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Der Soziopath - Wie erkennt man ihn?

Der männliche SoziopathWas ist ein Soziopath? Er ist ein Mensch, der in seinem sozialen Verhalten von der Norm abweicht, jedoch seine soziopathischen Charakterzüge so gekonnt versteckt, dass man sie nicht gleich erkennt. Man findet ihn auf den ersten Blick sympathisch, anziehend und äusserst interessant. Erst viel später erkennt man, dass dieser Mensch kühl, berechnend, fast gefühllos und emotional ziemlich neben der Spur ist. Wer in die Fänge eines Soziopathen gerät, entkommt nicht so schnell und fühlt sich nach und nach wie eine Spinne im Netz.

Der Soziopath kann kein Mitgefühl empfinden, jedoch kann er zu einer Art anerlernter Empathie neigen. Er verhält sich asozial, funktioniert aber dennoch irgendwie in der Gesellschaft. Im Gegensatz zum Psychopathen ist sein asoziales Verhalten weniger stark ausgeprägt, obwohl er die Folgen seines Handelns schwer einschätzen kann. Er besitzt eine dissoziale Persönlichkeit, ist antisozial geprägt und versteckt sein Wesen hinter anerlernten Floskeln.

Im Gegensatz zu den Psychopathen sind Soziopathen eher nicht an Quälerei, Mord und Triebtaten interessiert, nur an ihrem eigenen Vorteil in der Gesellschaft.

Merkmale eines Soziopathen;

Schuldunfähigkeit, sie fühlen sich nie schuldig, selbst wenn sie Mist gebaut haben. Empfindungsmangel, sie können sich nicht in andere Menschen hineinversetzen und spüren auch nicht, wenn es anderen schlecht geht. Reizbarkeit und Zorn, sie sind aggressiv, schnell gereizt, aufbrausend, haben eine geringe Frustrationstoleranzgrenze und sind eher laute Persönlichkeiten, wenn ihnen etwas nicht passt. Bindungsmangel, sie können keine längerfristigen Beziehungen und Freundschaften aufrecht halten, knüpfen aber ständig neue Kontakte, welche sie bei der geringsten Kleinigkeit wieder abbrechen.Gleichgültigkeit, ist mir doch egal, denn sie kümmern sich nicht darum, was andere denken, sondern ziehen ihr Ding durch. Nicht alle Merkmale müssen auf einen Soziopathen zutreffen, und nicht jedes Merkmal muss ein Anzeichen für Soziopathie sein, denn auch ganz normale Menschen reagieren oft ähnlich, wenn sie angespannt sind, oder einfach nur egoistisch geprägt sind.

Was bedeutet Soziopathie?

Soziopathie ist die Abnormalität in Bezug auf das soziale Miteinander der Menschen, all das, was von der Menschlichkeit abweicht. Das Wort ist eigentlich ein zusammengesetztes Kunstwort, bestehend aus Socius -Gefährte- und Pathos -Leiden- und es beschreibt ein abnormes Verhaltensmuster, speziell im sozialen, menschlichen Bereich. Soziopathie ist ein Begriff aus der Psychologie und umschreibt ein schwieriges soziales Verhalten, welches für den Betroffenen und sein Umfeld kaum bis gar nicht merkbar ist.

Soziopathen können charmant sein, liebevoll im Umgang mit anderen Menschen, aber sie können nicht diese Tiefe an Emotionen empfinden, die ein anderer, emotional geprägter Mensch empfindet. Dies erklärt sich durch die Beschaffenheit des Gehirns, das eine nicht ausreichend vorhandene Emotionsfähigkeit aufweist. In Untersuchungen einzelner Gehirnregionen konnte man feststellen, wie schwach die sozialen, emotionalen Regionen beim Soziopathen ausgeprägt sind. Sozusagen kann er nichts für sein Anderssein. Eine Steigerung lässt sich nur noch beim Psychopathen erkennen, denn hier fehlen die Sozialstrukturen im Gehirn gänzlich. Psychopathen haben auch meist kein Oxytocin, das Hormon, welches für Harmonie sorgt.

