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Reisen - Tipps zum Verreisen

Coole Reisen werden niemals aussterben, weil der Mensch von Natur aus nicht sesshaft ist, sondern die weite Welt sehen will. Es gibt nur wenige Leute, die gerne zu Hause bleiben und dies auch ihr gesamtes Leben über tun, ohne jemals irgendetwas von der Welt gesehen zu haben.

Ich muss sagen, ich habe solche Leute kennengelernt. Ein Mann aus Augsburg, dem schon die simple Zugfahrt zu viel war, erzählte mir im Zug, er müsse leider nach Ulm fahren, weil seine Schwester gestorben sei. Er besitzt weder einen Fernseher, noch eine Soundanlage, und das Internet meidet er wie die Beulenpest. Er sieht sich als spirituell an, liebt die Natur, und vor allem vermisst er die weite Welt nicht, denn er kauft sich gerne Reiseliteratur, in welcher er versinkt, sich weiterbildet und sich vorstellt, in einem seiner nächsten Leben dort oder woanders, oder irgendwo drüben geboren zu werden. Er glaubt nämlich an die Macht der Sesshaftigkeit, dass wir zwei Füsse mit ins Leben bekommen haben, welche uns durchs Leben tragen, und somit braucht man keine Flugzeuge oder Kreuzfahrtschiffe. Dieser Mann hat mich fasziniert, denn ich könnte mir ein Leben alleine in den eigenen vier Wänden nicht vorstellen. Ich fühle mich wohl, wenn es unter meinen Füssen rollt, wenn ich vom Boden abhebe, und wenn ich unbekannte Sprachen höre.

Und ich lernte wirklich engstirnige Menschen kennen, die ihr enges Tal noch nie verlassen haben, über Ausländer schimpfen, eine populistische Regierung, ja sogar wieder einen Führer herbeisehnen, alles ablehnen, was nicht innerhalb des eigenen Tellerrandes fokusiert seine Kreise dreht, und die über alles schimpfen, was neu ist. Bitte, solche Leute leben auch in der Stadt. Ich habe diese Begegnungen so intensiv im Kopf, da ich blind bin und sie mich mieden, oder wenigstens distanziert mit mir sprachen.

Eine Frau, die ich beim Sonnenliegen kennenlernte meinte zu mir: Die Mama hilft dir bestimmt im Haushalt, beim Anziehen, beim Essen, oder? Ich war damals 35, eine ausgewachsene Frau im besten Alter, erst seit kurzem erblindet, hatte den Kontakt zu meiner Mutter auf das Nötigste eingeschränkt, da sie der Meinung ist, es wäre besser, ich wäre tot als blind, weil man mit Blindheit nicht durchs Leben kommt. Ich musste schmunzeln, denn ich hatte das krasseste Bild von Engstirnigkeit vor Augen, welches wahrscheinlich in der real sichtbaren Welt existiert. Und als ich mich mit der Frau unterhielt, meinte sie, ich sollte mich vor den Ausländern in Acht nehmen. Sie war noch niemals im Ausland gewesen, fremde Kulturen waren ihr fremd, und ich bemerkte, wie sie über alles schimpfte, was nicht genauestens in ihr Weltbild passte. Bitte, nach dem Sonnenliegen war ich gerädert, aber wenigstens war ich braun, im wahrsten Sinne des Wortes, von innen und von aussen, und die innere Bräune schüttelte ich schnell wieder ab, denn ich liebe fremde Menschen und unbekannte Kulturen.

Was muss man beim Verreisen beachten?

Wichtig ist das Reiseziel, denn ein unpassender Urlaubsort kann uns nicht entspannen, er macht uns nur aggressiv. Wichtig ist auch das passende Hotel, ruhig, zentral, oder luxuriös ausgestattet, sauber, gepflegte Anlage, kinderfreundlich oder für Paare ausgerichtet. Der Veganer benötigt vegane Kost, der Allergiker benötigt einen individuellen Speiseplan, und der hauseigene Pool ist Pflicht.

