Stimme bert”nt, denn singen kann Sarah Engels wie eine ganze Vogelschar, welche sich im Wald zu einer wichtigen Konferenz eingefunden hat.
Haben Sie schon einmal die V”gel im Wald beobachtet, wenn die sich etwas Wichtiges mitzuteilen haben? Ich zwitschere immer pfeifend dazwischen, das macht die V”gel ganz verrckt. Lieber Besucher, wenn es bei Ihnen zum Superstar nicht reichen sollte, probieren Sie es doch einmal mit der Internetplattform YouTube, denn dort muss man weder singen k”nnen, noch gut aussehen, man verdient trotzdem rege Aufmerksamkeit und ein wenig Kleingeld. Manche Antitalente schafften es bereits auf ein sechsstelliges Smmchen.
Neulich war es wieder einmal soweit, einige DSDS Kandidaten verleugneten glatt ihre lauschigen, direkt flauschig kuscheligen Partner. Silvia meinte, sie k”nnte damit mehr Fans gewinnen. Ich dachte bis jetzt, DSDS ist eine Musikshow, in der das Talent im Mittelpunkt steht, der Gesang, aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob nicht doch der gesamte Mensch im Mittelpunkt steht.
Haben Sie schon einmal mitverfolgt wer da immer gewinnt? Bis jetzt waren es immer sch”ne Menschen, ausnahmslos, die weniger hbschen wurden im Laufe der Show aussortiert. Sch”nheit liegt ja im Auge des Betrachters. Fr mich mssten die DSDS Stars bloss gut riechen, aber ich selbst bin ja nahezu auch talentlos glcklich. Ob ich mich auch einmal bewerben sollte? Einen Lebenspartner, den ich dann gekonnt verleugnen k”nnte, besitze ich schon. Sehen Sie, ich habe die besten Voraussetzungen fr die Show.
Endlich, wir kommen zu einer Musikrichtung, mit der ich glatt etwas anfangen kann. Ich kaufte mir The Westside Story und Starlight Express als Notenbuch, damit ich mitsingen kann, auch wenn ich keine Musiknoten lesen kann. šbrigens ist eines meiner Lieblingsmusicals Elisabeth, denn es kennzeichnet mein Wesen, frei und frech, immer wenn es n”tig ist.
Frher wollte ich einmal Musicaldarsteller werden, aber die Badewanne ist einfach zu klein, um darin beim Tanzen gut auszusehen. Sie kennen ja mittlerweile mein Problem, ich singe nur einwandfrei, wenn ich in meiner Badewanne sitze. šbrigens sollten Sie drei Dinge gut k”nnen, wenn Sie Musicaldarsteller werden m”chten: Singen, Tanzen, Schauspielen, wobei ich mich beim Schauspielen nicht einmal verstellen msste, ich spiele t„glich mit Worten und stelle mich dabei zur Schau.
Der Traum vieler junger Menschen ist es, ein Star zu werden. Von Beruf Star zu sein, ist noch besser, als Tochter von Beruf zu sein. Musicalstar liegt bei aktuellen Umfragen in der Berufswunschliste ganz weit vorne, gefolgt von Superstar und Schauspieler.
Was muss man fr eine Musicalausbildung mitbringen? Jede Menge Talent, denn das technische Handwerk lernt man ohnehin in der Musicalschule. Dann sollte man mit seiner Stimme nicht geizen. Zarte und dnne Stimmchen, die einen doppelten Verst„rker brauchen, damit man sie in der dritten Reihe der Zuschauer noch h”rt, sind fehl am Platz. Man kann eine Stimme bis zu einem bestimmten Grad ausbauen, aber eine kr„ftige Grundstimme muss schon vorhanden sein, um sie ausbauen zu k”nnen. Neben der Stimme, die brigens auch sch”n klingen sollte, braucht man ein gewisses Bewegungstalent.
Ein Grundausmass an Bewegung sollte schon da sein, denn mit Gipsfiguren l„sst es sich so schwer arbeiten. Tanz, Gesang und schauspielerisches Talent sind gerne gesehen, wenn man eine Musicalausbildung beginnen m”chte. Jetzt ist die Bhne mit ihren traditionellen Brettern nicht das selbe, wie die Fernsehleinwand und der Drehort eines Films. Schauspieler haben die leichtere Variante gew„hlt, aber dafr kann der Musicaldarsteller mehr an Kreativit„t opfern. Nicht jeder ist fr die Bhne geeignet.
Man sollte sich viel Text merken k”nnen, denn die kleine Fee unter den Bhnenbrettern wird nicht die ganze Show bernehmen, wenn man seinen Text vergisst. Ausserdem muss man flexibel sein und die ganze Welt als sein Zuhause betrachten, denn ein kleiner sesshafter Fleck ist das Musical nicht. Zuerst muss man Erfahrungen sammeln, auf vielen Bhnen gespielt haben, bevor man grosse Rollen bernehmen darf. Und hier spielt die Weltoffenheit und das Talent eine grosse Rolle.
