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Was braucht man im Fasching?

Die Narren feiern FaschingFasching ist die einzige Zeit im Jahr, in der man kaum jemanden antrifft, der vernünftig arbeiten kann, weil ihm die Narren den Weg versperren. Die gesamte Faschingszeit beginnt am 11.11. um11:11 Uhr und dauert bis zum Aschermittwoch. Höhepunkte der Narrenzeit sind der Donnerstag vor dem Aschermittwoch, der Faschingssamstag, der Faschingssonntag, der Rosenmontag und der Faschingsdienstag, wobei man in einigen Gebieten nur den Faschingsdienstag als eigentlichen Narrentag wahrnimmt.

Ursprünglich galt die Faschingszeit der Austreibung der bösen Wintergeister, denn im Mittelalter waren die Nächte aufgrund fehlender Elektrizität lang und man sehnte sich nach dem Frühling. Heute feiert man des Trinkens Willen, stopft sich den Bauch mit Faschingskrapfen voll und schläft seinen Rausch aus. In manchen Teilen Deutschlands wird die intime Liebe, die eigentlich der Zweisamkeit angehört, öffentlich ausgelebt. Es gab sogar einmal eine Art Matratzenlager auf einer Wiese, auf dem sich die Liebeshungrigen austobten, aber der Ekelfaktor war so hoch, dass die wenigsten Leute in die verschmutzten Feldmatratzen gingen. Das Narrenlager war nur etwas für jene, die ihren Alkoholpegel kaum noch im Griff hatten, aber der Mensch kann von Natur aus wie ein Tier sein, denn seinen männlichen Pegel hat er notfalls in der Hand oder zwischen fremden Lippen.

Es ist die Zeit der grossen Bälle. Der Wiener Opernball, zahlreiche Wirtschaftsbälle und unzählige Tanzveranstaltungen zeichnen die Karnevalszeit aus. In Venedig und Brasilien wird der Fasching vollkommen anders, aber dafür viel intensiver gefeiert. In Deutschland haben wir die Faschingshochburgen mit ihren Funkenmariechen, in Österreich und Bayern haben wir den Faschingsprinzen mit seiner Faschingsprinzessin, welche trinkfest sein müssen, damit sie die Faschingssitzungen überleben. Lei Lei in Villach, Kölle Alaf, und viele weitere Sprüche küren das wilde Treiben.

Bei der Weiberfastnacht werden die Damen wild und schneiden jedem Mann, der mit Krawatte und Hemd antanzt, die schicke Krawatte ab. Liebe Männer, besonders die Anwälte, Steuerberater und Banker, lassen Sie an diesem Tag Ihre wertvolle Krawatte zu Hause, sie könnte nämlich empfindlich gekürzt werden. Aber keine Sorge, die fünfte Jahreszeit ist kurz, und so manch einer, mich eingeschlossen, ist froh, wenn die Narrenzeit wieder vorbei ist. Ich trage Kostüm oder Hosenanzug und gehe jährlich als Blinde, denn ich bleibe meinem Image treu.

Faschingskrapfen - das braucht der Narr

Die besten Faschingskrapfen gelingen, wenn der Hefeteig mit frischer Hefe zubereitet wird und lange gestanden hat. Man benötigt 500 g Mehl, 130 g Butter, eine Packung Hefe, 2 Eier, eine Packung Vanillezucker, aber ich nehme echte Vanilleschote, etwas Rum, Salz, Essig, 200 ml Milch, und zum Befüllen eine gute Marmelade, vorzugsweise Marillenmarmelade. Die Bauernkrapfen beinhalten Anis und Kümmel, was meinen empfindsamen Geschmacksnerven jedoch nicht unbedingt mundet. Herausgebacken werden sie in reichlich Öl, wobei man darauf achten muss, dass sich der Teig nicht im Öl ertränkt. Man kaut die Faschingskrapfen so lange, bis man an die Marmelade stösst und die Suppe ein süss-klebriges Chaos verursacht. Aus diesem Grund esse ich meine Krapfen sittlich bei Tisch, mit Teller und Löffel, trinke dazu Kräutertee und frage mich nachher, wo der Champagner geblieben ist, aber den Alkohol trinke ich aus dem Rum heraus, welcher sich im Inneren der Faschingskrapfen befindet. Sie gehören zu jedem Faschingsfest dazu, die obligatorischen Krapfen, auch wenn sie mit allerlei Flüssigkeiten, wie Schokolade, Vanillesoße, Kakaobutter, Früchtemuß und anderen kreativen Unmöglichkeiten gefüllt sind. Normalerweise trinkt man Kaffee dazu, aber da ich zum Teetrinker mutiert bin, ist der Kaffee tabu für mich.