Die positive Seite der Soziopathie

Soziopathie muss nicht immer negativ gesehen werden, denn sie hat durchaus eine positive Seite. Wenn man bedenkt, dass der Soziopath keine grossartigen richtigen Gefühle zeigen kann, sondern nur antrainierte Gefühlswallungen, ist auch nicht die Gefahr gegeben, dass er in schwierigen, psychisch beängstigenden Situationen versagt, denn er kennt keine übermässige Angst. Gefahrenreiche Berufe sind ideal für ihn, und so findet man diesen Typus Mensch in Berufen wie Anwälte, Chirurgen, Sprengstoffexperten, Krisenreporter, etc. Der Nervenkitzel stört ihn nicht, ganz im Gegenteil, er beflügelt ihn. Die Psychotherapeutin Martha Stout schrieb eine interessante Abhandlung über Soziopathie, der Soziopath von nebenan. Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen, denn nachher versteht man die Soziopathen besser, kann sie besser erkennen und ihr Denken und Handeln leichter einschätzen.

Die negative Seite der Soziopathie

Soziopathie ist leider oftmals negativ besetzt und kann in richtige Psychopathie ausarten. Man erkennt Massenmörder, Serienmörder und Gewalttäter nicht auf den ersten Blick, da sie sich so geschickt in ihr soziales Umfeld eingliedern, dass man sie sympathisch findet und gerne etwas mit ihnen unternimmt. Der Psychopath, den man sofort erkennt, ist selten, da er ohnehin so auffällig ist, dass er nur wenige soziale Kontakte pflegt und man ihn meidet. Fakt ist, nur ungefähr 4-6% der Männer sind Soziopathen, das bedeutet, dass 94-96% keine sind, und so hat man die Chance, immer wieder auf normale, charmante, kreative, interessante und anziehende Menschen zu stossen. Gott sei Dank ist das Leben positiv genug, um sich von Soziopathen der negativen Art immer wieder zu erholen. Übrigens sind nur ungefähr 1-2% der Frauen Soziopathinnen, und davon sind nur ein halbes Prozent so sehr geprägt, dass sie zur Psychopathin werden.

Wie wirkt ein Soziopath auf seine Umwelt?

Der typische Soziopath ist charmant, wirkt anziehend, ist jedoch oftmals undurchsichtig und durchtrieben. Wer einmal die Erfahrung machen durfte, mit einem Soziopathen seinen Lebensweg zu kreuzen, wird anfangs diesen Begriff wahrscheinlich nicht richtig deuten können, bis er sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt und schliesslich erkennt, dass er einem Soziopathen begegnet ist. Er kann perfekt lügen ohne rot zu werden, wechselt seine Meinung, wenn er Vorteile daraus zieht, schädigt andere Leute, wenn er dadurch bevorteilt wird, und hierbei bleibt er sachlich bis charmant, bewahrt seine Nerven und kann mit jeder Situation wie ein Profi umgehen.

Wie tickt ein Soziopath?

Der Soziopath wird jemanden so lange umgarnen, bis er sein Ziel erreicht hat. Er kann in eine Rolle schlüpfen, schauspielen, jemandem etwas vormachen, die Wahrheit so gekonnt verdrehen, dass andere als Lügner dastehen, und er kann seine Gefühlslage blitzschnell ändern, da er die Sachlichkeit über jede Emotion stellt.

Ein Soziopath ist ein Mensch, der nur oberflächlich, eingeschränkt Gefühle zeigen kann, der entweder gar kein Mitgefühl entwickelt, oder der nur schwer Emotionen empfindet. Er ist entweder schwierig im Umgang mit anderen Menschen, oder er geniesst grösste Beliebtheit, da er ein gewisses Feuer der Anziehung ausstrahlt. Man muss vorsichtig sein, nicht vorschnell zu urteilen, denn nicht jeder Mensch ist gleich ein Soziopath, wenn er anziehend wirkt, und nicht jeder Soziopath ist negativ zu sehen.

Die mangelnde Fähigkeit, Gefühle richtig zu empfinden muss nicht immer negativ dargestellt werden, denn Angst ist ein Gefühl, welches zu Fehlentscheidungen führt, und wenn die Angst nicht im Übermass vorhanden ist, können weniger Fehlentscheidungen getroffen werden. Liebe hingegen ist ein Gefühl, welches Geborgenheit und Frieden schafft. Fehlt sie, so entsteht Egoismus, welcher eher zerstörend als rettend wirkt.

Wie erkennt man einen Soziopathen?

