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Wie wohnt man im Schloss?

Eine neue Wohnlandschaft bilden alte Schlösser, die verwaltet und in Schuss gehalten werden wollen. Man muss schon einiges an Investitionsaufwand und gute Nerven mitbringen, wenn man sich entscheidet, Schlossbesitzer zu werden. Aber dafür trifft man sich dann mit anderen Schlossbesitzern zum gemeinsamen Partyevent und feiert seinen neu erworbenen Grundbesitz. Das entschädigt alle Arbeit. Verfallene Schlösser kann man bereits für wenig Geld ersteigern, weil sie kaum jemand haben will, aber dafür benötigt man Geld, um das Denkmal-geschützte Schlösschen am Leben zu erhalten.

Eine Idee, um Geld ins Schloss zu bringen, ist der Tourismus, denn man kann seine neue Behausung als Hotelbetrieb führen, als Seminarhotel, oder man kann Führungen durch die alten Gemäuer anbieten. Viele Leute fühlen sich zu alten Kerkern, uralten Gemäuern und deren Legenden hingezogen. Wer hier ein wenig esoterischen Esprit hineinlegt, vielleicht einen kleinen Schlossgeist als Attraktion im Haus mit sich führt, kann einiges mit seinem Schlösschen verdienen. Und wenn das alles zu aufwendig ist, bewohnt man eben die 20 bis 50 Zimmer alleine und kann jede Nacht in einem anderen Kämmerchen ruhen. Der Schlosspark bietet zusätzliche Einnahmequellen, wenn man Gemüse und Obst anbaut, welches man als edle Schlossnahrung verkaufen kann. Trotz aller Ideen, ein Schloss zu bewohnen, ist mit viel Idealismus gespickt. Ich ziehe in mein Penthouse und bewohne das Schloss nur als Gast, denn dann kann ich wieder abreisen, wenn das Lüftchen im kalten Winter eisig windig durch die Gemäuer zischt.

Alte Schlösser und Burgen haben etwas Unheimliches an sich. Es spukt im wahrsten Sinne des Wortes, die Zimmer sind kalt, die Mauern sind steinalt und rissig, und jeder Windhauch entblösst ein Geräusch, welches gerade bei Nacht unheimlich klingt. So kann man spezielle Gruselshows anbieten, um sein Schlosspublikum nachts bei Laune zu halten. Ähnlich wie in einer Geisterbahn kann man nächtliche Wanderungen im Schlossareal anbieten, natürlich nur für Unerschrockene und Angstlose. Viele Schlösser haben eine grausame Vergangenheit, und in vielen Burgen kann man heute noch eine Nacht im Burgverlies verbringen. Hierfür zahlen einige Leute viel Geld, denn es ist ein ganz besonderes Event.

Einige Schlosszimmer könnten zu Hochzeitssuiten umdekoriert und umfunktioniert werden. So könnte man Hochzeiten samt allem drum und dran anbieten. Hier könnten grosse Hochzeitsgesellschaften untergebracht werden, die feiern und gleichzeitig übernachten, damit niemand betrunken nach Hause fahren muss. Oder man bietet eine romantische Hochzeitssuite für das Brautpaar an, welches seine Flitterwochen dort verbringt und das gesamte Schlossareal samt Schlossteich nutzen kann. Die Möglichkeiten, ein Schloss zu bewohnen sind vielfältig.

Die modernen Schlösser

Heute boomen die modernen Schlösser, die Komfort, Neuzeit, aber auch Tradition in einer Hand beherbergen. Reiche Leute kaufen diese Schlösser und bewirtschaften sie. Meist haben diese Anwesen weite Landflächen, die Ertrag einbringen müssen, damit die grossen Dachflächen erhalten werden können. Natürlich kostet alles viel Geld, und es ist nicht selten, dass ein Schloss mehrere Millionen im Jahr an Erhaltungskosten frisst. Hierzu müssen gute Wirtschaftskonzepte geschmiedet werden, was dann in die nächste Generation übertragen wird. Und so ist man geborener Schlossbesitzer, wenn man so in die Welt gesetzt wird, ob man nun will oder nicht, die Tradition muss weiterleben, nur der Lebensstandard ändert sich.

 


Elisabeth Putz

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