Egoismus ist sowohl positiv als auch negativ besetzt, denn man kann ihn von zwei Seiten betrachten. Der positive Egoismus gibt und nimmt, wobei das Geben der Beginn vom Nehmen ist. Er spendet und schenkt, damit sein Ego aufgewertet wird, und er wird dazu verwendet, um Gutes zu tun und darber lautstark zu berichten.
Habgier, Wolllust, Fresssucht, die egoistische Lge, Fremdgehen, soziopathische und psychopathische Neigungen, all dies z„hlt zum negativen Egoismus. Gutes tun und darber berichten, Geben, um danach zu Nehmen, Helfen, damit einem selber geholfen wird, all dies z„hlt zum positiven Egoismus. Wenn man als Sektenfhrer und Guru t„tig ist, tr„gt man ein grosses Stck des egoistischen Denkens und Handelns in sich, denn man macht Leute zu Untertanen, verspricht ihnen den Himmel auf Erden, oder den Himmel im Jenseits, und man bindet Menschen an sich, die h”rig werden.
Das Wort Egoismus kommt vom Wort Ego und bedeutet Ich-Bezogenheit, Eigenntzigkeit, Selbstsucht, Ich-Sucht, Eigenliebe und Selbstliebe. Der Egoist ist sich selbst am n„chsten, liebt sich, ist verliebt in seine Pers”nlichkeit und zeigt diese Liebe mehr oder weniger auch nach aussen hin, was man in seinen Handlungen und in seiner Denkweise feststellen kann. Wenn jeder auf sich selbst achtet, an sich selbst denkt, ist fr alle gesorgt und an alle gedacht.
Egoismen sind selbstschtige Handlungen, die dem Zweck dienen, das eigene Ego zu befriedigen. Man agiert selbstschtig, ist nur auf den eigenen Vorteil bedacht und bercksichtigt die Bedrfnisse anderer Menschen nicht. Wenn diese Handlungen zuf„llig auch anderen Leuten dienlich sind, k”nnte man den Egoisten durchaus als ethisch vertretbar einstufen, aber im allgemeinen gilt das Interesse nur der eigenen Person. Die meisten Egoisten bedienen sich der Egoismen und verstehen nicht, dass andere Menschen auch auf ihren Vorteil bedacht sein k”nnten, „rgern sich sogar darber, wenn sie diese Neigung bei Anderen feststellen, r„umen sich selbst jedoch die gr”ssten Freiheiten und Freir„ume ein. Egoisten, die sich zu vieler Egoismen bedienen, gelten als rcksichtslos, negativ und grausam. Der Begriff gewinnt kaum an Anerkennung, obwohl ein gesunder Egoismus durchaus hilfreich sein kann, um nicht permanent ausgenutzt zu werden.
Am schlimmsten ist die Egomanie. Hier handelt der Egoist zu Lasten von anderen Menschen und nimmt in Kauf, dass andere leiden, nur damit es ihm gut geht. Egomanie wird in der Praxis oft positiv gedeutet, versteckt ausgebt und allgemein akzeptiert. Der psychologische Egoismus geht davon aus, dass sich jeder selbst der N„chste ist, dass man seine Mitmenschen so lieben soll wie sich selbst, und dass man sich viel Gutes tun sollte. Der wirtschaftliche Egoismus, der Homo-™konomikus, geht davon aus, dass der Einzelne von der Massenproduktion profitiert, dass die Steuererleichterungen der Superrreichen, quasi der Trickle Down Effekt, dem Normalverbraucher hilft, und dass ein steigendes Wirtschaftswachstum Reichtum bedeutet. Diese Annahme ist egoistisch, denn es profitieren im Grunde nur wenige Menschen davon, aber die High Society spendet auch viel, w„hrend sie trinkt, lacht und tanzt.
Vom Egoismus weit entfernt ist sein Gegenspieler, der Altruismus. Um altruistisch zu sein, muss man zuerst mit sich selbst so zufrieden sein, dass man keine egoistischen Ziele mehr verfolgt, nur helfen m”chte und die anderen Menschen in den Mittelpunkt stellt, w„hrend man sich selbst vernachl„ssigt. Altruistisch zu sein, ist zwar l”blich, aber nicht immer dienlich. Karmisch gesehen kommt jede Handlung in Form von Energie wie ein Boomerang zurck, und so sollte man einen Mittelweg finden, zwischen egoistischem und altruistischem Handeln, einen sogenannten reziproken Altruismus ausleben, denn das Mutter-Theresa Syndrom kann den eingefleischten Altruisten ruinieren, wenn er zu viel gibt.
