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Was ist Liebe?
Liebe ist keine Ware, aber wer die wahre Liebe findet, hat Glück. Sie konzentriert sich nicht auf spezielle Körperteile und Proportionen, achtet nicht ausschliesslich auf die Optik, sondern schliesst den Charakter, die Persönlichkeit, das Wesen eines Menschen samt Seele und Herz, Hirn und Verstand mit ein. Natürlich liebt man die schönen Dinge des Lebens, rote Lippen, eine verführerische Figur, tolle Frauen, attraktive Männer, leckere Schokolade und Vanilleeis pur, aber es sind die inneren Werte, die bestehen bleiben, wenn die Schönheit verwelkt. Bitte, irgendwann verwelkt jede rote Rose, nur die Dornen bleiben länger frisch. Liebe ist im Grunde ein wirres, undefinierbares Gefühl, welches sich zuerst als kleine Verliebtheit in der Magengegend breit macht, sozusagen Schmetterlinge im Bauch verursacht, bis sie schliesslich so gross ist, dass man es Liebe nennen darf. Liebe hat jedoch nicht nur den zwischenmenschlichen Bereich der intimen Partnerschaft zu versorgen, sie ist vielseitig, und in den verschiedenen Liebesarten erkennt man erst, wie wichtig sie ist. Das Gefühl der Liebe kennt keine Grenzen, von bedingungsloser Liebe bis hin zur fleischfressenden körperlichen Liebe, welche uns im Bett zu animalisch ausgeprägten Tieren werden lässt, wenn man es nur zulässt. Liebe ist alles, und ohne Liebe ist nichts los auf Erden. Und wenn wir fremdes Leben entdecken, macht die Liebe auch vor dem Universum nicht Halt. Die Liebe ist das wichtigste Instrument, welches Frieden schafft, Menschen miteinander vereint, Hochgefühle erzeugt, für die rosarote Brille sorgt und neues Leben entstehen lässt. Wir benutzen das Wort für alles, das wir als schön und wunderbar bezeichnen, für alles Angenehme und Prickelnde im Leben. Und so existiert Liebe auf unterschiedliche Arten, als Empathie zu sich selbst, zu den Mitmenschen, zum eigenen Partner, zum Essen, zum Leben, zu Dingen und Objekten, welche uns gut tun. Sie ist eine Art Erkenntnis, da man sich in ihr selbst erkennt und andere Menschen zu schätzen lernt. Sie ist das höchste Gefühl, welches man verschenken und empfinden kann, so wie auch das Gegenteil, der Hass das intensivste Gefühl ist, das man in sich tragen kann. Die Liebe in Kunst, Musik und LiteraturIn der Kunst drückt sich die Liebe ziemlich egoistisch aus, da es Werke gibt, welche Szenen von Hass, Hörigkeit, vom Verlassen sein, von Eifersucht und Gleichgültigkeit beherbergen. Der Künstler hat sich bei seinen Werken etwas gedacht, oder er hat eigene Erfahrungen verarbeitet. So lassen sich Kunstwerke gut vermarkten, denn jeder betrachtet den Akt der Liebe gerne, auch wenn er es nicht zugibt. In der Literatur hat Liebe einen hohen Stellenwert, wenn wir die Liebesromane betrachten. Die Frau als verführerische Venus, der Mann als tapferer Held dargestellt, kommen in Liebesromanen immer zusammen, denn Menschen finden zueinander, das wünscht sich der Leser. Sogar Jesus und Maria Magdalena liebten sich, und die Schlange verführte Adam mittels ihres dominant erscheinenden, weiblichen Körpers, der mit Reizen nicht geizte. Da bekommen rote Äpfel eine ganz besondere Bedeutung. Immer wenn ich in einen Apfel beisse, denke ich, es wäre eine Wange, und so küsse ich den Apfel lieber als dass ich ihn vernasche. In der Musik sind Songs über die Liebe besonders begehrt, denn man besingt die schönste Sache der Welt, und dies führt zum Erfolg. Keine Aussagekraft ist so mächtig wie die Emotionen, welche sich in Liebesliedern wiederspiegeln. Wish you were here, von Rednex, das ist seit Jahrzehnten mein Lieblingssong, und ich verknüpfe mit ihm so manch peinliche Angelegenheit, aber auch so manch prickelndes Liebeserlebnis. Liebe geht durch den MagenLiebe macht hungrig, und sie geht im wahrsten Sinne des Wortes durch den Magen, denn man kann jemanden mit einem tollen Essen, Süssigkeiten, Pralinen und süssen bis prickelnden Getränken verführen. Mit dem Erotikbier, welches das Nacktheitsgebot neben dem Reinheitsgebot als oberste Priorität umfasst, kann man die Sinne betören. Das Getränk ist schaumig, prickelt auf der Zunge und macht heiss. Liebe macht blindLiebe macht nicht nur hungrig, sie macht uns auch blind. Wenn wir verliebt sind, schüttet der Körper einen gewissen Hormonhaushalt zusammen, der verhindert, dass wir andere Partner attraktiv finden. Wir sind quasi blind für Flirtversuche von aussen. Dieser Schutz ist wichtig, damit wir bindungsfähig bleiben und uns um unseren Nachwuchs kümmern. Dieser blinde Zustand festigt Partnerschaften und macht uns immun gegen das Fremdgehen. Einige Leute tanzen aus der Reihe, bei denen lodert zwischendurch immer wieder das entfachte Feuer der Leidenschaft, sie sind jederzeit offen für Verführung aller Art und können nicht treu sein. Der hohe Testosteronspiegel spielt nur bedingt eine Rolle hierfür, denn diesen kann man auch mit einem einzigen Partner ausleben. Es ist der labile Zustand einer Persönlichkeit, welcher dafür sorgt, dass man nach kurzer Zeit wieder nach einem neuen Partner schielt. Liebe macht heissLiebe macht nicht nur blind, sie macht uns auch heiss. Forscher haben herausgefunden, dass sich die Körpertemperatur bei verliebten Menschen im Nacken, im Gesicht, in den Händen und im Intimbereich um bis zu 2 Grad erhöht. Die Begierde steigert die Körpertemperatur am meisten. Wenn man ein Foto seines Liebesmenschen anschaut, sein Parfum riecht, sich vorstellt, wie das nächste Treffen seinen Höhepunkt erreicht, steigt die Körpertemperatur bereits an. Wenn sich zwei Verliebte dann endlich in den Armen halten, entsteht eine aufgeheizte Atmosphäre. Wie wichtig ist die Liebe?Wie lebensnotwendig ist die Liebe? Sie ist einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Faktor im Leben, denn ohne Liebe kann ein Leben nur schwer gedeihen. Studien aus Experimenten haben gezeigt, dass ein Mensch, wenn er vom Baby zum Kleinkind, ins Teenageralter bis hin zum erwachsenen Menschen lieblos aufwächst, nur Essen und Trinken, ein Dach überm Kopf und die nötige Kleidung bekommt, jedoch keinerlei Liebe, keine nötige Aufmerksamkeit, keine Streicheleinheiten erhält, zu einem einsamen, nicht der Norm entsprechenden Menschen wird. Er kann seine Gefühle nur schwer mitteilen, kann sein Leben mit anderen Menschen nicht teilen, und er ist unfähig zu lieben. Bitte, dies passiert leider auch, wenn eine Mutter ihr Kind zu stark liebt und ihm kein eigenes Leben zugesteht. Liebe ist wichtig, zu wenig ist schädlich, und zu viel davon engt uns ein, aber das richtige Maß, die perfekte Dosierung macht das Leben liebenswert. Die Liebe ist wichtig, um lieben zu lernen. In der Liebe ist alles erlaubt, solange man sie verschenkt und nicht zwanghaft festhält, denn die Leidenschaft stirbt nie. Wer liebt, hat mehr vom Leben. Er wird unter günstigen Umständen zurückgeliebt, ist begehrt und wird von vielen Menschen gemocht. Wer nicht liebt, führt oft ein einsames, kaltes, unterkühltes Leben. Er zieht sich zurück, geht nicht auf andere Menschen zu, und er fühlt sich stets benachteiligt, weil er nicht zurückgeliebt wird. Gefühle sind wirr und mit Worten nicht zu umschreiben. Sie sind jedoch präsent, wir spüren sie, und so spüren wir auch, ob wir geliebt, oder eher gemieden werden. Fakt ist, zuerst muss man sich selber lieben, um andere Menschen zu mögen, sie liebevoll ins Herz zu schliessen, und so ist die Selbstliebe die stärkste Waffe gegen die Einsamkeit, die Ablehnung und die Gier nach unerwiderter Aufmerksamkeit. Selbstliebe ist wichtig, denn sie ist der Grundbaustein für jegliche Liebe im Aussen. Menschen, die sich selber ablehnen, sich zu dünn oder zu dick, förmlich unförmig finden, die an allem und jedem etwas auszusetzen haben, werden es schwer haben, Liebe zu empfangen, weil die Empfängeradresse blockiert ist. Erst wenn man eine Empfangsantenne für die Liebe besitzt, kann man Liebe geben und empfangen. Lieber Besucher, werden auch Sie so eine Empfangsstation für die Liebe, dann haben Sie mehr vom Leben. Die Farbe der LiebeDie Gefühle besitzen Farben, welche den Ausdruck des