Gute Literatur erkennt man daran, dass sie uns begeistert, fesselt, informiert, bildet, unseren Horizont erweitert, uns gesellschaftlich toleranter werden lässt und uns zu besseren Menschen macht. Die Literatur hat ihren Namen aus der Wissenschaft, bedeutet Wissen aller Art. Und so liegen heute die zahlreichen Ratgeber im Trend, denn wir sind zu einer wissensdurstigen Gesellschaft geworden, die Informationen wie Fast Food in sich hineinschlingt. Heute boomen Info-Bücher, vorwiegend online als e-bboks erhältlich, die sich mit Erfolg, Geld, Schönheit, Liebe, Lifestyle und Wellness, sowie Technik und Haushalt beschäftigen.
Literatur ist das gesprochene oder geschriebene Wort, Unterhaltung und Film, Information und Meinungsbildung, Lernstoff für Schüler, das Buch in allen Formen des guten und schlechten Geschmacks, aber auch die Zeitung und die Zeitschrift. Sie ist ein Ausdruck unserer Seele, Kunst und Kultur, Musik in den Ohren, einfach alles, was uns im Alltag lenkt und gute Gedanken schenkt .Literatur ist gesund, formt unseren Geist, dringt in unser Wesen ein und bildet unsere Persönlichkeit.
Gute Literatur ist geprägt von einem Spannungsbogen, der nie endet, es sei denn, das Buchende naht. Sie erhält konstruktive Kritik, wenn man das Literarische Quartett unberücksichtigt lässt, denn hier wird Literatur zerfleischt, da sich die Kritik auf Kirchturm-Niveau ausbreitet, wenn die Autoren durch den Fleischwolf gezogen werden. Da ist der Playboy fehl am Platz, weil er eher das zweisame Bettgestöber in der Wildnis des Schlafzimmers verkörpert. Hingegen wäre die Celestina, ein Roman aus dem spanischen Mittelalter, eine Augenweide frs literarische Gehirn, da sie die Epoche der Kuppelei wie eine Diva präsentiert.
Das literarische Quartett mit Marcel Reich-Ranicki, Helmuth Karasek, Sigrid Löffler und Jürgen Busche gehört in dieser Besetzung der Vergangenheit an, was bedeutet, dass anspruchsvolle Literatur doch in den Spären der Neuzeit versinkt. Heute gehen wir Garten, nach Oma, in Schule, und wir sprechen und schreiben Tacheles, teilweise sogar wieder im dialektösem Mundflair, das mundet uns besser.
Die leichte Literatur ist romantisch verklärt bis verträumt, feminin mit kurzem Rock, prallen Brüsten und langen Beinen versehen, maskulin mit steifem Makropenis, harten Muskeln und markanten Gesichtern gespickt, und sie ist schnell verdaut. Bilder sagen mehr als Worte, und so geniesst der Bildband hohes Ansehen. Gesellschaftsliteratur, über die man sich aufregt, erotische Bücher, die man nicht liest, sie aber trotzdem beherrscht, und das Fotobuch, sie liegen uns nicht nur im Magen, sondern auch auf der Seele. Sixty Shapes of Grey, das muss man nicht gelesen haben, das muss man inhallieren und praktizieren.
Heute liest man die Automagazine, auch als Frau, denn am Steuer ist man schneller unterwegs. Man liest die Multimediamagazine, denn wir werden immer multitasking-fähiger, auch wenn wir dabei nichts mehr aus vollstem tiefsten Herzen erledigen. Heute ist die Literatur flacher geworden, damit man sie am Flachbildschirm des Tablets besser lesen kann.
Heute sehen wir uns die unbekannten Leute auf RTL2 im Big Brother Haus an, wie sie sich unter der Dusche räkeln. Und so wird die Literatur zunehmend sozialisiert, wobei sogar Popsongs den Welt-Literatur-Nobelpreis gewinnen.
Wir lesen heute nicht mehr direkt, wir sehen uns Literatur an, in Form von Bildbänden, Broschüren, Videos, Werbeblättern, Onlinemagazinen und Coachings in sozialen Netzwerken. Alles greift heutzutage auf das Wort der Sensation zurück, die Fantasie bleibt dabei auf der Strecke, denn die nackten und vor allem kalten Tatsachen locken ein grösseres Leserpublikum an. Und so werden viele Bücher verfilmt, da das Auge Bild und Ton bevorzugt.
