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Tipps fürs Strassenfest

Bier trinken am StrassenfestRegel Nummer 1: Man sollte niemals eine Wohnung in einer Strasse bewohnen, die für ihre Feste bekannt ist, denn dann braucht man weder Fernseher noch Radio, dann ist die Privatsphäre im Eimer. Am besten ist es, man wohnt ausserhalb, dort wo sich niemand zum Feiern trifft, dort wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Ruhe kann zum Luxusgut werden, wenn die Privatsphäre lautstark gestört wird.

Es gibt Strassenfeste in jedem Ort, in jeder Stadt, überall, wo es Infrastruktur gibt. Das Käsefest in Kötschach-Mauthen, das Schinkenfest, das Honigfest und das Speckfest in Hermagor, das Kräuterfest in Irschen, das Strassenfest in Köln, in München, in Berlin, in Hamburg, in zahlreichen angesehenen Grossstädten.

Wenn die Feste fallen, ziehen die Strassenbewohner aus und machen im Idealfall Urlaub, denn der Lärmpegel steigt. Man tanzt, trinkt, kostet von allem etwas, bis man spät nachts in sein eigenes, ruhiges Bett fällt, denn man wohnt hoffentlich abseits.

Strassenfeste wurden früher aufgrund des regen Handels gefeiert. Die Kaufleute priesen ihre Ware an, der Tauschhandel florierte, man feierte sich, seinen Erfolg und seine Kunden. Zunehmend hat sich das Feiern in den Abend bis in die Nacht hinein verschoben, und so wohnt man heute nicht gerne in stark frequentierten Strassen, nicht nur wegen des Autolärms, auch wegen der Partygäste. Früher wohnten die Kaufleute gerne oberhalb ihrer Geschäfte, heute sehnen sie sich nach der grünen Ruheoase.

Das passende Outfit für die Strassenparty

Man sollte sich je nach Motto passend kleiden. Auf der Love-Parade sehen glitzernde Outfits gut aus. Auf traditionellen Strassenfesten sehen Dirndlkleid und Lederhose perfekt aus. Auf einer angesagten Strassenparty, welche nur zum Abfeiern dient und kein spezielles Motto bedient, kann man durchaus auch im Sommerkleid, in Jeans, Hemd oder T-Shirt feiern. Übrigens haben sich der Rap und der Hip Hop für Strassen gut etabliert, und so sehen die coolen Oversize Klamotten zum Abtanzen richtig gut aus. Bitte lassen Sie Anzug, Krawatte und Kostüm zu Hause, denn die Geschäfte tätigen wir tagsüber.

Die spontane Strassenparty liegt im Trend

Feiern Sie auch manchmal auf offener Strasse, obwohl kein Strassenfest in Sichtweite ist? Ein neuer Lifestyle Trend hat sich jetzt entwickelt, die trendigen Parties auf offener Strasse. Keine Frage, es ist billiger, als wenn man in einer Disco oder einem angesagten Club feiert. Ausserdem bewegt man sich in frischer Luft, kann tief durchatmen, wenn man zu viel getrunken hat und kann morgens die Strasse entlang laufen oder auf einer Parkbank übernachten bis man sein eigenes Zuhause gefunden hat.

Immer mehr Anhänger findet dieser luftige Lebensstil. Wer weiss, vielleicht campieren die Leute demnächst in den Strassen, da erspart man sich die Miete für die Wohnung und ist immer in bester Gesellschaft. Was macht man eigentlich, wenn man auf so einer Strassenparty auf die Toilette muss? Man sucht anständig nach einer der versteckten Toiletten und baut darauf, dass man sie findet, bevor man in die Hose gemacht hat, oder man schielt vorsichtig nach dem Garten, der sich in unmittelbarer Nähe befindet. Da ist bestimmt ein Garten, denn es wohnen ja auch Leute in den Häusern, die entlang der Strasse aufgestellt wurden.

Oje, da wohnen Leute? Die Armen! Ich stelle mir gerade vor, Tante Hilda und Onkel Peppi schlafen in den Wohnungen und werden im fünf Minuten Takt vom Partyvolk geweckt. Tante Hilda hütet ihren Garten wie ein Baby, hält den Rasen frisch, sorgt sich um die Blumen, und ein betrunkener Partygast erledigt sein dringendes Geschäft zwischen den Riebisselstöcken. Wenn ich mir vorstelle, dass dies hundert Leute in einer einzigen Nacht machen, wird mir schlecht. Also ich würde umziehen. Meine Tante Rosa sorgt beispielsweise für Ruhe, indem sie einen dicken Zaun aufstellt, den niemand freiwillig übertritt.