inneren Eindrucks unterstreichen. Die Farbe der Liebe und der Leidenschaft ist rot, da sie Lust weckt, anregend und aufregend wirkt und uns den Kopf verdreht. Wir kaufen uns rote Dessous, um unserem Partner zu gefallen, verwenden roten Lippenstift für den Kussmund, beissen in den roten Apfel, pflücken rote Rosen als Zeichen der Zuneigung, und wir haben rote Gedanken, wenn wir an die Liebe denken. Rot ist die intensivste Gefühlsfarbe, die Farbe des stärksten Ausdrucks, selbst wenn andere Farben ihr Konkurrenz machen. Bereits in der Natur finden wir Dinge vor, die verführerisch wirken, wie beispielsweise der purpur rote Fliegenpilz, welcher uns berauscht. Die menschlichen Lippen sind von Natur aus rot gefärbt und laden automatisch zum Küssen ein, auch wenn viele Frauen das Rot ihrer Lippen stark betonen, um aufzufallen, um hübsch auszusehen, oder um bloss beim Küssen nicht übersehen zu werden. Herzen sind rot und signalisieren Herzenswärme. Das Blut ist rot und steht für den leidenschaftlichen Lebensfluss. So hat sich die Farbe der Liebe etabliert. Studien haben ergeben, dass die Farbe Rot so aussagekräftig ist, wie ein eindrucksvolles Bild. Keine andere Farbe ist so anziehend, so umstritten und doch so begehrt. Entweder man mag sie, oder man hasst sie, für eine ausgewogene Neutralität sorgt diese Farbe jedoch nicht. Männer fühlen sich von der Farbe Rot wie magisch angezogen, kleben an der Frau, die rot gekleidet ist und himmeln sie an. Frauen fühlen sich oftmals von der Anwesenheit der roten Farbe gestört, wenn sie von einer anderen Frau in Form von eng anliegender Kleidung getragen wird. Da kommt Rivalismus auf, denn keine Frau würde freiwillig ihren eigenen Mann mit einer anderen Frau alleine lassen, die ein rotes Kleid trägt, lange rote Fingernägel besitzt und mit ihren roten Lippen einen Kussmund bildet. Die Waffen einer Frau sind eben scharf. Im Gegensatz zur Farbe Rot ist Rosa unschuldig, wirkt direkt harmlos und unverfänglich. Manche Männer bevorzugen rosa, weil sie damit Stabilität, Freundschaft und das unschuldige Wesen einer Frau in Verbindung bringen. Wenn eine Frau ein rosa Kleid trägt, spürt der Mann den Beschützerinstinkt in sich und umgarnt die Frau liebevoll. Wenn sie ein rotes Kleid trägt, spürt der Mann das Tier in sich und will die Frau unbedingt haben. So geizt er dann nicht mit zweideutigen Verführungskünsten. Wussten Sie, dass pink das neue Rot ist? Pink ist noch greller und wird laut einer Studie noch intensiver wahrgenommen. Und so schafft es die neue Trendfarbe, sich mitten ins Herz der Männerwelt zu bohren, selbst wenn sie nicht mit einem spitzen Pfeil ausgestattet ist. Der Mann benötigt nämlich nur satte 9 Sekunden, um eine Frau in pinker Kleidung wahrzunehmen. Bitte, hier ist der Rivalismus vorprogrammiert. Wie gesund ist die körperliche Liebe?
Seit ewigen Zeiten wissen wir, dass uns eine intakte Sexualität gut tut, auch wenn wir öffentlich nicht darüber reden wollen und das Intimleben zum Tabuthema erklären. Trotzdem sind Sexualforscher durchaus der Meinung, dass Sex die Gesundheit unterstützt. Laut einer Studie kann uns Sex sogar vor Vergesslichkeit und Verwirrtheit schützen. Nach beglückender Liebe fühlen wir uns entspannt, der Blutfluss wird angeregt, der Körper wird gut durchblutet, und dies kommt auch unserem Gehirn zu Gute, es arbeitet besser. Sex kann auch unsere Psyche positiv beeinflussen, da Entspannung Anspannungen auflöst und Stress reduziert. Laut Studien können sich blinde Menschen gut entspannen, gehörlose Menschen leider eher weniger, da die körperliche Liebe in gewisser Weise mit dem Ohr in Verbindung steht. Deshalb sollte man sich beim Liebesakt voll hingeben, genussvoll den Gehörsinn wahrnehmen, denn dies wirkt anregend auf unsere Psyche. Sex fördert die Gesundheit, indem das Immunsystem gestärkt wird. Wenn Stress reduziert wird, kein permanent überschüssiges Cortisol ausgeschüttet wird, kommt der Körper wieder in Balance und reagiert nicht zunehmend entzündet. Das Immunsystem kann arbeiten. Gesunder Sex hängt jedoch von einigen Faktoren ab, die wir leicht vergessen, wenn wir uns der spontanen Euphorie hingeben. Das Gefühl der Begierde und der Liebe ist wichtig, damit die Gesundheit unterstützt wird. Ein ausreichender Schutz ist wichtig, vor allem, wenn man seinen Partner nicht schon jahrelang kennt und in einer Beziehung mit ihm lebt. Nie ohne Kondom, das kann ich mit gutem Gewissen predigen, da man nie weiss, welche Erkrankungen der Partner hat. Wir lassen uns gerne einen AIDS Test zeigen, vergessen aber die weiteren Krankheiten wie beispielsweise Hepatitis, Herpes, oder gewisse Geschlechtskrankheiten. Das Kondom kann Leben verlängern und die Lebensqualität erhöhen. Wir brauchen Nähe und KörperkontaktAktuell stellen wir uns die Frage, wieviel Hautkontakt und soziale Nähe wir nach einer Pandemie brauchen? Im Grunde sind Singles die Leidtragenden, wenn man aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen voneinander Abstand hält. Unser Körper schreit jedoch nach Liebe, besonders nach einer langen Hunger- und Durststrecke. Und auch Menschen in Beziehungen möchten wieder Freunde umarmen, sonst gerät die eigene Partnerschaft ins Wanken, wenn man ständig nur noch am eigenen Partner klebt, wie ein Tesaband, welches alles notgedrungen zusammenhält. Menschen reagieren unterschiedlich auf die Sozialkomponente, und so leiden einige mehr, andere weniger, und manche erleben den zweiten Frühling, wenn der Partner ganz ihnen gehört. Die geheime LiebschaftEine heimliche Liebschaft ist zwar nichts fest Verankertes, dennoch hat sie ihre Berechtigung, da sie prickelnd, aufregend und erregend ist. Sie kitzelt auf und unter der Haut, lässt uns in Tagträumen versinken und macht uns leistungsfähig. Bitte, ich pflege keinerlei intensive Liebschaften, auch wenn ich regelmässig die Nacht zum Tag mache und permanent unter Starkstrom stehe, wenn ich im Büro sitze. Ich gönne mir jedoch meine Tagträume, das reicht mir, um meine imaginären Liebschaften auszuleben. Die Geliebte oder die ZweitfrauDie Geliebte ist eine Frau, welche eine schwierige Besetzung erfüllt, da sie eine Verbindung mit einem vergebenen oder verheirateten Mann eingeht. Wer sich eine Geliebte hält, muss einiges beachten. Wo und wann trifft man sich heimlich mit ihr? Was schenkt man ihr? Wie hält man sie bei Laune? Die Treffen sollten unparfumiert und diskret ausfallen, denn die Ehefrau darf nichts mitbekommen, sonst zerbricht ihr einfühlsames Herz. Moralisch und ethisch ist die Geliebte verwerflich, aber sie kann ganze Ehen retten. Der perfekte LiebhaberWie wird man ein guter Liebhaber? Zuerst sollte man an sich selbst, an seiner Ausstrahlung, seinem Charisma, seiner Persönlichkeit arbeiten. Dann könnte man sich notfalls noch das Kamasutra durchlesen, ein wenig Ahnung in Tantra-Angelegenheiten zulegen, und zum Schluss muss man sich nur noch eine geeignete Frau suchen, die einen Liebhaber als Trophäe in ihr Schlafzimmer stellt, quasi auf Abruf bereitstellt, denn es könnte jederzeit passieren, dass der gehörnte Ehemann kommt, das Liebesspiel beobachtet und ausrastet. Bitte, da bleibt kein Zahn im Mund, da wird gekämpft bis aufs Blut. Früher duellierte man sich, heute lässt man sich scheiden. Übrigens ist die langfristige Liebesbeziehung gefragter als ein Seitensprung, denn bei einer Liebschaft weiss man, mit wem man ins Bett steigt, während ein Seitensprung fast immer eine gewagte Angelegenheit ist. Und Frauen wollen geliebt werden, ein langes, ausgedehntes Liebesspiel geniessen, ohne dass der Lover frühzeitig an seine Grenzen stösst und einfach kommt. Wenn man als Liebhaber keinerlei Ansprüche an die Frau stellt, kann so eine Liebschaft durchaus zum Gemeinschaftsfrieden beitragen, solange sie geheim und diskret bleibt. Viele Liebhaber wollen jedoch erobern und besitzen, was bedeutet, die Frau muss sich vielleicht eines Tages für ihren Liebhaber entscheiden. Je jünger die Dame ist, desto öfters passiert dies. Je älter die Diva wird, umso seltener stellen junge Lover einen Alleinanspruch an ihre Liebste. Was ist platonische Liebe?
