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Was bietet ein guter Arzt?

Der ideale ArztAllgemein gesehen ist ein Arzt jemand, der medizinische Dienstleistungen anbietet, Patienten berät, aufklärt, behandelt, therapiert, ihnen mehr Gesundheit und Lebensqualität verschafft, sofern dies möglich ist. Ärzte sind Menschen, keine Götter in Weiss, auch wenn dies von vielen Menschen erwartet wird. Sie leisten viel, machen aber auch Fehler, auch wenn dies die wenigsten Ärzte zugeben. Und sie sind oft im Dauerstress, weil unser Gesundheitssystem schwächelt.

Ein guter Arzt lässt sich auf seine Patienten ein, spricht mit ihnen, klärt sie lückenlos auf, gibt sie nicht auf und verordnet keine Therapie, die nicht nötig ist. Ein guter Arzt bildet sich weiter, behandelt nach dem neuesten Standard und macht nichts am Patienten, was er ihm nicht auch schriftlich zugesagt und dokumentiert hat.

Einige Ärzte verschreiben aus Studiengründen unnötige Medikamente, operieren auch dann, wenn eine sanftere Therapie auch helfen würde, und sie lassen sich auf Pharmakonzerne ein, die ihnen teure Seminare, Urlaube und Kongresse bezahlen. So ein Arzt ist weniger zu empfehlen.

Wer zum Arzt muss, der steht vor der Entscheidung, zu welchem er gehen soll. Ich lasse mir jetzt immer Ärzte empfehlen, mit denen andere Patienten gute Erfahrungen gemacht haben. Ich schaue auch zuerst im Internet nach, ob der Arzt auf irgendwelchen Portalen gute oder schlechte Bewertungen bekommen hat. Bitte, ich finde diese Bewertungsplattformen gut, denn kein Patient gibt eine schlechte Bewertung ab, wenn er keine schlechten Erfahrungen gemacht hat. Allerdings müssen diese Bewertungen überprüft werden, denn die gute Qualität muss gewährleistet sein, sonst missbraucht die Konkurrenz dieses System.

Wenn Sie lieber Besucher als Kassenpatient zum Arzt gehen, kann ich Ihnen nur empfehlen, dass Sie schon bei der Sprechstundenhilfe Ihr Problem als äusserst dringlich schildern. Gerade bei Erstpatienten gibt es lange Wartezeiten, denn Kassenärzte sind meistens überlastet, zu viele Patienten, zu wenig Zeit. Natürlich haben Sie als Privatpatient dieses Problem nicht unbedingt, denn es wird wohl kaum Privatärzte geben, die ihre selbst zahlenden Patienten ewig warten lassen.

Beim Arzt ist es äusserst wichtig, dass sie ihm vertrauen, dass er sie über Operationen und Behandlungen vollständig aufklärt, sodass Sie eine reale Entscheidungsmöglichkeit haben. Wenn Sie sich bei einem Arzt nicht wohlfühlen, verlassen Sie lieber die Praxis, denn sonst könnte es sein, dass die Therapie keine guten Erfolge erzielt. Arzt und Patient müssen miteinander kommunizieren können.

Ich habe die Erfahrung gemacht, wie schnell man Fehlentscheidungen trifft, wie schnell man falsche Entscheidungen für Behandlungen und Folgebehandlungen trifft, wenn man als Patient dem Arzt nicht vertrauen kann. Ein Patient ist auf das uneingeschränkte Vertrauen des Arztes angewiesen. Ich hatte einst mit einem Arzt zu tun, der mein Vertrauen nur bedingt verdiente. Er liess mir dann von seinem Anwalt mitteilen, dass er sich persönlich gekränkt fühlte. Wahrlich, gute Ärzte sind Gold wert.

Gerade beim Kinderarzt ist es wichtig, dass Kind und Eltern sich wohlfühlen. Eine Bekannte verliess einst das Behandlungszimmer eines Kinder-Zahnarztes, weil er derart grob zum Kind war, dass sich das Kleine nicht einmal mehr traute, laut zu heulen. Ein traumatisiertes Kind wird sich bei jedem weiteren Arztbesuch krümmen. Gerade bei Kindern muss ein Arzt vorsichtig sein, denn die kleine Seele hat es verdient, kindgerecht behandelt zu werden. Kindern muss man alles spielerisch zeigen, damit das Kind keine Angst vor den Geräten hat.

