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Wie macht man Urlaub zu Hause?

Urlaub zu HauseNicht immer muss man sich dem regen Jetset-Publikum anschliessen, müde am Flughafen stehen, übermüdet ins Hotelbett fallen und genervt auf einem unbequemen, fremden Kopfkissen schlafen, wenn man urlaubt. Manche Leute sind nach einer Woche derart genervt von den Hotelgästen, dem Lärm, dem übersichtlich leeren Buffet und dem quietschenden, zu weichen, ausgelatschten Hotelbett, dass sie zu Hause ankommen und Urlaub vom Urlaub brauchen.

Immer mehr Menschen bleiben zu Hause und entscheiden sich, Urlaub im Garten, auf dem Balkon, auf der eigenen Terrasse zu machen, denn da stört sie niemand, das Kopfkissen riecht frisch, die Matratze ist in Ordnung, und nachts herrscht Ruhe. Man muss die Klimaanlage nicht anmachen, weil man das Fenster öffnen kann. Man muss morgens nicht hungern, weil das Buffet nicht abgegrast ist. Und man sitzt nicht mit 200 hungrigen Leuten in einem Frühstückssaal, dessen Klimaanlage zu kühl eingestellt ist, Hauptsache die Wurst wird gut gekühlt.

Man liegt nicht wie die gebratenen Ölsardinen eng aneinandergekuschelt am überfüllten Strand und atmet die Sonnencreme des Nachbarn ein. Man rennt abends nicht durch die Einkaufsmeile des jeweiligen Urlaubsortes, dicht an dicht gedrängt, um ein Urlaubssouvenir zu kaufen, ein Selfie zu schiessen und auf Facebook dem Einbrecher zu signalisieren, wir sind nicht zu Hause, der Flachbildfernseher kann uns gestohlen bleiben.

Immerhin, wer zu Hause urlaubt, sitzt nicht dicht gedrängt in einem überfüllten Strassencafe und geniesst einen schlechten Drink nach dem anderen, bis er einen Zuckerschock erleidet. Im Urlaub nimmt man ja grösstenteils so zu, dass man nachher kaum noch in seine Klamotten passt, da sind Stretchkleider von Vorteil, die wachsen wenigstens mit dem eigenen Bauchumfang umfangreich mit.

Urlaub zu Hause hat neben den Nachteilen, welche man das ganze Jahr über als Alltag einstuft, auch seinen gewissen vorteilhaften Reiz. Wenn man es schafft, in einer ruhigen Gegend zu residieren, kann man die Urlaubsangebote der eigenen Stadt, des eigenen Heimatortes nutzen. Mittlerweile nutzen zahlreiche Menschen Tourismuscards, residieren im eigenen Haus, nehmen jedoch Sport- und Badeangebote wie ein Tourist wahr, denn zu Hause ist es doch bekanntlich am schönsten.

Urlaub im eigenen Garten, auf Balkonien und auf der Terrasse

Wer sich einen eigenen Garten zulegt, befindet sich fast das ganze Jahr über im Urlaub, denn in der Erde zu wühlen macht uns glücklich, da im natürlichen Erdboden ein Mikrobakterium residiert, welches den Serotoninspiegel bei uns Menschen erhöht. Der Garten bietet zudem Ruhe, frische Luft und ein gesundes Flair. Mit einem Schwimmteich legt man sich nicht nur einen Pool zu, sondern ein naturbelassenes Gewässer, in welchem man beim Schwimmen Gesundheit tankt.

Auf der eigenen Terrasse darf man sich auch nackt sonnen, solange der Nachbar nichts dagegen hat und man kein öffentliches Aufsehen erregt. Am Urlaubsort fernab der Heimat muss man hierfür zum FKK Strand gehen, auf welchem man jedoch nicht alleine liegt. Bitte, aus Erfahrung weiss ich, dass Leute, die der Freikörperkultur zugeneigt sind, keine Augen im Kopf haben, mit welchen sie andere Leute förmlich blickdicht ausziehen, denn da sind ohnehin bereits alle nackt.

