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Wie telefoniert man heute?

TelefonTelekommunikation ist der zusammenfassende Überbegriff für alles, was wir telefonisch, im Sinne des Telemedia Zeitalters erledigen. Hier spielt das gesprochene Wort, das überlieferte Bild, die digitale Anwendung eine grosse Rolle.

Wie telefoniert man heute? Handy und Smartphone machen uns mobil, selbst am Klo und in der Badewanne. Und wie telefoniert man billig? Mit VOIP, mit Skype, mit Billigtarifen, mit billigen Vorwahlnummern, oder man lässt sich anrufen. Die Telefonzelle stirbt langsam aus, aber das Internet wird zunehmend zum Kommunikationsmodell.

Billig und leistungsfähig telefonieren, videofonieren, der Videochat als Alternative zum Telefon, das Picturephone für Taubstumme, die bequeme IP-Telefonie. Man telefoniert heute zunehmend über das Internet. Das Smartphone dient als Lebensorganizer, nur zum Telefonieren wird es kaum noch benutzt, und das digitale Telefon, welches an einen Standort gebunden ist, verflüchtigt sich zunehmend in den Firmenbereich. Im privaten Haushalt boomt das Internet als Telekommunikationsmittel.

Das Telefon im herkömmlichen Sinn stirbt aus, das Handy wird vom Smartphone überrollt, man spricht heute per Onlinechat, per Internet, per sozialer Netzwerke miteinander, und die Armbanduhr der Zukunft wird zum neuen Allrounder-Telekommunikationsinstrument.

Die Telekom hat längst nicht mehr die Monopolstellung, was wirklich gut für den Wettbewerb und schliesslich auch für den Endverbraucher ist, weil Konkurrenz belebt den Markt. In Österreich war das Telefonieren mit dem Mobilnetz für einige Zeit so spottbillig, dass man über das herkömmliche Telefon spottete und es gegen ein Smartphone austauschte. Als der Markt für die Mobilfunkanbieter neu verteilt wurde, war Telefonieren wieder teurer, man schaffte sich wieder ein Festnetz an, aber dafür surfte man dann im Internet, denn das Netz wurde am Mobilfunk immer billiger. Und so verschieben sich Kosten, Tarife und Preise, so lange, bis der Kunde die Nase voll hat und sich an den Verbraucherschutz wendet.

Übrigens kann man auch heute Kosten sparen und Preise überwachen. Neue Apps machen dies möglich. Sie suchen eigenständig die billigsten Vorwahlnummern, die günstigsten Tarife, und der Kunde ist berechtigt, sich seine Roaming Gebühren im Ausland detailliert auflisten zu lassen. So kann man im Ausland nie wieder über sein finanziell mögliches Budget hinaustelefonieren.

Natürlich kennt die Telekommunikation nur Vorteile, wenn man die Gesundheitsfanatiker nicht beachtet. Ich beachte sie trotzdem. Jeder neu errichtete Handymasten, Sendemasten beherbergt eine gewisse Strahlung in sich, die unserer Gesundheit schaden kann. Manche Menschen haben ein sensibles Nervensystem und nehmen diese Strahlung wahr. Einst existierte ein Mann, der mit seinen unzähligen Handys prahlte. Heute ist er schwer erkrankt und meidet die Handystrahlen. Auch das WLAN strahlt, sogar durch mich hindurch, denn meine Nachbarn nutzen es. Wer seine Gesundheit schätzt, schaltet wenigstens nachts alle Geräte samt WLAN aus, denn der Schlaf sollte uns heilig sein.

Ein Trend in der Telekommunikation geht hin zur Videotelefonie. Zwar hat sich das Picture-Phone bis jetzt nur bei den taubstummen Menschen als wirklich nützliches Instrument etabliert, aber wir wollen uns zunehmend real sehen, wenn wir miteinander telefonieren. Da die Welt durch die Globalisierung enger zusammengerückt ist, wir unsere Freunde weltweit sehen möchten, kommunizieren wir mit ihnen per Videochat. Und so wird das Picture-Phone zukünftig in irgendeiner Form den Markt erobern. Heute schicken wir uns noch Selfies und Videos, morgen sehen wir uns im Live-Chat und kommunizieren per Live-Streaming miteinander. In manchen Schlafzimmern boomen die Live-Stream-Chats bereits, da der Intimfaktor hier sehr hoch ist und der Voyeurismus boomt.