Beim Verreisen sollte man auf Qualität, auf den Preis, auf den passenden Flug oder das Transportmittel, auf die vielen Extras, die Nebenkosten, die gute Verpflegung am Urlaubsort, und auf die passenden Freizeitangebote achten.

Oft ist es besser, man bucht im Reisebüro, anstatt sich im Internet alleine durch zahlreiche Angebote zu klicken, aber online erwischt man oft das günstigste Angebot.

Was bedeutet Reisen?

Reisen bedeutet grob gesehen, man bewegt sich von einem Ort zum anderen, um Neues zu entdecken, um zu entspannen, damit einem zu Hause nicht die Decke auf den Kopf fällt. Früher reiste man ja zu Fuss oder mit der Pferdekutsche. Wäre Marie Antoinette nicht in so einer prunkvollen Kutsche gefahren, hätte man sie wahrscheinlich nicht so schnell geschnappt. Mein Vater ging in seiner Jugend zu Fuss über zwei Berge, nur um zur Arbeit zu kommen. Bitte, da wundere ich mich nicht, dass er eines Tages den heimischen Wagnerbetrieb übernommen hatte, daraus ein Sportartikelgeschäft mit schnellen Schiern machte, denn alles ist besser, als zu Fuss über zwei Berge zu gehen.

Heute fliegt man ja, denn die Flüge werden immer billiger. Hat eigentlich schon einmal jemand daran gedacht, wie die Flugsicherheit aussieht, wenn man für die Mittagsmaschine nach New York fast nichts mehr bezahlt? Wann streikten die Piloten das letzte Mal? Fliegen ist ja eine sichere Angelegenheit. Lange passiert nichts, und wenn, dann überlebt es kaum einer. Trotzdem hat sich in letzter Zeit vermehrt ein Gegentrend entwickelt, man fährt wieder mit der Bahn, denn die Züge sind besser geworden.

Reisen bedeutet Entspannung und Abenteuer gleichzeitig. Ich habe neulich davon geträumt, als unbezahlter Helfer in einem Entwicklungsland Gutes zu tun. Gott sei Dank bin ich blind, sonst wäre dies mein schönster Urlaub. Mein Partner träumte davon, ohne mich Urlaub zu machen. Gott sei Dank hänge ich wie ein Klotz an seinem Bein, sonst müsste ich nach Afrika und er nach Sylt.

Wenn wir uns anschauen, wie das Smartphone, Handy und Tablet mit in den Urlaub fliegen, so sieht der perfekte Urlaubstag so aus: Von morgens bis abends produzieren wir Belfies und stellen unsere Selfies in Form von halbnackten Pobacken ins Internet, denn Facebook ist ganz heiss auf neue Hinterteile. Die Sehnsucht nach entspanntem Urlaub hat sich gewandelt, Wellness anstatt Camping, Kurztrips anstatt Langzeiturlaube, aber Sonne, Strand und Meer sind gleich geblieben.

Reisen bedeutet Abenteuer

Reisen heisst Neuheiten entdecken, Veränderung zulassen, neue Kulturen kennenlernen. Ein richtig neuer Urlaubstrend sind übrigens die Ausflüge ins All. Sie haben dabei den Vorteil, dass Sie nicht sonderlich an Gewicht zunehmen, und auch nachher bleiben Sie schlank, denn es wird Ihnen voraussichtlich das Geld für leckere Lebensmittel fehlen. So eine Reise ins All ist teuer, und wenn es die Flugtickets in der Raumkapsel zum Pauschalpreis gibt, sage ich Ihnen Bescheid. Bis dahin machen wir Wellnessurlaub, Strandurlaub, im Winter ein wenig Schiurlaub, damit die Pelzmäntel in St. Moritz keine Ladenhüter werden, und wenn wir wieder nach Hause kommen, sind wir pleite aber glücklich. Dann setzen wir uns zusammen auf Balkonien ab und zeigen dem neidischen Nachbarn unsere Urlaubsfotos.