Ein Soziopath kann ein echtes Schwein seinEin typisches Verhaltensmuster eines soziopathisch geprägten Menschen ist die ausgeprägte Extrovertiertheit. Er steht automatisch im Mittelpunkt. Man kann einen Soziopathen an verschiedenen Anzeichen und Charaktereigenschaften erkennen, man sollte aber niemals voreilig urteilen, denn sogar wenn alle Anzeichen zutreffen, muss es sich noch nicht direkt um einen echten Soziopathen handeln. Wir Menschen sind so unterschiedlich ausgeprägt, dass wir von böse bis gutartig alles mehr oder weniger in uns vereinen. Wenn man jedoch aufgrund der Anzeichen denkt, besser Abstand von gewissen Menschen zu nehmen, dann tut dies womöglich der eigenen Psyche gut. Wer seine Psyche auf Dauer strapaziert, weil er sich mit Menschen umgibt, die ihm nicht gut tun, sollte Abstand gewinnen und prüfen, ob gewisse Beziehungen noch gut sind. Dieser Rat ist wirklich schwer umzusetzen, manchmal sogar aus eigener Kraft nicht zu schaffen, denn wer auf einen richtigen Soziopathen stösst, hat es schwer, sich wieder von ihm zu lösen.

Ein Soziopath wirkt wie ein Magnet

Ein möglicher Soziopath ist charismatisch, feurig, anziehend und auf den ersten Blick offenherzig und übermässig freundlich. Er wirkt anziehend wie ein Magnet, als ob man an ihm kleben bleiben würde. Er gibt einem das Gefühl, der einzige und wertvollste Mensch auf der Welt zu sein, und er glaubt, dass man füreinander energetisch geschaffen wäre, so unter dem Motto: Wir sind füreinander bestimmt, das ist quasi Schicksal, dass wir uns begegnet sind. In Wahrheit ist es förmlich ein schicksalshafter Verlauf, ihm zu begegnen, denn er kann ein ganzes Leben mit einem Handgriff zerstören. Zuerst glaubt man, dem tollsten und liebevollsten Menschen auf Erden begegnet zu sein, einem richtigen Engel, der einen auf Händen durchs Leben trägt und einem jeden Wunsch von den Lippen abliest, bis man feststellt, einem Bengel begegnet zu sein.

Ein Soziopath ist spontan

Ein eventueller Soziopath ist spontan und macht Dinge, die überragend sind, die Faszination auslösen, die ausserhalb der Norm stehen. Er geizt nicht mit Überraschungen, macht aussergewöhnliche Geschenke, kommt einem unheimlich nahe, auch in unmöglichen Situationen, in denen man nicht damit rechnet. Er hat nahezu eine manische Ausstrahlung, die signalisiert, man könnte mit ihm durch dick und dünn gehen, die Welt erleben und retten, den Himmel auf Erden geniessen. Oft geht man mit ihm jedoch nach einer Weile durch die Hölle.

Ein Soziopath ist gebildet und intelligent

Ein möglicher Soziopath ist redegewandt, solange es nicht um emotionale, tiefgreifende Gefühle geht. Er wirft mit Worten und Wissen um sich, hat unglaubliche Sprachkenntnisse und wirkt weltoffen. Er besitzt ein grosses Fachwissen, ist sehr intelligent, versteht es, Menschen in wenigen Zügen Schach-Matt zu spielen, und er kann Menschen mit seinem Wissen und seiner gebildeten, korrekten Ausstrahlung faszinieren.

Ein Soziopath zeigt keine Gefühle

Ein eventueller Soziopath ist nahezu emotionslos, da diese Eigenschaften in seinem Gehirn wenig bis gar keine Ausprägung finden. Dies bemerkt man daran, dass man mit ihm kaum über Liebe, Lust und Leidenschaft, über Sorgen, Ängste und Nöte, über Freude, Glück und emotionale Zustände sprechen kann, ohne dass er entweder übertrieben euphorisch oder distanziert kühl reagiert. Er trainiert sich Gefühle an, die er gekonnt vorspielen kann. Andererseits kann er offenherzig über extreme Sexualität sprechen, die ein normaler Mensch nie mit anderen Leuten einfach so verbal teilen würde. Wenn jedoch tiefe Emotionen ins Spiel kommen, wechselt er gekonnt das Thema. Probleme interessieren ihn kaum, und so wirkt er ständig positiv, ein unglaublicher Optimist.

