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Was ist ein Egoist?

Egoistisches SchweinEgoismus entstammt dem Wort Ego und bedeutet Ich-Bezogenheit, Eigennützigkeit, Selbstsucht, Ich-Sucht, Eigenliebe und Selbstliebe. Der Egoist ist sich selbst am nächsten, liebt sich, ist verliebt in seine Persönlichkeit und zeigt diese Liebe mehr oder weniger auch nach aussen hin, was man in seinen Handlungen und in seiner Denkweise feststellen kann.

Egoismen sind selbstsüchtige Handlungen, die dem Zweck dienen, das eigene Ego zu befriedigen. Man agiert selbstsüchtig, ist nur auf den eigenen Vorteil bedacht und berücksichtigt die Bedürfnisse anderer Menschen nicht. Wenn diese Handlungen zufällig auch anderen Leuten dienlich sind, könnte man den Egoisten durchaus als ethisch vertretbar einstufen, aber im allgemeinen gilt das Interesse nur der eigenen Person. Egoisten verstehen nicht, dass andere Menschen auch auf ihren Vorteil bedacht sein könnten, ärgern sich sogar darüber, wenn sie diese Neigung bei Anderen feststellen, räumen sich selbst jedoch die grössten Freiheiten und Freiräume ein.

Egoisten gelten als rücksichtslos, negativ und grausam. Der Begriff gewinnt kaum an Anerkennung, obwohl ein gesunder Egoismus durchaus hilfreich sein kann, um nicht permanent ausgenutzt zu werden. Am schlimmsten ist die Egomanie. Hier handelt der Egoist zu Lasten von anderen Menschen und nimmt in Kauf, dass andere leiden, nur damit es ihm gut geht. Der psychologische Egoismus geht hingegen davon aus, dass sich jeder selbst der Nächste ist, dass man seine Mitmenschen so lieben soll wie sich selbst, und dass man sich viel Gutes tun sollte. Der wirtschaftliche Egoismus, der Homo-Ökonomikus, geht davon aus, dass der Einzelne von der Massenproduktion profitiert, dass die Steuererleichterungen der Superrreichen, quasi der Tripple Down Effekt, dem Normalverbraucher hilft, und dass ein steigendes Wirtschaftswachstum Reichtum bedeutet. Diese Annahme ist egoistisch, denn es profitieren im Grunde nur wenige Menschen davon.

Vom Egoismus weit entfernt ist sein Gegenspieler, der Altruismus. Um altruistisch zu sein, muss man jedoch zuerst mit sich selbst so zufrieden sein, dass man keine egoistischen Ziele mehr verfolgt, nur helfen möchte und die anderen Menschen in den Mittelpunkt stellt, während man sich selbst vernachlässigt. Altruistisch zu sein, ist zwar löblich, aber im Grunde schadet man sich damit genauso wie mit dem egoistischen Handeln, welches anderen Leuten schadet. Karmisch gesehen kommt jede Handlung in Form von Energie wie ein Boomerang zurück, und so sollte man einen Mittelweg finden, zwischen egoistischem und altruistischem Handeln, einen sogenannten reziproken Altruismus ausleben. Man sollte sich bei jeder Handlung fragen: Schade ich damit anderen Leuten? Was bringt es mir selbst, und was bringt es anderen Menschen?

Egoisten gab es schon immer, und es wird sie ewig geben, da der Egoismus in uns verankert ist und als soziales Verhalten geprägt wird. Das Konkurrenzdenken macht uns zu Egoisten, in gewisser Weise auch unsere Erziehungsmethoden, denn psychologisch gesehen züchten sich einige Eltern kleine Egoisten heran, wenn Kindern ein egoistisches Handeln vorgelebt wird. Erwachsene sind die Idole der Kinder. Wenn unsere Gesellschaft immer geldorientierter, leistungsfähiger und aggressiver wird, leben wir eines Tages einen ungesunden Egoismus aus, der anderen Menschen schadet. Hier überlebt dann der Stärkere. Gerechtigkeit, Ethik und Moral, Solidarität und Gemeinschaft spielen dann keine Rolle mehr.

Der Egoismus in der Religion

In zahlreichen Religionen, vor allem im Christentum, darf man nicht egoistisch sein. Diese Haltung ist schwer umzusetzen, da ein gewisses eigennütziges Verhalten von Natur aus in uns verankert ist. Selbst die Bischöfe der Antike und des Mittelalters pflegten grösstenteils einen prunkvollen, egoistisch orientierten Lebensstil und waren den weltlichen Dingen gegenüber nicht abgeneigt. So gesehen ist die Religion eine Herausforderung, seinen Egoismus abzulegen, oder wenigstens ein wenig einzuschränken.

Der Egoismus in der Politik

Zahlreiche Politiker verfolgen ihr Eigeninteresse, besonders im Wahlkampf. Wenn ein Staat regulierende Gesetze gegen den Egoismus beschliesst, so hat dies nicht immer nur positive Auswirkungen. Man fühlt sich zu stark eingeschränkt und verliert das Interesse, aus eigener Initiative heraus altruistisch zu handeln, weil der Staat ohnehin für alle sorgt. So wäre auch das bedingungslose Grundeinkommen für alle Menschen nicht unbedingt der beste Weg, um eine Gesellschaft gesund wachsen zu lassen. Andererseits kann eine zu strenge Deregulierung dazu führen, dass viele Menschen verarmen, während wenige zu immer mehr Reichtum gelangen, weil jeder darauf achtet, dass er sich in finanzielle Sicherheit bringt. Im Notfall steht nämlich kein Staat mit Sozialleistungen hinter seinem Volk, wenn die Politik nicht eingreift.