Das Telefon früher und heute

Das Wort Telephon entstammt aus dem Griechischen und bedeutet sowohl Wählen als auch Sprechen, womit wir einen Apparat samt Telefonnetz geschaffen hätten, der es ermöglicht, Sprache zu transportieren. Plötzlich musste man sich nicht mehr persönlich treffen, um sich kleine Mitteilungen zukommen zu lassen. Man telefonierte mittels eines Mikrophons, eines Lautsprechers und einer elektrischen Leitung.

Samuel F. B. Morse entwickelte 1837 eine Art Sprachübertragung an Hand von elektrischen Leitungen, den Morsetelegraphen. Aus dem uralten Telefon mit Kurbelinduktor entwickelte sich das Telefon mit Wählscheibe, welches in das Tastentelefon umgewandelt und schliesslich in das Schnurlostelefon mit Basisstation gewandelt wurde. So hat sich auch das Telefonieren gewandelt.

Früher sassen die Damen, Fräulein, vom Amt quasi in der Leitung und vermittelten die Telefongespräche. Dies war ein optimaler Platz, um zu flirten, denn die Telefondamen hatten durchwegs eine angenehme Stimme. Heute baut jeder seine Leitung selber auf und nutzt die neueste Technik dafür. In der Schweiz sagt man zum herkömmlichen Begriff des Telefonierens auch: Gib mir ein Telefon. So drückt man aus, dass man angerufen werden möchte. In England sagt man seine Telefonnummer an, wenn man an den Apparat geht, während man bei uns seinen Namen nennt, wobei die richtig dominante Unhöflichkeit darin endet, dass man einfach nur Hallo sagt. Als ich einst bei einem Bankinstitut anrief und mit dem Hallo Wort abgespeist wurde, wusste ich, da werde ich kein Bankkonto eröffnen. Firmen sollten sich bitteschön mit dem Firmennamen melden, das stimmt den potentiellen Kunden freundlicher.

Telefonieren ist so wertvoll geworden, dass es in der Kunst, in der Musik und Literatur, beim Film und in der Unterhaltungsindustrie einen derartigen Stellenwert erhalten hat, sodass man ganze Abhandlungen in Wort und Bild präsentiert bekommt. Telefone werden von Comedy-Stars, von Komponisten, von Malern, von Drehbuchautoren, von Künstlern aller Art verwertet. Heute ist der alte Telefonapparat, der sich nicht vom Fleck weg bewegt, reine Nostalgie geworden, aber die Smartphones boomen.

Wichtig zu wissen: Das Bildtelefon hat sich bis heute nur schwer durchgesetzt, vor allem aber ist es für Gehörlose wichtig. In den früheren Telefonzellen galt der Satz: Fasse dich kurz! Und heute gilt in den meisten Restaurants ein Smartphone Verbot, denn die Gäste am Nachbartisch fühlen sich durch das ewige Klingeln gestört. In Bus und Bahn darf man nur leise telefonieren, sodass man die Mitmenschen nicht stört. Eines Tages rennen wir alle mit kleinsten Armbanduhren umher, welche als Datenstick und Telefon zugleich dienen. Dann wählt man die Nummern per Sprachauswahl, und wenn man seine Uhr als Arbeitsplatz benutzt, wirft man ein Hologramm an die Wand. Nur die Ziffern von 0 bis 9 werden wahrscheinlich erhalten bleiben und das Telefonsystem weiterhin dominieren.

Das Telefon heute

Früher war es undenkbar, dass man nicht ans Telefon ging, wenn es klngelte. Man liess alles liegen und stehen, sprang aus der Badewanne, rappelte sich vom Klo auf, nur um ans Telefon zu gehen, denn man war so heiss auf die drahtige Kommunikation, dass man niemanden verpassen wollte. Heute lässt man sich kaum noch stören, da das Telefonieren seinen alteingesessenen Wert verloren hat. Wir haben die Kommunikation durch das Internet, durch Facebook und Co ersetzt. Wir schreiben lieber eine Nachricht in unsere sozialen Netzwerke, und schon weiss die halbe Welt, wie unsere werte Befindlichkeit aussieht.

