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So berwinden Sie die Angst vorm Arzt

Der ideale ArztWie findet man einen guten Arzt? Allgemein gesehen ist ein Arzt jemand, der medizinische Dienstleistungen anbietet, Patienten ber„t, aufkl„rt, behandelt, therapiert, ihnen mehr Gesundheit und Lebensqualit„t verschafft, sofern dies m”glich ist. Žrzte sind Menschen, keine G”tter in Weiss, auch wenn dies von vielen Menschen erwartet wird. Sie leisten viel, machen aber auch Fehler, auch wenn dies die wenigsten Žrzte zugeben. Und sie sind oft im Dauerstress, weil unser Gesundheitssystem schw„chelt.

Ein guter Arzt l„sst sich auf seine Patienten ein, spricht mit ihnen, kl„rt sie lckenlos auf, gibt sie nicht auf und verordnet keine Therapie, die nicht n”tig ist. Ein guter Arzt bildet sich weiter, behandelt nach dem neuesten Standard und macht nichts am Patienten, was er ihm nicht auch schriftlich zugesagt und dokumentiert hat.

Einige Žrzte verschreiben aus Studiengrnden unn”tige Medikamente, operieren auch dann, wenn eine sanftere Therapie auch helfen wrde, und sie lassen sich auf Pharmakonzerne ein, die ihnen teure Seminare, Urlaube und Kongresse bezahlen. So ein Arzt ist weniger zu empfehlen.

Wer zum Arzt muss, der steht vor der Entscheidung, zu welchem er gehen soll. Ich lasse mir jetzt immer Žrzte empfehlen, mit denen andere Patienten gute Erfahrungen gemacht haben. Ich schaue auch zuerst im Internet nach, ob der Arzt auf irgendwelchen Portalen gute oder schlechte Bewertungen bekommen hat. Bitte, ich finde diese Bewertungsplattformen gut, denn kein Patient gibt eine schlechte Bewertung ab, wenn er keine schlechten Erfahrungen gemacht hat. Allerdings mssen diese Bewertungen berprft werden, denn die gute Qualit„t muss gew„hrleistet sein, sonst missbraucht die Konkurrenz dieses System.

Wenn Sie lieber Besucher als Kassenpatient zum Arzt gehen, kann ich Ihnen nur empfehlen, dass Sie schon bei der Sprechstundenhilfe Ihr Problem als „usserst dringlich schildern. Gerade bei Erstpatienten gibt es lange Wartezeiten, denn Kassen„rzte sind meistens berlastet, zu viele Patienten, zu wenig Zeit. Natrlich haben Sie als Privatpatient dieses Problem nicht unbedingt, denn es wird wohl kaum Privat„rzte geben, die ihre selbst zahlenden Patienten ewig warten lassen.

Beim Arzt ist es „usserst wichtig, dass sie ihm vertrauen, dass er sie ber Operationen und Behandlungen vollst„ndig aufkl„rt, sodass Sie eine reale Entscheidungsm”glichkeit haben. Wenn Sie sich bei einem Arzt nicht wohlfhlen, verlassen Sie lieber die Praxis, denn sonst k”nnte es sein, dass die Therapie keine guten Erfolge erzielt. Arzt und Patient mssen miteinander kommunizieren k”nnen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, wie schnell man Fehlentscheidungen trifft, wie schnell man falsche Entscheidungen fr Behandlungen und Folgebehandlungen trifft, wenn man als Patient dem Arzt nicht vertrauen kann. Ein Patient ist auf das uneingeschr„nkte Vertrauen des Arztes angewiesen. Ich hatte einst mit einem Arzt zu tun, der mein Vertrauen nur bedingt verdiente. Er liess mir dann von seinem Anwalt mitteilen, dass er sich pers”nlich gekr„nkt fhlte. Wahrlich, gute Žrzte sind Gold wert.

Gerade beim Kinderarzt ist es wichtig, dass Kind und Eltern sich wohlfhlen. Eine Bekannte verliess einst das Behandlungszimmer eines Kinder-Zahnarztes, weil er derart grob zum Kind war, dass sich das Kleine nicht einmal mehr traute, laut zu heulen. Ein traumatisiertes Kind wird sich bei jedem weiteren Arztbesuch krmmen. Gerade bei Kindern muss ein Arzt vorsichtig sein, denn die kleine Seele hat es verdient, kindgerecht behandelt zu werden. Kindern muss man alles spielerisch zeigen, damit das Kind keine Angst vor den Ger„ten hat.

Der Arzt ist in erster Linie ein Helfer. Er leistet einen hypokratischen Eid, den er nicht brechen sollte. Kein Patient, auch nicht in Universit„tskliniken, ist ein eventuelles Studienobjekt, und kein Patient sollte ohne sein Wissen zum Studienobjekt gemacht werden. Ein Arzt behandelt nicht die Krankheit als Sache, sondern den Patienten als Mensch. Ich habe grossen Respekt davor, wenn ein Arzt den Patienten in den Mittelpunkt stellt und nicht seine Karriere, seine Forschungsergebnisse. Ich frchte mich vor so manch einem Arzt, der sein Prestige, seine Studien und die reine Wissenschaft in den Mittelpunkt rckt und Patienten als l„stige Objekte ansieht, ohne die die Forschungsarbeit nicht m”glich ist.

Ein Patient jammert, zurecht, denn er hat Schmerzen, ihm fehlt die Gesundheit, die Lebensqualit„t, und so jammert er eben, mancher mehr, mancher weniger. Als Arzt sollte man dies wissen und auf seine Patienten eingehen. Mein liebster Augenarzt, der lange Zeit in Klagenfurt seine Privatpraxis fhrte, ist leider verstorben. Er kmmerte sich so gut um seine Patienten, dass ich jedes Mal dankbar war, von ihm betreut zu werden. Solche Žrzte msste es berall in grosser Anzahl geben, dann h„tte der Patient alles, was er sich wnscht. Die Realit„t sieht oft hektisch aus, und dies hat viele Ursachen. Deshalb sollte man sich ber seinen behandelnden Arzt gut informieren, denn es ist der eigene K”rper, den man in fremde H„nde legt.