Der Soziopath stielt und klaut ohne rot zu werden

Soziopathen nehmen es mit dem Eigentum anderer Leute nicht sehr ernst. Sie nehmen das, was ihnen gerade gut ins Konzept passt. Und sie empfinden kaum bis kein Unrechtsgefühl, wenn sie klauen. Ich habe auf Facebook beobachten müssen, wie rotzfreche Leute die aufwendig recherchierten Artikel von anderen Autoren, Journalisten und Redaktionsteams klauen, diese als ihre eigenen ausgeben und so ihre Leserschaft und Kunden an sich binden. Sie werden gelobt und gefeiert wie Gurus, weil die Leute nicht wissen, dass sie mit fremdem Eigentum glänzen. Kein Wunder, dass man zum Leistungsschutzrecht und zu Uploadfiltern greifen muss, wenn solche Leute das Internet zerstören. Im offline Leben muss man sich ja auch gegen Diebstahl absichern. Ich wusste vorher nicht, wie dreisst freche Leute sein können, bis ich einst ein geklautes Werk von einem astrologischen Portal gesehen habe, mit welchem ein Astrologe seine virtuellen Geschenke an seine Gefolgschaft auf Facebook verschenkt hatte. Und so kämpft die Medienwelt gegen diese soziopathisch angehauchten Menschen wie gegen Windmühlen an, grossteils ohne Erfolg, bis die Uploadfilter kommen.

Ein Soziopath ist kreativ

Soziopathen sind übrigens sehr kreativ, sodass man sie bewundert und sich gerne mit ihnen umgibt. Sie geben sich nach aussen hin attraktiv, strahlen eine gewisse sexuelle Anziehungskraft aus, sind sehr einnehmend und bevorzugen es, Menschen ganz für sich alleine zu gewinnen. Man glaubt oftmals, einem Seelenverwandten begegnet zu sein, sich wohl zu fühlen, sich verstanden zu fühlen. In einer Liebesbeziehung mit so einem aussergewöhnlichen Menschen lässt man sich einengen, verliert nach und nach seine Freunde, bis man isoliert dasteht.

Soziopathen und Sexualität

Viele der ausgeprägten Soziopathen sind wie Sexgötter. Sie sind in sexuellen Dingen keine Kinder von Traurigkeit, sind mehr als offen und führen ihre Mitmenschen in Gespräche hinein, die abnormal sind und die Intimsphäre des guten Geschmacks überschreiten. Sie geniessen jede Art von Sexualität, können ungeniert fremd gehen und haben kein schlechtes Gewissen dabei. Wer ausgefallenen Sex liebt, der ist bei ihnen gut aufgehoben, aber hierunter leidet unsere Seele bald wie ein Tier, sodass diese ungewöhnlich starke Sexualität nicht glücklich macht. Viele Menschen fühlen sich auch vor den Kopf gestossen, wenn ihnen ein Soziopath in seiner grenzenlosen Ich-Bezogenheit sexuell zu nahe kommt.

Wie lebt der Psychopath seine Sexualität aus?

Psychopathen sind schlimmer als Soziopathen, und sie lieben es heiss, extravagant, nicht ganz normal und nicht ganz schmerzfrei, wenn sie ihren Sex ausleben. In den USA führte ein psychopatisch veranlagter Mann seine Frau zum Essen aus. Als die beiden aus dem Auto steigen wollten, musste die Frau die Augen schliessen und bekam ein Tuch um die Augen gebunden. Plötzlich spürte sie etwas am Handgelenk. Sie glaubte, es wäre ein Armreif, aber leider waren es nur schlichte Handschellen. Der Mann führte sie in ein Swinger-Restaurant, nahm ihr die Augenbinde ab und meinte: Guten Appetit, Schatz, lass es dir schmecken. Er hatte nämlich Hummer bestellt, fütterte die Frau damit und zog ihr bei der Gelegenheit die Klamotten aus. Er legte sie auf den Tisch und liebte sie heiss und innig. Dann machte er, selbst im Adamskostüm stehend, seinem Schatz einen Heiratsantrag. Ich wäre bei diesem Szenario wahrscheinlich gestorben, aber die Frau nahm den Heiratsantrag an und führte mit ihrem Mann fünf Jahre lang ein wunderbares Leben, bis er sie umbrachte und den Augenblick des Mordes genoss. Ich habe begriffen, dass man lieber einen etwas langweiligeren Partner lieben sollte, denn diese aufregende Extravaganz kann tödlich enden.

