|
|
|||||||||||||||||
Was ist Politik?
Politik ist Meinungsbildung, denn die Parteien sind rechts, links, mittig, konservativ, kreativ, demokratisch oder populistisch geprägt. Und so kann man auch die Wähler in eine bestimmte Richtung hin beeinflussen, wenn man es als Politiker schlau anstellt. Politik ist Wirtschaft, denn man achtet darauf, dass ein Staat gut geführt und bewirtschaftet wird. Die Politik muss nämlich die Rahmenbedingungen für ein geordnetets Leben schaffen, damit die Bürger zufrieden sind und es keine Konflikte gibt. Und die Politik ist auch Recht und Gerechtigkeit, denn es müssen die nötigen Gesetze erlassen werden, damit ein Staat gut funktioniert. Bitte, hier arbeiten leider auch die Lobbyisten mit, die ihren Einfluss geltend machen wollen. Die Politik ist so gut oder so schlecht, wie die jeweiligen Politiker eines Landes eben sind, und diese werden vom Volk gewählt, wenn es eine Demokratie ist. Ein Politiker sollte in der Sprache des Volkes sprechen, nicht bestechlich sein und das Wohl der Allgemeinheit im Auge behalten. Vielleicht wird so ein Politiker einmal erfunden. Wie gut die Politik eines Landes ist, spürt man ohnehin erst in einer Krise, wenn das Volk hungert, nach Freiheit schreit oder stirbt. Und genau hier muss man sich oftmals für eine Variante entscheiden, wenn sämtliche Kompromisse scheitern. Wie gut ist die China Politik?In China herrscht ein politisches Klima, welches wir uns nicht annähernd wünschen und schon gar nicht vorstellen möchten. Der einzelne Mensch unterwirft sich dem Kollektiv, man wird für seine guten Taten, für Anständigkeit, Anpassungsfähigkeit, Teamgeist, Unterwerfung und striktem Gehorsam belohnt, und man wird für Aufmüpfigkeit, Ungehorsam und Freiheitsliebe bestraft. Hierfür wird ein sogenanntes Punktesystem verwendet, welches die Bürger in brave und in weniger brave Leute einteilt. Die braven, fleissigen, anpassungsfähigen Bürger bekommen mehr Rechte, Begünstigungen in Dingen wie Immobilienkauf, Bildungschancen und Geldangelegenheiten, und sie dürfen am sozialen Leben teilnehmen. Die schlimmen Bürger werden ausgegrenzt, sozial isoliert und direkt seelisch gequält, gedehmütigt und finanziell benachteiligt, aber keine Panik, man hat jederzeit die Chance, gute Punkte zu sammeln, wenn man sich anpasst. Das chinesische System baut auf eine vollständige, lückenlos nachverfolgbare Überwachungsstruktur, die mit Hilfe von Apps und Smartphones gelingt. Wer ohne sein Smartphone aus dem Haus geht, kommt nicht weit. Und wer gegen irgend eine Regel verstösst, bekommt social Credits abgezogen. Wer viele social Credits, sogenannte gute Punkte besitzt, hat sogar die Chance, eine schöne Wohnung in Peking zu bekommen, wo allgemein eine hohe Wohnungsnot herrscht. Voila, der Staat weiss und sieht alles, BigBrother is watching you und passt auf dich auf, denn er wirft ein Adlerauge auf seine Bürger. Der Grossteil, also die überwiegende Mehrheit der Chinesen lebt ganz gut in diesem System, hinterfragt es nicht, erntet wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Erfolg, und das Volk ist glüklich mit seinem Präsidenten, der sich übrigens auf Lebenszeit hat wählen lassen, solange der Staat gut läuft. Nur eine kleine Minderheit der Chinesen liebt die Freiheit mehr als den sicheren Erfolg, und genau diese Bürger lehnen sich gegen den Staat auf, werden ausgegrenzt und stehen vor hohen Mauern, wenn es daraum geht, sich sozial in die Gemeinschaft zu integrieren. Und genau hier wäre der typische Westeuropäer geboren, denn er liebt seine Freiheit, äussert seine freie Meinung, geht demonstrieren, wenn ihm etwas nicht passt, und er wird trotzdem geliebt, während sich der brave, anständige Chinese nicht traut, ein einziges Wort gegen den Staat zu richten, ohne gerichtet zu werden. China lebt seit Ewigkeiten im Kommunismus, und das kommunistische System lässt grüssen. Nicht