Žrzte leisten berdimensional viel

Ich bin der Meinung, Žrzte leisten viel. Sie mssen t„glich Entscheidungen ber den Gesundheitszustand und die Behandlung von Menschen treffen. Sie mssen Diagnosen stellen, und wehe, der Arzt macht einen Fehler, das kann dann schlimme Folgen fr beide Seiten haben.

Žrzte sind st„ndig unter Stress, mssen eine hohe Geduldsgrenze und Frustrationstoleranzgrenze aufbringen, denn ein einzelner Patient kann so nervenraubend sein, dass zehn Fliegen auf dem bestrichenen Butterbrot dies nicht bertreffen k”nnen. Der Patient besch„ftigt sich mit seiner Krankheit, und da ist es verst„ndlich, dass er jammert. Der Arzt muss seinen Beruf lieben, seine Patienten m”gen, sonst ist er fehl am Platz, denn der Patient ist des Arztes monatliches Einkommen, sein finanzieller Lohn.

Ich bin so ein l„stiger Patient. Wer mich als Patientin hat, der braucht sich um seine Lachfalten keine Sorgen mehr zu machen, denn dem vergeht das Lachen, wenn ich meinen Mund aufmache. Ich will st„ndig mit den Žrzten ber meine Therapie sprechen, will m”glichst viel Naturheilkunde in der Schulmedizin unterbringen, was selten funktioniert, und ich will immer alles bis ins kleinste Detail hinein wissen, will immer vollst„ndig ber Risiken und Komplikationen aufgekl„rt werden. Ein Arzt meinte einst zu mir, ohne Operation gibt es kein Risiko, jeder Patient geht ein Risiko ein, wenn er sich behandeln l„sst. Bitte, das stimmt, aber trotzdem ist mir dabei dann jede Behandlung bis auf Weiteres vergangen.

Ich habe jedoch auch gute Erfahrungen mit Žrzten gemacht. In der Schweiz, in Basel hat man mir sehr geholfen, mir Mut gemacht und meinen zu hohen Augendruck so gesenkt, dass ich fnf Jahre damit gut leben konnte. Ich mag beispielsweise meinen Gyn„kologen, meinen Hausarzt, ich mag meinen Zahnarzt, und wenn er nicht in Rente gegangen w„re, wrde ich mich nur von ihm behandeln lassen. Es gibt in der Tat gute Žrzte, die ihre Patienten ernst nehmen.

Meine Mutter geht nie zum Arzt. Sie will nicht einmal wissen, wo die Žrzte ihre Praxis, ihre Ordination haben. Meine Mutter braucht nur sich selbst und ihre Kernseife. Wenn ich nicht mehr zum Arzt gehen wrde, msste ich mir um meine Arztangst keine Sorgen mehr machen. Ich habe nur ein Problem, ich bin ein Hypochonder und sehe st„ndig weisse M„use ber meine Haut flitzen. Schon deshalb habe ich Žrzte n”tig.

Sind Žrztinnen besser als Žrzte?

Žrztinnen sind oftmals besser als ihre m„nnlichen Kollegen. Das liegt am weiblichen Einfhlungsverm”gen. Die Žrztinnen lassen sich mehr auf ihre Patienten ein, sie h”ren oftmals besser zu, stellen mehr Fragen und sind gespr„chsbereiter. Sie zeigen Empathie und behandeln den Patienten nicht als reine Nummer. Fr sie sind Patienten nicht nur l„stige šbel, die der Forschung dienen, sondern Menschen. Bei einigen m„nnlichen Kollegen spielen Karriere, Wissenschaft und Forschung eine bergeordnete Rolle, sodass sie Patienten eher in Kategorien einteilen und die Individualit„t des Einzelnen bersehen. Žrztinnen hingegen halten sich eher an die medizinischen Standards und behandeln die Patienten genauer. Sie verabreichen den Patienten weniger oft Medikamente, an denen sie selber dazuverdienen, sie arbeiten oft korrekter und halten sich strikt an die schriftliche Dokumentation, und sie sind nicht so gestresst und berlastet wie ihre m„nnlichen Kollegen. Dies belegen Umfragen, aber natrlich trifft diese Einsch„tzung nicht auf den Grossteil der Žrzte und Žrztinnen zu, denn unter den m„nnlichen Kollegen gibt es genauso sehr gute und einfhlsame Žrzte, welche sich an Standards halten und ihre Patienten ernst nehmen.

Wie wichtig ist die „rztliche Aufkl„rungspflicht?

Der Arzt hat eine Aufkl„rungspflicht, welche er im Aufkl„rungsgespr„ch abdeckt und dies schriftlich dokumentiert. Der Patient versteht aber nicht immer die komplizierte medizinische Sprache, kennt Fachausdrcke nicht und kann berfordert sein. So muss der Arzt sicherstellen, dass er die Aufkl„rung auf Patientenniveau macht.

Wenn man objektiv in Anwesenheit des Patienten ber ihn oder andere spricht, so l”st man wom”glich Žngste und Panik aus, denn Patienten sind gerade vor Operationen sensibel und saugen alles auf wie ein Schwamm. Man muss den Patienten rechtzeitig aufkl„ren, 24 Stunden vor einer OP und nicht erst knapp davor. Man muss Risiken und Komplikationen darlegen, nichts verheimlichen, und man sollte nicht mndlich ber etwas aufkl„ren, was man schriftlich nicht oder falsch dokumentiert, denn der Patient ist auf seine Krankenakte angewiesen, auf die er sich verlassen darf. Ein Patient muss Zeit zum šberlegen haben und eventuell von einer geplanten Operation zurcktreten drfen.

Wie wichtig ist die „rztliche Schweigepflicht?

