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Wie beeinflussen uns Schönheitsideale?

Ein Schönheitsideal ist ein begehrtes Objekt, ein umschwärmter Mensch, ein toller Körper, eine schöne Figur, jemand, der seinen Körper trimmt, ihn stylt und einen enormen Körperkult betreibt. Es ist ein gesellschaftliches, kulturelles, zeitlich begrenztes Idol, schöne Frauen und Männer, exotische Beauties, Barbie und Ken, die menschliche Puppe, die ewige Jugend. Man strebt nach der Perfektion und schielt immer in Richtung des perfekten Körpers, der makellosen Haut, der exakt passenden Proportionen, des schönen Gesichts, wobei die optischen Reize eine wesentliche Rolle spielen.

Natürlich könnte man darüber diskutieren, ob wirklich die zeitliche Begrenzung oder die Kultur in Sachen der Schönheitsideale eine Rolle spielen, da man heute weiss, dass Schönheit auch genetisch bedingt und vom Nahrungsangebot der jeweiligen Gesellschaft abhängig ist, aber trotzdem sind Schönheiten ein Phänomen der jeweiligen Zeitepoche und Kultur, in welcher sie existiert haben. Die Madonna, oder die Venus von Milo finden wir heute nicht unbedingt als nachahmenswert, obwohl sie uns immer noch gefallen. Dafür finden wir Barbie und Ken schön, und viele Menschen streben danach, wie Barbie und Ken auszusehen.

Schönheitsideale haben einen biologischen Aspekt, denn wir finden alles schön, was wir als gesund einstufen. In Zeiten, in denen es wenig Nahrung gab, galten dicke Menschen als schön, beispielsweise Frauen mit üppigen Brüsten, breiten Hüften und einem gebärfreudigen Becken, einem dicken Bauch, und Oberschenkeln, die beim Laufen aneinanderklatschen, Pobacken, die man erst auseinanderziehen muss, um den Po zu sehen, und gestandene Mannsbilder mit Bierbauch und dicken Oberarmen. Nur das Doppelkinn, welches in Falten gelegt am Hals hängt, das findet man nicht unbedingt schön, aber selbst das ist eine reine Geschmackssache.

Schönheitsideale sind optisch durch äussere Einflüsse, Verschönerungen des Körpers, Verfeinerungen des Bodys geprägt. Eine braune Haut, ein zart bis dezent geschminktes Gesicht, porentiefe Reinheit der Hautpartie, die kreative Körperbemalung, die Scarifizierung der Haut in manchen Kulturkreisen, Biotattoos und exklusive Tätowierungen, die Lotosfüsse der asiatischen Frau, all dies bezeichnen wir als schön, je nachdem, in welcher Kltur wir uns befinden. Bitte, nicht alle diese Dinge sind ästhetisch vertretbar, aber sie erzeugen einen Schönheitseffekt in den Augen derjenigen Leute, die dies alles schön finden. Ein lang gezogener Hals, eine Wespentaille in einem zu eng geschnürten Korsett, eine aufgehellte Haut, die wie ein Gespenst den Körper umhüllt, dies muss nicht jeder schön finden, aber es symbolisiert neben dem Schönheitsideal auch eine religiöse, sozial geprägte oder ethnische Zugehörigkeit. Man fühlt sich dort wohl, wo man auf Gleichgesinnte trifft, die man als wunderschön einstuft, und das kann für andere Kulturkreise als direkt befremdlich wahrgenommen werden.

Schönheitsideale symbolisieren unter anderem auch Macht. Heute gleichen sich die Geschlechter an, wobei der Unistyle gross im Kommen ist. Frauen werden maskulin, Männer werden feminin, und die gebräunte Haut gilt als gesund, weil man sie sich leisten kann, wenn man das Solarium verträgt. Früher galten braune Hauttypen als sozial unterwürfig, mussten die harte Feldarbeit erledigen und waren der Sonne schutzlos ausgesetzt. Heute gilbt die sehr weisse Hautfarbe zwar als noble Blässe, die man tapfer erträgt, aber sie symbolisiert eher das Erscheinungsbild von Krankheit, als dass es gesund wirkt. Heute jagen wir auch einem gewissen Fitnesswahn nach, der uns aufs Trimmrad zwingt, damit wir nicht vom Muskelfleisch fallen. Man macht eine Diät nach der anderen und fragt sich, welche Diät uns wohl am schnellsten umbringt. Man gönnt sich vegane Kost und scheut sogar das Hühnerei, weil es in der modernen Gesellschaft als bösartig eingestuft wird. Und man glaubt heute, gesund und natürlich zu leben, wenn man sämtliche Fitnessstudios von innen kennt und regelmässig dort gastiert. Vieles davon mag wirklich gesund sein, aber einige dieser Schönheitswahnsinnigkeiten sind grenzwertig.

Nicht alle Schönheitsideale sind schön anzusehen, und vor allem die Body-Modification, das sogenannte Umstylen des eigenen Körpers, kann schwer wieder rückgängig gemacht werden. Wenn erst einmal die Po-Implantate in den Pobacken stecken, ist der Hintern prall wie ein Pezziball. Und wenn die Tattoos entfernt werden müssen, hinterlassen sie Narben. Wenn wir jedoch dem Schönheitsideal unserer Zeit nicht entsprechen, widmen wir uns dem Bodyshaming, oder wir greifen zum Begriff des Kookism, was so viel bedeutet wie die Umkehr der Schönheitsideale. Leider ist es so, dass wir mit Diskriminierung und Ausgrenzung zu kämpfen haben, wenn wir nicht dem gängigen Idol entsprechen, und so boomen die Schönheitsfilter, welche man auf Fotos, Selfies und Videos einsetzt, damit wenigstens die Anzahl der Likes in den sozialen Netzwerken stimmt, denn das umgarnt das Ego.

Schönheitsideale sind oft gewöhnungsbedürftig, wobei das Ohrlöcher stechen in unserer Kultur noch als ästhetisch gilt, weil die Ohrringe so schick aussehen. Die Schädelmodification bei indigenen Völkern, die Beschneidung bei Jungs in den USA, die Verstümmelung der weiblichen Vulva bei Mädchen in Naturreligionen, vorwiegend in Afrika, dies sind beispielsweise Eingriffe in den Körper, welche mit Schmerzen verbunden sind und keinen Sinn machen, jedoch trotzdem als Schönheitsideal gelten.