Wie und mit wem telefonieren wir heute noch? Der Chef wird vorzugsweise von seinen weiblichen Angestellten in Empfang genommen, denn die Frau will bei ihm punkten, oder wenigstens ihre Arbeitsstelle behalten. Frauen sind berufstechnisch noch etwas vorsichtiger als Männer. Die beste Freundin wird auch in Empfang genommen, denn mit ihr hat man immer jede Menge zu bereden. Beste Freundinnen treffen sich, halten Händchen, erzählen sich Romane, und zu Hause angekommen, klingelt das Telefon, weil sich Freundinnen noch etwas zu erzählen haben.

Bei anonymen Anrufen geht man selten bis nie ans Telefon, weil es doch im Endeffekt bloss Werbeanrufe sind, welche Zeit und Nerven rauben. Kein Mensch möchte etwas gewinnen, wenn er dafür vorab ein unnötiges Abo abschliessen will. Ich bin direkt allergisch, wenn ich höre: Frau Putz, Sie haben gewonnen. Bei solchen Anrufern biete ich immer an, mich pro Minute meiner kostbaren Zeit bezahlen zu lassen, denn meine Zeit kostet etwas. Voila, dann bin ich die Werbeanrufe wieder los.

Bei Mama geht man immer ans Telefon, denn die Anrufe der eigenen Mutter sind quasi Pflicht und gehören zum Programm. Um mich von der Nabelschnur meiner Mutter zu lösen, rief ich eine Zeit lang nur an meinem Haarewaschtag an. Meine Haare wurden vom vielen Waschen strohtrocken, und so nehme ich Mama wieder allzeit bereit in Empfang, wenn sie klingelt. Wir nehmen heute nicht mehr zu jedem Zweck den Hörer ab, wir selektieren, denn die private Zeit ist uns heilig geworden. Wenn allerdings der eigene Partner am Telefon ist, sollten wir drangehen, sonst benötigen wir eine gute Ausrede, warum wir ihm kein Ohr geschenkt haben, auch wenn man Ohren nur ausleiht.

Das mobile Telefon

Telefonieren ist mobil geworden. Nicht ohne mein Handy! Das klingt wie ein Hilferuf. Und wenn das Handy nicht mehr in unserer Handtasche liegen würde, nicht mehr in unserem Bett schlafen, uns aufs Klo begleiten und zusammen mit uns beim Frühstück sitzen würde, wären wir wie quengelnde Kleinkinder, denn wir benötigen unser neuestes Smartphone zum Spielen.

Mein Handy habe ich schon längst domestiziert, es spricht sogar mit mir. Es sagt mir jeden ankommenden Anrufer beim Namen an, und es ist zuverlässiger als meine eigene Sekretärin. Übrigens bin ich selbst meine Sekretärin, denn mit Mobiltelefon ausgestattet, leite ich nur die Anrufer an mich weiter, die ich mag. Neulich rief das Finanzamt bei mir an und fragte nach meiner ausstehenden Steuererklärung. Wahrlich, wenn die Stadt klein genug ist, geht niemand steuerpflichtig unter.

Ich spreche mit meinem Mobiltelefon, wenn ich ein Video aufnehme oder ihm die Termine für morgen diktiere. Ich sage es ja, das Handy ersetzt mir die kostenintensive Sekretärin. Nur eines kann es noch nicht: Die Nägel lackieren, während es mit seiner besten Freundin über die neuesten Klamotten telefoniert, aber das werde ich ihm noch beibringen.

Heute klingelt es in fast jeder Hosentasche, auch wenn der Mensch sich gerade auf der Toilette befindet. Man nimmt seinen Gesprächspartner einfach mit aufs Klo und lässt ihn bei jedem Geschäft teilhaben. Wo bleibt hier die Privatsphäre. Ich fühle mich beispielsweise immer empfindlich gestört in meiner Intimsphäre, wenn mich jemand, mit dem ich gerade telefoniere, mit auf seine Kloschüssel nimmt und ich seine Hintergrundgeräusche während des Gespräches live mit anhören muss. Da weiss man sofort, was der Gesprächspartner gegessen hat.

Manche Menschen kommen ohne Telefon nicht mehr klar. Das sind diejenigen, die nachts nahe am Smartphone einschlafen und jede Minute eine SMS, eine äusserst wichtige Nachricht, durchs Netz jagen. Wenn Sie zum Beispiel Jugendliche beobachten, fällt Ihnen bestimmt auf, dass die Strassenlaternen in der Öffentlichkeit eine ganz neue Gefahrenquelle darstellen, denn man kann hineinlaufen, während man aufs Display seines Smartphones schaut. Übrigens ist das Telefonieren ohne Freisprechanlage im Auto, am Fahrrad, im Strassenverkehr verboten, und die Strafen dafür werden immer empfindlicher.

