Ein Soziopath ist ein Mensch, der in seinem sozialen Verhalten von der Norm abweicht, jedoch seine soziopathischen Charakterzge so gekonnt versteckt, dass man sie nicht gleich erkennt. Man findet ihn auf den ersten Blick sympathisch, anziehend und „usserst interessant. Erst viel sp„ter erkennt man, dass dieser Mensch khl, berechnend, fast gefhllos und emotional ziemlich neben der Spur ist. Wer in die F„nge eines Soziopathen ger„t, entkommt nicht so schnell und fhlt sich nach und nach wie eine Spinne im Netz.
Der Soziopath kann kein Mitgefhl empfinden, jedoch kann er zu einer Art anerlernter Empathie neigen. Er verh„lt sich asozial, funktioniert aber dennoch irgendwie in der Gesellschaft. Im Gegensatz zum Psychopathen ist sein asoziales Verhalten weniger stark ausgepr„gt, obwohl er die Folgen seines Handelns schwer einsch„tzen kann. Er besitzt eine dissoziale Pers”nlichkeit, ist antisozial gepr„gt und versteckt sein Wesen hinter anerlernten Floskeln.
Im Gegensatz zu den Psychopathen sind Soziopathen eher nicht an Qu„lerei, Mord und Triebtaten interessiert, nur an ihrem eigenen Vorteil in der Gesellschaft.
Soziopathie ist die Abnormalit„t in Bezug auf das soziale Miteinander der Menschen, all das, was von der Menschlichkeit abweicht. Das Wort ist eigentlich ein zusammengesetztes Kunstwort, bestehend aus Socius -Gef„hrte- und Pathos -Leiden- und es beschreibt ein abnormes Verhaltensmuster, speziell im sozialen, menschlichen Bereich. Soziopathie ist ein Begriff aus der Psychologie und umschreibt ein schwieriges soziales Verhalten, welches fr den Betroffenen und sein Umfeld kaum bis gar nicht merkbar ist.
Soziopathen k”nnen charmant sein, liebevoll im Umgang mit anderen Menschen, aber sie k”nnen nicht diese Tiefe an Emotionen empfinden, die ein anderer, emotional gepr„gter Mensch empfindet. Dies erkl„rt sich durch die Beschaffenheit des Gehirns, das eine nicht ausreichend vorhandene Emotionsf„higkeit aufweist. In Untersuchungen einzelner Gehirnregionen konnte man feststellen, wie schwach die sozialen, emotionalen Regionen beim Soziopathen ausgepr„gt sind. Sozusagen kann er nichts fr sein Anderssein. Eine Steigerung l„sst sich nur noch beim Psychopathen erkennen, denn hier fehlen die Sozialstrukturen im Gehirn g„nzlich. Psychopathen haben auch meist kein Oxytocin, das Hormon, welches fr Harmonie sorgt.
Soziopathie muss nicht immer negativ gesehen werden, denn sie hat durchaus eine positive Seite. Wenn man bedenkt, dass der Soziopath keine grossartigen richtigen Gefhle zeigen kann, sondern nur antrainierte Gefhlswallungen, ist auch nicht die Gefahr gegeben, dass er in schwierigen, psychisch be„ngstigenden Situationen versagt, denn er kennt keine berm„ssige Angst. Gefahrenreiche Berufe sind ideal fr ihn, und so findet man diesen Typus Mensch in Berufen wie Anw„lte, Chirurgen, Sprengstoffexperten, Krisenreporter, etc. Der Nervenkitzel st”rt ihn nicht, ganz im Gegenteil, er beflgelt ihn. Die Psychotherapeutin Martha Stout schrieb eine interessante Abhandlung ber Soziopathie, der Soziopath von nebenan. Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, denn nachher versteht man die Soziopathen besser, kann sie besser erkennen und ihr Denken und Handeln leichter einsch„tzen.