immer muss der Kommunismus schlecht sein, und so strebt China die Vorherrschaft in der Weltwirtschaft an, was mit der Seidenstrasse gelingen sollte. Fer Handel muss blühen, Exporte und Importe müssen das Land reich und mächtig machen, und die Bürger müssen ein spürbares Wirtschaftswachstum erfahren, sonst wird der Präsident, der auf Lebenszeit regiert, schnell wieder abgewählt. Im Kommunismus hinterfragt man ständig die Marktwirtschaft, insbesondere den Kapitalismus, und so werden Firmen, Konzerne und Grossunternehmen schnell in die Schranken gewiesen, wenn sie zu übermächtig werden. Das soll das soziale Gleichgewicht erhalten, die Schere zwischen Arm und Reich nicht zu stark auseinanderklaffen lassen, damit keine sozialen Unruhen entstehen. Immer wieder verschwinden mächtige Big-Player von der öffentlichen Bildfläche, wenn sie zu geldgierig, zu gross, zu überdimensional machtvoll werden. Bitte, wo viel Licht ist, da herrscht auch viel Schatten. Und so ist die Plattform Alibaba, eine der grössten Handelsplattformen der Welt, einfach ein wenig geschröpft worden, als sie zu mächtig wurde. China setzt auf grosse Atomkraftwerke, kauft Energie aus Russland ein, lechzt nach noch grösseren Energiereserven und baut darauf, dass dem Staat der Strom nie ausgehen möge. Die Chinesen lieben technische Spielereien, brauchen also viel Strom, verbrauchen noch mehr Energie als die Europäer, und sie werden nicht gesättigt. Atomenergie ist sozusagen in China eine grasgrüne Energie, die funktioniert, finanziell leistbar ist und das Volk nährt. Wir Europäer steigen zunehmend aus der Atomenergie aus, leiden unter Energieknappheit und hohen Strompreisen, während die Chinesen ohne mit der Wimper zu zucken die Umwelt belasten und fröhlich ihr 24-Stunden Dauerlicht anmachen. Bitte, das ist zwar unfair, aber wir wollen es so, denn wir streben eine klimafreundliche Politik an, während wir uns die billigen Klamotten aus China importieren, weil das Glitzerkleid so schön funkelt. Wenn wir auf sämtliche Waren aus China verzichten würden, wären wir arm dran, aber daran denkt auch niemand von uns. China ändert seine Corona PolitikEs ist soweit, die Chinesen versinken in wirtschaftlichen und finanziellen Nöten, gehen auf die Strasse, protestieren, und somit ist die Macht des derzeitigen Präsidenten, böse Zungen nennen ihn auch liebevoll Diktator, in Gefahr. Chinas Präsident Xi Jinping besitzt ein sattes Ego und will nicht abdanken müssen, da er sich vom Volk die Allmacht geben liess, auf Lebenszeit regieren zu dürfen. Er verfolgte bis jetzt eine Null Corona Strategie, welche wenigstens in seinem Land die Pandemie ausrotten sollte. Nun ist China wirtschaftlich, finanziell, kulturell und gesellschaftlich eng mit der Restwelt verbunden, was leider zur Folge hat, dass Leute aus dem Land ausreisen, wiederkommen, und fremde Leute ins Land einreisen, dort verweilen und es wieder artgerecht verlassen. Da man jedoch nicht jeden Handelsreisenden über viele Tage hinweg beobachtend einsperren kann, um zu schauen, ob Corona in ihm schlummert, hatte sich die Erkrankung immer wieder in China breit gemacht. Die wirtschaftlichen Folgen sind fatal, denn es mangelt inzwischen an allen Gütern, welche wir bis vor kurzem als selbstverständlich in unserem Alltag verankert haben. Medizinische Geräte, Lebensmittel, Arzneimittel, Kleidung, Technikprodukte, weisse Ware, nicht einmal auf Amazon kann man diese Produkte noch sorglos bestellen, da Engpässe dafür sorgen, dass wir uns bald in einer ausartenden Weltwirtschaftskrise befinden könnten, die eine Deflation zur Folge hat. Das Wenige, welches sich noch am Weltmarkt tummelt, ist sauteuer, und die Verarmung des Mittelstandes schreitet voran, nicht nur bei uns, auch in China. Die gerade erst an Reichtum gewöhnten Chinesen lassen sich das nicht bieten, und deshalb öffnet Xi Jinping jetzt die wirtschaftlichen Pforten