Reisen bedeutet Entspannung unterwegs

Man entspannt sich im Urlaub. Man lässt die Seele baumeln, streckt Hände und Füsse von sich, erholt sich vom Job, kuriert seine Liegestuhl Depression aus und trinkt Longdrinks aus dem Eimer, nein, aus dem stilvoll geschwungenen Glas. Wellnessreisen liegen derzeit im Trend, der entspannende Kurzurlaub, weil die Leute wenig Zeit zum Verreisen haben, dafür aber alles an Komfort und Luxus erhalten möchten, was das Herz begehrt. Bei einem Wellnesshotel sollte man darauf achten, dass es sich in ruhiger Lage befindet und über einen grossen Spa-Bereich verfügt.

Reisen bedeutet Bildung

Wer oft und viel verreist, der tut unbewusst etwas für seine Bildung. Man kann einfach nicht wegschauen, wenn man fremden Kulturen begegnet. In arabischen Ländern liegen die Leute oft nur so auf Teppichen, wenn man zu Besuch kommt. Mein Geschäftspartner hat dies schon beobachtet, er sagte, das ist ganz normal in einigen Familien.

Und in Australien lernt man nicht nur Windsurfen, man kann auch die Tiervielfalt kennenlernen, die giftigsten Tiere der Welt. Man muss nur wollen. Übrigens habe ich in London alles besucht, was man so besichtigen kann, wenn man drei Mal hintereinander auf Sprachreise geht. Und in Indien habe ich die schönste Farbpracht gesehen, sodass ich mir bis heute einbilde, mir würde so ein indischer Sari auch gut stehen. Im Jemen gibt es Hotels ohne nennenswerte Dächer, denn die Nächte sind so warm, dass man sich ohnehin wünscht, unter freiem Himmel zu schlafen. Man lernt nie aus.

Reisen ist wichtig für die Wirtschaft

Jetzt hätte ich glatt den wirtschaftlichen Faktor des Urlaubs vergessen, vor lauter Entspannung. Nicht nur der Urlauber, auch die Jobs profitieren. Wenn das Hotel gut gebucht ist, profitiert der Hotellier. Ganze Staaten profitieren, wenn beispielsweise eine WM, ein Songcontest oder ein anderes Grossereignis stattfindet. Haben Sie schon einmal als freiwilliger Helfer bei einem grossen Event gearbeitet? Das lohnt sich schon deshalb, weil man so viele wichtige Leute kennenlernen kann. Reisen lohnt sich auch für die Wirtschaft.

Reisen ist schädlich für die Umwelt

Was bedeutet Reisen für die Umwelt? Wenn viel zu viele Touristen den Regenwald durchqueren und ihr Pausenbrotpapier fallenlassen, wird der Regenwald sauer, verschmutzt und stirbt. Wenn viel zu viele Menschen die Flugzeuge besteigen, um mit dem Mittagsflieger nach New York, London oder Paris shoppen zu gehen, verschmutzt dies die Luft, denn so viel Kerosin braucht man nicht einmal, um eine ganze Stadt mit Flugpost zu versorgen. Und wenn der Massentourismus am Strand ankommt, liegen wir wie die gebratenen Sardinen am Meer und wundern uns, wenn wir vergrabenen Müll im Sand finden. Die Umwelt leidet, wenn wir uns auf den Weg machen, um die Welt zu sehen. Heute muss man nicht überall physisch gewesen sein, um auf der ganzen Welt zu urlauben. Heute kann man ins Internet gehen, eine virtuelle Reise buchen und sich das Weltgeschehen von zu Hause aus ansehen. Danach kann man in den Wald gehen, um beim Waldbaden zu entspannen und Sport zu treiben. Aber der normale Tourist will dagewesen sein, in Afrika, Australien, Asien, in den USA, und auf der grössten Gletscherzunge der Welt umhergerutscht sein. Das liegt in der Natur des Menschen.