Das Tanzmariechen im Karneval

Neulich sah ich mir einen Faschingsumzug an und begegnete den akrobatisch brutal auftrainierten Tanzmariechen, welche die Beine so gekonnt in die Höhe schwingen, dass den Männern ganz schwindlig wird, und den Frauen die Eifersucht in die Augen sticht. Das Tanzmariechen war in alter Zeit laut Tradition eine Marketenderin, heute nennt man es auch Funkenmariechen oder Regimentstochter. Auf mich würde letzterer Name am besten passen, denn ich führe mit meinem teilweise cholerischen Verhalten sämtliche Regimente an. Da spricht keiner mehr ein Wort, da staunen alle nur noch, wenn ich verbal loslege. Meine Beine sind jedoch zu stämmig, um tanzen zu können, und so schaue ich den Tanzmariechen beim Funkenflug der Beinakrobatik zu und versuche, meine Eifersucht im Zaum zu halten, wenn mein Partner dabei ist. Sie sehen aber auch wirklich wunderbar aus, diese Funkenmariechen, mit extrem kurzem Rock, einem Kostüm, welches einer Uniform gleicht, Stiefeln und Glanzstrumpfhosen. Wenn man bedenkt, dass früher diese Rolle von Männern übernommen wurde, kann man froh sein, dass es heute Frauen sind, die da tanzen, sonst hätten manche Männer nichts zu glotzen. Ich bin ja der Meinung, es sollte auch männliche Tänzer geben, dann kann ich als Frau auch glotzen.

Der Faschingsprinz und seine Prinzessin

Besonders in Bayern und in Österreich ist das Brauchtum des Faschingsprinzen so ausgeprägt, dass sich hunderte willige Prinzen für dieses elitäre Amt bewerben. Ist dann endlich ein geeigneter Prinz gefunden, sucht er sich eine Faschingsprinzessin aus. Oft stammt das Prinzenpaar aus Unternehmerkreisen, oder aus gehobeneren Kreisen, zumindest konnte ich dies in Kärnten beobachten. Trinkfest müssen die Prinzenpaare sein, denn sie sind bei jeder Faschingsveranstaltung dabei. Schwächeln dürfen sie nicht, sonst entweicht ihre Regierung dem absoluten Chaos. Als ich einst Faschingsprinzessin sein wollte, brachte ich die besten Voraussetzungen mit. Mein Vater war ehemaliger Unternehmer der kleinsten Art, verweilte im Rentendasein, ich war hässlich wie die Nacht, und der neue Faschingsprinz wollte mich nicht. So sah ich mir eben wie immer das aktuelle Prinzenpaar bei sämtlichen Faschingssitzungen an und ertränkte meine Niederlage in einem Glas Milch, denn von Trinkfestigkeit war ich meilenweit entfernt. Lei Lei, Bla, Bla, Hellau.

Der Faschingsball - Man verkleidet sich

Auf einem lockeren Faschingsball, den man in Österreich auch Gschnas nennt, darf man alles tragen, besonders wenn es sich um einen Kostümball handelt. Auf einem spiessigen Faschingsball sollte man vorab lieber die Abendgarderobe einhalten, sonst ist man hoffnungslos underdressed. Auf einem Kostümball ist hingegen alles erlaubt, was das jeweilige Motto unterstreicht und den Narren aus uns herausholt.

Zum Faschingsball kann man sogar im dezenten schwarzen Ballkleid erscheinen, wenn man die dazu unpassendsten Accessoires trägt, beispielsweise eine gelbe Tasche, hellgrüne Ohrringe und eine pinke Perlenkette. Stecken Sie sich vielleicht noch zur Vorsicht eine rote Feder in den romantischen Ausschnitt oder irgendwo in den hinteren Gesässbereich hinein, denn man weiss nie, wie ausgelassen die Stimmung ist.

