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Gefühlsblindheit - Was bedeutet Alexithymie?

Zeig deine Gefühle durch die BlumeWas bedeutet Gefühlsblindheit, und was macht man gegen Alexithymie? Die Gefühle sind seelische Eindrücke, welche man körperlich spürt. Sie entstehen, wachsen, kommen und gehen. Man kann sie sogar imaginär klein machen, indem man sich vor seinem inneren Auge eine rege Gefühlswelt vorstellt, in welcher das Subjekt, das Objekt der innigsten Begierde eine wesentliche Rolle spielt, und dann macht man vor dem geistigen, inneren Auge diese Gefühlswelt klein, stellt sie sich in den Farben schwarz-weiss vor und lässt sie schliesslich ganz verschwinden. Durch die Imagination kann man unangenehme, direkt körperlich schmerzende Gefühle verbannen, aber man muss dieses Ritual üben und es ständig wiederholen. Erst wenn die Zeit alle Wunden geheilt hat, sind diese Gefühle gänzlich im Nirvana verschwunden.

Gefühlsblindheit ist ein Zustand, in welchem man seine Gefühle zwar erkennt, sie jedoch nicht einordnen kann, und sie auch nicht wesentlich spürt. Man spürt auch die Gefühlswelten anderer Menschen kaum, aber man weiss etwas damit anzufangen, denn durch antrainiertes Gefühlserkennungsprogramm weiss man zumindest, wenn jemand weint, heult und jammert, geht es ihm schlecht, dann ist Trost angesagt. Wenn jemand lacht, jubelt, singt und pfeift, geht es ihm wahrscheinlich gut, und dann darf man mitlachen. Menschen mit einem gewissen Ausprägungsgrad an Authismus sind oft gefühlsblind, aber dafür sind sie exakte Zeichner, besitzen meist ein fotographisches Gedächtnis und können mathematische Aufgaben im Schlaf lösen, was auch nicht von nachteil sein muss.

Wir benötigen Gefühle, um uns auszudrücken, mitzuteilen, anderen menschen zu zeigen, wie es uns gerade geht, und wir benötigen sie, um überlebensfähig zu sein, denn die soziale Gemeinschaft prägt uns, und die zwischenmenschlichen Kontakte sind ein Gesundheitsfaktor. Hochgefühle, Liebesgefühle, Glücksgefühle, all dies sind wichtige intensive Regungen, die wir dringend benötigen. Stressgefühle, Trauer, Wut und Ärger benötigen wir hingegen selten bis nie.

Trotzdem sind auch die negativen Gefühle wichtig, denn sie zeigen uns in Krisensituationen, dass etwas nicht stimmt, oder sie zeigen uns, dass wir noch am Leben sind, weil wir uns spüren. Manche Menschen spüren ihre Gefühlswelt nicht mehr, weil sie traumatisiert sind oder zu viele negative Phasen hintereinander erlebt haben, sodass sie instabil und psychisch labil geworden sind. Diese Menschen ritzen und verstümmeln sich manchmal, um sich wieder zu spüren, was natürlich fatale psychische Auswirkungen auf den Körper und die Seele hat. Hier benötigt man dringend Hilfe, welche man auch annehmen sollte, denn unangebrachtes Schamgefühl hilft nicht weiter.

Was ist Alexithymie?

Unter Alexithymie versteht man eine allgemeine Gefühlsblindheit, nicht direkt eine Gefühlskälte. Die Leute nehmen Gefühle einfach nicht so stark wahr, es wird nur wenig Cortisol im Körper ausgeschüttet, die Gefühlsebene wird nur unzureichend aktiviert, und so kann man sich unter Umständen vor Stress schützen.

Man hat in Untersuchungen herausgefunden, dass Leute mit Alexithymie in ihrer Kindheit emotional vernachlässigt wurden. Um sich vor zu grossen gefühlsmässigen Schmerzen und vor Krankheit der Seele zu schützen, entwickelten sie ein Gefühlsdefizit und wurden unempfindlicher. Man kann jedoch diese Gefühlsblindheit wieder rückgängig machen, indem man sich bewusst Emotionen hingibt. Das Singen in einem Chor hilft beispielsweise dabei, oder auch das gemeinsame Malen in einer Kunstgruppe, das gemeinsame Kochen, oder emotionaler Mannschaftssport.

So überwand ich meine Gefühlsblindheit

Meine Mutter hat beispielsweise eine narzisstische Persönlichkeit und konnte mich nie richtig lieben. Sie meinte immer, ich sei eine Strafe Gottes für sie, und wenn ich gute Noten mit nach Hause brachte, lobte sie andere Kinder und meinte zu mir, ich könnte nie mit den anderen Kindern mithalten, da kann ich noch so viele Einsen schreiben. In meiner frühesten Kindheit litt ich darunter, aber zunehmend war es mir egal.

