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Cutting - die Skarifizierung der Haut

Schere fürs CuttingHohe Kunst des Körperkults, reine Tradition, oder der ausgereifte Wahnsinn unseres westlichen Lebensstils, was ist Cutting? Bitte, als ich neulich abends neben dem Fernsehen meine zart geschnittenen Lachshäppchen in den offenen Mund steckte, blieb mein Mund gleich offen, denn ich musste notgedrungen einen Bericht über den letzten Modeschrei unserer westlich ausgeprägten Kultur mitansehen, in dem es um Cutting ging.

Die Leute, die einen ganz speziellen Hype im Leben erleben, naja, erleiden möchten, lassen sich freiwillig, gegen gute Bezahlung, tiefe Schnitte und Muster in die Haut ritzen, quasi Fleischwunden hineinschneiden. Jawohl, die bezahlen für den Schmerz zweifach, mit Geld und mit Leiden. Vereinzelte Leute finden sogar Gefallen an der Kunst der tiefen Wunden, ja, welch eine Augenweide.

Cutting nennt man die Skarifizierung der Haut. Manche gehen so weit, dass sie vom Cutting zum Branding übergehen und sich mit heissen Gegenständen Wunden in die Haut hinein brennen. Die Skarifizierung wird mit einem Skalpell durchgeführt. Wichtig dabei ist die sterile Umgebung, die Hygiene, damit es in den offenen Fleischwunden keine Infektionen gibt.

Nun möchte ich mich nicht zu den Leuten zählen, für die das Cutting eine Art Lifestyle darstellt, denn mein Körper musste leider schon mehrmals mit dem Skalpell bearbeitet werden, um mich wieder lebensfähig zu machen. Ich hatte sechs grosse Augenoperationen, wobei mir in der letzten OP mein letztes Auge entfernt wurde, damit ich schmerzfrei leben konnte. Bitte, mit den kunstvoll geschnittenen Narben unter meinen Glasaugen gehe ich nicht öffentlich als Kunstobjekt hausieren.

Ich hatte auch einst eine Knieoperation, wobei ich eine kunstvoll, richtig schief zusammen geheilte Narbe am rechten Knie davongetragen habe. Gut, vielleicht könnte ich diese Narbe als kunstvolles Cutting ansehen und mir nach dem neuesten Modeschrei vorstellen, es sei eine gewollte Skarifizierung meiner Haut. Bitte, die Knieoperation war ja wahrlich gewollt, denn sonst hätte ich nicht mehr laufen können.

Abgesehen von diesen notwendig durchgeführten Operationen würde ich mich niemals freiwillig mit einem Skalpell bearbeiten lassen, da kann der Arzt noch so gut aussehen. Übrigens hat sich jemand die abgetrennte Haut bei seinem Cutting in Formaldehyd einlegen lassen, denn dieses bleibende Eigenteil schenkte er anschliessend als Zeichen seiner Liebe seiner Freundin. Bitte, wenn mir der Mann meiner Begierde etwas schenken sollte, dann wünsche ich mir die Villa mit hauseigenem Butler, einen Diamanten am rechten Ringfinger und viel Geld, denn dies ersetzt für mich jedes abgetrennte Körperteil.

Cutting als Tradition

Anders als bei uns, pflegen die Naturvölker wie beispielsweise in Äthiopien, Nigeria oder Tansania die Tradition des Cuttings. Sie kennzeichnen sich auf diese Weise, damit man weiss, zu welchem Stamm jemand gehört. Sie tragen die Narben als traditionellen Körperschmuck, damit sie auf das jeweils andere Geschlecht einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sozusagen als Effekt für die Partnersuche.

Übrigens wird das Cutting als Ersatz für eventuelle Tattoos gesehen, denn Menschen mit dunkler Hautfarbe haben Schwierigkeiten, farbige Tattoos auf der Haut zur Geltung zu bringen.

Wie sieht die Wundheilung beim Cutting aus?

Wer sich freiwillig mit dem Skalpell bearbeiten lässt, der möchte hinterher auch eine anständige Narbe haben, denn wozu hat man sonst diese unnötigen Schmerzen ertragen müssen. Und aus diesem Grund wird die Wunde nach der Skarifizierung künstlich am Leben erhalten, immer wieder befeuchtet, damit die Heilung samt Narbenbildung nicht sofort eintritt. Manche Leute verwenden sogar Vasseline, um die Wunde feucht zu halten. Gott sei Dank verwenden die Leute saubere Pflaster, denn sonst würden die Bakterien in der offenen Wunde Kirchtag feiern.

Cutting - Kunst oder Wahnsinn

Wir leben nicht unter den Naturvölkern Asiens oder Afrikas. Wir pflegen deren Rituale und Traditionen nicht. Wir besitzen eine meist empfindliche, auf Umweltreize reagierende Haut, weiss oder hellbraun, und so bin ich der Meinung, wir müssen unsere Haut nicht unnötig dem Skalpell aussetzen. Viele, von Unfällen und Brandwunden geplagten Menschen verstehen diese Art der Körperverschönerung in der westlichen Welt nicht. Gut, mir blieben meine Lachshäppchen auch förmlich im Hals stecken, als ich mir bildlich die Fleischwunden vor meinem imaginären inneren Auge vorstellte, während ich den Bericht übers Cutting schaute. Trotzdem, wer es mag, für den hat sich ein neuer Lifestyle in unserer Gesellschaft etabliert. Wem die bunten Tattoos und die glitzernden Piercings zu weich sind, der nimmt die harte Schneidekante des feinen Skalpells in Anspruch. Übrigens, guten Appetet, meine Lachshäppchen sind weg.

 


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Elisabeth Putz

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