Die Literatur im Internet darf man mit herkömmlicher Literatur nicht vergleichen. Online muss ein Text informativ, technisch gut aufbereitet, und mit Multimedia Elementen versehen sein, denn der Leser ist ein Ästhet und möchte unterhalten werden. So entstehen Fluten an Informationsseiten im Netz. Mittlerweile gibt es zu jedem Begriff mindestens eine Infoquelle.
Blogs und Magazine im Internet boomen, sind unterhaltsam und informativ zugleich, und sie liefern in engen Zeitabständen die aktuellsten news. Den Leser freut es, die Verlagshäuser müssen umdenken, umstrukturieren, sonst sind sie von der Bildfläche verschwunden. Mit dem Tempo, in welchem Texte online gestellt werden, kann kein Buch, keine Zeitung der Welt mithalten.
Die sozialen Netzwerke wie Twitter liefern noch schnellere Informationen, denn hier entsteht Literatur quasi im Sekundentakt. Jeder postet weltweit alles, was ihm gerade in den Sinn kommt. Auf Facebook schreiben dann die Freunde noch mit, teilen die Infos, und so verbreitet sich ein Text wie ein Lauffeuer, dessen Beine alles überragen, was der herkömmliche Buchmarkt bis jetzt auf die Beine gestellt hat. Literatur boomt auch in einer speziellen Form online auf YouTube, als gesprochenes Wort, verpackt in kleine Videos, die als nützliche Ratgeber in Wort und Bild bereitstehen. Heute verdient der Autor nicht mehr vorwiegend am Buchverkauf, sondern durch Werbung in den sozialen Netzwerken, welche voll sind von oberflächlicher Literatur.
Das gedruckte Buch geht ins Internet. Google Books ist ein Beispiel dafür. Buchseiten werden eingescannt und für die Welt gratis online sichtbar gemacht. Man kann zu jedem Fachthema die passende Fachliteratur einsehen, ohne dass man sich mühsam in die jeweiligen Universitäten begeben muss. Bitte, die Zeitersparnis ist enorm, und wenn man bloss eine kleine Information benötigt, bezahlt man nicht das gesamte Werk, sondern schlägt schnell kostenlos nach. Der Vorteil daran ist, dass Wissen öffentlich zugänglich gemacht wird und Infos nicht mehr teuer erworben werden müssen.
Ist das Buch weiblich oder männlich? Bitte, man merkt, ob ein Werk von einer Frau oder einem Mann geschrieben wurde. Eine Frau umschreibt die Dinge, sie redet schriftlich um den Brei herum, damit der Brei nicht so heiss gegessen wird. Die Frau ist klug und weiss, wann man sich die Zunge verbrennt. Sehen Sie mich an, ich verwende tausend und mehr Sätze, um eine Kernaussage zu treffen, und selbst dabei vergesse ich den Punkt.
Wenn ein Mann ein Buch schreibt, sind darin tausend Sachlichkeiten beschrieben, so dass die Sache bis ins kleinste Detail hinein wortwörtlich bei der Sache genannt wird. Manchmal fallen mir da die einzelnen Sachen so plump auf den Kopf, dass ich das Werk zweimal lesen muss.
Männer lieben es, wenn eine Szene ihren Höhepunkt erreicht, sobald das Licht am Ende des Tunnels heller wird. Wenn sich die Frau noch im Tunnel befindet und seitlich die Notrufsäulen betrachtet, ist der Mann bereits gedanklich und körperlich aus dem Tunnel herausgefahren und gibt Gas, denn auf der Autobahn fährt man mit seinem Porsche links an der weiblichen Ente vorbei. Bitte, stellen Sie mir ein Bett auf die Autobahn, denn auf der Strasse und im Bett herrschen die gleichen Verkehrsregeln. In der Literatur schreiben Mann und Frau jedoch oftmals aneinander vorbei.
Die Literatur für die Frau ist emotional, mit viel Liebe, Gefühl und Freude versehen, enthält Glück, Frieden, Romanzen, und sie beherbergt immer ein gutes Ende, denn wir Frauen brauchen das Happy End, um glücklich und zuversichtlich zu sein. Frauen lesen Horoskope, Liebesromane, aber auch gerne Krimis, Fantasieromane und Naturbücher, wobei Hunde, Katzen und Hasen der Renner sind.
