Freizeit ist Zeit frs eigene Ego, fr die Seele, den Geist und den K”rperkult. Man tut sich etwas Gutes, oder man tut sich und anderen Menschen viel Gutes.
Unter Freizeit versteht man allgemein die arbeitsfreie Zeit, ohne Geldverdienst, ohne Verpflichtung, frei einteilbar. Sie dient zum Zweck der Erholung, wird jedoch in unserer Lifestyle-Gesellschaft mit so vielen Hobbies, Interessen und Aktivit„ten vollgestopft, dass man schon wieder von Verpflichtungen sprechen kann. Im Mittelalter bedeutete die freie Zeit marktfrei, da nicht verkauft, getauscht und gearbeitet wurde.
Heute widmet man seine Freizeit seinen Hobbies, der Familie, den Freunden, den sozialen Kontakten, dem Shopping, der Kultur, dem ausgiebigen Schlaf, der Entschleunigung samt Wellnessprogramm, dem Reisen, den Partys, dem Sport, der Technik und dem Nichtstun.
Freizeit bedeutet, keine l„stige Arbeit, Entschleunigung und Entspannung pur. Wie nutzt man seine Freizeit richtig? Wie entspannt man, und wie entkommt man der Langeweile? Gesund lebt man, wenn man Beruf und Vergngen mental trennen kann, denn wenn man seinen Job andauernd in sein Privatleben mit hineinnimmt, quillt der Kopf irgendwann vor Alltagsstress ber.
Bitte, fr manche Menschen verschwimmen Freizeit und Arbeitszeit, die surfen w„hrend der Arbeit im Netz, pflegen tagsber ihre sozialen Netzwerke, suchen nach neuen Online-Kontakten, und wenn sich der Arbeitstag dem Ende zuneigt, fangen sie an, Akten zu w„lzen. Sie sind jederzeit, sogar am Klo erreichbar, und wenn der Chef nachts anruft und zum Diktat bittet, stehen sie auf und sind bereit. Diese Leute haben permanent Angst, etwas lebenstechnisch Wichtiges zu vers„umen, und deshalb sind sie so aktiv und schlittern mehrmals in ihrem Leben am Burnout vorbei.
Die meisten Menschen geniessen jedoch ihre Freizeit. Manche nutzen ihre freie Zeit fr Erlebnisse, Abenteuer, Unternehmungen, zum Schlafen und Entspannen, weil ein gutes Buch, eine weiche Luftmatratze und ein Glas Sekt gut tun k”nnen.
Die Workoholicer arbeiten sogar in der freiesten Zeit und kommen trotzdem nicht voran. Das liegt daran, dass sie sich keine Auszeit g”nnen. Hobbies und Interessen mssen ausgelebt werden, sonst verkmmert der Mensch in seiner kreativen Ader. Ein ausgeruhter Kopf denkt besser als ein berarbeiteter, und ein glcklicher Mensch funktioniert besser als ein ver„rgerter.
Wie gestaltet man seine Freizeit gesund? Entspannung, Nichtstun, die Seele baumeln lassen, seinen Hobbies nachgehen, all das machen, was Spass macht, das ist gesunde Freizeitgestaltung. Sandburgen bauen, ins Spassbad gehen, Abenteuer-Trips, Vereinsleben und Erlebnisparks sind eher fr die quirligen Leute geeignet und sollten nicht zum Gruppenzwang ausarten. Wer in seiner Freizeit arbeitet, tut sich damit nichts Gutes, denn in solchen F„llen lauert die Burnout-Klinik, in welcher man dann viel freie Zeit hat.
Wie entspannt man in der Freizeit? Wichtig ist, dass man seine Arbeit im Bro l„sst und nicht gedanklich mit nach Hause nimmt, denn sonst lauert eines Tages das Burn-out. Wichtig ist, dass man die Freizeitaktivit„ten macht, die Spass machen, denn ein Zwang, der nur dem guten Image und dem Prestige gilt, ist nicht entspannend. Die eigenen Interessen stehen im Mittelpunkt, Gesundheit und Wohlbefinden mssen gew„hrleistet sein, und die Seele darf man baumeln lassen, indem man sich auch einmal aufs Sofa legt und sich richtig gehen l„sst. Viele Menschen entspannen beim Lesen, beim Musik h”ren, aber genauso viele Leute entspannen mit der Familie, mit ihren Kindern, bei der Hausarbeit, beim Shopping, im Urlaub, und es gibt sogar Leute, die entspannen beim Auto-fahren.
