Esoterik Ratgeber

Home

Beauty

Esoterik

Flirten

Lifestyle

Wellness

Astrologie

Mentales

Spirituelles

Übersinnliches

Universum

Bestattung - Planung und Trauerarbeit

Der TodWie möchten Sie nach Ihrem Tod versorgt werden? Möchten Sie in einem Grab liegen, neben vielen anderen Menschen, von Ihren lieben Hinterbliebenen betrauert werden und zusehen, wie eine Kerze auf Ihnen entflammt? Möchten Sie in einer Urne liegen und Ihre Seele durch den Raum schweben sehen? Ich fürchte mich vor dem Grematorium, aber der Gedanke daran, dass ich als Ring am Ringfinger meines Lebenspartners klebe, bis dass die Ewigkeit uns vereint, lässt mich die Angst vergessen. Im Grunde bevorzuge ich eine Eisbestattung, dann habe ich die Chance, wieder aufzuwachen, wenn höhere künstliche Intelligenzen unsere Welt bevölkern. Bitte, dann wäre ich die dümmste Frau unter den hohen Intelligenzen.

Wissen Sie schon, wie Ihr Grab aussieht? Es gibt Leute, die suchen sich zu Lebzeiten ihren Sarg aus und planen die Zeremonie ihres eigenen Begräbnisses. Jetzt liegen ja Kartonsärge gross in Mode, denn sie sind umweltfreundlich und verrotten schneller als andere Särge.

Übrigens kann man sich auch einäschern lassen und sich selbst seinem Partner als Diamant am Ringfinger schenken. Dann liegt man unter Umständen eines Tages gemeinsam im Sarg. Oh, welch erschreckend nahestehende Erkenntnis. Ob ich jetzt auf eine Feuerbestattung verzichte? Wichtig ist, dass man daran glaubt, dass das Leben nach dem Tod weitergeht und wir bloss unsere Form des Daseins ändern. Unsere Seele wiegt übrigens 21 Gramm. Sie sehen, lieber Besucher, es geht nichts verloren im Leben, selbst die Seele existiert nach dem Tod weiter.

Gerade zu Allerheiligen und Allerseelen entdecken wir, dass wir alle sterblich sind. Unser Körper kann sterben, aber mit dem Tod nehmen wir ja im Grunde nur eine andere Form an. Bitte, ich bin noch nicht soweit gewesen, ich kann da noch nicht aus Erfahrung sprechen. Natürlich ist es mein Bestreben, möglichst Vieles für Sie auszuprobieren, aber hier habe ich noch kleine Zweifel, ob ich den Tod überlebe.

Haben Sie sich heute schon gefragt, ob Sie noch leben? Unser Körper braucht ja eines Tages ein bequemes Grab, eine leckere Beerdigung, einen schönen Grabschmuck, saftiges Essen für den Leichenschmaus und Hinterbliebene, die Ihr Grab und die Grabpflege erben. Wer hat eigentlich gesagt, dass eine Erbschaft nichts mit Arbeit zu tun hat? Zu Lebzeiten müssen Sie sich all diese Dinge besorgen, denn danach haben Sie womöglich keine Zeit mehr dafür.

Die Mutter meines Lebenspartners ist ständig auf der Suche nach einem passenden Grab für sich selbst. Mein früherer Buchhalter möchte im All verstreut werden, es haben sich jetzt auch Angebote für ihn ergeben. Meine Mutter möchte gerne am Friedhof zur Probe liegen, aber nicht dass wir sie versehentlich begraben, wenn sie noch lebt. Und was wünschen Sie sich für Ihre letzte Bettstätte?

Der Markt mit dem Tod boomt ja glücklicherweise, denn wir kennen nicht mehr viele Tabuthemen in unserer heutigen Zeit. Auf manchen Friedhöfen kann man jetzt auch zur Probe liegen, wenn man sein Traumgrab gefunden hat. Schauen Sie vielleicht heute noch rechtzeitig, dass Ihr Tod geregelt ist, sonst geht es Ihnen womöglich wie einem Mann aus meinem Geburtsdorf. Als der starb, wusste er nicht, in welches Grab er fallen sollte, denn überall, wo er hinein wollte, lag schon einer.

