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Tipps für Tourismus und Gastronomie

UrlaubSind Sie im Sommer auch des öfteren in der Innenstadt unterwegs? Als ich im letzten Sommer pünktlich zu Urlaubsbeginn zum Shopping wollte, hatten tausend andere Leute just in diesem Moment die gleiche Idee. Es regnete nämlich, und so teilte ich mir die Geschäfte und Boutiquen mit zahlreichen neugierigen Kunden, die einfach nur zum Schauen gekommen waren. Nur mal schauen, ein Eis essen, ein wenig flanieren, das will der allgemeine Tourist, wenn er sich im Sommer in der überfüllten Innenstadt bewegt.

Komisch, immer wenn ich mich gemütlich in eine Eisdiele setzen möchte, muss ich auf meinen ungestörten Dielenplatz warten, weil da sitzt schon einer und schleckt sein Eis. Genau genommen ist es ja mein Eis, denn er sitzt in meiner Diele. Frechheit! Und trotzdem liebe ich das Massenvolk im Sommer, denn ich lerne aus den Leuten die neuesten Klamottentrends zu lieben, auch wenn mancher damit aussieht, wie der letzte Hilfeschrei. Ich erfahre wahres Selbstbewusstsein, wenn jemand mit Elefantenbeinen richtig gestärkt in seinen Leggings steht, oder einige Männer in kurzen Hosen, Hawaiihemden und Strohhüten durch die engen Gassen spazieren.

Das nenne ich Selbstbewusstsein. Übrigens bin ich die kleine Frau, welche gross im modischen pinken Kostüm in der Eisdiele sitzt und die vorbeischlendernden Leute begutachtet. Ich besitze die Kostümchen auch in grellgelb, in orange, in türkis und bald auch in grasgrün, nur falls Sie jemanden suchen, der sich kleidet wie der letzte Schrei eines Verzweifelten, welcher vor dem leeren Kleiderschrank steht und heult, weil es leider nur diese Kostüme zur Auswahl gibt.

Übrigens tummeln sich Touristen überall dort, wo ich im Sommer auch bin, im Schwimmbad, am See, auf den Open Air Konzerten, und bei Regen unter einem wasserdichten Dach. Ich glaube zu erkennen, dass ich ein Tourist bin. Mittlerweile habe ich jedoch Plätze entdeckt, an denen ich alleine mit mir bin, fernab vom neugierigen, sich weiterbilden wollenden, eisessenden Tourismus. Ich war neulich der einzige Tourist auf meiner neu entdeckten Waldlichtung, der einzige Tourist auf meiner menschenarmen Bergwiese und auch der einzigste Tourist in meinem Wintergarten.

Wenn der Tourismus boomt

Lieber Besucher, es werden immer zwei Reisetrends nebeneinander existieren, der Massentourismus, der für sein verwässertes Eis mehr Geld bezahlt als der Individualtourist, der unter sich bleiben möchte und qualitativ hochwertiges Eis zu kleineren Preisen schleckt.

Bitte, als ich neulich in Florenz war, suchte ich vergebens ein ruhiges Plätzchen, und selbst in Pisa teilte ich mir den schiefen Turm mit acht anderen Reisegruppen, welche ihn erklimmen wollten. Es gibt Orte auf der Welt, da ist man als Tourist selbst nachts nicht alleine, und wenn man es einsam und still haben möchte, dann geht man eben einfach aufs Klo.

Bevor ich es vergesse, das Sightseeing ist ein begehrtes Phänomen des Tourismus. Selbst ich als geborener Einsiedler habe mich bereits intensiv davon überzeugt, dass die Wachsfiguren in Madame Tussauds in London nicht wirklich am Leben sind. Sie tun nur so als ob.