Der Arzt ist in erster Linie ein Helfer. Er leistet einen hypokratischen Eid, den er nicht brechen sollte. Kein Patient, auch nicht in Universitätskliniken, ist ein eventuelles Studienobjekt, und kein Patient sollte ohne sein Wissen zum Studienobjekt gemacht werden. Ein Arzt behandelt nicht die Krankheit als Sache, sondern den Patienten als Mensch. Ich habe grossen Respekt davor, wenn ein Arzt den Patienten in den Mittelpunkt stellt und nicht seine Karriere, seine Forschungsergebnisse. Ich fürchte mich vor so manch einem Arzt, der sein Prestige, seine Studien und die reine Wissenschaft in den Mittelpunkt rückt und Patienten als lästige Objekte ansieht, ohne die die Forschungsarbeit nicht möglich ist.

Ein Patient jammert, zurecht, denn er hat Schmerzen, ihm fehlt die Gesundheit, die Lebensqualität, und so jammert er eben, mancher mehr, mancher weniger. Als Arzt sollte man dies wissen und auf seine Patienten eingehen. Mein liebster Augenarzt, der lange Zeit in Klagenfurt seine Privatpraxis führte, ist leider verstorben. Er kümmerte sich so gut um seine Patienten, dass ich jedes Mal dankbar war, von ihm betreut zu werden. Solche Ärzte müsste es überall in grosser Anzahl geben, dann hätte der Patient alles, was er sich wünscht. Die Realität sieht oft hektisch aus, und dies hat viele Ursachen. Deshalb sollte man sich über seinen behandelnden Arzt gut informieren, denn es ist der eigene Körper, den man in fremde Hände legt.

Tipps für den Arztbesuch

Beim Arzt fühlt sich zwar kaum jemand wohl, denn die Krankheit frisst sich durch jede noch so gute Arztpraxis durch, wütet in jeder Ordination. Trotzdem ist der Arztbesuch nötig, ein wahrer Gesundheitsfaktor. Was will der Patient? Was braucht er? Welche Streicheleinheiten bietet die Arzthelferin?

Der normale Patient benötigt bei einem Arztbesuch im Grunde nicht viel. Er fühlt sich krank und möchte wissen, was ihm fehlt. Oder er weiss, dass er krank ist, kennt seine Diagnose und muss zur weiteren Behandlung in der Arztpraxis erscheinen. Oder er benötigt seine Medikamente, erledigt nebenher den kleinen Plausch mit der Arzthelferin und geht wieder. Im Grunde dient jeder Arztbesuch dazu, schnell wieder gesund zu werden, nur der Hypochonder tanzt aus der Reihe, denn dem fehlt immer etwas.

Wir gehen alle nicht gerne zum Arzt, aber manchmal lassen wir uns doch ganz gerne krankschreiben, oder wir holen uns eine Schnupftüte für den Winter ab, ein paar Schnieftabletten und Wohlfühl Tropfen. Besonders beim Allgemeinmediziner, also beim Hausarzt um die Ecke, geht es zu, wie im Kaffeehaus. Da trifft man sich vorne am Anmelde Tresen oder im Warteraum und plaudert ein wenig.

Als ich das letzte Mal bei meinem Allgemeinmediziner, beim herkömmlichen Arzt war, bemerkte ich, dass der Anmeldetresen ein hervorragender Tisch zum Flirten ist. Ich lernte einen Anwalt kennen, der sich gerade seine Hustentabletten verschreiben liess. Ich gehe ja nicht oft zum Arzt, weil ich mich in Wahrheit vor Ärzten fürchte, aber zum Flirten gehe ich gerne hin.

Wussten Sie, dass sich viele Patienten nur ihre Medikamente abholen und erst gar nicht ins Behandlungszimmer gehen, wenn es nicht nötig ist? Die Medizin ist immer nötig, und deshalb sind die Arzthelfer und Arzthelferinnen nötiger als man denkt, denn vieles wird vorne am Anmeldetresen geregelt.

Stehen Sie auch schon bei der Arzthelferin in der Warteschlange am Tresen? Hier können Sie Bekannte treffen, Freunde finden und die Neuigkeiten des Tages austauschen. Hier erfahren Sie alles, was Sie schon immer über Ihre Nachbarn wissen wollten und noch viel mehr. So wird der Arztbesuch zum Lifestyle Erlebnis, bei dem Sie ein neues Mitglied in der Stammtisch Runde werden können. Und wenn es Ihnen wieder besser geht, können Sie ja neue Freunde am neuen Arbeitsplatz kennen lernen, denn wer zu oft krank feiert, wird gerne gefeuert.

