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Wie lebt man natürlich?

Leben am WasserWie lebt man natürlich? Zuerst sollte man sich fragen, wie unnatürlich das derzeitige Leben ist? Wer sich innerlich wohlfühlt, achtsam, nachhaltig und naturbewusst lebt, braucht kaum etwas an seinem aktuellen Lebensstil zu ändern, da er glücklich ist. Wer jedoch zu kränkeln beginnt, sich dem Genuss der Industrie hingibt, täglich zum Shoppen geht, sich von Fastfood ernährt, die Luxuskreuzfahrt bevorzugt und sich in Designerklamotten steckt, die aus synthetischen Glitzerfäden bestehen, könnte sich für ein naturgetreueres Leben entscheiden, sobald er bemerkt, er fühlt sich unwohl. Natürlich lebt man im Wald, auf der Wiese, am See, am Meer, am Land, in den Bergen, im Holzhaus, am Bauernhof, ohne Chemie, ohne Luxus, denn der naturbewusste Mensch scheut jegliche Industrialisierung, es sei denn, sie ist überaus nützlich. Fliessendes Wasser, Strom und Wärme können durchaus angenehm sein, wenn man sich nicht selbst drum kümmern muss.

Was ist das natürliche Leben?

Das natürliche Leben umfasst all das, was man aus eigener Muskelkraft erschafft. Geräte, Automation, Technik und Industriegüter spielen hier keine Rolle. Man legt sich einen Biotop zu, lebt aus dem eigenen Garten, bereitet seine Mahlzeiten in Eigenregie zu, erntet Obst und Gemüse, hält sich einige Tiere, Kühe zum Melken, Schafe für die Wolle, Hühner für die täglichen Eier, vielleicht ein Schwein, aber das Schwein muss nicht unbedingt sein. Man geniesst die Landschaft, die frische Luft, das saubere Quellwasser, das natürliche Sonnenlicht, den Regen, der das Land belebt, den Wind, der durchs Ohr bläst, die Fauna und Flora. Jede Blume besitzt einen eigenen Duft, jede Raupe wird zu einem Schmetterling, jeder Vogel macht Musik, und jeder Mensch zerstört gerne die Idylle der Natur, wenn er am Aktienmarkt Profit daraus schlägt. Die Natur geniessen wir aber dennoch gerne.

Natürlich leben im Wald

Einige Menschen entscheiden sich, ein Haus mitten in den Wald zu stellen. Dies gelingt am besten, wenn einem der Wald gehört und man von den Behörden die Genehmigung zum Bau erhält. Das Haus darf nämlich nicht zu nahe an Bäumen stehen, welche bei einem Unwetter umfallen könnten, sonst ist das gesamte Leben entwurzelt, das des Baumes und das des Menschen. Wer im Wald lebt, sollte Kräuterkunde und Pflanzenkunde studieren, da dies eine wichtige Nahrungsquelle darstellt. Pilze, Heilkräuter, Wurzeln, Waldpflanzen, Hölzer, alles kann man essen, solange es nicht giftig ist. Das Leben im Wald ist gesund, kräftigt uns und liefert uns viel Sauerstoff. Ich habe mir einige Tannen ins Haus gestellt, sozusagen ein Stück Wald in die eigenen vier Wände geholt, und ich muss sagen, seither ist die Luft in meinem Zuhause eine Wohltat für die Atemwege. Sie riecht nie verbraucht oder stickig. Zu Weihnachten schmücke ich meine Tannenbäume.

