Was schenkt man wem? Studien belegen, dass Geldgeschenke, Gutscheine, Bcher, Smartphones, Tablets, Sportger„te, Wellnessurlaube, Multimediaprodukte und Musik die meist begehrten Dinge sind, die wir verschenken, wobei die Beschenkten die gr”sste Freude mit Geld und Gutscheinen haben.
Wenn man schon so etwas Unpers”nliches wie Geld verschenkt, sollte man wenigstens fr eine kreative Verpackung sorgen, beispielsweise ein Sparschwein, in welches man das Geld steckt, oder eine kleine Schatztruhe. Am langweiligsten sind Geldgeschenke in einem neutralen Briefumschlag mit noch neutraleren Glckwunschkarten.
Gutscheine sind auch langweilig, wenn sie lieblos in einem Umschlag bergeben werden. Hier k”nnte man je nach Gutscheinmotto ein kleines Extra hinzugeben, vielleicht eine Blume mit einem Blumengutschein, ein modisches Accessoire mit einem Klamottengutschein, eine Plastikpalme mit einem Reisegutschein, ein „therisches K”rper”l mit einem Gutschein fr ein Wellnesswochenende, einen kleinen Porsche im Maástab 1:18 mit einem Gutschein fr eine Luxuslimousinenfahrt, eine kleine Duftprobe mit einem Parfumgutschein, eine glitzernde Klatschbag mit einem Gutschein fr ein Abendkleid, eine Champagnerflasche mit einem Gutschein fr ein romantisches Abendessen, eine Perle mit einem Schmuckgutschein.
Wenn man Bcher, Musik und technische Spielereien verschenkt, sollte man wissen, welche Interessen, Musikrichtung und Literatur dem Beschenkten zusagen. Kein Mensch ist glcklich, wenn er das tausendste Teil geschenkt bekommt, mit dem er nichts anfangen kann, ausser es zuerst eine Weile in einem Eck stehen zu lassen, bis es in den Keller wandert und schliesslich entsorgt wird. Man sollte wenigstens ein wenig nachhaltig schenken, auf die Umwelt achten und nicht jeden Krempel kaufen, der gut aussieht. Wenn man nicht mit leeren H„nden dastehen will, was brigens richtig unh”flich ist, kann man etwas Essbares schenken, denn das wandert in den Magen und seltener in den Mll.
Wir tendieren zunehmend dazu, uns keine Gedanken ber Geschenke zu machen. Ein richtig ausartendes Wettschenken hat begonnen, was wir zu Weihnachten und Ostern besonders gut beobachten k”nnen. Laut Studien geben wir zwischen 100 und 500 Euro fr unntzes Zeug aus, denn es z„hlt die Summe samt Prestige, nicht mehr das Geschenk selber. Diese traurige Entwicklung des Massenkonsums wird uns eines Tages um all unsere Rohstoffe und um den Verstand bringen.
Am glcklichsten ist eine Frau mit Pralinen, Schokolade, einem guten Parfum, welches zu ihr passt, einem gut aussehenden Schmuckstck, mit tollen Kleidern, Gutscheinen fr Mode und Kosmetik, und das absolut glcklichste Highlight bildet die Kreditkarte des Mannes, welche sie ohne Limit nutzen darf. Diese Kreditkarte kann nur ein ausgiebiger Shoppingbummel im Schuhladen toppen, wenn der Mann der Frau zu Fssen kniet und ihr beim Probieren der neuen Schuhe behilflich ist. Notfalls schenkt man Blumen und kniet sich damit hin. Natrlich kommt es auf die Frau an, denn naturbewusste, robuste Frauen werden mit Glamour und Glitzer nichts anfangen k”nnen. Frauen, die den Garten lieben, brauchen einen liebevollen Gutschein einer guten G„rtnerei.
Ein Mann liebt Technik, Autos, Handwerken und Frauen. So k”nnte man ihm einen Gutschein fr den Baumarkt schenken, eine Fahrt mit einem Rennwagen, technische Spielereien, die das innere Kind im Mann wecken, oder man schenkt sich als Frau selber her und legt sich in edlen Dessous aufs Bett, w„hrend man den Gutschein am K”rper verstaut.