Was muss man beim Arzt beachten?

Wer zum Arzt muss, fühlt sich im Wartezimmer manchmal gefühlte Ewigkeiten alleinegelassen, und wenn er dann den Behandlungsraum betritt, fühlt er sich in wenigen Minuten abgefertigt. Manche Patienten wissen nachher so viel wie vorher und fühlen sich vom Arzt weder gut aufgeklärt, noch intensiv beraten. Hierzu muss ich sagen, dass man bei diesem Trend Rücksicht auf die Ärzte nehmen muss, denn ein Kassenpatient zahlt einen gewissen monatlichen Betrag in seine Krankenkasse ein, bekommt jederzeit das volle Leistungsspektrum geboten, welches dem neuesten medizinischen Standard entspricht, und das Kassensystem ist meistens fast leer, weil es immer mehr chronisch Kranke gibt, die mehr brauchen, als sie jemals einzahlen könnten.

Alle Kassenpatienten sind beim Arzt gleich, da wird niemand grossartig bevorzugt. Um sich als Kassenpatient nicht abgefertigt zu fühlen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man wird Privatpatient, Selbstzahler, oder man legt sich vorab eine Liste mit Fragen zurecht. Auf der Frageliste für den Arzt sollten sämtliche Medikamente stehen, die man einnimmt, und die Krankengeschichte sollte möglichst lückenlos mitgebracht werden. Man kann sich Fragen zum Behandlungsverlauf zurechtlegen, Fragen zu Medikamenten, deren Nebenwirkungen und Einnahme, ob man Sport treiben darf, ob man schwere Dinge heben darf, Fragen bezüglich Erfolgsaussichten für Therapien, Fragen zu Alternativtherapien und Heilungsaussichten, und man sollte sich gezielt auf das Behandlungsgespräch vorbereiten.

Oft verlassen Patienten die Arztpraxis und bemerken, dass sie einige Fragen nicht gestellt haben. Wer sich vom Arzt gut behandelt fühlt, hat ein besseres Gefühl. Übrigens ist Vertrauen alles. Wenn das Vertrauen einmal angeknackst ist, kann man diesem Arzt wahrscheinlich nie wieder vertrauen.

So bekommen Sie einen schnellen Termin beim Arzt

Rufen Sie mit zerknirschter Stimme an und schildern Sie Ihr Problem so drastisch, dass man glaubt, Sie brauchen bald einen Krankenwagen. Wenn die Assistentin oder Sprechstundenhilfe glaubt, der Patient könnte bald in der Pathologie landen, vergibt sie eventuell einen früheren Termin für diesen Patienten.

Lassen Sie sich von Ihrer Krankenkasse vermitteln. Ja, das funktioniert wirklich, denn die Krankenkassen sind froh, wenn man rechtzeitig zum Arzt kommt, damit schlimmeres verhindert wird und keine hohen Kosten anfallen. Die Krankenkassen sind ja auch daran interessiert, dass ein Patient zur Vorsorgeuntersuchung erscheint, und nicht erst, wenn eine langwierige, kostenintensive Therapie im Raum steht.

Gehen Sie gleich persönlich zum Arzt. Wenn Sie schon einmal dort sind, können Sie vielleicht gleich in der Praxis bleiben und am selben Tag einen Termin wahrnehmen. Notfalls bezahlen Sie die Rechnung selber, dann gelten Sie als Privatpatient und bekommen noch gnadenhalber eine Tasse Kaffee, weil Sie so aussehen, als könnten Sie eine brauchen.

Eine gute Idee, als Kassenpatient zu überleben, ist einfach gesund zu bleiben, denn dann hat man keine Probleme, einen Termin beim Facharzt zu bekommen. Einst setzte ich mich in eine Arztpraxis und beobachtete die Patienten dort. Die halben Patienten erfreuten sich bester Gesundheit, sangen die Lieder von populären Schlagersängern nach, und die andere Hälfte der Patienten brauchte lediglich ihre vorbeugenden Schnupftropfen. Nach einer Weile verliess ich die Arztpraxis und holte mir ein rezeptfreies Medikament in der Apotheke ab, trank meinen Tee und kurierte meine Grippe ohne Arzt aus.