Soziopathie ist leider oftmals negativ besetzt und kann in richtige Psychopathie ausarten. Man erkennt Massenm”rder, Serienm”rder und Gewaltt„ter nicht auf den ersten Blick, da sie sich so geschickt in ihr soziales Umfeld eingliedern, dass man sie sympathisch findet und gerne etwas mit ihnen unternimmt. Der Psychopath, den man sofort erkennt, ist selten, da er ohnehin so auff„llig ist, dass er nur wenige soziale Kontakte pflegt und man ihn meidet. Fakt ist, nur ungef„hr 4-6% der M„nner sind Soziopathen, das bedeutet, dass 94-96% keine sind, und so hat man die Chance, immer wieder auf normale, charmante, kreative, interessante und anziehende Menschen zu stossen. Gott sei Dank ist das Leben positiv genug, um sich von Soziopathen der negativen Art immer wieder zu erholen. šbrigens sind nur ungef„hr 1-2% der Frauen Soziopathinnen, und davon sind nur ein halbes Prozent so sehr gepr„gt, dass sie zur Psychopathin werden.
Soziopathie ist angeboren und nur zu einem geringfgigen Teil durch unsere Gesellschaft anerzogen. Der heutige Egoismus tr„gt kaum zur Soziopathie bei, er macht sie nur gesellschaftsf„hig, da zunehmend immer mehr Leute ungeniert mit der Ellenbogentechnik durch die Welt gehen und sich nichts dabei denken, wenn sie anderen Leuten Schaden zufgen. Egoisten sind ertr„glich, Psychopathen sind gef„hrlich, aber die Kluft dazwischen ist so eng, dass man oft nicht weiss, mit wem man es zu tun hat. Nur eine neurologische Untersuchung des Gehirns kann alle Zweifel ausschliessen.
Eine Reihe von ungew”hnlichen Merkmalen begleitet den Soziopathen. Schuldunf„higkeit, sie fhlen sich nie schuldig, selbst wenn sie Mist gebaut haben. Empfindungsmangel, sie k”nnen sich nicht in andere Menschen hineinversetzen und spren auch nicht, wenn es anderen schlecht geht. Reizbarkeit und Zorn, sie sind aggressiv, schnell gereizt, aufbrausend, haben eine geringe Frustrationstoleranzgrenze und sind eher laute Pers”nlichkeiten, wenn ihnen etwas nicht passt. Bindungsmangel, sie k”nnen keine l„ngerfristigen Beziehungen und Freundschaften aufrecht halten, knpfen aber st„ndig neue Kontakte, welche sie bei der geringsten Kleinigkeit wieder abbrechen.Gleichgltigkeit, ist mir doch egal, denn sie kmmern sich nicht darum, was andere denken, sondern ziehen ihr Ding durch. Nicht alle Merkmale mssen auf einen Soziopathen zutreffen, und nicht jedes Merkmal muss ein Anzeichen fr Soziopathie sein, denn auch ganz normale Menschen reagieren oft „hnlich, wenn sie angespannt sind, oder einfach nur egoistisch gepr„gt sind.
Der typische Soziopath ist charmant, wirkt anziehend, ist jedoch oftmals undurchsichtig und durchtrieben. Wer einmal die Erfahrung machen durfte, mit einem Soziopathen seinen Lebensweg zu kreuzen, wird anfangs diesen Begriff wahrscheinlich nicht richtig deuten k”nnen, bis er sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt und schliesslich erkennt, dass er einem Soziopathen begegnet ist. Er kann perfekt lgen ohne rot zu werden, wechselt seine Meinung, wenn er Vorteile daraus zieht, sch„digt andere Leute, wenn er dadurch bevorteilt wird, und hierbei bleibt er sachlich bis charmant, bewahrt seine Nerven und kann mit jeder Situation wie ein Profi umgehen.
Der Soziopath wird jemanden so lange umgarnen, bis er sein Ziel erreicht hat. Er kann in eine Rolle schlpfen, schauspielen, jemandem etwas vormachen, die Wahrheit so gekonnt verdrehen, dass andere als Lgner dastehen, und er kann seine Gefhlslage blitzschnell „ndern, da er die Sachlichkeit ber jede Emotion stellt.