Mobiltelefone sind wichtig in Notfall Situationen und liegen lässig in der Hand. Handtaschen machen seither gute Musik und man erspart sich im Bus den Walkman, der ohnehin durch den MP3 Player ersetzt wurde. Telefone, die sich schnurlos von der Basisstation entfernen, sind auch brauchbar, denn jetzt kann man am Balkon genauso gut telefonieren, und der Nachbar ist um eine Lauschaktion reicher.

Meine Telefon Erfahrungen

Als Kind lernte ich den uralten Telefonapparat von seiner besten Seite kennen. Ich war gross genug, um selber wählen zu können. Ich wählte wahllos los. Wenn ich jemanden am Apparat hatte, meinte ich: Entschuldigung, ich habe mich verwählt, aber wenn Sie schon einmal dran sind, frage ich Sie, brauchen Sie zufällig neue Schi? Mein Vater führte damals ein Sportartikelgeschäft, und ich war die Posaune vom Dienst, quasi die Akquisedame.

Heute bin ich erwachsen, mein Vater ist verstorben, und ich sehe die unerwünschten Werbeanrufe differenzierter. Die Leute fühlen sich zunehmend gestört, wenn sie unerwünschte Anrufe erhalten, aber Gott sei Dank existiert in unserer geregelten Gesellschaft für jedes noch so kleinste Übel ein Gesetz. Man macht sich heute in gewisser Weise strafbar, wenn man als Firma Privathaushalte unaufgefordert anruft und Angebote, Abos und Werbung unterbreitet. Telefonieren ist so leicht geworden, und trotzdem wird es immer schwieriger, weil der kommerzielle Nepp zunimmt.

Als ich im Vertrieb tätig war, Telefonakquise machte, punktete ich mit meiner Stimme, und unter anderem mit meiner weiblichen Figur, denn auch über den Computer lässt es sich bildlich gesehen gut miteinander telefonieren. Meine Frustrationstoleranzgrenze kannte kein Limit, bis mir das Gesetz einen Riegel vorschob, denn Kaltakquise per Telefon ist eine empfindliche Sache geworden. In Österreich greifen die neuen Gesetze für Werbeanrufe schon sehr gut. Und so telefoniere ich nur noch selten, dafür schone ich jedoch meine Stimme. Trotzdem wird das Telefonieren nicht aussterben, es sei denn, die Technik des Beamens schreitet voran, ohne gesundheitliche Schäden zu produzieren.

Was bietet die private Telefonzelle?

Eine Telefonzelle ist ein kleines öffentliches Telefonhäuschen, in welchem man günstig telefonieren kann, natürlich von unterwegs aus. Sie war einmal, denn heute besitzen wir Handys und Smartphone, Tablets und mobile Notebooks, und am Handgelenk die obligatorische Smart-Watch, und die Datenbrille auf den Augen. Das alles ersetzt die alte Telefonzelle wunderbar.

Eine Telefonzelle ist selten geworden. Sie besitzt Flair, und in den alten Telefonbüchern findet man kaum noch Nummern, die heute noch aktuell sind. Das Wertkartentelefon war übrigens der Hit der Telefonzellen, da man die Telefonwertkarten sammelte und einen richtigen Kult daraus machte.

So ein Münzapparat oder Wertkartenapparat funktioniert heute noch zuverlässig. Man wirft Münzen ein, heute sind es Euro-Münzen, man wählt seine gewünschte Nummer, und man telefoniert so lange, bis das Münzgeld verbraucht ist. Draussen standen früher immer einige Leute, die sehnsüchtig darauf warteten, endlich selbst telefonieren zu können, und deshalb musste man die Gespräche kurz halten. Trotzdem erzählten sich manche Leute ganze Romane in der Telefonzelle.

Stirbt die alte Telefonzelle aus?

Gibt es sie noch, die gute alte Telefonzelle? Früher stellte ich mich in so einem Telefonhäuschen unter, wenn es zu regnen anfing, denn da drin wars immer relativ trocken. Und was fehlte trotzdem? Die wichtigen Seiten aus dem Telefonbuch, falls überhaupt ein Telefonbuch in der Telefonzelle lag, die Seiten fehlten immer. Meine Seiten, die ich brauchte, fehlten immer, sodass ich mir angewöhnte, das Telefonbuch als Bettlektüre zu lesen und die Nummern auswendig zu lernen.

