Was ist ein rstiger Rentner, wie wird man so einer, wie lebt er, und was braucht er? Im allgemeinen ist ein Rentner ein rstiger alter Mensch, der sein Berufsleben hinter sich gelassen hat, seinen Hobbies und Interessen nachgeht, sich amsiert, seinen Kaffee mit Kuchen geniesst, sich gerne mit anderen Leuten austauscht, seinen Alltag geniesst, bis er das Zeitliche segnet und ins Grab f„llt. So ein Leben wnschen sich viele rstige Rentner, Hauptsache gesund.
Unter Gesundheit versteht der normale Rentner alles, was ihn nicht pausenlos einschr„nkt oder ihn ans Bett fesseln k”nnte. Man nimmt brav seine Tabletten ein, ist medizinisch gut eingestellt, lebt mit seinen kleinen Leiden so dahin und freut sich trotzdem auf den n„chsten Tag. Im Alter wird man naturgetreu gebr„chlich und schwach, oft auch kr„nklich und labil, manche Menschen frher, manche sp„ter, und manche nie, weil sie davor sterben. Wenn man nicht gerade in eine Rentenschockstarre kommt, kann man sein Leben im Alter richtig geniessen, und es gibt Leute, die verlieben sich noch einmal, haben auch Sex miteinander, finden zur Natur zurck und fhlen sich wie uralte Teenager, im Kopf jung, am K”rper runzelig alt, aber noch robust genug, um den Kurschatten abzuschmusen. Eine Studie belegt, dass sogar der zu pflegende, hoch betagte Mensch noch Interesse an der Leibesliebe hat, denn die Libido stirbt zuletzt.
Das Leben als Rentner h„ngt davon ab, wie man zuvor gelebt hat, welche Reserven man k”rperlich und finanziell gesammelt hat, und wie positiv man in die Zukunft schaut. Senioren k”nnen durchaus noch so aktiv sein, dass das Leben Spass macht.
Viele Rentner sind so rstig, die beginnen in der Rente ein neues Leben, starten eine zweite Karriere und arbeiten, bis sie glcklich umfallen. Man kann als Leihoma oder Leihopa, als pers”nlicher Assistent, als G„rtner, als Shopping- und Stylingberater, als Gemsebauer, als Alleinunterhalter, als Knstler oder Autor, in den verschiedensten Jobs und T„tigkeiten neu durchstarten, dann fhlt man sich gebraucht, und das st„rkt das Immunsystem.
Wer in seiner Rente eine zweite Karriere anstrebt, der hat meiner Meinung nach mehr vom Leben. Man kann beispielsweise studieren, sich weiterbilden, einen zweiten Doktortitel machen, denn hierfr existieren jetzt extra Studieng„nge fr Rentner. Man kann sich aber auch ehrenamtlich bet„tigen, beispielsweise beim Roten Kreuz. Bitte, die Karriereleiter ist in der Rente noch steil genug, die Karrierechancen lauern berall, Hauptsache man ist aktiv und h„lt K”rper und Geist fit.
Viele einsame Senioren schliessen sich Seniorengruppen und Seniorenclubs an, leben in Wohngemeinschaften und helfen sich gegenseitig. Hotels fr Senioren, Cluburlaub, Kaffeefahrten, die auch seri”s sein k”nnen, Busreisen, Kreuzfahrten, Selbsthilfegruppen fr erkrankte Rentner, Tagesbetreuung in speziellen Einrichtungen fr Senioren, gemtliche Seniorenresidenzen, alles kann helfen, um im Alter nicht alleine zu sein. Nicht jedes Kind und Enkelkind kommt regelm„ssig zu Besuch, nur weil es etwas zu erben gibt.
Schwimmen ist beispielsweise eine Sportart, welche die Gelenke schont, und so kann man zum Seniorenschwimmen gehen. Turnen, leichte Gymnastik und Fitnessbungen st„rken den K”rper, und so kann man zum Seniorenturnen gehen. Nur einsam zu Hause verkrzt man sein Leben, da Einsamkeit krank macht.