Viele Egoisten leben ihr sattes Ego wie eine fanatische Religion aus und bestimmen, was gut, und was b”se ist. In zahlreichen Religionen, vor allem im Christentum, darf man nicht egoistisch sein. Diese Haltung ist schwer umzusetzen, da ein gewisses eigenntziges Verhalten von Natur aus in uns verankert ist. Selbst die Bisch”fe der Antike und des Mittelalters pflegten gr”sstenteils einen prunkvollen, egoistisch orientierten Lebensstil und waren den weltlichen Dingen gegenber nicht abgeneigt. So gesehen ist die Religion eine Herausforderung, seinen Egoismus abzulegen, oder wenigstens ein wenig einzuschr„nken. Wenn man die Religionen aus dem Blickwinkel des Egoisten betrachtet, so zwingt er seinen Glauben anderen Menschen auf, meidet Andersgl„ubige und betet gleichzeitig fr den Weltfrieden, aber mittlerweile gehen viele Leute dazu ber, keinerlei Religion fanatisch nachzugehen und stattdessen die Menschheit vollends so zu akzeptieren, wie sie eben ist.
Zahlreiche Politiker verfolgen ihr Eigeninteresse, besonders im Wahlkampf. Wenn ein Staat regulierende Gesetze beschliesst, so hat dies nicht immer nur positive Auswirkungen. Man fhlt sich zu stark eingeschr„nkt und verliert das Interesse, aus eigener Initiative heraus altruistisch zu handeln, weil der Staat ohnehin fr alle sorgt. So w„re auch das bedingungslose Grundeinkommen fr alle Menschen nicht unbedingt der beste Weg, um eine Gesellschaft gesund wachsen zu lassen. Andererseits kann eine zu strenge Deregulierung dazu fhren, dass viele Menschen verarmen, w„hrend wenige zu immer mehr Reichtum gelangen, weil jeder darauf achtet, dass er sich in finanzielle Sicherheit bringt. Im Notfall steht n„mlich kein Staat mit Sozialleistungen hinter seinem Volk, wenn er pleite geht.
Der eingefleischte Egoist stellt die eigenen Bedrfnisse ganz vorne, ganz oben, brillant sichtbar, frontal hin und wartet, bis ein Altruist des Weges kommt, um diese Bedrfnisse zu decken. Hierzu verwendet man die Ellenbogentechnik, legt sich Nutzungsbekannte zu, die man bei Bedarf wieder entsorgt, natrlich so stilvoll, dass sie es nicht bemerken. Egoisten zerfliessen in Selbstmitleid und Selbstliebe zugleich, da sie die ausgepr„gte Selbstdarstellung lieben. Sie lieben es, im Mittelpunkt des Geschehens zu sein, sie baden in der Masse des Fussvolks, welches sie anhimmelt, bewundert und hofiert.
Egoisten sind eitel, eiferschtig, extravagant, exotisch, extrovertiert, eine Art Gott in seiner barmherzigen Herrlichkeit, und der Teufel in seiner erbarmungslosen Selbstsucht zugleich. Sie k”nnen auf Knopfdruck heulen, wenn es die jeweilige Situation verlangt. Man sagt versehentlich den Skorpionen, den Schtzen, den L”wen und den Stieren eine Art Egoismus nach, wenn man die Astrologie bel„chelnd betrachtet, weil sie vor Allgemeinheit strotzt, aber im Grunde sagt das einzelne Sternzeichen nicht viel ber den Egoismus einer Person aus.
Egoisten gab es schon immer, und es wird sie ewig geben, da der Egoismus in uns schlummert und als soziales Verhalten gepr„gt wird. Das Konkurrenzdenken macht uns zu Egoisten, in gewisser Weise auch unsere Erziehungsmethoden, denn psychologisch gesehen zchten sich einige Eltern kleine Egoisten heran, wenn Kindern ein egoistisches Handeln vorgelebt wird. Erwachsene sind die Idole der Kinder. Wenn unsere Gesellschaft immer geldorientierter, leistungsf„higer und aggressiver wird, leben wir eines Tages einen ungesunden Egoismus aus, der anderen Menschen schadet. Hier berlebt dann der St„rkere, womit der Darwinismus blht. Gerechtigkeit, Ethik und Moral, Solidarit„t und Gemeinschaft spielen dann keine Rolle mehr.
