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Cutting - Die Scarifizierung der Haut

Cuts in die Haut schneidenUnter Cutting versteht man die Scarifizierung der Haut. Das heisst, man ritzt sich Motive und Wunden in die Haut. Diese Wunden vernarben mehrmals, sodass sich immer wieder neue Narben ergeben und daraus ein Muster, ein Bild entsteht. Es ist sozusagen eine Art hohe Kunst des Körperkults, reine Tradition, oder der ausgereifte Wahnsinn unseres westlichen Lebensstils.

Man schneidet sich tiefe Schnitte in die Haut, förmliche Fleischwunden, und man erträgt den hierbei entstehenden Schmerz tapfer bis mutig, denn so eine Wunde beherbergt Risiken, wenn gefährliche Keime eindringen oder sich Bakterien bilden, welche zu eitrigen Wunden führen. Die Leute bezahlen viel für so ein Cutting-Erlebnis, und da der Markt immer trendiger wird, gibt es spezielle Kosmetiksalons, welche diese Cuts anbieten. So manch einer ist sogar sinnlich erregt beim Anblick solcher Schnitte, empfindet sie als attraktiv und ästhetisch und liebt die Narbenbildung. Man muss einfach hinsehen, ob man will oder nicht. Manche Leute gehen so weit, dass sie vom Cutting zum Branding übergehen und sich mit heissen Gegenständen Wunden in die Haut hinein brennen.

Die Cuts, die sogenannte Skarifizierung wird normalerweise mit einem Skalpell durchgeführt. Wichtig dabei ist die sterile Umgebung, die Hygiene, damit es in den offenen Fleischwunden keine Infektionen gibt. Nicht immer ist es jedoch möglich, so sauber zu arbeiten, dass nichts passiert, denn man befindet sich normalerweise in keinem Operationssaal.

Es gibt die skurrilsten Gegebenheiten, wenn man sich die Cuts ansieht. So manch eine arme Haut ist übersät mit so tiefen Schnitten, dass man glaubt, eine Kraterlandschaft zu sehen. Kreative Fotografen schiessen die wahnwitzigsten Bilder von Models, die mit Cuts übersät sind, und es existieren ganze Gruppen, die sich gegenseitig ihre Schnitte zeigen, darüber diskutieren und die Scarifizierung als Wettbewerb ansehen. Einst liess sich jemand seine herausgeschnittene Haut in eine konservierende Formaldehyd-Lösung einlegen und schenkte sie seiner Freundin zum Geburtstag. Bitte, so etwas Ausgefallenes weiss nicht jeder zu schätzen.

Anders als bei uns, pflegen die Naturvölker wie beispielsweise in Äthiopien, Nigeria oder Tansania die Tradition des Cuttings. Sie kennzeichnen sich auf diese Weise, damit man weiss, zu welchem Stamm jemand gehört. Sie tragen die Narben als traditionellen Körperschmuck, damit sie auf das jeweils andere Geschlecht einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sozusagen als Effekt für die Partnersuche. Übrigens wird das Cutting als Ersatz für eventuelle Tattoos gesehen, denn Menschen mit dunkler Hautfarbe haben Schwierigkeiten, farbige Tattoos auf der Haut zur Geltung zu bringen.

Ein Risiko des Cuttings ist die Wundheilung, welche ihre ganz speziellen Risiken beherbergt. Wer sich freiwillig mit dem Skalpell bearbeiten lässt, der möchte hinterher auch eine anständige Narbe haben, denn wozu hat man sonst diese unnötigen Schmerzen ertragen müssen. Und aus diesem Grund wird die Wunde nach der Skarifizierung künstlich am Leben erhalten, immer wieder befeuchtet, damit die Heilung samt Narbenbildung nicht sofort eintritt. Manche Leute verwenden sogar Vasseline, um die Wunde feucht zu halten. Gott sei Dank verwenden die Leute saubere Pflaster, denn sonst würden die Bakterien in der offenen Wunde Kirchtag feiern.

Für die Liebhaber der Cuts ist die Scarifizierung der Haut reine Kunst, für die Kritiker ist sie der reinste Wahnsinn, denn der natürliche Körper sollte unbeschadet bleiben, so wie ihn die Natur schuf. Wir leben nicht unter den Naturvölkern Asiens oder Afrikas. Wir pflegen deren Rituale und Traditionen nicht. Wir besitzen eine meist empfindliche, auf Umweltreize reagierende Haut, weiss oder hellbraun, und wir müssen unsere Haut nicht unnötig dem Skalpell aussetzen. Viele, von Unfällen und Brandwunden geplagten Menschen verstehen diese Art der Körperverschönerung in der westlichen Welt nicht. Wer es jedoch mag, für den hat sich ein neuer Lifestyle in unserer Gesellschaft etabliert. Wem die bunten Tattoos und die glitzernden Piercings zu weich sind, der nimmt die harte Schneidekante des feinen Skalpells in Anspruch und erfreut sich an seinen Cuts.


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Elisabeth Putz

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