Einst kam eine Frau zu mir, die wollte unbedingt Schauspielerin, Musicaldarstellerin, S„ngerin, ach alles werden, was sie ins Licht der ™ffentlichkeit rckt. Zuerst dachte ich, das kriegen wir schon hin, aber dann musste ich aufh”ren, mit ihr zu arbeiten, weil ich bemerkte, dass sie berhaupt nicht fr so ein Leben geeignet war. Sie hatte an fast allen Menschen etwas auszusetzen, ertrug keinerlei Kritik, nicht einmal einen Hauch von Kritik, tolerierte die Menschen nicht und war in ihrer Lebensweise sehr unglcklich. Nun kann sich aber der Mensch nur selbst „ndern, und nur, wenn er es m”chte.
Wenn Sie noch auf dem Weg zum Musicalstar sind und nur die innere Einstellung zum Leben noch nicht mitbringen, dann arbeiten Sie an sich. Oder Sie werden Sekret„rin, das ist auch ein sch”ner Beruf, bei dem man sich die Fingern„gel lackieren kann.
Als it girl bezeichnet man eine junge Frau oder ein herangereiftes M„dchen mit viel Sexappeal, Charisma und Ausstrahlung, Attraktivit„t, einer gewissen Sch”nheit und einer tollen Aussenpr„senz. It girls pr„sentieren sich gerne in den Medien, gehen liebend gerne auf Partys, umgeben sich laufend mit Prominenten und lieben die ™ffentlichkeit um jeden Preis. Das erste it girl war Clara Bow. Heute gibt es unz„hlige junge Frauen, die das it girl Dasein als reinen Job ansehen, damit Geld verdienen und keine Angst vor totaler pers”nlicher Transparenz haben. šbrigens gibt es auch zunehmend den Begriff des it boys. Ein it boy ist das m„nnliche Wesen, von Sexappeal und Charisma umgeben. Der Bacheler ist eine Art it boy, wenn er sich mit lauter bildsch”nen Frauen umgibt, die um ihn werben, wobei die Medien jederzeit pr„sent sind.
So werden Sie ein it girl. Sie ben”tigen nur sich selbst, ein knappes, transparentes Outfit, ein skandal”ses Auftreten, viel Charme, und Sie mssen sich auf den richtigen Partys befinden. Eine richtige Rampensau hat das Zeug, die Medien auf sich zu lenken, indem sie feiert, sich den Promis an den Hals wirft, aber immer so dezent, dass es gut rberkommt.
Man braucht die passende Oberweite, damit die Brust sch”n sichtbar im tief ausgeschnittenen Dekollete sitzt. Ob die Brste echt oder mit Silikonkissen gefllt sind, ist nicht so wichtig. Wichtiger ist es, wie die Brste im Takt schwingen. Aufgespritzte, bervolle Lippen sind auch erwnscht, denn als it-Girl sollte man sein Gesicht vor jeglicher Normalit„t wahren, da sonst eine Art Astauschbarkeit eintreten k”nnte, vor der sich jeder Star frchtet. Niemand m”chte ersetzt werden, nur weil er Allerweltslippen besitzt. Mittlerweile ist ja der Markt ges„ttigt, sodass es schon spezielle it-Girl Berater gibt, Coaches, welche sich um die pralle Pr„senz eines Es kmmern. In it-Girl Trainings lernt man zu posieren, sich zu pr„sentieren, sich zu stylen und perfekt in Szene zu setzen. Nur schchtern darf man nicht sein, denn Mauerblmchen wachsen nicht am Scheinwerfer entlang. Berhmte it-Girls sind Micaela Sch„fer, Betty Ballhaus und Gina Lisa.
Ein Promi Luder wird man, wenn man sich gerne mit Prominenten umgibt, gerne feiert und im Mittelpunkt steht. Man ben”tigt eine gewisse Ausdauer, um in die angesagten Clubs zu kommen, denn am Anfang steht man verloren vor der Tre und freundet sich mit dem Trsteher an, bis er weich gekocht ist und die Tre freiwillig ”ffnet.
Ein Promi Luder feiert ausserordentlich gerne, steckt jede Niederlage sofort weg und wagt den n„chsten Schritt auf den roten Teppich. Man muss die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und in den VIP Bereich gelangen, sonst tanzt man nur weiterhin mit der Masse mit. Promi Luder scheuen keinen K”rperkontakt, sind in der Bussi-Bussi Gesellschaft zu Hause und lieben ihren sch”nen K”rper. Sie pflegen und hten ihn wie einen Augapfel, denn das Aussehen ist wichtig, wenn man nur sich selbst vermarktet. Man muss sich ein gewisses Image schaffen, pr„sent sein und an Champagner-Partys teilnehmen. Mit etwas Glck lernt man einen Prominenten so pers”nlich kennen, dass man ein Teil seines Privatlebens wird. Mit noch mehr Glck heiratet man prominent ein und ist fr die n„chsten Monate oder Jahre versorgt. Es ist allerdings wichtig, dass man den Status des Promi Luders nicht permanent beibeh„lt, sondern etwas Eigenes produziert, eigene Produkte entwirft und sein eigenes Gesch„ft in der ™ffentlichkeit auf die Beine stellt. Der Bussi-Schorsch und Daniela Katzenberger haben es von der reinen Pers”nlichkeitspr„senz hin zur Marke geschafft.
