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Was ist Literatur?

Buch lesenAls Literatur wird ja das mündliche oder schriftliche Wort bezeichnet, welches überliefert wird, wobei ich mir bei Ersterem nicht sicher bin, wie lange das Ursprungswort in seiner tatsächlichen Form Bestand hat. Kennen Sie das Phänomen, dass sich eine Geschichte im Laufe der Zeit wandelt, wenn sie durch viele Menschengehirne gewandert ist? Da verliert das Ende der Geschichte oftmals die ihm zustehende Pointe.

Literatur hat seinen Namen aus der Wissenschaft, es bedeutet Wissen aller Art. Und so liegen heute die zahlreichen Ratgeber im Trend, denn wir sind zu einer wissensdurstigen Gesellschaft geworden, die Informationen wie Fast Food in sich hineinschlingt.

Ich kaufte mir einen Ratgeber zum Thema Schminken, laufe heute noch mit kahlem, ungeschminkten Gesicht herum, aber ich besitze ihn wenigstens, den elitären Ratgeber. Heute boomen Info-Bücher, vorwiegend online als e-bboks erhältlich, die sich in den Bereichen Beauty und Wellness, Karriere und Finanzen, Körperkult, Flirttechniken und Lifestyle bewegen. Wir möchten schön und erfolgreich sein. Da verzichten wir gerne auf den Liebesroman und legen uns stattdessen das neue Aktienbuch zu, damit uns unser Geld attraktiver macht.

Auf einem harten, brutal auftrainierten Sixbag, welches manche Leute vorweisen können, kann man sich nicht ausruhen und ein gutes Buch lesen, denn das Kopfkissen ist zu hart. Trotzdem boomen die Anleitungen für straffe Bauchmuskeln, die zahlreichen Fitness-Ratgeber, denn man will sehen, gesehen werden und den attraktivsten Partner abbekommen. Ob man mit ihm gemeinsam ein Buch lesen will, bezweifle ich, denn der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist nicht in der Lage dazu, die Hände voneinander zu lassen. Dann lesen wir das Buch eben danach..

Literatur boomt auch in einer speziellen Form online auf YouTube, als gesprochenes Wort, verpackt in kleine Videos, die als nützliche Ratgeber in Wort und Bild bereitstehen. Wenn ich auf YouTube über den perfekten Kuss spreche, gerät allerdings der gute Rat in den Hintergrund. Heute verdient der Autor nicht mehr vorwiegend am Buchverkauf, sondern durch Werbung auf seinem YouTube Kanal oder auf seiner Website, denn grosszügig gesehen ist jede noch so dünne Website, die Informationen enthält, als Literatur zu sehen.

Bestseller als Buch und Film liegen im Trend

Als ich mir Harry Potter als Buch kaufte, hoffte ichmit sehnlichster Erwartung, dass doch endlich dieses Buch verfilmt wurde. Und als ich dann im Kino sass, wünschte ich mir das Buch zurück, weil ich versehentlich falsche Vorstellungen von den einzelnen Szenen hatte. Harry Potter stellte ich mir attraktiver vor. Übrigens wurde ich von Band zu Band, von Kinofilm zu Kinofilm glücklicher, denn ich entdeckte, dass Harry Potter immer attraktiver wurde.

Lieber Besucher, oft liest man ein Buch und malt sich die einzelnen Szenen, die Darsteller und Schauplätze in seinem eigenen Kopf kreativ aus. Andere Leute haben vom selben Buch eine ganz andere Vorstellung. Der Regisseur hat wieder eine andere Vorstellung, und so passiert es, dass man vom verfilmten Buch enttäuscht ist. Dies passierte mir übrigens auch beim Film: Das Parfum, gefolgt vom Wunderweltwerk: Die Säulen der Erde.

Bitte verzeihen Sie mir meine literarisch geschwungene Offenheit, aber als ich die Verfilmung der Tore zur Welt von Ken Follet gesehen habe, verstand ich das gesamte Buch nicht mehr, denn ich hatte sämtliche Szenen anders in Erinnerung, und an manche Darstellungen konnte ich mich nicht erinnern, diese jemals im Buch vorgefunden zu haben. Ich wette, wenn man mein bisheriges Leben auf eine Dauer von drei Stunden zusammenpresst, kann ich mich an meine Lebensstationen auch nicht mehr erinnern. Und so passiert es, dass Buch und Verfilmung oft kaum mehr etwas miteinander zu tun haben.