Lange Ballkleider sind praktisch, denn diese Bälle finden zeitgemäss im Winter statt, und wir wollen uns doch nicht unnötig erfrierende Frostbeulen an den Beinen züchten. Übrigens bekommt der elegante Pelzmantel auf dem Faschingsball eine eigene Note, und wenn er bloss aus echt edlem Kunstpelz gefertigt ist, denn der Mantel sorgt dafür, dass sich der Faschingsnarr in ihm so lange verstecken kann, bis der Alkoholpegel hoch genug ist, um den Mantel auszuziehen. Irgendwann ist der Körper in einer derart aufgeheizten Feierlaune, dass er selbst im dünnsten Ballkleid zu frieren aufhört, weil er eventuelle Kälteeinbrüche nicht mehr bemerkt.

Welches Faschingskostüm passt zu Ihnen?

Als Faschingskrapfen verkleidetTraditionell ziehen wir uns zu Fasching so um, dass wir kostümiert aus dem Haus gehen, uns wohlfühlen, wenn uns nicht jeder sofort erkennt, und wir wollen einen Tag lang jemand anderer sein. Manche Leute wollen die gesamte fünfte Jahreszeit jemand anderes darstellen, sie sind Profis in Sachen Kostümierung.

Die meisten Leute verkleiden sich als Prinz, Prinzessin, Burgfräulein, Ritter, Indianerhäuptling, Fee, Elfe, Hexe, eine Märchenfigur, da man damit in alte Zeiten, in alte Kulturen entschwinden kann, die fernab jeder modernen Zivilisation sind. Man schminkt sich wie in alten Zeiten, trägt eine Perücke, schwingt seinen Fächer, tanzt zum Dudelsack, feiert wie im Palast der Rennaissance, und man fühlt sich wie weggeweht, wie in eine andere Zeit versetzt. So wünschen sich die meisten Kinder ein traditionelles Faschingskostüm, selbst wenn es nur der Froschkönig, Rapunzel, oder Rotkäppchen sein soll.

Die meisten jungen Erwachsenen haben neben Fasching auch Halloween entdeckt, und so wird aus dem Halloween-Kostüm gleich das Faschingskostüm für die aktuelle Saison. Damit spart man Zeit und Geld, und ausserdem schont man die Umwelt, weil die meisten Kostüme aus Polyester und Kunstmaterialien gefertigt sind, welche die Umwelt belasten, wenn man sie nach einmaligem Tragen wegwirft. Viele Trendsetter unter den coolen Leuten, vor allem die jungen Trendsetter tragen ein Kostüm, welches das jeweilige Jahresmotto abdeckt. So trug man in der ersten Corona-Pandemie Krankenschwesternkostüme, Arztkostüme, Totenkleider, und einer war sogar als Sarg verkleidet. Das Makabere kennt eben keine Grenzen.

Viele junge, umweltbewusste Leute verkleiden sich als Wald, Wiese, als Blume, als Baum, als Erdhaufen, als Tier, welches vorm Aussterben bedroht ist, als Raucherlunge, als Umweltfanatiker. Man will auf die Klimaerwärmung, auf die vielen Missstände in der Welt aufmerksam machen. Man kann sich auch als Privatjet verkleiden, da viele EU-Parlamentarier sich einen schicken Privatjet und ein Hotelzimmer auf einer schmutzintensiven Kreuzfahrtkabine leisteten, als sie zum Klimagipfel nach Glasgow flogen, natürlich nur aus Zeitmangel. Umweltschützer machen gerne, und zurecht auf unsere Umweltproblematik aufmerksam.

Der Kostümverkauf in der Staatsoper boomt, und München lacht. Ob es die Österreicher auch so machen, weiss ich nicht, aber die Deutschen misten einmal jährlich ihre Staatsoper aus. In der bayerischen Staatsoper findet jedes Jahr zum Fasching die obligatorische Kostümparty statt, in der die alten Kostüme verkauft werden. Ab 1 Euro sind manche Teile bereits erhältlich.

