Lifestyle Ratgeber

Beauty

Business

Esoterik

Flirten

Lifestyle

Mode

Wellness

Wohnen

Wie wird man ein Aussteiger?

Der Aussteiger lebt im WaldEin Aussteiger ist jemand, der dem normalen gesellschaftlichen Leben den Rücken kehrt, sich aus dem Alltagsleben zurückzieht, vielleicht im Wald lebt, sich sein eigenes Holzhaus samt kompostierbarer Toilette baut, und dann geniesst er sein Dasein. Er ernährt sich aus der Natur und lebt in und von ihr, nur wenn er ein wenig Zucker benötigt, sucht er den Konsum des Lebens auf und betritt einen Supermarkt. Er entsagt jeglichem Konsum, jeglicher geregelter Arbeit, scheut feste Arbeitszeiten, und er liegt lieber in der Sonne, weil dies angenehmer für seine Seele ist.

Ein Aussteiger ist ein Eremit, wenn er sich für ein Leben als Einsiedler entscheidet. Manche Eremiten sind so stumm, dass sie sich vor ihrer eigenen Stimme erschrecken, wenn sie hin und wieder laut sprechen. Wer im Wald lebt und sich von Kräutern ernährt, lernt viel über die heilende Wirkung der Heilkräuter, über die Kräuterkunde selbst, aber er könnte vereinsamen, wenn er nicht stabil genug ist. Und so sind Eremiten wohl die strengste Form des Aussteigers.

Wie lebt der Aussteiger?

Wie wird man ein waschechter Aussteiger? Man braucht hierfür ein wenig Mut, eine Portion Selbstbewusstsein, und man braucht Geld, denn nur wenige Aussteiger schaffen es ohne Geld durchs Leben zu kommen. Besonders am Anfang braucht man Geld, weil man sich von den irdischen Gütern nicht so schnell trennen kann. Die Seele benötigt ihre Zeit, um umzuschalten, und auch der Körper muss seinen hausinternen Schalter umlegen. Ein echter Aussteiger geniesst sein Leben, unabhängig von Reichtum, Ruhm und Anerkennung. Er liebt die Ruhe, zieht sich aus dem Hamsterrad des Alltags zurück, und er hinterlässt manchmal auch ein Loch, denn der Rückzug hinterlässt Leute, die weiterhin im Hamsterrad radeln.

Einer meiner ältesten Freunde beschloss, seine Firmen aufzugeben, sich ziemlich stark zurückzuziehen und nur noch für sich und seine Familie zu leben. Er baute plötzlich seinen eigenen Biotop an, züchtete Gemüse im Garten, umarmte Bäume, suchte im Wald nach Wildkräutern, überlebte einen Zeckenbiss inklusive Borellose und Nervenschädigung, und heute fermentiert er immer noch sein eigenes Gemüse. Bitte, wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch. Ich habe hin und wieder Kontakt zu ihm, und erstaunlicherweise sieht er viel jünger aus als er ist. Ich dachte immer, er liebt seine Firmen, geniesst die Extrovertiertheit und lebt durch sein Charisma. Ich hätte schwören können, er entschläft eines Tages am Schreibtisch, aber so kann man sich irren.

Wer als Aussteiger durch die Welt gehen will, der braucht Mülltonnen, denn man will sich ja auch hin und wieder mit Konsumgütern versorgen. Containern heisst dieses Phänomen, und immer mehr junge Leute steigen in die Mülltonnen und holen wertvolle, noch gut erhaltene, auf keinen Fall abgelaufene Lebensmittel heraus. Wir werfen im Hamsterrad viel zu viel Müll weg, der eigentlich nicht als Müll gelten sollte. Aussteiger leben nachhaltig, bewusst, achtsam, und sie entmüllen die Welt, indem sie davon leben. Wer das Containern für sich entdeckt hat, braucht im Grunde kein Geld mehr, denn man findet alles in den prall gefüllten Mülltonnen. Auch kann man auf öffentlichen Plätzen den älteren oder ärmeren Menschen etwas zur Seite legen, was man selber nicht braucht. So können wir alle friedlich nebeneinander, miteinander, voneinander leben.

Viele Aussteiger leben am Land, im Wald, auf saftigen Wiesen, wo sie sich grösstenteils selbst ernähren können. Sie leben in Schlafsäcken, neben sauberen Quellen, oder sie bereiten ihr Trinkwasser selber auf. Der Wald bietet Schutz, wenn der beste Freund ein Baum ist, den man regelmässig umarmen kann, um Oxitocin zu tanken. Oxitocin ist ein Kuschelhormon, und es gibt Aussteiger, die leben die naturgegebene Liebe aus, den Ökosex, indem sie sich selbst in der Natur, mit Hilfe der Natur lieben. Wind und Wetter bringen sie zum Höhepunkt, und eine selbsternannte Hexe aus den USA gibt sogar Seminare zu diesem Thema. Bitte, da bläst der Wind nicht nur durch die Kopfhaare, sondern auch durch die Schamhaare.