Haben Sie eigentlich schon Twilight gelesen? Bitte beissen Sie mich nicht, ich bin schon ein Vampir. Bevor ich es vergesse, ich bin ein begeisterter Twilight Fan, und auch Herr der Ringe ist für mich wie das Erscheinen des Weihnachtsmannes und des Osterhasens zugleich. Bestseller werden immer boomen, denn die breite Masse macht den Gewinn aus.

Stirbt das herkömmlich gedruckte Buch?

Was macht das in schwarze, gut lesbare Buchstaben gepresste Wort plötzlich im Internet? Es geht online, es verfolgt die gleichen Gepflogenheiten wie der Mensch, denn wenn der Mensch virtuelle Wege geht, läuft ihm das Wort hinterher.

Nur meine Wörter laufen mir wie wild gewordene Hunde voraus, denn ich spreche und schreibe, ohne vorher an eventuelle Konsequenzen zu denken, richtig kopflos.

Das auf Papier geschriebene Wort hat es heute schwer, sich am Buchmarkt durchzusetzen, denn online ist alles jederzeit verfügbar. Die Printmedien kommen da kaum mehr hinterher, denn wenn eine Ausgabe erschienen ist, kann man sie nicht ändern. Kein Mensch kauft sich jede Stunde am Kiosk seine neue Zeitung. Keiner kauft sich einen Ratgeber im Buchhandel jedes Monat neu. Aber im Internet besuchen die Menschen eine Website im Minutentakt, wenn Sie News darin vermuten.

Es ist ein kleiner Schritt zum Klick im Web, es ist jedoch ein grösserer Schritt ins Buchgeschäft. Was ist passiert? Ganz einfach, wir sind faul geworden. Deshalb rüsten die klugen Verlage bereits um. Sie bieten neben den Printbüchern auch E-Books und Hörbücher an. Auch die schlauen Autoren denken bereits um. Von einem Verlagshaus alleine zu leben ist manchmal ein hungriger Weg nach oben, aber nebenbei im Internet auch noch Werke zu veröffentlichen, bringt zusätzliche Werbeeinnahmen.

Das e-book liegt im Trend

Ein e-book ist schnell geschrieben, noch schneller aufbereitet und mit wenigen Klicks online zu kaufen. Man erspart sich lange Wartezeiten, bis das Buch verlegt wird. Man erspart sich die Vorfreude darauf, das Werk endlich im Buchhandel zu erwerben. Es ist fast so, als würde man den Dezember streichen und sofort Weihnachten feiern, denn die Wartezeit davor könnte man sich sparen.

Das e-book hat vor allem für Autoren, die sich selbst verlegen, Vorteile. Man bestimmt den Preis, meldet sich bei einem e-book Dienst an, macht sein eigenes Marketing in den sozialen Netzwerken, wobei hierfür Xing gut ist, und schon verdient man am eigenen Buch. Bitte, die Kosten für den Kaffee sind damit gedeckt.

e-book reader liegen im Trend

Heute kauft sich der Schlaue ein Tablet, ein Smartphone, oder er legt sich zu seinem alten Notebook dazu und liest Bücher online. Deshalb boomen die e-book-reader. Ich kaufte mir ein Tablet in schwarz weiss, denn ich höre mir die Literatur ohnehin nur akustisch an.

Das Hörbuch liegt im Trend

Die Kopfhörer werden anspruchsvoller, denn die heutige Literatur geht mitten durchs Ohr hindurch. Ich sitze meistens mit meinem Smartphone in irgendeiner Warteschleife, oder zu Hause im Wintergarten und höre mir ein Buch an. Als die Hörbücher aus dem Nährboden der Verlagswelt keimten, glaubte niemand an ihr Überleben, und heute zweifelt man daran, ob das gedruckte Buch überleben wird.

Literatur im Internet boomt

Die Literatur im Internet darf man mit herkömmlicher Literatur nicht vergleichen. Online muss ein Text informativ sein, technisch gut aufbereitet sein, mit Multimedia Elementen versehen werden, denn der Leser ist ein Ästhet und möchte unterhalten werden. So entstehen Fluten an Informationsseiten im Netz. Mittlerweile gibt es zu jedem Begriff mindestens eine Infoquelle, meist hat man jedoch die Qual der Wahl und wühlt sich durch unzählige Informationen hindurch. Bitte, die Tiefenrrecherche dürfte heute kein Problem mehr darstellen.