Der Patient hat ein Recht auf seine intime Privatsph„re, darauf, dass seine pers”nlichen Daten nicht an dritte weitergegeben werden, und natrlich auch darauf, dass vertrauliche Informationen wie das Behandlungsgespr„ch nicht an Dritte weitergegeben werden. Die Verschwiegenheit umfasst das Arzt-Patient-Gespr„ch, die Behandlung, die Krankheit, die Verletzung, den gesundheitlichen Zustand, und es darf nicht einmal gesagt werden, ob der Patient beim jeweiligen Arzt in Behandlung ist. Der Arzt darf keine Ausknfte erteilen, es sei denn, der Patient entbindet ihn von seiner Verschwiegenheit. Dies ist beispielsweise in Form von Zeugenaussagen bei Gericht oft der Fall.

Der Patient muss sich nicht als Nummer fhlen, denn wir verfgen ber einen ordentlichen Datenschutz, der eingehalten werden muss und eventuell je nach Land strafbar ist, wenn er gebrochen wird. In der Praxis des t„glichen Lebens sieht diese Angelegenheit jedoch oft anders aus, denn wir Menschen sind von Natur aus neugierig und gespr„chig. So sickert mit etwas Geschick so manch heikle Sache durch und fliesst ins Ohr von Dritten.

Die „rztliche Schweigepflicht hat ihren berechtigten Grund, denn eine Krankheit ist nicht unbedingt f”rderlich fr Job und Karriere. In einer Kleinstadt kann jemand schnell durchs gesellschaftliche Raster fallen, besonders dann, wenn er eine ansteckende Krankheit hat. Psychische Erkrankungen sind noch intimer, da sie, wenn die Information in falsche H„nde ger„t, das Leben des Betroffenen zerst”ren k”nnte.

In unserem offenherzigen Zeitalter des Internets haben wir oftmals kaum Chancen, unseren guten Ruf zu retten, wenn Infos ber Krankheiten im Netz verteilt werden, andere anonym darber l„stern und eine Art Mobbing im Internet entsteht. Die sozialen Netzwerke verbreiten intime Informationen blitzschnell, da hat man keine Gelegenheit, sich rechtzeitig zu wehren.

Die grossen Unternehmen sind dankbar fr jede private Information, da sie dann gezielt Werbung verteilen k”nnen. Wenn man in Suchmaschinen nach Krankheiten, Symptomen und Behandlungen sucht, bekommt man gleich die passende Apothekenwerbung pr„sentiert. Ich m”chte nicht wissen, wie gl„sern wir bereits sind. Andererseits ist die elektronische Patientenakte Gold wert, denn sie verhindert, dass der Patient in Unwissenheit ber die „rztliche Dokumentation bleibt.

Frher in antiker Zeit h„ngte man eine Rose an die Zimmerdecke, wenn etwas der Verschwiegenheit verpflichtet war. Žrzte legen heute noch einen Eid ab und verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Unter der Rose gesagt, bedeutet also, dass man es nicht weitererz„hlen darf. Leider halten sich manche Arzthelferinnen nicht daran und sind schneller als die Tageszeitung.

Die Schweigepflicht in der Arztpraxis

Die „rztliche Schweigepflicht ist heilig, das oberste Gebot in der Medizin, und doch wird es manchmal fahrl„ssig gebrochen. Der Arzt selber h„lt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an seine Schweigepflicht, aber in einer Arztpraxis arbeiten auch andere Dienstleister.

So haben neue Umfragen und Tests ergeben, dass beispielsweise aus manchen Arzthelferinnen und Assistenten so einiges an Verschwiegenheitspotential herausgekitzelt werden kann. So sprachen einige Arzthelferinnen ungeniert in Anwesenheit von anderen Patienten ber nicht anwesende Patienten, und sogar telefonisch gab es Auskunft ber Patientendaten. Hier ist Nachholbedarf angesagt, denn der mndige Patient hat ein Recht auf Privatsph„re.

Mir passierte einst eine etwas unangenehme Geschichte, die sich in meinem jugendlichen Leichtsinn zugetragen hatte. Ich war beim Frauenarzt, legte mich auf diesen Gyn„kologenstuhl, der breitbeinig vor mir stand, fhlte mich entbl”sst und wnschte, die Sache w„re bald vorbei. Als der Gyn„kologe mir ein kleines Gewebe entnahm, jaulte ich laut auf und meinte, das k”nnten wir doch im Stehen erledigen. Der Arzt beruhigte mich und sagte, im Liegen w„re es doch viel bequemer.

Als ich das Behandlungszimmer verliess, entdeckte ich, dass die Tre versehentlich nicht ganz geschlossen war. Im Warteraum begegnete ich dann einem tuschelndem Gel„chter, weil Arzthelferinnen und andere Patienten meinen Behandlungserfolg live mitbekommen hatten. Wenn es einem schon einmal miess ergeht, braucht man fr den Spott nicht zu sorgen.

Die „rztliche Schweigepflicht im Krankenhaus

Auch in Krankenh„usern ist die „rztliche Schweigepflicht oberstes Gebot. Trotzdem herrscht hier reger Betrieb, das Personal ist st„ndig im Einsatz, es herrscht Zeitmangel, und so kommt es in einigen wenigen Krankenh„usern vor, dass der eine Patient vom anderen die Krankengeschichte mitbekommt. Nicht jeder ist damit einverstanden. Auch kommt es in wenigen grossen Universit„tskliniken vor, dass die Privatsph„re der Patienten nicht gengend respektiert wird, oder werden kann, da es der Fliessbandbetrieb und die Hektik nicht zulassen. Hier muss noch viel getan werden.

Ich war einst in einem Krankenhaus, da sassen die wartenden Patienten station„r direkt im Behandlungszimmer, die Tre war offen, und man konnte jede Patientengeschichte mitverfolgen. Da muss man f”rmlich die Flucht ergreifen. Ich bekam mit, wie ein Patient, der bereits ein Dialysepatient war, Augendrucktropfen bekam, wobei der Arzt meinte, die w„ren nur mit Vorsicht unter strenger Kontrolle einzunehmen, da sie die Nieren sch„digen k”nnten.

