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Zeugnisse ohne Noten für Schüler und Lehrer

Bildung ist wichtig, sie verleiht MachtSind Noten in reiner, qualvoll gedruckter, in Zahlen gepresster Form überflüssig? Ja, sie sind es, und ein Schulversuch hat es bereits gezeigt. In den Volksschulen Österreichs wurden die Noten abgeschafft, die Schüler blühten auf, sie hatten wieder Spass am Lernen, waren glücklich und wuchsen zu informierten klugen Leuten heran, welche ihre Kindheit geniessen durften. Als die Ziffern-Noten wieder eingeführt wurden, sank der Lernpegel, und auch der Notendurchschnitt fiel in den Keller.

Eine Beurteilung auf holistischer Ebene ist besser als die kalte Ziffer, welche einem Schüler einen Gänserücken beschert, wenn sie schlecht ausfällt. Jugendliche leiden, wenn sie schlechte Noten bekommen. Die psychischen Auswirkungen sind fatal, und wir haben nicht genügend psychologisch geschultes Personal an den Schulen, welche den seelischen Stress der Schüler auffangen können. So wird der 5er Kandidat einfach nach Hause geschickt, wo er mit seinen schlechten Zeugnisnoten alleine zurückbleibt.

Zu viele 5er im Zeugnis - Sitzenbleiben

Ich finde, auch das Sitzenbleiben ist eine der schrägsten, schlechtesten Ideen, die man im Schulwesen erfunden hat. Es muss ein Sadist am Werk gewesen sein, der das Wiederholungsjahr in den Schulalltag rief. Kaum ein Schüler profitiert vom Sitzenbleiben, wenn er der Neue in der Klasse ist und von vorne herein als Sitzenbleiber abgestempelt wird. Man sollte sich lieber die persönlichen Probleme eines schlechten Schülers ansehen, bevor man ihn in die peinliche Lage versetzt, der Sitzenbleiber sein zu müssen.

Ein Bildungswesen ohne Noten ist ideal

Mir liegt das Bildungssystem nicht nur im Magen, sondern auch am Herzen. Früher, in uralter Zeit, als ich selbst die Schulbank drückte, hatte ich mit schlechten Lehrern und noch schlechterem Lernmaterial zu kämpfen, denn weder die Lehrer, noch die Lernunterlagen waren barrierefrei zugänglich. Wer schlechte Augen hatte, wurde in eine Blindenschule abgeschoben, Integrationslehrer, Sozialarbeiter und Psychologen waren Mangelware an den Schulen, und der Schüler war im allgemeinen froh, wenn es hin und wieder Ferien gab. Gelebt haben wir an den Wochenenden, gestorben sind wir von Montag bis Samstag, denn ich musste sogar sechs Tage zur Schule gehen, wöchentlich, da man damals dachte, an 6 Tagen lernt man mehr als an 5 Tagen. Bis heute ist es mir ein Rätsel, wie ich mein Abitur geschafft habe, ich war die reinste Katastrophe.

Mitten in diesem Katastrophenlager gab es hin und wieder einen Lehrer, eine Lehrerin, welcher, welche uns gut getan haben, uns als Menschen wahrgenommen hatten, die Schüler motivierten und keinen Schüler in eine Versagerecke stellten. Dies waren kurze Lichtblicke, und bis heute hoffte ich, die Situation möge sich verbessern.

Leider musste ich feststellen, dass sich nicht alles verbessert hat. Natürlich ist vieles leichter, sonniger, optimaler geworden. Die 5 Tage Schulwoche ist eingeführt worden, die Digitalisierung an den Schulen schreitet voran, es existieren Lehrerbewertungs-Apps, für Österreich ist es die App Lernsieg, für Deutschland ist es die App Spickmich, und das Lehrpersonal ist umgänglicher, freundlicher, liberaler, neutraler, sympathischer, einfach besser geworden. Die Pragmatisierungen im Schulwesen gelten fast schon als nostalgische Vergangenheitsromantik, und so dürfen schlechte Lehrer auch einmal gekündigt werden, was früher beinahe unmöglich war.