Übrigens können Sie sich auch im Hochsommer auf einen der begehrten Strände auf Gran Canaria, Ibiza oder auf Mallorca legen. El Arenal und Playa del Ingles machen jährlich das Rennen um den letzten freien Quadratmeter am Strand. Als ich mich das letzte Mal an einem spanischen Strand sonnte, überrollte mich glatt die Flut. Das kam mir direkt spanisch vor. Als mir jedoch ein hilfsbereiter Mann selbstlos aus der zweiten Strandliegereihe dabei half, mein nasses Handtuch zu trocknen und mir dabei tief in die Brüste, ich meinte natürlich in die Augen sah, war mein Urlaub gerettet.

Tipps für Touristen

Tourismus und Gastronomie sind heikle Angelegenheiten, denn man muss förmlich mit einem Dauerlächeln morgens aufstehen und mit dem selben Lächeln abends übermüdet ins Bett steigen, wenn man in der Tourismus Branche im Service arbeitet. Übrigens habe ich bei meinem letzten Besuch diese Kellnerin in Velden nicht mehr gesehen, welche mir mein bestelltes Eis mit verzogenen Mundwinkeln auf den Tisch stellte und schroff meinte, dass der Tisch noch für andere Gäste gebraucht wird.

Ja, das Dauerlächeln kann wirklich depressiv machen und zu einer Daueranstrengung werden. Das Eis schmeckt aber immer noch köstlich. Kein Wunder, es muss auch nicht ständig lächeln. Wenn Sie als Tourist in einer fremden Umgebung Urlaub machen, verhalten Sie sich bitte auch wie ein Tourist und nicht wie ein Parasit. Und wenn Sie einem Touristen begegnen, denken Sie immer daran, dass genau der vielleicht eines Tages Sie im Urlaub bedienen könnte.

Ich habe mir einmal Gedanken darüber gemacht, wo man hin muss, und wo man sich hinbegeben könnte, wenn man als Tourist unterwegs ist. Ich meide ja grundsätzlich die überfüllten Plätze, seit ich den Vögeln beim Zwitschern zuhöre. Ich liebe jedoch den Rummel der überquillenden Shoppingmeilen, wenn es im Sommer heiss ist und der Schlussverkauf naht, mit niedrigsten Preisen winkt. Ich bin ein Massentourist, aber wenn ich meine Ruhe haben möchte, lege ich mich auf Rügen in einen Strandkorb.

Neulich war ich in Lignano am Strand. Ich wählte die falsche Jahreszeit, den August, Feriagosta. Normalerweise kann ich mich am Strand frei bewegen, ohne dass ich die Sonnencreme des Nachbarn rieche. Ich fahre nämlich regelmässig im Juni, da sind die Strandliegen noch nicht so abgenützt. Im August hatte ich das Problem, dass mir mein Strandnachbar seine Sonnencreme versehentlich zwischen die Beine schmierte, während er sich eincremte. Da liegt man wie die Sardinen nebeneinander, fast schon aufeinander. Kein Wunder, dass einige im Urlaub ungewollt schwanger werden. Man kommt sich zwangsläufig näher.

Shoppingtourismus in Deutschland

In Deutschland geht alles noch seine korrekten Wege. Dort wird noch gelebt um zu arbeiten und nicht umgekehrt. Deutschland hat deshalb viel zu bieten, denn wenn man arbeitet, kann man sich einiges leisten. In Düsseldorf an der Königstrasse macht das Einkaufen so viel Spass wie in München in der Maximilianstrasse.

Da verdienen die Boutiquen wenigstens noch anständig an einem einzigen Teil. Nach dem Shopping muss man sich ausruhen. Das tut man am besten in München im fünf Sterne Hotel “Vier Jahreszeiten” oder im Bayrischen Hof. Dort kann man die erworbenen Teile gleich in seiner Suite anprobieren.

Tourismus in Österreich

In Österreich lebt man auch ganz gerne auf grossem Fuss, arbeitet aber auch nur um zu überleben. Das Schlusslicht in der Wirtschaft bildet unter anderem Kärnten. Kein Wunder, wenn hier alle ins Wasser fallen und baden gehen, hat doch Kärnten eine der grössten Pfützen des Landes zu bieten, den Wörther See. In Österreich heiratet man einfach reich ein, um sich die ganzen Annehmlichkeiten zu leisten.