Übrigens wartet man ohne die kleinen Tricks beim Facharzt ungefähr sechs bis acht Wochen auf einen Termin, wenn man das unglückliche Los des leidigen Kassenpatienten gezogen hat. Na dann, Gesundheit. Das Problem ist, dass zu viele Patienten auf einen Arzt mit Kassenzulassung kommen, sodass die Warteräume voll sind. Es leidet dann das ausführliche Patientengespräch darunter, wenn der Arzt vor lauter Patienten keine Zeit mehr für den einzelnen aufbringen kann.

Ärzte leisten überdimensional viel

Ich bin der Meinung, Ärzte leisten viel. Sie müssen täglich Entscheidungen über den Gesundheitszustand und die Behandlung von Menschen treffen. Sie müssen Diagnosen stellen, und wehe, der Arzt macht einen Fehler, das kann dann schlimme Folgen für beide Seiten haben.

Ärzte sind ständig unter Stress, müssen eine hohe Geduldsgrenze und Frustrationstoleranzgrenze aufbringen, denn ein einzelner Patient kann so nervenraubend sein, dass zehn Fliegen auf dem bestrichenen Butterbrot dies nicht übertreffen können. Der Patient beschäftigt sich mit seiner Krankheit, und da ist es verständlich, dass er jammert. Der Arzt muss seinen Beruf lieben, seine Patienten mögen, sonst ist er fehl am Platz, denn der Patient ist des Arztes monatliches Einkommen, sein finanzieller Lohn.

Ich bin so ein lästiger Patient. Wer mich als Patientin hat, der braucht sich um seine Lachfalten keine Sorgen mehr zu machen, denn dem vergeht das Lachen, wenn ich meinen Mund aufmache. Ich will ständig mit den Ärzten über meine Therapie sprechen, will möglichst viel Naturheilkunde in der Schulmedizin unterbringen, was selten funktioniert, und ich will immer alles bis ins kleinste Detail hinein wissen, will immer vollständig über Risiken und Komplikationen aufgeklärt werden. Ein Arzt meinte einst zu mir, ohne Operation gibt es kein Risiko, jeder Patient geht ein Risiko ein, wenn er sich behandeln lässt. Bitte, das stimmt, aber trotzdem ist mir dabei dann jede Behandlung bis auf Weiteres vergangen.

Ich habe jedoch auch gute Erfahrungen mit Ärzten gemacht. In der Schweiz, in Basel hat man mir sehr geholfen, mir Mut gemacht und meinen zu hohen Augendruck so gesenkt, dass ich fünf Jahre damit gut leben konnte. Ich mag beispielsweise meinen Gynäkologen, meinen Hausarzt, ich mag meinen Zahnarzt, und wenn er nicht in Rente gegangen wäre, würde ich mich nur von ihm behandeln lassen. Es gibt in der Tat gute Ärzte, die ihre Patienten ernst nehmen.

Meine Mutter geht nie zum Arzt. Sie will nicht einmal wissen, wo die Ärzte ihre Praxis, ihre Ordination haben. Meine Mutter braucht nur sich selbst und ihre Kernseife. Wenn ich nicht mehr zum Arzt gehen würde, müsste ich mir um meine Arztangst keine Sorgen mehr machen. Ich habe nur ein Problem, ich bin ein Hypochonder und sehe ständig weisse Mäuse über meine Haut flitzen. Schon deshalb habe ich Ärzte nötig.

Sind Ärztinnen besser als Ärzte?

Ärztinnen sind oftmals besser als ihre männlichen Kollegen. Das liegt am weiblichen Einfühlungsvermögen. Die Ärztinnen lassen sich mehr auf ihre Patienten ein, sie hören oftmals besser zu, stellen mehr Fragen und sind gesprächsbereiter. Sie zeigen Empathie und behandeln den Patienten nicht als reine Nummer. Für sie sind Patienten nicht nur lästige Übel, die der Forschung dienen, sondern Menschen. Bei einigen männlichen Kollegen spielen Karriere, Wissenschaft und Forschung eine übergeordnete Rolle, sodass sie Patienten eher in Kategorien einteilen und die Individualität des Einzelnen übersehen. Ärztinnen hingegen halten sich eher an die medizinischen Standards und behandeln die Patienten genauer. Sie verabreichen den Patienten weniger oft Medikamente, an denen sie selber dazuverdienen, sie arbeiten oft korrekter und halten sich strikt an die schriftliche Dokumentation, und sie sind nicht so gestresst und überlastet wie ihre männlichen Kollegen. Dies belegen Umfragen, aber natürlich trifft diese Einschätzung nicht auf den Grossteil der Ärzte und Ärztinnen zu, denn unter den männlichen Kollegen gibt es genauso sehr gute und einfühlsame Ärzte, welche sich an Standards halten und ihre Patienten ernst nehmen.