Ich bekam die selben Tropfen und frchtete mich pl”tzlich, selbst eines Tages ein Nierenproblem zu bekommen. Und so wollte ich die Drucktropfen verweigern, bis mir im forschen Ton gesagt wurde, die msste ich einnehmen. Als Patient fhlte ich mich in diesem offenen Gewirr verloren, und so zweifelte ich pl”tzlich an meiner Entscheidung, dieses Krankenhaus gew„hlt zu haben. Bitte, es ging dann ohnehin alles daneben. Heute bin ich klger. Ich kann nur jedem Menschen raten, sich ein Krankenhaus gut anzusehen, bevor man sich fr eine Operation oder Behandlung entscheidet.

Tipps fr den Arztbesuch

Beim Arzt fhlt sich zwar kaum jemand wohl, denn die Krankheit frisst sich durch jede noch so gute Arztpraxis durch, wtet in jeder Ordination. Trotzdem ist der Arztbesuch n”tig, ein wahrer Gesundheitsfaktor. Was will der Patient? Was braucht er? Welche Streicheleinheiten bietet die Arzthelferin?

Der normale Patient ben”tigt bei einem Arztbesuch im Grunde nicht viel. Er fhlt sich krank und m”chte wissen, was ihm fehlt. Oder er weiss, dass er krank ist, kennt seine Diagnose und muss zur weiteren Behandlung in der Arztpraxis erscheinen. Oder er ben”tigt seine Medikamente, erledigt nebenher den kleinen Plausch mit der Arzthelferin und geht wieder. Im Grunde dient jeder Arztbesuch dazu, schnell wieder gesund zu werden, nur der Hypochonder tanzt aus der Reihe, denn dem fehlt immer etwas.

Wir gehen alle nicht gerne zum Arzt, aber manchmal lassen wir uns doch ganz gerne krankschreiben, oder wir holen uns eine Schnupftte fr den Winter ab, ein paar Schnieftabletten und Wohlfhl Tropfen. Besonders beim Allgemeinmediziner, also beim Hausarzt um die Ecke, geht es zu, wie im Kaffeehaus. Da trifft man sich vorne am Anmelde Tresen oder im Warteraum und plaudert ein wenig.

Als ich das letzte Mal bei meinem Allgemeinmediziner, beim herk”mmlichen Arzt war, bemerkte ich, dass der Anmeldetresen ein hervorragender Tisch zum Flirten ist. Ich lernte einen Anwalt kennen, der sich gerade seine Hustentabletten verschreiben liess. Ich gehe ja nicht oft zum Arzt, weil ich mich in Wahrheit vor Žrzten frchte, aber zum Flirten gehe ich gerne hin.

Wussten Sie, dass sich viele Patienten nur ihre Medikamente abholen und erst gar nicht ins Behandlungszimmer gehen, wenn es nicht n”tig ist? Die Medizin ist immer n”tig, und deshalb sind die Arzthelfer und Arzthelferinnen n”tiger als man denkt, denn vieles wird vorne am Anmeldetresen geregelt.

Stehen Sie auch schon bei der Arzthelferin in der Warteschlange am Tresen? Hier k”nnen Sie Bekannte treffen, Freunde finden und die Neuigkeiten des Tages austauschen. Hier erfahren Sie alles, was Sie schon immer ber Ihre Nachbarn wissen wollten und noch viel mehr. So wird der Arztbesuch zum Lifestyle Erlebnis, bei dem Sie ein neues Mitglied in der Stammtisch Runde werden k”nnen. Und wenn es Ihnen wieder besser geht, k”nnen Sie ja neue Freunde am neuen Arbeitsplatz kennen lernen, denn wer zu oft krank feiert, wird gerne gefeuert.

Was muss man beim Arztbesuch beachten?

Wer zum Arzt muss, fhlt sich im Wartezimmer manchmal gefhlte Ewigkeiten alleinegelassen, und wenn er dann den Behandlungsraum betritt, fhlt er sich in wenigen Minuten abgefertigt. Manche Patienten wissen nachher so viel wie vorher und fhlen sich vom Arzt weder gut aufgekl„rt, noch intensiv beraten. Hierzu muss ich sagen, dass man bei diesem Trend Rcksicht auf die Žrzte nehmen muss, denn ein Kassenpatient zahlt einen gewissen monatlichen Betrag in seine Krankenkasse ein, bekommt jederzeit das volle Leistungsspektrum geboten, welches dem neuesten medizinischen Standard entspricht, und das Kassensystem ist meistens fast leer, weil es immer mehr chronisch Kranke gibt, die mehr brauchen, als sie jemals einzahlen k”nnten.

Alle Kassenpatienten sind beim Arzt gleich, da wird niemand grossartig bevorzugt. Um sich als Kassenpatient nicht abgefertigt zu fhlen, gibt es zwei M”glichkeiten: Entweder man wird Privatpatient, Selbstzahler, oder man legt sich vorab eine Liste mit Fragen zurecht. Auf der Frageliste fr den Arzt sollten s„mtliche Medikamente stehen, die man einnimmt, und die Krankengeschichte sollte m”glichst lckenlos mitgebracht werden. Man kann sich Fragen zum Behandlungsverlauf zurechtlegen, Fragen zu Medikamenten, deren Nebenwirkungen und Einnahme, ob man Sport treiben darf, ob man schwere Dinge heben darf, Fragen bezglich Erfolgsaussichten fr Therapien, Fragen zu Alternativtherapien und Heilungsaussichten, und man sollte sich gezielt auf das Behandlungsgespr„ch vorbereiten.

Oft verlassen Patienten die Arztpraxis und bemerken, dass sie einige Fragen nicht gestellt haben. Wer sich vom Arzt gut behandelt fhlt, hat ein besseres Gefhl. šbrigens ist Vertrauen alles. Wenn das Vertrauen einmal angeknackst ist, kann man diesem Arzt wahrscheinlich nie wieder vertrauen.