Online Blogs, die entweder kommerziell geschrieben oder als Hobbyprodukt online gestellt werden, liefern täglich die neuesten Informationen, nach Kategorien sortiert, gut aufbereitet, anschaulich mit Bildern gestaltet. Den Leser freut es, die Verlagshäuser müssen umdenken, umstrukturieren, sonst sind sie von der Bildfläche verschwunden. Mit dem Tempo, in welchem Texte online gestellt werden, kann kein Buch, keine Zeitung der Welt mithalten.

Die sozialen Netzwerke wie Twitter liefern noch schnellere Informationen, denn hier entsteht Literatur quasi im Sekundentakt. Jeder postet weltweit alles, was ihm gerade in den Sinn kommt. Auf Facebook schreiben dann die Freunde noch mit, teilen die Infos, und so verbreitet sich ein Text wie ein Lauffeuer, dessen Beine alles überragen, was der herkömmliche Buchmarkt bis jetzt auf die Beine gestellt hat.

Die Aufbereitung von Literatur online boomt

Das gedruckte Buch geht ins Internet. Google Books ist ein Beispiel dafür. Buchseiten werden eingescannt und für die Welt gratis online sichtbar gemacht. Man kann zu jedem Fachthema die passende Fachliteratur einsehen, ohne dass man sich mühsam in die jeweiligen Universitäten begeben muss. Bitte, die Zeitersparnis ist enorm, und wenn man bloss eine kleine Information benötigt, bezahlt man nicht das gesamte Werk, sondern schlägt schnell kostenlos nach.

Der Vorteil daran ist, dass Wissen öffentlich zugänglich gemacht wird und Infos nicht mehr teuer erworben werden müssen. Wir tendieren dazu, klüger zu werden. Der Nachteil daran ist, dass die Autoren nicht mehr viel am Verkauf der Bücher verdienen. Wenn dann niemand mehr für lau schreibt, bleibt die Information weg. Da bleibt einem dann das Restwissen im Hals stecken.

Männer oder Frauen Literatur - was liegt im Trend?

Ist das Buch weiblich oder männlich? Bitte, man merkt, ob ein Werk von einer Frau oder einem Mann geschrieben wurde. Eine Frau umschreibt die Dinge, sie redet schriftlich um den Brei herum, damit der Brei nicht so heiss gegessen wird. Die Frau ist klug und weiss, wann man sich die Zunge verbrennt. Sehen Sie mich an, ich verwende tausend und mehr Sätze, um eine Kernaussage zu treffen, und selbst dabei vergesse ich den Punkt.

Wenn ein Mann ein Buch schreibt, sind darin tausend Sachlichkeiten beschrieben, so dass die Sache bis ins kleinste Detail hinein wortwörtlich bei der Sache genannt wird. Manchmal fallen mir da die einzelnen Sachen so plump auf den Kopf, dass ich das Werk zweimal lesen muss.

Männer lieben es, wenn eine Szene ihren Höhepunkt erreicht, sobald das Licht am Ende des Tunnels heller wird. Wenn sich die Frau noch im Tunnel befindet und seitlich die Notrufsäulen betrachtet, ist der Mann bereits gedanklich und körperlich aus dem Tunnel herausgefahren und gibt Gas, denn auf der Autobahn fährt man mit seinem Porsche links an der weiblichen Ente vorbei. Bitte, stellen Sie mir ein Bett auf die Autobahn, denn auf der Strasse und im Bett herrschen die gleichen Verkehrsregeln. In der Literatur schreiben Mann und Frau jedoch oftmals aneinander vorbei.

Oberflächliche Literatur liegt im Trend

Wenn man die Menschen fragt, was sie so lesen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. An erster Stelle steht die Zeitung. Die hat mit echter Literatur nicht viel zu tun, die fällt in den Medienbereich. In der Zeitung findet das tägliche Horoskop einen richtigen Massenandrang. Das kann ich verstehen, denn ich lese es auch.

Wenn die Zeitung nun kein Buch im herkömmlichen Sinn ist, dürften eigentlich viele moderne Bücher und Broschüren, die heute verfasst werden, auch nicht mehr in der Sparte der Literatur geführt werden. Alles greift heutzutage auf das Wort der Sensation zurück, die Fantasie bleibt dabei auf der Strecke, denn die nackten und vor allem kalten Tatsachen locken ein grösseres Leserpublikum an.