Viele Leute wollen zur Bussi Bussi Gesellschaft geh”ren, besonders in ™sterreich und in Bayern, aber auch weltweit friert diese Ph„nomen Hochkonjunktur. Man ist auf jeder angesagten Party pr„sent, geht in die angesagtesten Diskotheken der Stadt, gl„nzt auf jedem Promi-Event, und man plaudert, gibt alles von sich preis, zeigt Haut und Charme, und das obligatorische Bussi auf die linke und die rechte Wange ist allzeit bereit zum Knutschen. Wenn Sie im Gesellschaftstrend liegen m”chten, gleiten Sie einfach leicht bekleidet ber den roten Teppich, wie ein kleiner Jeton, der sanft ber den dunkelgrnen Filz des Roulett-Tisches rollt. Im Grunde sind wir doch alle wie kleine runde Jetons, glcklich und zufrieden, wenn wir nicht unsere Macken h„tten. Das n„chste Mal bekleide ich mich am roten Teppich mit einem durchsichtigen Plastiksack. Neulich wollte ein Schler mitten im Schulgeb„ude auf seinem kleinen Teppich in Richtung Mekka beten und zog zur Durchsetzung seines Vorhabens vor Gericht. Er schaffte es damit in die Medien.
Die ™ffentlichkeit ist wichtig, besonders fr Knstler, Kulturschaffende, Unternehmer, Agenturen und Menschen, die im Bereich Public-Relations arbeiten. Wer ”ffentlich pr„sent ist, der wird gesehen, wahrgenommen, bekommt mehr Kunden, verkauft sich und seine Produkte leichter, wird zur Marke, verbessert sein Image, erh”ht sein Prestige, und er bekommt den verdienten Applaus, die Anerkennung, die ihm zusteht. Und hierfr tut man einiges.
Die ™ffentlichkeit ist wichtig frs Ego, denn man will etwas darstellen. Man will polarisieren, die eigene Meinung in den Mittelpunkt stellen, seinen Namen in den K”pfen der Menschheit etablieren, und man will sich selbst etwas Gutes tun, denn das Ego fhlt sich umschmeichelt, wenn es angehimmelt wird.
Um in der ™ffentlichkeit wahrgenommen zu werden, um zu polarisieren, um popul„r zu sein, braucht man eine grosse Portion Frechheit. Wer sich etwas traut, wird wahrgenommen. Es gibt Leute, die sind sogar ber negative Schlagzeilen dankbar, denn jede Zeile schl„gt in den K”pfen der Menschen ein und erzeugt Publikum.
Machen Sie sich sichtbar. Geneh Sie auf Events, auf denen sich Promis tummeln, besuchen Sie das Promi-Festzelt am Oktoberfest in Mnchen, gehen Sie zu Charity-Veranstaltungen und spenden Sie, wenn das grelle Scheinwerferlicht der Kameras auf Sie gerichtet ist. Produzieren Sie etwas, das die Welt schockiert, oder was die Welt braucht, alles erzeugt ein gewisses Publikum. Aber bitte bleiben Sie nicht zu Hause, denn dort findet Sie niemand, ausser der volle Khlschrank, der Ihnen entgegenwinkt und mit dem 100 Butterbrot entgegenlacht.
Rufen Sie bei verschiedensten TV-Sendern, in TV Formaten an, lassen Sie sich zu Talk Shows einladen, selbst wenn es die Barbara Karlich Show ist, dann sind Sie wenigstens pr„sent. Als mich die Redaktion von der Barbara Karlich Show einlud, verweigerte ich meine Pr„senz, weil ich gerade einen stillen Herzinfarkt erlitten hatte und mich erholen musste. Ich hatte n„mlich einen Gerichtsprozess verloren, der mir ans Herz ging, quasi am Herzen lag. Ich schw”re, wenn die Barbara Karlich Show jemals wieder bei mir anruft, ich komme zu jedem Thema, sogar zum Thema Dicke und Mollige.
Ich verkaufe in regelm„ssigen Abst„nden meine Seele an den Teufel. Und er hat mir schon so viel versprochen, was er nie eingehalten hat, aber ich mache den gleichen Fehler immer und immer wieder, ich verkaufe meine Seele an den Teufel.
Schauen Sie mich an: Ich verklebe das gesamte Internet mit meinen Texten und kleinen Ratgebern, will als Autorin von Herrn Bertelsmann pers”nlich angesprochen werden, denn dies ist der einzig gr”ssere Verlag, dem ich damals vor vielen Jahren mein unvollkommenes Rohkonzept meiner eigenen junggebliebenen Memoiren nicht zugeschickt hatte. Ich wollte der Post nicht noch mehr Porto schenken. Bertelsmann ist der einzige Verlag, bei dem ich als Autorin einen Vertrag haben m”chte, aber mein Erstlingswerk befand ich nach einiger Zeit als so misslungen, dass ich mich nicht mehr traute, bei meinem Lieblingsverlag an die Tre zu klopfen.