Platonische Liebe ist eine Art Sympathie, seelische Anziehungskraft, eine Liebe ohne Körperkontakt, eine verbal angehauchte Liebelei, bei welcher man sich zwar über Sexualität und Intimität austauscht, sich aber körperlich nicht näherkommt. Bewunderung, Fürsorge, Vertrauen, innige Zweisamkeit, dies sind die elementaren Dinge, welche die platonische Liebe ausmachen. Sex, Erotik, das fleischliche Begehren sind zwar unter anderem vorhanden, spielen jedoch keine grosse Rolle. Der Minnesang ist eine Art platonische Liebe, das hohe Lied der Liebe, welches im Mittelalter, in uralten Zeiten praktiziert wurde, wenn ein Mensch niedriger Abstammung einen Adeligen in sein Herz geschlossen hatte. Ich suss uf inem Stine...Diese Liebeslieder, Liebesschwüre und Liebesgedichte gab man von sich, um zu zeigen, dass man verliebt war, jedoch die Angebetete, der Angebetete niemals in unmittelbare Nähe rücken würde. Der Minnesang hat etwas Mystisches an sich, und doch bringt der das Leiden, den Herzschmerz zur Geltung, denn er handelt meist von unerwiderter Liebe, die man trotzdem verschenkt und in seinem Herzen trägt. Wer einen Menschen platonisch liebt, der begehrt ihn nicht unbedingt körperlich, aber seelisch fühlt er sich mit ihm innig verbunden. Er schenkt ihm Aufmerksamkeit, führt tiefsinnige Gespräche mit ihm, bewundert ihn ganzheitlich und gönnt ihm einen tollen Partner. Platonisch kann man mehrere Menschen lieben, sie verehren und wie ein Minnesänger hofieren. Körperlich kann man meist nur einen Menschen lieben, denn laut Studien stumpfen die Leute ab, wenn sie wechselnde Liebespartner haben und lockere Beziehungen pflegen. Oberflächliche Liebe macht krank, tiefe Liebe verzeiht vieles, nahezu alles, und bedingungslos kann man am besten platonisch lieben, denn wenn der Körper ins Spiel kommt, möchte man unter anderem nicht mehr teilen, sondern eher ein Stück des Partners besitzen, und man möchte schon gar nicht zusehen, wie er sich neu verliebt.
Die Liebe im MittelalterDie Liebe boomte bereits im Mittelalter, hemmungslos, auf und unter der Bettdecke, obwohl sie vom kirchlichen Standpunkt aus verpönt war, aber selbst die Priester, und in der Renaissance sogar die Päpste liessen sich in der Lendengegend verwöhnen. Dieses Tabuthema hätte man gerne unter den Teppich gekehrt, und trotzdem existieren Akten und Dokumente, die belegen, wie die Frau im Mittelalter als Wanderhure lebte. Wie sah die Kleidung aus, wie die Verhütung? Was hatten die Frauen von den Frauenwirten zu erwarten? Was verdienten sie damals? Bunte Bänder zierten die Kleidung, und man verdiente nicht viel, aber es reichte zum Überleben. Liebe war auch im Mittelalter käuflich und wurde gerne gekauft. Wie findet man die grosse Liebe?
Im Laufe unseres Lebens begegnen uns zahlreiche kleinere bis mittlere Liebesgefühle, und dreimal begegnet uns die grosse, die wahre, die leibhaftige Liebe. Anfangs denken wir, sie endet nie, bis die nächste Liebe oder die Trennung naht. Die erste Liebe begegnet uns im Jugendalter. Teenager verlieben sich heftig, leiden enorm unter Liebeskummer, wenn es aus ist, und sie erholen sich in manchen Fällen nie richtig davon, weil die erste Liebe immer im Kopf bleibt. Die zweite Liebe ist meistens eine Schwierige, geprägt von Eifersucht, Disharmonie, Streit, Untreue und Nicht-Verstandenwerden. Man liebt und hasst sich, eine Art Hassliebe zieht sich durch den Alltag, und es dauert oft lange, bis man sich trennt. Die dritte grosse Liebe begegnet uns oft unerwartet, mitten im Leben, vielleicht inmitten der Wechseljahre, inmitten der Midlife-Crisis. Wir verstehen erst bei dieser Liebe, warum es vorher nicht funktioniert hat, denn wir sind reifer geworden und haben aus unseren Fehlern gelernt. Mit der dritten grossen Liebe werden wir meist alt und grau, sind immer noch verliebt, teilen Harmonie und Alltag miteinander und bewundern uns gegenseitig bis zum Tod. Allerdings verpassen viele Menschen ihre Liebe, weil sie zu wählerisch sind, zu hohe Ansprüche stellen, sich nicht verlieben können, weil innere Blockaden vorhanden sind, oder weil sie immer wieder dem lodernden Feuer der Verliebtheit begegnen und nicht treu sein können. Es gibt sogar Menschen, die verzichten auf die Liebe, weil die Sterne in ihrem Horoskop gerade schlecht stehen. Wie findet man die grosse Liebe? Wie findet man eine neue Liebe nach einer Trennung? Und vor allem, wie bekommt man Liebe geschenkt? Zuerst müssen Sie Liebe schenken, und dazu brauchen Sie eine Portion dieses Gefühls in sich. Es ist wie mit einer Pflanze. Zuerst muss ein Blumensamen in der Erde verschwinden, damit die Blume wächst und schöne Blüten fürs optische Auge hervorbringen kann. Danach muss die Blume gegossen und gedüngt werden, damit sie lange für die Blütenpracht sorgen kann. Wenn die Blüte dann durch die Frucht ersetzt wird, sieht die Blume zwar nicht mehr so hübsch aus, aber sie erhält eine ganz andere Schönheit, die Schönheit der fruchtbaren Liebe. Und genau so ist es bei uns Menschen. Die Liebe, die man in sich gezüchtet hat, verschenkt man weiter und bekommt von überall her viel Liebe geschenkt, je mehr man gibt, desto mehr erhält man zurück. Liebe ist kein Kassenbon, den man für eingekaufte Liebesdienste erhält, denn diese Art ist eine Illusion. Bitte, sogar hier bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Dienstleistung der Liebe nicht auch eine Liebe darstellt, denn für manche Menschen ist es ein machbarer Lebensweg. Sie bemerken schon, die Liebe ist so facettenreich, sie kennt keine kopfbetonten Grenzen. Die erste grosse LiebeDie erste Liebe vergisst man nie. Der erste Kuss prickelt selbst dann noch auf der Zunge, wenn man längst mit einem anderen Partner verheiratet ist, Kinder und Enkelkinder hat, und sich das uralte Fotoalbum ansieht. Die erste Liebe ist so heftig, dass man sich nach Jahren und Jahrzehnten noch einmal verliebt, wenn man den Partner aus längst vergangenen Jugendzeiten im Laufe des Lebens wieder trifft. Diese Liebe bewahrt sich einen ewigen Platz im Herzen, und das ist gut so, denn sie ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, der erste Teil des Erwachsenwerdens, und sie prägt in gewisser Weise unser Liebesleben. Liebe finden mit positiver LebenseinstellungWie findet man nun seine nächste grosse Liebe? Zuerst müssen Sie sich selbst lieben, denn nur wer sich mag, kann auch positive Gefühle anderen Menschen entgegen bringen. Bitte, wenn es für Sie ein Kraftakt ist, sich selber zu lieben, dann probieren Sie es täglich mehrmals mit der folgenden Affirmation: Ich liebe mich, und ich liebe alle Menschen, und alle Menschen lieben mich, weil ich mich liebe. Ich ziehe die Liebe an wie nasses Laub. Juhu. Wenn Sie