Schönheitsideale haben eine positive und eine negative Seite, je nachdem, wie ausgeprägt sie sind. Positiv ist, dass man seinen Körper natürlich verschönert. Negativ ist, dass man in eine Art Schönheitswahn verfallen kann und seinen Körper auslaugt. Schönheitsideale sind nämlich Idole und sonnen sich gerne in den verblüfften Augen ihrer Mitmenschen.

Schönheitsideale verunsichern uns mit folgenden Fragen: Wie schön sind Sie? Wie schön können Sie noch werden? Wenn ich morgens vor dem Spiegel meine innere Schönheit betrachte, finde ich mich hübsch genug. Meine innere Einbildung kennt keine Grenzen. Wenn ich mich jedoch äusserlich betrachte, dann bräuchte ich eine Generalsanierung, und es wird von Tag zu Tag schlimmer mit meiner äusseren Fassade.

Sollte man seine Reize nicht bloss auf Äusserlichkeiten begrenzen? Auf jeden Fall sollten die inneren Werte mit dem äusseren Erscheinungsbild übereinstimmen, dann ist man schön genug. Bitte, ich habe Glück, meine inneren Wertvorstellungen sind natürlicher Art, also kann ich so bleiben wie ich bin. Ich bin zwar kein Schönheitsideal, jage nicht täglich einem Schönheitswahn nach, und dennoch bemerke ich mit zunehmendem Alter, dass ich unzufrieden mit meinem Aussehen bin. Und genau hier liegt der Wurm begraben, denn wenn man sich nicht schön genug fühlt, ist man den Einflüssen von aussen schamlos ausgesetzt. Und schon haben die Schönheitsideale gewonnen.

Begehrte Schönheitsideale - Wer wird zum Idol?

Schönheitsideale sind beispielsweise Barbie und Ken. Barbie hat lange, blonde Haare, eine schmale Taille, schöne Brüste, lange Beine, volle Lippen, eine kleine Nase. Ken hat ein markantes Gesicht, schneeweisse Zähne, ein Sixbag am Bauch, einen fast dreieckigen Oberkörper, einen tollen Po, gute Muskeln an Armen und Beinen, stets die neuesten Klamotten an, und Barbie trägt immer High-Heels ohne Schmerz am Fuss. Ein weiteres Schönheitsideal ist der androgyne Mann. Wir emfinden zunehmend eine gewisse Androgynität als schön, sehen androgynen Männern am Laufsteg zu, wie sie Dessous für Frauen präsentieren, und wir lassen uns sogar Rippen entfernen, um dieses Ideal zu verkörpern. Der Schönheitswahn führt zu keinem glücklichen Leben, er führt direkt ins Verderben. Wer sich nach Belieben stylt, lebt glücklich, wer einem Hype nachjagt, befindet sich auf der Achterbahn des Lebens, aber manche Leute lieben diesen Nervenkitzel.

An extreme Schönheiten und aussergewöhnliche Beauties, welche ihren Körper unendlich stylen, verformen, trimmen, tätowieren und umoperieren, kommt der Normalverbraucher optisch gesehen nicht heran, und hier lauert die Gefahr, in eine Art Wahn zu fallen. Es gibt Modedesigner, die den Mann als Ideal ansehen, die Frau übersehen, und Mode designen, die niemandem passt, der seine Körperrippen noch gänzlich besitzt. Es gibt Produzenten, Vermarkter und Dienstleister, welche ihre Ware nur für diesen kleinen, unnatürlichen, elitären Kreis anbieten. Und es gibt Spezialkliniken, welche die Magersüchtigen therapieren. Wenn der Körperkult von einzelnen Idolen, von weltfremden Designern, und von geldgierigen, sensationsgeilen Vermarktern geprägt wird, hat der normal gebaute Körper keine Chance auf Akzeptanz.

Übrigens gibt es auch die Katzenfrau, die ihr Gesicht zu einem Tiger umoperieren liess, die Botox-Zwillinge, die ihre Brüste regelmässig aufspritzen, den voll tätowierten Mann, der sich sogar seine Augen tätowieren liess, und die begehrte Frau mit den meisten Schönheitsoperationen. Eine Amerikanerin liess sich ihre Lippen derart aufspritzen, dass man von Autoreifen sprechen kann, was beim Küssen ein angenehmes Gefühl beschert. Und ein Amerikaner liess sich so viele Implantate in seinen Körper hineinpflanzen, dass man ihn nur noch Barbie-Ken nennt.

Schönheitsideale im Wandel

Schönheitsideale kommen und gehen, nur der aktuelle Style prägt uns, wie beispielsweise der Barbie-Look, der allerdings schon in die Jahre gekommen ist. Aktuell leben wir eher einen natürlichen Kult aus, der an die Naturschönheiten der Antike erinnert. Dürr und fast verhungert, das ist out, etwas mollig, vollschlank und rundum gesund, das ist in Mode. Wir achten nicht nur auf die optische Schönheit, wir denken auch ans Körperinnere und finden Menschen mit einem starken Immunsystem schön. Natürlich prägen die Schönheitsfilter in den sozialen Netzwerken unser optisches Beauty-Bild, aber diese Filter sind umstritten und führen zum sogenannten Body-Shaming. Man schämt sich für den eigenen Körper und rückt ihn graphisch verändert in ein besseres Licht. Es boomt Gott sei Dank auch die Kultur der Body-Positivity-Bewegung, welche den natürlichen Körper in den Mittelpunkt stellt. Hier zeigt man, was man hat, und wenn man zu dick ist, zeigt man eben sein elitäres Volumen her.

Der Luxuskörper dient als Schönheitsideal, wenn man ihn optisch und schwingungstechnisch betrachtet. Er ist durchtrainiert, schlank, gepflegt und gesellschaftstauglich. Wir geben uns aber auch mit einem mittelprächtigen Durchschnittskörper zufrieden, denn zu viel Körperkult ist anstrengend. Ein schöner Body ist die Hülle eines schönen Geistes, denn unser Innenleben wohnt im Body. Wer den Kummer in sich hineinfrisst, wohnt bald in einem dicken Hautsack, und wer täglich ein wenig Sport treibt, wohnt in einer vorzeigbaren Hauthülle, die vor Muskelmasse strotzt. Studien zeigen allerdings, dass ein hübsches Gesicht alles andere in den Schatten stellt.