Das singende Buch liegt im Trend

Stellen Sie sich vor, wir würden unsere Bücher nur noch singen anstatt zu lesen. Viel mehr Freude würde unseren Alltag durchziehen, denn wer singt, ist fröhlicher eingestellt. Eine neue Software ist so reif, dass sie den passenden Gesang zu einem Text liefert. So kann man jedes gesprochene Wort als Song herausgeben. Ich bin fasziniert von dieser neuen Technik, denn jetzt kann ich meine Ratgeber singen.

Prominente Biografien liegen im Trend

Ich habe meine Memoiren bereits geschrieben, also verschonen Sie mich. Es liegen übrigens tatsächlich Biografien im Trend, die von jungen Prominenten geschrieben wurden, oder zumindest diktiert wurden, denn meistens steckt zusätzlich ein Journalist oder Ghostwriter dahinter. Auf der Frankfurter Buchmesse boomen solche Werke, denn das hungrige Volk möchte mit den privaten Einzelheiten seiner Stars gefüttert werden.

Diese neuen Biografien haben nichts mit den alt eingesessenen Werken zu tun. Sie sind pfiffig, manchmal skandalös verfasst, denn der Fan möchte gut unterhalten werden. Eckdaten findet man nur am Rande erwähnt, aber die emotionalen Höhepunkte des Promilebens werden ausführlichst beschrieben. Ich liebe diese heiss umgarnten Bettgeschichten, denn dann bin ich mir sicher, nicht traurig sein zu müssen, wenn ich nicht prominent genug geworden bin. Irgendwann eilt mir mein Nachruf voraus, dann machen meine Memoiren einen Sinn.

Frauen und Männer Literatur - Wer liest was?

Was ist Frauenliteratur? Wenn ich morgens entdecke, dass ich meine Tage bekomme, wenn ich den Kaffee umschütte, die Zuckerpackung nicht aufbekomme und der Verschluss der Milchpackung klemmt, heule ich aus mir emotional unbekannten Gründen, jedoch höchst weinerlich erregt, die Tageszeitung voll und lasse meine Tränen direkt auf das geschriebene Wort, auf die Druckerschwärze tröpfeln. Meine Tränen besitzen eine nässelnde, feuchtigkeitsspendende Eigenschaft, sodass ich mich gleich noch in die Zeitung schneuzen kann. Das ist dann Frauenliteratur. Bitte, ich kann meinen Kaffee auch ohne Milch und Zucker trinken.

Bitte, ich möchte nicht das geistig hochdosierte Bild der Frau unter den Teppich kehren, nur weil ich die Tageszeitung nicht verstehe. Dann lese ich eben das Horoskop anstatt der Politik, das regt mich erst dann auf, wenn die vorhergesehenen Tatsachen nicht eintreffen. Nun, mir fällt gerade auf, da kann ich auch die Politik lesen, denn da treffen die Schönwettervorhersagen nach der Wahl auch selten ein.

Die Frau in der Literatur

Frauen in der Literatur geniessen immer noch diesen feminin angefeuchteten, direkt nassen, zutiefst weiblich erregenden, anregenden Touch. Die Anima, das Symbol der Weiblichkeit, wird mit dem Dreieck gekennzeichnet, wobei das Dreieck mit der Spitze nach unten zeigt. Wenn ich breitbeinig im Bett liege und mit mir selbst von mir selbst träume, symbolisiere ich auch diese dreieckige Anima, und trotzdem sind meine Gedanken männlich, wenn ich mit mir selbst von mir selbst geldgierige, machthungrige, erfolgssättigende Träume verfolge. Apropos Hunger, ich bestelle mir gleich eine Pizza, oder ich kaufe mir ein Kochbuch, literarisch ausgefeilt mit leckeren Pizzarezepten.

Warum ist die Frau in der Literatur so weiblich? Ich persönlich bin gerne eine Frau, denn ich liebe alle Männer, besonders jene, die mich aus der Ferne wie gestandene Minnesänger bewundern. Ich lese gerne Liebesromane, wahrlich, ich bin eine Frau, deren Tränen bei Liebesszenen den direkten Weg aus den Augenhöhlen heraus in Richtung Wangen finden.