sich lieben, begegnen Sie anderen liebenswerten Menschen, denn dann ist Ihr Kanaldeckel dafür offen, sodass prickelnde Gefühle durch den Liebeskanal gelangen. Manchmal ist man ja derart in seinem Tunnelblick des gestressten Alltags eingeschlossen, dass man die Liebe erst gar nicht bemerkt. Die grosse Liebe muss nicht immer ein Mensch des gegenteiligen Geschlechts sein. Man kann die grosse Liebe auch in einer guten Freundin finden, in einem alten Bekannten, denn sie ist nicht auf den lustbetonten Körper reduziert, der vor Begierde den Blick für das Wesentliche verliert. Die Liebe zu Menschen, denen man seelisch nahe steht, ist genau so gross, grossartig und überdauert manchmal viele Hürden und stressreiche Zeiten. Ach ja, auch Männer lieben Männer, und Frauen lieben Frauen. Als ich einst zu Silvester die Anna kennenlernte, eine Freundin meiner Freundin, da tanzten wir die ganze Nacht eng umschlungen ins neue Jahr hinein. Als sie mich küsste, erschrak ich zuerst, denn diesen erweiterten Horizont kannte ich noch nicht. Und so lies ich meine begrenzte Gefühlswelt fallen und bewunderte die Anna, zumindest bis zum nächsten Tag. Die gegenseitige grosse LiebeWie wichtig ist es zu lieben und geliebt zu werden? Wir leben und entstehen durch die Liebe, wir gedeihen mit und in ihr, und wir nagen wie ein hungriges Tier an ihr. Liebe ist ein wertvolles Gut, mit welchem man nicht spielen sollte. Sie ist wunderschön und hat es verdient, in vollen Zügen ausgelebt zu werden, solange man dabei niemanden verletzt. Liebeskummer ist nämlich eines der schlimmsten Gefühle, die man haben kann, und es gab bereits Menschen, die daran zerbrachen. Trotzdem kommt man unter Umständen in die missliche Lage, sich entlieben zu müssen, und hier helfen gute Freunde, Schokolade und die Zeit, die fast alle Wunden heilt. Manche Menschen werden durch ihren Liebeskummer sogar schöner, weil sie sich selbst viel gönnen. Zuneigung - Der Türöffner für die grosse LiebeWie findet man die grosse Liebe? Wer liebt, der lebt, und wer nicht liebt, der ist wahrscheinlich ein Griessgram. Die Liebe hat viele Gesichter, und das eindrucksvollste ist die pure Hingabe, die Zuneigung zu Menschen und Dingen. Wir leben vor allem die körperliche Liebe aus, die uns in Schwung bringt. Guter Sex ist wichtig. Er versüsst uns den Tag, stärkt das Immunsystem und regt das Dopamin im Körper an. Die platonische, tiefgründige Liebe ist jedoch genauso wichtig, da man sie unerwidert zu allem und jedem haben kann. Wie liebt man richtig? Wichtig beim Lieben ist, dass die Chemie zwischen zwei Menschen stimmt, dass man eine tiefe Zuneigung füreinander empfindet, dass die Seele glücklich ist, und dass man miteinander glücklich ist. In der Liebe ist fast alles erlaubt, und trotzdem sollte man nur positive Gedanken und Handlungen hineinlegen, damit sie blüht und gedeiht. Sie wächst, wenn man sie verschenkt, und sie stirbt, wenn man sie erdrückt und unbedingt haben will. Wie liebt man leidenschaftlich? Zuerst muss man sich selber lieben, seinen Körper mögen und ihn akzeptieren, seine Gedanken liebevoll sortieren, und erst dann kann man einen Partner lieben. Wichtig ist, dass man Gefühle und Nähe zulässt, das Intimleben als etwas Schönes wahrnimmt, Verantwortung übernimmt, bindungsfähig ist und nicht gleich beim ersten Streit wegrennt. Man muss den Partner bewundern, ihn samt seinen Macken lieben, und man sollte mit ihm alt werden wollen. Wahre Liebe ist bedingungslosDie bedingungslose Liebe ist die wohl am höchsten geschätzte Leidenschaft, die oft mehr Leiden schafft, als dass sie uns entfaltet. Sie fordert und will nichts, sie lebt aus ihren reinen, unschuldigen Wurzeln heraus und urteilt nicht. Bereits Jesus hat uns gelehrt, wie man bedingungslos liebt, indem er uns seine Vorstellungen von liebenden Aspekten vorgelebt hat. Bis heute hat die Menschheit nicht aufgehört zu lieben, auch wenn man dies unter den Müllbergen von Aktien und Managergehältern nicht sieht. Als ich einst einen Mann bedingungslos liebte, empfand ich sogar solidarische Freude, als er sich für eine andere Frau entschied. Bitte, wir telefonierten noch eine Weile miteinander, da ich seine erotische Stimme so liebte, bis ich ihn aus den Augen, aus den Ohren, aus dem näheren Umfeld verlor, weil ich umzog, um endlich wieder ein wenig egoistischer zu werden. Bis heute habe ich ihn jedoch nicht aus dem Sinn verloren, und immer wenn ich in München bin, denke ich an Alexander aus Germering, der wahrscheinlich erotischste Mann Deutschlands. Liebe ist die Vertiefung der VerliebtheitLiebe ist die Weiterentwicklung der Verliebtheit. Wenn die Schmetterlinge im Bauch nicht mehr fliegen, sondern sich einen stabilen Ruheplatz aussuchen, auf dem sie meditieren können, entsteht aus der unausgereiften Blüte die reife Frucht, welche man im Alltag ernten kann, wenn man mit seinem Partner durch dick und dünn geht. Es ist ein Gefühl, welches bei guter Pflege wächst und gedeiht, bei Vernachlässigung jedoch stirbt. Trotzdem stirbt nicht jede Liebe ab, denn es gibt Menschen, die lieben ihren Partner bedingungslos, lassen sich alles gefallen, bleiben bei ihm, auch wenn er sich unmöglich verhält, und so kann aus einer ungesunden Liebe heraus eine Art Hörigkeit oder gar Hassliebe, begleitet von brodelnder Eifersucht entstehen. Regeln sind tabu. Da fliegen die Fetzen, wenn der Rosenkrieg ausgerufen wird. Alte Liebe rostet nicht
Liebe kann uralt sein, sie rostet nicht. Sind Sie schon einmal in die Verlegenheit gekommen, einer alten Liebe zu begegnen? Man sagt ja, alte Liebe würde nicht rosten, aber oft ist das Gegenteil der Fall. Wenn fast ein viertel Jahrhundert und mehr Zeit zwischen der alten Liebe und dem neuen Leben liegen, kann es sein, dass man einem alternden Menschen gegenübersteht, der seine äussere Attraktivität verloren hat. Die Nostalgie der Vergangenheit, die Romantisierung verflossener Jahre ist nämlich ein Hund, der nie zu bellen aufhört. Man hat einen durchtrainierten Mann im Hinterkopf, blauäugig, blond, mit charmantem Lächeln, weissen Zähnen, einem Sixbag am Bauch, und dann begegnet man einem alten Mann, der grau-blonde Haare, behandelte Zähne, vielleicht bereits Geheimratsecken an den Schläfen, einen Bärenbauch und einen vor Faulheit strotzenden Körper besitzt. Bitte, da kann man nur noch auf die innere Attraktivität hoffen, welche aber oftmals unter dem Stress des Lebens vergraben liegt und erst wieder ausgegraben werden muss. Ich traf meine alte Liebe wiederIch war einst Hals über Kopf in einen Hotelier verliebt, der mir in Salzburg im Aya-Bad über meinen halbnackten Oberkörper gelaufen ist. Zu dieser Zeit war ich jedoch mit einem Autohändler aus Deutschland tief verbunden, und