Der Soziopath fühlt sich immer im Recht

Der Soziopath hat immer Recht, und wenn er sich die Dinge zurechtbiegt. Er kann keine wirkliche Empathie empfinden, auch wenn er dies nicht zeigt. Er lässt Menschen fallen, die ihm nichts einbringen und kaum nützlich sind, da er den Menschen an sich als notwendiges Übel betrachtet, welches er für seine Zwecke braucht. Ein Soziopath fühlt keine Reue, keinerlei Schuld, er bedankt sich selten und entschuldigt sich noch seltener. Dies kann man sich rein wissenschaftlich wieder mit den fehlenden Gehirnfunktionen erklären, damit man nicht in eine tiefe Traurigkeit verfällt, wenn man von so einem Menschen enttäuscht wird und weder ein Dankeschön, noch eine Entschuldigung wahrnimmt.

Der Soziopath lügt wie gedruckt

Soziopathen können so perfekt lügen, dass sie es fast selber glauben. Es geht ihnen um ihren Vorteil, und sie empfinden nichts, wenn sie lügen, deshalb wirken auch unter Umständen Lügendetektoren nicht zuverlässig in so einem Fall. Sie scheuen nicht einmal davor zurück, bei Gericht zu lügen, und sie bleiben hierbei vollkommen ruhig und sachlich. Sie suchen sich gerne Mobbingopfer aus, an denen sie ihre Launen auslassen, und niemand merkt es, ausser das Opfer, welches leidet. Sie täuschen ihr Umfeld so gekonnt, dass die Opfer oft kein normales Leben mehr führen können, wenn erst einmal der gute Ruf geschädigt ist und das Opfer sein soziales Umfeld verliert.

Einen möglichen Soziopathen erkennt man daran, dass man seine Geschichten und Erzählungen überprüft, denn er übertreibt oftmals masslos, glaubt, er ist ein Übermensch und schafft alles. Versprechungen werden nicht eingehalten, Dinge werden verdreht, denn ein Soziopath lebt meistens für den Moment und weiss manchmal gar nicht mehr, was er wem versprochen hat. Am schlimmsten ist es, wenn alle seine Lügen glauben und man selbst wie ein überemotionaler, überempfindlicher Spinner dasteht.

Ein Soziopath ist der geborene Guru

Ein Soziopath ist mit einer enormen sozialen Intelligenz ausgestattet und weiss genau, wie er Menschen für seine Ziele gewinnt. Er wird es schaffen, wie ein Guru eine Anhängerschaft um sich zu scharen, denn man fällt so gerne und leicht auf ihn herein. Wenn er enttarnt wird, muss wahrscheinlich oftmals ein anderer den Kopf für ihn hinhalten. Man findet ihn als Sektenführer wieder, aber leider oft auch in gehobenen und hochrangigen Positionen, in denen er seine Macht ungehindert ausüben kann.

Der Soziopath braucht Abenteuer

Der positive Soziopath stürzt sich permanent in Arbeit, ist ein Workoholic und leistet viel. Der negative Part lebt ein utopisches Leben auf der Überholspur, auf Kosten anderer. Ein Soziopath kann durchdrehen, wenn er die Kontrolle verliert, denn Kontrollverlust ist das Schlimmste für ihn. Er braucht ständig Arbeit um sich, oder Unternehmungen, Abenteuer, denn Langeweile ist Gift für ihn. Zorn und Wutanfälle prägen sein Wesen, wenn er nicht das bekommt, was er sich vorgestellt hat, oder wenn er auf unlösbare Widerstände stösst, auf Menschen, die sich nicht manipulieren lassen. Hier schmiedet er intrigante Pläne und scheut vor Mord nicht zurück.

Der geborene Soziopath

Soziopathie ist angeboren und nur zu einem geringfügigen Teil durch unsere Gesellschaft anerzogen. Der heutige Egoismus trägt kaum zur Soziopathie bei, er macht sie nur gesellschaftsfähig, da zunehmend immer mehr Leute ungeniert mit der Ellenbogentechnik durch die Welt gehen und sich nichts dabei denken, wenn sie anderen Leuten Schaden zufügen. Egoisten sind erträglich, Psychopathen sind gefährlich, aber die Kluft dazwischen ist so eng, dass man oft nicht weiss, mit wem man es zu tun hat. Nur eine neurologische Untersuchung des Gehirns kann alle Zweifel ausschliessen.