Stellen Sie sich vor, es g„be keinen Fernseher, kein Internet, kein Smartphone und keine virtuelle Welt mehr. Das Leben w„re fr viele Menschen zu Ende, denn sie wssten nicht, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollten. Auch ich geh”re gr”sstenteils zu jenen, die ohne den Computer nicht berlebensf„hig sind. Gesund ist dieser Lebensstil nicht, aber wir leben trotzdem so, weil wir nicht mehr unentbehrlich sein k”nnen und nichts verpassen wollen.
Sitzen Sie auch gerne mit der obligatorischen Tte Chips vor dem Fernseher, spielen ein wenig mit Ihren interaktiven Anwendungen am Fernsehger„t, sitzen f”rmlich mit einer Pobacke im Internet w„hrend Ihre zweite Pobacke nicht vom Sofa entfernt werden kann? So verbringen zahlreiche Menschen ihre Freizeit, ohne sich um ihre Gesundheit zu sorgen. Studien warnen allerdings davor, sich zu wenig zu bewegen, denn das erh”ht das Risiko auf Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall.
Besser w„re es, neben dem Fernsehen am Heimtrainer zu radeln, am Pezziball zu hpfen, am Crosstrainer zu trainieren, am Stepper auf und ab zu gehen, denn dann tut man wenigstens etwas fr seine Figur. Ich habe mir zu diesem Zweck ein paar Fitnessger„te gekauft, damit mein Bauch so flach wie mein Flachbildfernseher wird.
Lieber Besucher, Sie k”nnen sich im Alltag nur entspannen, wenn Sie sich in Ihrem Tun und Handeln wohlfhlen. Wenn Sie nur im Internet surfen und fernsehen, damit der Tag irgendwie zu Ende geht, sind Sie abends hundemde und k”nnen sich zusammen mit Ihrem Hund ins Bett legen. Wenn Sie sowohl im Job als auch nach der Arbeit das Gefhl haben, nicht richtig gelebt zu haben, sollten Sie sich berlegen, diesen Weg zu verlassen und einen gesnderen Weg einzuschlagen.
Jeder entspannt anders, und so gibt es zahlreiche Menschen, die sogar beim Fernsehen relaxen. Die D„nen hyggen, was soviel bedeutet, dass sie im puren Nichtstun glcklich sind. Hygge bedeutet Glck in der reinen Entspannung finden. So kann man mit einer Tasse Tee, seiner Lieblingssendung und mit Jogginghose am Sofa entspannen, mit gestrickten Wollsocken im Bett liegen, im Garten in der H„ngematte baumeln, oder man leistet sich den Luxus, den ganzen Nachmittag ber Luftschl”sser zu bauen und seinen Tagtr„umen nachzuh„ngen. Hyggen ist eine Art Freizeitgestaltung, welche die Seele baumeln l„sst und nicht unbedingt in Aktivit„t ausartet.
Die Sdl„nder feiern in ihrer Freizeit. Sie sitzen beisammen, lieben das gesellige Leben, essen und tanzen gerne, flirten gerne, und sie kmmern sich nicht permanent um ihren beruflichen Alltag. Sie k”nnen hervorragend abschalten. Die Franzosen celebrieren das Abendessen ber mehrere Stunden hinweg und fhlen sich wohl dabei. Die Spanier machen den ganzen Nachmittag ber Siesta, schlafen, d”sen, essen und ruhen sich aus, weil am Abend gefeiert wird. Und der Sommerfinne feiert in den Monaten Juni bis August, weil in dieser Zeit die Sonne in Finnland kaum untergeht.
Wir Deutschen lieben es, in unserer Freizeit aktiv zu sein, etwas zu leisten, viel darzustellen und eine sogenannte Freizeitkarriere zu machen. Wir m”gen den Stress, so lange, bis er uns krank macht. Nur die Japaner gehen noch einen Schritt weiter. Sie verzichten auf viel Freizeit, stehen ihrem Arbeitgeber zur Verfgung und bereisen in Windeseile die Welt, damit sie in krzester Zeit m”glichst viel davon sehen.