Auf M„nner muss man individuell eingehen, denn sie sind auch nur Menschen. Wenn ein intellektueller Mann lieber die B”rsenkurse und eine wissenschaftliche Abhandlung ber die neueste Genforschung bevorzugt, sollte man als Frau eher die B”rsennews und eine Medizinzeitschrift am K”rper verstauen.
Bei Freunden weiss man im Idealfall, welche Hobbies und Interessen sie verfolgen. Idealhobbies wie Lesen, Musik, Tennis, Radfahren und Computerspiele sind viel wert, denn man weiss genau, was der Beschenkte mag. Bei ungenauen Hobbies wie Meditation und Freunde treffen weiss man eher nicht, was man schenken soll. Vielleicht beglckt man die Freunde in diesem Fall mit einem Meditationsseminar, einem Selbstfindungsseminar, oder gar mit einem Abo fr 1000 neue Facebook-Freunde. Auf jeden Fall sollte man sich hier wirklich Gedanken machen, denn Freundschaft ist ein inniges Band, welches zwar viel aush„lt, jedoch an Unpers”nlichkeit zerbrechen kann. Besonders Mutige schenken ihren Single-Freunden ein Abo in einer Singleb”rse oder einen Singleurlaub.
Verwandte sind schwierig. Wenn man von seiner Tante einen mausgrauen Pullover geschenkt bekommt, juckt er und sieht nicht gut aus, aber die Tante freut sich, wenn man ihn in ihrer Anwesenheit tr„gt, selbst wenn man doof darin aussieht. Wenn Oma Dessous geschenkt bekommt, ist es bestimmt Angora Wollunterw„sche, denn in der friert man nicht. Wenn Opa die hundertste gelbe Krawatte bekommt, lenkt sie hervorragend von seinen dritten Z„hnen ab, weil man das Gelb der Krawatte anstatt das Gelb der Z„hne betrachtet. Auf keinem Fall darf man ihnen einen Platz im Altersheim schenken, denn darauf reagieren sie allergisch.
Da die Verwandtschaft schwierig ist, sollte man hier eher zu klassischen Geschenken greifen, Wein und Pralinen, oder etwas Traditionellem, einen Gutschein fr ein Restaurant. Die eigenen Eltern kann man sogar mit etwas Selbstgebasteltem oder Gebackenem beschenken, Kekse, Kuchen und Torte, oder einer Einladung fr ein Wochenende im Haus der Kinder. Zwar werden einige T”chter und S”hne die H„nde zum Gebet falten, wenn die Eltern wieder weg sind, aber es z„hlt ja die gute Geste.
Immer wieder stirbt jemand weg, und ich mache mir laufend Gedanken darber, welche Geschenke hier angebracht sind. Der obligatorische Grabkranz, ein Grablicht mit Geh„use, eine weisse Kerze mit liebevoll gestalteten Trauersprchen, Grabblumen und Grabschmuck, das sind die Highlights, die den Tod versch”nern. Die Trauernden sind in einer „usserst sensiblen Lage, sehr empfindlich und empf„nglich fr alles. Oft hilft hier nur eine Kondulenzkarte in einem ehrwrdigen Briefumschlag.
Zuerst braucht man Informationen ber das Geburtstagskind. Eine Glckwunschkarte, angepasst auf den Beschenkten, eine nette Verpackungstte und wenigstens eine Kleinigkeit zum Naschen sind fast Pflicht. Unter Freunden schenkt man kein Geld, m”glichst keine unpers”nlichen Gutscheine und schon gar keine Socken, Krawatten und Hemden. Meine Mutter schenkt mir zu jeder Gelegenheit Socken, und ich trage sie stolz bis tapfer, je nachdem, ob ich sie unter hohen Stiefeln verstecke oder lose trage.
Dem eigenen Partner kann man sinnliche Fotos von sich selbst schenken, selbstgeschriebene Liebesgedichte, einen romantischen Urlaub, ein Frhstck im Bett, eine Partnermassage, ein romantisches Essen bei Kerzenschein, ein gemeinsames Wellnessbad, oder eine šbernachtung in einem Romantikhotel. Wichtig ist, dass der Partner etwas bekommt, was die Beziehung aufleben l„sst und Zweisamkeit schafft.