Die Flitterwochen verbringt man am besten im südlichen Ambiente in Velden im Schlosshotel oder in Salzburg im Österreichischen Hof. Wenn der Österreicher sagt: “Das bekommen wir schon hin, das geht schon irgendwie”, dann hat er noch nicht den leisesten Schimmer einer Ahnung, wie das funktionieren soll. Aber herzlich sind sie, die Österreicher.

Reiche Touristen in der Schweiz

Die Schweiz schwimmt ohnehin in Geld. Die haben so viel Geld, dass der Bänker einen hervorragend bezahlten Job hat. So kann man sich in der Schweiz das Schwöbli, das Schlumpi, das Kipferli und die Marmeladi zum Frühstück leisten. Man hat sogar noch Geld übrig für ein Bündnerfleisch zwischendurch. Die Schweiz ist eher heikel, was die Einwanderung fremder Menschen betrifft.

Die nehmen nicht jeden, denn der echte Schweizer ist impulsiv und exklusiv, der möchte unter sich bleiben. Ausserdem befürchtet der Schweizer, dass sich der Hereinkömmling aus einem anderen Land die Preisli nicht leisten kann und kein passendes Dach über dem Kopf findet. Da mag er vielleicht Recht haben, aber am Vierwaldstättersee dürfen die Hereinkömmlinge auch einmal mit dem Schiffli übers Wässerli fahren. Wir sind eben echte Schwitzer.

Gastgewerbe - Der Gast ist König

Möchten Sie im Gastgewerbe arbeiten? Beim Münchner Oktoberfest verdient man genug, wenn man den Job aushält. Bringen Sie genügend Stehvermögen mit? Sie benötigen Ihre laufenden Beine beispielsweise als Kellner oder Hotelportier den ganzen Tag über, und hier sind die Überstunden noch nicht mit einberechnet worden. Einer meiner flüchtigen Bekannten erzählte mir einst nette Geschichten über Roberto Blanco. Ja, die würden Sie jetzt auch interessieren, was! Am besten, Sie mieten sich genau in dem Hotelzimmer in einen geschlossenen Kleiderschrank ein, in dem Roberto Blanco absteigt.

Dann können Sie in Ruhe durch den Spalt der Schranktüren mitverfolgen, ob es Geschichten zu erzählen gibt. Bitte machen Sie bei der Gelegenheit ein paar Fotos von meinem Lieblingsstar, denn meine YouTube Plattform muss wieder mit neuen Videos gefüllt werden, sonst schaut keiner mehr auf meinem Kanal vorbei. Jedenfalls war mein flüchtiger Bekannter jahrelang in der Gastronomie tätig und ist heute Privatier, da seine abgelaufenen Beine das Ablaufdatum derart überschritten haben, dass es in seinem Leben bloss noch zum Privatier reicht.

Bis heute wundere ich mich, warum er mit dem Gehalt, das man in der Gastronomie verdient, diesen luxuriösen Beruf ausüben kann, aber wahrscheinlich hat er mir seinen erworbenen Lottogewinn verschwiegen, als einst die Lottozahlen für ihn günstig lagen. Oder er hatte viele liebe Gäste bedient, die ihm ein grosszügiges Trinkgeld gaben. Lieber Besucher, ein Job in der Gastronomie ist wie eine Berufung, das hat mit einem herkömmlichen Beruf wenig zu tun, denn man opfert manchmal seine ganze Lebenszeit dafür auf, dass der Gast zufrieden ist.

Wenn man dann noch so schwierige Gäste wie mich hat, kann man gleich in Rente gehen. In meinem Lieblingshotel ärgere ich den Manager und das gesamte Team an der Rezeption grün und blau, wenn ich im Minutentakt von meinem Hotelzimmer aus anrufe, weil mir etwas Neues einfällt, das ich brauchen könnte. Wenn es viele Gäste meiner Sorte gäbe, bräuchte jeder Gast eine eigene Gouvernante.

Wieviel Geld verdient man im Gastgewerbe?