Wie wird man ein positiver Egoist?

Der positive Egoismus geht davon aus, dass man sich selbst und anderen Menschen im besten Fall etwas Gutes tut, oder dass man zumindest niemandem schadet, wenn man sich selbst etwas Gutes tut. Ein positiver Egoist wird man, wenn man anderen hilft, medizinische, humane und soziale Hilfe leistet, wenn man sich dabei wohlfühlt, sein Selbstbewusstsein damit stärkt und durch sein Handeln gedeiht. Wenn caritative Einrichtungen Spendengelder einsammeln, mit denen sie helfen, aber zugleich auch durch finanzielle Mittel den Verein und die Gehälter der fest angestellten Mitarbeiter sichern, so ist dies ein Beispiel für den positiven Egoismus. Wenn ein Arzt seine Patienten betreut und dafür ein Honorar verlangt, so ist dies auch positiv zu bewerten.

Wie wird man ein negativer Egoist?

Ich denke, kein Mensch wird gerne in die Schublade des negativen Egoismus geschoben, aber viele Leute neigen tendenziell dazu, sehr negativ egoistisch zu handeln. Wer sich selbst etwas Gutes tut und anderen Menschen dadurch einen Schaden zufügt, handelt negativ. Er darf sich keine Gedanken um sein Tun und Handeln machen, muss wie ein Soziopath agieren, sonst bereut er seine Taten schnell. Wenn gierige Aktionäre auf Staatenpleiten wetten, wenn Unternehmen mit Offshore-Firmen Steuern aus dem Weg gehen, wenn Superreiche auf Kreuzfahrtschiffen residieren, um in keinem Staat Steuern zu bezahlen, dann sind diese Lebensweisen negativ egoistisch behaftet, da man hiermit anderen Menschen indirekt schadet. Wenn man Karriere macht, die auf Kosten seiner Kollegen geht, schadet man seinen Mitarbeitern. Wenn man lügt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, und diese Lüge schadet jemandem, dann handelt man zutiefst bösartig.

Wie wird man ein gesunder Egoist?

Gesunder Egoismus hat nicht viel mit der umstrittenen Ellenbogentechnik oder Ellenbogentaktik zu tun. Man kann beispielsweise Karriere machen, sich ein Prestige aufbauen und Anerkennung gewinnen, wenn man helfende Hände wahrnimmt und mit seinen Mitmenschen in einer positiven Symbiose aus Geben und Nehmen lebt. Dies zeichnet den gesunden Egoisten aus. Er stärkt sein Ego, aalt sich in Bewunderung, tut jedoch auch viel für andere Leute.

Kennen Sie das Buch von David Brecht: Die Kunst, kein Egoist zu sein? Ich habe es als Wiederkäuer bereits viermal als Hörbuch durchgelesen und beim vierten Mal sogar verstanden. Die Lektüre ist durchaus positiv zu bewerten, denn man lernt, dass der Egoismus nicht gänzlich negativ zu sehen ist. Er hat auch seine positiven Seiten.

Egoisten leben durchaus gesund. Sie kümmern sich nicht zu sehr darum, was andere Menschen über sie denken, und diese Einstellung ist manchmal viel gesünder, als immer darauf zu achten, es allen Menschen recht zu machen.

Sie als Egoist müssen sich einen einfachen Leitsatz merken: Ich bekomme, was ich will, woran ich glaube und was ich denke, und alles andere ist belanglose Hintergrundmusik. Mit dieser Einstellung beachten Sie automatisch nicht mehr jede negative Aussage Ihrer Mitmenschen und konzentrieren sich endlich einmal auf sich selbst und Ihre eigenen Bedürfnisse. Der gesunde Egoist lebt und denkt positiv, geht selbstbewusst durchs Leben und kann seine Meinung auf charmante Art und Weise sagen.

Was braucht ein Egoist?

Wenn Sie ein guter Egoist sein möchten, müssen Sie lernen, ein wenig arrogant zu sein, nur ein bisschen, damit man es Ihnen nicht von Weitem ansieht, aber doch merkt. Sie können mit Worten und kleinen Gesten, dem richtigen Augenaufschlag oder mit der aufrechten Körperhaltung eine Brise Arroganz in Ihr Leben holen. Egoisten sind auch ein wenig eingebildet und eitel. Das können wirklich durchaus positive Eigenschaften sein, wenn man sie dosiert einsetzt und die Mitmenschen mit der Eitelkeit und der Einbildung nicht zerquetscht.

Sie benötigen ein stabiles, extrovertiertes Auftreten, welches Sie durch die reine Optik aufpeppen können. Kleiden Sie sich klassisch, stilsicher, vorteilhaft, nicht unbedingt verspielt oder leger. Sie ernten viele neidische, bewundernde Blicke, werden hofiert, ernst genommen, wahr genommen und geniessen automatisch einen aufmerksamen Status in der Gesellschaft. Sprechen Sie flüssig, nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam oder unsicher. Ein Rhetoriktraining oder ein Schlagfertigkeitstraining kann Ihnen dabei helfen.