und lässt sein Volk wieder produktiv leben. Ich finde diesen Schritt nicht schlecht, denn Menschen sind von Natur aus Herdentiere auf zwei Beinen, die sich gegenseitig brauchen, falls sie sich gut riechen können. Wenn man uns über lang bis länger einsperrt, werden wir krank, und dann ist Corona das kleinste Problem. Immerhin, jetzt kann ich wenigstens den pinken Fiffi, den ich seit einiger Zeit auf Amazon vermisse, bestellen, auch wenn ich in einem Kunstpelzmantel aussehe wie ein gerupftes Huhn. Wie wichtig ist ein Whistleblower in der Politik?Ein Whistleblower posaunt alles aus, was geheim bleiben sollte. Der sogenannte Aufdecker, Hinweisgeber, Enthüller lebt gefährlich, besonders dann, wenn er politische Geheimnisse weitergibt, Korruption und Skandale aufdeckt. Spezielle Magazine decken schamlos alles auf, was eigentlich unter der Bettdecke bleiben sollte. Sie werden einerseits kritisiert, verfolgt und selbst an den Pranger gestellt, andererseits erzielen sie eine enorme Beliebtheit, denn Skandale prägen die Gesellschaftspolitik. Kleinparteien in der PolitikWer eine Kleinpartei wählt, hat die Nase voll von Skandalen, Korruption und Misswirtschaft. Er ist politisch zwar noch interessiert, wendet sich jedoch von den Grossparteien ab, welche im Grunde für Stabilität sorgen sollten und eine breite Wählerschaft abdecken. Die Wählerstörme sind heute intensiver, der Wechselwähler ist aktiver geworden, und man bleibt nicht mehr unbedingt einer Partei treu, man wechselt. Viele Wähler wollen durch ihr gezieltes Wechseln zu einer Kleinpartei die Grossparteien abstrafen, was fatal sein kann, wenn sie rechtsradikal oder linksradikal wählen und für mehrere Jahre dann mit dieser extremen Politik leben müssen. In Österreich haben in Graz die Kommunisten einmal so einen intensiven Wahlsieg errungen, weil die Politik der Grossparteien immer mehr die Grosskonzerne und Grossunternehmer mit ihren Privatstiftungen, etc. steuerlich begünstigt und unterstützt haben, während der Kleinverdiener, die alleinerziehende Mutter, der Arbeitslose und der Obdachlose vergessen wurden. Hier konnten die Kommunisten punkten, weil der kleine Mann gewählt hatte, um mit eventueller Misswirtschaft aufzuräumen. In Oberösterreich traten die MFG Anhänger zur Wahl an, eine Kleinpartei mit dem namhaften, aussagekräftigen Namen -Menschenrechte, Freiheitsrechte, Grundrechte. Sie stehen für die Menschenrechte ein, sind Impfgegner der Corona-Impfung, und sie trafen in der Pandemie den sensiblen Nerv derjenigen Menschen, die sich eingeschränkt fühlten. Das kann natürlich fatal enden, wenn eine ernste Pandemie dazu führt, dass Menschen sterben und andererseits Menschen auf die Strasse gehen, welche diese Pandemie nicht ernst genug nehmen. Es kann aber auch dazu führen, dass unnötige Massnahmen zurückgenommen werden, wenn das pandemische Geschehen zurückgeht und die Leute im Grunde wieder ein normales Leben führen sollten. Kleinparteien sind am VormarschDie nächsten Wahlen rücken näher. In ganz Europa sind die kleinen Parteien und die Bewegungen, welche von Einzelpersonen geleitet werden, am Vormarsch. Dies sorgt für viel Wirbel, eine Menge an Abwechslung und einen Wählerstrom weg von den Grossparteien. Die Kleinparteien haben zwar nicht die grössten Chancen im Wahlkampf, sie verfügen nur über ein begrenztes Budget und können sich die teuren Wahlplakate nicht leisten, sind auch nicht bei den grossen Fernsehduellen dabei, aber sie können das Internet für den Wahlkampf nutzen. Falls in Österreich alle Kleinparteien zusammen wieder nichts bewegen können, bleibt alles beim Alten, dann gehen die zwei Grossen zusammen und versuchen erneut ihr Glück, denn der Stammwähler bleibt in der Regel treu. Schrumpft die Sozialdemokratie zur Kleinpartei?Weltweit spüren wir entweder einen Rechtsruck, oder einen Linksruck in der Gesellschaft, der sich politisch entfalten kann