Die heutigen Schüler und Schülerinnen sind überdimensional toll, herausragend flexibel, und sie wissen, wie man Toleranz bedient, wie man mit Toleranz umgeht, nicht nur, wie man das Wort schreibt. Bitte, das Gendern habe ich zwar noch nicht ganz in mein Hirn integriert, aber wenn ich es erfunden hätte, wäre ich bestimmt besser darin, das Binnen-I sorgfältig zu integrieren.

Es gibt einige Dinge, die an den Schulen, und auch höheren Lehranstalten verbessert werden können, ja sogar müssen, denn Schüler sind auch nur Menschen und haben es verdient, wie ein Mensch behandelt zu werden, auch wenn viele sich heute entscheiden, zum Cyborg zu werden, was ich persönlich cool finde.

Noten für alle, für Schüler und Lehrer gleichermassen, das wäre gerecht, wenn man schon am ziffernbedingten Notensystem festhält. Die Lehrer müssten verpflichtend benotet werden, genauso ein Zeugnis wie ihre Schüler erhalten, um ihre Noten bangen müssen, damit sie sich anstrengen, den Unterricht plastisch greifbar, interessant und aufregend zu gestalten. Man merkt sich Dinge leichter, wenn man damit ein farblich grelles Erlebnis verknüpft. Selbst Mathematik, Geschichte, Physik und Chemie lassen sich aufregend gestalten, wenn man das Unberechenbare ins Berechnende umkehrt und weiss, wie schnell sich eine Ellipse in ihrer Seele dreht.

Ich bin der Meinung, wir benötigen einen jährlichen Lehrerwettbewerb. Wer ist der beste Lehrer in Österreich, in jedem Bundesland, auf jeder Schule? Meiner Meinung nach ist Professor Ingo Lindsberger der beste Lehrer in Lienz / Osttirol. Und ich bitte um weitere Vorschläge.

Gehören die Noten in den Schulen abgeschafft?

Ich bin der fest eingeprägten Überzeugung, man müsste die ziffernbedingt grässliche Situation der Noten endlich beenden und zu einem liberalen Beurteilungssystem übergehen, in welchem die Talente des einzelnen Schülers hervorgehoben werden, nicht seine Schwächen extra in den Fokus des schlechten Rufs geschoben werden. Es ist schon schlimm genug, wenn Mobbing in den Schulen stattfindet, da muss man dann nicht noch mit schlechten Noten durchs Leben geprügelt werden, denn jeder 5er ist wie eine plastisch greifbare Ohrfeige mitten ins Gesicht. Natürlich freut man sich über eine 1 im zeugnis, über einen eventuellen ausgezeichneten Erfolg, aber diesen kann man auch ohne eingefressene Ziffernbenotung hervorheben. Eine ganzheitliche Beurteilung, welche den individuellen Menschen umgibt, das ist mein Ziel. Bitte, bis jetzt hat man mich im Bildungsministerium hierfür nur belächelt, dezent zur Seite geschoben oder ignoriert. Und da ich ein hoffnungsloser Fall an überschweifendem Optimismus bin, stelle ich mich per E-Mail und Telefon nach wie vor an die für mich geschlossenen Pforten des österreichischen Bildungsministeriums, auch wenn mich selbst der Bildungsminister ignoriert, aber bei ihm bin ich mir nicht sicher, ob er seine Facebook News liest.

Zeugnistag für ganz Österreich

Die Wiener hatten bereits vor einer Woche das Glück, ihre Zeugnisse entgegenzunehmen und die Sommerferien zu geniessen. Auch Niederösterreich und Burgenland kamen in diesen Genuss. Jetzt ist es soweit, ganz Österreich geht in die verdienten Sommerferien. Die Zeugnisse sind da. Ich gratuliere allen Schülern und Schülerinnen, auch den 5er Kandidaten, es kann nur besser werden. Die Einser-Schüler geniessen ihr Zeugnis, die Fünfer-Schüler lassen ihr Zeugnis in einer Ecke verschwinden und machen gleich Ferien. Als ich einst in einem prall mit Sorgen gefüllten Tief mein Fünferzeugnis entgegen nahm, liess ich es durch den Papierwolf gleiten, sammelte die Papierschnipsel ein und verstaute das Konstrukt in meinem Tagebuch. Als meine Eltern wissen wollten, wo mein Zeugnis ist, meinte ich, das habe ich im Tagebuch vergraben, und dort schaute nur meine Mutter nach, weil sie kennt keine Privatsphäre, noch scheut sie sich, in die engste Bubble-Zone eines Menschen einzudringen. Ich habe meine Fünfer überlebt.