Ein Soziopath ist ein Mensch, der nur oberfl„chlich, eingeschr„nkt Gefhle zeigen kann, der entweder gar kein Mitgefhl entwickelt, oder der nur schwer Emotionen empfindet. Er ist entweder schwierig im Umgang mit anderen Menschen, oder er geniesst gr”sste Beliebtheit, da er ein gewisses Feuer der Anziehung ausstrahlt. Man muss vorsichtig sein, nicht vorschnell zu urteilen, denn nicht jeder Mensch ist gleich ein Soziopath, wenn er anziehend wirkt, und nicht jeder Soziopath ist negativ zu sehen.
Die mangelnde F„higkeit, Gefhle richtig zu empfinden muss nicht immer negativ dargestellt werden, denn Angst ist ein Gefhl, welches zu Fehlentscheidungen fhrt, und wenn die Angst nicht im šbermass vorhanden ist, k”nnen weniger Fehlentscheidungen getroffen werden. Liebe hingegen ist ein Gefhl, welches Geborgenheit und Frieden schafft. Fehlt sie, so entsteht Egoismus, welcher eher zerst”rend als rettend wirkt.
Ein typisches Verhaltensmuster eines soziopathisch gepr„gten Menschen ist die ausgepr„gte Extrovertiertheit. Er steht automatisch im Mittelpunkt. Man kann einen Soziopathen an verschiedenen Anzeichen und Charaktereigenschaften erkennen, man sollte aber niemals voreilig urteilen, denn sogar wenn alle Anzeichen zutreffen, muss es sich noch nicht direkt um einen echten Soziopathen handeln. Wir Menschen sind so unterschiedlich ausgepr„gt, dass wir von b”se bis gutartig alles mehr oder weniger in uns vereinen. Wenn man jedoch aufgrund der Anzeichen denkt, besser Abstand von gewissen Menschen zu nehmen, dann tut dies wom”glich der eigenen Psyche gut. Wer seine Psyche auf Dauer strapaziert, weil er sich mit Menschen umgibt, die ihm nicht gut tun, sollte Abstand gewinnen und prfen, ob gewisse Beziehungen noch gut sind. Dieser Rat ist wirklich schwer umzusetzen, manchmal sogar aus eigener Kraft nicht zu schaffen, denn wer auf einen richtigen Soziopathen st”sst, hat es schwer, sich wieder von ihm zu l”sen.
Ein m”glicher Soziopath ist charismatisch, feurig, anziehend und auf den ersten Blick offenherzig und berm„ssig freundlich. Er wirkt anziehend wie ein Magnet, als ob man an ihm kleben bleiben wrde. Er gibt einem das Gefhl, der einzige und wertvollste Mensch auf der Welt zu sein, und er glaubt, dass man freinander energetisch geschaffen w„re, so unter dem Motto: Wir sind freinander bestimmt, das ist quasi Schicksal, dass wir uns begegnet sind. In Wahrheit ist es f”rmlich ein schicksalshafter Verlauf, ihm zu begegnen, denn er kann ein ganzes Leben mit einem Handgriff zerst”ren. Zuerst glaubt man, dem tollsten und liebevollsten Menschen auf Erden begegnet zu sein, einem richtigen Engel, der einen auf H„nden durchs Leben tr„gt und einem jeden Wunsch von den Lippen abliest, bis man feststellt, einem Bengel begegnet zu sein.
Ein eventueller Soziopath ist spontan und macht Dinge, die berragend sind, die Faszination ausl”sen, die ausserhalb der Norm stehen. Er geizt nicht mit šberraschungen, macht aussergew”hnliche Geschenke, kommt einem unheimlich nahe, auch in unm”glichen Situationen, in denen man nicht damit rechnet. Er hat nahezu eine manische Ausstrahlung, die signalisiert, man k”nnte mit ihm durch dick und dnn gehen, die Welt erleben und retten, den Himmel auf Erden geniessen. Oft geht man mit ihm jedoch nach einer Weile durch die H”lle.