Der Egoist braucht das passende Ambiente

Egoisten leben besser, und so wohnen sie auch schöner. Ein Penthouse ist das passende Ambiente, hoch oben, denn auf der grosszügig eingerichteten Dachterrasse ist die Luft einfach sauberer. Man blickt auf das Fussvolk hinab, schaut über die Dächer hinweg und dankt dem Himmel dafür, dass man ihm so nahe ist. Ein Egoist lädt gerne Freunde und Bekannte ein, damit er zeigen kann, wie luxuriös er lebt. In seinem Zuhause hängen vorwiegend Bilder und Gemälde, die ihn als Person selber zeigen, denn er fühlt sich gut, wenn er von den Wänden zu den Besuchern hinabstrahlt. Und ein Egoist besitzt immer genügend Personal, denn er putzt nicht selber, lässt sich bekochen und geniesst den Mietbutler, wenn Freunde zu Besuch sind. Die Wohnung dient als Statussymbol.

Der Egoist braucht einen guten Ruf, Charisma und Ausstrahlung

Ein Egoist braucht Ausstrahlung, weisse Zähne, ein verführerisches Lächeln, Charme und Witz, damit das Charisma stimmt. Charismatische Menschen wirken anziehend, verfolgen ihre Ziele mit Beharrlichkeit, so charmant, dass niemand bemerkt, dass es sich um egoistische Ziele handelt. Der kluge Egoist wickelt die Mitmenschen um den Finger, sodass die Leute denken, es wären ihre eigenen Ziele. Wie ein seidenes Halstuch umarmt und umgarnt er die Menschen mit seiner fordernden Eleganz und Anmassung. Die Kunst, einen guten Ruf als Egoist zu besitzen liegt darin, dass die Menschen nicht viel vom Egoismus merken und dadurch viel für den Egoisten tun, weil er doch so ein interessanter und charmanter Typ ist.

Der Egoist braucht Nutzungsbekannte

Egoisten lieben sich selbst am meisten, aber sie benötigen die Liebe ihrer Mitmenschen, da sie diese als Nutzungsbekannte benötigen. Wenn ein Egoist seinen Freunden zuhört, erzählt er schnell von sich selbst, damit er den seelischen Müll anderer Leute nicht verarbeiten muss. So glauben die Freunde, sie werden ernst genommen, dabei geht es in jedem Gespräch vordergründig um den Egoisten selber, ohne dass die Freunde es bemerken. Ein intelligenter Egoist holt sich auch von überall her Hilfe, für die er möglichst wenig bezahlen muss, denn sein Charme spricht Bände, sodass er offene Türen einrennt, wenn er Hilfe braucht. Er schafft es, geliebt zu werden, weil er mit seiner positiven Art die Menschen wie ein Magnet, wie ein Honigbrot anzieht.

Nutzungsbekannte sind Freunde und Bekannte, deren Nutzen man zu schätzen weiss, deren seelischen Müll man jedoch nicht ertragen möchte, und so hat man nie Zeit, wenn sie Hilfe brauchen, aber man lässt sie im Glauben, dass man gerne Zeit für sie hätte. Ein intelligenter Egoist sucht sich seinen Freundeskreis nach sozialen und beruflichen Argumenten, nach einem guten Status aus, da er von ihnen profitieren möchte. Es entstehen oft Symbiosen, die sich gegenseitig helfen, auch wenn die Sympathie nicht im Vordergrund steht. Man lädt Geschäftsfreunde zum Essen ein, richtet Gartenpartys aus, nur um wieder voneinander zu profitieren, selbst wenn man sich gegenseitig nicht leiden kann.

Egoisten müssen Einsamkeit ertragen

Wer ein Egoist ist, weiss, dass er auch einsam werden kann, aber nie lange, denn er sucht sich bald neue Freunde. Oft kommt es vor, dass Egoisten Freunde aus ihrem Freundeskreis ausmisten, die ihnen keinen Nutzen mehr erbringen, die krank werden, sozial absteigen oder verarmen. Hier erkennt der Normalverbraucher mit gesundem Menschenverstand erst, dass er mit einem Egoisten befreundet war, wenn er wirklich Hilfe braucht, sein Freund jedoch verschwindet. Der intelligente Egoist lässt seine unbrauchbaren Freundschaften erfrieren, indem er den Kontakt einfrieren lässt. Dies kann ihm jedoch auch selber passieren, falls er eines Tages unbrauchbar wird. Sozial ist diese Lebenseinstellung nicht, und ich muss sagen, sie ist nahezu entwürdigend. Ich habe aus Erfahrung gelernt. Ich suche mir meine Freunde aus reiner Sympathie aus, biete meine Hilfe an, scheue jedoch den Kontakt zu Leuten, die vorwiegend über sich selbst reden und nie da sind, wenn man sie braucht.

Ego stärken - So werden Sie selbstbewusst

Egoistisches SchweinDas Ego bezeichnet wissenschaftlich gesehen das Ich, psychologisch gesehen das Selbst, und in unserer herkömmlichen Sprache das Selbstbewusstsein, das Selbstwertgefühl, wobei ich nicht weiss, ob uns so manch ein Ego nicht eher im Weg steht, anstatt dass es uns hilft.

Früher musste man sein Ego stärken, heute muss man es eher zügeln, denn die Welt, besonders die Wirtschaft, wird immer egoistischer. Der moderne Egoist hilft, damit er gelobt wird, er reisst das Geld an sich und lügt im richtigen Moment, damit er sich seinen Vorteil sichert. Dies alles macht er so geschickt, dass er eher als Guru gilt, dem alle Leute hinterher laufen.

Im Grunde besitzt jeder von uns ein mehr oder weniger ausgeprägtes Ego, selbst die graue Maus. Tatsächlich wurde an Mäusen getestet, wie stark ihr Selbstwertgefühl ausgeprägt war, indem man die Darmbakterien der Mäuse durchleuchtete. So gesehen sitzt ein grosser Teil unseres Selbstwertgefühls im Darm, der mit unserem Gehirn kommuniziert. Milchsäurebakterien können uns angstfreier und selbstbewusster machen.