Studien haben auch ergeben, dass man Stress in der Freizeit und ungesundes Essen mit viel Fleisch und Zucker nicht lange berlebt. Der K”rper wehrt sich, wenn er keine Entspannungsphasen abbekommt. Die Cholesterinwerte und Blutzuckerwerte steigen, besonders wenn man ungesund isst und keine Bewegung macht. Und genau hier drohen unsere Zivilisationskrankheiten berhand zu nehemen. Man muss regelm„ssig abschalten, faulenzen, sich dem Nichtstun hingeben, den Herzschlag entschleunigen, den Blutdruck senken und von zu viel Fleisch und zu viel Zucker Abstand nehmen. Man kann gut essen, wenn man tanzt und sich bewegt. Man wird jedoch mit Sssigkeiten am Sofa krank, da kann das Fernsehprogramm noch so gut sein.
Freizeitaktivit„ten sollen uns entspannen und einen Teil zu unserer Gesundheit beitragen. Studien zeigen, dass soziale Kontakte, ein Leben in einer intakten Familie, Freunde und Hobbies zu den Gesundheitsfaktoren z„hlen. Einsam verkmmert man und wird ”fters krank. Zu viel Massengesellschaft und oberfl„chlicher Konsum k”nnen uns jedoch auch krank machen, da man in der Anonymit„t untergeht oder auf ungesunde Gedanken kommt, bis man vom Burn-out berrollt wird.
Krank kann man auch werden, wenn man seine Arbeit mit in seine Freizeit hineinnimmt, auch wenn man damit nicht glcklich ist. Heute gestaltet man seine Freizeit zunehmend vom Home-Office aus, denn man verbindet die Arbeit mit seiner Auszeit. Dieser Lebensstil kann krank machen. Der K”rper ben”tigt Phasen der Anspannung und der Entspannung. Wenn er unter Dauerstress leidet, wird permanent Cortisol ausgeschttet, sodass der K”rperkreislauf durcheinanderkommt. Man bemerkt dies oft erst, wenn das Herz rast und Schlafst”rungen auftreten.
Wenn das Gegenteil eintritt und der Mensch keine geregelte Arbeit hat, bekommt der Tag unter Umst„nden keine Struktur und k”nnte uns krank machen. Stellen Sie sich vor, Sie mssten ab morgen nicht mehr arbeiten, das Geld wrde wie frisches Gemse in Ihrer Geldb”rse wachsen und Sie h„tten massenhaft Freizeit zur Verfgung. Was wrden Sie tun?
Wenn ich mir vorstelle, nie wieder arbeiten zu mssen, wrde ich schweissgebadet aus diesem Albtraum erwachen und notgedrungen Flaschen sammeln gehen, denn ohne Arbeit schrumpft der gesamte Mensch. Viele Menschen wrden es vorziehen, jede Menge an Freizeit zu besitzen, denn sie wissen noch nicht, wie mhselig das Nichtstun sein kann.
Noch mehr Menschen sagen, wenn sie nie wieder arbeiten br„uchten, wrden sie ihren Hobbies nachgehen, all die Dinge machen, die ihnen Spass machen und endlich gut leben. Das ist die falsche Einstellung, denn der Mensch braucht Arbeit, um Erfolg zu generieren. Deshalb finde ich das bedingungslose Grundeinkommen fr alle vollkommen falsch, da viele Leute dann in einen depressiven Zustand verfallen wrden, wenn sie um nichts mehr zu k„mpfen br„uchten. Man wird tr„ge, wenn man nichts mehr tun muss, um seine Br”tchen zu verdienen. Heute werden aber immer wieder Stimmen laut, welche sich mit H„nden und Fssen fr dieses bedingungslose Grundeinkommen fr alle einsetzen.
Lieber Besucher, Sie sollten Ihre Arbeit zu sch„tzen wissen, damit Sie Ihre Freizeit geniessen k”nnen. Es kommt n„mlich nicht auf die Quantit„t, sondern auf die Qualit„t Ihrer Freizeitgestaltung an.
Im Sitzen wird man krank, und so boomt das aktive Spiel Pokemon Go. Das Smartphone ist ohnehin zu einem Freizeitfaktor geworden, begleitet uns bis aufs Klo und ins Bett, also nutzen wir es einmal effektiv und bewegen uns mit ihm. Pokemon Go treibt uns an, denn wir mssen an Hand von Anweisungen die kleinen Monster finden, die irgendwo in der realen Umgebung versteckt sind. Sogar Radiologen sind begeistert von diesem Spiel, weil durch die vermehrte Bewegungsfreude Krankheiten wie Herzinfarkt und Gef„sserkrankungen sinken.