Ein neuer Hype sind Geschenkeboxen, die vorwiegend von Frauen konsumiert werden und von M„nnern fr Frauen als Geschenk gekauft werden. M„nner brauchen diese Boxen kaum, weil sie sich fast immer mit ihren g„ngigen Lieblingsprodukten umgeben. Fr Frauen sind diese Boxen wie Weihnachten und Ostern zugleich, weil sie šberraschungen lieben und gerne neue Produkte ausprobieren.
So boomen beispielsweise die Kosmetik- und Beauty-Boxen, in welchen sich neue Trendkosmetik befindet. Zwar ist so eine Beautybox nicht fr jede Frau geeignet, und besonders die allergisch reagierende Dame sollte vorsichtig sein, aber es gibt diese Boxen mittlerweile fr jede Altersgruppe, fr jeden Geldbeutel, und fr jeden noch so sensiblen Hauttyp. So gibt es gnstige Boxen mit Trendprodukten, teure Boxen mit Anti-Aging Kosmetik, und Boxen mit sensitiver Kosmetik. Trotzdem ist der šberraschungseffekt gross, weil man weiss nie, was drin ist.
Auch Sssigkeitenboxen boomen, weil die moderne Frau gerne nascht, auch wenn sie dabei dick wird und nach der n„chsten Di„t lechzt. Kochboxen boomen fr Frauen und M„nner, weil beide Geschlechter gerne selber kochen und neue Rezepte ausprobieren, wobei hier der Gesundheitsfaktor im Fokus steht.
Die Boxen gibt es im Abo, im Monatsabo oder im Dreimonatsabo, und sie bieten oft einen h”heren Mehrwert als der Abopreis kostet, den man zahlt. Allerdings muss man auch damit rechnen, dass nicht alle Produkte in jeder Box brauchbar sind. šbrigens sind Geschenkeboxen fr Kinder mit neuem Trendspielzeug gross in Mode, denn Kinder haben besonders viel Spass beim Auspacken der Box. Kinder lieben šberraschungen ber alles.
Es gibt Geschenke, bei denen verzweifelt man. Weisse Rippunterw„sche ist ein gutes Beispiel, oder ein Pyjama, gefolgt von Krawatten und Socken, Unterw„sche fr Freunde, eine Ablebensversicherung, ein Sarg zu Lebzeiten, Kocht”pfe und Kchenger„te fr die Ehefrau, Haftcreme fr die dritten Z„hne, eine Slipeinlage bei Inkontinenz, eine Antifaltencreme, ein Intimspray, ein Putzmittel, eine Klobrste, ein Mundwasser, Gutscheine fr Tantramassagen, es gibt einiges, wofr man sich vielleicht sch„men msste. Man sollte auch nichts weiterschenken, was man selber nicht braucht, wie beispielsweise die verstaubten Porzellanfiguren, die sich bereits mit Wollm„usen umhllen.
Exotische Geschenke sind nur passend, wenn man weiss, dass der Beschenkte sie mag und danach noch Kontakt haben m”chte, denn es k”nnte auch sein, dass man die Kndigung der Partnerschaft oder der Freundschaft damit in Empfang nimmt. Ein Kaffeew„rmer mit USB Anschluss fr den Computer, ein Fussw„rmer, Sttzstrmpfe, eine farbige Percke fr Cosplay und Manga Fans, High Heels mit 12 cm Abs„tzen im Bleistift-Look, farbige Sonnen- und Therapiebrillen, ein Gutschein fr Kontaktlinsen, Zahnbleaching, eine Sch”nheitsoperation oder eine kosmetische Fussbehandlung, eine Innenbeleuchtung fr Tasche und Kleiderschrank, einen unechten Pelzmantel, ein Kleid im Leoparden-Look, eine Gesichtsmaske, falsche Wimpern, Make-Up fr die Beine, eine Seidenstrumpfhose mit integrierten lackierten Zehenn„geln, eine Ballonfahrt, eine Espressomaschine fr die Gastronomie, ein Waffeleisen fr vier Waffeln gleichzeitig, eine Schaufensterpuppe als Kleiderst„nder, einen kleinen Goldbarren, eine Schallplatte oder einen BH aus Schokolade, seltene Briefmarken und Edelsteine, 99 šberraschungseier, all dies sind kreative Geschenkideen, die eine šberlegung wert sind. Sammelb”rsen, Souvenirl„den, Kreativshops, Retroshops und exotische H„ndler sind wahre Fundgruben.