Wie geht man mit einem Soziopathen um?

Im Grunde sollte man sich von einem Soziopathen so lange es noch geht, fernhalten, distanzieren, den Kontakt abbrechen, aber meistens ist es zu spät dafür. Wer glaubt, ein klärendes Gespräch könnte eine heikle Situation lindern, der ist auf dem Holzweg. In Gesprächen wird man immer den Kürzeren ziehen, besonders auf der emotionalen Ebene. Das bringt nichts, denn man verärgert einen Soziopathen, wenn man ihn vor vollendete Tatsachen stellt, oder man erntet bloss eine kaltherzige Ignoranz. Am besten ist es, man wirkt so wenig anziehend wie möglich, man ist so langweilig wie möglich, und man ist selbstbewusst genug, um sich selber treu zu bleiben, dann wird man schnell uninteressant für den Soziopathen.

Leben mit einem Soziopathen

Männlicher und weiblicher Soziopath in einer BeziehungEin Soziopath wird sich immer Lebenspartner aussuchen, von denen er profitieren kann. Wenn nun zwei soziopathisch geprägte Menschen zusammenleben, wird vermutlich einer mit dem anderen verschmelzen und seine eigenen Egozüge weitgehendst aufgeben, ohne dass er frustriert dabei wird. Auf jeden Topf passt ein Deckel.

Wenn jemand mit einem Soziopathen lebt, der sich zunehmend eingeengt fühlt, wird er versuchen, aus dieser Beziehung auszubrechen. Wutausbrüche, Stalking, Vernichtung, das wird er dann jedoch ernten. Man kann sein gesamtes Leben verlieren, die Freunde, sogar die Familie, den Job, den guten Ruf, die Wohnung, bis man zu ihm zurückkehrt. In einigen Fällen haben Leute bereits Selbstmord begangen, weil sie die Situation psychisch nicht mehr ertragen konnten. Und es gab Fälle, in denen brachte der Soziopath sein Opfer um, weil er es nicht mehr kontrollieren konnte.

Zuerst fühlt man sich in einer beginnenden Liebesbeziehung von einem Soziopathen unheimlich geliebt, überdimensional gut verstanden, als ob man sofort miteinander verschmelzen würde, körperlich und seelisch, wobei hier sogar Liebesspiele an ungewöhnlichen Orten Spass machen. Da ist der heimische Perserteppich, auf dem man sich wälzt, nichts dagegen. Erst viel zu spät bemerkt man im verliebten Zustand, dass man vom Partner zunehmend isoliert wird.

Der Soziopath als Psychopath

Psychopathie weicht stark von der Norm ab, ist negativ geprägt und bringt Serienmörder, abnorme Triebtäter und exotische Verbrecher hervor, die man im normalen Umfeld nicht erkennt, weil sie unscheinbar sind und freundlich wirken. Soziopathen können sich in ihre Arbeit einigeln, für lange Zeit isoliert leben, ohne dass ihnen jegliche Art von Gesellschaft fehlt, aber sie hassen Zurückweisung, denn sie möchten dominieren. Faszinierend, aber man findet Soziopathen auch in helfenden, beratenden und rettenden Berufen, sogar als ehrenamtliche Mitarbeiter, da sie ihre egoistischen Ziele unter anderem dadurch erreichen, wenn sie so viel Gutes tun, dass sie als Guru dafür gelobt und angebetet werden. Hilfsbereitschaft kann unangenehm ausarten, wenn sie egoistisch geprägt ist. Ein Krankenpfleger kann Patienten schädigen, um sie danach zu reanimieren und als Held dazustehen. Ein Arzt kann seine Patienten zu heimlichen Studienobjekten machen, ohne Rücksicht auf Verluste, nur um sein Prestige in der Forschung aufzubessern. Und ein Feuerwehrmann kann Brände legen, um als erster am Brandort zu erscheinen und als heldenhafter Helfer dazustehen.

Straffällige Soziopathen

Für Straftäter mit einer ausgeprägten soziopathischen Persönlichkeit ist ein Gefängnisaufenthalt nicht unbedingt schlimm. Sie werden sich Sympathien erarbeiten, und bei Bedarf werden sie ihren Charme spielen lassen. Sie werden in vielen Situationen eher für die Argumentation einer Fussfessel sprechen, weil sie sich ordentlich und paradoxerweise sozial eingliedern. Und die Fussfessel gibt ihnen trotz Hausarrest derart viel Spielraum, dass sie sich frei fühlen und sich in ihrem Lebensablauf nicht unbedingt gestört fühlen.

