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Cyborg - Wie wird man ein digitaler Mensch?

Der Cyborg als MeerjungfrauWas sind Cyborgs? Es sind Menschen, die sich freiwillig mit Technik der neuesten Generation versehen lassen. Sie lassen sich Implantate unter die Haut setzen, mit denen sie ihr Leben optimieren können. Der fortgeschrittene, hoch technisierte Self-Tracker ist beispielsweise so ein Cyborg, wenn er sich die Tracking-Chips unter die Haut implantieren lässt. Damit kann er sein gesamtes Leben tracken. In Zukunft müssen wir uns hoffentlich kein Blut mehr abnehmen lassen, denn der Chip im Arm übernimmt diese Funktion. Man kann seinen gesamten Körper auf Hochleistung trainieren, wenn man will.

Die moderne Medizin macht derartige Fortschritte, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herauskomme. Menschen, welche hochtechnisierte Implantate in sich tragen, können wieder hören, und laufend werden neue Techniken entwickelt, mit welchen Sinnesorgane ersetzt werden können. Das will ich auch, dachte ich, denn Cyborgs werden eines Tages den normalen Menschen überlegen sein. Das neue Ohrimplantat kann sogar theoretisch das Gehör einer Fledermaus nachempfinden. Und so lassen sich alle Funktionen des Körpers optimieren.

Der optimierte Mensch, bestehend aus Maschine und Vermenschlichung, ist geboren. Wenn ich eines Tages ein Augenimplantat erhalten sollte, stelle ich mich ganz vorne an, denn ich will mindestens Röntgenblicke erhaschen. Gleichzeitig habe ich Respekt vor dieser neuen Technik, denn wir kennen die Spätfolgen noch nicht. Wenn man sich etwas Fremdes in den Körper implantieren lässt, muss man auch mit Risiken und Komplikationen rechnen. Allerdings meinte ein Cyborg, er lässt sich gerne auf die Risiken ein, weil der Nutzen so gross und faszinierend ist.

Die Vorteile von Cyborgs

Ich sehe in den Cyborgs durchaus viele Vorteile. Sie werden uns eines Tages überlegen sein, denn der normale, natürlich gebaute Mensch, wird mit der Technik nicht mehr mithalten können. Wenn man beispielsweise das Gehirn mit einem speziellen Chip verfeinert, könnten wir mehr Hirnkapazität nutzen, uns Dinge besser merken, gegen Alzheimer und Demenz ankämpfen, intelligenter und klüger werden, uns das gesamte Weltwissen aneignen und es blitzschnell aufrufen. Der Supermensch wäre geboren.

Wenn Mensch und Technik miteinander verschmelzen, könnten wir Superkörper aus uns zaubern, unsere Muskeln optimieren, Krebs aller Art heilen, unsere Knochen optimieren, ohne viel Vitamin D verschlingen zu müssen, unser Nervensystem optimieren, ohne Fleisch und Vitamin B12 zuzuführen. Wir wären vielleicht nicht mehr auf Nahrung angewiesen, wenn spezielle Chips im Körper sämtliche Funktionen übernehmen. Wir wären wie Roboter, menschliche Roboter. Unser Körper wäre nicht mehr den Gefahren der Umwelt ausgesetzt, oder zumindest nicht allen Gefahren.

Die Nachteile der Cyborgs

Die Nachteile des technisch optimierten Menschen liegen meiner Meinung nach in der Ethik. Wie weit dürfen wir in die Natur eingreifen, ohne ein lange funktionierendes System, welches auf Leben und Tod basiert, welches auf Entstehung und Verfall aufgebaut ist, einreissen? Ich bin ein Naturmensch, und deshalb würde ich die Implantate nur auf den rein medizinischen Nutzen reduzieren wollen, damit Krankheiten und Handicaps verschwinden. Und bei Handicaps wäre ich mir trotzdem nicht sicher, ob man diese wirklich durch Chips und Implantate wegmachen sollte, denn für mich ist jeder Mensch ein wertvolles Individuum, genau richtig, so wie er eben ist, ob mit oder ohne Handicap.

Wenn wir derart in die Natur eingreifen, wie ergeht es dann unseren Kindern? Welche Kinder erschaffen wir mit all der Technik? Werden es noch lachende Babys sein? Als ich mir einen Bericht über das Hybridhuhn, das moderne Masthuhn angesehen hatte, erschrak ich, denn so etwas essen wir heute tatsächlich, und es fällt uns gar nicht auf. Als mir bewusst wurde, dass das natürliche Huhn irgendwann ausstirbt, wenn die Industrie so weitermacht, wurde mir übel, denn wir richten uns damit selbst zugrunde. Und so sollte man auch beim hochtechnisierten Menschen vorsichtig sein, denn irgendwann sind wir überoptimiert.