Body Shaming und Body Positivity beeinflussen unsere Schönheitsideale

Ein hoher Prozentanteil unserer Gesellschaft leidet mittlerweile unter dem sogenannten Body Shaming, vor allem Frauen, aber es werden zunehmend auch immer mehr Männer, die sich für ihren natürlichen Körper schämen. Man kann sich ja meinetwegen fremdschämen, aber für seinen Body braucht man sich wirklich nicht zu schämen. Leider sehen die Fakten anders aus. Besonders in den sozialen Netzwerken, wo sich makellose Menschen präsentieren und von ihrem Luxusleben erzählen, könnte man auf die Idee kommen, die sind besser und haben mehr Erfolg, wenn man sich deren Profile anschaut.

Und schon beginnt das Body-Shaming. Es bedeutet, sich für sein eigenes Aussehen so zu schämen, dass man es um jeden Preis der Welt perfektionieren möchte, sich kosmetisch verschönert, mit virtuellen Schönheitsfiltern arbeitet, sich schlanker, grösser und attraktiver zaubert, nur um auch so ein Profil zu besitzen. Man mogelt sich einen unrealistischen Körper herbei, der mithalten kann. Und schon denken die anderen, ihr eigener Body sei nicht perfekt genug.

Das Body-Shaming ist eine nach oben offene Spirale, die leider nicht in den Himmel, sondern in die Hölle führt. Menschen werden plötzlich ausgelacht, gemobbt, gehänselt und verarscht, weil sie nicht der exakten Perfektion entsprechen. Und schon legt man sich unters Messer, lebt nahe der Magersucht dahin, lässt sich Rippen entfernen, trägt tapfer ein Korsett, nur um nicht verspottet zu werden. Bitte, dieses Body-Shaming muss aufhören, denn in der Corona-Krise haben wir uns ohnehin unsere Bäuche mit Pizza vollgemampft, da hilft keine Diät, da hilft nur Toleranz.

Body-Positivity ist das Gegenteil von Body-Shaming, und es tut uns erstaunlich gut. Man verzichtet auf jeden Schönheitsfilter, trägt kein Make-Up, steht zu seinen üppigen Pfunden, stellt sich samt seiner natürlich gewachsenen Figur ins Rampenlicht und postet die Naturfotos in den sozialen Netzwerken, ohne sie zu kaschieren oder zu perfektionieren. Immer mehr selbstbewusste Frauen und auch zunehmend Männer präsentieren sich so natürlich wie möglich, samt Bärenbauch und Falten, samt Augenringen und Tränensäcken, samt unreiner Haut und unlackierten Fingernägeln, und sogar mit behaarten Beinen. Bei der Körperbehaarung hört bei mir das Body-Positivity zwar auf, denn ich liebe mich aalglatt, bis aufs Kopfhaar, das darf üppig aussehen, denn damit verdecke ich mein stumpfes, vakuumbesetztes Hirn, aber ansonsten bin ich voll dabei, wenn es um Selfies geht, welche auf Body-Positivity getrimmt sind. Neulich sah ich einen blonden, blauäugigen Mann in einem Boot, der Oberkörper freiliegend, das Sixbag einladend, und als ich die Augen öffnete, war es doch nur ein Traum. Ich bin blind, und wenn ich bedenke, wie toll ein natürlicher Körper aussieht, den man nicht unters Skalpell gelegt hat, der rein Bio ist, dann komme ich schon wieder ins Schwärmen. Heute kann man sich alles wegmogeln, selbst den unverfälschten Körpergeruch, der wichtig für die zwischenmenschliche Chemie ist, damit man weiss, wen man riechen kann. Und deshalb ist es mutig, von hohem Selbstbewusstsein geprägt, wenn Leute ihren Ökokörper zeigen. Bitte, er ist zwar ein wenig schwierig, aber immerhin, er ist Bio. Trauen auch Sie sich ungeschminkt aus dem Haus und stehen Sie zu Ihren Körperproportionen.

Schönheitsfilter kreieren Schönheitsideale

So ein virtueller Schönheitsfilter ist eine praktische Sache, um sich dünner oder dicker, grösser oder kleiner, schöner oder hässlicher zu machen, denn es liegt alles in der Hand des ruhigen Händchens, welches den Filter steuert, nicht nur im Auge des Betrachters. Schönheitsfilter werden auf sozialen Netzwerken eingesetzt, verändern Fotos, machen uns zu perfekten Models, können aber auch so irritierend wirken, dass Jugendliche denken, sie wären nicht schön genug. Und so entsteht ein richtig verkorkstes Selbstbild von uns, die Magersucht hat Hochsaison, und viele Frauen, aber auch immer mehr Männer lassen sich unter dem Skalpell so verformen, dass die Menschlichkeit darunter leidet. Wenn man sich schon die Rippen entfernen muss, um mit Schönheitsfiltern mithalten zu können, läuft etwas schief in der Beauty-Welt. Früher waren diese virtuellen Filter ein simples Werkzeug, um Dinge zu verschönern, lustige Welten zu erschaffen, Comics zu entwerfen, bis man auf die Idee kam, Fotos damit zu kaschieren. Und so sehen die meisten Leute auf Instagram aus, als wären sie gerade aus dem Ei gepellt worden, makellos schön, mit grossen Augen, einer kleinen Stupsnase, einem schmalen Kinn und einer noch schmaleren Figur. Bitte, es gab Zeiten, in denen verkörperte ich dieses Sinnbild der heute begehrten Frau, und genau damals beschimpfte man mich als Zitronenpressen-Kinn. Heute wünschte ich mir, ich würde so ein schmales Kinn besitzen, aber ich liebe das Essen, und das Essen liebt mich. Ich bin dicker geworden. Ob ich so einen Schönheitsfilter bräuchte, weiss ich nicht, aber ich setze ihn nicht ein, weil ich nicht für ein krankhaft dürres Bild in der Gesellschaft verantwortlich sein möchte. Ich fühle mich ohnehin schon schuldig genug, wenn ich unbewusst alles anflirte, was nicht bei Drei am Baum hängt. Schönheitsfilter sind so unnötig wie Hautausschlag, aber sie befeuern die Schönheitsindustrie, und so manch ein Schönheitschirurg findet genau dort seine neuen Patienten, worüber er auch nicht gerade unglücklich ist. Wir müssen lernen, uns zu akzeptieren, dann kommt wieder Gleichgewicht ins dürre Dasein des schön getrimmten Körpers.

Wie gewinnt man einen Schönheitswettbewerb?