Wenn ein Geschenk zum Erlebnis werden soll, muss man sich etwas einfallen lassen, was an Besonderheit nicht zu bertreffen ist. Bescheidenheit, die obligatorische Krawatte und die verhassten Socken sind hier fehl am Platz.
Zu Hochzeiten, runden Geburtstagen und einem Jubil„um sollte man nicht bescheiden sein, sondern seiner Kreativit„t freien Lauf lassen. Konzertkarten sind beispielsweise eine gute Idee, wenn man sie mit dem passenden Hotel verbindet. Reisegutscheine fr verschiedene St„dte, Abenteuerurlaube, ein Wellnesswochenende in einem guten Hotel, all das sind Ideen, die zu Erlebnissen fhren.
Erlebnisgeschenke beherbergen n„mlich Abenteuer, Action, gesunde Bewegung und eine Handlung, selbst wenn es nur eine minimale Handlung ist. Sie fordern den Beschenkten auf, sich um sein Geschenk zu kmmern, es zu aktiviieren und notfalls dafr das eigene Haus zu verlassen. So gesehen sind Erlebnisgeschenke gesund, denn man ist in Bewegung, sitzt nicht faul herum und h„lt seinen K”rper fit.
Geld ist ein neutrales Geschenk, gefolgt von Gutscheinen. Beides steht hoch im Kurs, wenn es um Trendgeschenke geht, jedoch sind beide Varianten einfallslos, es sei denn, man verpackt sie in ein Erlebnis. Ich bekam einst Geld geschenkt, welches sich zu Weihnachten am riesengrossen Tannenbaum hinterm Haus verteilte. Ich musste in die Žste klettern, um es zu holen. Der Gesundheitsfaktor bestand darin, nicht im Schnee zu erfrieren, aber dafr bekam ich knallrote Wangen, die vor Gesundheit strotzten.
Wenn man Geld oder Gutscheine verschenkt, k”nnte man sie verstecken und eine Art Schatzkarte entwerfen, an Hand derer der Beschenkte sein Geschenk finden muss. Man kann Geld auch in kleine Sparschweine stecken, die man zusammen mit einem Urlaub am Bauernhof auf genau diesem Hof versteckt. Dann muss man gesund in der Natur urlauben, die Schweine suchen und sie schlachten, um ans Geld zu kommen.
Auch sogenannte Erlebnistage sind willkommene Abenteuergeschenke, die neben viel Aufregung und Freude auch viel Wirbel und einen anhaltenden guten Eindruck hinterlassen. Eine Ballonfahrt fr die Menschen, die hoch hinaus wollen, oder gar eine Hubschrauberfahrt sind hier gelungene Effekte, die als Geschenkideen dienen.
Lustige Geschenke wie ein Tanzkurs, ein Schwimmkurs, Konzertkarten fr witzige Konzerte und Comedyshows, ein Schwimmbecken gefllt mit kleinen Mnzen, eine Konfettimaschine, eine Party, die man verschenken kann, dies alles sind einfallsreiche Geschenke. Man kann auch einen Flieger mit einer Himmelsaufschrift ber den Himmel dsen lassen und dies als Geschenk pr„sentieren.
Manchmal oder auch sehr oft geht es darum, dass der eine den anderen in Sachen Geschenke bertrumpfen m”chte. Das ist ganz normal in der Lifestyle Gesellschaft, in der man das obligatorische Bussi links und rechts auf die Wangenbacke gedrckt bekommt, auch wenn man es nicht immer haben m”chte. Im Grunde sind Geschenke eine Geste des guten Willens und des offenen Herzens.
Erlebnisse und kleine Abenteuer sind nur dann eine Freude, wenn der Beschenkte damit etwas anfangen kann. Sogenannte Wunschagenturen erfllen m”gliche bis unm”gliche Wnsche, k”nnen jedoch auch hin und wieder danebenliegen, wenn sie den Beschenkten kaum bis gar nicht kennen. So kann es passieren, dass man ein Abo fr eine kostenpflichtige Singleb”rse im Internet geschenkt bekommt, weil man jahrelang online auf Partnersuche war, aber damit nichts mehr anfangen kann ,weil man krzlich den richtigen Partner gefunden hat. Bitte, wer hier unversch„mt denkt, dem hilft notfalls die Alibiagentur zum Fremdgehen weiter.