Nun, es kommt auf die Position an, die Sie sich in Ihrem Job erwirtschaftet haben. Wenn Sie als nettes Stubenmädchen, als reinliches Zimmermädchen anfangen, freuen Sie sich über jeden Cent, den der Gast nach dem Auschecken aus dem Hotel im Zimmer liegen lässt. Wenn Sie sich über den Cent aber bereits freuen, solange der Hotelgast sein Zimmer noch bewohnt, sind Sie die längste Zeit Zimmermädchen gewesen, falls Sie einen pingeligen Gast erwischen.

Stubenmädchen verdienen sehr wenig, so wenig, dass sie neidisch in die Minibar schauen und hoffen, ob der letzte Gast nicht zufällig versehentlich ein halb offenes Getränk zurück gelassen hat. Es ist wichtig, dass der Hotelgast ein ordentliches Trinkgeld für das Stubenmädchen hinterlässt, denn davon leben Zimmermädchen oftmals. Sie brauchen nicht zu denken, dass die Situation in den 4 und 5 Sterne Hotels anders ist, denn genau hier wird an Personalkosten gespart, weil man jede Menge Personal einstellen muss, damit sich der Gast rundum versorgt fühlt. So muss man dann eben beim Gehalt seiner Mitarbeiter sparen.

Einer der Angestellten meines Lieblingshotels, der, den ich am meisten ärgere, meinte neulich: "Schauen Sie Frau Putz, ich bin immer noch hier." Oh, ich dachte schon, nach meinem letzten Besuch war er rentenreif. Übrigens lieber Besucher, wenn Sie die angenehme Position des Hoteleigentümers bekleiden, haben Sie unter Umständen Glück, wenn Ihr Personal fleissig arbeitet.

Dann verdienen Sie reichlich und müssen sich nicht um alles kümmern. Neulich hatte ich in meinem Lieblingshotel die Tageszeitung der Hotelchefin zusammen mit meinem Frühstück erhalten. Gelesen habe ich sie nicht, denn das wäre eine richtige Herausforderung für meine Augen geworden, aber die Hotelchefin hatte bestimmt keine Zeit zum Zeitung lesen, deshalb wurde sie bei mir geparkt. Ich lasse mir ja vom Homeservice Personal immer mein Frühstück ans Bett servieren und die Speisen erklären, ordentlich servieren und im Uhrzeigersinn vor mir aufstellen.

Das Rührei kommt zuerst, gefolgt vom Kaffee und den leckeren Brötchen, gefolgt von der Schinkenplatte und dem Joghurt. Das mache ich, damit ich mein Frühstück ohne gröbere Kleckereien zu verursachen, finde. Wieso habe ich mir nicht gleich die Zeitung vorlesen lassen? Liebe Besucher, in Anbetracht dessen, was Sie sich von einem Gast alles gefallen lassen müssen, ist die Bezahlung im Gastgewerbe lausig.

Trotzdem können Sie bei lukrativer Saisonarbeit so viel verdienen, dass Sie das restliche Jahr über nicht mehr ackern müssen. Haben Sie schon einmal am Münchner Oktoberfest gekellnert. Wenn Sie als Haubenkoch in einem luxuriösen Restaurant in der Küche arbeiten, hetzen Se zwar auch den ganzen Tag durch Ihre Grossküche, Sie werden Ihre Arbeit aber lieben, weil Sie kochen dürfen und gut dabei verdienen. Wenn Sie aber als Koch im Service arbeiten, werden Sie sich vermutlich täglich nach einem neuen Job umsehen.

Schnelle Jobs im Gastgewerbe

Sind Sie gerade arbeitslos? Dann hätte ich einen neuen Job für Sie. Morgen können Sie bereits im Service anfangen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie ein gepflegtes Äusseres vorweisen können, denn der Gast liebt es ästhetisch und aufgeräumt, ordentlich und gut gestylt. Viele Arbeitsuchende scheuen die Arbeit im Service wie der Teufel das Weihwasser, weil sie ahnen, was auf sie zukommt.