Miss und Mister Wahlen gibt es mittlerweile für fast jedes Produkt, in fast jeder Stadt. Trotzdem stechen einige Wettbewerbe heraus, beispielsweise Miss Universe, Miss World, Miss International, Miss Deutschland. Man muss die Jury überzeugen. Das gute Aussehen, das professionelle Auftreten, die Posen, die Kleider, die Badeanzüge, das individuelle Motto, die gesamte Persönlichkeit, aber auch das Laufen auf der Showbühne, alles muss stimmig sein. Viele Frauen schleppen ihren halben Kleiderschrank zu einer Miss Wahl, da man für sein Outfit selber sorgen muss. Und es werden Castings und Trainings angeboten, damit man sich so weiterentwickelt, dass man zu den Gewinnern gehört.

Es liegt in der Natur des Menschen, dass wir unser Aussehen bewusst oder auch unbewusst mit anderen messen. Wenn die zierlichen, teils halb abgemagerten Frauen um einen Schönheitstitel ringen, sieht man nur den Glanz vor den Kulissen, nicht aber den unerbitterten Kampf hinter dem Vorhang. Eine Jury entscheidet, und voila, die neue Miss World wird gekrönt. Der Siegerin winken die Krone samt Scherpe, seriöse Modelverträge, Werbeverträge, ein kleiner bis grösserer Haufen Geld, und sie eröffnet für ein Jahr jedes trendige Event, bis der Kampf im nächsten Jahr erneut losgeht.

Was ist wichtig bei einem Schönheitswettbewerb?

Bei der Beurteilung fliessen das optische Aussehen, die Posen, die Ausstrahlung, das Lächeln, die Aussagekraft, die Makellosigkeit des Körpers, die reine, makellose Haut, die Haare samt ihrem Glanz, und das gesamte Wesen der Teilnehmer mit ein. Nur gut dazustehen reicht heute wahrscheinlich nicht mehr aus. Man benötigt Selbstbewusstsein, Esprit, eine tolle Weltanschauung, gute Ziele vor Augen, einen Slogan, ein ganz persönliches Ich, um zu gewinnen. Die Missen werden im Abendkleid, in verschiedenen Outfits und im Bikini präsentiert, und so sollte eine Frau keine Scheu vor dem sexy Körper zeigen, denn damit geht sie zur Fleischbeschau über den Laufsteg.

Die Miss und Mister Wahl als Karriere-Sprungbrett

Es hat sich rund um diese Mister und Miss Wahlen ein regelrechter Geschäftszweig entwickelt, bestehend aus Schönheitsberatern, Schönheitsschulen bis hin zum professionellen Coaching. Diese Schönheitswettbewerbe können eine Art Karriereleiter, ein richtiges Sprungbrett für die persönliche Karriere sein, denn Studien haben gezeigt, dass Menschen mit einem gewissen Schönheitspotential leichter einen Partner, einen Job und eine Position in der Führungsebene bekommen. Ausserdem helfen diese Wahlen im persönlichen Umfeld, da man leichter Kontakte knüpft, interessante und mindestens so wichtige Leute kennenlernt, welche als Vitamin B-Booster dienen. Man muss nicht immer nur darauf aus sein, Miss Universe zu werden, auch die kleinen Schönheitswettbewerbe küren ihre Schönheitsköniginnen. So veranstalten Städte, Gemeinden und Dörfer ihre Schönheitswettbewerbe, oder Autohäuser, Vereine, Ladenlokale und ganze Produktlinien küren ihre Produktköniginnen. Man kann auch Bierkönigin oder Weinkönigin werden.

Es kann helfen, so eine Königin zu sein, da man an Bekanntheit gewinnt, präsent ist wie ein bunter Hund, den Bürgermeister persönlich kennt und die Vorteile daraus ziehen kann. Man lernt bei so einem kleinen Wettbewerb vor allem ein sicheres Auftreten und Selbstbewusstsein, damit man beim grossen Schönheitswettbewerb nicht voll daneben dasteht.

Wer zu einem Schönheitswettbewerb fährt, sollte sich, sein tolles Aussehen, genügend Selbstvertrauen, hohe Schuhe, kurze Kleider und einen gut sitzenden Bikini mitnehmen. Einige Frauen, besonders bei der Miss Universe Wahl, benötigen jedoch ihr gesamtes Leben, gebündelt in unzähligen Koffern. So trat eine Frau an, die brachte gleich 17 Koffer mit insgesamt 300 kg Gewicht aufs Förderband, welche sie alle am Flughafen verzollen musste.

Auf so einen Schönheitswettbewerb muss man sich gut vorbereiten. Wichtig ist die Miss World Wahl, die Miss Earth Wahl, Miss Germany, Miss Austria, Miss Schweiz für den deutschsprachigen Raum, dann kommen die Missen der verschiedenen Städte und Länder, Bundesländer, und dann die Missen für bestimmte Zwecke. Der erste Schönheitswettbewerb fand übrigens 1888 in Spa statt. Wichtige Titel sind: Miss World, Miss Earth, Miss Universe, Miss International, Miss Intercontinental, Miss Amerika.

Schönheitswahn - Wer ist am schönsten?

Der Schönheitswahn boomt, vor allem in den sozialen Netzwerken, auf Instagram, Tiktok und Co, im Internet allgemein, in den Beauty-Videos auf YouTube, und man präsentiert sich von seiner Sahneseite. Man erntet Likes und Shares, ist glücklich über jeden Follower, und man verdient im Idealfall Geld mit seinem Schönheitswahn, weil man als Werbeträger für Produkte von namhaften Firmen zur Verfügung steht. Bitte, ein Übermass an Schönheitswahn ist gefährlich, denn er macht uns wahnsinnig nach Schönheit, denn Schönheit kann zur Sucht werden.

Der tägliche Schönheitswahn beginnt bei manchen Menschen früh morgens mit Sport, einem ausgedehnten Bad, dem Gang zum Friseur, zur Kosmetikerin, ins Solarium, und er endet beim Einschlafen mit der Schönheitsmaske. Wie gesund ist das extreme Styling für unseren Körper? Wer süchtig nach Schönheitsbehandlungen ist, befindet sich in einem ungesunden Kreislauf, denn er wird zunehmend unzufriedener mit seinem Aussehen.

Wir lassen uns von den Medien beeinflussen, himmeln dürre Models an, und manche Leute ernähren sich von Protein-Shakes und Vitamintabletten, um einen Traumkörper zu bekommen. Das macht langfristig krank. Wir sehen uns die Miss und Mister Wahlen an, streben oft selbst nach so einem Universe Titel, und wir stylen uns wie Miss und Mister World. Das kann in Stress ausarten, an den Nerven zerren und depressiv machen, wenn man aus natürlich nachvollziehbaren Gründen sein Ziel nicht ganz erreicht, denn der menschliche Körper ist ein natürliches Gestaltungswerk, welches man nur bis zu einem gewissen Grad umformen kann.

