Der 1. Songcontest fand im Jahr 1956 statt, als Zeichen des Friedens nach einer langen Kriegsepoche. Gerade einmal 7 Länder nahmen teil. Man wollte durch Musik wieder zueinander finden und Hoffnung verbreiten. Im Westen entstand eine Art Aufschwung, ein Wirtschaftswunder, und die Leute hatten wieder Freude im Herzen. Politische Lieder hatten beim Songcontest damals keine Chance, denn man wollte die Künstler samt deren Kunst in den Vordergrund stellen.
Im Osten riegelte man die Staaten ab und baute Mauern auf, damit niemand in den Westen kam. Trotzdem brach der Songcontest, der sich damals noch Grand Prix nannte, in den Osten vor. Im heimlichen Westfernsehen schaute man sich das Weltereignis an und ahmte es nach.
Diese Wende gefiel der Politik nicht, und so suchte man im Osten nach einem eigenen Musikwettbewerb. So entstand der Intervision Songcontest. Finnland nahm an beiden Wettbewerben teil und gewann sogar einmal den Intervision Songcontest. Trotzdem fand dieser Musikwettbewerb ein Ende, und der westliche Eurovision Songcontest überlebte.
Wussten Sie, dass man im ehemaligen Ostblock den Sieger ermittelte, indem die Leute das Licht anmachten, wenn ihnen ein Lied gefiel? Anhand der Stromauswertung wurde dann der Sieger gekürt. Da war es nicht wichtig, wer wählt, sondern wer auswertet.
Es gab Jahre, in denen verweigerten manche Länder den Songcontest, weil Spanien gewann und man die Franco Diktatur nicht wollte. Spanien präsentierte dann jedoch ein Desaster, und nach und nach wurde der Musikwettbewerb wieder gesellschaftsfähig. Österreich und Deutschland waren übrigens auch damals unter den Verweigerern. Da rückte die Politik wieder in den Mittelpunkt.
Früher war der Eurovision Songcontest ein gesellschaftliches Ereignis für die obere Mittelklasse. Man warf sich in Schale, zog sich die Abendgarderobe an, denn Abendkleid und Frack samt Fliege waren fast Pflicht, gehörten zum guten Ton, zur Knigge dazu. Es war ein Event der puren Unterhaltung. Es gab sogar Jahre, in denen scheuten sich die Künstler, daran teilzunehmen, weil es ein spiessiges Event war.
Als immer mehr Länder teilnahmen, gab es plötzlich ein Halbfinale, bei dem die Finalisten ermittelt wurden, die dann am eigentlichen Event teilnahmen. Die Jury wertete nicht mehr alleine, sondern jeder konnte per Telefon und Handy mitwerten. Das ist bis heute so geblieben, aber leider haben dadurch kleine Länder mit wenig politischem Einfluss kaum noch Chancen zu gewinnen.
Damals als im Jahr 1982 Deutschland gewann und Nicole für ein bisschen Frieden auf der Welt gesungen hatte, trug sie eine weisse Gitarre, als Zeichen für den Frieden. Schon damals jubelte Europa und erhoffte sich mehr Frieden. Als dann 2010 Deutschland wieder gewann und Lena Meyer Landrut für Love gesungen hatte, erhoffte man sich mehr Liebe, und Europa jubelte wieder. Als 1966 Österreich mit Udo Jürgens gewann, stand wieder die Liebe im Mittelpunkt. Und als Abba gewann, stand die Toleranz ganz weit oben, denn die Kostümierung war ein Hit. Diese Kostümierung wurde nur noch von Conchita Wurst, eigentlich von Tom Neuwirth getoppt. Sie gewann ebenfalls für Österreich un sorgte für Euphorie und Plarisierung.
Es gab Länder, die gewannen den Songcontest öfters. Dazu zählen Irland, Grossbritannien, Luxemburg, Schweden, Frankreich, Niederlande und Israel. Vor dem Fall der Berliner Mauer und des eisernen Vorhangs wurde der Beitrag von Israel in manchen Ostblockstaaten geblockt, denn man wollte nicht, dass das Volk daran teilnehmen kann. Aber es nützte alles nichts, Israel war unter den Gewinnern.
Ein Songcontest besteht auch aus Verlierern, und so gab es Interpreten, die gingen mit 0 Punkten nach Hause. Ein Interpret nahm sich dies so zu Herzen, dass er sich schämte und eine Therapie machen musste. Auch Österreich sammelte einmal 0 Punkte, aber dabei zu sein, das ist doch alles, besonders wenn man verliert.
Heute ist der Songcontest zum Grossevent geworden, denn die halbe Welt schaut zu, und wer es schafft, Karten zu bekommen, ist live dabei. In hunderten Public Viewings kann man zusammen mit anderen Leuten den Songcontest auf grossen Leinwänden mitverfolgen. Schlimm wird es erst, wenn es stark regnet, denn dann will niemand draussen feiern.
Heute ist der Musikwettbewerb Politik, Kunst und Show in einem Eimer, alles hat drin Platz. Man muss nicht unbedingt in Abendgarderobe erscheinen, man darf Mensch sein und so bleiben, wie man ist. Übrigens kostet die Austragung des Eurovision Songcontest einiges, und so müssen die Siegerländer sparen, um ihn sich leisten zu können, was für einige Länder zur Herausforderung wird. Auch tut der Songcontest einiges für die Wirtschaft des jeweiligen Austragungslandes, denn die Werbung boomt, der Tourismus wird angekurbelt, und die Hotels sind bis aufs letzte Bett ausgebucht.