Die Frau wird in der Literatur als Edelfrau, als Klosterfrau ohne sündige Gedanken, als honorige Persönlichkeit mit viel Herz, Hirn und Seelenfreude, mit viel Liebe und Zuneigung, mit Kinderwunsch und einer märchenhaften Figur dargestellt. Zunehmend wird sie jedoch auch maskulin, als Heldin oder Amazone präsentiert, oder sogar als intrigantes, hinterlistiges Weib, wobei hier eher ältere Frauen so dargestellt werden. In den Mittelalter-Romanen ist sie Ehefrau mit wenig Rechten, Kriegerin oder blutjunges Mädchen mit bezaubernder Figur. In erster Linie werden Frauen in der Literatur jedoch gerne als Huren, wollüstige Weiber, Dirnen und Mägde dargestellt, oder als Diven, welche die Männerwelt mit Charme und Sexappeal betören. Sie geniessen immer noch diesen feminin angefeuchteten, direkt nassen, zutiefst weiblich erregenden, anregenden Touch. Die Anima, das Symbol der Weiblichkeit, wird mit dem Dreieck gekennzeichnet, wobei das Dreieck mit der Spitze nach unten zeigt.
Im Mittelalter wird die Frau auch als Kupplerin dargestellt, da der Minnesang blühte und die Liebe zweier Menschen einer Vermittlung bedurfte, und deshalb ist die Frau in der Literatur weichgezeichnet, in Watte gekleidet, viel Watte um die Hüften herum, damit das Dreieck der Anima nicht versehentlich freiliegt. Nur in der erotischen Literatur sind Frauen gerne nackt wie Gott sie schuf, präsentieren Lut und Leidenschaft, wecken Begierde und sorgen für so manchen verträumten Höhepunkt.
Was törnt ihn an? Männer lesen gerne Sachbücher, Heldenromane, Kriegsliteratur, Pornografie oder zumindest erotische Literatur, Bücher über Technik, schnelle Autos, Finanzen und Business, und das Kochbuch stellt sich gerne hinten an, wobei Kochbücher steil im Kommen sind. Männer lesen gerne schlanke Literatur, Bücher mit wenigen Seiten, sachlich-kompakt, mit glasklaren Anweisungen, ohne Extras und ausschweifende nebensätze. Mit dem tausendfach auf der Zunge zerkauten, im Mund zerfliessenden, im Magen schäumenden Wort, welches in langen Bandwurmsätzen alles und nichts aussagt, kann ein Mann in der Regel nichts anfangen, es sei denn, es handelt sich um den Softie.
Der Mann ist bevorzugt Jäger und Sammler, ein wahrer Held in der kriegerisch ausgereizten, mit Pfeil und Bogen versetzten Literatur. Er wird als Kämpfer mit Schwert und Rüstung ausgestattet. Die Feiglinge sterben oder werden ausgelacht. Und das symbolische Dreieck der geballten Männlichkeit zeigt mit der Spitze nach oben, was dem steilen Weg der Karriereleiter entspricht. Männer sind Draufgänger, Machos, machtbesessene, maskuline Wesen, oder sie sind literarisch der Ausnahmefall und verkörpern den sensiblen Prinzen, der von seiner Prinzessin träumt und sich auf den Weg macht, um sie zu suchen. Kaiser und Könige sind ehrenhaft, Königinnen eher listig, und Prinzessinnen jung und bildhübsch, was dem Prinzen gefällt. Und der Scheich in der Literatur fährt seine Limousine nie selbst, begehrt jedoch die Dame am Beifahrersitz, die ihn anhimmelt, da sein Wagen wie eine Verlängerung seiner Speerspitze wirkt.
In der mittelalterlichen Literatur sind Männer bevorzugt der Kirche zugetan, da hat die Päpstin keine Chance. Männer verkörpern das edle, die Reinheit, selbst wenn sie der Fleischeslust verfallen, denn dann ist immer das lüsterne Weib schuld. Gott sei Dank wandelt sich die Literatur zunehmend zu einer ausbalancierten Gerechtigkeit, in welcher die Frau gleichberechtigt ist und keine Unterwürfigkeit mehr erdulden muss.