Wie wichtig ist die ärztliche Aufklärungspflicht?

Der Arzt hat eine Aufklärungspflicht, welche er im Aufklärungsgespräch abdeckt und dies schriftlich dokumentiert. Der Patient versteht aber nicht immer die komplizierte medizinische Sprache, kennt Fachausdrücke nicht und kann überfordert sein. So muss der Arzt sicherstellen, dass er die Aufklärung auf Patientenniveau macht.

Wenn man objektiv in Anwesenheit des Patienten über ihn oder andere spricht, so löst man womöglich Ängste und Panik aus, denn Patienten sind gerade vor Operationen sensibel und saugen alles auf wie ein Schwamm. Man muss den Patienten rechtzeitig aufklären, 24 Stunden vor einer OP und nicht erst knapp davor. Man muss Risiken und Komplikationen darlegen, nichts verheimlichen, und man sollte nicht mündlich über etwas aufklären, was man schriftlich nicht oder falsch dokumentiert, denn der Patient ist auf seine Krankenakte angewiesen, auf die er sich verlassen darf. Ein Patient muss Zeit zum Überlegen haben und eventuell von einer geplanten Operation zurücktreten dürfen.

Wie wichtig ist die ärztliche Schweigepflicht?

Der Patient hat ein Recht auf seine intime Privatsphäre, darauf, dass seine persönlichen Daten nicht an dritte weitergegeben werden, und natürlich auch darauf, dass vertrauliche Informationen wie das Behandlungsgespräch nicht an Dritte weitergegeben werden. Die Verschwiegenheit umfasst das Arzt-Patient-Gespräch, die Behandlung, die Krankheit, die Verletzung, den gesundheitlichen Zustand, und es darf nicht einmal gesagt werden, ob der Patient beim jeweiligen Arzt in Behandlung ist. Der Arzt darf keine Auskünfte erteilen, es sei denn, der Patient entbindet ihn von seiner Verschwiegenheit. Dies ist beispielsweise in Form von Zeugenaussagen bei Gericht oft der Fall.

Der Patient muss sich nicht als Nummer fühlen, denn wir verfügen über einen ordentlichen Datenschutz, der eingehalten werden muss und eventuell je nach Land strafbar ist, wenn er gebrochen wird. In der Praxis des täglichen Lebens sieht diese Angelegenheit jedoch oft anders aus, denn wir Menschen sind von Natur aus neugierig und gesprächig. So sickert mit etwas Geschick so manch heikle Sache durch und fliesst ins Ohr von Dritten.

Die ärztliche Schweigepflicht hat ihren berechtigten Grund, denn eine Krankheit ist nicht unbedingt förderlich für Job und Karriere. In einer Kleinstadt kann jemand schnell durchs gesellschaftliche Raster fallen, besonders dann, wenn er eine ansteckende Krankheit hat. Psychische Erkrankungen sind noch intimer, da sie, wenn die Information in falsche Hände gerät, das Leben des Betroffenen zerstören könnte.

In unserem offenherzigen Zeitalter des Internets haben wir oftmals kaum Chancen, unseren guten Ruf zu retten, wenn Infos über Krankheiten im Netz verteilt werden, andere anonym darüber lästern und eine Art Mobbing im Internet entsteht. Die sozialen Netzwerke verbreiten intime Informationen blitzschnell, da hat man keine Gelegenheit, sich rechtzeitig zu wehren.

Die grossen Unternehmen sind dankbar für jede private Information, da sie dann gezielt Werbung verteilen können. Wenn man in Suchmaschinen nach Krankheiten, Symptomen und Behandlungen sucht, bekommt man gleich die passende Apothekenwerbung präsentiert. Ich möchte nicht wissen, wie gläsern wir bereits sind. Andererseits ist die elektronische Patientenakte Gold wert, denn sie verhindert, dass der Patient in Unwissenheit über die ärztliche Dokumentation bleibt.

Früher in antiker Zeit hängte man eine Rose an die Zimmerdecke, wenn etwas der Verschwiegenheit verpflichtet war. Ärzte legen heute noch einen Eid ab und verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Unter der Rose gesagt, bedeutet also, dass man es nicht weitererzählen darf. Leider halten sich manche Arzthelferinnen nicht daran und sind schneller als die Tageszeitung.