Heute gehe ich mit mir selbst, meinem Lebenspartner und einem guten Hörbuch ins Bett. Ich habe aufgehört, das Telefonbuch zu lesen. Es war einfach zu spannend und mitreissend für mich, sodass ich nachts nicht schlafen konnte, da ich von lauter durchnummerierten Albträumen geplagt wurde. Ich führe nämlich seit dem Massensterben der Telefonzellen ein Handy mit integriertem Adressbuch mit mir, und wehe, der Akku ist leer.

Hilfe, meine heiss geliebte Telefonzelle stirbt aus. Dort traf sich doch immer mein übersichtlich kleiner Fanclub zum gemeinsamen Plausch, kommunikativ und anonym. Nicht dass meine Fans zusammen mit den Telefonzellen jetzt auch noch aussterben, nur weil ihnen die gemütliche Lokation unter den Füssen weggezogen wird.

Können Sie sich noch an damals erinnern, als diese gelben, manchmal nach Rauch oder zurückgebliebenem Schweiss duftenden Telefonhäuschen griffbereit am Strassenrand standen? Hatten Sie damals eigentlich immer genug Kleingeld, um so einen Jammerkasten zu nutzen?

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich bei Regen vor einer Telefonzelle stand und drinnen kein trockenes Plätzchen für mich frei war, da jemand seine Lebensgeschichte am Telefon erzählte. Wie ärgerlich, meine frisch gekauften Lackschuhe wurden nass. Nun, ich hatte ja sonst keine Sorgen, ich war jung, brauchte Geld und konnte mir kein Handy leisten. Die Telefonzelle war der einzige Zufluchtsort, um sich mit meiner neuen Liebe zu treffen. Er wohnte in Frankfurt, und ich lebte gleich um die Ecke im Süden von Österreich, in Kärnten.

Aus nostalgischen Gründen hege ich sogar den Gedanken, mir eine Telefonzelle zu kaufen und sie im Garten aufzustellen, wenn da nicht bereits der alte Baum stehen würde, der auch stirbt. Bitte, wenn der Baum tot ist, stelle ich mir einen nigelnagelneuen Pool samt Kunstpalme in den Garten, lege mich mit meinem brandneuen Handy auf meine Designerliege und telefoniere von zu Hause aus mit meinem Fanclub.

Übrigens stirbt die SMS auch aus, welch grausames Sterben aber auch! Wenn ich mit meinem Handy dann meine Lebensgeschichte mitteile, teile ich die Intimitäten gleich per Twitter einer grösseren Fangemeinde mit, dann erspare ich mir die SMS. Vielleicht treffen sich dann die Fans in meinem Garten, denn wenn erst einmal der Baum weg ist, haben wir genug Platz zum Telefonieren.

Lieber Besucher, die Lebensstile ändern sich. Manch überspitzte Zungen behaupten ja, die Zeiten ändern sich. Ich sage, die Natur bleibt gleich, wenn wir sie nicht unnötig aussterben lassen. Die Technik erleichtert uns zwar in vielen Bereichen des Lebens den Alltag, aber wir können es auch übertreiben. Übrigens hat sich einer meiner Bekannten neulich sein viertes Handy gekauft, da er ein Ersatzhandy benötigt, wenn seine Frau anruft. Das Zweithandy braucht er für seine Geliebte, das dritte Telefonini für den Chef, denn da geht er selten dran, und das vierte Handy braucht er für mich, den seltenen Sonderfall in seinem lebendigen Alltag. Ich kann ihn gut verstehen, denn bei mir stehen auch mehrere Bücher im Schrank.

Telefonzelle an Liebeshungrige vermieten

Um den nostalgischen Hype der Telefonzelle aufrecht zu erhalten, könnte man sie an liebeshungrige Leute vermieten. Ein Sichtschutz wäre hier nicht schlecht, denn sonst sieht man von draussen, wie weit die Liebe im Gang ist. Die Champagnergläser könnte man übrigens auf der Ablage des früheren Telefonbuchs abstellen, aber was man mit dem Telefonhörer macht, weiss ich selber nicht, vermutlich jemanden anrufen. Ruf mich an!