Cyborgs im Alltag

Es gibt sie bereits, die Cyborgs, die sich ihren technischen, bequemen Weg durch den Alltag bahnen. Eine Diskothek hat einen Chip entwickelt, mit dem man gemütlich seine konsumierten Getränke bezahlen kann. Man lässt sich den Chip kurz unter die Haut implantieren, und mittels eines Codes wird man identifiziert. So muss man nicht ständig hinter seinen Quittungen und Rechnungen her sein, man muss nicht immer im Kleingeld kramen, um seine Getränke zu bezahlen, und man muss auf seine Discokarten nicht aufpassen. Betrug ist hier ausgeschlossen. Trotzdem kann das Implantat zu Komplikationen führen, wenn man empfindlich ist, allergisch reagiert, wenn man überreagiert. Jeder Körper ist nämlich anders.

Es gibt auch einen Chip, mit dem man sein Auto aufschliessen kann. So erspart man sich den Autoschlüssel. Diesen Chip kann man sich unter die Haut implantieren lassen, damit es bequemer im Alltag wird. Wenn ich mir vorstelle, für jede Tätigkeit ein eigenes Implantat zu bekommen, steige ich sofort auf die manuelle Variante um, oder ich bevorzuge das Multi-Implantat, mit welchem man viele Funktionen im Alltag regeln kann. Übrigens lassen sich zahlreiche Handgriffe und Dinge mit dem Smartphone, der Armbanduhr und Apps regeln, welche man sich nicht in den Körper einsetzen lassen muss. Das beruhigt mich.

Bionische Systeme für den Cyborg

Wären Sie gerne ein Cyborg? Das ist ein Mensch, welcher durch Implantate, Chips unter der Haut, technische Systeme dahingehend ausgerüstet ist, dass er vieles beherrscht, was er im menschlichen Naturzustand nicht beherrschen würde. So vereinen wir Mensch und Technik. Durch einen bionischen Arm kann man einen amputierten Arm so ersetzen, dass er Glas halten kann, ohne dass es bricht, und ein Ei würde so in der Hand liegen, dass es nicht zerquetscht wird. Computergesteuerte Sensoren stimulieren nämlich das Gehirn so, dass die bionische Hand wie die eigene Hand aus Fleisch und Blut angesehen werden kann. Man bemerkt keinen Unterschied mehr, und der Mensch kann damit alles hantieren, was er begehrt. Mit Hilfe des bionischen Auges könnte man wieder sehen, was für Blinde und Erblindete wie ein Wunder der Natur erscheint. Derzeit werden bionische Linsen und Netzhautchips ins Auge gesetzt, womit man Umrisse erkennen kann, aber die Technik entwickelt sich weiter, und so könnte man bald auch die Farben Infrarot und Ultraviolett sehen, wenn man mit bionischen Linsen ausgestattet ist. Und mit einem bionischen Gehirn könnte man weltweit alle Gehirne zusammenschliessen, wie im World Wide Web, sodass wir Gedanken schöpfen könnten, die Grossartiges bewirken. Nur die Privatsphäre wäre in Gefahr, denn wer will schon die Gedanken seiner Mitmenschen lesen können? Hierfür müsste man einen Filter entwickeln, der die eigenen Gedanken in eine private Box schliesst, sonst hauen wir uns eines Tages gegenseitig die Köpfe ein. In der Medizin sind diese bionischen Systeme Gold wert, denn man kann mit ihnen alles ausgleichen, was der Mensch im Laufe seines Lebens verlieren könnte. Das bionische Bein kann laufen wie ein echtes Bein, und nur die derzeitigen Exo-Skelette sind noch so gross wie ganze Waschmaschinen, mit denen man im Schlepptau nicht sonderlich beweglich wäre. Hierfür entwickelt man jedoch bereits kleine Chipsysteme, sodass ein Patient nach einem Schlaganfall schnell wieder auf die Beine kommt. Übrigens kann man mit einem bionischen Handschuh Klavier spielen lernen, und das fördert sowohl die Konzentration, als auch die Kreativität.

So werden Sie ein digitaler Mensch

Der digitale Mensch und sein TabletEin digitaler Mensch ist eine Person, die sich mit Multimedia, Robotern und digitalen Produkten umgibt, sich selbst am liebsten als eine Art übermenschlicher Roboter sehen würde, als humanoider Computer durch die Welt laufen will und sogar ihren Körper mit digitalen Funktionen ausstattet. Implantate und Selftracking Systeme, die das Leben, die Gesundheit und den gesamten Körper im Alltag, ja sogar im Schlaf steuern, sind quasi Pflicht für den digitalen Menschen.