So bekommen Sie einen schnellen Termin beim Arzt

Rufen Sie mit zerknirschter Stimme an und schildern Sie Ihr Problem so drastisch, dass man glaubt, Sie brauchen bald einen Krankenwagen. Wenn die Assistentin oder Sprechstundenhilfe glaubt, der Patient k”nnte bald in der Pathologie landen, vergibt sie eventuell einen frheren Termin fr diesen Patienten.

Lassen Sie sich von Ihrer Krankenkasse vermitteln. Ja, das funktioniert wirklich, denn die Krankenkassen sind froh, wenn man rechtzeitig zum Arzt kommt, damit schlimmeres verhindert wird und keine hohen Kosten anfallen. Die Krankenkassen sind ja auch daran interessiert, dass ein Patient zur Vorsorgeuntersuchung erscheint, und nicht erst, wenn eine langwierige, kostenintensive Therapie im Raum steht.

Gehen Sie gleich pers”nlich zum Arzt. Wenn Sie schon einmal dort sind, k”nnen Sie vielleicht gleich in der Praxis bleiben und am selben Tag einen Termin wahrnehmen. Notfalls bezahlen Sie die Rechnung selber, dann gelten Sie als Privatpatient und bekommen noch gnadenhalber eine Tasse Kaffee, weil Sie so aussehen, als k”nnten Sie eine brauchen.

Eine gute Idee, als Kassenpatient zu berleben, ist einfach gesund zu bleiben, denn dann hat man keine Probleme, einen Termin beim Facharzt zu bekommen. Einst setzte ich mich in eine Arztpraxis und beobachtete die Patienten dort. Die halben Patienten erfreuten sich bester Gesundheit, sangen die Lieder von popul„ren Schlagers„ngern nach, und die andere H„lfte der Patienten brauchte lediglich ihre vorbeugenden Schnupftropfen. Nach einer Weile verliess ich die Arztpraxis und holte mir ein rezeptfreies Medikament in der Apotheke ab, trank meinen Tee und kurierte meine Grippe ohne Arzt aus.

šbrigens wartet man ohne die kleinen Tricks beim Facharzt ungef„hr sechs bis acht Wochen auf einen Termin, wenn man das unglckliche Los des leidigen Kassenpatienten gezogen hat. Na dann, Gesundheit. Das Problem ist, dass zu viele Patienten auf einen Arzt mit Kassenzulassung kommen, sodass die Warter„ume voll sind. Es leidet dann das ausfhrliche Patientengespr„ch darunter, wenn der Arzt vor lauter Patienten keine Zeit mehr fr den einzelnen aufbringen kann.

Keine Angst vorm Arzt

Der ideale ArztDer Fachbegriff fr die Arzt-Angst lautet Iatrophobie, und es gibt nicht wenige Patienten, die davon betroffen sind. Haben Sie Angst vorm Arzt? Es gibt Žrzte, vor denen frchtet man sich mehr als vor anderen Žrzten, aber das ist unberechtigt, denn jeder Arzt will in erster Linie nur helfen, wenn man vom normal arbeitenden Mediziner ausgeht, der keinerlei eigenm„chtige Heilbehandlungen an seinen Patienten durchfhrt. Wahrlich, es gibt in der Rechtsprechung das Ph„nomen der eigenm„chtigen Heilbehandlung. Bitte, da muss man ja Angst vorm Arzt bekommen.

Manche Patienten haben Angst vorm Gyn„kologen, weil er in einen Bereich des K”rpers eingreift, der sehr intim ist, den jeder Mensch nur fr sich alleine und gegebenenfalls in eingeschr„nkter Version dem Partner zug„nglich macht. Andere Patienten haben Angst vorm Zahnarzt, weil der Mundbereich trotz bet„ubender Spritze ein sehr empfindlicher Bereich ist. Menschen lassen sich ungern in den Mund schauen, scheuen Lippenbekenntnisse, welcher Art auch immer.

Wichtig ist das Vertrauen zum Arzt. Wenn dieses Vertrauen erst einmal gesch„digt ist, hat der Patient kaum noch eine Chance, seine Arzt-Angst zu berwinden. Angstpatienten sind meistens schwierig, denn sie sind oftmals vorgesch„digt, traumatisiert von vorausgegangenen Arztbesuchen und Behandlungen.

Wenn eine Therapie nicht den gewnschten Erfolg bringt, ist die Natur dran schuld, oder es handelt sich um einen schicksalshaften Verlauf, wobei ich bei Zweiterem vorsichtig bin, denn nicht jeder schicksalshafte Verlauf hat einen natrlichen Ursprung. Wenn ein Patient in seinem Leben jemals in die ungnstige Situation ger„t, einen Behandlungsfehler oder einen Aufkl„rungsmangel zivilrechtlich untersuchen zu lassen, ist er oft traumatisiert. So ein Patient hat automatisch Angst vorm Arzt.

Es gibt viele sehr gute Žrzte und nur ganz wenige, die diesen guten Ruf eigentlich nicht verdienen. Es gibt viele weisse Schafe in der Herde, und nur wenige schwarze, aber es kann passieren, dass man so einem begegnet. Hier empfehle ich eine Traumatherapie, wenn man seine Arzt-Angst nicht berwinden kann, denn jeder Patient ist es seinem K”rper schuldig, dass er gut behandelt wird.