Um sein Selbstbewusstsein zu steigern, sollte man versuchen, im Sein und nicht im Haben zu leben. Materielle Dinge sind vergänglich, müssen gesichert und gepflegt werden, stellen Image und Prestige dar, während das pure Sein ein inneres Gefühl ist, welches ohne materielles Handeln und Denken präsent ist. Dinge kann man verlieren, die inneren Werte bleiben erhalten. Daran werde ich in Zukunft denken, wenn mein Kleiderschrank überquillt und trotzdem leer ist.

Menschen mit einem gesunden Ego verwenden ihren Verstand zum Denken und ihr Herz zum Handeln, denn nur so kann die innere Intuition leben, Entscheidungen treffen und uns vor Fehlern und Schaden bewahren. Wer auf sein Bauchgefühl hört, kann Fehler vermeiden, aber zu oft ignorieren wir es, weil unser Verstand etwas anderes sagt. Ich mache die gleichen Fehler immer wieder, weil ich noch nicht selbstbewusst genug bin, um auf meine innere Stimme zu hören.

Sein Selbstbewusstsein stärkt man mit einer eigenen Meinung, denn so erhält man die nötige Aufmerksamkeit. Manche Politiker vertreten oftmals nur die schwammige Meinung der Mehrheit des Volkes, variieren dabei so stark, dass sie am Ende keine feste Meinung mehr vertreten. Vereinzelte Politiker halten jedoch gezielt an ihren Entscheidungen fest und werden dadurch zu echten Führungspersönlichkeiten.

Sein Selbstwertgefühl stärkt man auch dadurch, dass man sich Ziele setzt, welche man kontinuierlich verfolgt, bis man ans Ziel kommt. Irren ist erlaubt, denn wenn man auf halber Strecke entdeckt, dass eine Sache nicht zum Ziel führen kann, muss man umdenken und einen anderen Weg gehen. Ich bin überdimensional beharrlich, erschreckend langatmig auf dem Weg zu meinen Zielen, aber selbst mir ist es schon passiert, dass ich Dinge entdeckte, die nicht gut waren.

Selbstbewusste Menschen gestehen sich und anderen eventuelle Fehler, Irrtümer und falsche Handlungen ein. Angsthasen, die fürchten, ihre Macht zu verlieren, warten ab, bis sie auffliegen, oder sie verkaufen ihre Fehlentscheidungen als Erfolgskonzepte. Es ist mit Zug und Auto vergleichbar. Wer sich ins Auto setzt, muss seinen Weg trotz Navigationssystem selber ansteuern. Wer sich in den Zug setzt, kann in die falsche Richtung fahren, er muss jedoch nicht selber die Notbremse ziehen, wenn er dies bemerkt, er wartet ab, bis der Zug in den nächsten Bahnhof einfährt.

Das Ego braucht materielle Dinge

Oberflächlich gesehen kann man sein Ego mit materiellen Dingen füllen, es wird jedes Mal wenigstens kurzfristig Freude daran haben. Die Seele ist in materiellen Dingen sehr bescheiden, ja fast schon zu bescheiden, denn die Seele möchte nur leben und lieben. Unser Ego will ausführlich leben und intensiv körperlich lieben, wenn die Figur und der Gesichtsausdruck stimmen. Das Ego möchte feiern und den Champagner in der Tonne kaufen.

Selbstbewusst können wir nur durchs Leben gehen, wenn wir unser oberflächliches Ego ein Stück weit aus unseren Gedanken verbannen und uns auf altruistische Dinge konzentrieren. Wer spendet, gehört beispielsweise zur oberen Gesellschaftsschicht, und so könnten wir einen Teil unseres Geldes spenden, um uns bewusst zu werden, dass wir viel besitzen.

Das Ego braucht eine Luxusimmobilie

Unser Ego will herrschaftlich residieren, und so sehnen wir uns danach, in einer Luxusimmobilie zu wohnen, um unser Selbstwertgefühl zu stärken. Auf jeden Fall braucht das ausgeprägte Ego eine schöne Villa, denn mit dem richtigen Interieur fühlt es sich rundum geborgen im seidenen Look aus Luxus und Prestige. Manche Egos bevorzugen auch das glamouröse Penthouse, denn da oben atmet man einfach mehr Himmel ein.

 Übrigens braucht die bodenständige Villa, die als Alternative zum Penthouse dient, einen grossen Garten, einen Park, denn man will ja auch beim täglichen Spaziergang mit dem Hund unter sich bleiben. Die Villa braucht eine Terrasse mit Pool. Wenn man sich den Pool von unten beleuchten lässt, sieht man beim Nacktbaden alles, was ansonsten in der Dunkelheit der Nacht verborgen bleibt.

Selbstbewusst lebt man, wenn man zwar in einer Villa oder einem Penthouse wohnt, aber es nicht unbedingt zum Glücklichsein braucht. Noch selbstbewusster lebt man, wenn man auf den pompösen Wohnstil verzichtet, jedoch weiss, dass man ihn sich leisten könnte.

Das Ego braucht eine Luxuslimousine

Unser Ego möchte blitzschnell unterwegs sein und zeigen, welche luxuriösen vier Räder unter ihm dahin rollen und mit ihm die Autobahn des Lebens entlang fahren. Ein Auto wäre hier echt fehl am Platz, denn so ein normales Auto würde vor Scham im Erdboden versinken, wenn es neben der schicken Luxuslimousine parken müsste. Die Luxuslimousine muss wenigstens eine Minibar, einen kleinen Pool und einen trendigen Flachbildfernseher im Wagen haben, denn man gönnt sich ja sonst nichts.