Wir leben in einer Welt, in der das Phänomen des digitalen, technisch voll ausgereiften Menschen zunehmend in Mode kommt und als Trendsetter unter uns lebt. Wir umgeben uns mit Smartphone, Digitalkamera, Flachbildfernseher in Wandformat, Tablet und Internet. Wir leben in den sozialen Netzwerken, kaufen coffee-to-go, verschönern uns mit Schönheitsoperationen-to-go, mieten uns ein car-to-go, verbrauchen nachts jede Menge Strom, leben in einem vollautomatisch gesteuerten Haus und sehen uns am Handy per App an, wie der potentielle Einbrecher versucht, über die Terrassentüre ins Haus zu kommen, während wir ferngesteuert den Alarm auslösen. Der digitale Mensch ist geboren und erfreut sich überdimensional grosszügiger Beliebtheit.

Der digitale Mensch hat nur eine einzige Schwäche, sein Hirn verändert sich, und das ist in Katastrophenzeiten nicht ideal fürs Überleben. Wenn wir durch ein technisches Versagen, durch einen digitalen Supergau wieder ins Mittelalter zurückfallen würden, könnten wir uns kaum am Leben halten, weil wir Strom, Technik und Bequemlichkeit gewohnt sind. Wir steuern nämlich alles per Fernbedienung auf Knopfdruck und sind unzufrieden, wenn morgens die Kaffeemaschine streikt.

Unser Gehirn entwickelt zunehmend eine Art digitale Demenz. Wenige Hirnareale entwickeln sich zu Maschinen, die den ganzen Tag über mehr oder weniger mit den selben Handgriffen beschäftigt sind, mit dem Bewegen der PC-Maus, mit den Wischtechniken am Tablet, mit dem Bedienvorgang am Smartphone, mit dem Bedienen der Fernbedienungen und dem Drücken verschiedener Knöpfe. Zahlreiche andere Hirnareale verkümmern, liegen brach, weil wir sie nicht mehr verwenden. Die manuellen Handgriffe sind jedoch wichtig für unsere Gehirnstruktur, da sie unser Hirn als Gesamtwerk laufend optimieren und fortbilden. Da wir die Bequemlichkeit bevorzugen, werden wir eines Tages an digitaler Demenz leiden und zunehmend unsere Sozialkompetenz verlieren.

Früher wurden wir zu Anti-Egos erzogen, sodass wir den Egoismus erst einmal in unser Denken integrieren mussten, da ein starkes Ego wichtig fürs Überleben ist. Heute sehen wir zunehmend zu, wie Egoisten die Welt regieren, Energie verschwenden, Geld horten, Finanzmärkte kontrollieren und Entscheidungen treffen, die Umwelt und Normalverbraucher zerstören. Die Digitalisierung unseres Planeten wird uns ins Grab bringen, davon bin ich überzeugt, und deshalb brühe ich meinen echten Bohnenkaffee per uralter Kaffeemühle, gehe zu Fuss, soweit mich die Beine tragen, gehe ohne Smartphone in den Garten, ernte mein Gemüse selber und sehe dem Gras beim Wachsen zu.

Digitale Implantate regeln unser Leben

Der digitale Mensch lebt mit Implantaten, welche sein Leben regeln. Selftracker sind heute bereits in Mode, der vollautomatische Mensch kommt morgen und beherrscht die Welt besser als der Normalverbraucher. Cyborgs sind nämlich Menschen, die neben den fünf Hauptsinnen weitere, technisch ausgebaute Sinne besitzen.

Auf den Technikmessen werden sie laufend präsentiert, die neuen Implantate, mit denen man immer mehr Aktivitäten im Leben regeln kann. Technik, die direkt unter die Haut geht, erleichtert uns jeden Handgriff und sammelt unsere Daten im Schlaf. Man kann bereits mit einem Implantat am Finger in einer Diskothek bezahlen und verliert sein Kärtchen nicht mehr. Dadurch erspart man sich das Kleingeld-Kramen, das Bezahlen mit Bargeld oder Kreditkarte, oder das Abstempeln einer Eintrittskarte, die man verlieren könnte. Man kann mit einem Computerchip im Arm seine Wohnung, sein Auto und seinen Tresor aufsperren und erspart sich den Schlüssel.

Diese Multifunktions-Chips vermehren sich wie die Pilze, haben Vor- und Nachteile, und sie verkörpern für einige Menschen Bilder der Angst, denn man fühlt sich zunehmend fremdgesteuert. Was passiert, wenn sich das Implantat unter der Haut verselbständigt, wenn es zu Allergien führt? Andererseits verfolge ich dieses Thema mit Neugier, denn ich bin offen fürs Neue.