Ich will zwar als Autorin wahrgenommen werden, scheue jedoch die Medien, wie der Teufel das seelenheilbringende, sanft tr„ufelnde Weihwasser. Ich schreibe ber mein Privatleben so intim und unversch„mt autobiographisch, dass jeder weiss, wann ich meine Unterw„sche wechsle, aber wenn es darum geht, mit Fleisch, Ego und Seele meinen gut geformten Leib in die ™ffentlichkeit hinaus zu tragen, verstecke ich mich doch zu Hause und hoffe, es m”ge niemand auf die Idee kommen, bei mir zu klingeln. Im Internet bin ich eine Figur, auf meinen YouTube Videos bin ich nur zweidimensional vorhanden, aber in den grossen Medien wrde ich als Person pr„sent gemacht werden. Nichts fr mich, es sei denn, ich werde restlos von allen Menschen geliebt. Online st”ren mich Anfeindungen nicht, denn dagegen wehrt sich mein Anwalt. E-Mails ziehen kalt an mir vorbei, aber wenn man mich in der Dreidimensionalit„t angreift, dann fange ich sofort an zu heulen.
Wahrlich, ich bin nicht medienreif, h„nge aber am Baum der ™ffentlichkeit und erwarte, dass die Leute meine Texte lesen, meine Videos klicken und sich an der Werbung meiner Drittanbieter erfreuen. Bitte, ich bin eine Frau und brauche immer Geld zum Schuhe kaufen. Es muss auch online gehen, genug Geld fr t„glich neue Schuhe zu verdienen, denke ich und scheue bis auf Weiteres die Medien.
Man mag es kaum glauben, aber Energien und Schwingungen tragen einen Teil dazu bei, ob ein Mensch reif fr die ™ffentlichkeit ist. Das nennt man Ausstrahlung, und schon bekommt der esoterische Touchh des Wortes Schwingung einen alltagstauglichen Namen. Menschen mit Ausstrahlung, Leute die polarisieren, sind interessant, werden unter Umst„nden geliebt und von der breiten Masse angehimmelt. Voila, und schon ist ein neuer Star entworfen, der mit Hilfe von ein bisschen Werbung die Herzen der Fans erobert.
Wer die Medien fr sich gewinnen m”chte, der muss gute Arbeit leisten und sich auch gut vermarkten lassen, denn jeder Reporter oder Moderator merkt, wenn jemand in den Medien nicht gut ankommt. Wenn man innerlich an sich gearbeitet hat, steht man eines Tages im Rampenlicht, wenn man diesen Weg gehen m”chte.
Die Medien sind auch eine Art Adrenalin Lieferant, denn das Scheinwerferlicht der ™ffentlichkeit l„sst das Herz h”her hpfen. Wenn alle Menschen nach einem gelungenen Auftritt jubeln und klatschen, wenn man seine Autogramme unters Volk bringt, dann darf man zufrieden sein, denn dann hat man etwas wirklich richtig gemacht. Zweifeln Sie nie an Ihrer Arbeit, sondern lernen Sie aus jeder neuen Kritik etwas dazu und werden Sie dadurch noch besser.
Sind Sie schon mediengeil? Als ich mich noch in meinem jugendlichen Leichtsinn bewegte, wollte ich unbedingt ins Fernsehen kommen. Manchmal stand ich sogar im Wohnzimmer vor dem Fernseher und berlegte, wie ich bloss durch diese Glasscheibe ins Innere gelangen k”nnte. Meine Mutter sagte immer, Kind, mach das Ger„t nicht kaputt, ich muss heute noch die Nachrichten schauen. Nun, ich war damals ein Kind von 23 Jahren.
Und dann habe ich mich bei der Kuppelshow Herzblatt beworben. Ich freute mich riesig darauf, dass ich endlich ins Fernsehen kommen wrde, weil ich doch glatt zum Casting eingeladen wurde. Und just zu diesem Zeitpunkt schnappte mich mein damaliger Lebensabschnittspartner weg. Gegen Verliebtheit ist kein Kraut gewachsen, und so wartete ich eben weiter auf meinen Fensterauftritt in den Medien.
Als ich dann als introvertierte Autorin zum Treffpunkt K„rnten beim ”sterreichischen Fernsehsender ORF 2 eingeladen wurde, wollte ich nicht mehr ins Fernsehen, und so sah dann auch mein Auftritt aus, peinlich daneben. Manchmal bekommt man die sehnlichsten Dinge erst, wenn man sie nicht mehr braucht.
Und Sie, sind Sie jetzt immer noch mediengeil? Wenn Sie der letzte Schrei sein m”chten, oder den allerletzten Schrei der ™ffentlichkeit h”ren wollen, dann wird es Zeit, einen Blick in unsere Medientipps zu werfen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie es auf den roten Teppich schaffen, ohne sich dabei Ihre zart besohlten Fsse zu erk„lten. Wir zeigen Ihnen, in welchen Fettnapf die Prominenz getreten ist, und welchen hohen Schuhabsatz sie sich dabei symbolisch gebrochen hat.