Selbst wenn Sie an einer Hotelrezeption arbeiten, sind Sie mit Ihren wechselnden Diensten ausgelastet. Eine meiner Bekannten wollte unbedingt die Tourismusfachschule in Klessheim bei Salzburg besuchen. Sie kaufte sogar das gesamte kostenaufwendige Material ein, welches für den Besuch der Schule notwendig war. Heute liegen die Teile bei ihr im Keller, da sie den Druck nicht ausgehalten hat.

In der Theorie klingt die Gastronomie aufregend. Man kann verreisen, lernt viele neue Leute kennen, lernt die Welt kennen, und wenn man Pech hat, arbeitet man für Jahrzehnte als Kellnerin im kleinen Stammlokal um die Ecke und wartet darauf, bis ein Prominenter vorbei kommt, der im heiratswilligen Zustand ist. Bitte, ich will Ihnen Ihren Traumjob nicht madig machen, denn er hat durchaus Vorteile zu bieten.

Sie finden schnell einen Arbeitsplatz, da die Fluktationsrate in manchen Gastbetrieben derart hoch ist, dass man händeringend nach neuem Personal sucht, genau nach Ihnen als Servicekraft. Übrigens gab es sogar in meinem Wiener Stammhotel einmal eine Art Personalmangel, sodass eine Rezeptionistin mein Frühstück ans Bett brachte und richtig beschämt schaute, als ich ihr Trinkgeld anbot.

Ich sehe den Gesichtsausdruck der Menschen bestimmt mit meinem geschlossenen dritten Auge, mit dem Stirnchakra. Nun, ich hatte ihr ja nicht gleich mein Frühstück und einen Platz im Bett angeboten, aber wenn bei Service Engpässen Leute Arbeiten übernehmen, die sie sonst nie machen, benehmen sie sich eigenartig liebenswert. Einst brachte mir eine Köchin mein Frühstück ans Bett, die flüchtete, als ich ihr das Trinkgeld geben wollte.

Waffen hatte ich ausser meinen langen Fingernägeln keine in der Hand. Also, lassen Sie sich den Traumberuf in der Gastronomie nicht madig machen.

Was darf sich das Personal im Gastgewerbe erlauben?

Wenn Sie in der Gastronomie arbeiten, lieben Sie stille Gäste, die wunschlos glücklich sind und sich ausserhalb des übersichtlichen Pauschalangebotes bloss nicht äussern. Wenn Sie Gast sind, besteigen Sie den Thron des Königs, möchten aber kaiserlich majestätisch behandelt werden, denn in Ihnen steckt doch ein kleiner versteckter Kaiser. Und hier treffen Welten aufeinander.

Als ich mich einst mit meiner Finanzratte und einem gemeinsamen Freund in Velden an der Strandpromenade in ein Restaurant setzte, fauchte uns die Kellnerin an und nahm missmutig unsere Bestellung auf. Dabei hatte die Hauptsaison gerade erst begonnen. Als wir entdeckten, dass sie die selbe Freundlichkeit einem weiteren deutschen Gast schenkte, wussten wir, die gute Frau hatte bestimmt eine harte Wintersaison in einem trendigen Schigebiet hinter sich.

Als wir aber bemerkten, dass sie zu einem österreichischen Gast viel freundlicher, ja geradezu kaiserlich bemüht war, wussten wir, die Piefke Saga hat durchaus ihren Sinn erfüllt. Kennen Sie die Piefke Saga? In der Fernsehserie werden sowohl die Österreicher als auch die Deutschen mit dem Kaffeelöffel durch die volle Kakaotasse gezogen. Jetzt müssen Sie sich aber beeilen, wenn Sie noch einen guten Job im Service ergattern wollen, denn in Velden sind bestimmt noch Plätze frei. Ich bestelle auch nur ein Eis, da können Sie nichts falsch machen.

Was muss sich das Personal iGastgewerbe gefallen lassen?