Ein gutes Buch ist fesselnd, informativ, humorvoll, emotional, oder es ist zumindest gut als Bettlektüre geeignet, wenn es so langweilig ist, dass man dabei einschläft. Das herkömmliche, in schwarz weiss gehaltene Buch auf Papier, dessen Texte wie wild gewordene Hunde sich bellend ihren Weg durch die Gesellschaft beissen, hat es heute schwer, da wir das digitale Buch bevorzugen. Online ist alles besser und viel schneller zugänglich. Das geschriebene Wort kann hier kaum mithalten, da Bilder und Videos mehr sagen als tausend gedruckte Worte, die dem Selfie hinterher laufen. Auf einer Website findet man alles, blitzschnell aktualisiert, während man sich am Kiosk nicht jede Stunde die neueste Ausgabe eines Printmediums kaufen kann. Wir sind informationshungrig und gleichzeitig faul geworden, und so ist der Schritt ins Internet, den man vom hauseigenen Sofa aus tätigen kann, leichter zu gehen, als der Schritt in einen Buchladen.
Ein e-book ist schnell geschrieben, noch schneller aufbereitet und mit wenigen Klicks online zu kaufen. Man erspart sich lange Wartezeiten, bis das Buch verlegt wird. Man erspart sich die Vorfreude darauf, das Werk endlich im Buchhandel zu erwerben. Das e-book hat vor allem für Autoren, die sich selbst verlegen, Vorteile. Man bestimmt den Preis, meldet sich bei einem e-book Dienst an, macht sein eigenes Marketing in den sozialen Netzwerken, und schon verdient man Geld am eigenen Buch. Bitte, die Kosten für den Kaffee sind damit gedeckt. Und so liegen auch die E-Book Reader im Trend. Heute kauft sich der Schlaue ein Tablet, ein Smartphone, oder er legt sich zu seinem alten Notebook dazu und liest Bücher online. Deshalb boomen die e-book-reader.
Hörbücher erhält man heute im Abo, damit man monatlich seinen Lesestoff hören kann. Als die Hörbücher aus dem Nährboden der Verlagswelt keimten, glaubte niemand an ihr Überleben, und heute zweifelt man daran, ob das gedruckte Buch überleben wird. Die Kopfhörer werden anspruchsvoller, denn die heutige Literatur geht mitten durchs Ohr hindurch.
Bücher regen die Fantasie an, der Film zeigt die nackten Tatsachen. Lieber Besucher, oft liest man ein Buch und malt sich die einzelnen Szenen, die Darsteller und Schauplätze in seinem eigenen Kopf kreativ aus. Andere Leute haben vom selben Buch eine ganz andere Vorstellung. Der Regisseur hat wieder eine andere Vorstellung, und so passiert es, dass man vom verfilmten Buch enttäuscht ist, oder umgekehrt.
Stellen Sie sich vor, wir würden unsere Bücher nur noch singen anstatt zu lesen. Viel mehr Freude würde unseren Alltag durchziehen, denn wer singt, ist fröhlicher eingestellt. Eine neue Software ist so reif, dass sie den passenden Gesang zu einem Text liefert. So kann man jedes gesprochene Wort als Song herausgeben. Voila, das singende Buch ist geboren.
Ein guter Krimi ist hinreissend, packend, reisserisch und doch niveauvoll. Er ist nichts für schwache Nerven, nicht unbedingt zum Einschlafen geeignet, obwohl ihn viele Leute als Bettlektüre verwenden, und er ist ein Instrument, um unsere Ängste, Untergründe, schlechten Seiten und dunklen Mächte auszuleben, ohne dass wir jemandem schaden. Der Krimi ist nur gut, wenn Anspannung und Entspannung einander die Hand reichen. Der Krimi ist Pflicht in der Bibliothek des gut sortierten Haushalts. Und der Gärtner ist immer der Mörder.
Kriminalliteratur ist Gott sei Dank vielschichtig, für jedes Herz ist etwas Passendes dabei. So manch einer liebt die Kriminalkomödie, da kann man lachen, während das Blut in den Adern gefriert. Humor kann jeden noch so guten Krimi in die Knie zwingen, ihn durch unsachgemässes Pointieren umbringen, quasi ein unbemerkter Mord auf leisen kichernden Pfoten sein. Übrigens können auch zu lange Landschaftsbeschreibungen und ins Lächerliche gezogene, übermässig auftretende Liebesszenen einen Krimi töten.