Der positive Egoismus geht davon aus, dass man sich selbst und anderen Menschen im besten Fall etwas Gutes tut, oder dass man zumindest niemandem schadet, wenn man sich selbst umschmeichelt. Ein guter Egoist ist ein positiv denkender, besonnener, selten bis nie beunruhigter Mensch, der die Gegebenheiten der Natur nutzt, um im Idealfall andere fr sich arbeiten zu lassen, ohne sie auszunutzen, oder fr andere dazusein, ohne sich selbst zu berlasten. Man muss ja nicht gleich alle Finger krmmen, um etwas zu erreichen, was auch ohne einen Finger krumm zu machen erreichbar ist. Positive Egoisten sind intelligent, ohne berheblich zu wirken, sorgen vor, denken nach, bevor sie jemanden kr„nken, und sie sind gerstet, wenn eventuelle N”te lauern.
Ein positiver Egoist leistet beispielsweise medizinische, humane und soziale Hilfe, fhlt sich dabei wohl, st„rkt sein Selbstwertgefhl dadurch und gedeiht durch sein Handeln wie eine blhende Blume. Wenn caritative Einrichtungen Spendengelder einsammeln, mit denen sie helfen, aber zugleich auch durch finanzielle Mittel den Verein und die Geh„lter der fest angestellten Mitarbeiter sichern, so ist dies ein Beispiel fr den positiven Egoismus. Wenn ein Arzt seine Patienten betreut und dafr ein Honorar verlangt, so ist dies auch positiv zu bewerten, selbst wenn er bermdet aus dem Nachtdienst kommt und die Kaffeemaschine blockiert.
Kein Mensch wird gerne in die unterste Schublade des negativen Egoismus geschoben, aber viele Leute neigen tendenziell dazu, sehr negativ egoistisch zu handeln. Wer sich selbst etwas Gutes tut und anderen Menschen dadurch einen Schaden zufgt, handelt negativ. Er darf sich keine Gedanken um sein Tun und Handeln machen, muss wie ein Soziopath agieren, sonst bereut er seine Taten schnell. Wenn gierige Aktion„re auf Staatenpleiten wetten, wenn Unternehmen mit Offshore-Firmen Steuern aus dem Weg gehen, wenn Superreiche auf Kreuzfahrtschiffen residieren, um in keinem Staat Steuern zu bezahlen, dann sind diese Lebensweisen negativ egoistisch behaftet, da man hiermit anderen Menschen indirekt schadet. Wenn man Karriere macht, die auf Kosten seiner Kollegen geht, schadet man seinen Mitarbeitern. Wenn man lgt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, und diese Lge schadet jemandem, dann handelt man zutiefst b”sartig.
Wer ein negativer Egoist ist, weiss, dass er auch einsam werden kann, aber nie lange, denn er sucht sich bald neue Freunde. Oft kommt es vor, dass Egoisten Freunde aus ihrem Freundeskreis ausmisten, die ihnen keinen Nutzen mehr erbringen, die krank werden, sozial absteigen oder verarmen. Hier erkennt der Normalverbraucher mit gesundem Menschenverstand erst sp„t, dass er mit einem negativen Egoisten befreundet war, wenn er wirklich Hilfe braucht, sein Freund jedoch verschwindet. Der intelligente Egoist l„sst seine unbrauchbaren Freundschaften erfrieren, indem er den Kontakt einfrieren l„sst. Dies kann ihm jedoch auch selber passieren, falls er eines Tages unbrauchbar wird. Sozial ist diese Lebenseinstellung nicht, und in vielen F„llen ist sie entwrdigend, aber das st”rt den negativen Egoisten nicht.
Gesunder Egoismus hat nicht viel mit der umstrittenen Ellenbogentechnik zu tun. Man kann beispielsweise Karriere machen, sich ein Prestige aufbauen und Anerkennung gewinnen, wenn man helfende H„nde wahrnimmt und mit seinen Mitmenschen in einer positiven Symbiose aus Geben und Nehmen lebt. Dies zeichnet den gesunden Egoisten aus. Er st„rkt sein Ego, aalt sich in Bewunderung, tut jedoch auch viel fr andere Leute. Kennen Sie das Buch von David Brecht: Die Kunst, kein Egoist zu sein? Die Lektre ist durchaus positiv zu bewerten, denn man lernt, dass der Egoismus nicht g„nzlich negativ zu sehen ist. Er hat auch seine positiven Seiten, wenn der gesunde Egoist die Balance zwischen Nehmen und Geben beherrscht.