Martin Polaschek bekommt von mir eine 5 ins Zeugnis

Der derzeitige, vielleicht ohnehin nur kurzweilig amtierende österreichische Bildungsminister Martin Polaschek bekommt von mir eine aalglatte 5 ins Zeugnis, und da am 1. Juli in Ost-Österreich, und eine Woche darauf in Rest-Österreich die Sommerferien beginnen, hat er Zeit zum Üben, damit er im Herbst die Nachprüfungen wenigstens annähernd besteht. Im ORF Interview in der Nachrichtensendung ZIB2 sagte er, man muss mit allen Dingen noch etwas abwarten und schauen, wie sich die Situation an Österreichs Schulen entwickelt. Seit 2 Jahren befinden wir uns im Chaos, kämpfen mit einem Lehrermangel, beherbergen keinerlei CO2 Messgeräte, keine Luftfilter in den Klassenräumen, haben mit Masken, Tests, Maturaarbeiten, etc. zu kämpfen, und es bilden sich immer mehr Brennpunkte in den Grossstädten in den Pflichtschulen, aber es fehlt an Sozialarbeitern in den Brennpunkten, und die Integrationslehrer sind unsichtbar wie eine Fata-Morgana.

Polaschek lässt dies alles kalt, er sagte lediglich, es stört ihn, wenn man ihn in Interviews kritisiert, und er hätte gerne mehr Privatsphäre und mehr Zeit für seine Familie. Ich wüsste hierfür eine optimale Lösung, er tritt einfach zurück und schon sind diese Wünsche gesichert. Ich habe Herrn Polaschek auf Facebook einen öffentlichen Brief geschrieben, mit Vorschlägen, damit er beim nächsten Interview nicht mehr optisch und kritisch gesehen schwimmen lernen muss, aber der Brief verschwand nach 24 Stunden, und auf seinem Profil regiert die aalglatte Präsenz seiner Assistenten, denn man darf dort nichts schreiben, was ihn stören könnte. Nicht umsonst wollten viele Lehrer und Eltern, dass dieser Bildungsminister endlich zurücktritt.

Meine Vorschläge sind ja simpel: CO2 Messgeräte in allen Klassenräumen, Luftfilter in den Klassen, Sicherstellung von genügend Masken und Corona-Tests in allen Schulen, Integrationslehrer und vor allem Sozialarbeiter, welche das Lehrpersonal entlasten, Tablets für alle Schüler an allen Schulen, modernes Unterrichtsmaterial, keine Zettelwirtschaft mehr, mindestens zwei Sekretärinnen und Büroassistenten in jeder Schule, eine verkürzte Lehrerausbildung auf 3 Jahre verkürzt, damit wieder mehr Leute den Beruf des Lehrers anstreben, denn durch die verlängerte Lehrerausbildung auf derzeit 6 Jahre fallen leider keine intensiveren Praxiszeiten an, im Gegenteil, man muss sich nur mit mehr Theorie herumschlagen, welche niemand im Unterricht anwendet, sozusagen sind dies verlorene Jahre.

Man könnte Lehrerwettbewerbe anstreben, wer ist der beste Lehrer im Land? Die Lehrerbewertungs-Apps Lernsieg und dergleichen sollten intensiver in den Unterricht integriert werden, und Schülerprobleme müssen ernst genommen werden, denn im Moment fühlen sich viele Schüler alleine gelassen. Wenn Martin Polaschek eine Waldorfschule besuchen würde, wäre in seinem Zeugnis bestimmt folgendes vermerkt worden: Der Schüler hat sich bemüht, er ist sehr lieb, anständig und brav, es steckt noch viel Potential in ihm, und er befindet sich mitten in seiner Entwicklungsphase. Bitte, ich bin ohnehin der Meinung, Waldorfschulen sind die bessere Lösung fürs Schulsystem, da fallen die Ziffern-Noten weg und es wird nach Sympathie und Talent benotet.


Elisabeth Putz

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