Heute kann man sich Körperkult kaufen wie eine Pizza im Tiefkühlfach. Es boomen die Schönheitsoperationen, die künstlichen Implantate, die Fettabsaugung, die Nasenkorrektur, Lippenaufspritzung, und die Brustvergrösserung. Hier muss man mit Risiken, Komplikationen und unerwünschten Ergebnissen rechnen, denn inmitten der perfekten Schönheit passieren leider auch Fehler, oder das Ergebnis lässt zu wünschen übrig. Körperkult ist vergänglich, die Naturschönheit bleibt.

Extreme Beauties und aussergewöhnliche Schönheiten

Beauties sind Schönheiten, die ihren Körper formen, stylen, trainieren und schmücken, mit Tattoos, Piercings, Cuttings, und mit Botox. Grosse Brüste, volle Schlauchlippen, Tätowierungen am gesamten Körper, Implantate im Po und im Bauch, der Schönheitswahn nimmt oft kein Ende. Exotische Schönheiten fallen auf, grenzen sich optisch enorm von der Masse ab und schaden unter Umständen sogar ihrer Gesundheit, weil sie alles dafür tun, um anders auszusehen. Die Katzenfrau und die Botox-Zwillinge sind Beispiele dafür. Eine Brust, die mehrmals operiert und optisch auf Übergrösse getrimmt wird, schmerzt. Tattoos in den Augen können zu Erblindung führen, und zu viele Schönheitsoperationen können bereits aufgrund der zahlreichen Vollnarkosen den Körper schwächen.

Extreme Beauties und exotische Schönheiten

Beauties sind Schönheiten, wobei das Wort Beauty für die Schönheit, den Glanz und Glämmer, das Sein und den Schein steht, und der Plural, die Mehrzahl für die Persönlichkeiten, die weiblichen und männlichen Schönheiten stehen. Sie polarisieren und glänzen im Scheinwerferlicht. Wir unterscheiden zwei Arten von Beauties. Es sind einerseits Dorfschönheiten, Naturschönheiten, wohl geformte, schöne Menschen, aber auch extreme bis exotische, extravagante, manchmal sogar extrovertierte Schönheiten, die im Blickwinkel des Betrachters verharren und erst einmal verdaut, quasi verarbeitet werden müssen.

Die Naturschönheiten sind wie Gott sie schuf, im geschminkten und im ungeschminkten Zustand attraktiv, natural beautiful, natürlich schön, mit Ausstrahlung und Ästhetik bestückt, geniessen die Vorteile, in der Gesellschaft begehrt, anerkannt und gewollt zu sein, spielen oft in Filmen mit, präsentieren sich in der Öffentlichkeit, ziehen die Blicke auf sich und werden für ihre Schönheit bewundert. Die verformten, künstlich aufgepeppten, extrem exotischen Schönheiten hingegen sind oft nicht von dieser Welt, besitzen ein optisches Flair, welches auf den ersten Blick nicht unbedingt einen Blickfang darstellt, aber wenn man sich diese Beauties genauer anschaut, erkennt man die wahre Schönheit darin, nämlich die Ausstrahlung der Seele. Sie strahlen die künstlerische Aktivität ihres Seins nach aussen hin aus, wenn sie ihren Körper kreativ verformen.

Die Natural-Beauties, die naturbewussten Schönheiten sind ohne künstliche Zusätze so gewachsen, wie sie die Natur schuf, und so nennt man sie auch liebevoll Dorfschönheiten, weil das Dorf mit der Ursprungsquelle, dem naturbelassenen Landleben und der natürlichen Landwirtschaft in Verbindung gebracht wird. Die Naturschönheiten sind mit Tälern und Bergen verbunden, und so vergleicht man eine üppig gewachsene, naturbelassene Brust mit zwei Bergen, die durch ein Tal der Freude getrennt sind. Weibliche Dorfschönheiten tragen ungefärbtes Haar, welches in der Sonne glänzt, lassen sich weder piercen, noch tätowieren, und schon gar nicht bleachen. Sie schminken sich kaum bis nie, besitzen trotzdem gesunde, rosige Wangen und rote Lippen, weil ihnen von Natur aus solche Schönheitsmerkmale gegeben wurden und die Landluft den Rest erledigt. Wenn ich wählen könnte, würde ich gerne am Land, höchstens in einer Kleinstadt leben, weil ich weiss, dass dort der Mensch am schönsten gedeiht.

Anders sieht es mit den künstlichen Schönheiten aus. Die extremen Beauties sind auf gar keinen Fall mit Normalitäten zu vergleichen, denn sie besitzen einen Körper, der nicht der Norm entspricht, der jedoch prägend für die Umwelt ist, da man ihn nicht so schnell vergisst. Extravagante, exotisch ausartende Beauties sind seltene Exemplare von Menschen, die ihren Körper oft bis zur Unkenntlichkeit verformen, ihre Kreativität auf den Körper übertragen, ihre sinnlichen Reize ausleben und ihren Körperkult zur Schau stellen. Sie sind teilweise bizarr, faszinierend anzuschauen, unnatürlich aber bewundernswert.

Eine Frau aus den USA lässt sich beispielsweise ihre Fingernägel und Fussnägel so lange wachsen, bis sie wie Krähenkrallen aus der Haut ragen und wie Zweitfüsse oder Zweithände, sogenannte Scherenhände die Welt einnehmen. Sie will damit Aufmerksamkeit erregen, und mit den Einnahmen aus ihrem YouTube Kanal unterstützt sie Projekte für Menschen in Not. Genau das ist es, was die exotischen Beauties verfolgen, der Gedanke, die Welt ein Stück besser zu machen.

Was stellen die Beauties dar?

Beide Arten von Beauties, die natürlichen und auch die künstlichen Schönheiten sind im Grunde attraktive Wesen, die man mehr oder weniger gerne anschaut, denn sie strahlen Ästhetik und optische Brillanz aus. Sie wirken anziehend bis fesselnd auf ihre Mitmenschen, und man schaut hin, ob man will oder nicht. Alle Beauties nutzen ihre Präsenz für eigene oder wohltätige Projekte, denn wenn man schon das Auge der Öffentlichkeit auf sich gerichtet hat, kann man es auch nutzen. Und so stellen die Beauties ein Symbol für Tatendrang, ein Sinnbild für Schönheitsideale, ein Vorbild für Schönheitsidole, und einen Persönlichkeitskult bis hin zum Schönheitswahn dar.