Spezielle Singleb”rsen und Partnervermittlungsagenturen fr Senioren sorgen dafr, dass der rstige Rentner einen zweiten Frhling im Lebensabend erlebt. Ein neuer Partner ist nichts Aussergew”hnliches, wenn wir zunehmend immer „lter werden. H„ndchenhalten und gemeinsam kuscheln ist immer drin, und der Drang nach k”rperlicher Liebe stirbt erst, wenn der Seniorenstift stirbt. Manche Paare lassen sich im Alter noch scheiden und orientieren sich neu. Manche Rentner sind als Single unterwegs, weil der Partner bereits verstorben ist. Hierfr existiert endlich ein reger Markt, damit keine Seele einsam lebt.
Wer sich eine oder mehrere Anlageimmobilien zulegt, sichert sich damit im Alter wahrscheinlich gut ab. Wichtig dabei ist, dass die Immobilie eine Wertsteigerung erzielt und in guter Lage steht. Eine kleine Stadtwohnung lohnt sich, ein Haus am Land macht hingegen nur Arbeit und wirft h”chstens frisches Obst im Garten ab. Kleine Single-Wohnungen, die luxuri”s ausgestattet sind, lohnen sich zunehmend, weil der geborene Single den Markt erobert.
Die Rente kann zu einem Schock ausarten, wenn man sich aus dem Berufsleben herausgerissen und nicht mehr so leistungsf„hig fhlt. Als mein Vater in Rente ging, berkam ihn der Rentenschock. Er war sein ganzes Leben lang Unternehmer, fhlte sich in seiner Selbst„ndigkeit wohl und dachte nie ans Schlafen. Als er in Rente war, ging er zum Sport, zum Schwimmen, Radfahren, aber alles erbrachte nicht den gleichen Effekt wie seine Vollzeitarbeit. Und so begngte er sich eines Tages damit, den ganzen Tag in der Zeitung zu bl„ttern und zu essen, bis er einen Schlaganfall bekam.
Man kann einen regelrechten Rentenschock erleiden, wenn man aus seinem Job, aus dem Berufsleben herausgezogen wird. Da macht die Karriere quasi einen Knick, nicht nur in der Optik, auch in der Seele, im Ego, im gesamten K”rper. Manche Leute werden in der Rente sogar krank.
Wenn man den Rentenschock berwunden hat, beginnt die Phase, in der man keine Zeit mehr hat. Rentner haben nie Zeit. Dies l„sst sich jedoch mit der restlichen Lebenszeit erkl„ren. Im Kindesalter haben wir gefhlsm„ssig so viel Zeit, dass uns ein Sommer wie ein ganzes Jahr vorkommt. Im Laufe des Lebens nimmt die subjektive Zeitwahrnehmung rasante Geschwindigkeiten an, man glaubt, das Leben l„uft immer schneller. Im Rentenalter rast dann das Leben mit šberschallgeschwindigkeit an uns vorbei. Wahrlich, da hat man keine Zeit mehr.
Manche noch berufst„tige Leute bekommen einen indirekten Rentenschock, wenn der eigene Partner zu arbeiten aufh”rt. Wenn Ihr Partner in Rente geht, kann dies auch Auswirkungen fr Sie im Alltag haben. Pl”tzlich ist er den ganzen Tag zu Hause, das kann ganz sch”n nerven, wenn man ein Leben lang ohne den Partner den Tag verbrachte. Bei Hausfrauen hat man zunehmenden Stress festgestellt, der in chronische Stress-Krankheiten ausartete, wenn der Partner in Rente gegangen ist. Der gesamte Tagesablauf kann durcheinander gebracht werden.
Das Rentensyndrom ist brigens eine ernst zu nehmende Krankheit, da braucht der Partner Hobbies und viele berentete Freunde, dann ist der Haussegen gerettet. In der Rente braucht man Geld, eine neue Karriere, Sport aller Art, einen jungen Partner und Zeit, damit man alles unter einen Hut bringt. Sport zu treiben ist ohnehin eine gute Methode, um im Rentenalter auf seine Gesundheit zu achten, denn Bewegung h„lt K”rper und Geist fit.