Natürliches Leben auf freier Wiese

Besonders in den Sommermonaten kann man auf Wiesen und Äckern leben, vorzugsweise auf ungemähten Wildwiesen. Das hohe Gras bietet jede Menge an Nahrung, und die Füsse werden mit einer schützenden Hornhaut überzogen, wenn man barfuss lebt.In Niederösterreich, in Österreich lebt ein Mensch, der läuft das ganze Jahr über barfuss und wird nie krank. Man nennt ihn den Waldviertler-Jesus, da er optisch Jesus gleicht. Wahrlich, die Naturfanatiker hat der Hergott lieb, die bleiben immer gesund. Wer auf der Wiese residiert, kann sich einen Schlafsack oder ein Feldbett aufstellen. Nur die Angst vor Insekten sollte man sich verkneifen, denn wenn die Grillen zirpen und die Bienen Honig sammeln, wenn die Grashüpfer um die Wette springen und die Wiesentiere sich entfalten, beleben sie auch den Menschen mit ihrer Anwesenheit.

Natürlich leben in den Bergen

Wer sich entscheidet, am Berg zu leben, der hat harte Arbeit vor sich. Berge sind zwar im Sommer eine Augenweide, wenn die Kuh auf der Almwiese grast und die Ziege zwischen den Felswänden meckert, aber der Sommer in den Bergen ist kurz. Gewitter können urplötzlich, innerhalb von Minuten hereinbrechen, und dann ist es ratsam, die Almhütte aufzusuchen oder einen möglichst trockenen Unterschlupf zu finden, denn die Berggewitter sind heftig. Wer den Winter am Berg überlebt, hat starke Nerven. Die Nahrung kann kanapp werden, der Winter ist lang, und wenn sich die Kartoffel dem Ende zuneigen, gibt es notfalls nur noch Bohnensuppe, Polenta, Milch und Käse, den warmen Ofen und das Strickzeug, welches einem die Winterabende verkürzt. Schnee, eisiger Wind und Einsamkeit können das Bergleben auf eine harte Probe stellen, aber es gibt Menschen, die lieben die Herausforderung.

Das natürliche Leben am Bauernhof

Es liegt zunehmend im Trend, einen Bauernhof zu bewirtschaften, sich als Biobauer zu üben und das Landleben zu geniessen. Die Sendung -Bauer sucht Frau- bei der Landwirte und Landwirtinnen einen passenden Partner finden, trägt zum Trendleben am Bauernhof bei, und es ist gut so, denn so stirbt die Landwirtschaft nicht aus. Ein Bauernhof bedeutet zwar viel Arbeit, aber man kann ihn auch geniessen. Die Kühe müssen zweimal täglich gemolken werden, das Heu muss verarbeitet werden, die Tiere brauchen Pflege und Nahrung, und sogar die Katze sollte gefüttert werden, wenn sie keine Maus findet.Dafür erntet man Bionahrung. Wer als Bio-Obstbauer oder Gemüsebauer lebt, sollte sich nicht von den Billigdiscountern dazu hinreissen lassen, für sie zu produzieren, denn hier besteht die Gefahr, dass man Knebelverträge unterschreibt und plötzlich kein hochwertiges Bio mehr erzeugen kann.

Leben am Land

Am Land lebt man gut, behütet, unter engen sozialen Kontakten, gesund und natürlich. Wer allerdings auf den kleinen Luxus nicht verzichten möchte, braucht ein Auto, da die ländliche Infrastruktur nicht gerade einladend aussieht. Dafür ist man umgeben von Tieren, Wiesen und Wäldern, einer bunten Pflanzenwelt und dem Hahn des Nachbarn, der pünktlich morgens schreit, wenn die Morgenröte zum Hahnenkrähen winkt. Das Landleben ist einfach, manchmal sehr spartanisch, erfordert Muskelkraft, wenn man sein Holz selber zerlegt, seine Nahrung selber erzeugt und sein Wasser vom Brunnen holt. Es gibt in der Tat solche verschlafenen Landsiedlungen, kleinste Dörfer, in denen sich Aussteiger zurückgezogen ums naturbelassene Leben kümmern. Es gibt sogar Fanatiker, die leben wie im Mittelalter und verzichten auf jeglichen Komfort. Sie begnügen sich mit dem, was es zur damaligen Zeit gab. Ein solches Experiment hat gezeigt, wie schwer das damalige Landleben für Bauern, Mägde und Knechte war, wie zufrieden man aber ist, wenn man abends müde ins Bett fällt, mit dem Gedanken, den Tag sinnvoll verbracht zu haben. Smartphones waren in diesem Experiment tabu, aber die Pergamentrolle gab es bereits.