wie noch nie zuvor. Man bedenke, weder rechts, noch links sind wir glücklich, es sei denn, wir beherbergen ein Mutter-Theresa Syndrom in uns und spenden viel, teilen alles und machen jeden Menschen finanziell gleich arm oder reich, dann sind wir links ganz richtig. Auf jeden Fall sterben die sozialgemokratischen Modelle langsam aus, und falls sie nicht wiederbelebt werden, sind sie eines Tages tot. Im Grunde ist die Sozialdemokratie etwas Wertvolles, denn sie unterstützt soziale Werte, hilft Arbeitern und der Gesellschaftsschicht, welche nicht so viel Glück im Leben hat, aber sie ist zunehmend mittelklassig geworden, obwohl sie die Mittelschicht nicht mehr unbedingt unterstützt. Und wenn sich dann noch sozialdemokratische Parteien zerstreiten, eine Mitgliederbefragung nach der anderen im Raum steht, weil sich die Parteispitzen bekämpfen, dann sind wir der Traurigkeitsträne sehr nahe. Tränen fliessen in den sozialdemokratischen Köpfen, wenn man sich die österreichische SPÖ anschaut, denn hier weiss man nicht, wie tief die Partei gespalten ist. Wir könnten jetzt die Hände zum Himmel falten und beten, dass die Sozialdemokratie nicht stirbt, denn mit einem Auslaufmodell gewinnt man keine Wahlen. Die Mietpreisbremse, die Preisbremse für Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs, die Luxussteuer, mehr Gerechtigkeit, damit gewinnt man derzeit Wahlen, denn das Volk ist am Limit, auch wenn dies die Parteispitzen kaum für möglich halten. Wie wichtig ist die Demokratie?Fakt ist, die Demokratie ist wichtig, und dazu gehören auch die unterschiedlichen Meinungen. Ich liebe beispielsweise die EU in ihrer langatmigen Entscheidungskraft, denn es wird zuerst alles tausendmal und öfters durchdiskutiert, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Natürlich ist diese träge Entscheidungsfindung in manchen Fällen kontraproduktiv, aber sie sorgt dafür, dass die Demokratie lebt. Anders sieht es mit Diktaturen aus, wo ein starker Mann, selten womöglich eine starke Frau an der Spitze steht und Anweisungen erteilt, die sofort umgesetzt werden. Gibt es Diktatorinnen in der Politik? Auf jeden Fall lohnt es sich, für die Demokratie zu kämpfen, da mehrere Köpfe meist schlauer sind als ein Kopf alleine. Und deshalb gehen viele Leute auf die Strasse, um zu zeigen, wie wichtig ihnen die Demokratie ist. Leider entsteht der Eindruck, dass bloss die gut betuchten Bürger für die Demokratie auf die Strasse gehen, wenn man hört, dass sie in den Urlaub fliegen, sich am Weg zum Flughafen befinden, volle Einkaufstüten mit Designerware mit sich schleppen, gut gestylt des Weges gehen, während sie demonstrieren. Man müsste auch den normalen Handwerker, den Bauarbeiter, die Krankenschwester, die Pflegekraft, oder den Leiharbeiter in den Medien zeigen, damit das Demokratieverständnis blüht. Auf der anderen Seite sind die Parteien, die eher rechts ausgerichtet sind, auch ein Element der Demokratie und sollten nicht mit Füssen getreten werden. Nur wenn kriminelle Parteien entstehen, müssen diese auf jeden Fall verboten werden. In einer freien Demokratie gibt es eben unterschiedlichste Menschen, die als Individuen nicht unterdrückt werden dürfen, und das bedeutet, eine breit gefächerte Politiklandschaft zu pflegen, in welcher alle Meinungen erlaubt und gehört werden dürfen. Am Ende bestimmt der Wähler, welche Politik gemacht wird, und das finde ich gut, denn der Wähler sind wir alle. Wenn wir uns für Freiheit, Gleichberechtigung, Menschenwürde, Liebe und Erfolg entscheiden, grenzen wir niemanden mehr aus, das ist Demokratie. Warum soll man die Grünen wählen?Soll man die Grünen wählen? Ja, unbedingt, denn man kann im Grunde nichts falsch machen, ausser man lebt in einem Land, in welchem die Grünen sämtliche Werte über Bord werfen, ihre Wählerschaft verraten, mit Parteien zusammenarbeiten, welche sie unterdrücken, ihnen ihre Wirtschaftsnote