Haben Sie vor, ein Aussteiger zu werden? Vergessen Sie Ihren PC und den Internetanschluss nicht, um der ganzen Welt von Ihrem Leben ohne Wasser und Strom zu berichten. Das natürliche Leben ist die freie Sicht auf ungemähte Wiesen und Felder, wenn man darin sein Nachtlager ausbreitet. Es ist das einfache Leben als Aussteiger, ungebleichte Klamotten aus Leinen und Biobaumwolle zu tragen, sich vom Müll der Wegwerfgesellschaft zu ernähren, umweltbewusst zu leben, den gesellschaftlichen Zwang im Hamsterrad zu verlassen, oder einfach auszuwandern.

Sie können auch zum Trendsetter werden, wenn Sie Aussteiger sein möchten. Am besten, Sie melden sich in einer Fernsehshow für Auswanderer an und ziehen ans Ende der Welt, mitten durch den Elfenwald, hinter die Wolken unserer Zeit. Konny Reimann hat es uns bereits vorgelebt, als er Konny Island gründete und sich in Texas einen individuellen Lebensstil aufbaute. Immerhin, er fühlt sich wohl in Kanada, mitten unter den Fischen und Konservendosen.

Nicht jeder muss gleich zum Aussteiger werden

Man muss nicht gleich zum absoluten Aussteiger werden, es geht auch gemässigter. Der etwas gemässigte natürliche Lebensstil ist jener, der nachhaltig ausgeprägt ist. Nachhaltig lebt man, wenn man Bioprodukte anstatt Chemie verwendet, wenn man Stromfresser vermeidet, auf die Umwelt achtet, den Klimaschutz unterstützt und mit Mensch, Tier und Pflanzenwelt schonend umgeht. Wir sollten Plastik vermeiden, industrielle Waren so gut es geht meiden, extreme Lifestyle-Sportarten wie Autorennen und Motorsport meiden, und wir könnten anfangen, viele Dinge selber anzubauen, zu tauschen anstatt alles zu kaufen, auf zu viele Klamotten zu verzichten und nicht um jeden Preis mit dem Privatjet von A nach B zu kommen. All das ist natürlich.

Der Nerd ist ein typischer Aussteiger

Ein Nerd ist zwar ein sozial isolierter Mensch, der ständig vorm Computer sitzt und sich nicht grossartig in die Gesellschaft integriert, da er seine eigene, virtuelle Gesellschaft bevorzugt, welche er per Mausklick kontaktiert, er ist jedoch intelligent, interessiert sich für spezielles Fachwissen und erforscht virtuelle Welten. Der Computerfreak entwickelt Apps, programmiert technische Neuheiten und sorgt so dafür, dass wir die neuesten Apps und Gadgets konsumieren können, die es am aktuellen Markt gibt. Einer muss sie ja vorab entwickelt haben.

Nerds sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig, ein wenig introvertiert und menschenscheu, aber sie sind humorvoll, einfallsreich und eine Korriphäe auf ihrem Gebiet. Ein Nerd kann stundenlang mit einem virtuellen Charakter online leben, während er aufs Essen und Schlafen vergisst. Er kann sich in ungesicherte Systeme einhacken und der Welt zeigen, wo es noch Sicherheitslücken gibt. Und er kann so lange am PC sitzen, bis er eine Lösung für sein Problem gefunden hat, ohne dazwischen einmal aufzustehen und sich die Beine zu vertreten. Diese Konzentration macht ihn so wertvoll.

Wir verarmen kulturell, wenn wir nur noch im Internet leben, vor dem Fernseher sitzen und nebenbei aufs Smartphone starren. Es sind aber genau diese Dinge, die uns kulturell in den letzten Jahren am stärksten beeinflusst haben, förmlich unser Leben bestimmen. Wir denken oft online, selbst wenn wir offline sind. Für manche Menschen ist es geradezu ein Kulturschock, wenn sie ins Theater oder in die Oper müssen. Aber Musik lieben wir alle, selbst wenn es sich um stumpfe I-Doser Klänge handelt.

Wenn wir uns das moderne Leben ansehen, so finden wir uns zunehmend in einer Kultur wieder, welche die Menschen quasi zu Einsiedlern macht. Die Singlehaushalte nehmen zu, die Vereinsamung schreitet voran, Freunde trifft man auf Facebook, seine Geschäftspartner trifft man auf Xing, und viele Menschen leben pausenlos im Internet, kaufen dort sogar ihre Lebensmittel ein und lassen sich die Tüten anonym vor die Haustüre stellen.