Wenn man die Telefonzelle an Paare, vielleicht sogar an alte Eheleute vermietet, bräuchte man den Sichtschutz nicht, denn man geht überwiegend davon aus, dass sich Paare in einer Langzeitehe streiten, wenn sie sich auf so engem Raum befinden. In einer Langzeitehe geht man sich überwiegend gerne aus dem Weg. Bitte, da wirkt so eine nostalgische, engräumig ausgestattete Telefonzelle wie ein Therapieraum, denn vielleicht kommt man sich beim Streiten näher und wird zum Liebeshungrigen.

Die Telefonzelle als Dusche verwenden

Damit der nostalgische Lifestyle einem brauchbaren Zweck zugeordnet werden kann, könnte man so eine Telefonzelle als Dusche im Privathaushalt aufstellen. Der Telefonhörer könnte als Duschbrause im edlen Design umgebaut werden, und die Telefonbuch-Ablage dient als Ablage für Duschgel und Shampoo. Voila, und schon ist die neue Designer Dusche geboren, für Trendsetter, die ihre Vergangenheit am liebsten mit ins Grab nehmen würden.

Die private Telefonzelle für zu Hause

Eine private Telefonzelle für zu Hause ist eine gute Idee. Die früheren Telefonhäuschen finden so neue Abnehmer und werden nicht ihrem Schicksal überlassen, und der Nostalgie-Freund hat seine Freude damit. Man kann so eine Telefonzelle zur Infrarot-Kabine umbauen, zur hauseigenen Umkleidekabine im Garten, oder man verwendet sie als Rückzugsort, um drinnen mit dem Handy zu telefonieren. So würde man seine Smartphone Zeiten reduzieren und einen gesünderen Lifestyle verfolgen, denn im engen Telefonhäuschen handyfoniert man ungern stundenlang. Notfalls verwendet man sie als Besenkammer, denn zwei Besen haben mindestens drin Platz.

Die Telefonzelle als kleinste Diskothek

Die alte Telefonzelle hat fast ausgedient, denn so ein Telefonhäuschen lohnt sich nur, wenn ein Minimum an Einnahmen gewährleistet ist, ungefähr 100 Euro pro Monat pro Häuschen. So ein Telefonhäuschen muss gepflegt und gewartet werden, aber es gibt Telefonzellen, die werfen nur 5 bis 10 Euro an Einnahmen im Monat ab, was für eine ordentliche Instandhaltung zu wenig Geld ist. Einige Gemeinden wollen ihre Telefonzelle jedoch behalten und weigern sich, die Häuschen abzubauen. Für Kultfans und Nostalgiebewusste sind einige Telefonhäuschen umgebaut worden und dienen als Minidiskothek, aber das Sterben der Telefonzelle schreitet trotzdem voran. In so einer Minidisco kann man auf engstem Raum tanzen, sich per Kopfhörer coole Musik anhören, und mit ein bis zwei Freunden abhängen, falls man zu dritt in die Telefonzelle hineinpasst. Platzangst darf man keine haben, denn diese Disco platzt aus allen Nähten.

Wie telefoniert man billig?

Billig telefoniert man mit dem richtigen Tarif. Bei Handy und Smartphone sind es Flatrate Tarife, die einige kostenlose Angebote zum Pauschalpreis enthalten, vorausgesetzt, man nutzt diese Dinge auch wirklich. Bei Telefonanbietern sollte man auf die Minutentarife achte und notfalls eine Billignummer vorwählen, eine sogenannte günstige Vorwahlnummer. Und wer mit Hilfe des Internets telefoniert, sollte auf einen günstigen Internettarif achten, denn Skype ist ohnehin kostenlos und funktioniert auch ganz gut.

Wichtig beim Telefonieren ist je nach Tarif immer noch die Gesprächsdauer. Stundenlanges Telefonieren geht ins Geld, da führt kein Weg vorbei. Wer ins Ausland telefoniert, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er womöglich richtig viel Geld bezahlt, aber auch hierfür existieren billige Vorwahlnummern. Und bei einem Roaming Tarif, der wichtig für den Urlaub, für den Aufenthalt im Ausland ist, sollte man gewisse Dinge wie den SMS Empfang, den Mail-Empfang etc. ausschalten, denn das kostet im Ausland unter Umständen Geld.