Selbstbewusst wird man erst, wenn man sich traut, in einem kleinen Auto unterwegs zu sein, obwohl man sich eine Luxuslimousine leisten könnte. Selbstbewusste Menschen brauchen keine starken Motoren, sie gehen sogar manchmal zu Fuss, um gesünder ans Ziel zu kommen. Die Erfolgsleiter des Lebens erklimmt man meistens, indem man sie selbst mit eigenen Füssen empor klettert.

Das Ego braucht den Luxusurlaub

Das Ego bucht eine Luxuskreuzfahrt, wenn es Urlaub machen will. Auf dem Kreuzfahrtschiff erlebt man die halbe Welt, ohne sich grossartig bewegen zu müssen. Die Seele setzt sich auf einem Platz nieder und harrt dort in sich gekehrt, vollkommen mit sich zufrieden aus. Das ist der leidende und stille Tod fürs Ego, denn es ist wie ein Wanderpokal mit Niveau.

Das Selbstbewusstsein stärkt man, indem man seinen Urlaub mit einer guten Tat verbindet, beispielsweise Flüchtlingen hilft, die gestrandet sind. Wer seinen Jahresurlaub halbiert und die Hälfte des Urlaubs in ehrenamtliche Projekte steckt, geniesst seine Kreuzfahrt viel intensiver, als wenn er bloss ständig unterwegs ist und sich achtlos dem Jet-Set-Publikum hingibt. Nur sollte man sich eine Aussenkabine am Schiff leisten, denn da sieht man mehr als in einer Innenkabine.

Das Ego braucht Multimedia

Unser Ego braucht ein Luxus-Smartphone, vorzugsweise in echtem Gold, damit die SMS und MMS Nachrichten stilvoll versendet werden können und die Selfies eine symbolische Hochwertigkeit erlangen, denn Telefonieren ist zu einem aussterbenden Faktor geworden. Man unterhält sich auf Facebook, präsentiert sich mit all seinem Luxus im Netz und stellt sein materielles Leben zur Schau. Man sammelt likes dafür und stärkt so sein Ego.

Selbstbewusste Menschen nutzen das Smartphone, um mobil zu sein, damit sie erreichbar sind, wenn sie gebraucht werden. Sie nutzen das Internet, um positive Botschaften blitzschnell im Netz zu verbreiten, um Hilfsprojekte anzukurbeln und um anderen Menschen Mut zu machen. Selbstbewusst lebt man, wenn man nicht darauf angewiesen ist, wie viele Leute den eigenen Luxuskörper geliked und geshared haben.

Das Ego braucht Geld

Geld riecht nicht sonderlich gut, und trotzdem tut es uns gut, wenn man es besitzt, darin schwimmt und anschliessend kein Handtuch benötigt, um sich abzutrocknen, weil Geld macht uns nur reich, nicht nass. Fürs Ego ist finanzieller Reichtum das Prestige in der Brieftasche, mit dem man sich Glück kaufen kann. Für die Seele ist Geld bloss Papier, welches die Welt retten oder zerstören kann.

Selbstbewusste Menschen geben ihr Geld nicht für unnötigen materiellen Reichtum aus, da ihnen shoppen keine Zufriedenheit bringt. Sie investieren es in gute Projekte, schauen zu, wie sich andere Menschen freuen und sind dankbar, dass sie mit ihrem Geld helfen konnten. Erst danach kaufen sie sich etwas Schönes, an dem sie sich erfreuen. So sind sie doppelt zufrieden.

So wird man selbstbewusst

Das Ego lebt lange zu Hause und lässt sich von Mama den Hemdkragen zurechtrücken, da es im Hotel Mama alles gratis gibt und der bequeme Lebensstil überwiegt. Mutter kocht, putzt, wäscht die Wäsche und sorgt fürs körperliche Wohl. Selbstbewusst kann man jedoch nur werden, wenn man das Elternhaus verlässt und auf eigenen Beinen steht. Am Sonntag darf man ohnehin wieder zu Mama kommen, wenn Kaffee und Kuchen winken.

Das Ego braucht einen attraktiven Partner, den man herzeigen kann, ohne sich für ihn zu schämen. Das Leben muss vorzeigbar sein, damit man seinen Freunden beim Golfen zeigen kann, wie hart man für die 18 Loch Strategie gearbeitet hat. Die Kinder müssen präsentierbar sein, eine gute Ausbildung und einen tollen Job vorweisen, denn Prestige und Geld regieren die Welt des Trendsetters. Selbstbewusst lebt man jedoch erst, wenn man den Herzenspartner gefunden hat, die Fehler und Macken seiner Kinder akzeptiert und Golf spielt, ohne dass man immer gewinnen muss.

Das Ego braucht einen Luxuskörper, welcher mit dem neuesten Anti-Aging Mittel auf ewig jung getrimmt wurde. Der Körper geht ins Fitnessstudio, ins Solarium und anschliessend in eine Edeldisco, um sich zu zeigen. Die Seele bleibt zu Hause, gefangen in einem oberflächlichen Körper und heult still ins nicht vorhandene Kopfkissen hinein. Selbstbewusst geht man jedoch durchs Leben, wenn man sich in all seiner Natürlichkeit akzeptiert, seinen Körper liebt und ihn gesund hält, ohne dass man ihn mit Anti-Aging Eingriffen quält.