Wenn wir zum Einsiedler werden, finden laut einigen Wissenschaftlern die Menschen zu sich selber, weil sie sich mit sich selbst befassen. Ob dies der bessere Weg ist, bezweifeln manche Wissenschaftler, denn wenn man sich und andere Leute wegsperrt, wächst der innere Drang nach sozialen Kontakten, die man in den Arm nehmen und küssen darf.

Die Kultur des Einsiedlers lässt uns zwar innerlich bis zu einem gewissen Grad reifen, aber wenn wir keine ordentlichen Impulse von aussen bekommen, bilden wir uns kaum weiter. Sprache ist beispielsweise eine Kultur, die uns wachsen lässt. Wenn man mit niemandem mehr spricht, verlernt man das Reden. Bildung entsteht beispielsweise aus dem Austausch der Informationen, und wer alleine lebt, abgeschnitten von der Umwelt, bleibt auf seinem Wissensstand kleben. Wer alleine lebt und sich abkapselt, für den wird der Fernseher zum besten Freund.

Der Querdenker ist ein typischer Aussteiger

Ein Querdenker besitzt ein starkes Ego, weiss, was er will, geht seinen Weg quer durch die Masse hindurch und hinterlässt seine Spur. Mittlerweile gibt es einen offiziellen Querdenker-Club, und man hat sogar die Chance, mit einem Querdenker-Award ausgezeichnet zu werden. Natürlich sind Querulanten nicht besonders angenehm, aber sie verändern mit ihrer Gedankenwelt, mit ihrer Kreativität die Welt, erweitern den normalen Horizont und tragen viel zu einem selbstbewussten Weltbild bei.

Ich ertappe mich oft dabei, dass ich nicht mit anderen Menschen konform gehe. Ich verstecke mich nicht gerne, und so gelte ich des öfteren als unangenehm, wenn ich den Menschen den Ego-Spiegel vor Augen halte, oder wenn ich nicht gerade das tue, was man von mir verlangt. Allerdings habe ich auch begriffen, dass man gut funktionieren kann, wenn man Kompromisse eingeht, besonders dann, wenn man in eine höhere Management-Ebene aufsteigt, Prestige und Image aufbauen will und von anderen anerkannt und geliebt werden möchte.

Wie unbeliebt sind Querdenker heute?

Heute geniessen die Querdenker den Status der Verschwörungstheoretiker, denn sie gelten als Sonderlinge und werden von einem Teil der Gesellschaft gemieden. Dieser Ursprung fruchtete in der Corona-Krise, als die Gesellschaft in Geimpfte und in Ungeimpfte aufgeteilt wurde, quasi entzweit, gespalten wurde. Die Querdenker waren skeptisch und hinterfragten das Impfen, und die normal tickende, brave Gesellschaft liess sich bedingungslos impfen.

Bitte, zu den Verschwörungstheoretikern zähle ich mich nicht, denn es gab einen zeitlich begrenzten Höhepunkt, in welchem sogar ich die Corona-Impfung als sinnvoll ansah, bis ich sah, dass sie zur keinerlei Immunisierung führte und für Kleinkinder höchst problematisch war. Und ab diesem Zeitpunkt, Corona war in vielen Ländern der Welt bereits etabliert, als Krankheit anerkannt und akzeptiert, man brauchte keine Impfingen mehr, genau ab da galt ich in Österreich als Verschwörer der Nation, wurde beschimpft, ausgelacht, belächelt, gemieden und geächtet, weil Österreich als einer der letzten Staaten noch an einer Impfung, samt Impfpflicht festhielt. Autsch, das tat weh. Ich bin geimpft, das tat auch weh.

Sind Querdenker die besseren Menschen?

Ob Querdenker die besseren Menschen sind, weiss ich nicht, denn ich finde, jeder Mensch ist gut, egal ob er als Mitläufer, Anführer, Trendsetter, Jetsetter, Verschwörungstheoretiker oder Querdenker durch die Welt geht. Man weiss immer nur das, was man zu einem gewissen Zeitpunkt weiss, und dieses Wissen gibt man selbstbewusst weiter, bis es sich bestätigt, verfestigt, oder in Luft auflöst. Nur wer quer denkt, kann quer handeln, denn er schaut über den Tellerrand hinaus. Wer jedoch seine eingefleischte Meinung stur bis in alle Ewigkeit hin verfolgt, ohne zu prüfen, ob sie noch stimmt, der ist kein Querdenker, der ist ein engstirniger Bock.