Auf seine Schwiegermutter konnte er sich auch nicht legen, denn da wollte seine Frau liegen. Wer liegt schon gerne mit seiner Schwiegermutter zusammen in einem Bett? Übrigens, lieber Besucher, der Sarg ist auch wichtig. Neulich hatte ich in einem Möbelhaus ein Bett gesehen, welches wie ein Sarg geformt war. Wer sich so eine Rarität anschafft, der geht im wahrsten Sinne des Wortes ins Bett, denn da geht er dann hinein und liegt drin.

Wenn man seine Ruhe beim Schäferstündchen haben möchte, macht man den Sargdeckel mit integrierter Belüftung zu und liegt förmlich unter dem Betthimmel in seinem Himmelbett.

Die Urne als letzte Ruhestätte

Eine Urnenbestattung wird zunehmend beliebter. Man benötigt nicht viel Platz, die Urne gewinnt an Bedeutung für viele Glaubensrichtungen, und die Asche wird immer mehr zu einem Symbol der ewigen Reinheit. Man kann sich heute auch unter einem Baum begraben lassen, im Wald, an einem stillen See, wenn man sich für eine Urne entscheidet. Dies sollte man jedoch schon zu Lebzeiten schriftlich festhalten, denn die Hinterbliebenen entscheiden sich oft noch fürs traditionelle Begräbnis im Sarg, wenn sie den letzten Wunsch eines Verstorbenen nicht kennen. Die Asche eines Menschen ist gewichtsmässig so schwer wie ein neugeborenes Baby, und so glauben viele Menschen daran, dass sie nach dem Tod sofort wieder als neuer Mensch geboren werden, wenn sie sich für die Feuerbestattung entscheiden.

Prominente in Designermode auf der Beerdigung

Eine etwas makabere Idee, jedoch hoch gewinnbringend, ist das Tragen von Designermode bestimmter Marken und Labels auf Beerdigungen. Prominente werben für Modedesigner, Labels und Markenkleidung, indem sie gut sichtbar die prominente Kleidung auf Beerdigungen tragen. Da wird das knappe kurze Schwarze zum Hingucker zwischen Sarg und Trauergemeinde. Die Promis profitieren, die Hersteller der Designermode ebenfalls, nur der Verstorbene selbst hat nichts mehr davon, denn entweder ist der Sargdeckel bereits zu, oder die Urne ist gut gefüllt. Ich persönlich finde, auf einer Beerdigung hat Werbung so wenig verloren wie Fleisch in einem veganen Menü, da bleibt einem der Leichenschmaus förmlich im Hals stecken. Die Menschheit wird immer einfallsreicher, wenn es ums Geld geht, aber in seine letzte Ruhestätte kann man bloss sein letztes Hemd mitnehmen, es vermehrt sich nur noch die Erde, gefolgt vom Staub, zu dem wir wieder werden, wenn wir sterben.

Makaber: Prominente werben am Friedhof für Designermode

Jetzt haben sich einige Designer und Modelabels etwas sehr Skurriles einfallen lassen. Sie gingen auf Prominente zu, deren Angehörige, Freunde oder Bekannte gerade verstorben waren und baten darum, beim Begräbnis die Kleidung der Designer und Modelabels zu tragen. Werbung geht ja die seltsamsten Wege, aber manches funktioniert eben nur in Schwarz. Man stelle sich bloss vor, ein Promi steht in pink, gelb oder rot gekleidet am Friedhof und trauert um seinen engsten Freund, das sieht wahrscheinlich nicht gut aus. Bitte, mit viel emotionsloser Phantasie kann man diesen Werbegedanken ja nachvollziehen. Bei einem öffentlichen Begräbnis sind meistens tausende Trauernde anwesend, bei Prominenten sind es namhafte Leute mit Einfluss und dem nötigen Kleingeld, um sich die neue Tasche zu kaufen. Handtaschen sind ohnehin meist in edlem Schwarz gehalten. Promis als Werbeträger für Designermode sind makaber, aber das medientaugliche Geschäftsmodell boomt sogar am Friedhof.

Lifestyle auf dem Wiener Zentralfriedhof

In Wien ist so einiges anders. Jetzt können Sie, lieber Besucher, in Wien auch Ihr zukünftiges Grab besuchen. Am Wiener Zentralfriedhof werden trendige Führungen angeboten. Man kann sich seinen Sarg aussuchen, da weiss man wenigstens, wo man liegt und wie man sich bettet. Die Besucher bekommen einen Einblick in die Grablandschaften verstorbener Wiener.