Spassb„der und Freizeitparks liegen im Trend, aber mittlerweile wird der Kostenfaktor bercksichtigt. Eine Fahrt mit der Achterbahn dreht uns den Magen um, besonders wenn wir vorher eine Zuckerwatte gegessen haben. Viele windige, berschnelle und beschleunigende Fahrgesch„fte f”rdern die Ausschttung von Adrenalin, aber auch von Cortisol, wenn man inmitten der Fahrt Stress entwickelt. So gesehen sind Freizeitparks nicht die gesndeste Art, seine freie Zeit zu verbringen. Im Spassbad kann man relaxen, Sonne tanken, flirten und Sport treiben, das entsch„digt uns fr jede noch so gruselige Fahrt im Freizeitpark. Trotzdem bevorzugt ein Drittel der Leute die gr”sste Achterbahn der Welt, weil der Zustand der Beschleunigung in uns auch gewisse Glcksgefhle ausschttet.
Wellness boomt. Neue Untersuchungen zeigen, dass sich immer mehr Menschen fr den kurzfristigen Wellnessurlaub am Wochenende entscheiden, in einem hochwertigen Hotel entspannen, anstatt nur einmal im Jahr ausgiebig Urlaub zu machen. Man hat etwas erlebt, hat sich verw”hnen und bedienen lassen, seinen K”rper mit Massagen und Heilb„dern umhllt, und man hat zu Wochenbeginn mehr Power. Selfness, eine abgewandelte Form des Wellness boomt ebenfalls. Man g”nnt sich zu Hause ein Wellnesswochenende und verw”hnt sich in den eigenen vier W„nden. Am Montag morgen sind K”rper, Geist und Seele wieder fit.
Der gesunde Schlaf boomt, und man tut heute mehr denn je fr eine angenehme Ruhekulisse. Die Matratze muss stimmen, samt H„rtegrad und natrlichem Schlafkomfort. Das Schlafzimmer muss stimmen, samt Frischluftzufuhr und abgedunkelter Ruheoase. Manche Menschen schlafen gerne in ihrer Freizeit, alleine, ohne st”rende Nebenger„usche. Andere finden dies Zeitverschwendung und brauchen rund um die Uhr Unterhaltung, gut organisierte Aktivit„t. Ich kann richtig ausgiebig schlafen, denn ich sehe es als eine Art Investition in meinen relaxten K”rper, der nach einem ausfhrlichen Mittagsschlaf wieder gl„nzt wie eine gut geputzte Fensterscheibe. šbrigens liegen die Schlafbrillen wieder im Trend.
Das Ego m”chte hetzen, etwas erleben, neue Schuhe kaufen, anecken. Die Seele m”chte sich ausruhen, zufrieden im Nichts baden, ein gutes Buch lesen und die schweren Schuhe ausziehen. Und so schwanken wir zwischen Aktivit„t, Prestige und dem puren Nichtstun hin und her. Einer meiner Gesch„ftspartner spielt Tennis, ist regelm„ssig im Golfclub, spielt Schach, geht mit seinen Gesch„ftspartnern segeln, und wenn er mit mir ein Eis schlrft, jammert er ber seine vielen Freizeitaktivit„ten. Er hat bereits einen Herzinfarkt berlebt, will jedoch nicht krzer treten, weil ihm sein Prestige wichtig ist und er seine Freizeit vollends mit Aktivit„ten ausstopfen will. Hier lauert das Burnout, welches wir oft ignorieren, bis k”rperliche Beschwerden auftreten. Zu viel Aktivit„t macht krank.
Im puren Nichtstun entschleunigt man und nimmt Abstand vom Alltag. Der Mensch braucht Anspannung und Entspannung, damit er im Gleichgewicht nach vorne gehen kann. Man muss auch hin und wieder stehenbleiben k”nnen, um nachzusehen, was rund um einen herum passiert, und so boomt zunehmend das Nichtstun. Studien belegen, dass faule Menschen intelligent sind, sich viel Ruhe g”nnen und ihre Arbeit optimieren. So kann das Faulenzen zu einem Hobby werden, welches uns gesnder leben l„sst. Wer faul am Strand liegt, im Sand gr„bt und eine Muschel findet, wird braun und ist ausgeruht.