Soziopathie im Horoskop

Einige Menschen fragen sich, ob man einen Soziopathen anhand seines Sternzeichens erkennt. Da die Astrologie keine bewiesene Wissenschaft darstellt, sind all diese Versuche nur unzureichend belegbar. Oft sagt man, der Skorpion sei soziopathisch, weil man dieses Sternzeichen mit negativen Aspekten in Verbindung bringt, aber im Grunde haben wir alle mehr oder weniger die gesamten Planeten unterschiedlich ausgeprägt in unserem Geburtshoroskop, sodass es auch liebenswerte Skorpione gibt. Stiere und Steinböcke sind auch sachlich, der Merkur ist sachlich geprägt, aber Soziopathen sind diese Menschen noch lange keine, wenn sie nicht die klinischen Anzeichen dafür aufweisen. Man sollte aufgrund eines Sternzeichens keinen Menschen vorverurteilen, bevor man ihn nicht richtig kennt.

Beispiele von Soziopathen

In den USA spielten einst zwei soziopathisch geprägte Teenager einen Horrorfilm nach. Sie glaubten, sie wären Teil des Films. Sie ermordeten 12 Menschen, bevor sie gefasst und weggesperrt wurden. In Australien lebte ein Mann mit vier Frauen gleichzeitig in einer Ehe, ohne dass die Frauen etwas voneinander wussten. Nur ein Unfall brachte das wilde Treiben ans Tageslicht, als zwei seiner Ehefrauen gleichzeitig nach ihrem geliebten Mann schauen wollten. Und in Südamerika lebte eine Frau, die liess alle ihre Ehemänner sterben, weil sie dadurch an die abgeschlossenen Lebensversicherungen kam und sich so ihren Lebensunterhalt leisten konnte. Alle ihre Männer hatten tödliche Unfälle, bis ein Anwalt sich tiefer mit einem dieser Unfälle befasste und ihr Treiben entlarvte.

Erfahrungen mit einem Soziopathen

Als ich einst einem möglichen Soziopathen begegnete, dachte ich, ich müsste ihm viel Liebe, Gefühle und Emotionen entgegenbringen, denn ich bin von Natur aus ein emotionaler Mensch. Er konnte mit all diesen Emotionen nichts anfangen und war zunehmend verwirrt, direkt verunsichert. Meine Begegnung mit diesem Menschen endete in einem für mich beschämendem Chaos, ich wurde öffentlich blossgestellt und musste über Wochen hindurch meine Wunden lecken, bis ich wieder arbeitsfähig war. Es dauerte drei Jahre, bis ich wieder annähernd den Menschen aus meinem Umfeld ein wenig vertrauen konnte. Das tiefe Vertrauen habe ich bis heute nicht wiedergefunden.

Alles begann harmlos. Wir mussten anfangs miteinander auskommen, da wir eine Art Zusammenarbeit hatten, wobei er an mir arbeitete und ich an mir arbeiten liess. Er spielte mir zunehmend Gefühle vor, von denen ich anfangs verunsichert war, bis ich in einem schwachen Moment auf diese Gefühle einging und kurzzeitig im sogenannten Siebten Himmel schwebte. Wer im Himmel schwebt, kann tief abstürzen, und so passierte es mir, dass ich bald wieder den harten Boden der Realität unter mir spürte und erkennen musste, dass er mich bloss für seine wissenschaftlichen Arbeiten benutzt hatte. Ich verlor alles, auf ganzer Ebene, auch wenn ich wie eine Löwin kämpfte und andere Leute vor ihm schützen wollte. Bitte, es gelang mir nicht, aber seither scheue ich sogar alle Ärzte, Lebensberater und Psychiater und heile mich notfalls selber. Ich habe aus dieser Situation so viel gelernt, auch wenn sie mich an den Rand meiner Kräfte brachte. Ich überprüfe seither viele Dinge eingehend, vertraue nicht mehr jedem Menschen, und ich öffne mich nicht mehr gleich einem Menschen, den ich nicht lange genug kenne. Ich wirke seither anfangs kühl auf andere Leute, aber dafür bleibe ich meinem gesunden Misstrauen treu.