Die negative Seite der Querdenker

Wenn wir uns die Bewegung von QAnon ansehen, wo ein Anonymer kleine Botschaften, versteckte Häppchen, Wortfetzen und Andeutungen auf einem anonymen Board im Internet hinterlässt, seine Anhänger dazu aufruft, diese Worthäppchen kritisch zu beleuchten und daraus ein mögliches Szenario einer Weltverschwörung ablesen zu können, bin ich der Meinung, solche Bewegungen sind gefährlich. Sie animieren Leute, unsichtbaren Dingen viel Raum zu geben, mögliche Verschwörungstheorien zu entwickeln und dementsprechend zu handeln. QAnon war ursprünglich als Wortwitz, als Schnitzeljagd, als Spiel angedacht, und ich finde es schade, dass man daraus ein so gefährliches Desaster gemacht hat. Jeder will plötzlich genau wissen, wie die Welt funktioniert, und jeder stellt plötzlich in irgendwelchen YouTube Videos seine eigene Interpretation einer vollkommen verworrenen Weltverschwörung dar. Ich staunte nicht schlecht, als ich erkannte, dass dieses harmlose Spiel, welches mit harmlosen Worthäppchen begann, solche Dimensionen annahm, und es macht mich traurig, wenn ich sehe, dass aus reinster Ironie plötzlich bittere Wahrheiten wurden, die lediglich in den Köpfen der QAnon Anhänger brodeln.

In den USA lösten die Anhänger der QAnon Bewegung ein mörderisches Desaster aus, welches das weisse Haus in Bedrängnis brachte. Weltweit lösen die Anhänger dieser Bewegung Unruhe, Angst und Gesellschaftsspaltung aus. Bitte, QAnon war nicht einmal als Bewegung angedacht, bloss als sarkastisches, ironisches Spiel, welches den Alltag ein wenig aufheitern sollte.

Heute glauben immer mehr Normalbürger den Anhängern von QAnon, oder sie hängen an den Lippen irgendwelcher Leute, die sich wie Gurus verhalten und behaupten, sie hätten Beweise dafür, dass das gehobene Establishment die Welt verkleinern, Menschen ausrotten, Krankheiten absichtlich säen, mit Impfungen irgendwelche Chips in die Menschheit pumpen, etc. Bitte, das war niemals die Intention dieses Spiels.

Auf jeden Fall haben wir jetzt mit Querdenkern zu kämpfen, die Angst und Schrecken verbreiten, und es macht Angst, wenn man hört, dass angeblich Bill Gates die Weltbevölkerung um 10% schrumpfen lassen will. Hierzu existiert sogar ein Video, welches in viele Sprachen übersetzt wurde. Und wenn man sich dann das Video mit geschlossenen Augen anhört, entdeckt man, dass es sich um die Energiekrise handelt, und dass nicht die Menschen, sondern der CO2 Ausstoss um 10% verringert werden muss. Und wenn man sich dann das Video mit offenen Augen anschaut, sieht man, dass es aus mehreren Videos besteht, die lediglich zusammengeschnitten wurden. Einer meiner engsten Freunde glaubte daran und bekam panische Angst. Als ich ihm riet, die Augen zu schliessen, während er das Video schaut, meinte er, sein Englisch wäre so schlecht, er liest lieber die übersetzten Untertitel auf Deutsch. Und als ich mir dann die Übersetzung durchlas, erschrak ich, denn sie war frei erfunden.

Lieber Besucher, bitte glauben Sie nicht alles, was im Internet gepostet wird. Selbst die Corona-Krise ist vorüber, und wir sind nicht flächendeckend gestorben, weder durch Corona selbst, noch durch die Impfungen. Und an dieser Stelle muss ich sagen, auch die Regierungen, vor allem die Politiker in den Regierungen haben ihren negativen Teil dazu beigetragen, uns Angst zu machen und uns in Dinge hineinzuzwingen, die nur für die Politiker selbst von Nutzen waren, denn sie konnten damit Macht demonstrieren. Hier erwähne ich mit Schrecken den Zwischenkanzler Schallenberg, der Österreich in zwei Teile spaltete, als er von Zögerern, Zauderern und Unwilligen bezüglich der Corona Impfung sprach. Gott sei Dank war er nur für kurze Zeit Kanzler, aber ich fühlte mich von ihm persönlich beleidigt, erniedrigt und gedehmütigt, und das passiert mir selten. Ich denke, wir sollten alle wieder zusammenrücken, uns gegenseitig verzeihen, uns entschuldigen, und dann sollten wir die Welt geniessen, denn wir werden nicht durch das Establishment, sondern durch Naturkatastrophen wegrationalisiert.

 


Elisabeth Putz

Impressum

Datenschutz

Lifestyle