so verlor ich den Hotelier aus den Augen. Drei Jahre später trafen wir uns im Aya-Bad wieder. Der Hotelier hatte seinen Beruf an den Nagel gehängt, trug plötzlich lange Haare, einen Vollbart, ein buntes Hawaii-Hemd, und er meinte, er sei jetzt Aussteiger geworden, weil ihm meine Erzählungen über das spanische Zigeunerleben so gut gefallen hatten. Ich erschrak und dachte, das spanische Leben a la Dolce Vita hätte ich ihm doch lieber vorenthalten, das tut nicht jedem gut. Und neulich begegnete ich auf einem meiner Recherchezüge im Internet meinem alten Klassenlehrer aus dem Gymnasium, den ich wirklich bis unter jede Hautpore hinein anhimmelte und tief verliebte Blicke zugeworfen hatte. Inzwischen ist er ein alter, oh Verzeihung, ein reifer Mann geworden, dessen Lebensgeister jedoch noch nicht ganz entschwunden sind. Womöglich ist er noch attraktiv genug, um meine damaligen, zart beseelten Gefühle erneut zu wecken, aber ich fürchte, ich habe mich weiterentwickelt. Ich stehe jetzt auf erotisierende Männer, welche experimentelle Liebkosungen bevorzugen, aber so einen Mann muss ich mir erst backen. Auf Facebook begegnete ich meinem damaligen Ex-Lebensabschnittspartner wieder, mit dem ich einst durch Spanien fuhr, im Schlafsack übernachtete, für den ich die Schule schwänzte, mir tausend Entschuldigungen ausdachte, vor lauter Entschuldigungen schon ganz krank war, mich irgendwann krank fühlte, und endlich nach meinem Abitur zur Ruhe kam. Für ihn ging ich nach Frankfurt, obwohl ich längst in Berlin sein wollte, und nach der Trennung studierte ich dann doch in Salzburg, weil Berlin auf mich wartete. Als ich nach München zog, trafen wir uns einmal wieder, und ich war damals schon der Meinung, es war die richtige Entscheidung, mich von ihm zu trennen, weil wir einfach zu verschieden waren. Und plötzlich, nach 25 Jahren, wie aus dem Nichts heraus, trafen wir uns auf Facebook wieder. Er war mittlerweile 65 Jahre jung, ich 45 Jahre alt, also ergänzten wir uns prima, am Telefon auf jeden Fall. Graue Haare, Geheimratsecken, aber immer noch diese schöne Bräune am Körper, so sah er aus. Genaugenommen hatte er sich kaum verändert, wenn die Falten im Gesicht nicht wären. Damals mit meinen zart beseelten 20 Jahren verliebte ich mich in einen schwarzhaarigen, durchtrainierten Macho, tief gebräunt, immer einen lockeren Spruch auf der locker sitzenden Zunge, obwohl ich auf blonde Männer stand und meinen Klassenlehrer nach wie vor anhimmelte. Und auf Facebook traf ich einen etwas schüchtern wirkenden Mann an, der sogar meine in Szene gesetzte Rose samt Dorne bewunderte. Wie romantisch. Alte Liebe altert zeitgemässBitte, ich stand immer schon auf etwas ältere, reifere Männer, da ich auch den älteren, reiferen Wein bevorzuge, weil ein simple gestrickter Tischwein nach kurzer Lagerung metallisch schmeckt. Junge Männer müssen noch reifen, alte Männer wissen, was sie wollen, obwohl sie sich manchmal überschätzen. Ich sage Ihnen, lieber Besucher, wenn das Zahnrad der Zeit erst einmal eine gewisse Zeitspanne überwunden hat, schlägt kein Puls mehr so hoch, dass Schmetterlinge diesen Pulsschlag umkreisen könnten. Alte Liebe rostet doch. Und bis mich jemand vom Gegenteil überzeugt, dem ich nach Jahrzehnten wieder über den Weg laufe, bleibe ich meiner Meinung treu. Allerdings gibt es Menschen, die treffen ihre alte Liebe wieder und das Feuer entflammt erneut. Manche heiraten sogar ihre verflossene Liebe, die inzwischen Anwalt oder Arzt geworden ist. Bitte, hiermit erhöht man sogar sein Prestige. Ich kaufe mir einen Doktortitel, bevor ich einen Doktor heirate. Wenn ich allerdings meinem früheren Klassenlehrer aus dem Gymnasium begegnen sollte, weiss ich nicht, ob alte Liebe rostet, selbst wenn die letzte Raupe im Bauch an Altersschwäche gestorben ist. Da rettet mich nur die Vorstellung, er könnte graues, schütternes Haar, Gesichtsfalten und schiefe Zähne haben. Bitte, so dumme Zufälle gibt es nicht, denn ich verirre mich selten nach Lienz zurück. Wie liebt man leidenschaftlich?
Wie liebt man leidenschaftlich bis lustvoll, stöhnend bis explosiv, aufregend bis hoch motiviert, einfach richtig bis perfekt? Frauen bevorzugen die Gänseblümchen-Variante, Männer die harte Tour, wobei der Mann dieses Phänomen eher in seinen Träumen auslebt. Wir dürfen die vielen mentalen Liebesarten nicht vergessen, beispielsweise die platonische Liebe, welche ausschliesslich im Kopf stattfindet und den Minnesang als oberstes Gebot ansieht. Die Liebe ist ein grossartiges Gefühl, welches im Herzen, im Bauch und sogar im Kopf prickelt. Das Liebesgefühl wird übrigens immer stärker, wenn man es verschenkt. Manche Paare übertrreiben es und glauben, Liebe zu Dritt ist machbar, bis sie sich entzweien, weil der Dritte den zweisamen Bund stört. Und in manchen Ehen findet man genau in dieser Variante sein Glück. Lieben kann man bis zu einem gewissen Grad lernen, wenn man sich öffnet und Gefühle zulässt. Die reine Körperlichkeit, die optisch verführerische Leidenschaft und die seelische Verbundenheit, die mentale Kraft, die innere Bewunderung und Wahrnehmung müssen übereinstimmen, wenn man seinen Partner liebt. Bei der platonischen Liebe muss die seelische Komponente stimmen, damit man Sehnsucht nach dem einen, individuellen Menschen bekommt, mit ihm gerne zusammen ist und mit ihm sein Leben teilt. Erfahrung in der LiebeErfahrung in der Liebe kann hilfreich sein, denn dann weiss man wenigstens, wo es entlang geht, wenn man den Weg sucht, den man nicht alleine beschreiten kann, es sei denn, man gönnt sich ein Schäferstündchen in intimster Einsamkeit. Männer lieben es, wenn die Frau eher unerfahren ist, denn dann können sie zeigen, was sie drauf haben, wenngleich nicht jeder Mann ein Sexgott ist. Frauen lieben in der Regel eher erfahrene Männer, da sie sich bei ihnen geborgen fühlen. Besonders die jungen Frauen mögen ältere Männer, die ihnen zeigen, wie die Liebe funktioniert. Und die reife Dame liebt den jungen Mann, notfalls den Gigolo, den sie anleiten kann, der jedoch potent wie zehn grüne Potenzgurken ist, immer kann, standhaft bleibt und mehrmals hintereinander kommt. Der junge Mann liebt die reife Dame, da er bei ihr etwas lernen kann, und der alte Mann sucht sich ein junges Püppchen, welches er vorzeigen, hofieren und begehren darf. Bitte, in der Liebe ist alles möglich, Hauptsache man liebt sich. Die bedingungslose LiebeDie bedingungslose Liebe verlangt nichts, keine Gegenliebe. Sie ist da, erfreut sich an der puren Präsenz des Partners, oder sie schweift gedanklich durch den Raum, wenn man an den geliebten Menschen denkt. Sie ist wie eine gut gepflegte Blume, duftet süss und sieht wunderschön aus. Die bedingungslose