Die Angst vorm Arzt berwinden

Ich nehme jetzt immer Baldrian-Tropfen, trinke Baldrian-Tee, wenn ich in die ungnstige Lage gerate, zum Arzt zu mssen. Ich hatte ein Trauma davongetragen, als ich einst einem Arzt mein Vertrauen schenkte, der es nicht verdient hat. Er kl„rte mich ber eine Operation nicht auf, und da ich dachte, es w„re alles so verlaufen, wie in meinem Aufkl„rungsgespr„ch besprochen, hatte ich keine Chance, auf die Folgebehandlungen richtig zu reagieren, denn ich entschied mich dann fr weitere Behandlungen, in die ich nie eingewilligt h„tte, wenn ich ber die tats„chliche Operation Bescheid gewusst h„tte. Seitdem muss ich meine Angst vorm Arzt, die in regelrechte Panik bergeht, jedes Mal neu berwinden.

Lieber Besucher, Sie k”nnen Ihre Arzt-Angst lindern, indem sie zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, denn die sind oft harmlos. So beugen Sie schlimmen Diagnosen und langwierigen Behandlungen vor, weil Sie ja regelm„ssig nachschauen, ob Ihr K”rper noch in Ordnung ist. Ich gehe lieber zur Vorsorgeuntersuchung, als dass ich erst zum Arzt komme, wenn mein K”rper streikt.

Die Angst vorm Arzt kann man auch mit Hypnose verlieren. Bitte, das hat bei mir nur bedingt geklappt, aber immerhin traute ich mich wenigstens wieder zum Allgemeinmediziner, denn der kleine Schnupfen hat keine grossen Auswirkungen. Zum Hausarzt sollten Sie auf jeden Fall gehen, die Blutuntersuchung und die Herz-Kreislauf Untersuchung sind wichtig, weil sich unser K”rper nicht immer zuverl„ssig meldet, wenn etwas aus dem gesunden Lot ger„t. Oft ignoriert man aus Angst vor dem Arztbesuch die Warnsignale, die der K”rper aussendet.

Die Arzt Angst mit Liebe bek„mpfen?

Soll man die Angst vorm Arzt bek„mpfen, indem man sich in seinen Arzt verliebt? Bitte, das ist keine gute Idee, denn dann verliert man den gesunden Menschenverstand und hinterfragt nichts mehr kritisch genug. Aber eine M”glichkeit, seine Panik vor dem Arztbesuch zu lindern ist es. Wahrlich, ich stelle mir gerade vor, wie Frauen ihren Gyn„kologen anhimmeln, intimer kann es nicht mehr werden.

Frher sagte ich immer, ich liebe Žrzte. Alleine dieser Zustand machte mich krank. Es muss wahrlich eine psychische St”rung gewesen sein, Žrzte zu lieben. Ich gehe ja in meiner Familienplanung noch einen entscheidenden Schritt weiter, ich will einen Arzt heiraten. Am liebsten w„re mir ein Sch”nheitschirurg, denn ich habe neulich vor dem Spiegel bemerkt, dass ich „lter werde. Meine Lachfalte im linken Mundwinkel hat es mir verraten, obwohl ich vor Schreck gar nicht lachte.

Bitte, ich gebe mich auch mit einem Allgemeinarzt, einem niedergelassenen Facharzt oder einem liebevollen Hausarzt zufrieden. So ein niedergelassener Arzt mit eigener Praxis hat noch Zeit zwischen den Patienten, die er mir widmen kann.

Lieber Besucher, in Wirklichkeit habe ich eine H”llenangst vor Žrzten, auch wenn sie Halbg”tter in weiss sind und mir nur helfen wollen. Bitte, wenn mir ein Arzt hilft, dann soll er mich gef„lligst ehelichen, denn ich bekomme langsam die Torschlusspanik. Als waschechte Frau tickt bei mir die biologische Uhr.

Wenn ich ehrlich bin, kann ich mir nicht vorstellen, mich jemals in einen Arzt zu verlieben. Ich befinde mich in einer glcklichen Beziehung und brauche bis auf Weiteres keinen Arzt mehr. Einst vertraute ich einem Arzt so sehr, ich himmelte ihn an, ich fand ihn faszinierend, und er missbrauchte mein Vertrauen.

Wahrlich, ich bin kein gutes Beispiel dafr, dass man seine Angst vorm Arzt mit Liebe berwinden sollte. Ich kann nur sagen, berall, wo Menschen t„tig sind, gibt es gute und schlechte Leute. Wichtig ist, dass sie sich trauen, zum Arzt zu gehen, sich eine Diagnose einholen, sich eine zweite Meinung einholen, m”glichst unabh„ngig von der ersten Meinung, und dass sie mit Ihrer Therapie klar kommen. Es ist Ihr K”rper, den sie liebevoll behandeln oder vernachl„ssigen.

Eine gute Arzt Patient Beziehung beseitigt die Angst

Der ideale ArztWie wichtig ist das gute Arzt Patient Verh„ltnis? Sind Sie ein Patient? Wenn Sie nicht auf sich achtgeben, werden Sie schneller als Ihnen lieb ist zum Dauerpatienten. Dann mssen Sie Ihrem behandelnden Arzt vertrauen. Wie tief geht so ein Arzt Patienten Verh„ltnis eigentlich? Wie sachlich kompakt muss es sein, damit ein Patient sich wohl fhlt und nicht auf die Idee kommt, der Arzt wrde mit ihm Walzer tanzen?

Ein absolutes No Go zwischen Arzt und Patient ist das Flirten, denn dieses ohnehin intimst ausgelegte Verh„ltnis kann schnell durch unangebrachte Ann„herungsversuche ins Wanken geraten. Nicht immer passiert es, dass ein Patient mit seinem Arzt flirtet, obwohl dies der klassische Fall ist, denn Patienten verlieben sich bei Gelegenheit in ihren Arzt. Dies ist ein fast schon zur Normalit„t gewordenes Ph„nomen, da der Arzt einen Patienten heilt, seine Schmerzen lindert und seine Leiden behandelt.

Der Patient sieht pl”tzlich den Lebensretter im Arzt und ist fasziniert von ihm. Dies kann manchmal besonders nach chirurgischen Eingriffen passieren, denn hier ist der Patient dem Arzt und seiner Kunst ausgesetzt. Und deshalb muss ein Chirurg umso sachlicher zu seinen Patienten sein, denn im Krankenhaus ist die Situation noch heikler.