Das gibt uns direkt ein Gefühl, als würde die ganze Welt unter der Welt noch unter uns weilen. Da fällt mir ein, ich brauche ja auch eine Wohnung in Wien. Aber ich suche dann doch lieber mein Penthouse auf, und das steht noch nicht am Wiener Zentralfriedhof. Ein wenig makaber sind sie schon, die Wiener, aber man muss sie einfach mögen, wenn man sie erst einmal ins Herz geschlossen hat.

Ein Mann heiratet eine Tote

Sie werden es kaum glauben, aber ein Mann hat seine tote Frau geheiratet. Sie lebten jahrelang in wilder Ehe vereint, und als sie starb, fiel ihm ein, sie jetzt unbedingt heiraten zu wollen. Vielleicht gibt es demnächst noch makabere Meldungen, aber mir würde diese hier schon reichen.

Diese ungewöhnliche Hochzeit erinnert mich glatt daran, dass ich mit meinem Verlobten seit mehr als sieben Jahren in wildester Ehe zusammenlebe. Im Moment können wir wieder nicht heiraten, da wir unsere Flugtickets nach Israel bereits gebucht haben, und nach der Hochzeit nimmt mein Goldibär meinen Namen an, sodass dann auf seinem Pass nicht Goldbär, sondern Goldmaus stehen würde. Wenn wir vorher heiraten würden, müsste er am Flughafen zurückbleiben, und ich müsste ihn per Handyvideos über Israel informieren. Wahrlich, mir fällt immer ein neuer Grund ein, um aus Sicht meiner kalten Füsse unsere Hochzeit zu verschieben.

Wenn nun ein Mann seine tote Lebenspartnerin heiratet, hat sie doch keine Chance mehr, um Nein zu sagen. Womöglich ist ihre Seele ins Universum entschwunden und hat dort Kapitän Kirk getroffen, Sie wissen schon, den Kapitän vom Raumschiff Enterprise. Das Universum ist zwar unendlich, aber ob dort Bigamie erlaubt ist, weiss ich nicht.

Wenn man seinen toten Partner heiratet und er bereits im Sarg schlummert, muss man glatt improvisieren. Wie bitte verbringt man dann zusammen die Hochzeitsnacht? Im Sarg? Ich kann mir vorstellen, dass Menschen in tiefer Trauer um einen verlorenen und zutiefst geliebten Menschen nicht oder schwer nachvollziehbare Wege gehen. Der Mann, der seine Frau im toten Zustand heiratete, wollte vielleicht nicht Abschied nehmen und verarbeitete womöglich so seinen traumatisierten Zustand.

Mein Vater ist gestorben. Als Kind wollte ich ihn immer heiraten, wenn er nicht bereits mit meiner Mutter verheiratet gewesen wäre. Ich stand unter einer gewissen Schocktrauer, als er starb. Ich postete seinen Tod auf Xing, Twitter und Facebook zugleich, da ich nicht wusste, ob ich meine sarkastischen News jetzt schreiben, oder heulen sollte. Und genau aus solchen Zuständen der puren Ausnahme heraus, reagiert man manchmal derart abwegig, sodass der Rest der Welt nur noch die Hände über dem Kopf zusammenfalten kann.

Der virtuelle Friedhof

Man muss nicht erst ins Grab fallen, um sein Begräbnis live zu erleben, denn der virtuelle Friedhof macht alles möglich. In Asien wird dieses virtuelle Bestattungsritual bereits online angeboten, und ich bin mir sicher, es kommt auch zu uns, spätestens dann, wenn die Chinesen das letzte Grab korrekt kopiert haben. Der virtuelle Friedhof ist ein Grab samt Grabstein, Grabkranz, Sarg, Bestattungsritual und Trauergemeinde im Internet. Man kann sozusagen online seine Beerdigung planen, damit nichts dem Zufall überlassen wird, wenn man nicht mehr planen kann. Ich wollte ja immer in einem pinken Designersarg verrotten, aber seit ich weiss, dass die Urnenbestattung die reinste Asche beherbergt, welche genau gleich viel wiegt, wie ein neugeborenes Baby, will ich in die Urne, mit Deckel und Naturbestattung. Und das könnte ich mir am virtuellen Friedhof bereits vorbestellen, dann schaue ich noch zu Lebzeiten in mein eigenes virtuelles Grab hinein.

 


Esoterik

Impressum

Datenschutz

Elisabeth Putz

Empfehlung