In der Gastronomie hat der Gast grundsätzlich recht, bis er vom Gegenteil überzeugt wird. Ich hatte einmal in einem Hotel ein Glas Sekt geschenkt bekommen, als ich abends mit einem Geschäftspartner an der Bar sass. Was wäre aber gewesen, wenn ich ein zweites Glas Sekt zum Nulltarif bestellt hätte? Wenn etwas aufs Haus geht, sollte man sich als Gast freuen und nicht gleich das gesamte Hausdach abdecken.

Auch Servicekräfte müssen sich nicht alles vom Gast gefallen lassen. Der obligatorische Klatsch auf den Po ist kein Muss, welchen sich eine Kellnerin gefallen lassen sollte. Manchmal fällt aber genau mit diesen freundlich gemeinten Gesten das Trinkgeld überdurchschnittlich hoch aus. Wenn natürlich Arnold Schwarzenegger als VIP Gast ins Hotel kommt und sich an die Bar setzt, müssen alle Zimmermädchen, Hausangestellten und Servicekräfte weiblicher Art frei bekommen, denn wir wollen ja nicht, dass überall Söhne von ihm herumlaufen.

Wie sieht die Sache mit dem König Gast aus? Gäste gehen einfach wieder, wenn sie nicht artgerecht bedient werden, und hier liegen wieder Welten dazwischen, wenn man die artgerechte Bedienung auf einer Skala misst. So kam es schon vor, dass ein Gast ein volles Menü bestellte und einfach wieder aus dem Restaurant verschwand, bevor das Menü serviert werden konnte. Es gab schon Gäste, die hatten gegessen, beschwerten sich dann übers Essen und wollten nicht bezahlen. Und es gab welche, die gingen einfach ohne zu bezahlen. Hier ist das Personal überdurchschnittlch gefordert, denn man muss meistens die Verluste aus eigener Tasche ausgleichen.

Man kann die Situation mit dem König Gast auch umdrehen und ihn in der Servicewüste verhungern lassen. Es gibt Lokale und Restaurants, die bieten keinen Service an, servieren Dosenfutter und Fertiggerichte, schauen jedoch auf ihrem Internetauftritt aus wie Edelbetriebe. Es soll sogar menschenleere Biergärten geben, in denen darf man nur eine Mass Bier bestellen, denn kleiner gibt es den Krug nicht. Und wenn man keinen Liter Bier trinken möchte? Dann darf man wieder gehen. Sie sehen schon, es gibt auch Gastbetriebe, die aufgrund ihrer kreativen Arbeitsweise menschenleer sind.

Der König Gast und das Personal im Gastgewerbe

Der Gast ist König. Sind Sie zufällig in der Gastronomie tätig? Dann werden Sie im Laufe Ihres hart erschufteten, mit Rückenschmerzen kaum zu ertragenden Berufsleben auf so manch majestätisch angehauchten König gestossen sein. Es soll ja mittlerweile sogar Könige geben, welche im Eifer des bestellten Extratellers mit dem Kellner zusammengestossen sind.

Die Gastronomie ist wie die Königin unter den fleissigen Honigbienen. Man bekommt zwar reichlich Trinkgeld, muss sich dafür als Kellner aber auch reichlich viele Unverschämtheiten gefallen lassen. Es ist eben nicht jeder Gast so freundlich und liebevoll wie ich. Neulich bestellte ich mir Fisch und liess ihn mir zerlegen. Ich erwartete einen in kleine, mundgerechte Häppchen zerlegten und sanft geschnittenen Fisch.

Auf meinem Teller aalte sich jedoch ein nahezu naturbelassener, fast unberührter Fisch in der Sonne des Kerzenleuchters, welcher den Fisch von der Zimmerdecke herab bräunte, na gut, anstrahlte. Ich dachte mir, es wäre ein Versehen und bestellte einen zweiten Fisch, diesmal mit Nachdruck. Der zweite Wasserbewohner kam ganz nach meinen Vorstellungen serviert an, wobei ich mir bis jetzt nicht sicher bin, ob nicht der Gast am Nachbartisch meinen ersten Fisch bekommen hatte.