Wenn der Arzt einen Patienten operiert und nachbehandelt, entsteht unweigerlich eine gewisse N„he. In solchen F„llen darf der Arzt niemals seinem Patienten Gefhle zeigen, die ber das vertrauensvolle Verh„ltnis der normalen Arzt Patient Beziehung hinaus gehen, denn Gefhle vorzuspielen, nur damit der Patient den Arzt auch weiterhin anhimmelt, ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit.

Wenn das Arzt Patient Verh„ltnis gest”rt ist, weil das Vertrauen fehlt, oder weil man sich als Patient nicht gut behandelt oder nicht verstanden fhlt, sollte man den Arzt sofort wechseln und vorab seine Krankenakte einfordern, denn jeder Patient hat das Recht auf seine Patientenunterlagen. Viele Patienten haben jedoch Angst davor, den Arzt zu wechseln, weil sie in Žrzten h”hergestellte G”tter in Weiss sehen. Hier sollte man sich bewusst sein, dass jeder Arzt auch ein Mensch ist.

Das gesunde, intakte Arzt Patient Verh„ltnis zeichnet sich dadurch aus, dass der Arzt keine N„he zul„sst, die ber das Behandlungszimmer hinaus geht. Zusammen essen zu gehen, f„llt nicht in diesen Bereich, selbst wenn es nur ein Kaffee ist, den man zusammen trinkt. Liebe in einer Arzt Patient Beziehung ist tabu, denn hier geht die n”tige Distanz verloren, die man braucht, um objektiv therapieren zu k”nnen.

Ein gutes Arzt Patient Vertrauen hat einen bedeutenden Einfluss auf den Behandlungserfolg. Stellen Sie sich vor, ein Patient kommt zum Arzt und wird hinsichtlich seiner Therapie belogen. Schlimmer kann es dann nicht mehr werden, denn dem Patienten wird im ungnstigsten Fall eine artgerechte Folgebehandlung verwehrt, da er ja nicht weiss, welche Behandlung an ihm tats„chlich vollzogen wurde.

Stellen Sie sich vor, ein Arzt verh„lt sich nach einer Behandlung mit schicksalshaftem Verlauf seinem Patienten gegenber so merkwrdig, dass der Patient versehentlich glaubt, der Arzt h„tte sich in ihn verliebt. Ab diesem Zeitpunkt ist das Vertrauensverh„ltnis gest”rt, denn der Patient wird sich entweder auch verlieben, oder er sitzt in der ungnstigen Lage fest, zu einem Arzt gehen zu mssen, mit dem der vertrauensvolle Umgang schwierig geworden ist.

Das gesunde Arzt Patient Vertrauen basiert darauf, dass der Arzt sich dem Patienten gegenber korrekt verh„lt, ihn nicht als Versuchsobjekt oder gar zu Studienzwecken missbraucht. Wenn der Patient Teil einer Studie ist, muss er darber Bescheid wissen und seine schriftliche Einverst„ndniserkl„rung dafr abgegeben haben. Stellen Sie sich vor, ein Patient ist Teil einer Studie, alles geht schief, und er wusste nichts von eventuellen Studien. Bitte, dann kann das Arzt Patient Vertrauen nicht mehr gekittet werden.

Ich habe Angst vorm Augenarzt

Elisabeth Putz Probleml”serIch habe ein Arzt-Problem, welches weit ber die normale Arzt-Angst hinausreicht. Es war ein Arzt, der mich an die Grenzen des m”glichen Verstandes brachte.

Meine Augen waren ein Problemfall, seit ich denken konnte. Mein linkes Auge war seit meiner Geburt an blind und beherbergte ein schickes Glasauge. Mit dem rechten sah ich fast alles, aber mit dem zweiten sieht man ohnehin besser.

Als ich an grnem Star erkrankte, zog sich mein schleichendes Sehverm”gen ber die Jahre dahin, bis ich an einen Augenarzt geriet, der mein Leben wie einen Glaskrug zerbrechen liess und nicht die geringste Emotion dabei empfand. Ich liess mich von ihm zu einer Augenoperation berreden. Ursprnglich wollte ich mich nur lasern lassen. Der Arzt hatte Charme und versicherte mir, er h„tte ein ruhiges H„ndchen. Nach mehreren Operationen war ich dann blind, aber nicht ganz tot.

Ich bemerkte w„hrend dieser Zeit, dass die n”tige Distanz zwischen meinem Arzt und mir nicht gross genug war. Vielleicht interpretierte ich in meiner grenzenlosen Offenherzigkeit zu viele Gefhle in die Arzt-Patient-Beziehung hinein, sodass ich mich dagegen wehrte. Dieses unangenehme, beklemmende, fast schon besch„mende Gefhl der wahrscheinlich nicht vorhandenen Begierde besch„ftigte mich. Irgendwann entstand eine Art lose Freundschaft zwischen uns, sodass ich glaubte, ihm wieder offen und unbekmmert begegnen zu k”nnen. Da dieser Zustand jedoch nicht lange anhielt, trennten sich unsere Wege.

Eines Tages, als ich mich mit meiner Blindheit l„ngst engagiert hatte, flatterte eine E-Mail in meinen Posteingang, aus der ich entnahm, dass ich wom”glich einem Behandlungsfehler zum Opfer gefallen war. Ich forderte meine Patientenunterlagen an, studierte sie intensivst und musste bemerken, das mich mein Arzt verarscht hatte. Ich stimmte einem Implantat mit einem regulierenden Ventil zu, und tats„chlich wurde mir ein Implantat ohne Ventil ins Auge gesetzt. So viel Frechheit h„tte ich meinem Arzt nicht zugetraut, aber billige Frechheit siegt meistens.