Die Schweigepflicht in der Arztpraxis

Die ärztliche Schweigepflicht ist heilig, das oberste Gebot in der Medizin, und doch wird es manchmal fahrlässig gebrochen. Der Arzt selber hält sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an seine Schweigepflicht, aber in einer Arztpraxis arbeiten auch andere Dienstleister.

So haben neue Umfragen und Tests ergeben, dass beispielsweise aus manchen Arzthelferinnen und Assistenten so einiges an Verschwiegenheitspotential herausgekitzelt werden kann. So sprachen einige Arzthelferinnen ungeniert in Anwesenheit von anderen Patienten über nicht anwesende Patienten, und sogar telefonisch gab es Auskunft über Patientendaten. Hier ist Nachholbedarf angesagt, denn der mündige Patient hat ein Recht auf Privatsphäre.

Mir passierte einst eine etwas unangenehme Geschichte, die sich in meinem jugendlichen Leichtsinn zugetragen hatte. Ich war beim Frauenarzt, legte mich auf diesen Gynäkologenstuhl, der breitbeinig vor mir stand, fühlte mich entblösst und wünschte, die Sache wäre bald vorbei. Als der Gynäkologe mir ein kleines Gewebe entnahm, jaulte ich laut auf und meinte, das könnten wir doch im Stehen erledigen. Der Arzt beruhigte mich und sagte, im Liegen wäre es doch viel bequemer.

Als ich das Behandlungszimmer verliess, entdeckte ich, dass die Türe versehentlich nicht ganz geschlossen war. Im Warteraum begegnete ich dann einem tuschelndem Gelächter, weil Arzthelferinnen und andere Patienten meinen Behandlungserfolg live mitbekommen hatten. Wenn es einem schon einmal miess ergeht, braucht man für den Spott nicht zu sorgen.

Die ärztliche Schweigepflicht im Krankenhaus

Auch in Krankenhäusern ist die ärztliche Schweigepflicht oberstes Gebot. Trotzdem herrscht hier reger Betrieb, das Personal ist ständig im Einsatz, es herrscht Zeitmangel, und so kommt es in einigen wenigen Krankenhäusern vor, dass der eine Patient vom anderen die Krankengeschichte mitbekommt. Nicht jeder ist damit einverstanden. Auch kommt es in wenigen grossen Universitätskliniken vor, dass die Privatsphäre der Patienten nicht genügend respektiert wird, oder werden kann, da es der Fliessbandbetrieb und die Hektik nicht zulassen. Hier muss noch viel getan werden.

Ich war einst in einem Krankenhaus, da sassen die wartenden Patienten stationär direkt im Behandlungszimmer, die Türe war offen, und man konnte jede Patientengeschichte mitverfolgen. Da muss man förmlich die Flucht ergreifen. Ich bekam mit, wie ein Patient, der bereits ein Dialysepatient war, Augendrucktropfen bekam, wobei der Arzt meinte, die wären nur mit Vorsicht unter strenger Kontrolle einzunehmen, da sie die Nieren schädigen könnten.

Ich bekam die selben Tropfen und fürchtete mich plötzlich, selbst eines Tages ein Nierenproblem zu bekommen. Und so wollte ich die Drucktropfen verweigern, bis mir im forschen Ton gesagt wurde, die müsste ich einnehmen. Als Patient fühlte ich mich in diesem offenen Gewirr verloren, und so zweifelte ich plötzlich an meiner Entscheidung, dieses Krankenhaus gewählt zu haben. Bitte, es ging dann ohnehin alles daneben. Heute bin ich klüger. Ich kann nur jedem Menschen raten, sich ein Krankenhaus gut anzusehen, bevor man sich für eine Operation oder Behandlung entscheidet.

Angst vorm Arzt

 

Ärztemangel

 

Arzt-Patient Beziehung

Wie wichtig ist die gute Arzt-Patient Beziehung? Wer Vertrauen zu seinem Arzt hat, der weiss die Behandlung zu schätzen. Wer kein Vertrauen hat, dem hilft die Therapie wenig, da unsere Psyche mitspielt. Und wer sich in seinen Arzt verliebt, sollte das Weite suchen, denn Heilung und Liebe haben in der Arztpraxis gemeinsam nichts verloren. Hiergegen ist jedoch kein Kraut gewachsen.


Elisabeth Putz

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