Ich bin wahrlich ein höflicher und vor allem anspruchsloser Gast. Einst liess ich in meinem Lieblingshotel das Frühstück, welches ich immer aufs Zimmer bestelle, zweimal zurückgehen, da es einfach nicht meines war. Ich bekam Spiegelei anstatt meinem heissgeliebten Rührei. Sehen Sie, und deshalb bin ich mir mit der Sache wegen des Fisches nicht sicher, ob nicht manchmal die Umwelt geschont wird und der nächste Gast den Teller des pingeligen Königs bekommt, wenn der König die Speisen zurückgehen lässt. Wahrlich, der Service muss stimmen.

Arbeiten im Gastgewerbe

Die Arbeit im Gastgewerbe ist hart, aber sie ist abwechslungsreich und kommunikativ. Nur das Stubenmädchen hat nicht viel zu sagen, denn die Betten sprechen nur flüsternd Bände, wenn man sie vom zerknüllten in den ordentlichen Zustand bringen muss. Genau diese Stubenmädchen verdienen unterdurchschnittlich wenig, haben für ein Zimmer manchmal weniger als 20 Minuten Zeit und müssen sich vieles gefallen lassen. Ich hinterlasse immer ein grosszügiges Trinkgeld für das Zimmerpersonal.

Was bedeutet eigentlich gute Gastronomie? Überall hört man, dass der Gast König sein soll, und wenn er dann kommt, möchte ihn niemand haben. Dabei sollte doch der Gast wie ein Kaiser, zumindest wie ein Sonnenkönig behandelt werden. Wie bekommt man das bloss hin, wenn man eine gewisse Grundabneigung gegen Gäste in seinen Beruf mitbringt?

Wir wollen ja den Gast, zumindest einen Teil von ihm. Bei männlichen Gästen ist dieser Teil die hintere Gesässtasche, denn dort ist die Hosentasche, in der die Brieftasche sitzt. Bei weiblichen Gästen ist dies die linke oder rechte Hand, denn dort halten sie die kleine Handtasche, in der die Geldbörse schlummert. Sehen Sie, der Gast wird schon deshalb gemocht, weil er bezahlt.

Trotzdem hat gute Gastronomie mehr zu bieten als nur die reine Zuneigung zu eventuell zahlenden Gästen. Was nützt es, wenn der Kellner überfreundlich ist, das Schnitzel aber verbrannt serviert wird? Beim freundlichen Kellner wird man sein Schnitzel reklamieren, denn der Service scheint ja zu stimmen. Wenn aber das zweite Schnitzel genau so verbrannt auf den Tisch gestellt wird, isst man vielleicht nur den Salat und betritt die Gaststätte kein zweites Mal.

Wissen Sie, was das Gute an Salaten ist? Sie können nicht anbrennen, da sie nur die Eigenschaft besitzen, im kalten, rohen Zustand alt zu werden. Und wissen Sie welcher Gast am angenehmsten ist? Natürlich jener, der das verbrannte Schnitzel zusammen mit dem uralten, welken Salat isst und ohne Widerworte, aber mit reichlich Trinkgeld den Saftladen wieder verlässt.

Stellen Sie sich vor, manche Gastbetriebe leben von diesem nie mehr wiederkehrenden Laufpublikum. Denken Sie bloss an die günstig gelegenen Restaurants und Strassencafes, welche an der Promenade einer Touristenhochburg um einen Stehplatz kämpfen. Manchmal denke ich, dass diese Betriebe gerade wegen ihres schlechten Rufs so überfüllt sind. Ein Gast erzählt dem anderen, dass er dort wahrlich schlecht bedient wurde und das Essen kalt war. Der andere Gast möchte dies überprüfen und schaut aus lauter Neugierde vorbei.

Sie wissen ja, schlechte Nachrichten bekommen mehr Aufmerksamkeit zugeteilt als gute Nachrichten. Übrigens gibt es mehr Touristen als schlechte Gaststätten, deshalb alleine gehen den schwarzen Schafen in guter Lage die Gäste schon nicht aus.

 


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