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Was ist ein Schrumpfer?

Der Schrumpfer liegt oft selber am BodenDas Wort Schrumpfer habe ich von einer Psychologin gehört, die sich mit dem Thema von herablassenden Menschen beschäftigt. Es gibt Menschen, die sind nur glücklich, wenn sie andere Menschen fertigmachen, niedermachen und kleinhalten können. Schrumpfer nennt man diese soziopathisch angehauchten Leute, und sie befinden sich nicht nur in der Chefetage, im Arbeitsumfeld, sondern auch im Freundeskreis. Man wird von ihnen gelobt und bekommt plötzlich einen Seitenhieb, der ins Herz sticht.

Ich dachte einst, ich hätte eine neue Freundin gewonnen, als sie plötzlich inmitten eines Telefonats meinte, ich hätte lauter schlechte Eigenschaften. Ich würde ihr ins Wort fallen, sie ständig unterbrechen, ihren Schmerz nicht fühlen und nachempfinden können, schwierig in Gesprächssituationen sein und sie nur aushorchen wollen. Ich war in diesem Moment geschockt und entschuldigte mich, obwohl ich nicht wusste, wofür, da für mich das Gespräch gut verlaufen war. Plötzlich war für sie unsere Freundschaft nur noch ein loser Kontakt, und in einer E-Mail beendete sie diesen Kontakt, weil angeblich unsere Horoskope nicht gut zueinander passen würden. Ich war platt, denn damit hätte ich nie gerechnet. Ich war nämlich stets darauf bedacht, sie zum Lachen zu bringen, ihr zu helfen, weil sie immer so traurig war.

Es gibt unter den Schrumpfern mehrere soziopathisch ausgeprägte Menschen, mehrere Modelle. So gibt es Menschen, die glücklich sind, wenn es anderen schlecht geht. Sie sehen sich das Leid anderer Leute an, vergleichen es mit ihrem eigenen Leben und fühlen sich danach besser. Ihr Freundeskreis besteht überwiegend aus kranken Menschen, oft Schwerkranken. Leute, denen es besser geht, oder gar Leute, die trotz Behinderung und Handicap, trotz Krankheit glücklich leben und im Leben keinerlei Beeinträchtigung sehen, können diese Schrumpfer nicht ausstehen. Erst wenn ein Mensch am Boden ist, sind sie zufriedener und spüren ein Wohlgefühl. Wer glücklich ist, der wird niedergemacht, so lange, bis er aufgibt und am Boden liegt.

Bitte, solche Leute erkennt man daran, wie sie über glückliche und kranke Menschen sprechen. Man braucht nur den Freundeskreis eines Menschen anschauen, und schon erkennt man die Schrumpfer, wenn man genau hinschaut. Sie jammern über ihr Leben, machen alles mögliche dafür verantwortlich, tun jedoch fast nichts, um aus unglücklichen Situationen herauszukommen, sondern jammern nur des Jammerns Willen. Sie sprechen vorwiegend negativ, übersehen die Freude im Leben, dramatisieren alles, lästern über ungekümmerte Menschen und jammern über das Leid anderer Menschen. Wenn man mit ihnen spricht, geht das Gespräch immer in eine traurige, negative Richtung hin.

Mit Jammerboxen und Schrumpfern kann ich leider nicht viel anfangen. Ich liebe eher die positiven Gespräche, lache gerne, erzähle Witze, versuche andere zum Lachen zu bringen und möchte, dass es anderen Menschen gut geht. Ich bin nämlich der Meinung, dass man all das ins Leben zieht, womit man sich umgibt, und so führen lockere und lustige Gespräche ins Positive, und schwere Gespräche in ein negatives Loch.

Ein Schrumpfer besitzt einen enorm manipulativen Charakter, den man nicht sofort erkennt. Zuerst freundet er sich ganz schnell an, sodass man glaubt, seelenverwandt zu sein. Oft hilft man dem Schrumpfer, bis man erkennt, dass er gar keine ernste Hilfe will, sondern nur jammern möchte. Und plötzlich, aus dem heiteren Himmel heraus wird man niedergetreten und seelisch verletzt. Lob und Anfeindung, Anerkennung und Herabsetzung, all das passiert abwechselnd, wenn man so einem Schrumpfer begegnet.


Elisabeth Putz

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