Das Erlebnisgeschenk muss auf den Beschenkten zugeschnitten sein, seine k”rperlichen Ressourcen nicht berschreiten und seinen Hobbies und Interessen gerecht werden. Mit einem Shoppingtrip samt Flug nach New York wird keiner zufrieden sein, der unter Flugangst leidet. Ein Hypnoseseminar gegen Spinnenangst ist zwar gew”hnungsbedrftig, aber es hilft dem, der sich vor Spinnen frchtet. Eine Fahrt in einem Formel 1 Rennwagen wird nur den begeistern, der an Motorsport interessiert ist, und ein Selbstfindungsseminar wird vielleicht fr den gestressten Manager ein entspanntes Erlebnis sein.
Ach, wie heissen sie doch alle, diese netten Portale, bei denen man Geschenkgutscheine bestellen und einl”sen kann: Jochen Schweizer, Jollydays, Mydays, dies sind drei Anbieter, die nicht schlecht sind, wenigstens kann man bei ihnen aus einer relativ grosszgigen Auswahl w„hlen. Bitte, das Bestellen eines Geschenkgutscheins ist leicht, doch wenn es um das Einl”sen geht, steht man vor kleinen Stolpersteinen bis grossen Hrden.
Man bekommt eine Box mit einem Auswahlheft geschenkt, mit einem Code, den man freirubbeln muss, damit man das Geschenk in Empfang nehmen kann. Diese Geschenkeboxen sind praktisch, denn man schenkt ja etwas Kreatives her. Fr den Beschenkten bedeutet dies jedoch Arbeit und Aufwand.
Mein Lebenspartner bekam zum Geburtstag zwei solcher Geschenkeboxen berreicht. Wir freuten uns, denn in der Romantikbox waren Hotelgutscheine zur Auswahl, und ich frhstcke ja so gerne in edlem Hotelambiente. In der Anti Couch Tag Box waren Museen, Besichtigungen, eine Schokoladenfabrik, ein Bergstollen, ein Abstecher ins Wiener Blindenrestaurant, eine Stadtrundfahrt und andere nette Kleinigkeiten.
Wir wollten den Hotelgutschein einl”sen, aber es waren nur Htten frei. Bitte, jeder andere h„tte sich nach der dritten Absage fr eine freie Htte entschieden, aber ich doch nicht, denn ich bin die hartn„ckigste Frau der Welt.
Ich schrieb den Betreiber an und fragte, welcher freie Termin genau fr unser Wunschhotel aus der Box verfgbar w„re? Mit dieser E-Mail hatte er nicht gerechnet, und voila, wir bekamen unser Hotel. Gut, wir mussten die Extras selber bezahlen, und zus„tzlich eine Kurtaxe, aber ansonsten hatten wir Glck. Die Betten waren in Ordnung.
Die Geschenkgutscheine sollte man so frhzeitig wie m”glich einl”sen, damit man nicht in den Zugzwang ger„t, irgendetwas zu nehmen, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Angebote immer frei oder gltig sind. Manchmal wird ein Hotel wieder aus dem Angebot gestrichen, obwohl es in der Box angepriesen wird.
Ausserdem muss man ber Drittanbieter buchen und sich mit diesen Drittanbietern in Verbindung setzen, denn die Geschenkportale selber sind nur die Vermittler der Gutscheine. Man muss Geduld beim Einl”sen haben, aber so bleibt derjenige, der so eine Idee geschenkt hat, wenigstens lange in Erinnerung.
Mit speziellen Anbietern von Erlebnispaketen k”nnen Sie Ihren Liebsten Geschenke machen, und zwar Erlebnisgeschenke der besonderen Art. Ich habe Museumsbesuche, wie zum Beispiel ein Schokoladenmuseum gefunden, welches man im Burgenland erh„lt. Und ich habe Schokopartys gefunden, auf denen man sich glatt satt essen kann. Die Schokoladenpartys finde ich pers”nlich sehr empfehlenswert, weil ich Schokolade so gerne esse, dass ich nie genug davon haben kann. Partnerschaften k”nnen intensiviert werden, man kann Feuer in seine Beziehung bringen, oder man relaxt einfach bei einem Entspannungserlebnis. Gerade nach der Pandemie brauchen wir wieder gengend Auslauf, weil die eigenen vier W„nde kennen wir in und auswendig, da f„llt uns die Decke auf den Kopf.