šbrigens, medientauglich ist man dann, wenn man innerlich bereit dazu ist, sein gesamtes Inneres sichtbar fr die Aussenwelt nach draussen zu kehren. Manchmal kehrt man so lange, bis es drinnen richtig leer aussieht. Wie viele Prominente haben es eigentlich bis in die Burnout Kliniken geschafft?
Die ™ffentlichkeit ist ja ein heller Sonnenschein, der mit seinem Glanz und der hellen Lichtquelle die Schattenseiten des prominenten Lebens verdeckt. Wer in der ™ffentlichkeit stehen will, muss sich auch der Tatsache bewusst sein, dass die ganze Welt mitbekommt, wenn man einmal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen dasselbe Kleid tr„gt. Wie viele Tage hat das Jahr, und wie passen diese Tage in Form von abwechslungsreichen Kleidern in den Klamottenschrank?
šbrigens gibt es im englischen K”nigshaus auch immer wieder kleine Skand„lchen, und wenn es nur die Verfilmung der Liebe und Hochzeit von William und Cathy sind. Die Queen wird mir bei Gelegenheit den Kopf einmal im Uhrzeigersinn um meinen eigenen Hals drehen. Medien k”nnen grausam sein, sie sind aber das Wichtigste, das wir als Augen und Ohren zur Verfgung haben, wenn wir das gesamte Weltgeschehen in wenigen Augenblicken im eigenen Wohnzimmer pr„sentiert bekommen m”chten. Man kann ja nicht berall gleichzeitig sein.
Ein Casting ist ein Auswahlverfahren, bei welchem die besten Talente genommen werden, wobei hier einige Aufgaben zu erfllen sind. Gecastet wird alles, was zwei Beine und einen Kopf besitzt, in fast jeder Branche, und wenn das Casting ”ffentlich, vielleicht noch mit Medienpr„senz stattfindet, gewinnt man dadurch viel Aufmerksamkeit und kann eine eventuelle Karriere starten.
Viele Castings finden im eher privaten, geschlossenen Raum, ohne Presse- und Medienpr„senz statt, beispielsweise fr Moderatoren, Nachrichtensprecher, Redakteure und Journalisten, Reporter, Graphiker, Schauspieler, Musicaldarsteller, Artisten, Alleinunterhalter, Knstler und Kunstschaffende aller Art. Man stellt sich vor, gibt sein Bestes und wartet, bis man genommen oder abgelehnt wird. ei Models und bei Sch”nheitswettbewerben sind die Castings besonders anspruchsvoll, da kommen die Leute mit ganzen Koffern an und sind Rivalen erster Klasse, da braucht man kein Kino mehr, wenn man so ein Casting verfolgt.
Sind Sie schon gecastet worden, oder warten Sie etwa noch darauf, dass man Sie entdecken k”nnte? Heute wird alles gecastet, vom Superstar angefangen, bis hin zu den DSDS Talenten, denn wenn man gesehen wird, hat man schon gewonnen, auch wenn man Letzter wird. Ich habe mir schon berlegt, wie es wohl w„re, wenn man jetzt auch Dinge casten l„sst? Da gewinnt dann der Staubsauger mit dem sch”nsten Summton, ob er saugen kann, ist Nebensache.
Wie w„re es, wenn man seine Freunde castet? Da l„sst man einfach tausend Leute in einem Casting gegeneinander antreten, und die besten hundert landen auf der Facebook Freundesliste ganz vorne. Ich liebe Castings.
Ich schaue ja mit spannender Aufmerksamkeit den folgenden Casting Shows bei der Aussortierung der Teilnehmer zu: Deutschland sucht den Superstar. Wahrlich, ich fand beispielsweise die Frau gut, die ihre zwei besten Argumente besang, ihre Brste. Bitte, man braucht doch keine Stimme, um in die Medien zu kommen.
Ich schaue brigens auch das Supertalent. Ich fand die Oma gut, die mit ihrem freizgigen Wesen die Jury bezirzte und auf Teufel komm raus mit den M„nnern flirtete, welche nicht an der Leine angebunden waren. Ach ja, fast h„tte ich es vergessen, die Frau berzeugte durch ihren Gesang.
Ich schaue Austrias next Top Model und Germanys next Top Model. Ich fand die Larissa aus K„rnten mit ihrem jungenhaften Auftreten gut und die Tessa aus Deutschland, denn die beiden waren so authentisch, dass ich sie jedes Mal wiedererkannte. Bitte, fr Larissa reichte der Sieg in ™sterreich aus, aber normalerweise gewinnen Models, die so austauschbar sind, dass man sie fr jeden Modeljob einsetzen k”nnte.