Sogar im Mittelalter wurde die Frau als Frau verehrt, wenn sie sich auf ihre Weiblichkeit reduzierte. Kennen Sie das Buch: La Celestina? Ich habe eine ganze Abhandlung über diese spanische Kupplerin geschrieben. Und was hat es mir gebracht? Die Celestina hatte auch keine Wunder vollbracht und die Liebenden zueinander geführt, denn der Minnesang war das einzige Liebeslied, welches zur damaligen Zeit zwei Liebende verschiedenen Standes körperlich zusammenschweisste. Der Adel blieb unter seinesgleichen, der Minnesänger saz uf eime steine und bettelte um die Aufmerksamkeit seiner Angebettelten, und die Celestina verdiente ihr Geld weiterhin mit dem ältesten Gewerbe der Welt. Nichts hat es mir gebracht, aber schön war es.

Sehen Sie, und deshalb ist die Frau in der Literatur weichgezeichnet, in Watte gekleidet, viel Watte um die Hüften herum, damit das Dreieck der Anima nicht versehentlich freiliegt. Man will sich ja nicht erkälten, denn so eine Nierenentzündung war im Mittelalter fast wie unser heutiger Bauchspeichelkrebs.

Literatur für den Mann - Was törnt ihn an?

Wenn ich ein Mann wäre, würde ich pausenlos den Playboy lesen. Ich mag Lifestyle, schnelle Autos, hübsche Frauen am Beifahrersitz, mich als begierliches Objekt am Beifahrersitz eines schnellen Autos, und ich mag den Zustand der kurzen, direkten, sachlich kompakten Anweisungen. Was fehlt mir eigentlich noch zum Mann?

Als Mann würde ich mir als Erstes ein Kochbuch kaufen, ein Männerkochbuch mit proteinhaltigen, reich mit Fleisch bestückten, fettig deftigen Rezepten. Bitte, wenn ich schon ein Mann sein darf, kann mein gestandener Bauch ruhig üppig ausfallen, denn ich trage ein männliches Sakko und benötige keine Gürtelschlaufen an der Hose. Man will ja nicht vom Fleisch fallen.

Ich wirke durch meine satte Männlichkeit, durch meine goldene Kreditkarte, ich bin Jäger und Sammler, ein wahrer Held in der kriegerisch ausgereizten, mit Pfeil und Bogen versetzten Literatur.

Ich habe als Mann natürlich mehrere Weibchen, denn mein Balzverhalten rauscht zusammen mit meinem schnellen Auto quer durch die Stadt, und es wäre nahezu eine tierische Verschwendung, wenn nur eine Frau alleine in den Genuss käme, mich zu befriedigen. Eine Frau alleine könnte mein literarisches Weltbild des eingestanzten Mannes gar nicht befriedigen, denn ich besitze doch als Mann einen treibenden, vom Trieb gesteuerten Anker, der in den Hafen einlaufen möchte, zwei Hände, welche zarte Honigmelonen ergreifen möchten, und einen Mund, der die weibliche Höhle der femininen Behausung mit der Zunge erkunden möchte. Sehen Sie, wie männlich ich bereits geworden bin?

Was fehlt mir bloss noch zum Mann? Aha, der tägliche Bartwuchs. Bitte, das geht schon in Ordnung, ich erspare mir das Rasieren. Ich denke, ich weiss, was mir zum Manne fehlt: So lange ich noch als zierliche, kleine, mit weiblichen Rundungen ausgestattete Frau am Beifahrersitz des schnellen Autos klebe, weil mich der Fahrtwind in den Autositz presst, kann ich kein Mann sein. Vielleicht dann eben im nächsten Leben, wenn ich meine Honigmelonen gegen einen Schiffsanker, gegen eine Schiffsschraube eintausche, denn im nächsten Leben sitze ich am Steuer des Porsches, desjenigen Porsches, der meine Schiffsschraube verlängert.

Männer lesen vorwiegend dünne Bücher, sachliche Literatur, Bücher mit klaren Anweisungen und glasigen Gedanken, glasklaren Effekten. Mit dem tausendfach auf der Zunge zerkauten, im Mund zerfliessenden, im Magen schäumenden Wort, welches in langen Bandwurmsätzen alles und nichts aussagt, kann ein Mann in der Regel nichts anfangen. Und deshalb muss ich nahe an der Gürtellinie schreiben, damit auch meine männlichen Leser zwischen den langen Satzkonstrukten auf ihre Kosten kommen.