Ein ausgesprochen gutes Werk tätigte Henning Mankel mit seiner erfundenen Figur Kurt Wallander. Kurt Wallander ist wie geschaffen für ein kriminelles Umfeld. Als Einzelgänger besitzt er die nötige Introvertiertheit, um Fälle zu lösen, bevor er sie lauthals in die Öffentlichkeit hinaus trägt. Er hat eine Tochter, eine Scheidung hinter sich und neigt zu kleineren Alkoholproblemen. Man möchte fast glauben, die Figur ist der Autor und umgekehrt.
Ein durch und durch grausames Werk ist die Millenium Trilogie von Stieg Larsson, Verblendung, Verdammnis, Vergebung. Es handelt von einem Journalisten und einer mutigen Frau, die sich in bedrohliche Situationen bringen, um Recht und Unrecht zu verfolgen. Der Autor ist an einem Herzinfarkt gestorben, und wenn man sich manche seiner Werke anschaut, so weiss man, warum sein Herz schlapp machte, denn seine Literatur ist voller Spannungsbögen.
Ein Krimi kann uns sowohl positiv, als auch negativ beeinflussen. Man liest ihn, schaut sich den krimi im Fernsehen an, und Angst überkommt einem. Man schläft vielleicht schlecht, träumt von den Szenen im Kriminalroman, fühlt sich in seinen Träumen verfolgt und wacht schweissgebadet auf. Oder man ist so fasziniert von einem Krimi, dass er sich ins Gedächtnis einprägt, und man wird süchtig nach krimis, und schon trägt man ein solides Nervenkostüm, wenn man sich positiv mit Krimis auseinandersetzt. Für Kinder sind Kriminalromane tabu, sie müssen ihre Nerven erst sortieren und brauchen Ruhe, um zu lernen, zu wachsen und zu reifen.
Liebesromane sterben nie aus, da wir die Liebe in uns aufsaugen wie hungrige Babys, die am Busen der Mutter saugen und doch nie satt werden. Liebesromane laden zum Heulen und zum Träumen ein, und sie sind nur gut, wenn sie ein Happy End aufweisen, denn die Liebe gewinnt immer. Liebesromane dienen als Bettlektüre, lassen uns schöne Nächte verbringen, regen die Fantasie in der Erotik an, und man schläft besser, wenn man die Liebe geniesst. Wenn in einem Liebesroman alle Hürden und Intrigen durchlebt wurden und das Liebespaar am Ende glücklich zusammenlebt, ist die Welt in Ordnung. Alles andere erleben wir ohnehin im Alltag, und so flüchten wir uns in die zauberhafte Scheinwelt, während wir der nackten Realität entkommen. Der Mann liegt bei seinem Bier, und der Liebesroman liegt unter dem Kopfkissen der Frau. So ist die romantische Literatur ein weibliches Phänomen..
Die Biographie boomt immer, denn jeder Autor hat diese unerklärliche Sehnsucht in sich, ein Buch über sein Leben zu schreiben, und schon sind die memoiren geboren, selbst wenn sie niemanden interessieren, ausser die hauseigenen Fans, die Freunde und die Verwandtschaft. Online präsentiert man in den sozialen netzwerken sein Leben, und schon bekommt die Biographie im neuen Outfit einen Sinn.
Es liegen Biografien im Trend, die von jungen Prominenten geschrieben wurden, oder zumindest diktiert wurden, denn meistens steckt zusätzlich ein Journalist oder Ghostwriter dahinter. Auf der Frankfurter Buchmesse boomen solche Werke, denn das hungrige Volk möchte mit den privaten Einzelheiten seiner Stars gefüttert werden.
Diese neuen Biografien haben nichts mit den alt eingesessenen Werken zu tun. Sie sind pfiffig, manchmal skandalös verfasst, denn der Fan möchte gut unterhalten werden. Eckdaten findet man nur am Rande erwähnt, aber die emotionalen Höhepunkte des Promilebens werden ausführlichst beschrieben. Es lebe der Skandal.