Liebe ist jedoch sehr sehr selten, denn man erfreut sich ihrer sogar, wenn der Partner sich neu verliebt, da man dem geliebten Menschen sein neues Glück gönnt. Lieben zu lernen bedeutet, sich selbst zu lieben, dann ist man auch fähig, andere Menschen zu lieben. Der eigene Körper ist ein Schatz, von der Natur mit allem ausgestattet, was er braucht, und von uns selbst liebevoll gepflegt, sodass wir ihn bedingungslos lieben können. Wer andauernd an sich selbst, seiner Figur und seinem Aussehen etwas auszusetzen hat, wird auch an anderen Menschen laufend Fehler und Makel sehen. Wer mit seinem Körper zufrieden ist, mit sich in einer innigen Balance lebt, wird auch an anderen Menschen nur Schönheit und Attraktivität sehen. Oberflächliche GefühleWer oberflächlich liebt, der schätzt und begehrt das optische Bild eines Partners, die Ästhetik, die Attraktivität, den jungen, makellosen Körper, das zart beseelte Fleisch, Brüste, Po, die pralle Weiblichkeit, die stramme Männlichkeit. Stellen Sie sich vor, Sie besitzen einen perfekten, teilweise chirurgisch optimierten Körper, die Brustimplantate, Poimplantate und Bauchimplantate sitzen an den richtigen Stellen, Sie lernen einen Partner mit ebenso perfektem Körper kennen, und irgendwann lässt die Schwerkraft derart grüssen, dass nichts mehr zu retten ist. Ihr Partner hat Glück, sein Körper verfällt langsamer, er verlässt Sie und lästert über Ihren Körper. Dieses Gefühl ist schrecklich, und niemand möchte es am eigenen Leib spüren müssen. Deshalb sollte auch niemand über andere Leute lästern, sondern jeden Menschen so annehmen, wie er gebaut ist. Die oberflächliche Liebe kann grausam enden, sie hat nämlich ein Verfallsdatum, wenn der Körper abläuft und nur die Seele überlebt. Mit dem Herzen fühlenWer tief und innig liebt, der liebt mit dem Herzen. Wir verlieben uns nicht in perfekte Körper, es sei denn, wir beschliessen, in der brillanten Oberflächlichkeit zu leben. Wer dies möchte, muss wissen, dass er ein Ablaufdatum besitzt. Wir lieben im Grunde Seelen, möchten auch im Alter noch geliebt werden und sind glücklich, wenn wir einen Menschen finden, der unsere Seele und nicht nur unseren Körper alleine liebt. Körperliche Liebe verleiht uns Hochgefühle im Bauch, in der Lendengegend, auf der prickelnden Haut. Tiefe, innige Liebe verleiht uns neben diesen Gefühlen zusätzlich noch Hochgefühle in der Seelengegend, im Herzen, und die Seele hat kein Ablaufdatum. Wir sollten einen gesunden Zugang zu unserer Intimität bekommen, sie nicht tabuisieren und verdrängen, sie aber auch nicht öffentlich am Präsentierteller servieren, nur um Geld zu verdienen. Die verkaufte Illusion ist nämlich keine Liebe, die Bestand hat, auch wenn dieses Gewerbe samt all seinen Vermarktungsmöglichkeiten so alt wie die Menschheit selbst ist. Nur wer fähig ist, richtig zu lieben, findet einen Partner fürs Leben, findet nachhaltige Erfüllung am Körper und im Herzen. Lieben lernen heisst, geniessen, Gefühle und Streicheleinheiten austauschen, sich selbst und den Partner akzeptieren. Was bedeutet es zu lieben?Die Liebe ist emotional und hat viel mit Suggestion zu tun, da man sie unbewusst und bewusst wahrnimmt. Wenn man suggeriert bekommt, dass man sich auf einem Event, auf einer Party verliebt, dann stehen die Chancen hoch, dass dies eintritt. Wenn man suggeriert bekommt, dass die Farbe Rot die Liebe definiert, dann stehen die Chancen gut, dass man sich verliebt, wenn man etwas Rotes trägt. Liebe ist eine Fähigkeit, die man im Gehirn entwickelt, denn Experimente haben gezeigt, dass Kinder, die zu wenig geliebt wurden, im Erwachsenenalter kaum fähig sind, lieben zu lernen. Es gibt Menschen, die rein wissenschaftlich gesehen über kaum existentielle Liebesfähigkeit im Gehirn verfügen, und es gibt jene, die davon fast zu viel haben, sodass sich ein altruistisches Helfersyndrom daraus entwickelt. Liebe entsteht im Kopf. Deshalb kann es möglich sein, einen Partner durch mathematische Algorithmen oder durch psychoanalythische Matches zu finden. Hier sind sich die Wissenschaftler aber noch nicht einig, ob und wie dies funktioniert. Liebe ist hormongesteuertFakt ist, je nach hormoneller Ausprägung finden sich Partner gleicher Strukturen oder Gegensätze, die sich anziehen. Der Serotonin-Typ liebt es konservativ, direkt spiessig, bodenständig und gut durchstrukturiert. Er sucht sich gerne Gleichgesinnte mit ähnlichem Serotoninspiegel. Der Dopamin-Typ liebt es aufregend, experimentierfreudig, feurig heiss, leidenschaftlich und lustbetont. Er ist kreativ, abenteuerlustig und wechselhaft, und er sucht sich gerne einen Partner mit ähnlich hohem Dopaminspiegel. Der Östrogen-Typ liebt den Testosteron-Typ und umgekehrt. Menschen mit hohem Testosteronspiegel sind sexuell sehr aktiv, sie sind die Macher der Nation, während der Östrogen-Typ romantisch, weiblich angehaucht und verspielt ist. Selbstliebe macht uns jüngerWer sich selbst liebt, wirkt nicht nur jünger, er ist es auch. Eine Studie hat ergeben, dass man sich mehrmals in der Woche selbst lieben sollte, besonders dann, wenn man keine intakte Beziehung mit ausschweifendem oder zumindest befriedigendem Sexualleben führt. Zwei weibliche Promis, beide zusammen sind sie weit über 100 Jahre alt, schwören auf die körpereigene Selbstliebe. Ihr biologisches Alter ist laut Biofeedback je 25 Jahre jung, wobei dann beide zusammen 50 Jahre alt sind. Und so zeigt die Studie, wer täglich masturbiert, sich und seinem Körper die nötigen Streicheleinheiten gönnt, die Höhepunkte geniesst und vollkommen entspannt ist, führt ein jugendliches Leben, fit und frei, vital und dynamisch, wie ein junges Pferd, dessen Trieb so lange lebt, solange es jault. Die meisten Religionen verteufeln die Selbstliebe, sodass man sich kasteien muss, am besten mit Schokolade, das tut weniger weh. Nur wenige Religionen erlauben es, sich und seinen Körper zu verwöhnen, und die allermeisten Kirchen verlangen Dehmut, Gehorsam und Nächstenliebe anstatt Eigenliebe. Nächstenliebe macht uns auch jung und dynamisch, wenn man sie genussvoll auslebt, aber dazu gehören immer mindestens zwei Leute, wenn man nicht gerade aus Uneigennützigkeit handelt und nur seinem Gegenüber etwas Gutes tut. Bitte, selbst das verjüngt uns, wenn wir hierbei glücklich sind. Fakt ist, die reine Selbstliebe macht uns nicht jung genug, da kann man noch so oft an sich selbst Hand anlegen. Es sind die Gene, die richtige Ernährung, der ideale Sport, der Erfolg im Leben, der ausreichende Schlaf und die Entspannung der Seele, welche uns wirklich jung hält. Die Selbstbefriedigung ist nur ein zusätzlicher, jedoch nicht zu verachtender Teil, der dazu beiträgt, die Jugend in sich zu beherbergen.