So bekommen Sie ein selbstbewusstes Aussehen

Benötigen Sie mehr Pepp im Leben? Wir spiegeln ja im Alltag das wieder, was wir innerlich und äusserlich verkörpern. Und da mir aufgefallen ist, dass manche Menschen leicht und unbeschwert durchs Leben gehen, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, warum dies so ist.

Lieber Besucher, verachten Sie mich ruhig, aber ich habe herausgefunden, dass es die puren Äusserlichkeiten sind, welche uns das Leben erleichtern. Schöne Menschen bekommen leichter einen Job, auch wenn sie leichter im Gehirn konstruiert sind. Schöne Menschen finden leichter einen Partner, auch wenn manche dieser Partnerschaften an Leichtigkeit schneller wieder zerbricht. Schöne Menschen werden zuvorkommend und respektvoll behandelt, denn man sieht ja zuerst die brillante Oberfläche, bevor man ins Hirn hineinschaut.

Und weil dies so ist, habe ich, so grausam es ist, ein Lifestyleprogramm zusammengestellt, welches den herkömmlich aussehenden Menschen von Kopf bis Fuss erneuert. Bitte, so eine rundum Erneuerung muss auch im Kopf stattfinden, denn wenn man nur die Oberfläche eines Gummibaumes poliert, werden die Blätter schnell wieder stumpf. Übrigens sieht der natürliche Look am einladendsten aus, denn damit wirkt ein Mensch authentisch.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Morgen auf, setzen einen Fuss vor den anderen, wenn Sie aus dem Bett steigen, und plötzlich sind Sie rundum glücklich. Danke, ich bin es schon jetzt.

Ja, das ist der älteste und bekanntesate Wunsch der Menschheit, glücklich zu sein. Sie können an sich arbeiten, und zwar so lange, bis Sie das Leben haben, welches Sie rundum glücklich macht. Und wenn Sie dann noch ein wenig intensiver an Ihrer Seele arbeiten, sind Sie immer und überall glücklich, egal, wie das Leben aussieht.

So werden Sie selbstbewusst im Alltag

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie es ist, wenn Sie zu beten beginnen. Das Lifestyle Gebet hat nichts mit dem individuellen Glauben zu tun. Es ist ein Gebet zu sich selbst, ein Affirmationsprogramm. Und das geht so: Ich liebe mich, und ich liebe die Liebe, und die Liebe liebt mich, und ich liebe alle Menschen, und alle Menschen lieben mich. Ich liebe das Geld, das Geld liebt mich, und ich werde immer schöner durch mein Geld.

Ich liebe die Schönheit, die Schönheit liebt mich, und ich werde immer eleganter durch meine Schönheit, nicht zu vergessen ist die Eitelkeit und die nette Arroganz. Lieber Besucher, raten Sie einmal, was ich täglich mehrmals bete? Übrigens, wussten Sie bereits, dass ich einen seitlich angehauchten Touch von Grössenwahnsinn besitze? Die positiven Affirmationen können Sie individuell auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden und erweitern. Leben Sie Lifestyle in Ihrem Inneren, dann strahlen Sie den puren Lifestyle nach aussen hin aus und sind automatisch eine begehrte Persönlichkeit.

So werden Sie selbstbewusst im Kopf

Woraus bestehen wir, wenn wir abzüglich unseres Körpers das überschaubare und doch so unübersichtliche Lebenswerk unseres Daseins betrachten? Wir bestehen aus unserem Gehirn, welches einen genialen Verstand beherbergt, von dem wir jedoch leider nur maximal 10 Prozent im Einsatz haben. Liegen die restlichen 90 Prozent unseres verstandesgerechten Denkens brach?

Im Grunde ja, aber wir können weite Ariale des Gehirns aktivieren, wenn wir uns begeistern lassen und das Leben mit offenen Augen und Ohren wahrnehmen. Selbst blinde oder gehörlose Menschen, welche nicht alle Sinne gleichzeitig in Gebrauch haben, nutzen die Weiten des Gehirns, um die fehlenden Sinnesorgane zu ersetzen. Und so ist es der Verstand, welcher uns am Leben hält.

Neben unserem Verstand regiert noch das Herz als sinnlich gestimmtes Organ unser Dasein wie eine Königin, deren Thron ständig in Gefahr ist, wenn es darum geht, Entscheidungen aus dem Herzen heraus zu treffen. Manche Menschen behaupten, dass unser Verstand nicht annähernd so viel Wissen beinhaltet, wie unser Unterbewusstsein zusammen mit dem Herzen.

Ich behaupte jetzt, dass sogar das Unterbewusstsein und das Herz vom verstandesmässigen Dasein des Gehirns geleitet werden. Und wenn ich wissenschaftlich herausgefunden habe, warum das Herz eines Hirntoten noch für eine eventuelle Herztransplantation schlagen kann, dann belege ich meine Behauptung sachlich kompakt im Guinnes Buch der Rekorde. Bis dahin begnüge ich mich eben damit, dass wir alles benötigen, um gut leben zu können, unseren Körper, das Gehirn, das Herz mit seiner Herzenswärme, das Unterbewusstsein mit seinen unerklärlichen Bauchgefühlen, welche zu oft durch die verstandesmässigen Kopfgefühle dem Sterben nahe sind.

Lieber Besucher, formen Sie Körper, Geist und Seele mit meinem Lifestyleprogramm und geben Sie Ihrem Alltag alleine durch Ihr aktives Wirken einen Sinn. Manche Menschen lassen sich nur durch äussere Einflüsse motivieren und zu brauchbaren Leistungen bewegen. Die Kunst des Lebens liegt jedoch darin, ohne diese Äusserlichkeiten auszukommen.