auferlegen und somit keinerlei grüne Politik mehr möglich ist. In diesem Fall könnte man die Neos wählen, da sie ebenso starke Werte vertreten. Ich wäre ohnehin dafür, man könnte in Österreich eine Koalition mit Grünen und Neos bilden, dann hätte der Staat von allem etwas. Die Grünen vertreten die Menschenrechte, schliessen niemanden aus, und die Neos vertreten gute Bildung und hohe akademische Schulbildung. Somit würde jeder ausländische Bürger das Recht erhalten, eine gute Schulbildung zu bekommen, ohne dass er sich mühsam um einen Integrationslehrer bemühen müsste. Besonders in ländlichen Gebieten mangelt es nämlich immer noch an Integrationslehrern, welche die geeigneten Sprachen sprechen, um Flüchtlinge zu betreuen. Das Merkwürdigste, dass ich erlebt habe war, dass eine Schülerin pünktlich zum Unterrichtsende das Schulhaus betrat und feststellen musste, die Schule beginnt nicht, sie ist schon aus. Wofür stehen die Grünen?Wie bereits erwähnt, stehen die Grünen für Menschenrechte, Freiheit aller Bürger, Integration, eine solide Ausbildung, ein solides Grundeinkommen, und sie wehren sich mit Händen und Füssen gegen nationalistisches, engstirniges Gedankengut, denn für die grüne Partei ist jeder Mensch, egal welche Rassenzugehörigkeit, welcher soziale Status, welche Hautfarbe auch immer, welches Geschlecht, alle Menschen sind gleich. Dieser Ansicht bin auch ich, und ich werde Zeit meines Lebens dafür kämpfen, ein gewisses Gleichgewicht in der Welt zu schaffen.
Neulich kaufte ich mir ein grünes Kostüm. Es lachte mich im Vorbeigehen aus dem Orsay Laden an. Und da es so unverschämt lachte, ergriff ich es und packte es am Kragen, kaufte es, drehte ihm den Kragen um und hoffte, dass es jetzt nicht mehr so unverfroren lachen würde. Bitte, im Grunde war es bloss ein viertel Kostüm, denn es bestand nur aus dem grünen Blazer, aber für mich und meine unzähligen herrchenlosen, oder besser gesagt frauchenlosen kurzen Miniröcke ist ein viertel Kostüm auch schon ein Kostüm. Zu Hause hoffte ich, dass der giftgrüne Blazer zu einem meiner grünen Miniröcke passen würde. Voila, ich fand einen, der mich zwei Jahre zuvor aus dem Zara Laden so richtig unverschämt angrinste. Den hatte ich noch nie getragen, da ich nichts Passendes dazu anzuziehen hatte. Jetzt war sein grosser Auftritt gekommen, Bühne frei für den grünen Rock. Der Mini passte farblich und stofflich so perfekt zum neuen Blazer, dass man glaubte, ich hätte mir ein ganzes Kostüm gekauft. Und damit mein Dekollete nicht nackt auf die Strasse gehen musste, fand ich ein grünes Oberteil, welches exakt farblich und stofflich zum Kostüm passte. Ich begutachtete mich zusammen mit meinem Farblesegerät vor dem Spiegel und glitt mit meinen neuen Augen, also mit meinen Händen sanft streichelnd über mein niegelnagelneues Kostüm drüber. Als ich mein bedecktes Dekollete streichelte, verbannte ich meine unkeuschen Gedanken zur Hölle und dachte: Gott sei Dank sind meine Haare nicht grün, denn ich sehe ja jetzt schon aus wie ein biologisch abbaubarer Grashüpfer. Gerade rechtzeitig zur Errungenschaft meines grünen Kostüms gab es im März 2013 in Kärnten, sozusagen im turbulentesten, politisch ein wenig ausgereizten österreichischen Bundesland Landtagswahlen. Und da ich mich derart über meine Eroberung des grünen Kostüms freute, wählte ich die Grünen. Gut, ich kaufe Fastfashion bei Orsay und Zara, sozusagen bin ich eine wirtschaftlich denkende Grüne, aber die Farbe bleibt gleich. Warum bloss wählte ich die Grünen?Lieber Besucher, soll ich Ihnen die unzähligen Gründe verraten, warum ich die Grünen wählte? Ich war seit zwei Jahren hinter so einem schicken Sakko her, wie es Angela Merkel trug, als ich sie im Fernsehen sah. Gut, sie ist schwarzer Natur, hat jedoch Sinn für Farbe, wenn man ihre wechselnden Sakkos mitverfolgt. Und als ich mein grünes Kostüm fand, hatte ich eine meiner