Schenken bedeutet egoistisch gesehen, sein gutes Gewissen zu n„hren, „hnlich wie beim Spenden. Es ist in erster Linie jedoch Freude spenden. Ein Geschenk kommt von Herzen, ist eine freiwillige Angelegenheit, macht Freude und sollte m”glichst individuell sein. Trotzdem tendieren wir heute zum schnellen Schenken, lassen uns irgendwo einen Gutschein fertigen, verschenken Geld und Warengutscheine, damit wir uns keine grossen Gedanken ber ein passendes Geschenk zu machen brauchen.
Man k”nnte auch seine Liebe schenken, oder man verschenkt seine Aufmerksamkeit, Dienstleistungen, Zeit, Trost, seine Freundschaft, einfach etwas, das man mit Geld nicht bezahlen kann. Dies sind Geschenke, die man wirklich aus einer Herzenslaune heraus weitergibt, denn sie stehen mit der eigenen Pers”nlichkeit eng in Verbindung und erzielen hohe ethische Ansprche.
Schenken ist ein Ausdruck der Selbstlosigkeit, des Altruismus. Der Beschenkte freut sich, er k”nnte jedoch in die Verlegenheit kommen, seinerseits auch etwas zu schenken, und hier befinden wir uns in unserem Konsumzeitalter in der misslichen Lage, dass die gegenseitigen Geschenke immer gr”sser werden, weil man besser dastehen m”chte und sich ungern mit einem minderwertigeren Geschenk zeigt. Man verknpft soziale Sanktionen damit, erzeugt einerseits Geselligkeit, kann andererseits aber auch eine gewisse Ausgrenzung oder Abh„ngigkeit damit erzeugen. Stellen Sie sich vor, sie bekommen von einem fremden Menschen eine Rose geschenkt. Dieser Mensch bittet sie kurz darauf um eine kleine Spende. Hier sehen sich viele Leute gezwungen, die Spende zu t„tigen, weil sie sich in der Bringschuld fhlen.
Man schenkt auch gerne etwas, wenn man eingeladen wird, ein sogenanntes Gastgeschenk. Vereinzelt findet man jedoch Leute vor, welche mit dieser sozialen Ader nicht ausgestattet sind, die kommen einfach ohne Geschenk und wundern sich, wenn ihre sozialen Kontakte st„ndig abbrechen. Wein, Blumen und Pralinen sollte man m”glichst immer als kleine Aufmerksamkeit mitbringen, wenn man eingeladen wird, das st„rkt die sozialen Bindungen und dient als Symbol fr Freundschaft und Zuneigung.
Man schenkt heute gerne gr”ssere Geldbetr„ge anonym, als Spende, Almosen und fr Wohlt„tigkeitszwecke, an gemeinntzige Vereine und Organisationen. Hier fhlt man sich durch das Schenken erleichtert, was genaugenommen egoistische Hintergrnde hat, denn wer spendet, erleichtert damit sein schlechtes Gewissen. Wir sehen, wie andere Menschen hungern und fhlen uns ihnen verpflichtet. Auf der anderen Seite profitieren wir von armen L„ndern und ziehen wertvolle Rohstoffe zu niedrigen Preisen aus diesen L„ndern heraus, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Spende ist sozusagen nur ein kleiner Teil dessen, was wir uns vorher genommen haben.
Man schenkt aus psychologischen Grnden heraus, um sein sogenanntes šber-Ich zu st„rken, um ber den Dingen zu stehen, um als der Gute dazustehen. Und man schenkt, um Gesch„ftsbeziehungen zu intensivieren. Im Gesch„ftsleben ist der Schenker gestorben, und der selbstlose Geber lebt schon lange nicht mehr. So sind Geschenke genau genommen ein Zweck, der alle Mittel heiligt und dem eigenen Egoismus gilt.