Wer seinen Balkon als Urlaubsort nutzt, der sollte sich für hochwertige Balkonmöbel entscheiden, denn die billigen Plastikmöbel bekommt man auch, wenn man sich für ein Hotelzimmer mit Meerblick entscheidet. Ein Elektrogrill, der nicht schmutzt, bietet alles, was man abends braucht, um satt zu werden. Am eigenen Balkon kann es zwar passieren, dass man keinen Meerblick erntet, aber dafür hat man auch keinen Lärm, keine unangenehmen Gerüche und keinen Wind, der einem um die Ohren bläst, wenn man abends hoch oben die Balkonluft geniesst.

Wer zu Hause urlaubt, sollte ein Eigenheim oder ein Haus in ruhiger Lage besitzen, oder zumindest in einer Wohnung leben, die viel Ruhe und Licht bietet. Immer mehr Menschen entscheiden sich, ihr Geld ins Wohnen zu stecken, bevorzugen eine Wohnsituation in ruhiger, naturbelassener Lage, damit sie relaxen können und nicht jährlich auf einige wenige Urlaubswochen warten müssen, in denen sie der eigenen Wohnung entkommen. Wer allerdings mitten in einer lauten Stadtgegend wohnt, keinen Balkon, keine Terrasse und nicht einmal ein Stück Garten besitzt, der muss raus, sonst fällt ihm im Urlaub die Zimmerdecke auf den Kopf.

Den Urlaub ins Büro mitnehmen

Wie nimmt man den Urlaub mit ins Büro? Wenn man nach seinem wohl verdienten Urlaub wieder zu arbeiten anfängt, im monotonen Büroalltag gefangen ist, braucht man etwas, das einem hilft, gut durch den Tag zu kommen. Bitte, in der Karibik war es schöner, da flossen mir die Erdbeeren als Smoothie im Strandcafe direkt in den Mund.

Wer seine Urlaubsstimmung mit ins Büro nimmt, muss einiges beachten. Man braucht ein luftiges Sommerparfum, welches man sich am Urlaubsort gekauft hat. Dieses Parfum legt man im Büro an und erinnert sich an die Palmen am Strand, weil der Duft so vertraut ist. Oder man nimmt sich seinen Erdbeersmoothie mit ins Büro, trinkt ihn in der Vormittagspause und erinnert sich an die Strandbar.

Man kann sich auch coole Klamotten am Urlaubsort kaufen und diese in seiner Freizeit tragen, denn die lenken uns vom Bürostress ab und verleihen Urlaubsstimmung. Ich kaufte mir einen Bikini mit Palmen drauf, legte mich oben ohne in meine Lieblingswiese und fror, weil der Sommer bereits in den Herbst überging. Übrigens kann man sich auch im Urlaub einen Roman kaufen, diesen dann im Park zu Ende lesen, damit die Urlaubslaune zurückkehrt. Ich kaufte mir ein Hörbuch über die Perfektion der weiblichen Brüste, welches ich dann oben ohne auf meiner Lieblingswiese genoss.

Das Urlaubsflair holt man sich ins Büro, indem man die gekauften Souvenirs am Schreibtisch aufstellt. Der Eifelturm steht seit Monaten bei mir am Tisch und wartet, bis ich komme. Man kann Muscheln, Sand, Heu aus der Almhütte, kleine Extras aus dem Hotelzimmer, Steine und Dinge vom Urlaubsort mit nach Hause nehmen, aber bitte lassen Sie den Fernseher, den Haartrockner, eventuelle Kleiderbügel und den Bademantel im Hotel, denn das sind Dinge, die nimmt man nicht mit. Ich habe mir Salsamusik gekauft, eine kleine Palme mitgenommen, und so friste ich dahin, bis der nächste Urlaub naht.

 


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Elisabeth Putz

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