Das aufregende LiebeslebenWie führt man ein prickelndes, feurig aufregendes Liebesleben? Freundschaft Plus ist für Singles eine gute Idee, Erotikprodukte, eventueller Partnertausch, Swinger-Clubs, Pärchenclubs, gemeinsame Abende vor dem Kamin, das ist das Idealrezept für Paare, aber man muss auf gleicher Wellenlänge schwimmen, denn sonst schwappt die Welle über, falls einer der Partner eher monogam leben will und Swinger ablehnt. Man sollte viel Erfahrung in der Liebe mitbringen, vieles ausprobieren, experimentieren, solange die Schmerzgrenze nicht überschritten wird, dann kann man sein Liebesleben abwechslungsreich gestalten. Für manche Paare ist jedoch der gewohnte Sex samt Streicheleinheiten Aufregung genug, und ich muss sagen, eine Langzeitbeziehung ist etwas Wunderschönes, da gibt es täglich Aufregung genug, wenn der Partner das letzte Brötchen wegnascht. Wie führt man ein aufregendes, unter der Haut prickelndes Liebesleben, und wie peppt man die eingeschlafene Liebe auf? Das Liebesleben ist eine intimst ausgelegte, private Angelegenheit, mit welcher man grundsätzlich nicht hausieren geht. Wenn sich zwei Kumpels am Biertisch gegenüber sitzen und schweigend ins Gespräch vertieft sind, plaudern sie höchstens ihre Abenteuer, Liebschaften und coolen, prickelnd ausartenden Bettgeschichten aus. Und wenn sich zwei beste Freundinnen im Restaurant gegenübersitzen, plaudern sie über die Missstände im Bett, über ihre lieblosen, sexhungrigen Männer, über zu wenig Kuscheln und Küssen, und dann küssen sich die Freundinnen, kuscheln miteinander, nehmen zusammen ein Vollbad und holen die verlorene Liebe nach, welche ihre Männer ihnen nicht geben. So manch ein Liebesleben ist turbulent, mit wechselnden Partnern bestückt, treulos hungrig nach Sex, sexueller Aufregung und Anregung, und so manch anderes Liebesleben ist eher langweilig bis monoton, aber ich könnte schwören, die Monotonie ist oft die längerfristige, bessere Wahl. Wenn man im mild plätscherndem Gewässer der Ehe, oder im Hafen der Beziehung angekommen ist, kann die Liebe tiefe Wurzeln schlagen, in die Breite, in die Höhe und in die Tiefe wachsen, was auch aufregend sein kann. So gestalten Sie Ihr Liebesleben aufregendWer sein Liebesleben in einer Beziehung aufregend gestalten will, der sollte den Weg ins Erotikshop nicht scheuen, denn zu zweit zwischen Dessous, erotischer Kleidung und Sexspielzeug zu wühlen, kann so aufregend sein, dass man zu Hause übereinander herfällt, ohne den Weg ins Bett zu beschreiten. Da liebt man sich dann bereits im Flur, an die Wand gelehnt oder am harten Fussboden. Wer als Single sein Liebesleben aufpeppen will, der legt sich am besten eine Freundschaft Plus zu, denn dann vertraut man einander, man kennt sich, trinkt nachher einen leckeren Kaffee mit Schaum zusammen, und vorher steigt man miteinander in die Liebeskiste. Wildfremde Liebeskontakte sind nur etwas für Hartgesottene, denn hier fehlt das Vertrauen, also da braucht man zwingend ein Kondom, am besten ein Ganzkörperkondom. Wie peppt man sein Liebesleben auf?Paare in einer Langzeitbeziehung kommen in die Jahre, seelisch, egobetont, körperlich, und so bleibt irgendwann die Attraktivität aus, weil man sich nicht mehr aufbrezelt. Viele Paare lassen sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gehen, stylen sich nicht mehr, waschen ihre Haare nur noch, wenn ein Event ansteht, und sie meiden das Duschwasser und sagen, das Klima sei schuld, es muss Wasser gespart werden, um den Planeten zu schützen. Stinkend will man sich jedoch nicht gegenseitig verwöhnen, auf keinen Fall französisch miteinander kommunizieren, quasi sich gegenseitig oral befriedigen, denn da unten sollte man möglichst gut riechen und lecker schmecken. Bitte, ich bin kein Kanibale, aber ich bevorzuge das zärtliche, mittelharte bis hart saugende Liebesspiel in der Lendengegend, non verbal, französisch angehaucht, da es unendlich befreiend sein kann, wenn man sich gegenseitig fast auffrisst. Eine Paartherapie könnte für so manches Langzeitpaar eine Lösung sein, aber auch der Slowsex kann hilfreich sein, wenn man sich liebt, liebkost und ineinander einschlafen will. Kleine Aufmerksamkeiten, ein gepflegtes Äusseres, ein Minimum an Sport, kleine Liebesbotschaften, der liebevolle, zärtliche Umgang miteinander im Alltag, all das kann helfen, den Sex wieder anzukurbeln. Allerdings sind spontane sexuelle Aktivitäten in einer Langzeitbeziehung eher nicht zu empfehlen, und sie stehen nicht unbedingt an der Tagesordnung. Trotzdem sage ich, man sollte es doch einmal versuchen, ganz spontan seinen Langzeitpartner sexuell zu stimulieren, es könnte wieder neuen Pepp ins Liebesleben bringen. Eine Frau meinte einmal, die Türe des Schlafzimmers würde klemmen, und sie kann keinen Sex mit ihrem Mann mehr haben, weil die Kinder das beobachten könnten. Als der Mann die Türe reparierte, war sie stinksauer und meinte, er will immer nur Sex. Bitte, vielleicht hilft so manch eingerostetem Paar eine Paartherapie, oder man verabredet sich für den Liebesakt, dann kann man sich vorab schon einmal mental darauf vorbereiten. Meine Erfahrungen in der Liebe
Eine geraume Zeit meines Lebens verbrachte ich in Aus- und Weiterbildung, wobei ich das Wort Bildung nicht drastisch ernst nahm, das Wort Liebe jedoch täglich in meinen Alltag integrierte. Man lernt nie aus, wenn man sein Gehirn als Muskel ansieht, der trainiert werden will, damit er sich nicht rückwärts entwickelt. Und man liebt, solange man die Welt als edlen, gut duftenden Rosengarten betrachtet, dessen Dornen zwar stechend vorhanden sind, jedoch von der Pracht der jugendlichen Blüte umgarnt werden. Meine letzten beiden Jahre der Grundschulzeit hindurch hegte ich zarte Liebesgefühle zu meinem Religionslehrer, der diese hauchdünnen Gefühle nicht wahrnahm und mir Gott sei Dank nur das stille Gebet nahelegte, und so betete ich vergebens, diese Frucht möge sich wenigstens in einem Kuss entfalten. Und da ich meinem Religionslehrer nie näher kam als ein Schützling, der die Schulbank drückte, suchte ich mir ein anderes Liebessubjekt. Ich tröstete mich damit, den klassenbesten Schüler anzubaggern, was mir jede Menge Spott und Hohn bescherte. Er war nämlich nicht an mir interessiert. Ich liebte nicht nur die Liebe, ich liebte auch die Atmosphäre des Lernens, und so wollte ich Lehrerin werden, sobald ich gross genug war, um ein Lehrerpult auszufüllen. Schnell begriff ich jedoch, dass mein Persönlichkeitsprofil nicht für den Lehrerberuf taugte, und meine Interessen vervielfältigten sich. Plötzlich wuchs die Liebe zu Sprachen in mir heran, und ich belegte einen Italienischkurs, der mich direkt in die Arme eines willigen Italieners trieb. Mit ihm erlebte ich einen meiner heissesten Urlaube, wobei die Hitze der Sonne nicht das Einzige war, was mein Herz wärmte. Nur meine Tante Rosa zwang mich in die Knie, indem sie mir nahelegte, meine Unschuld zu behalten und mit ihren Adleraugen ein mahnendes Auge auf mich warf, Gott sei Dank. Wenn man als Teenager die zarte Blüte der Liebe entdeckt, bleibt sie zumeist beim Händchenhalten und geht nicht unbedingt in einen Zungenkuss über, da man seine Zunge zum unentwegten Plaudern benötigt, wenn die überschiessenden Hormone im Körper Tango tanzen und die Sommersonne