Geschenke sind rein rechtlich Dinge, die dem Beschenkten geh”ren, wobei es in den einzelnen L„ndern und Staaten unterschiedliche Rechtssprechungen ber ein eventuelles Geschenk gibt. So kann man beispielsweise sein Haus mit einer Schenkung auf den Todesfall bergeben, womit man Vor- und Nachteile erntet. Verlobungsgeschenke mssen in einigen L„ndern begrenzt zurckgegeben werden, und Hochzeitsgeschenke fallen im Scheidungsfall auch geteilt aus, da streitet man sich f”rmlich ums letzte Hemd. Wahrlich, ein Geschenk kann Glck und Segen bedeuten, es kann aber unter ungnstigen Umst„nden auch mit Žrger verbunden sein. šbrigens sind Geschenke, die dem Zweck des Žrgerns dienen, wahre Dan„rgeschenke. Auch sie kann man in Geschenkspapier einpacken und mit einer hbschen Schleife versehen.
Wie verpackt man ein Geschenk richtig? Beim Geschenke verpacken unterscheiden wir mehrere Typen. Der Pragmatiker l„sst sich sein Geschenk verpacken, achtet auf keinerlei Individualit„t, verpackt es gar nicht, oder er nimmt irgendein Papier und schaut, dass die Verpackung Form annimmt. Der Faule nimmt nur eine Tte oder kauft bereits fix und fertige Geschenksets. Der Sorgf„ltige verpackt ausgiebig, richtet sich die Tesastreifen, das Papier, die Schleifen und K„rtchen zurecht, achtet darauf, dass farblich und stilistisch alles zusammenpasst, gibt sich Mhe und freut sich selber am meisten aufs Verpacken.
Der Kreative l„sst sich etwas einfallen, steckt einen Gutschein in eine edle Schatulle oder in einen Luftballon hinein, verschachtelt alles mehrfach, verwendet grosse und kleine Schachteln bereinander, bastelt aus dem Geschenkspapier ein Kunstwerk, rollt Flaschen so ein, dass oben ein Trichter entsteht, und er versenkt einen Verlobungsring in einem vollen Sektglas oder in einem Tortenstck. Der Umweltbewusste verpackt seine Geschenke in Zeitungspapier, oder er recyclet altes Geschenkspapier vom Vorjahr. Er verwendet Altpapier, alte Kartons, Kchenrolle, Butterpapier oder Alufolie, damit das Geschenk gl„nzt. Man kann aus der Verpackung auch einen neuen Gegenstand zaubern, indem man das Geschenk in ein Halstuch, in ein Badetuch, in eine Bettw„sche oder in ein Geschirrtuch wickelt.
Beim Geschenke verpacken muss man darauf achten, dass die Ecken glatt und gleichm„ssig sind, die Gegenst„nde in einer Verpackung gleich gross sind, das Papier nicht verkehrt herum verschlossen wird, die Tesastreifen klein und m”glichst unsichtbar sind, die Schleifen m”glichst gleich gross sind, und wer berhaupt nicht verpacken kann, der leistet sich einen Geschenke-Verpackungsservice, denn der kostet nicht viel.
Als ich blind wurde, begab es sich, dass gerade Weihnachten war, die Zeit des Geschenke-Verpackens. Ich kam nach einer meiner missglckten Augenoperationen aus dem Krankenhaus und wollte meine Geschenke verpacken. Wenn man am Tag zuvor eine Narkosespritze erhalten hat, steckt man quasi im Delirium fest, da bekommt man ein selbstverst„ndliches Egal-Gefhl, und so war mir die Verpackung egal. Ich holte aus dem letzten Kellerloch ein altes Geschenkspapier vom Vorjahr, fand einige passende Schleifen, und dann wickelte ich alles ein, was wickelnswert war. Stolz pr„sentierte ich meine Geschenke meinen Lieben. Sie waren verwundert und meinten: Elisabeth, das hast du gut gemacht, und das neutrale weisse Papier sieht edel aus. Als meine Lieben ihre Geschenke auspackten, bemerkten sie, dass in der Innenseite die tats„chliche Papierkunst verborgen lag. Ich hatte n„mlich versehentlich das Papier auf der falschen Seite, auf der Innenseite verwendet, sodass man bloss die weisse Rckseite des Geschenkpapiers sehen konnte. Bitte, der šberraschungseffekt war gross.