Ich war in Deutschland bereits braver Telekom Kunde, wobei ich es bei der Telekom toll fand, dass man günstige Vorwahlnummern vor die eigentliche Telefonnummer schalten konnte. Ich war 1und1 Kunde, wobei ich es dort toll fand, dass ich Internet, Telefon und alle Extras in einer Box vereint hatte. Ich war Arcor Kunde, wobei ich dann die Telekom vermisste, obwohl mir bei Arcor nichts fehlte, ausser meine Nostalgie. Und ich bin derzeit in Österreich UBC und Telekom Kunde, denn man weiss ja nie, wann der nächste Stromausfall kommt.

Wenn diese kleinen Preise in den siebziger Jahren auch schon präsent gewesen wären, hätte ich mich bestimmt viel öfter verwählt. Heute telefoniere ich mit Hilfe des Internets gratis und verwende, wenn auch selten, Skype. Im Normalfall nehme ich mein Schnurlostelefon und hänge mich zu meiner Mutter in die Leitung, damit wir uns gegenseitig unser Leid klagen können. Sie klagt ihr Leid, ich höre ihr zu und gebe ihr Recht, damit sie aufhört, ihr Leid zu klagen. Bei den jetzigen Telefontarifen kann man sich diesen Luxus schon leisten, es tut ja nicht im Geldbeutel sondern nur in den strapazierten Nerven weh.

Ich kann mich noch erinnern, als die ersten Billiganbieter auf den Telefonmarkt wanderten. Wie die Wanderheuschrecken mieteten sie sich bei der Telekom ein und frassen ihr die Kunden weg. Ich wohnte zu dieser Zeit in Freising und suchte mir immer eine billige Vorwahlnummer aus, um mit meinen Leuten günstig zu telefonieren. Mein längstes Telefonat mit einer meiner Internetbekanntschaften dauerte 17 Stunden lang, inklusive drei Pinkelpausen und einer Wurstsemmel, die ich am Telefon verspeiste. Bitte, da muss man ja quasi einen Billiganbieter vorschalten, sonst geht man pleite und muss auf die Wurstsemmel verzichten.

Nun, heute vergleiche ich die verschiedenen Telefonflatrates, die Freiminuten und das Internetpaket, wenn ich den Telefonanbieter einmal wechseln sollte. Ich nutze hier in Österreich Inode, UPC Telekabel, und ich steige aus reiner Bequemlichkeit nicht auf einen anderen Anbieter um, weil das System funktioniert. In Deutschland nutzte ich 1und1 zusammen mit der Deutschen Telekom, und ich stieg nicht auf einen anderen Anbieter um, da ich dieses System als einziges verstand und bedienen konnte.

Natürlich hat das Telefonieren in der Box auch seine Nachteile. Damals konnte ich bei Stromausfall und bei starkem Gewitter auch noch mit meiner Mutter über ihr Leid klagen und mit meiner Tante Rosa über die bevorstehenden Weihnachtsgeschenke am Telefon reden, die Leitung stand. Heute kann ich meinen Kunden in der Box bei Stromausfall oder starkem Gewitter suchen, die Leitung fällt. Das musste ich schmerzhaft feststellen, als ich mich wieder einmal verwählte, zeitgleich über mein Telefonkabel stolperte, der Stecker aus der Steckdose glitt, ein selbstproduzierter Stromausfall eintrat, und weg war der neu gewonnene Kunde. Bitte, selbst daraus ziehe ich meinen Vorteil, denn wenn Mama zu lange ihr Leid klagt, gibt es einen geplanten, direkt unverhofften Stromausfall.

Billiger telefonieren mit VOIP, IP Telefonie

Irgendwann im neuen Jahrtausend, ich hatte noch tief und fest geschlafen, kam die IP Telefonie über mich. Zuerst dachte ich, ein UFO würde in meinem Büro landen, als meine erste Box, ein sogenannter Router ankam. Sie hatte sogar einen Namen, Fritzbox hiess sie, und somit vermenschlichte ich sie gleich einmal, damit sie mir seelisch näher war. Als ich mich mit dem neuen unbekannten Flugobjekt anfreundete und die Sache mit der IP Telefonie begriff, strebte ich nach höherem und kaufte mir zusätzliche Telefonnummern aus dem Ausland.

Kaum zu glauben, aber der technische Fortschritt in der Telekommunikation macht es möglich, dass meine Anrufer aus der Schweiz und aus Deutschland bei mir in Österreich, in Klagenfurt aus meiner Box kommen. Der Anrufer glaubt, er telefoniert mit München oder Zürich und kommt doch zuletzt bei mir in Klagenfurt aus der Leitung. Ab jetzt telefonierte ich durch eine Box.