Neulich ging ich auch ins Büro, als mich mein gewöhnungsbedürftigster Projektpartner derart ungewöhnlich behandelte, sodass ich bis auf Weiteres nicht mehr weiss, ob ich ihm beim nächsten Mal zur Begrüssung die Hand schütteln darf, oder ihm bloss dezent ein Grüss Gott aus der hintersten Ecke des Raumes zuwerfen muss. Und ich ging auch noch ins Büro, als meine beinahe geglückte Schwiegermutter behauptete, ihr Sohn würde mich niemals heiraten. Bitte, nach dieser Meldung wäre es aller höchste Zeit gewesen, mich krank zu melden, aber meine Luxushülle des Körpers ging trotzdem noch ins Büro. Wahrlich, ich habe meinen Kopf im Griff, auch wenn meine Seele dabei des öfteren verkümmert.

Die eigene Meinung stärkt das Selbstwertgefühl

Mensch mit eigener MeinungHaben Sie zufällig auch eine eigene Meinung, oder laufen Sie im Gleichschritt anderen Meinungen hinterher, in der Hoffnung, die andere Meinung ist so breit getreten worden, dass sie möglichst vielen Menschen gefällt. Es ist fast so wie auf Facebook: Kaum hat der erste Besucher den Gefällt-mir-Button gedrückt, machen es ihm andere nach, denn was dem einen gefällt, kann dem anderen ja nicht schaden.

Bei diesem Gedanken muss ich mich glatt davor hüten, mich nicht unnötig zu fürchten, wenn die kritisch beleuchtete eigene Meinung mit dem nächsten Karpfen den Fluss hinunter schwimmt.

Soll man seine Meinung überall und immer äussern?

Liebe Besucher, ich bin ein Vertreter der eigenen Meinung, und trotzdem habe ich festgestellt, dass sie nicht überall wie ein grosses Plakat an der Wand, wie ein Wegweiser-Schild angebracht werden sollte. Manchmal ist es gesünder und auch ethischer, seine Meinung im stillen Kämmerchen des Hinterkopfes zu behalten und sie erst wieder herauszulassen, wenn die Stimmung dafür geeignet und die Wege dafür geebnet sind.

Neulich sass ich in einer Gruppe zusammen mit mir fremden Menschen an einem Tisch. Eigentlich hätte es auch eine Menschentraube sein können, denn ich suchte mir den grössten Tisch aus, wahrscheinlich deshalb, weil ich den am besten sehen konnte. Da mir Leute, die mit mir ins Gespräch rutschen, selten lange fremd sind und sich jedes Mal, wenn ich meine zarten Lippen zum aussagekräftigen Ton forme, mindestens ein eindeutig zweideutiges, erotisch angehauchtes Wort aus meinem Schmollmund entwischt, lachte bald der gesamte Tisch mit mir oder auch über mich, das kann man bei so vielen Menschen nicht klar deuten.

Ein Pärchen blieb allerdings ohne jegliche Regung der Mimik starr sitzen und verliess auch bald die illustre Narrenrunde. Als ich erfuhr, dass dieses Pärchen überzeugte Zeugen Jehovas waren und die gürtellinienunterschreitenden Freuden des Lebens mieden, blieb mir aber auch mein soeben angeknabbertes Brezelchen wie ein grasgrüner Frosch im Hals stecken. Verscheuchen wollte ich die zwei Leute nicht, zumal der Fasching noch nicht begonnen hatte.

Natürlich kann die eigene Meinung nicht immer und überall auf jeden Menschen Rücksicht nehmen, sonst müsste sie andauernd fragen, ob sie sich äussern dürfte. Es hat jedoch jede Menge mit einem intakten, ja nahezu taktvollen Selbstbewusstsein zu tun, wenn man hinter seinen Gedanken steht und diese auch selbstsicher äussert. Nur so kann man wachsen wie eine Fichte, die sich zunehmend im Laufe ihres Lebens zum Himmel empor streckt.

Ein Baum wächst nicht nur in die Höhe, sondern auch unsichtbar unter der Erde in die Tiefe, wenn er seine Wurzeln ausstreckt, und er wächst auch in die Breite, damit er einen gleichmässig festen Stand in der Welt erlangt und nicht beim ersten Windhauch umfällt und sein Leben als Brennholz fristen muss.

Lieber Besucher, werden Sie ähnlich wie ein Baum. Es müssen ja nicht unbedingt grüne Blätter oder Nadeln aus Ihren Ohren heraus wachsen, wenn Sie sich zur eigenen Meinung bekennen und zu wachsen beginnen, jedoch können Sie die Welt damit zum Denken anregen, zum Nachdenken animieren, sodass unter günstigen Umständen eine immer breiter gefächerte Menschenmasse sich Ihrer Meinung anschliesst. Sie müssen sich nur trauen, den Mund zu öffnen und positive Sätze zu generieren, denn ich schwöre, eine gute, positiv gestimmte Meinung kann die Welt um mindestens einen Millimeter verbessern.

Was passiert, wenn man keine eigene Meinung vertritt?

Neulich las ich auf Xing ein Statement einer klugen Frau, welches mich direkt zum Nachdenken anregte. Sie schrieb: Manche Menschen haben so wenig Selbstvertrauen, dass sie nach der eigenen Meinung googlen müssen. Ich hoffe, ich konnte in meinen ständig vergesslichen, bewegungsarmen Gehirnzellen das Statement ohne gröbere Verluste wiedergeben.