Ein m”glicher Soziopath ist redegewandt, solange es nicht um emotionale, tiefgreifende Gefhle geht. Er wirft mit Worten und Wissen um sich, hat unglaubliche Sprachkenntnisse und wirkt weltoffen. Er besitzt ein grosses Fachwissen, ist sehr intelligent, versteht es, Menschen in wenigen Zgen Schach-Matt zu spielen, und er kann Menschen mit seinem Wissen und seiner gebildeten, korrekten Ausstrahlung faszinieren.
Ein eventueller Soziopath ist nahezu emotionslos, da diese Eigenschaften in seinem Gehirn wenig bis gar keine Auspr„gung finden. Dies bemerkt man daran, dass man mit ihm kaum ber Liebe, Lust und Leidenschaft, ber Sorgen, Žngste und N”te, ber Freude, Glck und emotionale Zust„nde sprechen kann, ohne dass er entweder bertrieben euphorisch oder distanziert khl reagiert. Er trainiert sich Gefhle an, die er gekonnt vorspielen kann. Andererseits kann er offenherzig ber extreme Sexualit„t sprechen, die ein normaler Mensch nie mit anderen Leuten einfach so verbal teilen wrde. Wenn jedoch tiefe Emotionen ins Spiel kommen, wechselt er gekonnt das Thema. Probleme interessieren ihn kaum, und so wirkt er st„ndig positiv, ein unglaublicher Optimist.
Soziopathen nehmen es mit dem Eigentum anderer Leute nicht sehr ernst. Sie nehmen das, was ihnen gerade gut ins Konzept passt. Und sie empfinden kaum bis kein Unrechtsgefhl, wenn sie klauen. Ich habe auf Facebook beobachten mssen, wie rotzfreche Leute die aufwendig recherchierten Artikel von anderen Autoren, Journalisten und Redaktionsteams klauen, diese als ihre eigenen ausgeben und so ihre Leserschaft und Kunden an sich binden. Sie werden gelobt und gefeiert wie Gurus, weil die Leute nicht wissen, dass sie mit fremdem Eigentum gl„nzen. Kein Wunder, dass man zum Leistungsschutzrecht und zu Uploadfiltern greifen muss, wenn solche Leute das Internet zerst”ren. Im offline Leben muss man sich ja auch gegen Diebstahl absichern. Ich wusste vorher nicht, wie dreisst freche Leute sein k”nnen, bis ich einst ein geklautes Werk von einem astrologischen Portal gesehen habe, mit welchem ein Astrologe seine virtuellen Geschenke an seine Gefolgschaft auf Facebook verschenkt hatte. Und so k„mpft die Medienwelt gegen diese soziopathisch angehauchten Menschen wie gegen Windmhlen an, grossteils ohne Erfolg, bis die Uploadfilter kommen.
Soziopathen sind brigens sehr kreativ, sodass man sie bewundert und sich gerne mit ihnen umgibt. Sie geben sich nach aussen hin attraktiv, strahlen eine gewisse sexuelle Anziehungskraft aus, sind sehr einnehmend und bevorzugen es, Menschen ganz fr sich alleine zu gewinnen. Man glaubt oftmals, einem Seelenverwandten begegnet zu sein, sich wohl zu fhlen, sich verstanden zu fhlen. In einer Liebesbeziehung mit so einem aussergew”hnlichen Menschen l„sst man sich einengen, verliert nach und nach seine Freunde, bis man isoliert dasteht.
Viele der ausgepr„gten Soziopathen sind wie Sexg”tter. Sie sind in sexuellen Dingen keine Kinder von Traurigkeit, sind mehr als offen und fhren ihre Mitmenschen in Gespr„che hinein, die abnormal sind und die Intimsph„re des guten Geschmacks berschreiten. Sie geniessen jede Art von Sexualit„t, k”nnen ungeniert fremd gehen und haben kein schlechtes Gewissen dabei. Wer ausgefallenen Sex liebt, der ist bei ihnen gut aufgehoben, aber hierunter leidet unsere Seele bald wie ein Tier, sodass diese ungew”hnlich starke Sexualit„t nicht glcklich macht. Viele Menschen fhlen sich auch vor den Kopf gestossen, wenn ihnen ein Soziopath in seiner grenzenlosen Ich-Bezogenheit sexuell zu nahe kommt.