Eines Tages werden uns die Menschen mit eingebauten Gehirnchips womöglich überlegen sein, und es entsteht eine Art Technikmensch. Ich würde es bevorzugen, wenn mir mein noch nicht implantierter Chip keine Probleme macht, alles andere regelt er dann ohnehin von ganz alleine, wenn mein Hirnmuskel aus lauter Langeweile stirbt. Bis dahin geniesse ich das Dasein als Mensch.

Die digitale Diät

Der digitale Mensch verlernt zunehmend, wie man sich manuell in der Welt bewegt. Einige wenige Hirnmuskeln werden laufend betätigt, andere verkümmern. Hier muss man gegensteuern, um noch ganz Mensch bleiben zu dürfen. Kennen Sie die digitale Diät? Sie besteht vereinfacht daraus, dass man sich mit so wenigen Geräten wie möglich umgibt und trotzdem irgendwie überlebt.

Das Smartphone ist laut Umfragen überall dabei, begleitet so manch einen Menschen sogar aufs Klo, wo man im Grunde seine Ruhe haben möchte. Wir haben eine Art digitale Abhängigkeit bis hin zur Sucht entwickelt. Wenn multimediale Anwendungen dick machen würden, gäbe es tausend und mehr üppigst voluminöse Menschen, die an ihren Smartphones knabbern. Eine Art der digitalen Diät ist der Verzicht auf das Smartphone, gepaart mit dem Verzicht auf Facebook. Studien belegen, dass man mit weniger Facebook Gebrauch glücklicher lebt, da die sozialen Kontakte wieder persönlich gepflegt werden und das Suchtpotential abnimmt. Probanden, welche eine Woche lang auf ihr Smartphone verzichtet haben, sagen, sie wären zunehmend glücklicher geworden, weil sie nicht pausenlos auf Facebook waren.

Bei der digitalen Diät sollten wir uns bereits morgens von einem Wecker aufwecken lassen, nicht vom Klingelton des Smartphones, denn dann entkommt man morgens der Flucht ins Netz. Man sollte sich gezielt Zeiten schaffen, in denen man das Smartphone nicht fürs Internet nutzt. So gewinnt man mehr Zeit für andere Dinge, kann sich entspannen und ist innerlich ausgeglichener. Der komplette Verzicht auf soziale Netzwerke ist jedoch auch frustrierend, denn nach einiger Zeit entwickelt man eine direkte Gier nach dem Internet, da man sich sonst wie abgeschieden fühlt. Irgendwie entkommen wir nur schwer dieser digitalen Welt, ohne als Aussteiger zu leben.

Wie wird man ein digitaler Nomade?

Digitale Nomaden werden immer häufiger angetroffen, da der Mensch immer digitaler wird. Eines Tages können wir im Wohnzimmer sitzen, während wir arbeiten, und plötzlich erscheint der Chef als Hologramm auf der Wand, oder er lässt sich direkt ins Wohnzimmer biemen, um etwas mit seinem Mitarbeiter zu besprechen. Irgendwann verfügen wir über die Telepräsenz, mit welcher wir nur geistig, nicht aber körperlich an einem Ort anwesend sein müssen. Durch Datenbrillen und Virtual- Traveling können wir sofort überall dort sein, wo wir wollen, weltweit, vielleicht sogar kosmosweit. Man arbeitet vielleicht am Strand, oder man baut sich sein Wohnmobil zu einem Büro um und fährt ins Grüne. Wenn die Atmosphäre des Arbeitsplatzes schön ist, steigert sich die Effizienz um 30%. Wir treffen bessere Entscheidungen, sind stressfrei, müssen uns nicht an Dresscodes halten, und wir lassen Arbeit und Freizeit miteinander verschmelzen. Der digitale Nomade ist unabhängig, überall präsent, und er ist immer ausgeruht.

Wie gehen wir am besten mit der Digitalisierung um? Das Leben in einer vollautomatischen, technisch ausgereiften Welt. Der digitale Mensch, die digitale Demenz, welche sich durch eintönige Handlungen auf Knopfdruck im Gehirn entwickelt, die digitalen Implantate, welche unseren Alltag steuern, und der Roboter, der uns das Leben zu Füssen legt. Es hat Vor- und Nachteile, so eine technisierte Welt und ihr Lifestyle, aber die Nachteile werden uns eines Tages ins Mittelalter zurücksetzen oder ins Grab bringen, spätestens wenn der digitale Supergau einschlägt und uns wie ein Blitz trifft.


Elisabeth Putz

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