Ich suchte einen Anwalt auf, verklagte das Wiener AKH, jenes Krankenhaus, in welchem ich operiert wurde, und garnierte meine Klage zus„tzlich mit einer Anzeige. Ich ahnte nicht, wie mich dieses triste Geschehen nach und nach an den Rand meiner Nervenstabilit„t brachte. Als interessante Studie, als labile Pers”nlichkeit, als Spezialpatientin wurde ich bezeichnet, was mich nachdenklich machte und dazu bewog, mein Dekollete nicht mehr so tief ausfallen zu lassen.

Den Gerichtsprozess verlor ich mit Pauken und Trompeten, obwohl ich glaubte, als Gewinnerin aus dem Gerichtssaal heraus zu kommen. Sogar mein pinkes Kostm verblasste, als ich vor dem vernichtenden Urteil sass und mir die h”chst richterliche Beurteilung ansah. Ich hatte mein unterqualifiziertes pinkes Kostm noch an, als ich zusammenbrach. Fnf Jahre brauchte ich, um mich von diesem Desaster zu erholen.

Wer klagt, braucht sich im Schadensfall um seinen Spott nicht zu bemhen, der kommt ganz von selbst. Viele meiner Freunde und Bekannten meinten, das h„tten sie vorausgesehen. Was h„tten sie wohl gesagt, wenn ich gewonnen h„tte?

Das Urteil hatte meine emotionale Existenz vernichtet. Ich brach s„mtliche Kontakte, die ich zu Žrzten unterhielt, ab. Ich beendete s„mtliche Projekte, an denen ich mit Medizinern arbeitete, ab. Ich traute mich lange Zeit zu keinem Arzt und betete, mein K”rper m”ge nicht allzu oft verrckt spielen und m”glichst gesund bleiben. Ich glaube, ein guter Psychiater h„tte mir in dieser Zeit gut getan, worauf ich jedoch dankend verzichtete. Heute noch begegne ich Žrzten mit einer enormen Distanz und einem ungesunden Misstrauen, obwohl mein sachlich kompakter Verstand weiss, dass Mediziner auch nur Menschen sind.

Der Augenarzt und ich, wir werden uns in diesem Leben nicht unbedingt noch einmal begegnen, auch wenn man sagt, man sieht sich immer zweimal. Sein Vater und mein Vater liegen am selben Friedhof. Immer wenn ich zu meinem Vater ans Grab gehe, berkommt mich ein mulmiges Gefhl, weil man kann ja nie wissen, wie sich die Wege des Lebens entwickeln.

Heute ist ein Grossteil meiner Unbekmmertheit verschwunden. Ich schaue mir jeden Fettnapf genau an, bevor ich hinein trete. Ich lebe sehr zurckgezogen und beneide mich nicht unbedingt fr meine Introvertiertheit. Manche Leute sagen, ich wirke wie ein Eisklotz. Bitte, noch bin ich nicht an mir selber erfroren. Vielleicht liegt es daran, weil ich hin und wieder meine Herzensw„rme punktuell verstreue, wenn ich mein natrlich gewachsenes Wesen versehentlich auslebe.

Welche Folgen hat der Žrztemangel?

Welche Auswirkungen hat ein Žrztemangel? Es entstehen l„ngere Wartezeiten fr Patienten, der Arzt hat weniger Zeit fr die Patienten, Operationen werden terminlich nach hinten verschoben, und es kann ein Chaos in den Krankenh„usern entstehen. Wenige Mediziner verdienen international sehr viel Geld, w„hrend sich der Grossteil der Žrzte mit zu niedrigen Geh„ltern begngen muss. Im Grunde leisten sie aber die gleiche Arbeit. Der Chefarzt ist oftmals mehr fr die Organisation verantwortlich, geht seiner Lehrt„tigkeit nach und versorgt seine Privatpatienten in seiner Dienstzeit, bekommt dafr mehr Geld als ein Arzt, der sich nur um die Patienten, vorwiegend Kassenpatienten kmmert. Das ist ungerecht und sorgt fr den Žrztemangel, denn niemand m”chte sich ausbeuten lassen.

Besonders die Allgemeinmediziner werden im l„ndlichen Raum weniger. Nachtdienste entfallen, Wochenendbetreuung der Patienten f„llt flach, und auch die Fach„rzte werden zunehmend zu Wahl„rzten. Wenn diese Schere zwischen Privatarzt und Kassenarzt zu weit auseinander triftet, hat man keine Wahl mehr, dann wird der Wahlarzt zur teuren Not und der Patient ben”tigt entweder eine teure Privatversicherung, oder er muss fr seinen Arztbesuch sparen. Wir gehen langsam dahin, dass Gesundheit eine reine Geldangelegenheit wird, der Arme ist krank, der Reiche ist gesund.

Der Žrztemangel wird besonders in Zeiten einer Pandemie merkbar, wenn kaum noch Žrzte da sind, welche die Unmenge an Patienten versorgen. Und auch das Pflegepersonal, die Krankenschwestern, Intensivpfleger, Krankenpfleger werden knapp. Wenn die Intensivbetten berquillen, kann man zwar weitere Betten anschaffen, aber wenn niemand da ist, der diese Betten betreut, kann der Patient ruhig im Intensivbett r”cheln, es wird ihm niemand zuh”ren, wenn er stirbt. In der Corona Krise wurde dieser Mangel an medizinischem Personal deutlich. Man musste Log-Downs verordnen, weil die Kapazit„ten in den Krankenh„usern endlich waren, das Personal ersch”pft war, und weil sich viele Menschen vor einer Impfung mit einem der neuen Impfstoffe frchteten. Eine gute Bezahlung des Pflegepersonals, eine gut bezahlte Ausbildung der Pfleger, ein attraktiver Arbeitsplatz fr Žrzte, und eine gute Aufkl„rung, die keine Wiedersprche und Zweifel offenl„sst, das w„ren Maánahmen, welche den Mangel an medizinischem Personal eind„mmen wrden und den Normalverbraucher nicht zum Intensivpatienten ohne Betreuung machen.

 


Elisabeth Putz

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