In einigen deutschen Städten ist das zur puren Realität geworden. Tags über findet der traditionelle Markt statt und abends wird gefeiert bis in den Morgen hinein. Wenn man den Markttag auf Mittwoch verlegt, feiert man eben zweimal in der Woche, denn am Wochenende muss immer etwas gefeiert werden, und wenn es nur der aktuelle Tag ist.

Der neue Lifestyle bringt ein kleines Problem mit sich: Wo sollen wir bloss mit Tante Hilda, Onkel Peppi, Tante Rosa und dem Rest der wohnenden Bevölkerung hin, wenn die Strassen nachts zur Partyarena werden? Irgendwann hilft das Wegziehen auch nicht mehr, denn es gibt fast überall Strassen, in denen man feiern kann. Lieber Besucher, vielleicht stellen Sie sich einfach vor, Leute wüten unter Ihrem Schlafzimmerfenster und erledigen ihre hochsensiblen Geschäfte bei Ihnen im Garten oder im Hausflur. Suchen Sie jetzt vielleicht öfters die vorgesehene Toilette auf, wenn Sie das nächste Mal auf offener Strasse feiern. Das kann ich nur wärmstens empfehlen.

Was machen die Bewohner, wenn ein Strassenfest droht?

Ob nun eine private, halb öffentliche oder gar öffentlich organisierte Strassenparty gefeiert wird, die Anreiner sind immer gefährdet. Gibt es eigentlich Vorkehrungen für die Anreiner einer Strasse, in der abends die Post abgeht? Die Städte sehen zunehmend ein Problem auf sich zurollen, denn in viel befeierten Strassen sinken die Mietpreise, da keiner mehr dort leben möchte. Besonders im Sommer ist die Situation unerträglich, fast zum Ausziehen verurteilt. Das Partyvolk ist gross und lässt sich kaum vertreiben. Die Städte haben schon genügend Überforderung mit der Müllentsorgung der letzten Nacht.

Wie löst man das Problem? In einigen Strassen haben sich Bürgerinitiativen gebildet, aber helfen tut es kaum, denn es hilft nichts, wenn sich die Anreiner zum Diskutieren, zum gemeinsamen Jammern versammeln. Einige Anreiner halten sich bissige Hunde im Garten, damit die Gäste wenigstens nicht über die Zäune klettern und im Grünen ihren Rausch ausschlafen. Einige Gärten sind mit hohen, dichten Hecken umzäunt worden, dann sieht man die Scheisse nicht, sondern riecht sie nur. Immerhin, die Hecke wird gedüngt. Hält sie diesen Dünger denn auch aus? Wir suchen noch nach Lösungen? Wir ziehen um, in die kleine Sackgasse, hinten ganz links.

Angesagte Strassenfeste - Wo darf man feiern?

Der Christopher Street Day, ein Strassenfest der besonderen Art, mitten in München, da darf man auch von offizieller Seite aus feiern. Eine meiner Freundinnen lernte dort ihren ersten One Night Stand kennen. Sie sagte zu mir: Elisabeth, du musst dir eine Frau für die Nacht auf solchen Festen suchen, dann klebt sie nicht wie ein Klotz am Bein. Ich bin jedoch eher der Typ Mensch, der sich eine Seele fürs Leben sucht.

Ich feierte früher immer das Linzergassen Fest in Salzburg, denn dort war ich fast wie zu Hause. Bitte, ich bewohnte die Linzergasse nie, viel zu laut für meine empfindsamen Ohren, aber zum Abfeiern war sie ideal. Die kleinen Strassencafes hatten in diesen Tagen jedes Mal Hochkonjunktur, denn die waren immer belegt bis auf den letzten Platz.

Ich war auf der Love-Parade in Berlin, denn dort feierte man wirklich ausgelassen auf offener Strasse. Ich durfte sogar einige Polizisten filmen, und einen Asiaten, der sich die Hände vors Gesicht hielt. Meine grösste Errungenschaft für die Augen war aber ein Dosenmann, eingehüllt in hundert kleine Konservendosen. Welch ein Kostüm.

Mittlerweile feiere ich jedes Jahr das Klagenfurter Altstadtfest. Bitte, mich bewegt der Flohmarkt, denn da kann man wirklich eine ganze Nacht hindurch Flöhe kaufen, bis man genug von alten Hüten und Federn hat. Mir gefallen die Bands, die jährlich auftreten. Und ich liebe das Essen, denn mit Essen kann man mich immer locken.

 


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Elisabeth Putz

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