ganze Löcher ins Hirn hinein brennt. Ich erlebte in meinem grenzenlosen jugendlichen Leichtsinn auch einmal ein begrenztes, nicht direkt angenehmes Ereignis, welches meine Liebeslust dämpfte. Der Vorfall brachte mich auf die Couch eines guten Psychiaters, auf welcher ich mein Erlebnis verdaute. Wenn eine Frau, mag sie auch noch so jung und knackig sein, Nein sagt, dann meint sie auch Nein. Da hat kein Mann, mag er auch noch so wild und unkonventionell sein, das Gegenteil hinein zu interpretieren. Im Gymnasium liess ich mich nicht oft blicken, und doch hatte meine seltene Präsenz immer Auswirkungen. Ich verliebte mich in meinen Klassenlehrer, und da ich mir sicher war, so etwas würde im Disaster enden, behielt ich meine wirren Gefühle für mich und schmachtete meinen Professor nur dezent, unbemerkt aus der Ferne an. Das war kein Problem, denn ich belegte eine der hinteren Sitzplätze. Ich belegte sogar das vertiefende Wahlfach Geographie und Wirtschaft, ganz ohne Sinn, nur wegen ihm, obwohl ich wusste, dass die Topographie immer ein Fremdwort für mich bleiben würde. Bis heute kann ich keine Landkarten lesen, aber ich lebe trotzdem noch. Es überkam mich auch die Liebe zur Literatur, begleitet von ausschweifender Begierde zu meinem Deutsch-Professor, die mich wie eine Minnesängerin hinter meinem Schülerpult festkleben liess und meinen verliebten Blick ans Lehrerpult fesselte, sobald er die Klasse betrat und vorne stand. Manche Leute besitzen so ein grosses Herz, da haben zwei Lieben darin Platz. Vier Jahre lang himmelte ich meine zwei Professoren derart dezent an, dass man davon nicht den Hauch einer öffentlich werdenden Begierde spüren konnte. Die Kunst, einer heimlichen, unerwiderten Liebe nicht auf die Pelle zu rücken ist es, das Subjekt seiner Begierde aus der Ferne anzuhimmeln, sodass der Minnesang sein Lied wie eine hauchdünne, fast transparente Blüte öffnen kann, aus der niemals der reale, verführerisch anmutende Nektar geschlürft, sondern nur der verführerische Duft des Verbotenen wahrgenommen wird. Im Mittelalter wäre ich als Minnesänger vor die Hunde gegangen. Mein Abitur schaffte ich trotz aller Liebesergüsse, obwohl böse Zungen behaupten, ich hätte mich nicht genügend angestrengt. Volle drei Tage und drei Nächte hindurch presste ich das gesamte Abiturwissen in meinen Kopf, der wie ein hoch explosiver Schädel dampfte. Der letzte Energy-Drink, den ich in mich hinein schüttete, hielt mich so lange auf den Beinen, bis ich die letzte mündliche Prüfung überstanden hatte. Meine damals vorhandene Intelligenz und die Gabe des Extrahierens erforderten erstaunlicherweise keinen intensiveren Lernaufwand, als jenen, den ich in meiner jugendlich, geistig umnachteten Pracht aufbrachte. Der Abschied war kurz und schmerzlos. Ich verabschiedete mich nacheinander von meinem Deutsch-Professor, gefolgt von meinem Geographie-Professor, stellte mir imaginär vor, beide zum Abschied zu küssen, gab ihnen dann jedoch nur die Hand und verschwand. Ich verschwand kusslos nach Spanien, obwohl ich es bis heute bereue, meine zwei Lieblingsprofessoren nicht geküsst zu haben. Wer weiss, wie schlecht die küssen, dieser Gedanke entschädigt mich für alles. In Spanien lernte ich einen Aussteiger, einen Lebenskünstler kennen, der es verstand, mich als Kult-Kunstwerk zu vermarkten, bis meine Fassade zu bröckeln begann. Ich lernte auch einen Franzosen kennen, der mir Französisch beibrachte, in Wort und Technik, wobei ich bis heute die Technik besser beherrsche als die Sprache. Und als mich Spanien satt hatte, weil ich das Land in Verruf brachte, zog es mich wieder in die Nähe meiner Heimat, ins direkte Nachbarland. Mein Weg führte nach Deutschland, wo ich die nächsten Jahre frisch und frei, unbekümmert und lebensaufsaugend mein Dasein genoss. Ich ertappte mich immer wieder dabei, dass ich die Liebe in mein Berufsleben integrierte und meiner teilweise ungezähmten Leidenschaft verfiel, die Romantik mit Sachlichkeit zu vermischen. Ich führte eine Beziehung mit einem Autohändler, der es verstand, an meinen sensiblen Rädern so lange zu drehen, bis wir sämtliche Höhepunkte erreichten. Ich führte auch eine Beziehung zu einem Unternehmer, der so kreativ war, dass er eines Tages meinte, wir könnten unser Sexualleben mental ausleben, denn wir hätten die fleischliche Ebene längst überwunden. Bitte, das war Neuland, welches mein Körper nicht betreten wollte, obwohl mein Geist willig war. Und so gab ich mich samt meines Herzens einem Betriebswirt hin, der gänzlich auf die mentale Ebene verzichtete und dafür meinen Körper intensivst bewirtschaftete. Für mein Studium fuhr ich beinahe regelmässig nach Salzburg und genoss dort meinen zweifelhaften, zweideutigen Ruf. Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt man ungeniert. Und so lernte ich einen Anwalt kennen, dessen Liebe zur Natur uns überall zum Höhepunkt brachte, wo wir der Natur am nächsten standen, im Wald, auf der Wiese, auf der Salzburger Staatsbrücke. Ich lernte auch einen Antiquitätenhändler kennen, dessen Liebe mich so forderte, dass ich dachte, ich werde selbst zur antiken Ware. Und ich führte eine Kurzzeit-Beziehung mit einem Schauspieler, der mich in sein Schauspiel integrierte, während wir mit der Liebe spielten. Letzt endlich lernte ich einen Sänger kennen, der mich wie ein Instrument bespielte und mich in sein Orchester integrierte. Irgendwann entdeckte ich die Liebe zur Treue, verliess mein Lotterleben und entwickelte mich weiter. Die polyamoröse Liebe zieht sich heute imaginär ausgelebt nur noch durch meine verfasste und in Worte gepresste Literatur. Ich arbeite hart an meinem guten Ruf, der mir immer noch nicht vorauseilt, weil mich immer wieder mein schlechter Ruf einholt, wenn ich mich verbal zu weit aus dem Fenster lehne. Die Vergangenheit schläft nie. Sie klopft an die Türe, wenn man am wenigsten mit ihr rechnet, aber sie ebnet uns so manchen Weg in die Zukunft. Ich bin jetzt treu geworden, knöpfe mir meine Bluse ordentlich zu, trage keine zu tief ausgeschnittenen Dekolettes mehr, und meine Röcke enden am Knie. Seit vielen Jahren führe ich eine solide, fast schon spiessig anmutende, konservative Beziehung mit meinem Lebenspartner, die bis jetzt noch nicht am Alltag zerbrach, und hoffentlich bis an mein Sterbebett heranreicht. Neulich kauften wir uns eine gemeinsame Wohnung, die uns als Penthouse beherbergt. Die Tatsache, dass wir beide im Grundbuch stehen, kettet uns sogar in Streitsituationen aneinander. Immer, wenn einer unserer Auseinandersetzungen ausartet, holt mein Lebenspartner meinen Koffer und bietet mir an, mich zu meiner Mutter zu bringen. Das Druckmittel hilft enorm, und schon bin ich zahm wie ein bescheuertes Lämmchen, welches alles tut, um nicht mit Mama konfrontiert zu werden. Und ich drohe ihm jedes Mal, wenn wir streiten damit, dass ich meinen verflossenen Augenarzt im Testament berücksichtige und er mit ihm nach meinem möglichen Ableben unsere Wohnung teilen muss. In Streitsituationen braucht man eine Flasche Champagner, ein warmes Bett oder einen guten Perserteppich, um sich zu versöhnen, denn Aggressionen kann man auch lindern, indem man sich die Kleider vom Leib reisst und sich gegenseitig frisst.
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