Das natürliche Leben am Meer

MeerjungfrauWasser ist eines der natürlichsten Elemente. Es belebt, nährt und erfrischt uns. Und so entscheiden sich immer mehr Leute dazu, direkt ans Meer zu ziehen, vom Fischfang zu leben, aufs luxuriöse Dasein zu verzichten und die pure Hafenluft zu geniessen. Ein Fischerleben ist beschwerlich, aber es hilft manchen Leuten, aus ihrem seelischen Stress auszubrechen. Man kann auch nach Kanada auswandern, sich an einem Bergsee niederlassen, das reine Quellwasser geniessen, oder man kauft sich wirklich eine kleine Hütte an der Adria. Manche ziehen nach Thailand, wandern nach Australien aus, und andere bleiben hier und geniessen nur gelegentlich das Leben am heimischen See. Ich habe mich für die lukrative Variante entschieden. Ich wohne am Wörther-See in Klagenfurt. Im Winter fahre ich jedes Wochenende nach Pörtschach und Velden, um dem Nebel zu entkommen, da mir diese wattierte Nebelluft Sorgen macht. Im Sommer suche ich mir einsame Plätze rund um den See, bade in kleinen Tümpeln und gestalte mein Dasein so naturgetreu wie möglich. Ich würde jedoch niemals auf ein Minimum an Bequemlichkeit, Infrastruktur und Einkaufsmöglichkeiten verzichten, solange ich noch Geld habe, um alles zu bezahlen.

Leben im Holzhaus

Immer mehr Menschen entscheiden sich für die solide Holzbauweise. Holz atmet, duftet je nach Holztyp wunderbar, und wenn man es mit Bienenwachs behandelt, lebt es länger. Ein Holzhaus ist gesund, spendet Wärme, und wenn man es mit grossen Glasflächen bestückt, erspart man sich im Winter oft die meiste Zeit über die Heizung. Der Nachteil so einer Holzbauweise ist leider, dass die Brandgefahr hoch ist. Wenn so ein Haus zu brennen beginnt, brennt es wie Zunder. Ein Kärntner, der in Wien lebt, hatte so einen Grossbrand miterleben müssen. Sein Haus fing Feuer, seine Handy-App meldete ihm zwar den Brand, er informierte von Wien aus sofort Feuerwehr und Polizei, aber die Hütte brannte vollständig ab. Und der zweite Nachteil so eines Holzhauses ist die Feuchtigkeit, wenn das Holz nicht gut versiegelt ist. Holz lebt auch von innen, von Bakterien, und wenn der Holzwurm drin wütet, haben die Erben wahrscheinlich nichts von der soliden Bauweise. Aber wenn man von den Problemen absieht, vorsichtig ist und den Bau gut überwacht, lebt man sehr gesund in so einem Häuschen.

Handarbeit führt zu einem natürlichen Leben

Wer seine Kleidung selber schneidert, kann naturbewusster leben, denn er kauft nur den Stoff, das Garn und die Wolle, weiss, was drin ist und hat keine Probleme mit Schadstoffen und knitterfreien Waschsubstanzen, chemischen Farben, etc. in seiner Kleidung. Stricken liegt wieder im Trend, und unter den Männern ist das Klöppeln sehr beliebt. Ich habe mir ein Strickkleid für den Winter stricken lassen, meine Mutter sorgt für meine gestrickten Wollsocken, und ein Freund klöppelte mir ein ganzes Kostüm samt Pullover, Hose, Mütze und Schal. Der Freund ist zwar verschollen, aber die Klöppelware residiert in meinem Elternhaus und wartet auf einen harten Winter, in welchem ich sie tragen kann. Übrigens liegen Strickkurse, Klöppelkurse und Nähkurse wieder im Trend. Selbstgemachte Kleidung kann man nämlich mit seinem eigenen Stil ausstatten, damit sie mehr Individualität erhält.