längsten Schlachten gewonnen. Ich sah mir Herrn Holub im Fernsehen an. Bitte, bei seinem Anblick schmilzt jede halbwegs vernünftig denkende Frau dahin. Er ist nicht zu gross, also für mich passend, um ihn küssen zu können. Er sieht verdammt gut aus, zu gut, sodass ich keine Chance bei ihm haben würde, selbst in meinem grünen Kostümchen nicht. Und er trägt sein Herzblut im Hirn, hat sozusagen das Köpfchen dort, wo andere noch darüber nachdenken, ob eine Gehirnzelle linksdrehend oder rechtsdrehend besser funktionieren würde. Wahrlich, Herr Holub war für mich ausschlaggebend für meine grasgrüne Entscheidung bei der Wahl. Ich habe mir das Parteikonzept samt Parteiprogramm der Grünen angesehen. Bitte, da fand ich mich in vielen Punkten wieder. Ich bin blind, und deshalb ist es für mich wichtig, grünes Gras, intakte Auen, biologischen Ackerbau und Menschlichkeit zu riechen, zu fühlen, zu hören und zu schmecken. Das kommt daher, weil ich als Blinde die wirtschaftliche Korruption, die überhöhten Managergehälter und die Umweltzerstörung gar nicht sehe. Und deshalb wählte ich die Grünen. Die Grünen - ein bisschen mehr UmweltHaben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie wir für ein bisschen mehr Wirtschaft, für ein bisschen mehr ungerecht verteiltes Geld, für ein bisschen mehr wertbehaftetes banales Papier in Aktienform unsere Umwelt zerstören? Was sagt die Biene dazu, wenn ihr Lebensraum gefährdet wird? Was sagt der Grashüpfer? Bitte, der Grashüpfer sagt, er wählt grün, weil er inmitten der Grünen farblich gesehen ohnehin nicht auffallen würde. Der Grashüpfer kann sich sorgenlos in die erste Reihe setzen, als kleiner Abgeordneter dem Geschehen lauschen und ohne sein Zutun das Tagesgehalt der Parteisitzung einstecken. Wenn jedoch Herr Holub eingreift und Korruption aufdeckt, steht der Grashüpfer sichtbar für alle im Scheinwerferlicht, denn dann läuft er blau an und wird schwarz vor Wut. Lieber Besucher, haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie menschlich wir als einzelnes Individuum sind, und wie weh wir anderen Menschen tun, wenn wir sie aus unserem Land verbannen und ausstossen wollen? Jeder ausländische Bürger ist auch ein Mensch. Jedes Tier entwickelt menschlichere Züge, wenn wir uns ansehen, wie wir aus Gier und Nationalitätslust andere Menschen minderwertig behandeln. Ich als Blinde habe bemerkt, dass vereinzelte Menschen mich wie eine rohe Eiersuppe anfassen, sozusagen Berührungsängste haben. Bitte, da muss man sich ja ein sündhaft schickes grünes Kostüm kaufen, um noch irgendwie als Frau wahrgenommen zu werden. Übrigens habe ich dann in der Zeitung gelesen, dass über mich geschrieben wurde. Ich war die Stimme, die den Grünen zu ihrem fünften Mandat verholfen hat. Ich war die, welche eine Wahlkarte per Post abgeschickt hat, im Stadtkreis Klagenfurt. Also liebe Grüne, sagt Danke, denn sonst kaufe ich mir irgendwann orange, rote oder schwarze Kostüme. Bitte, im Grunde war es nicht meine Kleiderwahl, die mich dazu bewegte, Grün zu wählen. Es waren der nicht wahrnehmbare Geruch der Atomkraftwerke, die stinkende Luft der Fabriken, die Abgase der zu vielen Autos, welche mich zu dieser Entscheidung trieben, denn wenn wir die Umwelt weiter zerstören um kurzfristige Gewinne zu erzielen, dann sterben auch wir. Ich hänge doch so an meinem Leben. Der BundespräsidentWelche Rechte und Pflichten hat ein Bundespräsident? Er vertritt das Land vorwiegend nach aussen hin, schlichtet jedoch im eigenen Land politische Krisen und animiert die Politiker. Der Handshake ist wichtig, denn er repräsentiert das Land in der gesamten Welt. Das Auftreten ist wichtig, denn er trifft sich mit anderen Staatsoberhäuptern und muss stets nach friedlichen Lösungen in Konfliktsituationen streben. In den USA ist der Bundespräsident auch für innerpolitische Prozesse verantwortlich, und er regiert das Land.
|
|
|||||||