Welche Beauties liegen im Trend?

Ich schwöre, Beauties sind vielseitig, vielfältig, alles andere als einfältig, denn alles ist möglich. Heute boomt der Tattoo-Trend. Wir gönnen uns Bilder auf der Haut und zeigen unsere Kunst offenherzig her. Früher galt dieser Trend als unsozial, rauh und alternativ, für den seriösen Banker quasi unvorstellbar. Heute gehen wir offen mit unserem Körperschmuck um und zeigen ihn sogar beim Vorstellungsgespräch. Neben den Tattoos boomen die Piercings, sogar auf den Zähnen, was dem Zahnfleisch gar nicht gefällt. Und auch hier zeigt sich der Gegentrend. Immer mehr Menschen sind aus gesundheitlichen Gründen davon überzeugt, ohne Tattoos, Piercings, Cuttings und chirurgische Eingriffe auf und unter der Haut schön zu sein.

Neben den exotischen Beauties liegen die Naturschönheiten im Trend. Sogar das perfekte Gesicht hat sich gewandelt. Es ist heute nicht mehr unbedingt die Computeranimation in voller Perfektion, sondern das naturbelassene Gesicht, welches kaum bis nicht verändert wurde. Und so werden wir wohl langfristig einen gesunden Beauty-Trend nachjagen und den chemischen Schminktopf verschwinden lassen. Übrigens liegt vegane Schminke im Trend, aus Blumen, Blüten, Obst und Gemüse, rein pflanzlich hergestellt. Sie unterstreicht die natürlichen Schönheiten.

Märchenhafte Beauties liegen im Trend

Ein Trend in der Welt der Beauties geht hin zur Kunstfigur, die man sich selbst in seiner Fantasie erschafft und nach aussen hin zeigt. Man stylt sich wie ein Erdmännchen, ein Oger, oder wie Insekten und Wesen aus der Tierwelt, Märchenfiguren, eine Hexe, eine Fee, eine Elfe, eine Puppe, eine Barbie, und hierfür lässt man sich am gesamten Körper Modifikationselemente einsetzen, die die Ursprungsfigur umformen. Und bei diesem optisch getrimmten Kunststyle ist es nicht mehr sicher, ob alle Menschen hinschauen wollen, oder ob es nicht einige gibt, die wegschauen würden, wenn sie könnten.

Man lässt sich am ganzen Körper Tattoos stechen, lässt sich piercen, schneidet sich Cuttings in die Haut, leckt seine Wunden und liebt seine verformte Persönlichkeit. Man lässt sich Schrauben durch den Körper bohren, bestückt sich mit Implantaten, oder man lässt sich sogar Gliedmaßen amputieren, nur um sich vollständig ideal zu fühlen, denn dann gehört man der BIID-Bewegung an. BIID, auch Body Integrity Identity Disorder genannt, ist ein Krankheitsbild, bei dem die Sehnsucht nach einer Amputation von Armen oder Beinen, oder die Durchtrennung des Rückenmarks so gross ist, dass man sich dies real wünscht. Real gesehen verliert man an Lebensqualität, ist eingeschränkt, aber manchmal geht die Seele so seltsame Wege, dass sie mit optischem Auge nicht mehr nachvollziehbar ist.

Ich würde mich nie so verformen, dass ich Lebensqualität verliere, höchstens so modifizieren, dass ich reale Lebensqualität gewinne, aber selbst ich liebe Einhörner, ob finanziell als Startup geprägt, oder schönheitstechnisch als Barbie ausgestattet. Ich wäre ja selbst gerne eine Barbie, aber mein markantes Charaktergesicht und meine 5 kg zu viel auf den Hüften lassen mich eher aussehen wie ein Oger, was mich jedoch nicht sonderlich stört, weil ich mittlerweile endlich meine natürliche Persönlichkeit, die leider oft weit weg vom Begriff des schönen Beauty Effekts ist, akzeptiert habe.

Transgender und Divers sind die neuen Beauties

Nicht nur die exotischen Beauties, welche als Grenzgänger durch die Welt gehen, auch viele Männer lassen sich zu Frauen, und Frauen zu Männern umgestalten, denn endlich sind wir tolerant genug geworden, um jeden Menschen so zu akzeptieren, wie er ist, eben ein Individuum mit Herz und Seele. Den reinen Beautytrend des Umstylens finde ich persönlich schwierig, denn fürs reine optische Deformieren sind die Risiken zu hoch. Wenn jedoch die Seele im falschen Körper lebt, finde ich die Transformation gut, denn dann lebt die Seele in einem glücklichen Körper. Wir sollten akzeptieren, dass die Transgender Bewegung auch im Beautybereich angekommen ist. Wir sollten ohnehin jeden Menschen so akzeptieren, wie er ist, oder zumindest sollten wir uns bemühen, über andere Leute nicht schlimm zu sprechen, denn das erzeugt nur faulen Mundgeruch beim Lästern. Ich selbst bemühe mich zwar, aber da meine verbal ausartende Zunge immer schneller ist als mein Verstand, pflege ich nicht unbedingt die besten Umgangsformen.

Welche Beauties erregen die grösste Aufmerksamkeit?

Die höchst mögliche Aufmerksamkeitsrate erzeugen jene künstlichen Beauties, die nicht mehr ganz menschlich aussehen, denn nur so kann man in einer so vielfältigen Welt wie unsere sie ist, Eindruck schinden oder die pralle Aufmerksamkeit auf sich lenken. Extreme Beauties sind selten, aber wir begegnen ihnen im Alltag mit etwas Glück trotzdem. Es sind extrem dürre, oder aussergewöhnlich fettleibige, winzig kleine oder riesen grosse Menschen, Leute mit Körperverformungen, Körperbemalung, Ganzkörpertattoos, besonders langen Hälsen, Lotusfüssen, bodenlangen Haaren,und sie erregen Aufmerksamkeit durch ihre pure Präsenz. Sie leben teilweise ungesund bis gefährlich, wenn sie sich den Hals mit Schrauben verlängern lassen, den Körper strecken oder verkleinern lassen, sich bis zur Unkenntlichkeit umoperieren, zutätowieren und umformen lassen, sich mästen oder fast zu Tode hungern, aber im Internet sind sie Stars und aalen sich wie Fische im Rampenlicht, weil sie Millionen Follower besitzen.