Bionahrung und Ökoprodukte erleichtern das natürliche Leben

Keine Frage, am besten ist es, man baut seine Nahrung selber an, aber nicht alle Leute sind autarke Selbstversorger. Die meisten Leute wohnen nach wie vor in der Stadt, oder sie kaufen sich mindestens die Lebensmittel irgendwo ein. Und genau das sollte man nicht tun, denn einfach nur irgendwo zu kaufen, kann ungesund sein. Achten Sie lieber auf Bio bei Lebensmitteln. Zahlreiche Studien zeigen, dass echte Bionahrung gesünder für unseren Körper sind. Besonders bei Salat, Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch und Milchprodukten sollte man auf Bio achten. Ohne Kunstdünger schmecken die Sachen auch besser. Wichtig ist auch, dass man keine Fertigprodukte mehr kauft, wenn man natürlich leben will. Der hauseigene Hofladen am Bauernhof bietet so ziemlich alles, was das Fress-Herz begehrt, und die Lebensmittel vom Bio-Bauernhof sind garantiert naturbelassen. Verzichten muss man dann auf Industrienahrung, aber die macht uns ohnehin nur dick und träge.

Natürlich leben im Eis

Eine etwas gewöhnungsbedürftige Lebensweise ist jene, die sich im Eis abspielt. Es gibt immer wieder Leute, die in den hohen Norden ziehen, auf Grönland, in Alaska oder im Norden von Kanada leben. Die Winter dort sind lang und kalt, das Tageslicht ist im Winter rar, im Sommer dafür unendlich langanhaltend, und im Iglu lebt es sich warm und kuschelig. Im Trend liegt die Eis-Sauna, das Saunieren allgemein, denn so härtet man sich ab und stärkt sein Immunsystem. So eine finnische Sauna ist ein Erlebnis, nicht für jeden geeignet, aber sie leistet viel für einen guten Gesundheitszustand. Im Norden ernährt man sich übrigens fettreich, mit viel Fisch, Lebertran und tierischen Fetten, da dies der nördliche Organismus eher braucht als der Mediterrane oder Maritime. Für Auswanderer ist diese Ernährung anfangs schwer zu verdauen, aber man gewöhnt sich dran.

Leben auf einer einsamen Insel

Es gibt vereinzelte Leute, die wandern auf unbewohnte Inseln aus. Die Einsamkeit ist hier das eigentliche Problem, aber die Insellandschaft und die Idylle entschädigen uns für fast alles. Man muss mit Insekten und Käfern, unzähligen Ameisen und kleinen Kriechtieren unter einem Dach leben, da die meisten Inseln tropisches Flair, ein heiss-feuchtes Klima besitzen und man sich sein Zuhause notgedrungen mit diesen Bewohnern teilen muss. Wenn man sich vorstellt, dass jedes Lebewesen, auch der Mehlwurm, wichtig ist, damit der natürliche Kreislauf auf unserem Planeten funktioniert und die Nahrungskette geschlossen bleibt, lebt man harmonischer mit den Insekten. Mehlwürmer sind nahrhaft, schmecken gut und lassen sich im erhitzten, fritierten Zustand von Pommes geschmacklich kaum unterscheiden, aber man braucht Überwindung, um sie zu essen. Inseln bieten die pure Natur, besonders die unerschlossenen Inseln, wenn man diesen Lebensstil mag, denn leicht ist es nicht, auf so einer Insel zu leben. Wichtig ist, dass man die wichtigsten Lebensmittel wie Zucker und Brot importieren kann, ein Schiff zur Verfügung hat, mit welchem man hin und wieder ans Festland schippern kann, sonst gewöhnt man sich nicht mehr an die menschliche Zivilisation und könnte zum Tier werden.


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Elisabeth Putz

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