Reisen sind wichtig

Ich bin der festen Überzeugung, dass Reisen wichtig sind, für unser intellektuelles Reifevermögen, für unsere Bildung, für unser Innenleben, und für die Entspannung. Durchs Verreisen wird man tolerant, offenherzig, freizügig, stabil im Alltag, denn wer Abenteuer erlebt, nicht nur die eigenen vier Wände sieht, der entfaltet sich besser als jemand, der das eigene Dorf nicht verlässt. Natürlich möchte ich niemandem die Heimatverbundenheit absprechen, denn Heimat ist wichtig, um seine Wurzeln zu vertiefen. Ich möchte nur erwähnen, dass Menschen, die viel reisen, oft liebevoller mit ihrer Umwelt umgehen, als jene, die nationalistisch geprägt sind. Und bitte, hier stecke ich keinesfalls alle Leute in die gleiche Schublade.

Reisen nährt die Seele, denn andere Eindrücke prägen sich positiv ins Herz und ins Hirn ein, was uns in Krisensituationen resilienter macht, und diese Resilienz wirkt sich auf unser Handeln, auf den Optimismus, auf eventuelle Ängste aus. Wer viel verreist, hat in der Regel weniger Angst als jemand, der immer treu zu Hause bleibt. Dieses Phänomen kennen wir aus der Politik. Im Osten Deutschlands leben wirklich nur wenige ausländische Bürger, aber dort ist der Ausländerhass am weitesten verbreitet. Ich war in der Nähe von Dresden in einem kleinen Dorf zu Gast, und ich musste mir ausländerfeindliche Reden anhören, obwohl weit und breit kein Fremder war, ausser mir, und ich fiel nicht grossartig auf. Wer sich mit fremden Menschen umgibt, verliert die Angst vor dem Fremden.

Nicht jede Reise ist wichtig

Mit Reisen im positiven Sinn meine ich die gezielten Reisen, die man im Laufe seines Lebens tätigt, nicht die Billigreisen, welche dazu einladen, am Flughafen-Hopping teilzunehmen. In den letzten Jahren hat sich nämlich ein Flughafen-Tourismus entwickelt, der die Umwelt schädigt und die Luft verpestet. Man bucht ein Flugticket für 19 Euro, fliegt ohne Gepäck im Billigflieger von Flughafen zu Flughafen, und während man auf den Anschlussflug wartet, schiesst man Selfies, welche man ins Netz stellt. Auf YouTube tummeln sich bereits Big-Player in der Branche, richtige Stars mit Millionen an Abonnenten, welche nur dastehen, die Flughäfen filmen und wieder weiterfliegen. Meiner Meinung nach bleibt bei dieser Form des Reisens nicht viel übrig, was sich im Hirn manifestieren könnte, aber die Provisionen, welche man durch Werbung und Direktvermarktung auf YouTube verdient, die stimmen bestimmt, und die bleiben im Hirn hängen, da bin ich mir sicher.

Reisen in fremde Länder, fremde Kulturen

Fernreisen liegen nach wie vor im Trend. Israel ist beispielsweise eine Reise wert. In Kärnten werden immer wieder zusammen mit dem ORF und dem Bischof sogenannte Pilgerreisen angeboten, in die Heilige Stadt. Da kann man an der Klagemauer alles anbringen, was man sonst in sich hineinfrisst und hinunterschluckt.

Fremde Länder, andere Kulturen. Wussten Sie, dass es in Japan unhöflich ist, wenn man mit Strassenschuhen eine Wohnung betritt? Andere Kulturen haben ihren ganz besonderen Reiz. In China ist es beispielsweise ganz normal, sich am Heiratsmarkt anzubieten, denn es zählen die Aussteuer, das Aussehen und die Jugend. Und im asiatischen Raum ist es allgemein beliebt, sich sein Essen als Fingerfood auf der Strasse zu kaufen, denn an jeder Ecke steht ein leckerer Imbiss, und die Frühlingsrolle schmeckt immer gut.

In Spanien musste ich jedes Mal zahlreiche Tapas essen, wenn ich eingeladen wurde. Ich nahm drei Kilo zu, aber schön war die Zeit. Tapas sind kleine Vorspeisen, von denen man so satt wird, dass man glaubt, man hätte lauter Hauptspeisen gegessen.

Reisen - Audio

 


Elisabeth Putz

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