Hier findet man bestimmt etwas, denn die Oper bietet alles, was nicht gerade dem Alltag entspricht, alles nicht direkt Strassentaugliche. Trotzdem findet man hin und wieder hübsche Kleider, die man sogar im Sommer tragen kann, wenn man im normalen Volk auffallen möchte. Das traditionelle Prinzessinnenkostüm ist immer dabei, denn solch ein Kleid kürt die Oper wie nichts anderes. Wer einen alten Zylinder sucht, ausgefallene Hüte und Anzüge, funkelnde Kostüme tragen möchte, der schaut einfach bei der bayerischen Staatsoper vorbei, so lange der Vorrat reicht.

Wie feiert man den Rosenmontag?

Sogar die Rose ist am Rosenmontag blauWie feiert man den Rosenmontag? In ganz Deutschland, aber auch in vielen Teilen Österreichs kann man bunte, ausgelassene, kreativ bestückte Rosenmontagsumzüge bestaunen, oder man fährt gleich in einem speziellen Umzugswagen mit und präsentiert sich als waschechter Narr. In Faschingshochburgen wie Frankfurt, Mainz, Köln und Düsseldorf laufen die witzigsten Gestalten herum, und in Ländern wie Brasilien und Städten wie Venedig feiert man den Karneval in prunkvoller Pracht. Da tanzen die Po-Implantate um die Wette. Ich verfolgte einmal einen Faschingsumzug in der Nähe von Frankfurt, in Wetzlar. Ich funkelte im Businesskostüm, und die Funkemariechen funkelten im knapp gehaltenen, kurzen Outfit. Ich war fehl am Platz, und wenn ich eine Krawatte getragen hätte, wäre sie abgeschnitten worden.

Der Rosenmontag ist einer der Faschingshöhepunkte. Manche Narren sehnen ihn seit Faschingsbeginn herbei, andere betrinken sich bereits Tage vorher, und der eifrige Faschingsmuffel möchte diesen Tag am liebsten ungeschehen machen. Man trinkt, feiert, lässt sich feiern, oft sogar hofieren und von wildfremden Leuten küssen, und man könnte spätestens am Aschermittwoch sein wildes Treiben bereuen. Die Rose spielt an diesem Tag tatsächlich eine aus uralter Tradition entstammende Rolle.

In der Schweiz heisst der Rosenmontag Gydis Mäntig. Man feiert besonders in Luzern ausgiebig. Jawohl, auch die luxusverwöhnten Schweizer wissen, wie man den Fasching feiert. Aus dem Deutschen Wörterbuch nach Jakob und Wilhelm Grimm entfloh die Verbindung vom Rosenmontag mit dem Rasenmontag, dem rasenden Montag. Ursprünglich aber feierte man den Rosenmontag vier Wochen nach Fasching, am 4. Fastensonntag. Der Papst weihte eine goldene Rose, die er anschliessend einem namhaften Bürger überreichte. Heute verteilt man keine Goldrosen mehr, heutzutage verdient man sich eher eine goldene Nase mit dem locker fliessenden Alkohol.

Übrigens fällt in unseren Breitengraden, besonders in den Faschingshochburgen, im Rheinland, in Köln, Düsseldorf und Mainz der Rosenmontag auf den Montag vor dem Aschermittwoch, nach dem Faschingswochenende mit Faschingssamstag und Faschingssonntag. Danke, ich bin gesättigt, platt vom Feiern, ich bin schon blau genug. Den ersten Rosenmontagszug gab es am 10. Februar 1823 in Köln. Den feierte ich bestimmt in einem meiner früheren Leben, als Reblaus, deshalb bin ich im jetzigen Leben manchmal noch blau davon.

Ich färbte mir an einem besonders süffigen Faschingshöhepunkt meine Haare blau und rannte bis Ostern wie ein Schlumpf umher. Jetzt weiss ich, warum die Friseure montags geschlossen haben, es würde zu viele Montagsfrisuren geben. Wir müssen uns ja schon vor den verwelkten, total überteuerten Montagsrosen hüten, die wir im betrunkenen Zustand an jeder Strassenecke angeboten bekommen. Mit blauen, vom Alkohol vernebelten Blicken sehen alle Rosen schön aus, selbst die Montagsrosen.