Kennen Sie schon den Schrumpfer?

Das Wort Schrumpfer habe ich von einer Psychologin gehört, die sich mit dem Thema von herablassenden Menschen beschäftigt. Es gibt Menschen, die sind nur glücklich, wenn sie andere Menschen fertigmachen, niedermachen und kleinhalten können. Schrumpfer nennt man diese soziopathisch angehauchten Leute, und sie befinden sich nicht nur in der Chefetage, im Arbeitsumfeld, sondern auch im Freundeskreis. Man wird von ihnen gelobt und bekommt plötzlich einen Seitenhieb, der ins Herz sticht.

Ich dachte einst, ich hätte eine neue Freundin gewonnen, als sie plötzlich inmitten eines Telefonats meinte, ich hätte lauter schlechte Eigenschaften. Ich würde ihr ins Wort fallen, sie ständig unterbrechen, ihren Schmerz nicht fühlen und nachempfinden können, schwierig in Gesprächssituationen sein und sie nur aushorchen wollen. Ich war in diesem Moment geschockt und entschuldigte mich, obwohl ich nicht wusste, wofür, da für mich das Gespräch gut verlaufen war. Plötzlich war für sie unsere Freundschaft nur noch ein loser Kontakt, und in einer E-Mail beendete sie diesen Kontakt, weil angeblich unsere Horoskope nicht gut zueinander passen würden. Ich war platt, denn damit hätte ich nie gerechnet. Ich war nämlich stets darauf bedacht, sie zum Lachen zu bringen, ihr zu helfen, weil sie immer so traurig war.

Es gibt unter den Schrumpfern mehrere soziopathisch ausgeprägte Menschen, mehrere Modelle. So gibt es Menschen, die glücklich sind, wenn es anderen schlecht geht. Sie sehen sich das Leid anderer Leute an, vergleichen es mit ihrem eigenen Leben und fühlen sich danach besser. Ihr Freundeskreis besteht überwiegend aus kranken Menschen, oft Schwerkranken. Leute, denen es besser geht, oder gar Leute, die trotz Behinderung und Handicap, trotz Krankheit glücklich leben und im Leben keinerlei Beeinträchtigung sehen, können diese Schrumpfer nicht ausstehen. Erst wenn ein Mensch am Boden ist, sind sie zufriedener und spüren ein Wohlgefühl. Wer glücklich ist, der wird niedergemacht, so lange, bis er aufgibt und am Boden liegt.

Bitte, solche Leute erkennt man daran, wie sie über glückliche und kranke Menschen sprechen. Man braucht nur den Freundeskreis eines Menschen anschauen, und schon erkennt man die Schrumpfer, wenn man genau hinschaut. Sie jammern über ihr Leben, machen alles mögliche dafür verantwortlich, tun jedoch fast nichts, um aus unglücklichen Situationen herauszukommen, sondern jammern nur des Jammerns Willen. Sie sprechen vorwiegend negativ, übersehen die Freude im Leben, dramatisieren alles, lästern über ungekümmerte Menschen und jammern über das Leid anderer Menschen. Wenn man mit ihnen spricht, geht das Gespräch immer in eine traurige, negative Richtung hin.

Mit Jammerboxen und Schrumpfern kann ich leider nicht viel anfangen. Ich liebe eher die positiven Gespräche, lache gerne, erzähle Witze, versuche andere zum Lachen zu bringen und möchte, dass es anderen Menschen gut geht. Ich bin nämlich der Meinung, dass man all das ins Leben zieht, womit man sich umgibt, und so führen lockere und lustige Gespräche ins Positive, und schwere Gespräche in ein negatives Loch.

 

Ein Schrumpfer besitzt einen enorm manipulativen Charakter, den man nicht sofort erkennt. Zuerst freundet er sich ganz schnell an, sodass man glaubt, seelenverwandt zu sein. Oft hilft man dem Schrumpfer, bis man erkennt, dass er gar keine ernste Hilfe will, sondern nur jammern möchte. Und plötzlich, aus dem heiteren Himmel heraus wird man niedergetreten und seelisch verletzt. Lob und Anfeindung, Anerkennung und Herabsetzung, all das passiert abwechselnd, wenn man so einem Schrumpfer begegnet.

 


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Elisabeth Putz

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