Sind Sie eigentlich schon reif fr den roten Teppich? Bei mir im Bro schl„ft bis auf Weiteres ein weisser Teppich, der aber von Jahr zu Jahr grauer wird, da ich ihn selten putze. Neulich berlegte ich mir, diesen Teppich durch einen roten zu ersetzen, dann k”nnte ich t„glich von morgens bis abends meine neuen Posen ben, damit ich mich nicht blamiere, falls es eines Tages auch fr mich so weit sein sollte, mich am roten Teppich zwischen Promis und Blitzlichtkameras zu amsieren. Einen roten Regenschirm muss ich mir bis dahin zulegen, denn ich m”chte nicht klatschnass werden, wenn ich mich mitten ins Blitzlichtgewitter stelle. Meine Mutter sagt heute noch besorgt zu mir: Kind, nimm einen Regenschirm mit, wenn Du schon im Regen spazieren gehen musst.
Lieber Besucher, wie sieht es nun bei Ihnen aus? Haben Sie sich schon das passende Outfit fr die n„chste anstehende Gala oder Charityveranstaltung gekauft? Neulich zeigte eine Frau am roten Teppich, welch wundervolle Pobacken sie doch besitzt. Ich schmolz dahin, als ich diese beiden Pfirsiche erblickte. Nicht, dass ich als Frau diese Pobacken in meinem Obstk”rbchen haben m”chte, denn in meinem k”rpereigenen Obstkorb tummeln sich bereits zwei Wassermelonen und zwei in die Jahre gekommene Pfirsiche, also Po und Busen, aber der kleine Neid frass mich schon bei diesem Anblick.
Ich habe mir glcklicherweise meinen Hometrainer vor den Fernseher gestellt, damit ich mir all das antrainieren kann, was ich im Fernsehen erblicke. Wenn ich eine Sendung ber die Fettsucht schaue, lege ich mich brigens zu diesen Zwecken auf mein Sofa und warte geduldig mit meinen leckeren Popcorn Tten darauf, bis die Fettp”lsterchen einen geeigneten Schlafplatz auf mir gefunden haben. Und wehe, ich schaue mir danach das Starmagazin an, dann leide ich wie ein Hund, dem ein Knochen aus Beton auf die Vorderpfote gefallen ist.
Wenn man sich fr die Medien rstet, braucht man ein Konzept, an dem ich seit Jahren feile, und wenn mir diese Feile nicht st„ndig abbrechen wrde, h„tte ich das Konzept bestimmt schon umgesetzt. Vielleicht sollten Sie lieber Besucher sich ein k”rperbetontes Medienkonzept zurechtschneidern, nahezu auf den K”rper schneidern. Kleider mit viel zu wenig Stoff gibt es berall zu kaufen, denn echte Seide ist teuer. Wenn die Seidenraupe nicht schnell genug an ihrem H„uschen baut, k”nnen Sie sich wahrlich nicht so viel Stoff am K”rper leisten, das verstehe ich voll und ganz. Mit diesem Look sind Sie die K”nigin auf dem roten Teppich. Ach ja, arbeiten Sie bitte vorher an Ihrem Pfirsichpo und an Ihrem Busen, denn dies sind Frchte, die in den Medien Frchte tragen.
Sie werden es bereits bemerkt haben, die ™ffentlichkeit m”chte nackte Tatsachen pr„sentiert bekommen. Das ist ein natrliches Ph„nomen, denn auch in den Nachrichten m”chte man ber die nackten Tatsachen informiert werden und nicht zur Beruhigung des Gemtes eine Besch”nigung, eine Verschleierung der Berichterstattung ins Ohr geflstert bekommen.
Im Grunde sind die Medien etwas Wunderbares: Sie unterhalten uns ganzheitlich, sie geben uns die Information, auf die wir sonst ewig warten mssten, sie bringen kleine Leute gross raus und machen grosse Leute noch gr”sser, sie sorgen dafr, dass Sch”nheitschirurgen nie arbeitslos werden und schtzen die Fitnessstudios vor der drohenden Schliessung, sie geben Talenten eine Chance, auch wenn man nicht singen kann, und sie halten morgens den Kaffee warm, wenn es wieder einmal brandheisse Meldungen ber Katastrophen, Wirtschaftskrisen und Prominente gibt.
Bis ich mir einen brandheissen Popo gezchtet habe, werde ich wahrscheinlich noch mehrere Male die Tour de France am Hometrainer mitfahren mssen, und aus diesem Grunde bleibe ich weiterhin in der Masse der Promis still und heimlich als reinster Geheimtipp verborgen und suhle mich im Bad der Masse, wenn ich im Dezember samstags shoppen gehe. Bis auf Weiteres. Apropos Shopping: Ich habe mir berlegt, mich Jahreszeiten bedingt unp„sslich anzuziehen, dann wird die Presse auf mich aufmerksam und ebnet mir den Weg auf die roten Teppiche der Welt. Immerhin trage ich bereits im Winter bei Eisesk„lte kurze R”cke, so kurz, dass einem bereits beim Hinsehen kalt wird. Bitte, das mache ich nicht aus lauter Mediengeilheit, ich mache es, weil meine kurzen Elefantenbeine in keine Hose hinein passen. An meinen Beinen sieht man, dass ich vom Tier abstamme.