Alle Leute sprechen von Vereinen. Und was macht man bittesch”n, wenn man kein Vereinsmeier und Gesellschaftstier ist? Es existieren Leute, die gehen in einen Verein, treffen sich mit anderen Menschen, die sie nicht leiden k”nnen, machen Sportarten, die ihnen nicht gefallen, sind berall dabei, und es interessiert sie nicht, was sie tun. Hier verschwendet man seine wertvolle Freizeit, denn wenn man selbst dabei nicht glcklich ist, laugt man sich selbst aus. Und dann wundern sich die Leute, warum sie ein kleines, schickes Burn Out bekommen. Wenn Freizeit in Stress bergeht, sind K”rper, Geist und Seele unglcklich und k”nnen nicht wachsen. Lieber Besucher, fragen Sie sich, was Ihnen Spass macht, und dann lernen Sie Nein zu den Dingen zu sagen, die Sie nicht interessieren.
Wir werden zunehmend zu kaufkr„ftigen Konsumenten, auch wenn wir jammern und behaupten, wir h„tten kein Geld. Das Shopping boomt, wenn das Billigshirt ber den Ladentisch flitzt und die Fastfashion boomt. Immerhin laufen wir durch die Shoppingmeilen und tun wenigstens etwas fr unsere Fsse, denn es kann einige Zeit dauern, bis man durch eine grosse Einkaufsstrasse oder durch ein ger„umiges Shoppingcenter durchgelaufen ist. Da sorgt nur die Schaufensterkrankheit, an der viele Frauen mit Wenenschw„che in den Beinen leiden, fr Ruhephasen. Wenn wir allerdings durch Roboter ausgetauscht werden, welche unsere Arbeit bernehmen, k”nnen wir uns das Shopping wirklich nicht mehr leisten, denn dann verdient der Roboter das Geld. Er erspart sich im Notfall die Burnout-Klinik, er geht gleich auf den Schrotthaufen, wenn er kaputt ist. Shopping ist sozusagen ein Hobby, welches uns abstumpft, und so sollte man es nur ein bis zweimal im Monat ausben.
Wenn ich mir unsere mobile Gesellschaft ansehe, so entwickelt sich ein volltechnisierter Trend, der uns noch mobiler werden l„sst. Man nimmt sein Smartphone in den Urlaub mit, schiesst Selfies mit aussergew”hnlichen Motiven, trifft sich auf den angesagtesten Partys und feiert das Leben. Zu viele Partys stumpfen uns ab, weil wir gerne Alkohol trinken, um zu feiern. Da hilft auch keine Partypille fr den Kater danach, wenn wir krank im Bett liegen und unseren Rausch ausschlafen. Wir fliegen gerne um die Welt, sitzen im Flieger, erkranken an Durchblutungsst”rungen, aber wir haben dafr wenigstens die Welt gesehen. Besser ist es, man macht Urlaub in den Bergen, an einem stillen See, oder man g”nnt sich eine Auszeit am Bauernhof und geniesst die frische Landluft.
Wir bemerken zunehmend, dass uns Entschleunigung gut tut, denn auch die Schildkr”te wird uralt und kommt kaum vom Fleck. šbrigens wird unsere Gesellschaft immer „lter, und so geht ein neuer Trend hin zur hochwertigen, kostenintensiven Entschleunigung im Alter, denn ein Teil der alternden Bev”lkerung besitzt das Geld, welches artgerecht ausgegeben werden kann. Deshalb boomen Senioren-Kreuzfahrten und 60-plus Single-Partys. Wenigstens im Alter lassen wir es uns gut gehen, wenn unser K”rper noch stabil genug ist und uns die Jugendsnden verzeiht.