Es kam bereits vor, dass Anrufer glaubten, ich befände mich in München oder Zürich. Die wollten dann gleich einen persönlichen Termin mit mir vereinbaren. Einmal rief eine Frau eines Kunstunternehmens bei mir in München an, um mir ihren neuen Katalog zu verkaufen. Sie erschrak mächtig, als sie mich gleich darauf in Zürich anrief und mich auch dort persönlich am Telefon hatte. Das Telefonat mit mir in Klagenfurt konnte sie sich sparen. Übrigens verschafft man sich durch den Zukauf von ausländischen Telefonnummern einen Grössenvorteil, der optisch schon an Grössenwahn grenzt. Ich nutze Vortel für diesen bitter nötigen Dienst.

VOIP - praktisch gut bis zum nächsten Crash

Voice over IP ist zwar praktisch für mich, wenn wir jedoch Stromausfall haben, kann ich meine Mutter nicht anrufen und ihr unseren Stromausfall mitteilen, denn dann liegt meine Telefonbox lahm. Bitte, mein gesamtes Büro hängt an einer Box, und die Box hängt am Nagel. Sozusagen kann ich mein Büro an den Nagel hängen, wenn wir Stromausfall haben. Wie gut, dass ich für diese Notfälle ein Handy besitze, damit kann ich wenigstens den Pizzaservice anrufen und ihm mein Leid klagen: Habe riesen Hunger im Bauch, will eine Pizza mit Spinat und Lachs. Bitte zur dunklen Wohnung mit dem Stromausfall liefern.

VOIP hat wahrlich viele Vorteile, mein Internet hängt dran, ich lade einmal im Monat ein Datenpaket auf und kann weltweit billigst fast zum Nulltarif telefonieren, ich kann Videofonieren, und wenn ich meine Webcam finden würde, dann würde ich es auch nutzen. Ach, ich sehe ohnehin nicht fotogen aus.

Ich kann meine Telefonkarte weltweit aufladen, ich bin überall erreichbar, ich kann kostenlose Datenpakete durch die Welt schicken, ich kann bei Bedarf eine Flatrate nutzen, sodass ich meine Telefonkarte nicht virtuell aufladen muss, und ich kann mich schlafen legen, wenn ein Stromausfall mein Telefon lahm legt. Die gute alte Kupferleitung der Telekom trotzt jedem Stromausfall, kann aber dafür nicht so viel. Und wenn bei uns noch oft genug Stromausfall ist, steige ich wieder um aufs gute alte Telefon.

Geldsparen beim Handy

Es ist kaum zu glauben und unheimlich traurig, aber viele Menschen wissen nicht einmal über ihren eigenen Handytarif Bescheid. Die buttern Geld in ihr Handy hinein und können nicht beim Telefonieren sparen, weil sie sich für die Telefontarife nicht interessieren. Gehen Sie zu Ihrem Handyanbieter und lassen Sie sich eine Tariftabelle geben. Schauen Sie überhaupt einmal nach, was Ihre Handyrechnung so für Zahlen ausspuckt.

Dann informieren Sie sich über günstige Tarife, die zu Ihnen passen. Wenn Sie wenig telefonieren, brauchen Sie keine Handyflatrate. Und dann erst beginnt das Sparen beim Telefonieren. Wenn Sie wirklich nur gelegentlich telefonieren, reicht es aus, eine Wertkarte zu besitzen.

Die Roaming Gebühren beim Handy werden abgeschafft

Wer im Urlaub telefonieren wollte, sein Smartphone verwendete, fand nach dem Urlaub oft eine erhöhte Handyrechnung vor, weil die Roaming Gebühren im Ausland teuer waren. Heute schiesst man Urlaubsfotos, lädt sie ins Internet, teilt sie mit Freunden zu Hause, telefoniert mit den Daheimgebliebenen und muss sich in vielen Ländern, besonders in EU-Ländern nicht mehr um die lästigen Roaming Gebühren kümmern, da sie im EU-Ausland abgeschafft wurden. Weiterhin existent sind sie weltweit in allen Nicht-EU-Ländern. Einige Handyanbieter und Mobilfunkbetreiber lassen jedoch aufgrund der Gebühren, welche auf den Anbietern lasten, kein Roaming mehr zu, oder sie schränken es ein. Hier sollte man sich vor Urlaubsantritt erkundigen, damit man nachher keine böse Überraschung erlebt.


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Elisabeth Putz

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