Gesunde Egoisten leben besser. Sie kmmern sich nicht zu sehr darum, was andere Menschen ber sie denken, und diese Einstellung ist manchmal viel gesnder, als immer darauf zu achten, es allen Menschen recht zu machen. Ein gesunder Egoist lebt nach dem Leitsatz: Ich bekomme alles, was ich will, solange ich niemandem bewusst schade. Lieber Besucher, wenn belanglose Dinge als leise Hintergrundmusik wahrgenommen werden, ist der Blick frei fr das Wesentliche. Mit dieser Einstellung beachten Sie automatisch nicht mehr jede negative Aussage Ihrer Mitmenschen und konzentrieren sich endlich einmal auf sich selbst und Ihre eigenen Bedrfnisse. Der gesunde Egoist lebt und denkt positiv, geht selbstbewusst durchs Leben und kann seine Meinung auf charmante Art und Weise sagen.
Wenn Sie ein Egoist sein m”chten, mssen Sie lernen, eine gewisse Arroganz an den Tag zu legen, nicht zu viel, und nicht zu wenig, gerade genug, damit andere diese Arroganz dezent bemerken. Sie k”nnen mit Worten und kleinen Gesten, dem richtigen Augenaufschlag oder mit der aufrechten K”rperhaltung eine Brise Arroganz in Ihr Leben holen. Vielleicht paaren Sie die Arroganz mit einer Portion Einbildung, dann wird Ihre Ausstrahlung bereits aus der Ferne wahrgenommen, respektiert und aus einer gewissen Distanz heraus gefrchtet. So werden Sie zur Leitkuh und bestimmen, wo es im Leben entlang geht. Sie mssen bloss darauf achten, Ihre Mitmenschen mit Arroganz und Eitelkeit nicht zu erdrcken, sonst zerquetschen Sie den positiven Egoismus. Die Filmfigur des Dr. Boerne im Tatort ist ein Paradebeispiel fr diesen ausgepr„gten, jedoch gesunden Egoismus.
Sie ben”tigen ein stabiles, extrovertiertes Auftreten, welches Sie durch die reine Optik aufpeppen k”nnen. Kleiden Sie sich klassisch, stilsicher, vorteilhaft, nicht unbedingt verspielt oder leger. Sie ernten viele neidische, bewundernde Blicke, werden hofiert, ernst genommen, wahr genommen und geniessen automatisch einen aufmerksamen Status in der Gesellschaft. Sprechen Sie flssig, nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam oder unsicher. Ein Rhetoriktraining oder ein Schlagfertigkeitstraining kann Ihnen dabei helfen.
Egoisten leben besser, und so wohnen sie auch sch”ner. Ein Penthouse ist das passende Ambiente, hoch oben, denn auf der grosszgig eingerichteten Dachterrasse ist die Luft einfach sauberer. Man blickt auf das Fussvolk hinab, schaut ber die D„cher hinweg und dankt dem Himmel dafr, dass man ihm so nahe ist. Ein Egoist l„dt gerne Freunde und Bekannte ein, damit er zeigen kann, wie luxuri”s er lebt. In seinem Zuhause h„ngen vorwiegend Bilder und Gem„lde, die ihn als Person selber zeigen, denn er fhlt sich gut, wenn er von den W„nden zu den Besuchern hinabstrahlt. Und ein Egoist besitzt immer gengend Personal, denn er putzt nicht selber, l„sst sich bekochen und geniesst den Mietbutler, wenn Freunde zu Besuch sind. Die Wohnung dient als Statussymbol.
Ein Egoist braucht Ausstrahlung, weisse Z„hne, ein verfhrerisches L„cheln, Charme und Witz, damit das Charisma stimmt. Charismatische Menschen wirken anziehend, verfolgen ihre Ziele mit Beharrlichkeit, so charmant, dass niemand bemerkt, dass es sich um egoistische Ziele handelt. Der kluge Egoist wickelt die Mitmenschen um den Finger, sodass die Leute denken, es w„ren ihre eigenen Ziele. Wie ein seidenes Halstuch umarmt und umgarnt er die Menschen mit seiner fordernden Eleganz und Anmassung. Die Kunst, einen guten Ruf als Egoist zu besitzen liegt darin, dass die Menschen nicht viel vom Egoismus merken und dadurch viel fr den Egoisten tun, weil er doch so ein interessanter und charmanter Typ ist.