Bitte, was passiert, wenn ein Mensch ständig überlegt, ob eine Sache der Allgemeinheit gefallen könnte, ob man sich zu einer, womöglich gar seiner Meinung bekennen sollte.

Mir fiel schlagartig eine Situation ein, in der ich tatsächlich nach anderen Meinungen auf Google gesucht hatte, als mir von drei Leuten gleichzeitig die überaus überzeugte Meinung bezüglich eines Network Marketing Systems aufgedrängt, ich meinte natürlich, nähergebracht wurde.

Ich googlete nach Nahrungsergänzung im Zusammenhang mit dieser Firma, da ich nach drei sauberen, mit Fewa Wolle getränkten Gehirnwäschen nicht mehr selbst in der Lage war, mir meine eigene Meinung zu bilden. Bitte, wenn man einmal hört, dass unsere tägliche Ernährung der reinste, gesundheitsgefährdenste Müll sei und das Obst und Gemüse aus dem Supermarkt nur krank machen würde, wir unbedingt diese Nahrungsergänzung brauchen, um weiterhin denkfähig auf unseren zwei Beinen zu stehen, da kommt man schon einmal ins Grübeln.

Gut, Network Marketing ist eine globale Sache, die sich über den Tellerrand hinaus bewegt und in die grosse weite Welt schwabbt, bitte, dann suchte ich eben nach einer geeigneten Meinung auf Google.com.

Meine lieben Leser, Sie sehen schon, manchmal muss man sich direkt dazu verführen lassen, nach anderen Meinungen Ausschau zu halten. Ich habe dabei entdeckt, dass viele Meinungen eine Suppe durchaus reizvoll und auch sinnvoll würzen können und die Suppe nicht nur versalzen müssen.

Ich schneide jetzt nämlich bis auf Weiteres meine Tomaten, Karotten und Gurken selber, esse das Obst und Gemüse roh und koste die sekundären Pflanzenstoffe voll aus, bis ich irgendwann in diesem oder im nächsten Leben meine Tomate und die kleine Gurke aus der Kapsel schlürfe.

Stehen Sie zu sich selber

Ich bin mir sicher, die eigene Meinung lässt uns nicht nur wachsen, sie lässt uns manchmal über uns selbst hinauswachsen. Ich werde nahezu manisch, wenn ich nach meiner eigenen Meinung google. Neulich suchte ich mich selbst auf Google. Nicht dass ich mich verloren hätte, ich wollte nur nachsehen, ob es mich noch gibt. Jawohl, ich existiere, und wehe dem, ich lasse mich heiraten, dann existiere ich nur noch in abgeänderter Buchstabenform.

Bis jetzt betete ich ja auf die waghalsige Situation hin, dass ich geheiratet werde, und als ich bei Psalm 145 gestrandet war, betete ich, dass ich jemanden heiraten darf, der meinen Nachnamen übernimmt, damit ich weiterhin im elitären Google Index vorhanden sein möge.

Ich habe entdeckt, dass es womöglich einen Zusammenhang zwischen selbstbewussten Menschen und ihrer eigenen Meinung gibt, der zusammen mit der Tatsache einher geht, dass diese Menschen nach sich selbst auf Google suchen, ja förmlich nach sich selbst stalken, quasi sich selbst jagen, wie die Katze ihren eigenen Schwanz.

Der selbstsichere Mensch geht seinen eigenen Weg und schaut sich von Zeit zu Zeit um, ob ihm schon einige Jünger folgen, also schaut er auch, ob er bereits den Google Index beschritten hat. Der unsichere Mensch neigt dazu, nach anderen Leuten und Meinungen auf Google zu suchen und ertappt sich dabei, die Meinungen nach Rang und Massenverhältnis sortieren zu wollen.

Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass man zwar Kaffee, Tee und Kakao gleichzeitig zum Frühstück trinken kann, wenn der Magen es zulässt, dass sich die drei Getränke jedoch in drei verschiedenen Tassen befinden. Man kann mit Hilfe von drei Strohhalmen alle Getränke mit einem Schluck gleichzeitig schlürfen, aber man erkennt dabei nicht wirklich, was man gerade trinkt. Und so sollte man sich für eine Meinung entscheiden, zu der man steht, wenn man edel und genussvoll frühstücken, das Leben sozusagen stilvoll verspeisen möchte.

Querdenker leben selbstbewusster

Ein Querdenker besitzt ein starkes Ego, weiss, was er will, geht seinen Weg quer durch die Masse hindurch und hinterlässt seine Spur. Mittlerweile gibt es einen offiziellen Querdenker-Club, und man hat sogar die Chance, mit einem Querdenker-Award ausgezeichnet zu werden. Natürlich sind Querulanten nicht besonders angenehm, aber sie verändern mit ihrer Gedankenwelt, mit ihrer Kreativität die Welt, erweitern den normalen Horizont und tragen viel zu einem selbstbewussten Weltbild bei. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich nicht mit anderen Menschen konform gehe. Ich verstecke mich nicht gerne, und so gelte ich des öfteren als unangenehm, wenn ich den Menschen den Ego-Spiegel vor Augen halte, oder wenn ich nicht gerade das tue, was man von mir verlangt. Allerdings habe ich auch begriffen, dass man gut funktionieren kann, wenn man Kompromisse eingeht, besonders dann, wenn man in eine höhere Management-Ebene aufsteigt, Prestige und Image aufbauen will und von anderen anerkannt und geliebt werden möchte.

 


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Elisabeth Putz

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