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Korsett - Das Mieder für die Wespentaille

Ein Korsett ist im Grunde nichts anderes, als ein steifes Mieder, etwas für unten drunter, damit der Oberkörper eine Form erhält, die er im natürlichen Zustand niemals hätte. Es besteht aus steifen Stäbchen, die den Körper in die gewünschte Form pressen, wenn man es anständig eng schnürt. Es ist an den Schnüröhsen verstärkt, damit beim zu festen Schnüren der Stoff nicht einreisst.

Es ist eine Modeerscheinung aus dem Mittelalter, wo die Frau gezielt mit noch so wenig Hüftumfang jeden Mann doppelt und dreifach um den Finger wickeln konnte. Kein Wunder, bei dieser Wespentaille, da wird jeder Mann zum nervösen Tier.

Ein Korsett hat Vor- und Nachteile. Man muss es schnüren, die Luft anhalten, bis es so sitzt, dass man einer Wespe gleicht, dürr und zugeschnürt. Man kann aufgrund des engen Hüftumfangs kaum etwas essen und unterzieht sich so einer Dauerdiät. Man sieht darin jedoch zauberhaft aus, richtig umwerfend, wie ein Hungerhappen.

Im Grunde kann man in einem Korsett nur in gewissen Posen stehen, vielleicht gerade liegen, aber man kann sich kaum darin bücken. Die Brust wird nach oben gepresst, die inneren Organe werden zusammengepresst, die Körperhaltung wird verschoben, das Skelett bekommt eine veränderte Form, denn die Schnürung ist oftmals so eng, dass man kaum atmen kann. Dafür steht man aber da wie eine 1.

Durch ein stark geschnürtes Korsett bekommt man nach und nach die perfekte Wespentaille. Normalerweise beträgt der Bauchumfang einer Frau durchschnittlich 84 cm, damit alle Organe und der Darm Platz drin finden. Es gibt jedoch Frauen, die schnüren das Korsett so eng, dass die Organe gequetscht werden.

Eine Frau, die es übertrieben hat, litt zunehmend an Nierenschwäche, weil durch die enge Taille die Nieren nicht mehr korrekt arbeiten konnten. Eine weitere Frau erlitt bereits ein Nierenversagen, möchte aber trotzdem auf die engste Taille der Welt hinarbeiten. Derzeit beträgt diese engste Wespentaille der Welt 30 cm. Einige Frauen lassen sich sogar ganze Rippen entfernen.

Viele Frauen, die sich so zugeschnürt durchs Leben bewegen, erzeugen damit eine Taille, die kleiner als 40 cm ist. In den USA lebt eine Frau, die schnürt sich ihr Korsett auf eine Taille von 33 cm zu besonderen Anlässen und auf 45 bis 48 cm im Alltag. Gesund ist das nicht.

Aber gerade aus gesundheitlichen Gründen könnte ein stabiles Mieder helfen, nämlich dann, wenn die Wirbelsäule verformt ist und Halt benötigt. Hier schnürt man die Taille nicht zu eng, sondern achtet darauf, dass der Wirbelapparat gestützt wird, was medizinisch notwendig ist.

Das Korsett entstammt dem Wort Cors, und bedeutet Körper. Es reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, wo die Frau noch gezielt Frau war, kaum eigene Rechte besass, aber dafür durfte sie sich zu einer richtigen Weiblichkeit schnüren, wie ein Paket, welches man dem Mann schenkte. Früher schnürten sich die Frauen nur mit steifen Miedern zurecht, denn der Mann sollte zumindest optisch betört werden.

Zunehmend wurde die Korsett Form geändert, aber die allgemeine Kegelform blieb erhalten. Brust heraus, Bauch hinein, so lautete die allgemeine Schnürtechnik. In alten Zeiten schnürte man den Unterbauch nicht mit,da das Mieder zu kurz war. Heute sind die Modelle so lang geschnitten, dass man sogar seine dicken Oberschenkel darin verstecken kann.

Seit der Erfindung des Korsetts war es modisch nie umstritten, weil die gesundheitlichen Schäden nicht belegt wurden und weil die schlanke Taille gesellschaftsfähig die Nase vorne hatte. Auf jeden Fall schnürte man in alter Zeit sogar Kinder in so ein steifes Mieder ein, damit ihr Körperbau früh genug in die gewünschte Richtung wuchs.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts galt das Korsett als weiblich, als notwendiges Schnürinstrument einer tollen Frau, bis es an Wert verlor, da die Frau zu arbeiten anfing und mehr Rechte besass. Vor Jahren verschwand es gänzlich aus dem Kleiderschrank, und der Mann suchte sich das taillierte holde Weib im verbotenen Milieu. Im Gothic Bereich trug man jedoch nach wie vor das umstrittene Mieder, um sich von der Masse der Gesellschaft abzuheben.

Heute findet man eine moderne Form des Korsetts wieder vermehrt im Kleiderschrank. Es ist elastischer geworden, besitzt nicht mehr so viele steife Stäbchen, und einige Frauen finden es sogar angenehm zu tragen. Man trägt es unter einem engen Kleid, zum Hosenanzug und Kostüm, falls man Figurprobleme kaschieren will, und es passt hervorragend unter eine transparente Bluse, falls man einen Mann damit betören möchte.


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Elisabeth Putz

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