Egoisten lieben sich selbst am meisten, aber sie ben”tigen die Liebe ihrer Mitmenschen, da sie diese als Nutzungsbekannte ben”tigen. Wenn ein Egoist seinen Freunden zuh”rt, erz„hlt er schnell von sich selbst, damit er den seelischen Mll anderer Leute nicht verarbeiten muss. So glauben die Freunde, sie werden ernst genommen, dabei geht es in jedem Gespr„ch vordergrndig um den Egoisten selber, ohne dass die Freunde es bemerken. Ein intelligenter Egoist holt sich auch von berall her Hilfe, fr die er m”glichst wenig bezahlen muss, denn sein Charme spricht B„nde, sodass er offene Tren einrennt, wenn er Hilfe braucht. Er schafft es, geliebt zu werden, weil er mit seiner positiven Art die Menschen wie ein Magnet, wie ein Honigbrot anzieht.
Nutzungsbekannte sind naive Freunde, die man im Regen stehen l„sst, wenn sie Hilfe brauchen, aber man l„sst sie im Glauben, dass man gerne Zeit fr sie h„tte. Ein intelligenter Egoist sucht sich seinen Freundeskreis nach sozialen und beruflichen Argumenten, nach einem guten Status aus, da er von ihnen profitieren m”chte. Es entstehen oft Symbiosen, die sich gegenseitig helfen, auch wenn die Sympathie nicht im Vordergrund steht. Man l„dt Gesch„ftsfreunde zum Essen ein, richtet Gartenpartys aus, nur um wieder voneinander zu profitieren, selbst wenn man sich gegenseitig nicht leiden kann.
Das Ego bezeichnet wissenschaftlich gesehen das Ich, psychologisch gesehen das Selbst, und in unserer herk”mmlichen Sprache das Selbstbewusstsein, das Selbstwertgefhl, wobei ich nicht weiss, ob uns so manch ein Ego nicht eher im Weg steht, anstatt dass es uns hilft. Egoisten ben”tigen ein ausgepr„gtes Ego, um ihre Ziele zu verfolgen, denn sie zwingen den Altruisten oftmals mit Charme und Pistole in Situationen hinein, die ihnen dienen, dem Altruisten jedoch im Magen stecken bleiben. Wenn ein Mensch tiefe Verzweiflung zeigt, aber am n„chsten Tag froh und frisch lacht, erkennt man in ihm einen Egoisten mit soziopathischen Zgen, denn er kennt weder Traurigkeit, noch kennt er ein gesundes Schamgefhl.
Frher musste man sein Ego st„rken, heute muss man es eher zgeln, denn die Welt, besonders die Wirtschaft, wird immer egoistischer. Der moderne Egoist hilft, damit er gelobt wird, er reisst das Geld an sich und lgt im richtigen Moment, damit er sich seinen Vorteil sichert. Dies alles macht er so geschickt, dass er eher als Guru gilt, dem alle Leute hinterher laufen.
Wie st„rkt man sein Ego, und wie peppt man seine Pers”nlichkeit auf? Das gute Image, das Prestige, die Anerkennung und die mediale Pr„senz sind wichtige Bausteine, um das Selbstbild in ein gutes Bild zu pressen. Man kann Charity-Veranstaltungen besuchen und spenden, wenn die Kameras auf das eigene Ego gerichtet sind, man kann caritative Einrichtungen untersttzen, wenn man sich danach seelisch und egobetont wohl fhlt, falls man ein Dankesch”n erh„lt, oder man kann sich selbst und seine Pers”nlichkeit stylen, denn so wie ein Mensch auftritt, so wird er auch wahrgenommen. Schlanke Frauen werden geliebt, weil man in ihnen Disziplin erkennt. Grosse M„nner werden geliebt, weil man in ihnen St„rke vermutet, aber beides ist schwer erreichbar, wenn man klein, mollig und schokoladenschtig ist. Und genau hier hilft es, wenn man sein inneres Ego aufpeppt, indem man etwas Grossartiges leistet, das man nach aussen hin pr„sentieren kann.