Die Frau mit den längsten Fingernägeln und Fussnägeln nutzt ihre Prominenz für Charity-Dienste. Sie braucht viele Fläschchen Nagellack, um die Nägel zu dekorieren. Sie zieht nur leicht bedienbare Kleidung an, damit kein Nagel bricht.

Weiters gibt es die Frau, welche sich all ihre Liebhaber namentlich auf ihren Körper tätowieren liess und damit die Liebe verkörpert. Sie ist stets auf der Suche nach einem neuen Lover, damit ihre Sammlung erweitert werden kann.

Es gibt die Katzenfrau, die wie eine Raubkatze aussieht und ihr Gesicht durch Implantate zu einem Tiger umoperieren liess. Sie trägt sogar Schnurrbarthaare.Sie verkörpert den tierischen Style, der vom menschlichen Wesen stark abweicht, jedoch höchste Aufmerksamkeit mit sich bringt.

Es gibt die Botox-Zwillinge, die sich ihre Brüste auf Übergrösse trimmen liessen. Die Gefahr zu erkranken, ist sehr hoch, wenn man zu grosse Silikonkissen in den Brüsten trägt, oder wenn die Botox-Dosis ein Übermass übersteigt, aber die Sensationsgier ist für einige Menschen manchmal mehr wert als jegliche Gesundheit. Bitte, da steige ich aus, denn für mich ist Gesundheit alles, und ohne Gesundheit ist alles nichts.

Es existiert diese heiss umkämpfte Amerikanerin, welche sich die Lippen derart aufspritzen liess, dass man von Gartenschläuchen sprechen kann. Ein Kuss von ihr muss himmlisch sein.

Es existiert der Mann mit den meisten Tattoos. Er liess sich sogar seine Augen tätowieren, was ein riskanter Eingriff war. Man kann erblinden, wenn man ein Tattoo auf den Augen trägt, sodass man eines Tages mit zwei Glasaugen herumlaufen muss, was wirklich ein tiefer Einschnitt ins Alltagsleben wäre, denn in so einem Fall lässt die räumliche Orientierung derart drastisch nach, dass man oft nicht weiss, wo der Raum beginnt und wo er endet.

Und es existiert die Frau mit den meisten Schönheitsoperationen, welche wie eine echte Barbie aussieht. Lange Beine, grosse Brüste, eine schlanke Wespentaille, ein schmaler Hals, eine Stupsnase, aufgespritzte Lippen, künstliche Fingernägel und blondiertes langes Haar, das muss ein Hingucker sein.

Und es gibt die Albino-Frau, welche schneeweisse Haut besitzt und mehrere Stunden benötigt, um sich zu stylen. Man kann von Natur aus mit schneeweisser Haut bestükckt sein, was eine Seltenheit darstellt, oder man nimmt spezielle Tabletten ein, welche die Haut bleichen, was gar nicht so selten vorkommt, denn viele unzufriedene Afrikanerinnen bleichen ihre dunkle Haut, um mit den reichen Europäern mithalten zu können, um schöner zu wirken, und um einen tollen Mann heiraten zu dürfen. Hier leidet die Gesundheit, denn das Bleichen der Haut ist mit hohen Risiken behaftet, da kann der Körper kollabieren.

Meine Erfahrungen in der Welt der Beauties

Bis zu meinem 15. Lebensjahr lebte ich, wie Gott mich schuf, wie die Natur mich formte, bis ich plötzlich eine Identitätskrise bekam und mein Spiegelbild als nicht gesellschaftstauglich einstufte. Zwei Jahre zuvor starb mein Bruder, und genau das warf mich aus der Bahn. Ich wollte mich vollständig umstylen, jemand anders sein, meine Seele verstecken, quasi aus meiner Haut fahren, und so stylte ich mich wie die Dame auf dem Poster, welches in meinem Zimmer hing und die Wand tapezierte. Ich färbte mir die Haare blond. Auf der Packung aus dem Drogeriemarkt sah die blondierte Frau toll aus, und meine Haare waren nach der Blondierung orange, gelb bis neongrün. Ich ging zum Friseur, kaschierte meinen Fauxpas, liess mir meine Haare blond färben und sah dann tatsächlich aus, wie die blondierte Frau auf der Haarfärbepackung aus dem Drogeriemarkt.

Ich fuhr mit meinem Vater nach Italien, kleidete mich im sexy Style ein, kam mit engen Kleidern, Röcken und hautengen Tops nach Hause, und meine Mutter heizte schon den Ofen vor, damit die Klamotten im Feuer verschwinden konnten. Ab diesem Zeitpunkt hütete ich meine Kleidung wie meinen Augapfel und führte ein Doppelleben, in meiner Freizeit offenherzig gekleidet, in der Schule schlicht im Kartoffelsack eingeengt. Ich warf meine Brille in den Müll und beschaffte mir Kontaktlinsen, wobei mir mein Augenarzt riet, nicht so genau hinzusehen, da meine Augen aufgrund eines Fehlers seit meiner Geburt ein Bündel an Kurzsichtigkeit waren.

Ich kaufte mir Make-Up für mehr als umgerechnet 1000 Euro, und meine Tante Rosa fragte, ob ihr Geldgeschenk nun in meinem Gesicht klebt, weil ich das Geld von ihr bekam, um mir etwas Gutes zu gönnen. Ich lackierte mir sogar die Fingernägel und Zehennägel im einheitlichen Look, kleisterte mein Gesicht bis zur Unendlichkeit zu und kaschierte meine Pickel, die wie ein Sträusselkuchen wucherten.

Meine Augen stellten, seit ich denken und sehen kann, meine schwächste Stelle dar, meine Achillesverse am Körper, denn ich wusste, aufgrund meines angeborenen Augenfehlers wird mein Augenlicht eines Tages schwinden. Und voila, ich erkrankte wie erwartet an grünem Star und wunderte mich, wie schnell man blind werden kann, wenn man sich unters falsche Skalpell legt. Ich vertraute schlichtweg dem falschen Augenchirurg, dem es egal war, ob ich sehe oder nicht, Hauptsache die OP-Quote wurde erfüllt, aber das erkannte ich viel zu spät, da man als Patient darauf begrenzt ist, den Ärzten vertrauen zu müssen. Mein grüner Star konnte leider trotz Augenoperationen und intensiver Therapie nicht geheilt werden, ich erblindete vollständig, litt am schrumpfenden Auge und liess mir aus reinster Verzweiflung zwei Glasaugen machen, durch die der Blick glasklar schimmert, obwohl man keinen Schimmer mehr sehen kann.