Der Mann in der Literatur

Der Mann wird in der Literatur als Held und Kämpfer mit Schwert und Rüstung ausgestattet. Die Feiglinge sterben oder werden ausgelacht. Und das symbolische Dreieck der geballten Männlichkeit zeigt mit der Spitze nach oben, wobei ich mir jetzt keine bettnahe Pose vorstellen kann, in der ein Mann seine Männlichkeit zum Dreieck empor schwingt. Der kleine Mann schwingt in seiner Hosengegend mit der kleinen Lanze, und der grosse Mann schwingt mit beschwingten Worten sein Schwert, wenn ihm ein zweiter Mann zu nahe kommt. Bitte, auch Hunde verteidigen ihr Revier.

Wenn ich den Mann versehentlich auf seine biologische Männlichkeit reduziere, so ist auch der Playboy als ausgereifte Literatur einzustufen. Ich stufe ihn sogar sehr hoch ein, denn der Playboy liegt in meiner Lieblingsbuchhandlung immer im obersten Regal, damit ich mit meinen 160 cm nicht in seine greifbare Nähe rücke.

Bei der mittelalterlichen Literatur ist mir etwas Gravierendes aufgefallen. Der Mann war in der katholischen Kirche immer das Oberhaupt. Nicht einmal die Päpstin hatte als Frau eine reale Chance, ihren Traumberuf auszuüben, denn als sie schwanger wurde, war es vorbei mit dem Beruf als Papst. Natürlich beherbergte die Kirche früher auch Frauen, Klosterfrauen, Schwestern, aber hohe Ämter durften sie nicht bekleiden. Vielleicht hatten sie zu viel weiche Watte um die Hüften gewickelt.

Kennen Sie das Buch: Die Päpstin? Bis heute scheut die katholische Kirche den realen Zustand, einmal eine weibliche Päpstin besessen zu haben. Dabei heilte die Päpstin mit ihrem dominanten, femininen Verstand sogar Könige, männliche Könige, welche sie in ihren Adamskostümen sah, ohne jemals im Garten Eden gewesen zu sein. Bitte, im Garten Eden war sie nur, wenn sie sich der Liebe hingab, und das kostete sie den Kopf.

Ich wusste es schon immer, meine männlich dominierenden Gedanken verhindern es zielsicher, dass ich in die tiefe Weiblichkeit der ausgereiften Frau vordringe. Eigentlich müsste ich froh sein, monatlich den Playboy lesen zu dürfen, denn meine männlichen Verstandesgedanken an Geld, Macht und Erfolg machen mich direkt zu einem literarischen Krieger. Ich muss aufpassen, dass mir keine Affenbehaarung am Körper wächst, sonst brauche ich einen besseren Ladyshaver.

Anspruchsvolle Literatur - männlich oder weiblich?

Kennen Sie das literarische Quartett? Die ältere Generation wird sich daran erinnern, denn so etwas vergisst man nicht. Es ist Unterhaltung auf Kirchturmniveau, ach, was untertreibe ich schon wieder, es ist Unterhaltung auf dem Niveau eines Wolkenkratzers, denn höher hinaus fliegen nur noch die befederten und maschinell angetriebenen Vögel.

Anfangs dachte ich, das literarische Quartett wäre ein Vogel, denn ich musste tierisch genau zuhören, um einem dieser hoch vergeistigten Gespräche zu folgen. Also schaltete ich den Fernseher aus und widmete mich einer Aktivität, die meinem geistigen Horizont näher kam, ich lackierte mir meine Fingernägel mit pflegendem Nagelöl und telefonierte nebenbei mit meiner Freundin. Bitte, ich bin multitaskingfähig.

Nachdem das Nagelöl eingezogen war, schlenderte ich mit meiner Freundin wie streunende Katzen um die Häuser, liess mich von willigen Grossstadtkatern auf Drinks meiner Wahl einladen und erkannte inmitten des seicht umwogenem Geplänkels, wie niedrig doch meine geistig unterhaltsamen Bedürfnisse waren. Also ging ich nach Hause, alleine, denn mit zu vielen Drinks im Magen sehnt man sich eher nach der einsamen Ruhe als nach dem zweisamen Bettgestöber in der Wildnis des Schlafzimmers.