Der Soziopath hat immer Recht, und wenn er sich die Dinge zurechtbiegt. Er kann keine wirkliche Empathie empfinden, auch wenn er dies nicht zeigt. Er l„sst Menschen fallen, die ihm nichts einbringen und kaum ntzlich sind, da er den Menschen an sich als notwendiges šbel betrachtet, welches er fr seine Zwecke braucht. Ein Soziopath fhlt keine Reue, keinerlei Schuld, er bedankt sich selten und entschuldigt sich noch seltener. Dies kann man sich rein wissenschaftlich wieder mit den fehlenden Gehirnfunktionen erkl„ren, damit man nicht in eine tiefe Traurigkeit verf„llt, wenn man von so einem Menschen entt„uscht wird und weder ein Dankesch”n, noch eine Entschuldigung wahrnimmt.
Soziopathen k”nnen so perfekt lgen, dass sie es fast selber glauben. Es geht ihnen um ihren Vorteil, und sie empfinden nichts, wenn sie lgen, deshalb wirken auch unter Umst„nden Lgendetektoren nicht zuverl„ssig in so einem Fall. Sie scheuen nicht einmal davor zurck, bei Gericht zu lgen, und sie bleiben hierbei vollkommen ruhig und sachlich. Sie suchen sich gerne Mobbingopfer aus, an denen sie ihre Launen auslassen, und niemand merkt es, ausser das Opfer, welches leidet. Sie t„uschen ihr Umfeld so gekonnt, dass die Opfer oft kein normales Leben mehr fhren k”nnen, wenn erst einmal der gute Ruf gesch„digt ist und das Opfer sein soziales Umfeld verliert.
Einen m”glichen Soziopathen erkennt man daran, dass man seine Geschichten und Erz„hlungen berprft, denn er bertreibt oftmals masslos, glaubt, er ist ein šbermensch und schafft alles. Versprechungen werden nicht eingehalten, Dinge werden verdreht, denn ein Soziopath lebt meistens fr den Moment und weiss manchmal gar nicht mehr, was er wem versprochen hat. Am schlimmsten ist es, wenn alle seine Lgen glauben und man selbst wie ein beremotionaler, berempfindlicher Spinner dasteht.
Ein Soziopath ist mit einer enormen sozialen Intelligenz ausgestattet und weiss genau, wie er Menschen fr seine Ziele gewinnt. Er wird es schaffen, wie ein Guru eine Anh„ngerschaft um sich zu scharen, denn man f„llt so gerne und leicht auf ihn herein. Wenn er enttarnt wird, muss wahrscheinlich oftmals ein anderer den Kopf fr ihn hinhalten. Man findet ihn als Sektenfhrer wieder, aber leider oft auch in gehobenen und hochrangigen Positionen, in denen er seine Macht ungehindert ausben kann.
Der positive Soziopath strzt sich permanent in Arbeit, ist ein Workoholic und leistet viel. Der negative Part lebt ein utopisches Leben auf der šberholspur, auf Kosten anderer. Ein Soziopath kann durchdrehen, wenn er die Kontrolle verliert, denn Kontrollverlust ist das Schlimmste fr ihn. Er braucht st„ndig Arbeit um sich, oder Unternehmungen, Abenteuer, denn Langeweile ist Gift fr ihn. Zorn und Wutanf„lle pr„gen sein Wesen, wenn er nicht das bekommt, was er sich vorgestellt hat, oder wenn er auf unl”sbare Widerst„nde st”sst, auf Menschen, die sich nicht manipulieren lassen. Hier schmiedet er intrigante Pl„ne und scheut vor Mord nicht zurck.