Einige heutige Promis und Sternchen waren vor ein paar Jahren noch unbekannt, warfen sich aber in Schale, und danach warfen Sie sich an einen sogenannten Zapfhahn dran, an einen Prominenten, der sie weiter nach oben brachte. Sogar der AWD Guru Carsten Maschmeyer polierte sein angeschlagenes Ego an der Seite von Veronika Ferres wieder auf.
Ich wusste es schon immer, die lieben Frauen stehen hinter den charismatischen M„nnern. Das erkl„rt auch, warum so viele Seminare mit selbsternannten Gurus ohne echte Heilerfolge solch grossen Andrang erzielen. Die Gurus haben starke Frauen, die hinter ihnen stehen, die ihnen das Wasser reichen k”nnen, wenn die Htte brennt und die Gerchtekche brodelt.
Falls Sie eine starke Frau sind, k”nnen Sie diesen Weg auch gegebenenfalls einschlagen und sich an einen Prominenten heranpirschen. Manche b”sen Zungen behaupten, man schmeisst sich f”rmlich dran. Wir sind ja keine fleischfressenden Schmeissfliegen, obwohl ich mir bei mir selbst nicht sicher bin, ob ich nicht doch Kleinigkeiten mit einer Schmeissfliege gemeinsam habe.
Ich bin l„stig wie eine Zecke, hartn„ckig, wenn ich mich ins gemachte Butterbrot hinein setzen m”chte, bin ein ausgesprochen genussbetonter Fleischfresser, wenn es beim Chinesen Ente oder Huhn sss-sauer gibt, und ich bin klein und wendig, wenn Gefahr von oben droht. Beim letzten Regen war ich die Erste, die unterm Schirm stand. Wenn mich jetzt jemand haben m”chte, der mir ins Rampenlicht, in die umhimmelnde ™ffentlichkeit verhilft, dann bitte melden Sie sich umgehend bei mir. Und lassen Sie sich nicht von meinem holzmichelartigen Wesen abschrecken, ich habe viel Holz vor der Htte.
Lieber Besucher, falls das Ranschmeissen an einen Prominenten nicht so ganz Ihr Fall sein sollte, dann besuchen Sie vielleicht demn„chst einen der roten Teppiche. Vielleicht ist der ja gerade fr Sie pers”nlich ausgelegt worden. Wenn Sie ein viel zu knapp bemessenes Kleid tragen, wrde es glatt zum roten Teppich passen, denn der ist auch kurz und bersichtlich. In meinem Kleiderschrank tummeln sich auch solche Exemplare. Ich glaube, ich muss magerschtig gewesen sein, als ich die kaufte. Ich mag es eben kurz und knackig, spare gerne am Stoff, damit noch Geld fr ein Kleid zum Wechseln brig bleibt.
Wenn Ihr Kleid so knapp ausgefallen ist, dass der halbe Busen keinen anst„ndigen Liegeplatz darin bekommt, wird vielleicht ein Fotograf auf Sie aufmerksam und stellt sich mit seiner Kamera schtzend vor Ihren halbnackten Busen, damit ihn die anderen Leute nicht sehen. Am n„chsten Tag k”nnen Sie dann Ihr Kleid in der Zeitung, ach berall in den Medien betrachten. Na, w„re das nicht der richtige Ansatz fr Sie?
Wie bitte, das ist Ihnen zu billig? Nun, dann kaufen Sie sich eben ein etwas teureres, zu eng geratenes Kleid, ich fordere Sie ja nicht gerade auf, ausgezogen auf dem Teppich spazieren zu gehen. Wir wollen ja keine neuen Modetrends ins Leben rufen. Wenn dies alles nicht Ihrem edlen Stil entspricht, muss ich Ihnen leider die harte Variante verraten. Sie mssen etwas produzieren oder leisten, was die Welt braucht, aber noch nicht in dieser Form erhalten hat. Das kann schwierig werden und Zeit in Anspruch nehmen.
Schauen Sie mich an, ich trage knappe Kleider, habe in meinem Hausflur bereits einen richtig schicken roten Perserteppich ausgerollt, be mich als Autorin, verteile berall in den sozialen Netzwerken meine unversch„mten Visitenkarten, gebe Ihnen auf YouTube Einblicke in meinen Privathaushalt und bin immer noch nicht so gross in den Medien pr„sent, dass ich morgen in Rente gehen k”nnte.
Produktiv zu sein ist ein harter Weg nach oben. Ich werde mich demn„chst doch an einen bekannten Sch”nheitschirurgen ranschmeissen, da meine immer noch nicht angemietete Wohnung in Wien so nahe an der Quelle, am Wiener AKH dran liegt. šbrigens, haben Sie es schon einmal mit Vitamin B versucht? Voraussetzung ist natrlich, dass Sie bereits irgend etwas produziert haben, worber die Medien berichten k”nnen, denn jeder Hund braucht auch ein geeignetes Fressen in seinem verstellbaren Futternapf.