Übrigens sah ich mir dann zu Hause auf Bayern Alpha das literarische Quartett mit Marcel Reich-Ranicki, Helmuth Karasek, Sigrid Löffler und Jürgen Busche erneut an. Erstaunlich, man könnte glatt behaupten, zwei Drittel der Menschheit verwendeten diese Sendung als Einschlafhilfe, aber ich blieb wach. Marcel Reich-Ranicki und ich, wir zwei würden uns verbal die Köpfe einschlagen, weil wir so unterschiedlich konstelliert sind, dass wir nicht einmal mit Tag und Nacht zu vergleichen wären. Er auf niedrigem und ich auf hohem Niveau, halt, umgekehrt, ich auf so tiefem Niveau, dass meine verbal ausgerichtete Zungenspitze durch den Kloschlund hindurch die Ratten im Kanalloch besuchen könnte. Trotzdem schlief ich nicht ein.

Lieber Besucher, unterhaltungsmässig haben sich die Zeiten gewandelt. Marcel Reich-Ranicki ist älter geworden, ein Urgestein in der literarischen Historienwelt, aus dem literarischen Quartett ist das philosophische Quartett geworden, welches auch zur Geschichte des Fernsehens geworden ist, und ich bin immer noch nicht dabei eingeschlafen. Ich sage Ihnen, irgendetwas läuft bei mir schief.

Leichte Literatur - eher männlich angehaucht?

Ich bin im Grunde meines tiefsten Herzens ein Mann, wenn ich mit meinen Reizen denke, wenn sich in meiner Rockgegend die Gedanken türmen, vorausgesetzt, mein Rock ist kurz genug. Ich fragte mich schon, ob die leicht zu verdauliche Literatur eher ein männlich dominierendes Phänomen ist? Heute liest man ja die Automagazine, auch als Frau, denn am Steuer ist man schneller unterwegs. Man liest die Multimediamagazine, denn wir werden immer multitasking-fähiger, auch wenn wir dabei nichts mehr aus vollstem tiefsten Herzen erledigen. Heute ist die Literatur flacher geworden, damit man sie am Flachbildschirm des Tablets besser lesen kann.

Heute sehen wir uns die unbekannten Leute auf RTL2 im Big Brother Haus an, wie sie sich unter der Dusche räkeln. Gibt es eigentlich auch Kameras auf dem Klo? Dann würde die Sendung für mich wieder interessant werden.

Übrigens, wenn ich heute noch ein Kind wäre, würde ich anstatt Puppenspielerin eher eine Fernsehdiva sein und gewaltig motzen, wenn nichts Interessantes für mich aus dem Kasten entspringen würde. Ich wäre eine Gameboyspielerin, eine fanatische PC Games Konsumiererin und eine Irre, welche sich die Figuren aus der Spielewelt in die Realität holen würde. Gott sei Dank bin ich erwachsen, verstecke mein inneres Kind hinter meinem grossen Plüschbären, der im Wohnzimmer sitzt, und spiele nur noch mit Männern und Autos, mit Männern in fahrenden Autos, mit Männern in parkenden Autos, mit Männern, die mich vor Wut an die Wand klatschen, wenn ich ungefragt mit ihren Autos spiele.

Autor

Wie wird man ein erfolgreicher Autor? Zuerst sollte man professionell schreiben lernen, einen roten Faden durch seine Bücher und Texte ziehen, damit der Leser bis zum Ende weiterliest. Dann braucht man einen guten Verlag, wobei unbekannte Autoren sich eher zuerst einen Verleger suchen sollten, da die grossen Verlagshäuser die Bewerbungen oftmals ungelesen zurückschicken. Man sollte sich auch als Autor gut vermarkten, auf Buchmessen präsentieren, und notfalls schreibt man eben online und gibt seine Werke als e-book heraus.

Kriminalroman

Wer einen guten Krimi liest, der braucht keinen starken Kaffee mehr, denn der Pulsschlag erhöht sich automatisch bei der ersten Leiche. Erhöht der Kriminalroman das Herzinfarkt Risiko? Fakt ist, Stieg Larssonn ist mitten in seiner hochgradig kriminaltechnischen Werke an einem Herzinfarkt gestorben. Welche Krimis muss man eigentlich nachts unbedingt lesen? Ich schaue mir die Nachrichten an, die sind oft wie Kriminalromane, wenn es um Steuerhinterziehung und Politik geht.

 


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Elisabeth Putz

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