Erlebnisse am Rosenmontag

Mit meinem ersten festen Freund, den ich durchaus beachtlich liebte, ging ich am Rosenmontag zu einem Faschingsumzug. Er sah sich die weiblich dominierenden Funkenmariechen an, kam mit einigen davon ins feucht fröhliche Gespräch und war plötzlich verschwunden. Ich fand ihn zu später Nachtstunde mit einer Marie in unserem Bett und dachte mir: Dieses Bett werde ich nie wieder betreten. Ich schlief am Sofa, knüllte meine Faschingstränen ins Sofakissen und hinterliess einen verheulten, mit Faschingsschminke bestückten Fleck am Sofakissen.

Am Aschermittwoch bereute mein Freund sein Abenteuer. Ich verzieh ihm, weil ich versehentlich dachte, eine Frau ist weich genug, um verzeihen zu können. Ein Jahr später, am selben Rosenmontag besetzte ich unser Bett mit einem neuen Mann, dessen Herz mir inmitten der Tanzmariechen zufiel. Bis heute sehe ich den Rosenmontag mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn er kann Beziehungen zerstören und neue Liebe entflammen lassen. Wenn man blau genug ist, geschehen Wunder, die man nüchtern kaum ertragen könnte.

Blau vom Alkohol am Rosenmontag

Mein Vater fuhr einst an einem Rosenmontag im pingelig genauen, antialkoholischen Zustand mit dem Auto durch einen Faschingsumzug durch. Oje, das darf man nüchtern nicht machen. Er wurde angehalten und musste einen Alkotest machen. Bitte, er zahlte voll drauf, denn jeder Nüchterne musste Geld zahlen, oder sich alternativ einen Rausch ansaufen, damit die Barleute finanziell gesehen etwas davon hatten. Ich wusste es, immer geht es nur um die Marie, egal welche Marie, Hauptsache das Geld sitzt locker.

Mein Vater war kein Kind von Traurigkeit, und so kam er eines schönen Rosenmontags mit abgeschnittener Krawatte nach Hause, obwohl man Krawatten eher am Donnerstag zur Weiberfastnacht abschneidet. Mein Vater feierte immer in Anzug, Hemd und Krawatte, da er eine Abneigung gegen rote Pappnasen und Faschingskostüme hegte. Blau von Kopf bis Fuss stand er mit gekürzter Designerkrawatte in der Türe und meine Mutter schrie: Das war die Teuerste, du hast nur eine! Mir gefiel die kürzere Variante besser, denn sie rutschte fortan nicht mehr beim Frühstück in die halbvolle Kaffeetasse hinein. Meine Mutter sprach eine ganze Woche kein Wort mit ihm. Alkohol kann besonders am Rosenmontag viel Schaden anrichten, aber auch für modische Accessoires sorgen, denn im Fasching ist alles möglich.

Rosenmontag im Büro - das Schicksal vieler Leute

Ich feierte einst am Rosenmontag den Faschingshöhepunkt mit mir, einer Flasche Champagner und dazupassenden Champagnerpralinen in meinem kleinen Büro. Mein ältester Geschäftspartner rief an, gesellte sich telefonisch mit seiner Champagnerflasche und seinen Pralinen dazu, und schon waren wir zwei Narren. Zu intensivierter, später Stunde tranken wir gleich aus der Quelle, ersparten uns die Gläser und fingen an zu lallen. Mein Partner kam nach Hause, stocknüchtern, riss sich seine Bankerkrawatte vom Hals und rief: Du bist ja voll besoffen, blau von Kopf bis Fuss, du hast ein Alkoholproblem.

Am Aschermittwoch war ich wieder nüchtern, sah mir die leere Flasche an, warf das Pralinenpapier weg und dachte, so feiere ich nie wieder, sonst verliere ich Gehirnzellen, welche ich bei einer eventuellen Scheidung noch brauchen könnte. Ein Jahr später zog ich mir mein blaues Kostüm samt Blazer und hochgeschlossener Bluse an, trug dazu blaue Schuhe, sass nüchtern im Büro und war optisch gesehen auch blau von Kopf bis Fuss. Mein Partner kam später als sonst nach Hause, war angeheitert vom Feiern und meinte: Du bist ja nüchtern, wenigstens eine Bluse mit tiefem Ausschnitt hättest du dir anziehen können, das kann man sich ja kaum ansehen. Ich schwöre, den Rosenmontag kann man feiern, wie man will, am Aschermittwoch bereut man es womöglich.

 


Elisabeth Putz

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