Wussten Sie eigentlich, dass Hunde einen verstellbaren Futternapf ben”tigen, damit sie keine Haltungssch„den bekommen? Ich habs neulich geh”rt. Stammt eigentlich unser heutiger Hund vom Wolf ab, oder wird der kleine Wauwi neun Monate im Mutterleib seines Frauchens getragen, bevor er zur Welt kommt? Wenn ich hier schon schamlos den Hundetrainer Martin Rtter zitiere, dann hat er es auch verdient, dass ich seinen Namen am Rande erw„hne.
Ja, der hat etwas produziert und darf damit in den Medien posieren, weil RTL das so will. Wenn Sie jetzt ein Hund w„ren, br„uchten Sie auch ein Herrchen oder ein liebevolles Frauchen, damit man sich frsorglich um Ihr Wohl kmmert. Und im realen Leben brauchen Sie auch Vitamin B, damit Sie gross und stark morgens aus dem Fernseher heraus schauen k”nnen.
Tausende Leute schauen bereits beim Frhstck in den Fernseher hinein und wnschen sich, einmal auf der anderen Seite des Bildschirms zu stehen. Lieber Besucher, es ntzt nichts, wenn Sie nachschauen, was hinter dem Fernsehbild verborgen liegt, denn dann liegt der vierkantige Kbel in Scherben. Sie mssen Reporter, Medienleute, Journalisten und Internetblogger kennenlernen, damit Sie aus dem Fernsehbild heraus grinsen k”nnen. Probieren Sie den Vitamin B Cocktail ruhig einmal aus, er wird Ihnen gut tun.
Wenn Sie es jetzt endlich geschafft haben, sich einen festen Sendeplatz beispielsweise in den RTL Nachrichten, im RTL Mittagsmagazin zu erhaschen, dann mssen Sie natrlich immer wieder fr neue Schlagzeilen sorgen, damit Ihr Platz an der Sonne nicht an jemand anderen weitergegeben wird, denn in den Medien wird man manchmal nach unten durchgereicht.
Stellen Sie sich vor, Sie w„ren ein vergessener Promi. Sind Sie zuf„llig so ein drittklassiger Promi, ein Talent ohne eigene Show? Dann empfehle ich Ihnen das Dschungelcamp. Hier drin laufen wirklich schweisstreibende, heisse Szenen ab, so heiss, dass sich jedes P„rchen im Bett sch„men und warm anziehen kann. Gut, nicht jede Dschungelprfung ist so heiss begehrt, dass man sie machen m”chte, auch wenn man so hungrig ist, dass sich der Hunger ganze L”cher in den Bauch frisst, das Hirn auffrisst, denn auch der Hunger muss von etwas Essbarem leben.
Machen Sie es doch wie das Model Sarah K, die Gute hungerte auch lieber im Dschungel als sich den Žrger einer Dschungelprfung zu unterziehen. Nach dem Camp ”ffnen sich die Pforten zur Medienwelt wieder, und Sie haben pl”tzlich Geld, welches Sie vorher vergeblich suchten. Werner Langhans weiss bis heute nicht, wie er mit seinem finanziellen Gewinn aus dem Dschungelcamp umgehen soll.
Er k”nnte es beispielsweise in einen guten Zweck investieren, mir geben, in mich investieren, ach ich weiss mit jedem Geld etwas anzufangen. Wenn Ihnen der Dschungel mit seinen b”sen Kleintieren nicht zusagt und Sie ohnehin nie mit Schlangen tierischer und menschlicher Art zusammenleben m”chten, heiraten Sie und g”nnen sich eine heisse Aff„re.
Voila, schon sichern Sie sich wieder einen festen Sendeplatz in den Nachrichten. Arnold Schwarzenegger schlug einen „usserst durchtakteten Medienweg ein, als er sich erwischen liess und seinen unehelichen Sohn endlich der ™ffentlichkeit pr„sentierte. Gut, man muss Opfer bringen, aber der Schwarzenegger hat sein Gehirn berall, vor allem in den Muskeln.
Er sicherte sich einen Top Sendeplatz in allen Medien. Haben Sie vielleicht unaufgetaute, tiefgefrorene Skandale in Ihrem Gerchtekhlschrank liegen, die man aufw„rmen k”nnte? Ein Skandal bringt Ihnen mindestens fr zwei Wochen eine fette Schlagzeile in der Presse. Gut, man muss Schl„ge ertragen, wenn man in der ™ffentlichkeit steht, aber ein Prominenter dritter Klasse zu werden, ist wohl einer der h„rtesten Schl„ge.
Da f„llt mir noch ein, wenn Sie es zart und geschmeidig lieben, zeugen oder bekommen Sie ein Kind. V„ter und Mtter erhalten immer einen Sonderplatz in den Medien. Wenn alles nicht hilft, werden Sie doch einfach Nachrichtensprecher, dann ist Ihr fester Sendeplatz in den Nachrichten so lange gesichert, wie Sie diese Nachrichten moderieren.