Wie relaxt man richtig, und wie entspannt man in seiner Freizeit? Umhertmpeln, schlafen und ausruhen, entspannen, bis die Knochen an den Muskeln kleben, entdecken und erleben, denn das Abenteuer winkt, dem lieben Gott den Tag stehlen, den inneren Schweinehund leben lassen, egoistisch nehmen, ohne Danke zu sagen, einfach alles tun, was uns sonst nicht geg”nnt oder erlaubt ist. Viele Leute k”nnen nicht relaxen, weil sie permanent Pflichten sehen, selbst wenn die Pflicht nicht ruft. Sie leiden entweder unter einem enormen inneren Druck, unter einem Helfersyndrom, unter Reinlichkeitswahn, unter verschiedensten Dingen, Tw„ngen und N”ten, welche sie daran hindern, richtig loszulassen. Hier sieht sich der Kontrollschtige in seiner vollen Pracht, wenn er kritisch genug ist und genau hinschaut, denn es ist die Kontrolle, welche uns daran hindert, das Leben zu geniessen. Und trotzdem finden die meisten Leute einen Weg, um zu relaxen.
Wir relaxen auf unterschiedlichste Art und Weise. Der Coole braucht die Party, damit er gesehen wird und pr„sent ist, der Zurckgezogene braucht sein Sofa, auf dem er liegt und ein gutes Buch liest, und der Extrovertierte braucht seine Freunde, die er zum Kaffee trinken einl„dt, weil er gerne plaudert.
Der h„usliche Typ braucht seine Familie, nimmt die Arbeit niemals mit nach Hause, freut sich aber, wenn seine Kinder Episoden aus der Schule erz„hlen. Und ich brauhche meinen Schlaf, weil er mich sch”ner macht.
Freizeit sollte auf keinen Fall in Stress ausarten, auch wenn wir Vereine lieben und das Kleing„rtnern bevorzugen. Man ruht sich aus, geht seinen Hobbies nach und g”nnt sich etwas. Der Gesundheitsapostel treibt in seiner Freizeit Sport und pflanzt sein eigenes Gemse an. Der Faule liegt in der Sonne, l„sst sich braun braten und wartet, bis ihm der Gesundheitsapostel das geerntete Gemse vorbei bringt, natrlich frisch geschnitten und mundgerecht zubereitet. Und der Partyg„nger verbringt seine Freizeit damit, die Lachsh„ppchen am Buffet leerzur„umen, weil sie so gut schmecken. Vielleicht kommt ein Glas Champagner des Weges, welches er sich greift und auf Ex auss„uft. So macht das Leben Spass.
Immer mehr Leute verbringen in letzter Zeit ihre Freizeit am Flughafen. Das liegt daran, weil die Flge so verblffend billig geworden sind, dass das Handgep„ck manchmal teurer ausf„llt als der Flug selbst. Und wenn man vom Urlaub nach Hause fliegt, hat man manchmal so viel gegessen, dass man selbst als šbergep„ck gilt.
Natrlich geht ein Trend hin zum Relaxen in den eigenen vier W„nden, aber Balkonien und der eigene Garten sind eben nicht so aufregend wie beispielsweise die Kanalinseln mit ihren Steilksten und Steinstr„nden. Bitte, man muss nicht immer Sand unter den Fssen spren, wenn man am Strand relaxt.
Freizeit kann man grosszgig nutzen. Gesund relaxen und entspannen, vielleicht mit einem kleinen Shoppingbummel, damit man sich die Beine vertritt und nebenbei etwas fr seine Bewegung tut. Rentner haben viel Freizeit, sind jedoch st„ndig in Eile, weil sie wahrscheinlich nicht mehr viel Lebenszeit brig haben, welche sie verplempern k”nnen. Wir neigen dazu, unsere Auszeit mit Hobbies, Erlebnissen und Abenteuern zuzumllen, damit das Selfie gut aussieht und der Nachbar verblasst. Hobbies wie schlafen, lesen, hyggen, Kaffee trinken und quatschen sind out. Extremsport, Funsport und Abenteuerreisen sind in Mode, aber zum Glck gibt es noch die vielen Vereine, in denen man als Vereinsmeier punkten kann, wenn man sich einen Beliebtheitsstatus aufgebaut hat. Beliebt ist das Gardening, und so boomen die heimischen Schreberg„rten, die gr”sstenteils aus Gartenvereinen und Gartengemeinschaften bestehen. Da hat man Unterhaltung genug.
Was muss man im Freizeitpark beachten? Das passende Outfit, gut gerstet fr die Fahrgesch„fte, Sicherheit, Preis-Leistung, Attraktionen, und manche Fahrgesch„fte sind nichts fr schwache Nerven. Die gr”sste Achterbahn, die l„ngste Wasserrutsche, Maschinentiere, Essen und Trinken, Funfood, all das macht den Tag zum Erlebnis.