Im Grunde sollte man sich von einem Soziopathen so lange es noch geht, fernhalten, distanzieren, den Kontakt abbrechen, aber meistens ist es zu sp„t dafr. Wer glaubt, ein kl„rendes Gespr„ch k”nnte eine heikle Situation lindern, der ist auf dem Holzweg. In Gespr„chen wird man immer den Krzeren ziehen, besonders auf der emotionalen Ebene. Das bringt nichts, denn man ver„rgert einen Soziopathen, wenn man ihn vor vollendete Tatsachen stellt, oder man erntet bloss eine kaltherzige Ignoranz. Am besten ist es, man wirkt so wenig anziehend wie m”glich, man ist so langweilig wie m”glich, und man ist selbstbewusst genug, um sich selber treu zu bleiben, dann wird man schnell uninteressant fr den Soziopathen.
Ein Soziopath wird sich immer Lebenspartner aussuchen, von denen er profitieren kann. Wenn nun zwei soziopathisch gepr„gte Menschen zusammenleben, wird vermutlich einer mit dem anderen verschmelzen und seine eigenen Egozge weitgehendst aufgeben, ohne dass er frustriert dabei wird. Auf jeden Topf passt ein Deckel.
Wenn jemand mit einem Soziopathen lebt, der sich zunehmend eingeengt fhlt, wird er versuchen, aus dieser Beziehung auszubrechen. Wutausbrche, Stalking, Vernichtung, das wird er dann jedoch ernten. Man kann sein gesamtes Leben verlieren, die Freunde, sogar die Familie, den Job, den guten Ruf, die Wohnung, bis man zu ihm zurckkehrt. In einigen F„llen haben Leute bereits Selbstmord begangen, weil sie die Situation psychisch nicht mehr ertragen konnten. Und es gab F„lle, in denen brachte der Soziopath sein Opfer um, weil er es nicht mehr kontrollieren konnte.
Zuerst fhlt man sich in einer beginnenden Liebesbeziehung von einem Soziopathen unheimlich geliebt, berdimensional gut verstanden, als ob man sofort miteinander verschmelzen wrde, k”rperlich und seelisch, wobei hier sogar Liebesspiele an ungew”hnlichen Orten Spass machen. Da ist der heimische Perserteppich, auf dem man sich w„lzt, nichts dagegen. Erst viel zu sp„t bemerkt man im verliebten Zustand, dass man vom Partner zunehmend isoliert wird.
Psychopathie weicht stark von der Norm ab, ist negativ gepr„gt und bringt Serienm”rder, abnorme Triebt„ter und exotische Verbrecher hervor, die man im normalen Umfeld nicht erkennt, weil sie unscheinbar sind und freundlich wirken. Soziopathen k”nnen sich in ihre Arbeit einigeln, fr lange Zeit isoliert leben, ohne dass ihnen jegliche Art von Gesellschaft fehlt, aber sie hassen Zurckweisung, denn sie m”chten dominieren. Faszinierend, aber man findet Soziopathen auch in helfenden, beratenden und rettenden Berufen, sogar als ehrenamtliche Mitarbeiter, da sie ihre egoistischen Ziele unter anderem dadurch erreichen, wenn sie so viel Gutes tun, dass sie als Guru dafr gelobt und angebetet werden. Hilfsbereitschaft kann unangenehm ausarten, wenn sie egoistisch gepr„gt ist. Ein Krankenpfleger kann Patienten sch„digen, um sie danach zu reanimieren und als Held dazustehen. Ein Arzt kann seine Patienten zu heimlichen Studienobjekten machen, ohne Rcksicht auf Verluste, nur um sein Prestige in der Forschung aufzubessern. Und ein Feuerwehrmann kann Br„nde legen, um als erster am Brandort zu erscheinen und als heldenhafter Helfer dazustehen.
Fr Straft„ter mit einer ausgepr„gten soziopathischen Pers”nlichkeit ist ein Gef„ngnisaufenthalt nicht unbedingt schlimm. Sie werden sich Sympathien erarbeiten, und bei Bedarf werden sie ihren Charme spielen lassen. Sie werden in vielen Situationen eher fr die Argumentation einer Fussfessel sprechen, weil sie sich ordentlich und paradoxerweise sozial eingliedern. Und die Fussfessel gibt ihnen trotz Hausarrest derart viel Spielraum, dass sie sich frei fhlen und sich in ihrem Lebensablauf nicht unbedingt gest”rt fhlen.