Bitte, meine Mutter kann nichts für ihren Gefühlszustand, es ist eine psychische Erkrankung, und ich liebe meine Mutter trotzdem, auch wenn ich nicht mehr so oft mit ihr telefoniere. Ich habe diese Gefühlsblindheit entwickelt, und erst im jungen Erwachsenenalter bemerkte ich, dass mir viele Dinge nicht wehtun, welche anderen Leuten sehr zusetzen. Man konnte mich beleidigen, man konnte mir drohen, man konnte mich meiden, mobben, ausstossen, ich bemerkte es zunehmend nicht, oder es tat mir nicht weh.

Ich wechselte meinen Freundeskreis so oft wie die Unterwäsche, und ich war unfähig, tiefe Bindungen einzugehen. Wenn sich jemand wirklich in mich verliebte, hielt ich Abstand oder bemerkte es erst gar nicht. Aber dafür verliebte ich mich jedes Mal in eine unerreichbare Person, in meinen Klassenlehrer im Gymnasium, in unseren Dorfpfarrer, in verheiratete Männer, denn die waren meine Spezialfälle, in meinen Augenarzt in Wien, in meinen Notar in Klagenfurt, in meinen Anwalt, ebenfalls in Klagenfurt, und in meinen besten Freund, der ein waschechter Klagenfurter ist. Bitte, im Grunde müsste ich die Stadt wieder einmal wechseln. Ich verliebte mich in meinen Verleger, in meinen Vermieter, in meinen Gynäkologen, und in den Friseur meines Vertrauens, aber in den Papst bin ich bis heute nicht verliebt.

Natürlich fiel mir meine Gefühlsblindheit und meine ständige, schnell verfliegende Erotomanie auf, und ich konnte parallel auch eine Beziehung mit einem normal gestrickten Mann führen, aber diese Beziehung hielt nie länger als ein paar Monate. Und so lebte ich eine unausgereifte Beziehung nach der anderen aus, wobei die längste 3 Jahre andauerte, was jedoch keine Kunst war, denn es handelte sich um eine Fernbeziehung, da sieht man sich nicht zu oft und liebt sich leidenschaftlich, wenn man sich sieht.

Und eines Tages liess ich meine Gefühle wieder zu. Seither lebe ich seit mehr als 17 Jahren in einer gefestigten, konservativen, direkt spiessig angehauchten Beziehung, bin seit Ewigkeiten verlobt, und irgendwann reicht es vielleicht aus, um zu heiraten. Mein Partner kennt mane Macken und Fehler, und er liebt mich trotzdem.

Ich habe meine Gefühlsblindheit sogar noch weiter minimiert und schreibe inzwischen Ratgeber für Schüler und Lehrer, beschäftige mich mit dem Bildungswesen, obwohl ich einst sagte, ich werde nie einen Fuss ins pädagogische Milieu setzen, aber bitte, Lehrerin bin ich bis jetzt keine geworden, Gott sei Dank, denn ich fürchte, ich wäre eine Hyäne im Klassenraum.

Ich habe mich nach mehr als 30 Jahren endlich gewagt, offen über den Freitod meines Bruders zu sprechen, der seinerseits den Beruf des Lehrers liebte. Und ich denke, genau aus diesem Trauma heraus habe ich so eine Abneigung gegen das Berufsbild des Lehrers entwickelt, dass ich mich mit Händen und Füssen dagegen wehrte, denn erstaunlicherweise war in meinem Kindesalter der Beruf des Lehrers eine Berufung, ein Traumjob für mich, und ich wollte nichts anderes werden, so lange, bis mein Bruder starb und ich nicht trauern durfte, weil man mich zu hause daran hinderte. Meine Mutter meinte damals, wenn ich heule, komme ich ins Heim, und dann schwieg ich meine Tränen eisern in mich hinein. Nach 30 Jahren habe ich mich jedoch endlich dazu entschieden, meinen verstorbenen Bruder zu betrauern, und ab diesem Zeitpunkt ging es mir emotional besser, so gut, dass ich Gefühle wieder zulassen kann.

Man muss Frieden mit seinen Traumata finden. Hier helfen Tagebücher, in denen man das Erlebte verarbeitet, und es helfen Gespräche mit Leuten, die ähnliche Schicksale erlebt haben. Man kann seine Seele auch dahingehend stabilisieren, indem man seinen ganz persönlichen inneren Frieden mit schrecklichen Momenten, Situationen, Ereignissen oder unangenehmen Personen im Leben schliesst.

Man schliesst hierfür die Augen, stellt sich das Schreckensbild vor, umarmt es imaginär, beginnt es imaginär zu küssen, zu liebkosen, zu lieben, und wenn man diesen Vorgang mehrere Male wiederholt, verschwindet die Gefühlslosigkeit. Bitte, als ich mir einen meiner Ex-Freunde, mit dem die Beziehung wirklich bruchartig verlief, vor meinem inneren Auge vorstellte, war er plötzlich grauhaarig und fast kahl am Kopf. Es geschah dann etwas Merkwürdiges, er meldete sich nach mehr als 20 Jahren bei mir, und siehe da, er war inzwischen wirklich fast kahl am Kopf und trug graues Resthaar. Bitte, das entschädigte mich für alles.

So zeigen Sie Ihre Gefühle


Elisabeth Putz

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