Ab diesem Zeitpunkt überschritt meine künstliche Schönheit den Zenit, und ich konnte mich an meinem Aussehen nicht mehr erfreuen, wobei ich schwören könnte, das liegt an meinem Augenproblem. Bis ich ein bionisches Auge bekomme, welches als kleiner Chip unter meiner Bindehaut ruht und meine Glasaugen zum Sehen bringt, kaufe ich mir einen schicken Blindenstock nach dem anderen und hoffe, nicht versehentlich in einem offenen Kanalloch zu verschwinden.

Es begann mit einer kleinen Identitätskrise, die mich optisch schöner machte und endete mit meiner tiefsten Urangst, die mich erblinden liess. Plötzlich konnte ich mit meiner brutal auftrainierten Schönheit nichts mehr anfangen, und ich könnte schwören, nicht nur mein Sehverlust, sondern auch die beginnenden Wechseljahre waren schuld. Ich ging zum Friseur, liess mir die Haare schneiden, liess mir mein Naturhaar wieder wachsen, welches brünett aus den Haarwurzeln ragt, kleidete mich im bequemen Look, und seither trage ich tapfer meine Jogginganzüge, meine Strickkleider, verstecke darunter eventuelles Übergewicht, liebe das Essen und celebriere es wie eine Königin. Ich lackiere meine Nägel nicht mehr, zupfe meine Augenbrauen nicht mehr, versenkte meine zwei Schminkkoffer im Müll, leerte mein Badezimmer bis auf die Basispflege aus und brauche seither nur noch eine halbe Stunde für mein notwendigstes Basisprogramm im Bad, wenn ich mich schick mache. Bitte, ein Strickkleid ist in 5 Minuten angezogen, wenn man auf die Unterwäsche verzichtet.

Bis auf Weiteres liebe ich meine natürliche Schönheit, aber wenn ich mir das bionische Auge implantieren lasse, bekomme ich womöglich vor dem Spiegel einen Schreck und style mich wieder zur künstlichen Schönheit auf. Wahrlich, Schönheiten liegen im Auge des Betrachters, es kommt darauf an, wieviel Sehvermögen man noch besitzt. Fakt ist, wenn man an nichts leidet, kann man sich bis zum Exzess seiner Schönheit widmen, was viele Beauties tun, und wenn man erkrankt, arbeitet man bis zur Erschöpfung an seiner Genesung, was auch seinen speziellen Reiz hat.

Wie stylt man sich als Regenbogen-Schönheit?

Es gibt Menschen, die lieben es, wie ein Regenbogen auszusehen. Man kann mit diesem Look eine exotische Schönheit darstellen, ein Naturphänomen präsentieren, oder einfach nur polarisieren. Wichtig ist, dass man seinen gesamten Körper in den gängigen Regenbogenfarben stylt, kleidet und schminkt. Gelb, Orange, Rot, Blau, Grün, Lila, das sind die gängigen Trendfarben des optisch sichtbaren Regenbogens, und das Ultraviolett können wir uns sparen, denn das sieht niemand, es sei denn, man begegnet einem Cyborg mit eingebautem bionischem Auge und Röntgenblick.

Eine Amerikanerin liess sich die Achselhaare, die Kopfhaare, die Beinhärchen und die Augenbrauen samt Wimpern in den Farben des Regenbogens einfärben, und sogar ihr Schamhaar beherbergte diese elitäre Farbpracht, auch wenn man diese im Vorbeigehen nicht direkt sehen konnte. Sie wurde zum absoluten Hingucker, polarisierte und fühlte sich endlich von der Welt wahrgenommen. Manche Leute fühlen sich unsichtbar, wenn sie nicht polarisieren dürfen.

Wenn man sich seine Körperhaare, Kopfhaare und eventuell die Intimbehaarung färbt, sollte man Naturfarben, möglichst biologischen Ursprungs, mit möglichst wenig Chemie verwenden, denn der Körper reagiert empfindlich auf Reizfarben. Man kann seine Beine mit einer Sprühstrumpfhose im Regenbogen-Look kleiden, dann verschwinden auch eventuelle Besenreisser, und man sollte sich in ein Regenbogen-Outfit pressen. Hut, Regenschirm, Sonnenbrille, Tasche, Make-Up, Schuhe, Fingernägel, alles kann dem Regenbogen entsprechen. Und ich werde mir, wenn ich meine Fassung verliere, meine Haare an den Zähnen färben lassen, dann lächle ich wie ein Regenbogen. Übrigens lassen sich die wirklich Hartgesottenen Exoten ihre Zähne in den Regenbogenfarben lackieren, denn hierfür existiert mittlerweile farbiger Zahnlack in sämtlichen Varianten. Bitte, für den Karneval ist so ein Look ideal, oder für den Earth-Day, und notfalls trägt man ihn auf der Regenbogenparade. Auffallen um jeden Preis, das bekommt man mit diesem Styling perfekt hin.

Regenbogen-Outfits sehen schrill und bunt aus, verkörpern dennoch die Natur, stehen für Toleranz, Transgender, Gleichberechtigung, Frieden und Freude, strahlen etwas Positives aus und können durchaus auch im Alltag getragen werden, wenn man nicht unbedingt in einem konservativen Job wie Banker, Finanzmakler, Anwalt oder Notar arbeitet.

Ein Sommerkleid in Regenbogenfarben strahlt wie das Aprilwetter, alles ist möglich. Eine Leggings in Regenbogenfarben kann zu einem weissen Top und einem weissen Blazer getragen werden. Schuhe in Regenbogenfarben können zu einem schwarzen Kleid und einem Hut in Regenbogenfarben getragen werden. Und wer sein Outfit selber einfärben will, verwendet Biofarben für Klamotten, die enthalten keine Chemie und bleiben trotzdem gut haften. Mit Schablonen lassen sich die Regenbogenfarben gut auf die Stoffe aufmalen, und mit etwas Fixiermittel hält die Farbe auch einige Waschdurchgänge aus. Taschen und Schmuck in Regenbogenfarben sehen zu jedem Outfit gut aus, weil sie die Monotonie des Outfits farblich aufpeppen. Und auf einem Sommerball kann man durchaus auch ein Ballkleid in Regenbogenfarben tragen, mit goldenen Schuhen, einer goldenen Clutchbag und Goldschmuck. Am Wiener Opernball wird man damit zum Hingucker der Nation und schafft es womöglich in die Klatschspalten der Presse.

 


Elisabeth Putz

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