Einige Menschen fragen sich, ob man einen Soziopathen anhand seines Sternzeichens erkennt. Da die Astrologie keine bewiesene Wissenschaft darstellt, sind all diese Versuche nur unzureichend belegbar. Oft sagt man, der Skorpion sei soziopathisch, weil man dieses Sternzeichen mit negativen Aspekten in Verbindung bringt, aber im Grunde haben wir alle mehr oder weniger die gesamten Planeten unterschiedlich ausgepr„gt in unserem Geburtshoroskop, sodass es auch liebenswerte Skorpione gibt. Stiere und Steinb”cke sind auch sachlich, der Merkur ist sachlich gepr„gt, aber Soziopathen sind diese Menschen noch lange keine, wenn sie nicht die klinischen Anzeichen dafr aufweisen. Man sollte aufgrund eines Sternzeichens keinen Menschen vorverurteilen, bevor man ihn nicht richtig kennt.
In den USA spielten einst zwei soziopathisch gepr„gte Teenager einen Horrorfilm nach. Sie glaubten, sie w„ren Teil des Films. Sie ermordeten 12 Menschen, bevor sie gefasst und weggesperrt wurden. In Australien lebte ein Mann mit vier Frauen gleichzeitig in einer Ehe, ohne dass die Frauen etwas voneinander wussten. Nur ein Unfall brachte das wilde Treiben ans Tageslicht, als zwei seiner Ehefrauen gleichzeitig nach ihrem geliebten Mann schauen wollten. Und in Sdamerika lebte eine Frau, die liess alle ihre Ehem„nner sterben, weil sie dadurch an die abgeschlossenen Lebensversicherungen kam und sich so ihren Lebensunterhalt leisten konnte. Alle ihre M„nner hatten t”dliche Unf„lle, bis ein Anwalt sich tiefer mit einem dieser Unf„lle befasste und ihr Treiben entlarvte.
Als ich einst einem m”glichen Soziopathen begegnete, dachte ich, ich msste ihm viel Liebe, Gefhle und Emotionen entgegenbringen, denn ich bin von Natur aus ein emotionaler Mensch. Er konnte mit all diesen Emotionen nichts anfangen und war zunehmend verwirrt, direkt verunsichert. Meine Begegnung mit diesem Menschen endete in einem fr mich besch„mendem Chaos, ich wurde ”ffentlich blossgestellt und musste ber Wochen hindurch meine Wunden lecken, bis ich wieder arbeitsf„hig war. Es dauerte drei Jahre, bis ich wieder ann„hernd den Menschen aus meinem Umfeld ein wenig vertrauen konnte. Das tiefe Vertrauen habe ich bis heute nicht wiedergefunden.
Alles begann harmlos. Wir mussten anfangs miteinander auskommen, da wir eine Art Zusammenarbeit hatten, wobei er an mir arbeitete und ich an mir arbeiten liess. Er spielte mir zunehmend Gefhle vor, von denen ich anfangs verunsichert war, bis ich in einem schwachen Moment auf diese Gefhle einging und kurzzeitig im sogenannten Siebten Himmel schwebte. Wer im Himmel schwebt, kann tief abstrzen, und so passierte es mir, dass ich bald wieder den harten Boden der Realit„t unter mir sprte und erkennen musste, dass er mich bloss fr seine wissenschaftlichen Arbeiten benutzt hatte. Ich verlor alles, auf ganzer Ebene, auch wenn ich wie eine L”win k„mpfte und andere Leute vor ihm schtzen wollte. Bitte, es gelang mir nicht, aber seither scheue ich sogar alle Žrzte, Lebensberater und Psychiater und heile mich notfalls selber. Ich habe aus dieser Situation so viel gelernt, auch wenn sie mich an den Rand meiner Kr„fte brachte. Ich berprfe seither viele Dinge eingehend, vertraue nicht mehr jedem Menschen, und ich ”ffne mich nicht mehr gleich einem Menschen, den ich nicht lange genug kenne. Ich wirke seither anfangs khl auf andere Leute, aber dafr bleibe ich meinem gesunden Misstrauen treu.